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(Schluß folgt.)

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wird profitiren, wenn die Wähler sich immer mehr und mehr der Ueberzeugung hingeben, daß aHc Extreme zu vermeiden und möglichst von allen Seiten der goldene Mittelweg aufzusuchen ist, auf dem sich alle auftichtigen Vaterlandsfteunde wohl begegnen können.

Neben diesem versöhnlichen und keiner Partei etwas von ihrer Würde vergebenden Zug der allgemeinen Politik ist es aber auch für unsere conservative Partei jetzt einmal wieder die ge­eignete Zeit, der kräftigen und wirkungsvollen Partei- Organisation in unserem Reichstags- und Landtags- wah! kreise zu gedenken. Ztelbewußte Arbeit, dir so früh wie möglich begonnen wird, darf man sicher selbst in unserem ausgedehnteu Reichstagswahlkreise doch als erfolgreich ansehen. Im gesammten Reichstags­wahlkreise ist hierzu aber eine geschlossene Organisation einer eonservativen Centrslstelle, wie der Einzeloer- tretung in den Kreisen nöthig. Wünschenswerth bleiben dazu für deu kommenden Winter schon mehrere politische Versammlungen mit Aussprachen, für den engeren, wie für den weiteren Kreis. Wir glauben jefct, nachdem die Leute wieder einmal gründlich ein­gesehen haben, wie die Freisinnigen es mit Hilfe der Sozialdemokratie trotz aller Prahlerei und trotz aller ihrer gegen die Conservrtiven entstandenen Bundes­genossenschaft im Abgcordnetenhause, beide Richtungen zusammen, noch nicht zu drei ganzen Dutzend, d. i. nicht auf 10 Proc. der Abgeordneten gebracht haben, ist es Zeit, daß man sich energisch dem eonservativen, wie dem deutschen Gedanken hingiebt, ihn immer und immer wieder neu belebt und so dem Freisinn die Bahn ebnet, auf der er das nächste Mal in noch geringerer Zahl allmälig zum indirekten Vertreter der Socialdemokratie im Abgcordnetenhause herabgleiten muß und wird.

itffem (2853 Sack- iren (6351 iarbach.

Bei der Besprechung der Faschodafragr unb den Erklärungen Lord Salieburys hebt die russische Presse den internationalen Charakter der ägyptischen Frage hervor. Die russische .Petersburger Zeitung" sagt, die Frage der Räumung FaschodaS sei eine

kömmling betrachtet, der in seine heutige Weltstellung gar nicht hineingehöre. Man scheint sich in der Fremde nicht an die große Wendung von 1866 und 1870 gewöhnen zu wollen. Noch immer träumt man von der seligen Bundestagszeit, wo man die Deutschen mit dem alten Schlagwort der .Nation der Dichter und Denker" glücklich eingelullt glaubte. Wir sollten auf geistigen Gebieten forschen und arbeiten, aber den Weltmarkt dem Ausländer über­lassen. Selbst im Jnlande sollten wir die Ab­nehmer ausländischer Waare bleiben. Das Ausland hat fteilich in dieser Hinsicht mit uns bittere Er­fahrungen wachen müssen. Die deutsche Industrie und das deutsche Gewerbe haben zunächst den inneren Markt zurückerobert und haben dann den wftthschaft- lichen Wettkampf auf feindliches Gebiet verlegt. In dem Deutschen ist dem Auslande ein that- kräftiger Concurrent erwachsen. Das Ausland ahnte eben nicht, welch ein Kaufmann in dem einst so verachteten' deutschen Michel steckte. Freilich, hätte man sich die Mühe gegeben, in unserer Geschichte nachzuschlagen, bann würde man gesehen haben, was das deutsche Bürgerthum zur Zell der Hansa bedeutete, würde herausgefühlt habe», daß starke Fähigkeit!» einer Volkes, wie des unsrigen, wohl eine Zeit lang in Schlummer gewiegt, aber nicht unterdrückt werden können. Vor der Flotte der Hansa zitterten einst die Könige des Nordens auf ihren Thronen; in der Hand deutscher Seekönige wurde einst der Handel der Welt zusammengefaßt, und hoffenrlich wird die Zeit wieder kommen, wo wenigstens ein Theil der Macht, der uns durch eine traurige Verkettung von Umständen entrissen wurde, wieder zu uns zurückkehrt. Wir wollen in der Welt den freien Wettbewerb aller Mächte, wir würden nie die Hand dazu bieten, eine andere Nation wirthschaftlich zu ächten und hintanzusetzen, aber wir müssen verlangen, daß man unsere berechtigten Interessen überall achte und ihren Lebensnerv nicht durchschneide. In den Augen vieler Ausländer fteilich sollen wir ja, wie wir sahen, überhaupt keine überseeischen wirthschaft- lichen Interessen haben, sondern sollen unS mit einem stillen Binnen-Dasein begnügen! Und darauf laufen auch der Widerstand und der Neid hinaus, dem wir Deutschen überall begegnen. Aber unsere Widersacher werden Enttäuschungen erleben. Eine aufstrebende Macht, wie das Deutsche Reich, läßt sich nicht mehr beiseite schieben! Schon b'e Rücksicht auf unsere be­ständig zunehmende Bevölkerung zwingt unS, neue Absatz-Gebiete zu suchen und diese im wirthschastlichen Wettbewerbe zu behaupten. In dieser Hinsicht hat uns das Wort, das der Kaiser bei der Eröffnung des Stettiner Fre Hafens sprach: .Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser!" die rechten Wege gewiesen. So verfolgen wir den» mit freudigem Herzen die Kaiserreise, die unS gegenüber dem Neide des Aus-

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Das Einende, nicht das Trennende.

Die socialdemokratische und die ihr geisteSver vwidte Poesie kann es was wohl erklärlich ist Mlich nicht unterlassen, auch jetzt, nachdem die Vahle» in's Reichsparlament, wie zum Abgeordneten­hause in Preußen vorbei sind, an ihrem Hauptgegner, kB Eonservativen, weiter zu nörgeln. Es geschieht zjks natürlich weniger mit Beherzigung der ftricten Wahrheit, als mit dem Zweck, diese doch so bästig aus den jüngsten Wahlen hervorgegangene Partei thunlichst in den Augen der Massen zu wmpromittireu und das steht ja auch fest die konservativen möglichst zu ärgern. Aergerniß für Me Ordnungsleute, Aergerniß für die national und monarchisch Gesinnten, Aergerniß für die treu zu Arche und Altar Stehenden, das ist leider ein Ziel eines großen Theiles von Leuten geworden, die, für sich keinen Erfolg in den politischen Dingen spürend, tamit am Besten ihrer Unzufriedenheit Ausdruck vet- lchen zu sollen meinen: .Die Andern ärgern sich wenigstens', so sagen sie sich,und das kühlt bei uns den bitteren Unmuth darüber in etwas ab, daß don unseren Plänen, (denen eben nichts heilig ist) «ch nichts in Erfüllung geht."

Mit solchen Leuten zu paktiren, oder zu versuchen, Einigendes mit ihnen zu politischem Handeln herauS- finden zu wollen ist einfach unmöglich. Es hindert daran nach unserer Ansicht nicht nur das Gebot des politischen Anstandes nein, e8 ist auch einem deutschen Politiker, der weiß, waS er will, WMöglich, diesen Stimmen Beachtung und Bedeutung ^sprechen zu können, er müßte denn sein eigenes Prdizip aufgeben. Letzteres hat bekanntlich, und wir hab-n dies neulich an dieser Stelle wohl genügend »chgewiesen, in letzter Zeit wieder so Mancher gethan, den uns dann obige Art Gegner mit größter Be- stiffenheil als conservatioen Gegner der Eonservativen atgegenhalten. Nun, sie mögen sie für sich be- halien, wir neiden sie ihnen nicht.

Für uns aber ersteht aus diesen Thatsacheu eine «llmgängliche Pflicht, das ist, in erster Reihe als Deutscher, und überdies als christlich-monarchisch ge- lonter conservativer Politiker, bei allen Denen, die sich Md) wie vor in Reich und Staat rühmen können, eit den Bebel-Singer-Liebknecht und ihren Geistes­verwandten nichts zu thun zu haben, das Einende

suchen und zu würdigen. Und die deutschen Sännet sind ja zum Heile unseres Vaterlandes den Level und Genossen gegenüber in der weitaus über» biegenden Mehrzahl Hier, im Herausfiaden und Bflnigen all' des Einenden, ist jetzt in erster Reihe «zusetzn. Am Meisten wird dies den Verhältnissen Md) zu geschehen haben in den Fragen der Reichs- Wlitik, aber auch die speciell preußische Gesetzgebung

den Mund zuckte eS wie ein Lachen, als Kuno mit militärischem Gruß noch einmal seine besorgte Frage stellte.

Nicht wahr! Gnädiger Fräulein sind nicht er­zürnt ? Hält' keine Anrede gewagt, glaubte nur der Hund hätte gnäd'geS Fräulein gebiffen. Wäre gar nicht unmöglich. Soll tolle Hunde geben." Das liebliche Gesichtchen lachte, daß es zwei reizende Grübchen zeigte. .Eine Elfe", dachte Sun»; dann aber sagte die Elfe in gutem Deutsch, aber sehr melodisch: .Ich danke Ihnen, Herr Le.---*

Sie kennen mich?"

.Nein, nein, doch nicht, ich irrte mich."

Aber gnädiges Fräulein wollten mich doch an­reden?" forschte er ängstlich.

Ich irrte mich," unb sie blickte mit ber Miene vollkommenster Unschuld zu ihm auf. .Sie haben eine frappante Aehnlichkeit mit Herrn Leopold, dem Schneider meines Vaters."

.Mit dem Schneider--?*

,O weh, da hab' ich wohl etwas Dummes ge­sagt, ich bitte um Vergebung."

Leopold, alias Kuno kaute und zerrte an seinem Schnurrbart, lächerlich, er, ber schneibigste Lieutenant nnb ein lächerlich; unb finster blickte er sein holder vis-ä-vis a», aber den Nixenaugeu widerstand Kuno Donnerwitz nimmer.

Gnädige, Fräulein, ich vergebe, ober Strafe muß fein, ich bitte Sie, sich meine Begleitung ge­fallen zu lasien. Gnädiger Fräulein?" und er bet ihr den Arm.

Schüchtern wie ein Penfionsbackfisch hakte sie ihn ein und mit tief gesenktem Köpfchen ging sie neben ihm her.

Reizender Kerl, die Kleine, GlückSpllz Kuno," dachte er.

Umschau.

Der bisherige glänzende Verlauf der Palästina- fahrt des deutschen Kaiserpaares muß jeden Deutschen mit lebhafter Befriedigung erfülle». Die rednerische» Kundgebungen Kaiser Wilhelms in Jerusalem athmeten den Geist des Friedens und der Versöhnlichkeit, so daß jetzt auch im Auslande das Gerede, der Monarch habe die Reise nicht ohne Eroberungs-Gelüste und politische Hinter-Gedanken angetreten, allmählich ver­stummt ist. Wenn ausländische Blätter trotzdem fortfahren, die Reise Kaiser Wilhelms mit miß­günstigen Bemerkungen zu begleiten, so geschieht es, weil sie fürchten, Deutschlands Handel und Industrie könnten dadurch im Orient einen neuen; Auf­schwung nehmen und noch mehr als bisher die wirth­schastlichen Mitbewerber inS Hintertreffen bringen. Gerade Deutschland wird ein wirtschaftlicher Vollheil am wenigsten gegönnt. Noch immer wird der Deutsche in weiten Kreisen des Auslandes als ber Empor-

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landes wie ein Symbol der wiedererstanden n Mach Deutschlands zur See erscheint. Alle Anfeindungen werden uns nicht von dem einmal betretenen Wege abschrcchn. _____________

Der große Gedanke in der Novelle zur Jnvalidi- tätS- unb Altersversicherung, bie Arbeiter selbst bei der Rentenbemessung zuzuziehen unb zu diesem Zwecke örtliche Rente» st eilen zu errichten, hat im Allgemeinen eine recht günstige Aufnahme in ber Presse gefunden. Die Verwirklichung dieser Idee würde der Alters- und Invalidenversicherung eine neue breite Grundlage geben, auf welcher die weitere» Reformen sich vortrefflich anfbauen ließen. Auch die Kölnische Volkszeitung" erblickt den Hauptvorzug der Novelle darin, daß sie den Versicherten ent­sprechend ihrer Betheiligung an der Aufbringung der erforderliche» Mittel auch die Mitwirkung bei der Rechtsprechung über Rentenansprüche einräumen will. Das rheinische CentrumSorgan schreibt:Ein wei­terer Vorzug ist zweifellos darin zu erblicke», daß dem Arbeiter die Möglichkeit geböte» wird, seine Rentenansprüche selbst zu vertreten, was bisher zum Schaden des Antragstellers zumeist nicht möglich war. Der Augenschein spricht deutlicher als alle Atteste über innere Krankheiten oder Verstümmelungen unb belehrt demzufolge am sichersten über den Grad der Invalidität. Man wendet ein, dabei werde die Ge­fahr verstärkt, daß man mehr bewillige, als »oth- wendig sei. Aber wäre das denn ein so große, Unglück, wenn im ganzen Reiche jährlich ein paar Hundert Renten mehr bewilligt würden! Dem Zwecke der Verstcherungsgesetzgebung, die arbeüenben Klaffen mit dem Staate unb dir nun einmal bestehenben gesellschaftlichen Ordnung zu versöhnen, würbe daS jedenfalls nicht zuwiderlaufen, wenn wir auch selbst­verständlich der Ansicht sind, daß unter allen Um­ständen gewissenhaft zu Werke gegangen werden muß. Heute unter dem unpersönlichen Verfahren geräth der Arbeiter viel eher in die Empfindung, daß ihm Un­recht geschehen sei, es erbittert ihn, daß er von vom herein nicht mitzusprechen hat, wo es sich um Alles handelt, wcs er besitzt: seine Arbeitsftast. Sollte auch das Eine oder Andere aus der Novelle noch im Laufe der gesetzgeberischen Behandlung ausge­schieden werde», die örtlichen Rentenstellen verdienten ganz gewiß, so weit man das bis jetzt beurtheilen kann, diesem Schicksale zu entgehen. Für die Ar­beiter wäre damit jedenfalls die werthvollste Bestim­mung ber Novelle beseitigt."

Zum Todtlache», das ist aber so gewiß der neue Lieutenant, warte nur, Du sollst zappeln," dachte sie.

Eine Weile schritten sie schweigend nebeneinander her und Wehrdich, das gescheidte Thier, trottete hiuter- bicin. Endlich begann Kuno:

Also, gnäd'geS Fräulein meinen, ich habe eine ausgesprochene Schneideiphystognomie, höchst schmeichel­haft!" unb er zwirbelte nervös seinen schönen Schnurrbart.

Bitte, b-S hab' ich nicht gesagt!" vertheibigte sich seine Begleiterin."

Nun, Sie hielten mich doch für ben ben Schneiber Ihres Herrn Vaters?"

Nun ja; ober vielleicht giebts auch einmal ein Schneiderlein, das sich gar nicht ähnlich sieht?"

Zum Beispiel ber Schneider Ihre» Herrn Papa! Ei natürlich!" spottete er.

Freilich, er gleicht ja Ihnen," gab sie neckisch zurück,aber finden Sie wirklich, daß der Stand sich im Acußern eines Menschen stets ausprägt?'

Bei solchen Leute», wie Gevatter Schneider nnb Schuster? Ja gewiß!"

Bei Andern nicht? O, wie Sie ungerecht sinb! Ich bin onberer Ansicht. Zum Beispiel einen Osficier in Civil, ben kennt man doch unter Hundert heraus!"

Das Zwirbeln des Schnurbartes wurde stürmischer. Sollte sie ihn erkannt haben? DaS wäre fatal! Nun also va banque!

Wofür halten gnäd'geS Fräulein zum Beispiel mich?"

Offen unb klar schauten ihre Augen ihn eine Weile prüfend an, bann lächelte sie etwas verschmitzt

und rief triumphirend:Für einen Landjunkcr natür­lich!" unb Kmro biß sich aus die Bartspitzen unb hatte Mühe, ben Landjunker hinunterzuwürgen.

Auch nicht übel," dachte er,ein Krautjunker, Na, meinetwegen", nnb laut sagte er:Gnäd'geS Fräulein haben einen scharfen Blick!"

Sehen Sie? Wie immer," rief sie fiegeSfroh. Aber hier bin ich gl ich daheim, schönen Dank für Ihre ritterliche Hilfe; das Thier," mit einem Blick auf Wehrdich,scheint wirklich gefährlich werden zu können, mein Herr Laudjuuker v . ..?'

Gnädiges Fräulein gestatten, mein Name ist: Landjunker v.

Aber ein Wiedersehen? O, bitte, bitte, gnädiges Fräulein, ein Wiedersehen, wie heute, so heimlich? so räthselhaft?" unb er versuchte ihre Hand zu greifen, boch sie wich schnell zurück:Auf Wiedersehen!" sagte sie, langsam leuchteten noch einmal ihre Nixenaugen in bie seinen unb es war Kuno, als sprühten hunbert Teufelchen ihn au. Da machte sie kehrt nnb flog wie ber Wind bie Straße hinauf. Kuno blieb wie gebannt stehe» nnb Wehrdich blickte fragend auf seinen Herrn, als habe er nicht übel Lust, ben schönen Flüchtling einzufangen. Sein Herr aber, »och immer im Zauberbanne, schüttelte den Kopf:Geht nicht, alter Freund, nicht Du, dies Wild fange ich selbst." Dann schlug er ben Heimweg an, umgautelt von ben lieblichsten Vorstellungen, auSgesöhnt mit dem schon so beklagten Samisouwechsel. Alle« erschien ihm doppelt reizvoll; sogar daS breite, verschlafene Grinsen des Hannes, des Portiers, störte ihn nicht. Ihm hing der Himmel voller Geigen.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Skizze von H. B.

(Fortsetzung.)

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M 2bd Mittwoch, 9. November 1898.

r Doch was war das? Die Nachtigall! Zum trfat Male in seinem Leben hörte Kuno bie Nachtigall! 8k so eigen wurde ihm zu Sinn, wie so seltsam rmspann ihn dieser Frühliugszauber ein Märchen wn'z aus alten Zeiten, aber wo hatte er dies Närchen erlebt? Er war ein Großstadtkind, nie auf ko Lande gewesen, unb doch muthete es ihn an Nie HeimathSlust. Sinnend ging er weiter, ihm Her so wohl wie noch nie, boch nun war das Idyll V Ende, er hörte Stimmen:Kannst Du aber vH allein gehen, ach, dies Malheur! Geh' recht schnell, Kind!" sagte eine fette alte Stimme. Darauf «in silbernes Lachen undGute Nacht, Tantchen, bhte Sorg' um den Weg!" Dann flog eine Garten- Ar ins Schloß, und drüben im Schatten huschte eine schlanke, jugendliche Gestalt eiligst die etwas ürgige Straße hinauf.

Donnerwetter!" dachte Kuno und war mit them Schlage wieder bet alte Schwerenöther. Ohne Überlegung rief er feinem Hunde leise zu: ,Wehrdich, dort hol' ein!" unb ber Hunb, ein stolz» Bernhardiner, stürzte vorwärts, hart an ber tarne vorbei, machte Halt unb stellte dieselbe. Zu tobe erschrocken, stieß sie einen kleinen Schrei aus, 3m selben Moment war aber auch Kuno an ihrer Stile:

[ .Oh, meine Gnädige, hat ber Hund Sie ge- Nffea?" fragte er besorgt unb blickte erfreut in ein kizenbeS Gesichtchen, in dem bie widerstreitendsten «Ahle H kämpfen schienen. Die Augen Nixen- ttgex, conftatirte Kuno blickte» entsetzt, in die Esin, grub sich bie Falte beS Unmuths, nnb nm