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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nb Kirchhain.
Jllustrirtes Sonntagsblatt. em“"dh* *
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»LLLK Donnerstag. 10. November 1898.
33. Jahrg.
Erstes Blatt.
Zum Jubiläum der rettenden That.
Die bürgerliche Demokratie hat gemeinsam mit Nr Sscialdemokratie in den Märztagen dieses Jahres j, überschwänglicher Weise die Revolution von 1848 gefeiert. An dieser Revolution war aber schlechterdings nichts weiter zu feiern, als die Erhebung gegen die Monarchie an sich, als die beklagens werthen agitatorischen Erfolge von meist landfremden Hetzern, die daS .Umstürzen" gewissermaßen als Geschäft be- tneben uud die durch allerlei Ränke und Künste das brave Berliner Volk zu einem Aufstande gegen seinen 8-nig verführten.
Man behauptet zwar, die Errungeuschasten der März-Revolution seien zahlreich und wichtig, man tziert die Barrikadenheldcu als Märtyrer für die gute Sache des Volks; allein die Wahrheit ist, daß der achtundvierziger Ausstand für die preußischen Solksrechte gar nichts bewirkt, sondern die natürliche tzutwicklung nur verzögert hat. Stellt man aber gar deu .Sieg- der Berliner Revolutionäre als Vorbedingung sür die Errungenschaft der nationalen riuheit hin, so ist das eine so arge Beugung ge schichtlicher Wahrheiten, daß man dergleichen dreist «ls eine Speculation auf die Dummheit bezeichnen kann. Aeußeite doch König Friedrich Wilhelm IV. sch,» der Frankfurter Deputation gegenüber: Die Kaiserkrone Deutschlands liegt nur aef den Schlachtfeldern.
Die durch die Demokratie und Socialdemokratie so lärmend gefeierte Revolution von 1848 hatte nur Scheinerfolge gehabt. Diejenigen Männer aber, welche bmch die Aufstandsbewegung an die Oberfläche ge- IfiBgt und die späterhin in der Nationalversammlung dazu berufen waren, ihre» Worten die That folgen zu lassen, erwiesen sich als vollständig unfähig zu positivem Schaffen. Zänkereien und .Reden zum Fenster hinaus" — wer denkt dabei nicht an einen Ver- zleich mit unserem Reichstage — nahmen die Zeit der Nationalversammlung vollauf in Anspruch, so daß nichts Thalsächliches geleistet werden könnt', luter solchen Verhältnissen nahm dicht nur die Unruhe «Inneren immer mehr überhand, so daß selbst das Parlam nt fich in den geheiligten Personen seiner Müglieder vor Angriffen des Straßenpöbels nicht »ehr sicher fühlte, sonder» eS wurde auch zur Gewißheit, daß mit einer solchen kleinlichen, nörgelnden uud zänkischen .Nationalversammlung-, wie sie damals tue Berliner Schauspielhause tagte, daS Verfassungs- iBttt niemals vereinbart werden konnte.
Alle Nation«! und königstreu gesinnten Preußen blickten mit Bangen auf de» Gang der Ereignisse
hi»; aber das Vertrauen zu ihrem Könige verließ sie nicht — und täuschte sie auch nicht. DaS Ministerium v. Pfuel, welches der Revolution nicht Herr werden tonnte, mußte zurücktreten und ein neues Kabiuet zu großen Dingen ausersehen, wurde gebildet. Es war nicht leicht, geeignete Männer zu finden. Von einer Anzahl solcher, die der König anSers hen hatte, das StaatSruder zu ergreifen, hatten zwei Männer, der Graf von Brandenburg und der Freiherr von Manteuffel den Muth zu erklären „Majestät, ich bin bereit". Es dauerte aber vom zweiten bis zum neunten November, ehe der Ministerpräsident, Graf von Brandenburg seinem Königlichen Herrn melden konnte, daß das Kabinet gebildet sei.
DaS neue Ministerium wurde nach den Namen der bedeutendsten ihm angehörigen Männer das Ministerium Brandenburg « Manteuffel genannt und dieser Name, mit der näheren ehrenden Bezeichnung, das .Ministerium der rettenden That", gehört der Geschichte an. Die Rückkehr geordneter Zustände, den Erlaß der Verfassung, das endgiltige Niederschlagen der Revolution hab.« wir diesen Männern zu v rdanken, und ihnen zu ehren ziemt eS sich, den neunten November als freudigen Gedenktag zu feier», als ein Jubiläum, das die demokratischen Revolutionsfeiern dieses Frühjahrs tief in de» Schatten stellt.
Kein Name ist bezeichnender und bester verdient, als der des Ministeriums der „rettenden That" für das Kabinet Brandenburg - Manteuffel. Als die Minister ihre Staatsämter übernahmen, befand sich Preußen in der bedenklichsten Lage, die ein Staat erfahr, n kann. Ein nicht geringer Theil des Volkes arbeitete der Auflösung entgegen. Nur von einer energischen That war Rettung zu erhoffen. Die Nationalversammlung, eine solche befürchtend, wandte sich grundsätzlich und persönlich gegen die „neuen Männer"; man verlangte die Zurücknahme ihrer Ernennung, ja man ging soweit, in einer Deputation dem Könige dieses dreiste Ansinnen zu stellen, und bekanntlich war damals der jüdische Deuokratenheld Jacoby so schamlos, solche Majestäts-Entwürdigung, solchen Staatsverralh dem Könige in'S Angesicht „Wahrheit" zu nennen.
Die Minister wurden nicht er tlassen. Sie entfalteten vielmehr sofort eine kräftige Thätigkcit. Schlag auf Schlag wurde die unfähige Nationalversammlung vertagt und, nachdem ein Theil dieser Versammlung in ungesetzlicher Weise ihre Berathungeu fortgesetzt, sowie auch die Bürgerwchr sich geweigert hatte, der Staatsregierung gegen dieses gesetzwidrige Verhalten die erforderliche Unterstützung zu gewahren, die Bürgerwehr aufgelöst und endlich am 12. No vember über die Stadt Berlin der Belagerungszustand verhängt. DaS energische Vorgehen, welches insonderheit dem Freiherrn von Manteuffel als
Minister des Innern zu danken war, trug bald gute Früchte. Die Revolutionäre, die sich _ noch vo wenigen Tagen als Herren der Lage gefühlt hatten, tauchten, als das Berliner Pflaster für sie gcfährlick zu werden anfing, nutthig unter. Als schließlich die „Nationalversammlung" auch bei ihrem Wieder zusammentritte sich unfähig zeigte, die Verfassung zu stände zu bringen, wurde sie endgilttg aufgelöst und das Ministerium der rettenden That war berufen, zu schaffen, was die .Volksvertretung" nicht vermocht hatte, nämlich dem Lande eine Lerfass u»g zu gebe».
Es war kein Verdienst der Revolution oder der Nationalversammlung, daß Preußen eine Verfassung erhielt, sondern die Publikation der Verfassung geschah aus freiem Willen des Königs. Ihm also und den Ministern Graf Brandenburg und Freiherr von Manteuffel, die ihm mit Entschlossenheit und Einsicht raihend zur Seite standen, gebührt der Dank für diese „rettende That'. Der Dank wurde auch damals au8 dem ganzen Lande durch unzählige Adressen abgestattet. Man fühlte sich wie von einem Banne erlöst. Hoffnung und Vertrauen kehrten wieder zurück, Handel und Wandl nahmen Aufschwung und der gesunkene Credit im Staat und im Geschäft hob sich — unser Vaterland erstarkte wieder, nachdem es von einer republikanischen .Rotte" an den Rand des Verderbens gebracht worden war.
So hat das Ministerium Brandenburg-Manteuffel recht eigentlich den Grund gelegt, um Preußen wieder zu Mackt und Ansehen zu bringen, damit es zu einem Werkzeug werden konnte, durch welches später der feste Wille des großen Kaisers und die eiserne Hand Bismarcks die deutsche Vielstaaterei zur nationalen Einheit zusammenzuschmieden vermochte. Darum dürfen ISnigBtteue Preuße» den neunten November, den fünfzigsten Gedenktag des Ministeriums der rettenden That, nicht vorübergehe» lasten, ohne dankbar der Männer zu gedenken, die mit ungeahnter Schnelligkeit die Revolution und ihre Auswüchse niedergeschlagen und dem Laude Frieden und Ordnung in schwerer Zeit wiedergegeben haben. Möge es unserem Vaterlande niemals an solchen Männern fehlen!
Umschau.
Eine von der „Frankfurter Zeitung" gebrachte Meldung, die Schließung des elsaß- lothringischen Landesausschusses sei lediglich deßhalb unterbliebe», weil die kaiserliche SchließungSordre nicht zur rechten Zeit aus dem Orient beschafft werden konnte, ist durchaus unrichtig. Der Erlaß einer solchen Ordre, der auf telegraphischem Wege hätte herbeigeführt werden können, ist, laut „Nordd. Allg. Ztg.", überhaupt
nicht beantragt worden. Die Regierung hatte mit 1ent Präsidenten des Landesausschusses vereinbart, do6 wegen einiger weiterer Vorlagen zur Ausführung >eS Bürgerlichen Gesetzbuches, deren baldige Verabschiedung durch den LandesauSschuß mit Rücksicht auf t>e« nahe» Termin des Jnkraflttetens diese» Gesetze» dringend erwünscht ist, der Landesausschuß alsbald nach der Beschlußfassung des BundeSrathes über diese Vorlagen seine Sitzungen wieder aufnimmt, wa» voraussichtlich noch in diesem Jahre vor der Be- rathung deS LandeShaushaltsetatS sür 1899 geschehen wird Bei dieser Sachlage erschien ttotz deS augenblicklichen Mangels an parlamentarischem Arbeitsstoff eine förmliche Schließung der Session, der binnen wenigen Woche» wieder die förmliche Berufung de» LandeSauSfchusteS folgen müßte, nicht zweckmäßig.
Im französischen Senat brachte der bona« partiststche Senator Provost de Lannah eine Inter- pellation ein über die Maßregel», die der Kriegsminister getroffen hätte, um die Armee zu vertheidigen. Er sagt darin, der Schrift- steller Urban Gohier habe jüngst ein Buch veröffentlicht mit dem Titel: „Die Armee gegen die Nation'. Obgleich dieses Buch die gehässigsten An- griffe gegen die Armee enthalte, sei es noch immer nicht verboten. Die Interpellation wird nächsten Donnerstag zur Verhandlung kommen.
Aus den neuesten Auslassungen der englischen Presse geht die Bedeutung der englischen Rüstungen immer deutlicher in dem von uns an« gedeuteten Sinne hervor.
Die „Times" beweikt: „Faschoda bildet in de» Augen deS englischen Volkes nur einen Theil derAtjypten g-HSiigen Provinzen, welche der Sttvar Uva den Derwische» befreit hat. Unsere Flottenrüstnngen haben niemals dt« Btdentnna gehabt, daß wir um weniger Acker SuwpflandeS willn einen K-ieg begbnen wollten. Tie Beherrschung des Nilihales und der Wiedernwerb sämmtiicher A-gyten früher gehörigen Provinzen bilden den Gegenstand nuferer Bemühung-n. In keinem Falle können wir ter Diplomatie gestatten, einen Theil dies r rechlwatzigen Ansprüche, um deretwegen wir in den Krieg ziehen wollten, aufzugeben. — Der „Standard" meint, es sei durchaus nicht nöthig, datz die Verhandlungen ein so kritisches Stadium annehm«', als während der letzten vierzehn Tage: „Möge Frankreich die absolute Gültigkeit des ägyptischen Rechtes auf den ganzen Sudan, welcher jemals einen Theil des alten ägyptischen B.sitzstande« bildete, anerkennen." — Die „Daily NewS" ist der Ansicht, datz fich die „Faschoda- Legente" bald zur „Talienwan - Legende" gesellen wird: „Dian darf der Regierung Glück wünschen, daß sie ihre» Punkt bezüglich Faschoda» wrnigstenS duichgesetzt hat." — Die „St. Jame»' Ga,ette" hat in der ganzen Frag« von Anfang an ein« höchst «rtschieden« Haltung gt- zeigt: „Wir haben stets bi« Ansicht verfochten, daß «S da« B st- ist, den Stier bei den Hörrern zu fasten, -ine Schutzherrschaft über Aegypten zu proklamiren und allen Möglichkeiten inS Auge ,» blicken. Thun wir «8 nicht, so wird bald eine Menge Heiller Fragen in Aegypten austauch«::
(Nachdruck verboten.)
Starke Liebesfäden.
Novelle von B. Altmann
3» dem altersgrauen Kloster zum .Allerhelligen' ftß in seiner Zelle ein offenbar noch sehr junger »önch, deffen frisches Gesicht wenig paßte zu seiner dunklen, ernsten Kleidung. Vor ihm auf einem roh- Pzimmerten Eichentische lag ein weißes Blatt Papier ttb daneben ein aufgeschlagenes Buch, aus welchem 8 scheinbar etwas abschreiben sollte, doch schien es ihm nicht eben eilig damit zu fein, denn die Hände spielten gedankenlos mit der zum Schreiben be- tlmmten Gänsefeder, während seine Blicke durch daS tnge Fenster hin auseilten, und fich in das Anschauen bei frische» jungen Grüns vertieften, welches von kn gegenüber liegende» Berge» den erste» Frühling». Nuß in die weite Welt hineinschickte.
Sehnsuchtsvoll blickte Bruder FranziSkuS lauge m die neu erwachende SotteSwelt hinaus, während 8 hn Geiste zurückwanderte in die unvergeßliche ge» liebte Heimath.
Verwöhnt »ar er niemals worden von frühester Sngenb an. Sein Vater, ein Schullehrer, hatte am Fuße des BöhmerwaldeS gewohnt, mitten in einem ünnlichen Dorfe, darin die Kehrichthaufen vor den Hebrigen HauSthmen lagen, «uf welchen Hühner- schaaren mit hungrigem Eifer ihre geringe Nahrung Achten, während Morgen» und Abends blökende Schafherden durch die mrgepflasterten Sttaßen zogen. Da der Vater de» Bruder Franziskus teine anderen •fiter besaß, al» einen grefeen Kinderreichthum, so kllte er noch bei seinem Lehramte al» Nebenverdienst, •enn eS seine Zett erlaubte, das Weberhandwerk belieben. Der Seine Franz stellte fich damals Abend» »ft i« Bettchen in die Höhe, und sah eifrig dem
klappernden Webstuhle zu, war eS doch gar so lustig, wenn die Spule» desselben herüber und hinüber tanzten ohne Rast und ohne Ruhe. Aber — trotz diese» kärglichen Nebenverdienstes gab eS meistens im Lehrerhause nur sehr magere Mahlzeiten, denn neun Kinder können einen gar guten Appetit ent wickeln, besonders wenn fie gesund sind und in die Wachsjahre kommen. Daß auch die Mutter damals manchmal nicht wußte, wo die nöthigsteu Kleidungsstücke hernehmen, war begreiflich, und erleichtert athmete sie auf, wenn der Sommer in das Land kam und ihre Kinder ohne Schuhe und Strümpfe davon laufen tonnten.
Wie der junge Mönch sowett gekommen war in den alten Erinnerungen, entrang fich ein tiefer Seufzer seiner Brust.
Ach ja, da» waren köstliche Tage gewesen, wenn nach rauher Winterzeit der warme Frühling.kam und Franz mit seinen Geschwistern, nachdem der kurze Unterricht am Morgen vorüber war, hiuauLstürmte in Gottes schöne Welt. Da wurde ein Raubzug in die Weidengebüsche veranstaltet uud au» den dazu paffenden Zweigen viele Pfeifchen geschnitten, auf denen eS sich so herrlich blasen ließ, oder man kletterte in die höchsten Fichtenbäume, nm nachzusehen ob in den Krähennester» dort oben schon Junge ihre großen, hungrigen Schnäbel schreiend in die Lust streckten. Selbst die alte mitten im Dorfe gelegene Kirche wurde von ben »Üben Buben des Schullehrers nicht in Ruhe gelassen, denn ein alter Thurm derselben bot de» Interessanten gar zu viel, und gar manchmal kletterten mit nicht geringen Anstrengungen die Kinder eine halbverfallene Wendeltreppe hinan, bi» fie oben an die Glocken kamen, ihre Schwester» weiter nicht beachtend, welche ihnen auf den gefährlichen Wegen nicht folgen konnten und die deßhalb unten
im Thurm warten mußten, bis die verwegenen Brüder endlich wieder zu ihnen zmückkehtten. Daß es bei diesen und ähnliche» Wanderungen nicht selten Riffe und Löcher gab in die Anzüge, welche doch der Schonung so sehr bedurften, war eigentlich nicht zu v rwundern, die Mutter fand das aber doch, wenn die Kinder endlich Abends hungrig und »übe heim- kehrten und ben Schluß eines solche» Tages bilbete bann gewöhnlich die intime Bekanntschaft mit de» Vaters Rohrstock, denn die Wege der Miffethäter waren nicht selten verboten. Ader schön war e» trotz alledem damals doch gewesen. Ach, und wen» später die Zeit der Heuernte kam, bann f tzte Franz fich nach getaner Arbeit mit den Geschwistern auf einen der hochausgethürmten Heuhaufen, um fröhlich und guter Dinge die große» Stücke ttockeneS Brot zu verzehre», welche ihre Mutter ihne» mitgegeben hatte, bis man schließlich, nachd m der Abend hereingebrochen und der Mond hinter den fernen Berge» aufgeftiegen war, an den Rückweg denke» mußte.
Ein weit größere» und wichtigeres Fest war in- beffen im Herbste die Kartoffelernte gewesen, denn in der kinderreichen Lehrersamilie war ein Hauptnahrungsmittel während deS langen Winters stets die Kartoffel, Wen» bann die letzten Säcke auf dem Felde standen, angefüllt mit jener viel begehrte» Nahrung der Armen, so wurden von den jauchzenden Sinder» qualmende Feuer angezündet von dürrem Kartoffelkraut und allem Reisig und bartn röstete man unter fröhlichem Ge fange von den soeben eingeernteten Kartoffeln. Während eine» Herbste» aber war e» ander» gewesen wie in den früheren Jahren. Einem naßkalten Sommer folgte eine Mißernte »nd wenig waren der Säcke, welche den Lorrath der armen Schnl- lehrerfamilie bargen. Die Kinder freilich machten sich deswegen auch keine Sorge», sondern ließen
fich wie jeden Herbst ihre an mühsam brennendem Feuer gebratenen Kartoffeln vortrefflich munde» und überließe» eS den Ellern, sorgenvolle Gefichter zu machen.
Der Vater arbeitete von da ab noch fleißiger an seinem Webstuhle als bisher, so daß da» Weber« schifftet» selten vor Mitternacht zur Ruhe kam, aber trotzdem wurde e» ihm bald Nar, daß er die große Kinderschar in jenem Winter schwerlich ohne Hunger und Mangel burchbringen könne, unb was sollte bann werbe»? Diese» unb ähnliche» Gedanken nachhängend saß der Lehrer an einem stürmischen Wiutertage mit sehr betrübtem, sorgenschwerem Gesichte vor seinem Webstuhle, al» an die Thür geklopft wurde und ein College an» der Nachbarschaft, der zugleich ein neuer Frrund de» Vater» war, zu diesem in die Stube trat, um ein wenig mit ihm zu plaudern. Man sprach von Diesem und Jenem, von theuren Zetten und der diesjährigen Mißernte und Franz'» Vater «ar ftoh, dem Freunde einmal fein bekümmerte» Herz ausschütten zu können unb mit ihm zu überlegen, auf welche Weise am besten ben voraussichtlichen Nöthen entgegen zu treten sei.
Für bie Zukunft seine» ältesten Sohnes wußte der bewährte Freund sehr bald einen guten Rath. .Uebergieb Franz dem Kloster zum .Allerheiligen',' schlug er mit großer Ruhe und Ueberlegung vor. „Der Junge hat nun einmal einen klugen Kops und die bortigen Mönche werbe» sicher schon etwa» au» ihm zu machen wifienl Dann brauchst Du Dich um seine Zukunft nicht mehr zu beunruhigen, denn wenn da» Kloster ihn aufnimmt, ist er für immer versorgt.'
(Fortsetzung folgt.)