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Merkt Sl. - 56.

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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für tzie Kreise Marburg und Kirchhai«. Jll«ftrirtes Sonntagsblatt.

Erscheint täglich auiet en Werktagen nach Sonn- und Feiertagen.TMTzY*»Rg tWfr SnMgm nehm«entgegen: Exveditton diese« Blatte«, die Annoncen-

OuartalS-AooimementS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Bureaux von Hansenftck, 4 Vogler, Frankfurt e. M., Caffel, Mägde- oo

Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr: diege- q OJnhoMifcav 1 QC»Q hMU. Wien: Rudolf Most«, Frankfurt «. M., Berkin, München, Köln; vO. <O 01)10.

Palten« Zeil, od« deren Rau» 10 Pfg., Reklamen - dL Zeil. S5 Pfg. DieNMg, 8. ^MveMVer 1898. L ». Dnnb, 4 L» Fnmkfurt a. Berkin, HannovnP.eiS x.

Zweites Blatt.

Aus der Sitzung der Handelskammer in Cassel.

Marburg, 7. November. In dem Bericht über die Sitzung der Handelskammer vom 19. Oetober findet sich folgende auch die Interessen Marburgs specieL berührende Fragen behandelt:

Ueber die Revision der seit dem 27. Febr. 1894 geltenden Geschäftsordnung berichtet der Syndikus und geht unter Begründung auf die einzelnen vom ge- schästsführenden Ausschuß gemachten Abänderungs- Vorschläge ein.

Im Artikel II,vom geschäftsführenden Aus­schuß*, vermißt Herr Binder Bestimmungen über die Herzuziehung von auswärtigen Mitgliedern zu den Berathungen deS Ausschusses bei Fragen, die das Interesse auswärtiger Bezirke berühren. Daran knüpft sich eine Besprechung, an der sich der Herr Vorsitzende, die Herren Wever, Pulverwacher, Plaut, Lang, Binder, Reh», Eisenberg und der Syndikus betheiligen. Besonder» wird ans die nach Aufnahme einer derartigen Bestimmung unvermeidlichen Schwierig­keiten hingewiesen, weil oft nicht gleich zu übersehen sei, welche auswärtigen Bezirke in Frage kämen, während andere Berathungsgegenstände von ganz allgemeinem Interesse wären. Außerdem würden alle wichtigen Fragen im Ausschüsse nur vorberatheu und zur Erledigung dem Plenum vorgelegt.

Um jedoch dem geäußerten Wunsche, soweit möglich, entgegen zu kommen, wird die Hinzufügung deS folgenden, von Herr» Binder nunmehr in dieser Fassung beantragten Paragraphen beschlossen:§ 8. Sind Anträge von Mitgliedern auswärtiger Bezirke eingegangen, so sind die Antragsteller auf ihren Wunsch zu der Auischußsttzung einzuladen und haben Stimmrecht.*

Vergütung von Reisekosten wird indefien für diesen Fall nicht bewilligt.

Ferner lesen wir darin:

Ueber den Bau des KanfmannShause» mit der Handelsschule berichtet Herr Bogt. In der Sitzung vom 28. Juni hat die Kammer beschlossen, auf dem erworbene» Grundstück ein Kaufmannshaus zu er­richten, und als Gesammbetrag dafür 370 000 Mk. bewilligt. Bei Aufstellung der endgültigen Kosten­anschläge erwies sich in Folge dessen, daß in Folge des Steigens der Löhne und Materialienpreise 30000 Mark mehr erforderlich sein würden. Bei einer vorbehaltlich der Genehmigung der Kammer vorgenommene» Vergebung der Maurer-, Putz« und Polirarbetten deckte sich das niedrigste Angebot bis auf wenige Hundert Mark mit dem Anschläge des Architekten; voraussichtlich werden somit dessen Be- rechmmgeu auch für die übrigen Arbeiten und Lieferungen zutreffen. Eine Erhöhung der Mittel ist daher unvermeidlich und der geschäftsführende Ausschuß hat beschloffen, da auch noch Anlieger- beiträge, Zinsen während der Bauzeit u. dergl. in Frage kommen, beim Plenum eine Erhöhung der Gesammtsumme um 40000 Mark zu beantragen. Damit werden sich nun die RentabilitätLzahleu ver­schiebe». Bon der Casseler Kaufmannschaft sind 200000 Mark zu 2 pCt. aufgebracht worden, eine erste Hypothek von 150000 Mark wurde zu B1^ pCt. gegeben, bei dem Rest von 60 000 Mark wird eS sich event. «m eine weiter aufzunehmende Hypothek handeln. DaS ergiebt zusammen eine jährliche Ver- zivsung von etwa 11000 Mark. Der Kaufmännische Lereiu wird für die für ihn bestimmte» Räume und den großen Saal eine jährliche Miethe von 5000 Mark zahlen, die Schule kann voraussichtlich, event. einschließlich einer vom Herrn Handelsminister in Aussicht gestellten Zuschusses, gleichfalls 5000 Mark leisten. Für den überichießenden Betrag, zu dem noch Ausgaben für bauliche Unterhaltung, Steuern, Beleuchtung, Heizung usw., sowie nach 5 Jahren eine Amortisation von 1 pCt. für "die 2 proceutigen Antheilschrine htnzutrete», hat dann die Kammer auf» znkommen. Nun ergiebt ein Zuschlag von 1 pCt. zur Gewerbesteuer jetzt für de» ganzen Kammerbezirk etwa 2000 Mark und den Hauplantheil daran hat Caffel, das allein zwei Drittel des GefammtbetragcS aufbringt. Außerdem ist ja die ministerielle Ge­nehmigung zur etwaigen Vorbelastung der Kreise Caffel Stadt und Land (auf Grund deS § 30, Abs. 1, des Handelskammergesetzes) bereits ertheilt worden. Berichterstatter bittet daher, den Anttag deS ge- schästsführenden Ausschusses anzunehmen.

Der Herr Vorsitzende fügt hinzu, daß im Einzelnen größte Sparsamkeit beobachtet würde, was bei dem großen Opfer, da» die Casseler Kaufmann­schaft durch Hergabe der 200000 Mark zu 2 pCt. bereits gebracht habe, sich von selber verstehe. Die Pläne für den Schulbau sind vom Bezirksausschuß bereits genehmigt worden, die des Kaufmannshauses sind noch nicht zurück.

DaS Wort nehmen noch die Herren Wever, Helmerich, Vogt, Binder und Plaut. Der Antrag des geschäftsführenden Ausschusses auf Erhöhung der Gesammtsumme um 40000 Mark wird darauf einstimmig angenommen.

Zu letzterem wird uns mitgetheilt, daß bei der in einer früheren Sitzung stattgehabten Berathung über den Antrag betreffend den Bau des Kaufmanns­hauses in Cassel nur Seitens eines Vertreters des Kreises Marburg Bedenken bezüglich der Voraussicht- sich erheblichen höheren der Handelskammer zur Last fallenden Beiträge für Miethe, Einrichtung und Unterhaltung der Bureamäume geäußert und die Feststellung eines Maximalbetrags für Miethe bean­tragt wurde, Mangels Unterstützung Seitens der andern Bezirke konnte jedoch nur erreicht werden, daß in dem Protokoll festgelegt wurde, die Handels­kammer habe nach Fertigstellung des Baues selbst über die von ihr zu zahlende Miethe Beschluß zu fassen, über den darüber hivausgehenden zur Ver­zinsung nöthigen Betrag müsse jedoch der Bezirk Cassel selbst auskommen. Da Cassel selbst fast über die Hälfte der Stimmen in der Handelskammer ver­fügt, so ist trotzdem eine höhere Belastung der Handels­kammer und damit eine höhere Beitragsleistung Seitens der Bezirke zu gewärtigen, doch würde dieser- halb der Verttetung Marburgs ein Vorwurf Seitens des Handels- und GcwerbestandeS des Kreises nach vorstehend Gesagtem nicht gemacht werden können.

(Nachdruck verboten)

KerSstbkütHe.

Roman von Clarissa Kohde, (Fortsetzung und Schluß).

Nun,* fuhr er traurig fort,haben Sie mir Ihre Neigung entzogen, sie einem andern geschenkt. Man sagte es mir; aber seien Sie ruhig, ich werde Ihr Herz nicht weiter beunruhigen. Ich weiß, was ich durch meine Schuld eingebüßt habe, daß ich z« spät gekommen*

Nicht deshalb zu spät,* unterbrach sie ihn jetzt erregt, veil ich ein Band geschlossen hätte! Klauben Sie wirklich, daß ich, nachdem ich meine erste heilige Liebe begraben habe, nach all den Schmerzen, die Verkennung und Verleumdung mir bereitet haben, »och de» Muth besäße, mein zerstörtes Leben an da» eines Manne» zu knüpfen? Nein nicht deshalb kommen Sie zu spät sondern veil Sie nicht mehr die in mir finde», der Sie einst Ihre Neigung ge­schenkt haben. O, Sie ahnen nicht, was die letzte» schweren Jahre Alles in mir zerstört haben. So viel habe ich eingebüßt an Glauben und Vertrauen, die Welt ist mir verödet vorden, und nie nie werde ich gewinnen, was der Sturm deS Lebens mir ge- raubt hat.*

Ottomar hatte ihr voll Rührung, voll aufsteigender Wonne gelauscht. Sie ist noch frei frei!klang es jubelnd in ihm auf. So durfte er noch hoffen!

Seine Hand streckte er suchend nach der ihren aus:

Ell!,* sagte er bebend,laß es mich versuche», mein Vergehe» zu sühnen, die geknickten Blüthen Deines Herzens wieder aufzurichte», um feinet, des von Dir so geliebten Onkels willen, nimm an, was ich Dir aufs Neue in Demuth biete, mein Herz, mein Leben, meine Liebel*

Sie widerstand nicht länger. Warm legte sie ihre Hand in die ihr dargereichte.

Der Ruf an den Verklärten wird nie an mein Herz klingen, ohne gehört zu werden. Und ich weiß weiß es, daß sein Segen über unserem Bunde schwebt. Wenn Du denn mit meiner gebrochenen Jugend vorlieb nehmen willst *

Er zog sie voll aufwallender Leidenschaft an sich. Man war in einer ziemlich menschenleeren Straße angelangt, so durfte er es wagen, ohne Furcht, be­obachtet zu werden, einen Kuß auf ihre Lippen zu drücken:

Elli* stieß er in überströmender Seligkeit her­vor,eS war ja auch gar nicht möglich, daß zwei, die sich so geliebt haben, wie wir, je von einander lassen könnten. Beide haben wir er geglaubt, versucht, und

haben es doch nicht vermocht. Die Liebe lebt noch ebenso stark in uns, wie einst.*

Ja, wie einst* wiederholte sie den Kopf an feine Brust lehnend.

Das ist der neue Bund, den wir heute schließen,* flüsterte er ihr zärtlich ins Ohr.Hier unter dem Auge des Himmels, ein heiligerer, als der alte, weil auf dem festen Grunde schwerer Prüfungen erwachsen, ein unzerreißbarer, de» nur der Tod zu lösen vermag.

Lena war nicht wenig überrascht, als sie am anderen Morgen, etwas verspätet, da sie erst lange nach Mitternacht aus der Gesellschaft heimgekehrt war, inS Wohnzimmer trat, dort schon einen Gast vorzufinden. Und ihr Erstaunen wuchs, als sie in ihm Ottomar Gersdorf erkannte, dessen Namen selbst man in Elli's Gegenwart nie mehr hatte aussprechen dürfen. Und jetzt trat er auf sie zu, wie in früheren Zeiten, und streckte ihr bann freundlich die Hand entgegen. Träumte sie denn, oder wachte sie?

Ottomar Gersdorf?* stieß sie, noch immer zweifelnd hervor.

Ja, Ottomar Gersdorf,* entgegnete er,bet sich auS weiter Ferne toieber zurückgefunden hat in die Heimaih, feine wahre Heimath, an seiner Elli Herzen!*

Dabei zog er die an seiner Seite stehende Geliebte an sich und sah ihr zärtlich in die Augen.

Lena schlug vor Verwunderung die Hände zu­sammen.

Mein Himmel, wie ist das nur möglich? Wo habt ihr Euch denn getroffen, daß ich garnichts davon gemerkt habe?'

Wo?* lachte Ottomar.Wollen wir ihr die Wahrheit gestehen, Elli? Auf der Straße gestern Abend nach der Oper.*

Und da habt ihr Euch gleich wieder versöhnt?*

BrauchtS etwa Jahre dazu? Im Grunde haben wir ja alle Zeit zusammengehört, ohne uns deffen bewußt zu sein. Jst's nicht so, Elli?*

Sie nickte mit Thräne» der Rührung und Freude in den Augen.

Gott sei gedankt, daß wir nnS deffen wieder bewußt geworden find.*

Und Deine Kunst, Elli, waS wird aus der?* warf Lena ein, noch immer starr vor dem Wunder, daS sich hinter ihrem Rücken vollzogen hatte.

Ich werde sie an Ottomars Seite weiter übe». Er wird mir Lehrmeister und Kritiker zugleich sein, und einen besseren als den gefeierten Kunstgelehrten Ottomar Gersdorf könnte ja ich niemals finden!*

*

Dieses Mal gab Elli ihre Reife nach Venedig auf, nm statt deffen mit Ottomar und Lena nach dem Comerfee zurückzureifen und dort den Segen der Eltern zu der Verbindung mit dem Geliebten einzuholen.

Als sie zum ersten Mal mit Ottomar in ihr stilles Heiligthum vor das ihr so theuere Bild des Präfidenten trat, blieben beide lange in inniger Umarmung davor stehen.

Hast Du nun deS Edlen vollen Werth erkannt Ottomar?* fragte sie, ernst zu ihm aufschauend.

Ja, durch Dich meine Elli,* entgegnete er weich und zog sie noch fester an sich:Ich begreife jetzt, wie natürlich die Neigung sich entwickelt hat, die Euch zusammen führte. Du, die aufhoichende reine Mädchen­seele, er, der erfahrene weise Freund. Du wurdest der Stern am Abendhimmel feine» Lebens, bei ihm bis zum Scheiben leuchtete. Aber geliebt, anbers mehr als väterlich hat er Dich boch, unbewußt viel­leicht boch mit bem vollen Enthusiasmus eine» Jüng­lings. Eine Herbstblüthe wars, die Du in ihm zur, Entfaltung gebracht hast, bie aber ihm wie Dir zur besonberen Zier gereicht.*

E n b e.

Landwirthschaftliches.

Auf bie nächstjährige vom 8. bis 13. Juni 1899 in Frankfurt a. M. ftattfinbenbe 13. allgemeine deutsche landwirthf chaftliche Ausstellung der deutschen LandwirthschastS-Gesellschaft hat auch das Ausland bereits seine Aufmerksamkeit gerichtet: eine Anzahl ftüherer Schüler der landwirthfchaftlichen Staats-Lehranstasi Gembloux (Belgien) beabfichttge», die Ausstellung gemeinsam zu besuchen.

Tie Geräthe-Ldtheilimg der Deutschen Land- wirthschafts-Gefellschast hat im Jahre 1897 648 Auskünfte in Maschinen - Angelegenheiten ertheilt. (Mähmaschinen und Düngerstreuer standen in erster Linie) und 60 als neu und beachtenswerth angemeldete Maschinen wurden einer Prüfung unterzogen. Auch

im laufenden Jahre sind eine Reihe Vorprüfungen, darunter die der Thistle - Melkmaschine, und die Hauptprüfung der Strohpresse durchgeführt. Bei der letzteren ist zum ersten Male zu der exakten kurzen Vergleichsprüfung eine längere Dauerprüfung der für die Preisvertheilung in Frage kommenden Maschinen hinzugetreten. In diesem Monat wird die Haupt-Prüfung der Schrotmühlen, im Januar die der Trockenapparate stattfinden. Die Aufgaben der Geschäftsstelle der Geräthe-Abtheilung sind so ge« wachsen, daß die Anstellung einer weiteren fachlich gebildeten Hilfskraft nöthig geworden ist, dir vom Beginn nächsten Jahres ab in Thätigkeit treten soll.

Vermischtes.

Sturm. Bei einem Sturm in der Nordsee find am 2. b. M. zwölf Man» von einem Fischerboot aus Arras umgekommen. DaS englische Schiff Coloba* -ist gesunken. Die ganze Mannschaft «nb alle Werthgegenstänbe würben gerettet.

Ein aufregendes Schauspiel bot sich am 30. Oftober Nachmittags ben Passanten auf bem Rhein­werft auf bet Höhe ber Villa Spiritus. Ein langer Gangborb trieb ungefähr in einem Abstande von 50 Meter vom Ufer ben Strom hinab, nnb auf seinem unteren Enbe kauerte, mit den Beinen halb im Wasser, mit den Händen sich festhaltend, ein Junge von ungefähr sieben Jahren. Der Kleine schien sich, wie bieRh. W. Z.* berichtet, entweder der Gefahr, in welcher er schwebte, nicht recht bewußt zu fei», oder war es Aufregung, kurz, er schaukelte fortwährend an dem Brette, um diese Beschäftigung zuweilen durch Umschauen hinter sich zu unterbrechen. Ein Dampfer und ein Schlepper fuhren in diesem Augenblicke strom­aufwärts ; auf jeden Fall mußte das Bord mit dem Knaben durch sie entweder überfahre» oder wenigsten» umgeworfen werden. Die Situation wurde mit jedem Augenblicke drohender, als rheinaufwärt» ein Nachen zur Rettung des Knaben losgemacht wurde. Anfang» konnte derselbe, da im Stauwaffer befindlich, nur wenig dem rasch dahintreibenden Gangbord folgen; endlich kam er in ben Strom nnb getabe noch zur rechten Zeit, um das Kind von dem Brette in den Nachen zu heben. Auf alle Fragen fand der schreckensbleiche Junge keine Antwort, stumm ließ er sich in den Nachen heben und verließ denselben ebenso. Auf dem Werste trieben sich einige Altersgenossen umher, welche seine Schuhe, Strümpfe und Rock hatten. Rasch hatte er dieselben dann angezogen nnb verschwand, ohne eine Angabe gemacht zu habe», wie er in die gefahrdrohende Lage gekommen war.

Dom WienerDeuftchen Dichterheim.* Vor einem Monat erschoß sich der Herausgeber des Deutschen Dichterheims*, Adalbert Ritter von MajerSky, in seiner Villa in Baden bei Wien. Der Konkurs, den das Landgericht bald darauf über die Hinterlassenschaft deS Lebensmüden verhängte, legte dar Motiv der That, die zerrüttete finanzielle Lage, klar. Wiener Blätter erfahren, der Selbstmord Majerskys werde für mehrere Personen verhänguiß- voll werden. ES find meist kleinere Geschäftsleute, die MajerSky gerirt haben, und die nun die Wechsel, obwohl eS fie sehr empfindlich trifft, einlösen müssen. Ei» ungarischer Kavalier freilich weigert sich z» be­zahle». Die Motivirung ist interessant. Er be­hauptet, seine Unterschrift sei gefälscht worden. Die Aktiva stellen sich durch ein unvorhergesehenes Er- eigniß bedeutend kleiner, als ursprünglich angenommen wurde. MajerSky hat in Frankfurt mit einem Ver­leger ein Geschäft abgeschlossen und diesem den Be­trag von Mk. 50 000 zur Verfügung gestellt. An­sichtspostkarte», die fortlaufend den Inhalt bekannter kleiner Novellen hätten bringen sollen, wurden in Verkehr gebracht. Als MajerSky sich er­schoß, wurde dem Frankfurter Geschäftsmann depeschirt: Geschäft sofort sperre», Aktiva ausweisen.* DaS Telegramm kam als unbestellbar zurück. Wie jetzt bekannt wurde, ist der Verleger mit dem Rest des ihm an tiertrauten Betriebskapitals durchgegangen. Er scheint entschloffen zu fein, nichts mehrheraus« zugeben.'

Bom Büchermarkt.

Im Verlag der Buchbandlung der Erziehungs­vereins In Neukirchen (Kreis MoerS) Rhein!,Der christliche Hausfreund", ein Abreißkalender für daS liebe Christenvolk, mit biblischen Betrachtungen, kurzen Erzählungen und Gedichten wieder erschienen unb bittet um Aufnahme in jedem christlichen Hause.