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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Gönn- und Feiertagen. tvr* »Migm nehm«, entgehn: di« Expedition dieses Blatte«, di« Annoncen-

M? 9ß9 Ouartal»-Abonnemrnt»-PrriS bei der Expedition L Mk., bei allen 5^4Vfr* VXl 1U Bureaux von Haasenstetn & Bögler, Frankfurt e. M., Caffel, Magd«» oo CV

JL. Mi Dienstag, 8. November 1898. 38'

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für Ne Kreise Marburg «nd Kirchhain.

****»: »oh 1*8. Koch, vni-rsitälS-Buchdrucker« in Marburg. ««EtwoEch ftr di, IMhwi: N^aktrnr M. Hartmann in Marbur»

KtzpE-n-Markt >1. - T«l«pho» 66. »«beßt«: Markt Lt. - Telephon 68.

Erstes Blatt.

Wetterwolken.

Während unser Kaiser auf seiner Palästina-Reise fe hoch dankbarer Weise der Sache des deutschen fluschens und des deutschen friedlichen Wett- femerbä dient, sieht es unruhig und drohend in den großen englischen Kriegshäfen und Flottenstationen ou8. Die englischen Panzercolosse werden in völlige jkmnpfbereilschaft gesetzt, sie nehmen Kohlen für weite Fahrten ein und in der englischen Admiralität giebts soviel zu thuu, daß deren Chef sich nicht einmal zu einem Festmahl begeben kann, um dort seinen Lands­leuten etwas über Pläne der englischen Politik »orzuplaudern. Fragte man sich nach dem Grunde dieser d.monstrativeu englischen Seerüstungen, so stand in dem Vordergründe die Faschoda Frage. In ihr hat Frankreich, wie dieAgence HavaS" gemeldet; md der englische Premier - Minister es roch am Sonnabend beim Kitchener Bankett im Mansionhouse zu London bestätigt hat, nachgegeben. Aber, so sagte bekanntlich nach Constatirung dieser französischrn Nachgiebigkeit Lord Salisbury, er könne nicht fest- ßellen, daß nun aller Grund zu Controversen be- ieittgt sei, wahrscheinlich sei dem n i ch t so. Es sei möglich, daß Auseinandersetzungen in der Zukunft »och stattfinden körnten, aber die so sehr zugespitzte Md recht gefährliche Faschoda-Frage sei jetzt aus dem Wege geräumt.

Das demonstrative Rüsten Englands hat also in mrer Frage seinen Zweck erreicht und dauert fort, im zunächst ohne zu kriegerischen Acttonen zu führen, »am möglich von Frankreich noch mehr zu erreichen. Die ftanzöstsche auswärtige Politik scheint sich ernster eit der ägyptischen Frage beschäftigen zu wollen, tat Idee, welche zur Zeit als glückliche nicht be­zeichnet werden kann. Die Franzosen haben eS seiuer Zeit versäumt, ihre Stellung in Aegypten Md ihre dortige Gemeinsamkeit mit den Engländern «stecht zu erhalten, jetzt nunmehr die Engländer wS ihrer Position in Aegypten drängen zu wollen, für Frankreich nicht möglich, wenn es allein gegen England bleiben soll. Wie sich Frankreich »brr noch unlängst in der Idee völlig getäuscht hat, daß Rußland, wenn ihm Frankreich die Zahl seiner militärischen Streitkräfte größer, als fie thatsächlich Kd, angäbe, ihm sicherer Helfer in einem Kriege gegen Deutschland werden würde, so dürfte es sich jetzt auch »öllig in dem Gedanken irren, daß der Czar jetzt etwa um Frankreichs Vortheil in Aegypten willen d« Krieg mit England als ftanzöstscher Waffengenosse Aitmachen werde. Frankreich bleibt eben, und diesen kharacter der russisch-französischen Alliance hat ja ach der Czar seiner Zeit lebhaft betont, bei Aggressiver Politik von Rußland verlasse», und Nb den übrigen Mächten isolirt.

Angesichts dieser Verhältnisse ist ein Druck Englands as Frankreich zur Zeit nicht schwierig vnd eS ist W&I denkbar, daß der Bruch, der vor drei Jahren ® der französischen Deputirtenkammer vom Minister

Versetzt.*)

Skizze von H. B.

Kuno von Douuerwitz war soeben mit dem abend­liche» Bummelzug in der kleiuen Garnison ZHausen agelangt und stand am Fenster des einzigen Hotels, stürmisch einen Generalmarsch au die vor Alters- l'chwäche klirrenden Scheiben trommelnd.

.Kann's dem Alten ja nicht verdenken, scheußlich titl Geld gebraucht, aber mich in dies Nest, d>es tstude, zu versetzeu ist doch ruppig! Der Alte fötte mir doch erst mal seine Meinung vororgeln Birnen,--ha, h«, ha, als ob's geholfen hätte,

alter Schwede, komm, sei ehrlich, mach' Dich nicht selber blau! Ach, Berlin, du schönes, herrliches Berlin! ES ist neun Uhr, nun fängt bei dir das &btn an, und hier in diesem verfl.....Nest ist

Tvdtengeruch! Berd.....dieser Einfall vom Alten."

Und mit einem tiefen, schmerzlichen Aufstöhnen darf sich der junge Marssohn mit voller Wucht NfS Sofa, das laut aufkreischte und in allen Fugen Machte. Entsetzt fuhr Cuno in die Höhe, und seine Hände griffen, nach einem Haltepunkte suchend, den pell und bunt gestickten Glockenzug. Gellend tönte

Glocke durchs Haus, und nach einigen Minuten ^örte Cuno langsame, schlürfende Schritte tat Gange,

) Nachdruck nxr mit Erlaubniß des Verfassers gestattet.

zugesagteu Politik durch Marchands Besetzung Fa- schoda's schließlich Herrn Delcasso in Palis zwingen könnte, noch mehr den Engländern uachzuzeben, als dies in der Räumung Faschoda'S durch Marchand geschieht. Wenn die Pariser Presse jetzt immer noch dem Selbstbewußtsein Frankreichs schmeichelt, indem sie sagt, .Frankreich müsse aus der Faschoda-Ange­legenheit die Lehre ziehen, daß die Eventualität einer Krieges mit England ins Auge zu fassen und daß nicht nur die Vertheidigung der Landgrenzen, sondern auch die Küstenvertheidigung zu orgavisiren sei", so ist das ja ganz schön. Aber die französische Regierung weiß genau, ohne daß Rußland mit eingreift, wäre ein Krieg gegen England Wahnsinn! Und so wird diesmal England sicher profitiren. Seine See­rüstungen, w nn sie auch noch so theuer sind, hat es außer gegen Frankreich wegen Rußlands Haltung in Ostasien, speciell in Peking doch nöthig. Dort hat Rußland augenblicklich fast freies Spiel im Tsungli- Aamen, in das Li-Hung-Tschang, der ein Freund auch russischen Goldes ist und bei der Kaiserin-Mutter alles gilt, alle den Russen genehmen Persönlichkeiten gebracht hat. Als letzte solcher ist soeben der ehe­malige Gesandte Chinas in Petersburg und Berlin, Direktor der chinesischen Ostbahn Shu-King-chcng zum Mitglied des Ttapgli-Aimens ernannt worden. Dort, in China, wird also nach Ansicht der Engländer für Rußland zu viel abfall-n, und diese Erkenntniß zwingt England, sich in den ostastatischen Gewässern und an der Küste die Suprematie zur See ebenso fest zu sichern, als seine Position in Aegypten. Dazu bedarfs aber einer Achtung gebietenden englischen Flotte, zumal Rußland in den ostastatischen Gewässern in Port Arthur eine stattliche Anzahl Kriegschiffe zusammen gezogen hat. Die Wetterwolken stehen deßhalb zur Zeit weit droh' nder im Osten, als über Aegypten und im Mittelmeer!

Umschau.

Die beiden conservative» Parteien haben bei de» Landtagswahle» zusammen eine» Nettoverlust von ganzen sechs Mandaten er­litte». Was will das sagen bei einer Gesammtstärke von 206 Mitgliedern? Nun hat zwar ein Theil der gegnerischen Presse nach den Urwahlen schon in der Verhinderung des Zustande­kommens einer conservative» Mehr­heit einen großen Erfolg erblicken wollen. Wenn das wirklich ernst gemeint sei» sollte, so kann diese Auffassung für die Conservative» nur schmeichelhaft sein. Denn diese haben, obgleich sie selbstverständlich das Zustandekommen einer derartigen Mehrheit lebhaft gewünscht haben, dennoch nach Lage der Verhältnisse die Erfüllung di-ses Wunsches nicht erhoffen können und auch vor den Wahlen offen erklärt, daß fie die­selbe für kaum wahrscheinlich halten. Sie haben der Hauptsache nach sich In der Vertheidigung ge­halten und find zum Angriffe nur da übergegangen, wo er durch die Zwecke der Vertheidigung geboten war. In der Behauptung der Gegner, daß die 83er» Hinderung der conservative» Mehrheit das vornehmste Ziel des Wahlkampfes sei, muß, so sagt die N. Pr. Zig." unter diesen Umstände», wenn sie

die Thür wurde bedächtig geöffnet und ein feister Bauernbursch in Hemdsärmeln nnb auf Pantinen schob sich herein. Mit einer militärisch sein sollenden Ansttengung richtete er sich auf und sagte mit breitem Grinsen:

Zu Befehl, Herr Leitnant!"

Kuno musterte die Erscheinung einige Augen­blicke belustigt, dann fragte er:

Sagen's mal, waS ist denn hier hent' Abend im Orte los?"'

Zu Befehl, Herr Leitnant, loS iS Sie nix!"

Das ist wenig, womit amüsiren sich denn die guten Zhänfer zum Beispiel heute Abend!"

Ueber des Burschen Gesicht ging's wie ei» Leuchten.

Zu Befehl, Herr Leitnant, es ist Sie heut' Abend Kränzchen bei der Fran Oberstleitnaut- Wittwe."

Bei wem? Kränzchen! Und da gehen die Offiziere auch hin?" Heiliger Nepomuk, das ist ja eine reizende Perspective Kränzchen, dachte Kuno.

Zu Befehl, Herr Leitnant, nein!"

Zum T...... was geht mich denn der Weiber­

kaffeeklatsch oit. Bringen Sie die Lampe, ich bleibe zu Hause."

Und ein tiefer Seufzer folgte diesem Beschluß.

Langsam schlürfte der Bursche hinaus, in der Thür aber machte er noch einmal Kehrt, legte die

wirklich ernst gemeint fein sollte, ein Siner» kenntniß derMacht der conservative» Partei erblickt werde». Trotzdem glaube» wir nicht, daß sie ernst zu nehmen ist. Nach unserer Auffassung läßt sich vielmehr der große Apparat, mit dem die Gegner de» Kampf begönne» haben, nur durch den Wunsch erklären, die Conservativen aus ihrer maßgebenden Stellung int Abgeordneten­hause zu verdrängen. Und das ist eben nicht ge­lungen. Die beiden konservativen Parteien werden deßhalb den Verlust der sechs Mandate leicht er­tragen können. Für die Conservativen im engeren Sinne kommt dabei noch besonders in Be­tracht, daß fie an dem Netto-Verluste nur mit einem einzigen Mandate betheiligt sind, und daß, wenn fie nicht freiwillig schon vor de» Urwahle» durch Vereinbarung mit nahestehenden Parteien hier und da ein Mandat abgegeben hätten, bei ihnen überhaupt nicht von einem Verluste die Rede sein würde.

Aus Petersburg wird telegraphirt: Die Nowoje Wremja" beginnt jetzt erst der Orient­reise Kaiser Wilhelms politische Bedeutung beizulegen; bisher wurde sie lediglich vom Gefichts- punct einer Vergnügungsreise au8 betrachtet. Das Blatt schreibt, das Geschenk des Kaisers an die deutschen Katholiken bedeute einen entscheiden­den Schlag gegen das französische Protektorat, wodurch das Prestige Deutschlands im Orient bedeutend gewachsen sei. Die Reise Kaiser Wilhelms sei ein neuer Beweis für die große Bedeutung seiner persönlichen Initiative in der modernen Geschichte. Der Kaiser habe im Laufe seiner Regierung vielfach irren können, aber bei allen wichtige» Entscheidungen habe er stets eine staunens- werthe Energie und Willenskraft gezeigt und sei stets selbständig und originell vorgegangen. Der russische Botschafter in Konstantinopel ver­sicherte vor seiner Abreise nach Livadia dem serbischen Gesandten, daß die in der serbischen Note ent­haltenen Angaben über arnautische Gewalt- thätigkeiten in Serbien durch die Berichte des russischen Consuls in Uesküb vollauf bestätigt werden, und erklärte, er werde diese wichtige Frage in Livadra zur Sprache bringen. Der Botschafter versicherte, der serbischen Note werde eine energische russische folgen. ______

Eine seltsame Meldung derFranks. Ztg." von einem deutsch-türkischen Bündniß wird hier in der Presse »irgend ernst genommen. DieB. N. N." bemerken dazu: Für jeden erfahrenen Politiker mußte bei dem ersten Blick auf die in derAbmachung" berührten Puncte, bezüglich deren Rußland besonders empfindlich ist, klar sein, daß man eS mit einem plumpen Machwerk zu thu» hat, dessen Urheber den Zweck verfolgt, das Mißtraue» Rußlands zu errege».

Deutsches Reich.

Berlik», 6. November. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin werden die Rück-

Hände an die Hosennaht und sagte mit breitem Grinsen:

Zu Befehl, Herr Leitnant!" Dan« erst ging er.

Unglaublich," sagte Kuno zu sich selbst.Un­glaublich, scheintne angenehme Sorte zu sein. Gratulire Dir, alter Junge."

Er setzte sich, von unendlichem Mitleid mit sich selbst erfüllt, vorsichtig anf8 altersschwache Sofa. Da fitze ich hier und o es ist zum Haare einzeln auSreißen, und Berlin, ach Berlin! Ich glaube, ich fange noch an zu flennen öertratte Wirthschast, bringt der langsame Kerl denn die Campe nicht?" und wüthend riß er den bunten Glockenzug, so daß ein wahres Sturmgeläute entstand.

Und wieder dauerte eS einige Minute», bis der unglaubliche Bursche erschien und mit dem unschuldigsten Gesichte von der WeltZu Befehl Herr Leitnant?" fragte.

Die Lampe, Du HeuochS", brüllte dieser ihn an.

Zu Befehl Herr Leitnant, so heiße ich Sie nicht."

Stimmt aber!"

Zu Befehl, Herr Leitnant, ich heiß Sie Hannes!" und dabei grinste er gutmüthig den unglücklichen Lieutenant an, daß fein Mund eine gerade Linie von einem Ohr zum andern blldete.

reise über Genua antreten und zwar auf der Hohenzollern" in Begleitung derHertha" »ud Hila". Von Genua aus beabsichtigt das Kaiser- paar, im strengsten Inkognito, einen Ansflug nach San Remo zu unternehmen, um dort die ®e" dächtnißtafel für Kaiser Friedrich, die der deutsche Veteranen verein in Italien gestiftet hat, in Augen­schein zu nehmen. Von gestern wird aus Beirut gemeldet:Der Hafenplatz »nd die Schiffe im Hafen haben Festschmuck angelegt. Heute Abend findet Illumination und Feuerwerk statt. Der Kaiser und und die Kaiserin verblieben an Bord derHohen- zollei n", woselbst Gottesdienst stattfand. Am 7. d. M gedenkt das Kaiserpaar die Fahrt nach Damaskus anzutreten."

Der Vorstand des Preußi.sche» Städte­tages beschloß die Einberufung eines allge­meine» Städtetages behufs Berathuog: 1) eines Gesetzentwurfs, betreffend die Rechtsverhältnisse der Gemeindebeamten; 2) der Fleischversorgung der Städte; 3) über den Schutz des Kleingewerbes gegen die Waarenhäuser. Der Zeitpunkt der Einberufung des Siädtetagcs hängt voraussichtlich ab von der Veröffentlichung des Gesetzentwurfs über die Ge- meinbebenmten, welcher in der nächsten Tagung des Landtags zu erwarten ist.

Friedrichsruh, 6. Novbr. Für die Bei- setzung der Leiche des Fürsten Bismarck ist, der Böricnhalle zu Folge, Sonntag der 27. dS. in Aussicht genommen; Fürst Herbert wird zum 10. ds. erwartet; die deutschen Studentenschaften werden Vertreter entsende».

Baden Baden, 6. Novbr. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist von Schillingsfürst kommend gestern Nachmittag hier eingettoffen und Abends vom Äroßherzog empfangen worden.

Ausland.

Griechenland.

6, Novbr. Die Engländer in Kandia schifften gestern den Rest der türkischen Truppen auf einem türkischen Schiffe mit Ge- toalt ein, weil Schesky Pascha sich weigerte, ab» zuziehen. In Kanea Hai die Entwaffnung begonnen. Das christliche (Somit« hielt in Halepa eine Ver­sammlung ab, um die Proklamationen ter Admiräle zu beantworten.

Aus Marburg und Umgegend.

Marburg, 7. Novbr. Im großem Saale des Landgerichtsgebäudes nahm heute die letzte dies­jährige Schwurgerichtsperiode, für welche diesmal, da nur drei Fälle vorliegen, nur ebensoviel Tage vorgesehen find, ihren Anfang. Der Gerichtshof bestand aus den Herren: Landgerichtsrath Martin, Vorsitzender, Landgerichtsräthe von Linfingen und Wurzer, Beisitzer. Die Anklage verttat Herr Erster Staatsanwalt Grawert und die Vertheidigung führte Herr Justizrath Schmidt. Zu Geschworenen wurden folgende Herren ausgeloost: Landwirth Johs. Gombert- Leidenhofen, Landwirth Carl Herbener - Marbach,

Also Hannes", seufzte Kuno entsagungsvoll, lieber Hannes, bringen Sie mir die Lampe!"

Zu Befehl, Herr Lettnant, das geht Sie nicht, was die Frau ist, die sagt, fie hätt' kein Petroleum und was die Lene ist"

Scheer Dich zum Teufel", brauste Kuno, rrrauS marsch" »nd Hannes trottete vergnügt ab.

WaS nun? Schlafen um 9 Uhr? Lächerlichl Resignirt vertauschte unser Lieutenant die Uniform rntt dem CivU, bettachtete sich bei der trüben Kerzen­beleuchtung wohlgefällig im Spiegel.

Bist dochn hübscher Kerl, Kuno v. Donnerwitz", dachte er befriedigt,selbst in Civil" und er zwirbelte seinen wohlgepflegten Schnurrbart in die Höhe, pfiff seinem Bernhardiner »nd trat hinaus in die laue linde Frühlingsnacht. Ach, wie wohl daS that! Hell vorn Mondlicht überfluthet, lag der Markt­platz mit dem seltsam von Fabelthieren getragenen Brunnen vor ihm, und Kuno schritt aufs Geradewohl hinüber; bet Zufall mußte ihn führen, und der meinte eS gut mit ihm, denn bald kam er in eine kleine Rillansiedlung, die gar lieblich, wie im Märchen­schlafe im lichten Frühlingsgrün versteckt, ihn freunb» lich anmutbete. Und diese geheimnißvolle Ruhe, weit und breit nichts zu hören; er und sein Hund schienen die einzigen Lebewesen zu sein.

(Fortsetzung folgt.)