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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain. t*j*2*j*%£!***"«""" Jlluftrirtes Sonntagsblatt.

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ü)-4 ^-^ÄS-AbonnementS-Preis bei der Expeditisn 2 Mk drallen ^XGXvUX^ «urE von * ÄÄÄ£! 33. Jahra.

je. 2ol Mittwoch. 26. Lkrobcr 1898.

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Die Faschodafrage.

W. Paris, 24. October.

Der Minister des Auswärtigen, D e l c a s s e, ließ gestern Abend an die Parlaments- «ilglieder 2 G e l b b ü ch e r vertheilen. Das erste bezieht sich auf die Angelegenheit am oberen Nil und Sahrelgasal, das zweite auf die Orientangelegenhett rab die Autonomie Cretas. Das erstere umfaßt 26 Seiten und enthält 31 Aktenstücke. Der Bericht Michaud, welcher bekanntlich nicht im Gelbbuch ent­halten ist, wird Gegenstand einer besonderen Ver- Sffentlichung sein. Die ersten im Gelbbuch ange­führten Depeschen sind diejenigen, welche 1897 zwischen hanotaux und Monson ausgetauscht wurden und von denen man Kenntniß durch da» englische Blanbuch hat. Salisbury erklärte am 9. September in einem Telegramm, sämmtliche dem Chalifat unterworfenen gebiete seien nach den Ereignisse» von Chartum auf die ägyptische Regierung übergegangeu. Die englische Regierung sei der Ansicht, daß dieses Recht keine TÄcusfion zulasse.

Am 20. September setzte Delcassö dem fran­zösischen Botschaftsrath in London, Geoffray, den französischen Gesichtspunkt gegenüber der englischen Theorie auseinander; letztere könne nicht auf Faschoda Anwendung finden, das vor der Einnahme Lhartum's erobert worden sei. Marchand sei 1896, ein Jahr nach der Erklärung Grey's in der Richtung nach dem Nil gegangen, aber dieser Aufbruch nach dem Nil könne kein wenig freundlicher Act sein, da Marchand einfach ein Offizier gewesen sei, der den Auftrag hatte, eine Truppen- ablösnng durchzuführen und die Vertheidigung des Landstrichs zu sichern, welcher nach der Vereinbarung zwischen Frankreich und dem Kongostaat Frankreich zngesprochen war.

Delcafsö legt sodann dar, daß damals der Sudan für Aegypten verloren gewesen und anderweitiges Dazwischentreten verschiedentlich vorgekommen sei, so namentlich in Lado, ohne daß England Einspruch erhoben hätte. DelcaM theilte diese Bemerkung Monson mst, welcher darauf nichts erwiderte, sondern nur die Gegenseitigkeit der Empfindung versicherte, daß eine Verständigung nothweudig, England aber z» sehr eogagirt sei, um auf Faschoda verzichten zu können. Delcasiü entgegnete, Frarkreich habe die halben Rechte auf Faschoda wie England auf Chartum. Um das Gegentheil festzustellen, müßte England ein Mandat vom Sultan als Suzerän Aegyptens haben. Am 26. September sprach der englische Untersecretär des Auswärtigen gegenüber Geoffray die Hoffnung ans, daß die Regierungen den Boden einer Ver­ständigung finden werden, obgleich die Lage ernst sei.

Am 28. September sprach sich Delcasse in einer Unterredung mit Monson auS, in welcher die Ab­sendung der Depesche an Marchand betreffend seinen Bericht vereinbart wurde. Am 3. October sandte Delcassb an Geoffray nach London brieflich einen Bericht über die Besprechung mit Monson über die Faschoda-Augelegenheit. Monson habe erklärt, Del- cassü könne sich nicht verhehlen, daß Frankreich, in­dem eS gegen den Nil marschirle, der von Deutsch- chland und Italien als unter englischer Einfluß­sphäre stehend anerkannt sei, . auf einen Konflikt mit England zuschritt. Delcaffö betheuerte lebhaft, daß nicht» bei dem Vorgehen Frankreichs die Behauptung rechtfertige, daß dasselbe gegen England gerichtet sei und die Pläne Englands durchkreuzen wollte. Del- cassb fügte hinzu, Frankreich sei zuerst nach Faschoda gekommen und habe es der Barbarei entrissen, wie eS später England mit Ehartum getha« habe. Er könne für die Verständigung zwischen den beiden Ländern Opfer materieller Art bringen, die Nattonal- ehre aber bleibe von seinen Händen unangetastet. Niemand an seiner Stelle wird .anders sprechen. Delcasiv fügt am Schluffe seines Berichts bei, Monson betonte, er anerkenne DelcafföS versöhnliche Gesinnung. DaS Gelbbnch berichtet weiter: Am 4. October tele- graphirte Delcaffe an den Botschafter in London, er habe ein Telegramm Salisburys empfangen, welches anzeigte, daß das für Marchand bestimmte Schreiben »ach Chartum gesandt sei. Gleichzeittg wiederholte Salisbury die englischen Anschauungen über die Faschodafrage, welche dieselben blieben. Am 4. Oc­tober telegraphirte Delcaffs nochmals an Courcel folgendes:Ich beabsichtige nicht, daß wir uns auf das Recht der Zuerstbefitzergreifenden berufen, nur um allem zum Trotz, selbst gegen unser Jntereffe, Faschoda zu behaupten; aber wir dürfen uns nicht darauf einlassen, unsere Rechte ohne Dis­kussion aufzugeben und ohne daß eine Abgrenzung unserer Colonien am Kongo und oberen Ubange ge­regelt würde.. Am 5. October machte Courcel seinem Minister Mittheilung über eine ausführliche Unterredung mit Salisbury. Da Salisbury es ab­lehnte , in eine Erörterung des Kerns der Frage einzutteten, erklärte Courcel, es muffe immerhin ein Ausweg aus der gegenwärtigen Lage gefunden werden. Solle nun die Räumung Faschodas der Ausweg sein und würde sich Marchand thatsächlich zurückziehen müssen?

Von Frankreich verlangen, Faschoda ohne jede Erörterung zu räumen, hieße em Ultimatum stellen, und, wer Frankreich kennt, würde über die Antwort nicht zweifeln. Der Botschafter wisse wohl, daß Delcasss eine Verständigung mit England wünscht, die ebenso vortheilhaft für England wie für Frankreich sein wird. Der Botschafter sei auch über Delcafsö»

versöhnliche Gesinnungen nicht im Ungewissen. Del- caffe habe dieses nur deßhalb offen versichert, weil er wußte, daß er sich nicht über die von der nationalen Ehre gezeichneten Grenzen fortreißen lafse.

Unbedingt müsse der Räumung Faschodas, wenn sie erfolgen sollte, was Courcel als Hypothese zu- zulassen nicht durchaus ablehne, eine Verständigung über die Art der Durchführung und ihrer Consequenzen voravgehen. Mst anderen Worte», man müsse zu einer gütlichen Abgrenzung schreiten. Salisbury er­widerte nach ernster Ueberlegung, er sei über die Geographie der aftikanischen Gebiete nicht genügend orientirt, um ihm sofort über die Frage der Grenz- feststellnng eine Antwort erteilen zu können. Wenn die Engländer die Gebiete am oberen Ml als in ihre oder Aegyptens Einflußsphäre fallend, reklamire», find die Franzosen nicht minder berechtigt, aI8 zu ihrer Einflußsphäre gehörend dir Gebietstheile zu reklamire», welche die Fortsetzung ihrer Besitzungen in Centralafrika sind und ihnen den Zugang zum NU eröffnen. Die Abgrenzung dieser beide», con- currirenden Ansprüche sei unerläßlich geworden. Dies ist der Schluß, der aus dem Blaubuch zu ziehen ist. Am 12. October' berichtet Courcel Delcaffä über die Unterredung mst Salisbury. Der erste Theil be­rührte die Rechtspuntte, worüber eine Einigung schwer war, da Salisbury nicht zugab, daß man ihm das Recht bestrstt, den Besitz derjenige» Gebiete zu beanspruchen, welche eiust zu Aegypten gehörten. Courcel blieb bei der Behauptung, daß selbst wenn die Legitimität der ägyptischen Ansprüche anerkannt werde, e» noch nicht bewiesen sei, daß die Anwesen­heit französischer Truppen in Faschooa in höherem Grade mit dem Ansehen de» Khedive nnvereinbar sei, als die Anwesenheit englischer Truppen in anderen, unbestreitbar zu Aegypten gehörenden Gebietstheilen. Hierauf berief sich Salisbury auf die Thatsache der Vernichtung der Herrschaft des Mahdi, welche den englischen und ägyptischen Waffen zu 'verdanken sei. Courcel erwiderte, wenn man sich auf daS Recht der Eroberung berufe, dann handle eS sich um eine Frage der Handlungen und nicht um Rechtspuntte. In der That war Faschoda nicht der Herrschaft deS Mahd entriffen, man konnte nicht von einer Herrschaft des Mahdi über Bahrcl und Gasal sprechen, wo Frank­reich bereits vor mehreren Jahre» eindrang und niemals Conflicte mit den Mahdisten hatte.

Eine Note derAgence ©tefani* hält die be­unruhigenden Gerüchte, welche über die Beziehungen Frankreichs zu England verbreitet sind, für völlig unbegründet. Ebenso unrichtig ist eS, daß in irgend einem französischen Kriegshafen außerordentliche Maß­regeln getroffen werden.

Die meisten Blätter beglückwünschen bei Be­sprechung des Gelbbuches den Minister der Aeußern,

DelcassS, zu seiner energischen Haltung gegenüber England. Mehrere Journale finden hierin den Beweis, daß Rußland in der Faschoda - Frage Frantteich die weitgehendste Unterstützung versprochen habe. Als Symptom der große» Besserung der Situation wird >ie Thatsache angesehen, daß Lord Salisbury llch bereit erklärt, die stanzöfische Forderung betreffs eines Zngangspunktes zum Ml seinen College» zu unter- breiten. In dem gleichen Sinne wird das Dementt derAgence Havas" betreff» der Marinerüstungen «ufgefaßt. _____

In London ist im Großen und Ganzen der erste Eindruck de8 Jnhattes des französischen G el b b n ch e S entschieden günstig; man nimmt an, daß Frantteich Marchand auS Faschoda, wo er doch unhaltbar wäre, zurückziehen und dann im Bahr-el- Ghasal Zugeständnisse erhalten werde.Daily Tele- graph", Salisburys treuer Schildknappe, äußert sich in dieser Richtung am zuversichtlichsten, während sonst besonders die Nothwendigkeit betont wird, daß unter allen Umstände» Frantteich zuerst da» Feld räumen müsse. Auffällig ist der Mangel jedes beifälligen Wortes für bett Premierminister in der allgemeinen Erörterung, während Lord Rosebery wegen seiner Samstagsrede allseittge herzliche Zustimmung erntet. Ungeachtet der gestrigen, in London gleichzeittg mit der französischen Ableugnung erfolgten ähnlichen amt­lichen Kundgebung wird von nnterrichteter Seite als Thatsache bezeichnet, daß in Portsmouth sämmt- lichen Kriegsschiffen aus dem Depot die an der vollen Kopfstärke fehlenden Mannfchaften zugewiesen wurden und eine Reihe von Seeoffizieren, die bei der Mobil­machung zur Verwendung gelangen, die Ankündigung erhielt, sich für die Einberufung bereitzuhalten. Die Hauptbesorgniß ist, das französische Cabinet könne stürzen, noch ehe die friedliche Lösung erziell wäre, wobei die Lage nach der Bildung eines neuen Cabimts vielleicht einen bedrohlicheren Anblick ge­winnen könne.

Umschau.

Gestern fand in Berlin im Reichstagsgebäude bie Eröffnung ber ersten Tagung bet fünften Sitzungsperiobe beS Kolonialraths burch ben Vorsitzenden Geh. Rath Dr. v. Buchka statt. Von den 34 Mitgliedern waren 30 anwesend, auch die beiden Sachverständigen der Colonialabtheilung für Sprachforschung und ttopische Landwirthschaft, Geh. Rath Dr. Sachau und Pros. Wohltmann - Poppels» dors. Der Vorsitzende begrüßte zunächst den Herzog- Regenten Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin, sowie die alte» und neuen Mitglieder deS Colonial- ratheS und dankte für ihr Erscheinen. Er erinnerte an

(Nachdruck verboten.)

Keröstbkülhe.

Roman von Clarissa Sobbfc (Fortsetzung.)

Frei hat er sie machen wollen, frei von irdischer Roth? Weil er sie der Freiheit für werth geholte» hatte? Hat er sie denn nicht überschätzt, »ar sie denn wirklich ber Freiheit werth? Ach, sie weiß jetzt nur eine, daß sie Alles, Alles, Geld, Gut, Frei­heit gern hiugeben würde, wäre ihr geblieben, was sie verloren hatte: OttomarS Liebe!

Es klopfte an die Thür. Ottt steckte ihr blondes

Köpfchen durch dieselbe, die Schwester zu Tische zn bäten. Einen Moment. sah Elli die Sintretenbe erit großen Augen an, al» verstehe sie sie nicht. Ihre Gedanken waren so weit weggewesen; ste mnßte sich erst wieder in die Gegenwart zurückftnben.

Ottt bettachtete sie einen Augenblick mtt traurigem Kopfschütteln, bann schlang sie die Arme um ber Schwester Hals, und bat leise:

Sei boch nicht gar so trostlos, Elli. Ist e» Dir denn gar keine Freude, daß Du nun mein und weine» Rudolf» Glück begründen kannst?"

Jetzt flog e» doch wie ein Lächeln über Ellis Züge. Der Gedanke, daß sie jetzt Eltern und Ge­schwister an» dem Elend ihrer pekuniären Lage be­freie«, ihnen eine bessere Zukunft bereüen könne, da» war e» doch zumeist gewesen, was sie ttotz aller Bedenken zur Annahme der testamentarische» Schenkung bewogen hatte. Daß Ottt nun den jungen Lieutenant von Eick heirathen konnte, wa» Elli erst al» eine Utopie erschienen, war die erste Genngthung, die ihr der unerwartete Besitz gebracht hatte.

Bist D» wttllich glücklich?" fragte sie, Ottt ge­rührt die Wange streichelnd.

Ja, Elli ich bins; o, wie sehr! Ach, »ernt die Welt Dich nur so kennte, wie wir Dich kennen, wenn sie wüßte, welch ein goldenes Herz Du hast!"

Elli schnitt ihr mit rascher Handbewegung daS Wort ab.

Weißt Du denn nicht, daß gerade die, die mich kannten, mich zuerst verurtheilt haben?

Schlage Dtt da» doch aus dem Sinne, Elli!"

Glaubst D», daß da» so leicht geht? Wen» ich nun von Dtt verlangte, daß Du Deinen Tick Dir au» dem Sinne schlagen solltest?"

Otti verstummte, sie fand keine Antwort mehr. Süll, wie jetzt immer, »ahm man am Tische Platz. Die Räthin wurde berests ungeduldig. Sie bitte den Reichthum, der ihnen durch die Güte de» verstorbenen Präsidenten zugefallen war, denn daß Elli seine Alleinbefitzeriu sei, wollte ihr durchaus nicht einlenchteu nun auch so recht genießen mögen, nm so mehr, da die Leute so viel darüber redeten.Sie werde» ja schon anshöre»,' meinte sie, und darüber so ben Kopf hängen lassen, wie e» Elli thut, bazu fäube sie gar keine» Gründ.

Weißt D», Elli," redete sie die schweigend ihr Mittagbrod Verzehrende an, wa» ich Dtt Vorschlägen möchte?*

Elli blickte fragend auf:

Mr?"

Ja Dir!" Du siehst wirklich gottsjämmerlich aus: man muß daran denken, für Deine Gefundheü etwa» zn thun."

Für meine Gesundheit? O, da» ist nicht nl» thig, Mama."

Bedenke doch, Elli," fiel Lena jetzt scherzend ein, ,daß an Deiner Person von nun an ja unser aller Glück hängt. Wenn Du nnvermählt stürbest"

Lena", mahnte ber Bater,welch dumme» Geschwätz."

Laß sie, Papa,' sagte Elli ernst.Sie hat recht, aber ich fühle mich wirklich ganz wohl."

Du mit Deinem bleichen abgezehrten Gesicht wohl? DaS rede einem Andern ein," rief die Räthin verdrießlich.Eick war eben hier, und wir dachten daran, wie hübsch eS wäre, wen» er mit u»S in ein Bad gehen könnte. Der arme Junge hat auch noch nie da» Geld zn einer größeren Reife gehabt. Und ba Du Dir doch soviel au» dem Geschwätze ber Leute machst, warum nn» nicht Alle für einige Zett ihm entziehen?"

Wenn Du reifen willst, Mama, ich habe nicht» dagegen."

Ich? Von meiner Person allein kann doch nicht die Rede sein."

Natürlich reisen die Schwestern mit, und wenn Eick sich Euch auschlttßen will, so wäre das ja sehr angenehm für Euch."

Du sprichst immer von uns. Und Du? Du bist doch bie Hauptperson dabei."

Elli schüttelte den Kopf.

Mich dispensire davon. Ich bleibe bei Papa."

Bei Papa?" rief Ottt betrübt.Das ist ja aber unmöglich. Dann wärest Du ja fast immer allein Rein, da» dürfen wir nicht »»geben, dann bleiben wir auch hier."

Quält Elli doch nicht I" fuhr nun der Rath da­zwischen; e» wird sich ja Alles finden."

Das sagst Du immer," klagte Lena.Mittler­weile geht der Sommer dahin und hier ist eS wirklic > nicht mehr angenehm, zu bleibe». Gestern erst im Zoologischen Garten auch Rudolf wurde ganz liegen alle Bekannte» kehrten dtt Köpfe» ab, wenn wtt vorüberginge», nm nn» nicht zu sehen. DaS geht nun schon fett dem Winter so, fett"

Die Räthin unterbrach sie, nach dem Vater hin- blickend mst einem bemerklichen: Hm, hm.

Sie «erden noch grün und gelb vor Neid werden," fuhr fie rasch fort. Gut nur, daß fie nnS mit allem Neid da» Geld nicht wieder ans der Tasche locken können."

Und die schöne Villa am Comersee auch nicht," rief Ottt, fröhlich bie Hände zusammenschlagend. Wann gehen wtt hi», Elli?.

Elli machte eine abwehrende Bewegung. Jetzt, da Alle» noch in ihr vor Schmerz zitterte, jene Erinner­ungen wachrnfen? Welch schrecklicher Gedanke.

Sobald daS Essen beendet war, zog fie sich in ihr Zimmer zurück, in der Einsamkeit fühlte fie fich am wohlsteu. All diese» Wünsche» und Begehren, diese» fortwährende Bestürmen von Mutter und Schwestern, kaum konnte fie es noch erttagen. Und nun gar mit ihnen reffen, fie unter den Fröhlichen mit ihrem zer­rissenen Herzen.

Ottt kam am Nachmittage wieder zu ihr herein, um fie zn einer Spazierfahrt aufzuforden. Es war die» nur noch eine Form, denn Elli lehnte immer ab. Seit der TestamentSeröffnung hatte fie fich noch nicht wieder auf die Sttaße gewagt. E» deuchte ihr uu» möglich, sich unter Menschen sehen zu lassen.

DaS geht nicht so weiter," sagte der Vater, al» fie mst ihm allein AbendS am Theetisch saß. Du richtest Dich zn Grunde, wenn Du nicht die Kraft gewinnst, Dich au» ber Lethargie, in die Du verfallen bist, heranSzureißen."

Elli sah ihn mit traurigem Blicke au.

Sage waS ich thnn soll!"

Die Mutter hat recht, Du mußt hinan».

Sie nickte.

Dann aber wett fort von hier, wo kein ver­ächtlicher Blick, tein verleumderische» Wort mich zu erreichen vermag."

Wähle doch den Ort wohin Du willst. Dir steht e» ja frei, die Anderen müssen fich fügen."