Erstes Blatt.
Zur Lage in Frankreich.
tzs scheint, die Saat der französischen Republik i» rttf, geschnitten zu werden. Der Sturz des KabmetS Brisson kann für Frankreich sehr verhängniß- »oll werden. Es ist dies, wie wir vorgestern belichteten, auch schon in Bezug auf die Lage der «aschoda- Verhandlungen von eine« englischen Cabinets- «italied betont und gefürchtet worden. Mehr noch, Ä »ach außen aber, liegt die Gefahr für die innere Gestaltung der Diuge in Frankreich. Wäre jetzt, Me vor einem Jahrhundert, ein Mann von dem Ruthe und Charakter eiueS Napoleon da, so stunde eg bös um die Republik, denn ihr Stündlein könnte resch geschlagen haben. Aber selbst bei dem Umstand, baß die Generalität in Frankreich zur Zeit sich in einer Situation sieht, die schneidige Männer des Schwerts sehr leicht zu einem Staatsstreich verleiten Mute, findet sich der Mann der That zu Gunsten eurer Monarchie nicht. Muthigere, als der selige «»»langer, scheintS überhaupt nicht zu gebe» — und »st dem eventuellen Ausreißen auf der Locomotive «obert man keinen Thron.
Statt also eines muthigen General« rst «uch in her verhängnißvollen Sitzung der Deputirtenkammer, sie bei den Verhandlungen im Zola - Prozeß, ein Geueral, und zwar kein geringerer, als der bisherige stauzösische Kriegt Minister Chavoine, a la Paly de Llam theatralisch aufgetreten. Chanoine ver- theidigt seine Demisfion mit den Erklärungen: er sei «ü Brisson in vielen Dingen nicht einig gewesen, insbesondere seit der lächerlichen Geschichte von dem Mirärcomplott, so beispielsweise in der Affaire Picquart. Die Dreyfus - Blätter habe er deßhalb nicht verfolgen lasten, weil die Strafen zu geringfügig gewesen wären. Auch die von rusfischen Blättern hervorgehobenen Komplikationen hätten ihn bewogen, zu demisfioniren. Unserer Ansicht »ach konnte dies Aes einem ftanzösischen Minister nicht Grund genug oder Rechtfertigung dafür sei», daß er in ostensibler Weise sein Portefeuille statt mit Wissen feiner Minister-College» in die Hände des Präsidenten der Republik, in die Hände der Deputirtenkammer zmücklegt, das ist ebenso neu als theatralisch. Die radikalen Pariser Blätter greifen natürlich Herrn Chanoine der sich zum Werkzeug des Militärcomplotts herge- geben habe, aufs Schärfste au. „Rappel' erklärt, wenn Frankreich noch Republick wäre, so würde Chanoine heute auf dem Mout Valerien in Haft sein. „Petite R-publigue' fragt, waS in dem Dossier enthalten sein wüste, daß die Generale zu solchen Mitteln greifen, um einander zu rette». Die ge-
(Rachdruck verboten.)
KerbflSrütHe.
Roman von Elarissa Lohdk
(Fortsetzung.)
.Ich denke, gehört zu hab«, die »st« wäre» in Triest einmal mit ihm zusammengetroff«, ehe er seine große Reife »ach Asien antrat. Solche Trenn- nag müssen sich doch viele Ester» gefalle» last«. Die Söhne könne» doch nicht ihr Leben lang an der Schürze der Mutter hänge». Wenn unsere Jungen erst groß geworden find, «er weiß —*
„Nun, zu Foischungsreisende» erziehe ich sie >icht,' rief Irmgard, die ihre ein« Augenblick verloreue &mne schon wiedergewonnen hatte. „Da werde ich «rch ein Wort mitsprechen, daS mache Dtt um gleich klar, Ernst.'
Hübner lachte:
„kommt Zett, kommt RathI'
Der Platz für Ottomar war »uu gefuud«, »beu der Tochter eines Sroßindustriell«, einem viel lllworbenen, wenn auch »icht mehr ganz junge» Mädchen.
„Ich d«ke, für Fräulein Malt« wäre Ottomm wirklich eine sehr past«de Partte,' bemertte Hübner. »Eie hat viel gewählt, hat Ehrgeiz, »ud ist dabei Äch, sehr reich. Ottomar mit seiner interessanten Erscheinung, seinem selbstbewußt« Weseu »ttd jed«- fefe Eindruck auf sie mach«.'
„Selbstbewußtes Wes«?' warfJrmgmdftageud rin. „Das hatte er früher nicht.'
„Früher, als er »och ei» junger unbekannter Archäologe ttor, jetzt ist er ein bedeutender Gelehrter geword«. DaS ändert die Sache, »ud »ft auch d« Mensch«.'
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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
* yw.*j**i!S***" —* Jllnftrirtes Sonntagsblatt. —
M 253
Erscheint räglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. QuarialS-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bet allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr: die ge- «avene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 26 Pfg.
Warburg
Freitag, 28. Oktober^1898.
Ntyeigen nehme« entgegen: die Expedition diese« Blatte«, die Annoncen-
Pureaux von Haasenstetn & Bögler, Frankfurt a. M„ Cassel, Magde» QQ Makira
Kura, Wien' Rudolf Stoffe, Frankfurt a. M., Berkin, München, Köln; 00.
C. L. Daube 4 Co., Frankfurt a. M., Berkin, Lamuver, Pari« X.
mäßigten Organe tadeln zwar gleichfalls die Haltung ChanoiueS als inkorrekt, sprechen sich aber bcfttedigt auS über das Ergebniß des vorgesttigen Tages. Sehr zurückhaltend benimmt sich der Präsident, Herr Faure, er hat aber voll Recht, wenn er gesagt hat, Chanoine habe sich auf ein Konventsmitglied hinausgespielt.
Um sich bei dieser ihm günstigen Lage der Dinge den Schein der Unterlassung zu ersparen, läßt nun Victor Napoleon aus Brüssel unterm 26. d. Mt8. auch die dortige „Reforme' nachstehendes verbreiten:
.Prinz Victor Napoleon trifft Vorbereitungen zu seiner Abreise nach Pari«. Der Prätendent empfing heute über hundert bonaparlistische Notabilitäten. Ein kühner Sch.itt des Thronbewerbers steht anscheinend bevor.'
Wie gesagt, an dieser „Kühnheit' zweifeln wir namentlich auch bei Victor Napoleon sehr. Ueberdies weiß er und die „bonaparttstischeu Notabilitäten', daß er sich jetzt in Paris in der bedenklichsten Gesellschaft befinde, mit der man weder den Thron erobern, noch ihn sich erhalten kann. Denn die Armee, für welche jetzt die Chauvinisten unter eines Deroulede Führung und die wüthendsten Antisemiten de» Mund s» weit aufreiße», würde sie eventuell doch im Stiche lasten, auch würde sie mit dem Straßengestudel, das jetzt auf Dörouledes und Anderer Veranlastung in Paris demonstrirt, ebensowenig gemeinsame Sache machen, wie mit Victor Napoleon. Im Grunde wird sie ihre Loyalität gegen die Republik zu Restituirnng ihres eigenen Ansehens bewahren. DaS Beste ist also, Victor Napoleon bleibt zu HauS.
Die günstigste Nachricht, die bisher aus Paris eingcttoff«, ist die, daß in Kammerkieisen dort verlautet, D e l c a s s e weide in dem neuen Cabiuet, welcher Richtung dasselbe auch angehören möge, das Portefeuille deS Aeußern auch wieder übernehmen. Dies ist für Frankreich zur Zett sehr wichtig. ES heißt, Faure werde alle Anstrengungen machen, um die Bildung eines neuen Cabinets rasch herbeizuführen. Freilich gelingt so etwas auch manchmal durchaus nicht. In Kreise» der Senatoren und Deputirten werden die Namen Ribot und Frcycinet für das CabinetSpräsidinm genannt. Gestern Vormittag empfing Faure die Präfident« des Senats und der Deputirtenkammer Loubet und Deschanel, Nachmittags den Vicepiäsident« der Deputirteu- kammer Georges Leygues. Wie verlautet, befürwortete LeygueS die Bildung eines Cabinets der republikanischen Concentratio» mit Ribot und Charles Dupuy als Hauptelementeu. Der zweite Viceprästdent der Deputirtenkammer, Krautz, welcher später auch im Elysäe empfange» wurde, befürwortete gleichfalls die Bildung eines Cabinets der republikanisch« Concentration, jedoch mit einer ausgesprochen pro- gressistischen Mehrheit.
Inzwischen beginnt heute in Paris die Verhandlung der Revision des DreyfuS - ProcesseS beim Kaflationshofe. Dort wollen die Nationalisten, Autisemiten und die Patriotenliga heute vor dem Justizpalast demonsttireu. Natürlich traf die Polizei die nöthigeu Maßnahmen und die Demonstration kann leicht ganz Anderes bringen, als den bezweckt« Effect — nämlich blaue Köpfe!
Umschau.
Der .Reichs-Anzgr.' schreibt: „Anläßlich der Pesterkrankungen in Wien hat sich anscheinend im Publikum die Befürchtung verbreitet, daß durch ähnliche Verhältnisse auch hier (in Berlin) ei» Ausbruch der Krankheit herbeigcführt, werden könnte. Zu einer derartigen Beunruhigung liegt kein Anlaß vor. Versuche mit Pestbacillen an lebenden Thier« sind seit langer Zeit weder im Kaiserlichen Gesundheitsamte, noch im Königlichen Institut für Infektionskrankheiten, noch im hygienischen Institut der hiesigen Universität ausgeführt worden. Solche Versuche stehen auch nicht in Aussicht und find um so weniger »othwendig, als die einschlägigen Frag« durch die in Indien angestellten Untersuchungen hinlänglich geklärt find und als die im vorigen Jahre von Reichs wegen zur Erforschung der Pest nach Indien entsandte Sachverständigen-Kommission Gelegenheit gehabt hat, erschöpfende Studien über die Pest, insbesondere über die Art ihrer Verbreitung und die zur Bekämpfung der Krankheit geeigneten Maßnahmen, zu machen.'
Der Kolonialrath erledigte in seiner vorgestrige» Nachmittagsfitzung, welche gegen 3 Uhr begann, den noch übrigen Theil deS südwestaftikanische» Etats und sprach dabei einstimmig den Wunsch auS, die Regierung möge sobald als möglich Mittel in den Etat eivstelleu zur Anlage landwirthschastlicher Versuchsstationen, zur Einrichtung eines das ganze Gebiet umfassenden meteorologischen Beobachtungsdienstes, sowie zur Entsendung thierärztlicher und kulturtechnischer Sachverständiger. Sodann ging der Kolonialrath zur Berathung des Entwurfs einer Zollverordnung für Kamerun über, der ohne längere Debatte gutgeheiß« wurde. Bei dieser Gelegenheit kam es zu einer vorübergehenden Erörterung der in Angriff genommenen Erschließung der Südostecke von Kamerun und der Zollverhältnisse des Schutzgebiets im Allgemeine». Den Schluß der Verhandlung« bildeten zwei Vorlagen, betteffevd die telegraphische Verbindung Kameruns mit Victoria und die Beschränkung der Einwanderung rnütelloser Personen in Deutsch-Ostafrika; letztere wurde einer ad hoc gewählten Kommission zur eingehenderen Berathung überwies«.
Gestern Vormittag trat der Colonialrath zur weiteren Berathung der besonderen Vorlagen wieder zusammen. Auf der Tagesordnung stand zunächst der vom Reiche mit der Neu-Guinea-Compagnie abgeschlossene Vertrag wegen Ablösung der LandeshoheitSrechte über da» Schutzgebiet von Neu • Guinea. Die Berathungen wurden mit der einstimmig angenommenen Erklärung abgeschlossen, daß der vorliegende Vertrag in seinen Grundzügen den früheren Vorschlägen des Colonialraths entspreche und sein Zustandekommen schon in H nblick auf die große Ent- wickluuc rfähigkeit von Neu - Guinea und des Bismarck- Archipel« als für da« Reich sehr vortheilhaft bezeichnet werden wüste. Zugleich sprach der Colonialrath der Neu- Guinea - Compagnie seine vollste Anerkennung für die mit so großen Opfern bisher geführte Verwaltung der bezeichneten Südseebesitzungeu aus. Eine sehr eingehende Besprechung kuüp te stch an die dem Colouialrath vorgelegte Denkschrift, behtffenb die Aufnahme bet deutschen Sprache in den Lehrplan der Schulen in den Schutzgebieten, an der sich besonders die Vertreter beider Missionen, Excellenz Dr. von Jacobi und Prof. Dom- capitular Dr. Hespers, beteiligten. Eine Resolution, die dahin geht, daß allen in den Colonieen bereits bestehenden oder noch zu errichtenden Schulen unbeschadet ihrer besonderen Eigenart und Selbstständigkeit auf Grund eine« im Einvernehmen mit den deutschen Missionen aufzustellenden Lehrplanes über den deutschen Unterricht auf ih en Antrag ein Regierungszuschuß gegeben werde, gelangte zur einstimmigen Annahme. Die dem Colouialrath vorgelegte Aaldverordnung für Deutsch>Ostafrika wurde mit einigen Abänderungen angenommen. ES wurde sodanu In eine Erörterung ein getreten, die sich au die Vorlage, be- tteffend Dienstvorschriften für die Beamten in den Schutzgebieten und Angehöriger der Schutztruppen hinsichtlich gewister Nebenerwerbe und Beschäftigungen knüpfte.
Damit war die Tagesordnung erschöpft. Der Vorsitzende gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß er de» Colouialrath nicht schließe» dürfe, ohne dm Mügliedem desselben seinen wärmsten Dank für das weitgehende Entgegenkommen, das mau ihm bewies«, auszuspiechen; die Leitung der Verhandlung sei ihm durch die Liebenswürdigkeit und die Nachsicht des Colonialraths gauz besonders leicht gemacht worden, und er knüpfe daran die Bitte, ihm auch für die Zukunft das in so reichem Maße geschenkte Vertraue» güttgst bewahren zu wollen. Herzog-Regent Johann Albrecht von Mecklenburg- Schwerin erwiderte darauf, er glaube im Namm aller Mitglieder des Colonialraths zu sprechen, wenn er dem Herrn Vorsitzenden für das Geschick und die energische Art, mit der er die Verhandlungen des Colonialraths geleitet habe, den wärmsten Dank cms- spreche. Er und seine Freunde hätte» in diesen Tagen die feste Ueberzeugung gewonnen, daß die Leitung unserer Colonialpolitik in die richtig« Hände gelegt sei; er hoffe, daß der Vorsitzende seines bedeutungsvoll« Amtes noch lange mit derselben Kraft und Umsicht walte, die ihn heute ausgezeichnet hätte». Er sei überzeugt, in gemeinsamer Arbeit mit diesem Manne würde sich das Band zwischen der Colonial- abtheilung und dem Colonialrath mit jedem Jahre fester und inniger knüpf« zur Förderung aller
„Es thäte mir leid, wenn er eingebildet wäre. Ich mochte ihn gerade wegen seiner Bescheidenheit gern.'
„Kennst Du nicht SoetheS Ausspruch: Nur die Lumpe fiud bescheiden? Ei» Lump ist Ottomar jedenfalls nicht. Er machte auf mich de» Eindmck eiueS Mannes, der fest auf seinen Füße» steht. Nun, wir werden ja seh«.'
Fast zu derselb« Zett, als man im Hübnerschen Hause sich soviel mit ihm beschäftigte, saß Ottomar im Salo» seiner Mutter, die noch immer dieselbe Wohnung inne hatte, wie an jenem letzten GesellschaftS- abend vor seiner Abreise.
Hübner hatte recht gehabt, wen» er Ottomar als ein« Mann von interessanter Erscheinung bezeichnete. Die schlanke hohe Gestalt, der feine Kopf, aus dem die Augen f» ernst und sinnend blickten, die tief gebräunte Hauffarbe, die stolzen beinahe strmg« Züge verfehlt« nicht, selbst da» Auge Fremder auf ihn zu lenken.
Die Profeflorin in einem dunkel» HanSkleide lehnte im Sopha. Sie war völlig ergraut, ihre Gestatt erschien selbst beim Sitz« etwas zusammeugesuukeu. ein Zug von Bitterkeit hatte sich um ihren Mund gegraben, der die Aehnlichkett mtt ihrem verstarb«« Bruder, deff« wohlgettoffeneS Porttät ihr geg«fi6er hing, völlig verwischt hatte.
„Du sollst eS Dtt wirklich »och überlege», Ottomar, sagte fie, „ob Du die Profeffnr in München annimmst. ES würde stch auch hier etwa» für Dich find«, und Du weißt doch, wie ich und der Later es wünsch«, Dich bei unS zu hab«. Wtt werden Beide alt*
„Ich bitte Dich, Rama,' gab er unmuthig zurück, „laß doch dies Thema «blich fall«. An einmal ge- faßt« Beschlüssen ändere ich nichts, das müßtest Du
doch wiffm, und auch, daß die Erinnerungen hier —' fein Auge überflog mit finsterem Ausdruck den Raum und blieb auf dem Bilde des Präfideuten hasten — „mir nicht so angenehm find.'
Die Profefforin war feinem Blicke mtt den Augen gefolgt. Sie seufzte.
„Sagte ich es Dtt nicht schon, daß die Bodiu'S fortgezogeu find?' Er stand peinlich berührt auf und trat ans Fenster. Noch immer vermochte er den Namen Bodiu nicht ohne unaug«ehme Empfindung aus- sprechen hören. Deshalb hatte et ja so lange die Heimath gemieden, um die Erinnerung ,» flieh«, und nun er nach so viele» Jahr« wiedergekehrt war, tauchte fie doch überall vor ihm auf, verharschte Wunde» aufS Neue aufteißmd. Selbst dieses Zimmer, in dem er s« oft mit Elli geweilt hatte, die Sttaße, in her er mit ihr gewandelt: Alle«, Alles rief ihm ihr Bild zurück.
„Lebt der alte Rach noch?' fragte er, sich um» wendend und sein« ftüher« Platz der Mutter gegenüber einnehmmd. Wenn e» den» sei» mußte, so sollte der bittere Kelch so rasch al» möglich getrunken werd«; wußte er doch, daß die Mutter ihm nichts erspar« würde von dem, waS fie über die BodiuS erfahren hatte, vielleicht, nm ihm aufs n«e zu beweis«, wie gut eS gewes« war, daß er von dieser Familie sich gelöst habe.
„Freilich lebt er noch. Er hat sich penfiontten laff« und führt ein Herreuleben in der schön« Villa am Corners«, die ich eigeutttch erben sollte. Robert hatte fie mtt immer versprach«. Run macht» sich die Räthin Bodiu hort bequem.'
Kannst Du e» denn noch immer nicht verwinden, Mutter? Ich wäre wirklich zu stolz dazu, darüber auch nur ein Wort zu verlieren.'
„DaS sagst Du so. Du denkst nicht daran, WaS dieser Besitz für uns, Deinem Bat« und mich, gerade jetzt für Werth hätte; ein Ruheplatz für unsere alt« Tage, wo wir in der milde» Lust u»S neue Lebenskraft hole» könnte».'
„Ser Onkel hat, so viel ich weiß, diese milde Lust alle Jahre geathmet, und starb doch »och verhättniß- mäßig jung.'
„Er litt am Herz«.'
Wie Spott zuckte eS um OttomarS Mund:
„Sein Herz war zu jung geblieb«, deshalb noch hiefe späte Liebe.'
„Ein Schmach war», für sein« Nam«, für uns Alle', stieß die Proffefforin heftig hervor. „Zn heut« haß jetzt ganz fremde Leute an feinem Vermög« sich wohl sein laffen, das eigentlich unS gehört.'
„Wozu daS Klag«, wo doch nichts zu änhern ist? Heftigen» ist e» ja den Sohin» lange schlecht genug gegangen, gönne ihnen doch hie bessere Zett.'
„Na, bunt g«ug sollS bei ihn« zugeh«. Sunna Besuch i« Hause, Courmacher bet Töchter, hie von her Räthin herbeigezog« »erb«, wie früh« schon. Da wtth lustig gelebt; aber bind« will sich die reiche Erbin nicht, wie e» scheint. Ihr gefällt e» besser, Freunhe zu haben, hie sie bewundern; da» legt lerne Pflichten auf. Und mehr herrschen al» in ihr« Familie kann sie im Hause eine» Manne» nicht. Ale» soll sich vor ihr beug«, selbst her alte Rath, der ein ganz still« Mann geword« sein soll.'
„Um Himmel» willen, wohn weißt Du ha» Alle», Mama? unterbrach fie Ottomar ungeduldig.
(Fortsetzung folgt)