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Für die BekämpfungSmaßnahmeu ist die Frage von der größten Bedeutung, wie lauge die Pestbacillen außerhalb des Körpers sich lebeuS- ähig erhalte» können, und es zeigte sich, daß die­selben unter den Verhältnisse», wie sie der Praxis entsprechen, sehr hinfällig find. In ausgetrockuetem Zustande bleiben die Bacillen höchstens acht Tage infectionsfähig; durch Sonnenlicht werden sie in wenigen Stunden, durch unsere gebräuchliche« Des- infecttonsmittel (Sublimat, Karbolsäure) i« wenigen Minuten abgetödtet. Offenbar stad also die Pest, bacillen recht wenig widerstandsfähige Gebilde, welche außerhalb des menschlichen oder thierischen Körpers unter gewöhnlichen Verhältnissen und namentlich im trockene« Zustande bald zu Grunde gehen. Da die Reise von Indien «ach Europa mehrere Wochen be­trägt, so ist daher die Gefahr einer Verschleppung keine sehr große. Zur Bekämpfung der Pest diene» n erster Linie die Maßregeln, die sich auch bei der Lholera bewährt haben, nämlich die rasche und richtige Diagnose der ersten Fälle, schleunige Jsoltenmg tr Erkrankten und fortlaufende Beobachtung der Verdächtige», verbunden mit ratiouellen Desinfektions- Vorrichtungen.

Die häufigste Form der Pest ist die Drüse», pest. Schmerzhafte, rasch oder langsam zunehmende Anschwellung einer oder mehrerer Lymphdrüseu in der Schenkelbeuge, in der Achselhöhle, am Hals oder an anderen Körperstellen, nicht feite« an mehreren zugleich, unter raschem, hohem Fieber, heftigem Kopf- schmerz, oft äußerster Schwäche und Theilnahm- losigkest oder manchmal auch Delirien, das sind die Hauptzüge des KrankheftSbildeS auf der Höhe der Krankheit, welches meistens schon am ersten, seltener am dritten Tage erreicht wird. Die Schwellung der Drüsen vertheilt sich entweder, oder, was häufiger ist, sie geht in Vereiterung über. Offenbar find es »st kleine Verletzungen, unbedeutende Kratzwunden u. dgl., welche dem Pestbacillus als Eintrittspforte dienen. Eine zweite, glücklicherweise kleinere Gruppe von Erkrankungen ist die Pest-Lungenentzündung. Unter heftigem Schüttelfrost mit starken Schmerzen beginnt die Erkrankung ebenso wie die gewöhnliche Lungenentzündung und führt fast stets i« 12 Tagen »um Tode. Im Auswurf der Kranken finden sich enorme Mengen von Pestbacillen, so daß derselbe für die Umgebung sehr gefährlich werden kann. Das Sterblichkeitsverhältniß der Pest ist sehr bedeutend, auf der Höhe der Epidemie sterbe« etwa 95 Procent^ später 5060 Procent der Erkrankten.

Angesichts der Gefahren, mit welchen die indische Pest zunächst die Staaten am Rotheu Meer und am Mittelmeer und fernerhin ganz Europa bedrohte, wurden alsbald von den verschtedeum Regierungen, Abwehrmaßregelu ergriffen. Besonders Aegypten, Oesterreich, Italien und Deutschland erließen dies­bezügliche Verordnungen, und man hat fast allgemein auf Quarantänen und Desiufectionsmaßnahmen nebst Einfuhrverboten gegen gewisse Maaren zurückgegriffen. Speciell in Deutschland gelten, abgesehen von älteren gegen Cholera, Gelbfieber und Pest erlassenen Be­stimmungen der Bundesstaaten, die vom Reichskanzler unter dem 10. Juli 1894 empfohlenen Maßnahmen gegen die Pest in Ostafien (Südchina, Hongkong, Mahur), wonach die Provenienzen ärztlich controlirt und nach ärztlichem Gutachten einer wirksamen Des- infectio» unterzogen werden müssen. Ferner sind maßgebend die Vorschriften, betreffend die gesundheits- polizeiliche Controle der eine» deutsche» Hafen an- laufenden Seeschiffe, wonach alle an Bord vor­gekommenen Pestsälle dem Kulturminister und dem kaiserliche» Gesundheitsamt schleunigst anzuzeigeu uud die Schiffe bis zum Eintreffen bestimmter Ver­haltungsmaßregeln vom Verkehr abzuschließen sind. Auf der im Februar und März 1897 abgehaltenen internationalen Tonferenz zu Venedig, an der De- legirte sämmtlicher von der Pestgefahr bedrohten Staaten theiluahmen, wurden gleichmäßige Der- ordmmgen für alle Regierungen angenommen.

Großen werden, ähnlich wie bei dem Diphtheriesemm Pferde benutzt, denen lebende oder abgetödtete Pest, culturen in langsam steigenden Dosen eingespritzt werden. Rach jeder Einspritzung bekommen die Thiere eine ziemlich heftige Reaclion mit hohem Fieber, und man muß mit der nexen Jnjectiou warten, bis sich die Thiere von der vorhergehenden wieder voll­ständig erholt haben. Nach einer Reihe von Wochen sind die Pferde hoch immunifirt, und e» wird ihnen daun Blut entnommen, aus welchem sich durch Ab- fetzen das zur Einspritzung beim Menschen dienende Semm ausscheidet. DaS bis jetzt zur Verwendung gelangte Semm stammte entweder aus dem Institut Pastmr in Paris oder aus Petersburg. Zahlreiche Versuche an Thieren, besonders Affen, beweisen, daß dieses Semm ohne Zweifel, vor der Erkrankung ein­verleibt, schützende und während der Erkrankung heilende Eigenschaften besitzt. Die Erfahmngen beim Menschen lauten dagegen nicht so günstig. Die günstigste« Erfolge erzielt man bei frühzeitiger An­wendung des Serums; ist der Krankheitsprozeß schon zu »eit fortgeschritten, so find die Aussichten für die Serumbehandlung sehr schlecht. Immerhin ist zu betonen, daß wir «och im Beginn dieser Behandlungs­methode stehen und das bis jetzt verwendete Semm noch sehr schwach war. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß bei der Benutzung von stärker wirksamem Serum, dessen Herstellung sicher nur eine Frage der Zest ist, die Resultate sowohl iu Bezug auf seine Schutz« als auf feine Heilwirkung bessere werden. Die sonstige Behandlung der Pest ist fast ganz machtlos. Eine vorsichtige Diätetik und symptomatische Behandlung ist am wichtigste». Die sorgfältigste Reinlichkeit und Desinfection der Umgebung der Kranken ist schon zum Schutze des Pflegepersonals unbedingt er­forderlich.

Büscherhoff, Gottfried, Ehrendorf, Baach, August, Braunschweig, stratze 1.

Kleinschmidt, Kurt, Gotha, Mäckel, Theodor, Dinklage, SeringhanS, August, Mülheim, Fischer, Wilhelm, Frankenau, Anz, Friedrich, Eckartshagen, Lommel, Hans, Hirzenhain, Rosell, Maxlmus, EschweUer,

Gallenkamp, Hans, Freiburg L L. Sandlos, Emil, Vöhl,

Frhr. v. Fürstenberg, Franz, Fritz, Paderborn, Jura, Kafernenslraße 15.

Wettergafi« 8.

Ketzrrbach 21.

jVerbreitung der Krankheit beitrage»; es gelang, ben Bacillus in den Körpern von Flöhen und tobt auf- gefundenen Fliegen nachzuweisen.

Für kleinere Bevölkemngsgruppen, ferner zur Jmmuuisimng von Aerztm, Krankenwärtem und sonstigen Personen, welche mit Pestkranken zu thun haben, läßt sich auch die Haffkine'sche Schutzimpfung verwenden. Hierbei werde» von einem flüssige» Prä­parat, das aus abgetödteteu Pestculturen hergestellt ist, bestimmte Mengen in den Oberarm ober am Banche eingespritzt. Die darauf folgende React>on, in Schmerzhaftigkeit uud Anschwellung an der Ju- jecttonrstelle, sowie geringem Fieber bestehend, geht meist in 12 Tagen spurlos vorüber. Wenn es möglicht ist, wird die Jnjecfion nach 810 Tage» wiederholt, uni zwar mit einer etwas stärker» Dosts. Die Methode wurde in Indien viel angewendet und verleiht zweifellos einen gewissen Schutz gegen die natürliche Pestiufection, doch ist derselbe kein ab­soluter, da auch unter ben Geimpften Erkrankungen »orkamen.

Aehnlich find bie Resultate mit dem Iersin'schen Pestsemm. Zur Gewinnung des Pestserums im

170. Gürtler, Fritz, Alischwyl, Med, Roser strotze 25

171. Heerich, Otto, Hrfs -Lichteuau, Med, Setzerbach 87.

172. Reitz, Adolph, Frankfurt a. M., Jur., Mlhelmstr. 16

Sonnabend, 6. November: .Dir Logenbrüder'. Sonntag, 6. November: .Der Prophet'.

»erzeichnitz

der für das Wintersemester 1898/89 an hiesiger Universität immatrikulieren resp. inskribirten Studirenden.

96. v. d. Malzburg, Hermann, (Saffet, Jura, Giffelberger» stratze 21.

165. 166 157.

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118. Frhr. v. Stein, Emst, Völkershausen, Jura, HaSpel- stratze 8.

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Wettergaffe 28.

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Die Pest.*)

Der Erreger der Pest wurde etwa gleichzeitig von Kitasato uud Delfin gelegentlich der 1894 in Hongkong ausgebrochenen Pestepidemie endeckt. Der PestbactlluS ist ein Kurzstäbchen mit abgerundeten Ecken, ohne Eigenbeweguug. Bei der Behandlung mit Anilinfarbstoffen nimmt er die Färbung au beiden Ende» stärker an, als in der Mitte. Der BacilluS wir > i«_ großen Mengen in den angeschwollenen Lymph- drüsen (Pestbeulen, s. Pest, Bd. 13) gefunden, seltener im Blut, in dem er nur in ganz schweren, schnell zum Tode führenden Fällen auftritt. Genauere Unter­suchungen über die Biologie diese- BacilluS sowie über die BerbreitungSweise der Pest wurden von der vom Dentschen Reich zur Erforschung der Pest nach Indien entsandten Kommission (unter der Führung von Koch und Gaffky) auSgeführt. Die Pest war bereits im Sep­tember 1896 in Bombay auSgebrochen uud zwar wahr­scheinlich aus Hongkong eingeschleppt. Die Zahl der Todesfälle nahm im November und Dezember immer mehr zu, erreichte in den zwei ersten Monaten des Jahrs 1897 ihren Höhepunct und nahm von Mitte März wieder langsam ab. Bezüglich der Verbreitung der Pest zeigte sich, daß die Pest in der Regel weder durch Luft noch durch Wasser, sondem nur durch ben menschliche« Verkehr verschleppt wirb, und zwar bildet der Mensch selbst den Träger der Pestkontagiums. Die Pest heftet sich hartnäckig an die Wohnungen und breitet sich nicht, wie viele andere Epidemien, rasch über weite Theile einer Stadt ans, sondern geht langsam von Hau» zu HauS. Sobald die Be­wohner ein solches Haus verlassen, hört die Infektions­gefahr auf, selbst »en« sie, wie daS bei den Indiern sehr häufig der Fall ist, zur Pflege ihrer erkrankten Angehörigen mit in daS Pesthospital ziehen. Bei der unglaublich schmutzigen Umgebung der Eingebornen, ihrer Zusammendrängung in engen, schlecht ventilirten dunkeln Wohnungen wird die Häufigkeit solcher Haus­epidemien leicht verständlich. Offenbar ist die Pest in der Hauptsache eine Krankheit deS Schmutze» und de» Elends. Die i» luftigen, Hellen und geräumigen Wohnungen reinlich lebende« Europäer blieben sowohl bei der Hongkonger Epidemie 1894 als bei der in Bombay fast ganz veischont. 1

Grün 64.

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Zu der Verbreitung der Pest tragen zweifellos die Ratten und ähnliches Ungeziefer wesentlich bei. I« viele» Orte» ging dem Ausbruch der Pest eine seucheuartige Krankheit und massenhaftes Sterben der Rallen voraus. Von dem Zusammenhang der Ratten» und Menschevpest find die Eiugeboruen so überzeugt, daß viele schon ihre Häuser verlassen, wenn sie eine tobte Ratte .finden. Von allen Thieren scheint die Ratte am empfänglichsten für die Pest zu fein, und da diese Thiere die Kadaver ihrer an Pest verendete» Genosse» annage», so ist es begreiflich, daß, wenn die Pest erst einige Ratte« inficirt hat, sich die Seuche unter ihue» rasch ausbreiten und den ganzen Ralleu- bestand eines Ortes vernichten muß. Bei der Be- kämpfung der Pest sind diese Verhältnisse zu berück­sichtigen. Auch Fliege» und Flöhe können zur

*) Den alarmirenden Mitthellungen über die Pestfälle i« Wien lasten wir die ergänzenden Ausführungen au» «m vor Kurzem erschienenen 18. (Ergänzung,- und Re- «liier-) Band zur fünften Auflage von Meyer» Eon- versationS-Lexikon folgen. DaS monumentale Werk leistet durch die umfaffeude, gemeinverständlich« Darlegung der neuesten Forschung,erqebniffe der Oeffentlichkeit wiederholl die schätzbarsten Dienste.

Bergnligungsanzeiger.

Königliches Theater z» Cassel.

Sonntag, 30. October: .Undine'. Montag, 31. October: .Die Logenbrüder'. Dienstag, 1. November: -Der Holländer'. Mittwoch, 2. November:

.Emllia Balotti'. Donnerstag, 3. November: .Dir Zauberstot« . Freitag, 4. November: .Zopf und Schwell'.

149. Kaiser, Felix, Magdeburg,

160. Brocking, Heinrich, Hahlen,

151. Dinnendahl, August, Cleve,

162. Steinkühler, Max, Kleinfastenrath,

153. Antz», Hans, Köln,

154. Hülsen, Paul, Arenen,

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

'»?*-'ra»^'si*'<'t*1 * *h"*' Allustrirtes EanntagÄblatt. * iii?'**"11 *** * »»»»> I»>*» ________ Maat»*: Stal» 24. - Telephon 66.

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102. Kirstein, Karl, HelfingforS, 103. Dreyer, Alfted, Darmstadt, 104. Grimm, Otto, Wiesbaden, , Vu>Wl 1±1 106. Kuhn, Erich, Wallenburg, Jura, Hofstadt 18

106. Munk, Karl, Gersfeld, , Nikoloistr, 6.

107. Steiner, Otto, Bahrlt, , Jägerstr. 3.

108. (Siefeier, Karl, Pillkallen, , Sybelstr. 18

109. Weber, Heinllch, Jhriughausen, Jura, Grün 19.

Zngewohl, Friedrich, Stratzburg, , Hofstadt 18. Weimar, Georg, Gafft I, Jura, Universttätsstr. 18. Wilhelmi, Otto, Marburg, , Wörthstr. 28. Henrich, Bernhard, Wetzlar, Jura, Wettergaffe 88. Wiegand, Walter, Bad Oeynhausen, Jura, Wöllhstr. 4. Beschütz, Max, Hamburg, Jura, Frankfurteistr. 11. Christiansen, Hermann, Apenrade, Jura, Kasernen- stratze 6i

97. v. Arnim, Diethoff, Güterberg, Jura, Siffelbergerstr, 2L

98. Lohmann, Wilhelm, Hofgeismar, Jura, Matkt iO.

»9. Schultetz, Adolf, Gießen, Jura, Kasernenstr. 27.

100. Pudel, Friedrich, Mannheim, Jura, , 4.

101. Hoffa, Max, Cassel, , Untergaffe 18.

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128. Baumann, Kuno, Tann t. Rhön, Jura, Molaistr 4.

129. Riesel, Karl, Düsseldorf, Jura, HaSpelftr. 11.

130. Singe. Karl, Berlin, Med., Haspelftratze 21.

131. Weber, Arthur, Fechenheim, Med., Keyerbach 7.

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Prigge. Franz, Hildesheim, Bergmann, Waller, Ketzien, Genth, Adolf, Schwalbach, Thestng, Ernst, Barten,