Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für >ie Kreise Marburg ««- Kirchhain.
»sh. Äug. «och, ta Warberg. jfc Vtt ÄMHw: ÄMtar M. Hart«««» ta Marbur,
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Warburg
Freitag. 4. November 1898.
Anzeigm nehmen entgegen: die Expedition dieser Blaue«, dir Nnnonren- Bureaux von Haasenstrin & Bo^er. Frankfurt e. M„ Eafiel, Magbo- tzera, Wien: Rudolf Most«, Frankfurt«. M., Berti», München, «An; C L. Daube * 4b., Frnnkfurt« W., Berkin, Hannover, Powo x.
33. Jahrg.
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^Kreisblatt" für die Kreise Marburg uni Kirchhain, „Illustriertes Sonntags blatt" und „Verloosungsliste der Kgl. preußischen Klassenlotterie" »erden von allen Postanstalten, Landbrief- trSgern, in der Expedition (Markt 21) sowie, wn unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain, Reustadt und Wetter entgegengenommen.
Friedlicher Wettbewerb.
«n den Besuch des deutschen Kaiserpaares in Konstantinopel und in Jerusalem knüpfen fich auch ■ttthschastliche Hoffnungen. In der Türkei Haden sich drntscher Unternehmungsgeist und Handelsstnn beider Grschließung der Kräfte diese» Lande» besonders hervor- zrthan: sie haben dort sogar Erfolge errungen, an die Niemand zu denken gewagt hätte. Wir habe» dort eifrigen Konkurrenten den Rang abgelaufen. Dahin Bhlt u. A. England im Waffengewerbe.
Ehe die Beziehungen Deutschlands zur Türkei ■tim wurden, war Großbritannien für die Türkei der Lieferant von Geschützen und Gewehren. Be- stnders war eS die Waffen-Jndustrie von Birmingham, ■eiche einen schwungvollen Absatz nach der Türkei tetrieb. Seit den 70er Jahren, nachdem Deutschland m die Reihe der Großmächte eingetreten war, wurde es ander». AuS den Feldzügen von 1864—70 Mn man in der Türkei auf Deutschlands Leistungsfähigkeit aufmerksam geworden, und gleichzeitig mit der Berufung deutscher Offiziere zur Reorganisation de» türkischen Heerwesens wandte mau fich in der Türkei auch den Erzeuguiffeu der deutsche» Kriegs-Industrie zu. Seitdem hat Deutschland Geschütze, Gewehre, Munition und Kriegsschiffe in großer Zahl nach der Türkei geliefert.
S» ist begreiflich, daß unsere wirthschastuchen Erfolge bei den Türken in England nicht gerade freudig ausgenommen wurden, und daß besonder» die Birminghamer Waffen-Jndustrie daS Aufkommen eines rührigen Mitbewerbes in ihrer Domäne miß- pergnügt beobachtete. Der Unmuth darüber ist mehr al» einmal zu Tage getreten; noch im Laufe dieses Lammers ließen die Birminghamer Waffen Fabrikanten
(Na-jchruck verbot«».)
Kerbftbtüthe.
Roman vo» Tlarissa Kohbk (Fortsetzung.)
Elli bewohnte dieselben Räume, die einst der Präsident bewohnt hatte. Ihr Pietät hatte Alles in daselben Einrichtung erhalten, wie sie damal» gewesen ■ar in jenen schönen, unvergeßlichen Tagen, die rin Lichtpuntt in ihrem armen Leben waren. Anch üe sah es nicht gern, wenn daS kleine Gemach, da» ihr väterlicher Freund dem Audenken der Seinen ge- ■eiht hatte, von Anderen betteten wurde. Die Bilder, durch ein große» O-lgemälde, daS fie selbst nach seiner Photographie gemalt hatte, vermehrt, wie all« die anderen eninnerungsreichen Gegenstände befanden fich loch auf demselbeu Platze, wie zu Lebzetten de» Präsidenten. So oft es ihr recht traurig um» Herz ward, holte sie fich im Anblick bei Bildes, bti den Präsidenten in seinem jungen Glücke dar- stellte, neuen Mnth für da» Leben. An seinem Bor» bild wollte sie fich aufrichten. Wie er sich wieder nach dem Berlust all seine» Glücke» zum Frieden und zur Harmonie durchgerungeu hatte, so wollte auch fie es, ihm nachstreben dnrch Nacht zu» Licht.
Heute fühlle fie fich ein wenig müde; die laute Gesellschaft, daS viele Sprechen hatte immer etwas AngreifendeS für fie. Einen Augenblick setzte fie fich in den Stuhl am Fenster und schaute in den Abend tztäns. Da» Licht fiel hell auf ihr Sestcht. Wie anders war sein Ausdruk geworden, gegen damals, als fie mit dem Präsidenten an jenem regnerischen Frühlingstage an demselbrn Platze gestanden hatte. Der Ausdruck der Unberührtheit und Unschuld, der ihren natürlichen Freund so sehr entzückt hatte, war
im englischen Unterhause eine Interpellation an das Ministerium richten, worin auSgeführt wurde, daß die englische Diplomatie wenig Ursache habe, fich ihrer Erfolge am Goldenen Horn zu rühmen. England habe nicht nur den polittschen Einfluß, sondern auch de» wirthschaftlichen Bode» an Deutschland verloren. Die Türkei beziehe ihr Kriegs- Material ausschließlich aus Deutschland und könne im Laufe der Jahre für etwa 200 Millionen Mark Aufträge dorthin gegeben haben.
Born Armeewesen und Waffcn-Gewerbe gingen also unsere wirrhschaftlichen Beziehungen zur Türkei aus. Es gliederte dann der Handel seine Bestrebungen an, und dank dessen Rührigkeit hat auch Deutschlands Industrie in der Türkei festen Fuß gefaßt. In den letzten 10 Jahren ist unsere Ausfuhr nach dem osmanischen Reiche um etwa 40 Millionen Mark gestiegen. Dabei ist zu beachten, daß die Statistik unserm Handel nach der Türkei nicht gerecht wird; es geht nämlich ein nicht geringer Theil durch rumänische Häuser nach der Türkei und wird bei Rumänien mitgezählt.
Die wirthschaftlichen Beziehungen Deutschlands zur Türkei find damtt noch nicht erschöpft. Auch die deuffche Grobfinanz und Unternehmerwelt hat in der Türkei erfolgreich gewirkt. So find namentlich die Eisenbahnen auf deutschen Unternehmungsgeist zurück zuführen. Die Deutsche Bank in Berlin, dieses große Institut, hat in der Türkei eine besonders wirksame Thätigk-it entfaltet.
Alle diese großen Interessen des deutschen Handels und Verkehrs werd-» durch die Kaiserreise zweifellos gefördert werden. Die Macht des deutschen Reiches wird durch die eindrucksvolle Persönlichkeit unser- Kaisers und dnrch die deutschen Kriegsschiffe den orientalischen Völkern zur Anschauung gebracht. Es wird den deutschen Kaufleuten erleichtert, neue Be- ziehungeu onzukuüpfen. Sache des deutschen Geistes und des deutschen Kapitals ist es, die für uns günstige Stimmung auszunutzen. Deutschland muß auf eine Ausdehnung des Absatz-GebieteS für seine Jndustrie-Erzeugniffe bedacht sein, und nttgendS kann fich gegen solche Bestrebungen deS friedlichen Wettbewerbs ein berechtigtes Mißttauen regen.
Umschau.
AuS London wird der „Köln. Zig." tele- graphirt: „Die Lage wird in den letzten Tagen in allen wirklich unterrichteten Kreisen sehr ernst auf gefaßt, in den am beste» unterrichtete» am ernstesten. Das gilt auch von Finanz- und Geschäftskreisen, wo allerdings die Mehrzahl bisher Abneigung gegen eine pessimistische Auffassung bekundete. Mau kann nicht von Kriegslust
einem nachdenklichen Ernst gewichen. Ueber den Hellen Spiegel ihres schönen klaren AugeS, durch den man iu die Tiefe einer reinen Seele ohne Falsch blickte, hatte fich ein Schleier der Melancholie gebreitet, ein herber Zug fich um die schön geschwungenen Lippen eingezeichnet. Was fie aber auch an Reiz der Jugend eingebüßt hatte, ihre ganze Erscheinung war bedeutender geworden. Mau konnte fie jetzt fast eine Schönheit nennen, hätte ihr Ausdruck nicht etwas so Abge- schlossrneS, fast ©beenge» gehabt, da» unwillkürlich fern von ihr hielt.
Einzelne Barken glitten durch da» vom flammeudeu Abendschein bestrahlte Waffer. Wie so oft erweckte dieser Anblick die Erinnerung in ihr an jene Zeit, als fie, da» Herz »och voll Liebe und Hoffnung, wie jene ftöhliche» dort Hinrudernden, an der Herrlichkeit dieser schönen Natur fich erfreut hatte. Wie glücklich war fie an der Sette des Präsidenten hier gewesen! Daß man auch dieses Andenken an den besten und gütigsten der Menschen ihr durch Verleumdung getrübt hatte l Aber fie hatte sich gelobt, solchen Stimmungen nicht mehr nachzugebeu. Hastig erhob sie fich, um fich umzukleiden. Noch immer liebte fie die Einfach- heil. Auch heute stach fie von den Schwestern, die in hellen eleganten Toiletten an der Abendtafel erschienen, durch ihren einfachen dunllen Anzug ab. Die Unterhaltung drehte fich, wie es natürlich »ar, nm Ellis baldige Abreise und die Kunstausstellung in München. Baron Tesche» konnte fich nicht genug thnn in Mittheilungen über das Aufsehen, da» ihr Bild überall mache.
„Man wird Dich in München besonder» feiern," bemerkte Sena, und ich hoffe, Du wirst Dich nicht wie sonst wieder von Allem zurückziehen. So ewig nnd ewig nur arbeiten, studieren und lernen, da» wird doch für mich armes profane» Menschenkind, da»
auf englischer Sette reden, allein von unten bis oben und in allen Parteien besteht eine Art verbissene Entschlossenheit darüber, daß Frankreich nicht dafür entschädigt werde» könne, weil es mit Vorbedacht unternommen habe, was diesseits vor drei Jahren öffentlich als unfreundliche Handlung bezeichnet wurde. Es wäre eine Täuschung, die neuesten Maßnahmen einfach als Säbelrasseln auffaffen zu wollen; jedenfalls liegt guter Grund für die Annahme vor, daß der ftanzösische Botschafter diese leichte Auffassung nicht theilt, sondern in Mittheilungen an seine Regierung die neuerliche straffere Haltung Lord Salisbury» betont hat, die nicht erst vom letzten Cabinetsrath, sondern von privaten Vorst ellungen feiner Kollegen nach dem Erscheinen des ftanzöstschen Gelbbuches batiren soll. Unzweifelhaft wird der Premier von dem starken Ueberzewicht des Cabinet» noch mehr geschoben, als unterstützt. Die Ueberzeugung, daß daS ganze englische Volk in dieser Angelegenheit hinter der Regierung steht, läßt keine schwachherzige Nachgiebigkeit aufkommen. Mau wird ungeduldig, erörtert in den Blättern die Rothwendigkeit, in’» Klare zu kommen und keine dilatorische Behandlung von drüben hinzunehmeu, und verficht in der „Times" wie im „Daily Telegraph die Anschauung, Marchand dürfe nur dann die Erlaubniß erhalte», nach Fasch oda zurückzukehre», falls die Räumung zugesagt werde. Da» einzig Beruhigende liegt gegenwärtig darin, daß England schwerlich de» erste» Schlag führen wird. Allein die alten Gegensätze habe» sich in den letzten Jahren, besonder» ober neuerdings so sehr verschärft, daß bei längerem Hin- ziehen ein kleiner Zufall bie Explosion bringen könnte. — Ein britischer Diplomat in Rom, also wobl ber dortige britische Botschafter, soll folgenden bezeichnenden Ausspruch gethan haben: „Sollte es sich bewahrheiten, daß Menelik nach dem Sudan marschirt, so wäre für uns der casus belli gegen Frankreich gegeben. Wir würden aber nicht dem Beispiel anderer Mächte folgen, sondern unsere Kreuzer würden Menelik im Mittelmeer (b. h. bie französische Flotte) bekämpfen." — Dem „Rkuter'schen Bureau" wird aus Weihaiwei gemeldet, alle fieben dort liegenden englische» Kriegsschiffe würde» in vollständig kampfbereitem Zustande gehalten; bie Panzerschiffe „Bictorious" und „Undaudet" nähmen in Tschifu eine vollständige Kohlenladung ein. Dieselbe Meldung behauptet, daß ein großes russisches Geschwader in Port Arthur liege.
Die Admirale setzten auf ber Insel Kreta den Gouverneur in Kenntmß, daß fie am morgigen 4. November bie B er wa l tungS bur eau 8 militärisch besetzen lasse» werden. Der Zuttitt zu diesen werde »ttomanische» Beamten nicht ferner ge»
bie Kunst nur von fern bewundert, recht ermüdend. Jetzt, meine ich, sollte von dem Slanz, bet aus meine berühmte Schwester strahlt, auch auf mich ein kleiner Schimmer herabfallen."
Baron Tesche» wandte artig ein, daß Fräulein Lena fich doch eigentlich nicht beklagen könnte, da alle Freunde ihrer Schwester, wenn auch gering an Zahls ihr doch mit all ber Aufmerksamkeit begegneten, die ihre Liebenswürdigkeit und Anmuih verdiene. Lena lachte bitter auf.
„Liebenswürdigkeit und Anrnuth! Hübsche Worte Herr Baron, die leider wenig bedeuten. Aber glauben Sie nicht, daß ich neidisch bin. Ich gönne meiner Schwester von Herzen alle Triumphe, die fie schon gefeiert hat und noch feiern wird."
„Ja," stimmte Herr von Tefchen zu, „Elli Bodiu wird bald ein Name werden, den man in der Künstler- weit mit besonderer Achtung nennt Aber freilich, verehrte Freundin," sagte er und wandte fich zu dieser „etwa» werden Sie wirklich aus Ihrer Reserve her- austreten müssen. Der Ruhm erfordert auch einige Cofer, »ein Sie ein Heranstteten in die Wett als Opfer bettachten follten."
„Ein Opfer wäre eS mit freilich," entgegnete Elli; „da Sie es jedoch für »othweudig halten, Baron und Lena es so dringend wünschen, werde ich mich wohl dazu entschließen muffen. Aber dafür denke ich meinen Ausenthatt in München soviel als möglich abzukürzen, um mich recht bald in Venedig von den gehabten Mühen erholen zu können."
Der Rath hatte mtt stiller Freude feine Augen auf feiner ältesten Tochter ruhen laffen.
.Daß ich das noch erlebe," sagte er bewegt, „meine Elli anerkannt, ihren Fleiß gelohnt zu sehen, das danke ich Gott von ganzer Seele. Aus Dein
stattet fein. Die ottornanischen Truppen auf Kreta hätten mit diesem Tage jeden Dienst ein« zustellen und müßten sich in die Kasernen zurückziehen, die die Soldaten bewaffnet nicht verlassen dürften. Die Gendarmerie werde verabschiedet werden. Die in der Sudabucht ankernden Transportschiffe sollen alle Truppen eivschiffe». Die Pforte fei ersucht, eiligst weitere Dampfer für den Transport der dann etwa »och übrig bleibenden Truppen zu schicken. Die Admirale werden de» Schutz des Arsenals übernehmen. Die türkische» Marinesoldaten werde» auf einem türkischen Panzerschiffe eingeschifft, das bei Suda ankert. Die Amirale behalten sich die geeigneten Maßregeln vor, um die Ausführung ihrer Verfügungen sicher zu stellen. ________________
Die „Daily Graphic" erfährt au» halbamtlicher Quelle, Baratter sei nach Eairo entsandt mit dem Befehl an Marchand, nach Fascho da zurückzukehren und von dort au» mit seinen Begleitern in der Richtung nach dem oberen Ubanghi fichzurückzu- ziehen. Faschoda und 5 von den Franzosen östlich von der durch das deutsch-englische Abkommen festgesetzten Grenzlinie errichtete Posten sollen geräumt werden. E» sei der Vorschlag gemacht worden, diese Posten den ägyptischen Behörden zu überlassen. Die ägyptische Regierung soll gebeten werden, Truppen« abtheilimgen zu entsenden, nm Marchand auf dem Rückweg zu geleiten. Verhandlungen sollen aus Grund der vo» Courcel unterbreiteten Vorschläge er« öffnet werde». Wen» Marchand von dem Vormarsch der Armee de» Khedive Kenntniß gehabt hätte, heißt es in „Daily Graphie" weiter, wäre er nicht so weit »ach Osten vorgedrungen. Die Mehrzahl der Pariser Blätter protestirt gegen die Idee einer Räumung Faschoda», welche eine Erniedrigung für Frankreich wäre; doch erklärt Cornely im „Figaro", es wäre Wahnsinn, Faschoda's wegen einen Welt» krieg avzufachen Aves Guyot meint im „Siede", Marchand habe Faschoda offenbar endgiliig verlaffen.
Durch den Gesandten Novakovic» wurde am 1. d. M. der Pforte eine Note überreicht, in welcher die serbische Regierung erklärt, fall» ihr Der« langen auf Hinzuziehung von serbischen Delegirteu i» der Untersuchung wegen ber im Vilajet Koffowo verübte» Gewaltthaten nicht stattgegeben würde, müßte bie Regierug mit einem Memorandum sich an die Großmächte wenden, um die Sachlage bett, die Arnanteugräuel klarzulegen.
Deutsches Reich.
Berlin, 2. Rovdr. Das Kaiserpaar besuchte im Anschluß an die feierliche Besitzergreifung
Wohl, mein Stieb, und daß Dein Ruhm so fortvachse wie bisher?"
Er hob sein Gla» und ließ es an dar Elli's klinge»; auch die andern stießen mit ihr an, Jeder sagte ihr ein freundliches Wort, die Mutter küßte sie, Otti flog ihr in ihrer stürmischen Art um de» Hals, ihr Schwager und Tesche» küßten ihr ehrfurchtsvoll die Hand. Sie dankte Allen freundlich mit einem stillen Lächeln.
„Ach, wenn fie wüßte», wie wenig ihr Herz an dieser äußere» Ehre häugt!
Daß eS ihr gelingen möge sich in ihrem Schaffen einmal selbst genug zu thuu, das ist der Wunsch, nach dessen Erfüllung fie strebt. Aber wie weit ist fie noch von dem vorgesetzten Ziele entfernt Wird sie eS je zu erreichen vermögen?
24.
Ottomar mar mit großer Auszeichnung in München empfangen worden. Die wiffeuschaftliche xnb Kunstwelt öffnete dem in noch so jungen Jahren schon zu hervorragendem Ruse gelangten Gelehrten ihre Streife. Ueberall begegnete man ihm zuvorkommend und mit Wohlwollen. Er hätte wohl damit zufrieden fein können. Aber der Aufenthalt in Berlin hat ihn mehr noch, al» er vorausgesetzt hatte, erregt. So sehr er sich auch gegen Alles, was ihm von Elli erzählt worden war, mit Skepsis zu wappnen gesucht hatte, e» hallte doch noch in ihm nach, nahm ihm die frühere Ruhe. Bisher ganz von dem Bewußtsein durchdrungen, daß er der von Elli Getäuschte, Betrogene gewesen, konnte er sich jetzt doch der aufsteigenden Zweifel nicht erwehren, ob et nicht zu schnell gehandelt habe, ob fie nicht wirklich völlig schuldlos fein könne, wie Geheimrath Lntzen ihm so ernsthaft versichert hatte. Und beruhtt nicht Alle», was ihm der alte Freund seines Heimgegangenen Onkels von ihm gesagt hatte,