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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. *** Jllustrirtes Sonntagsblatt.

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auch die Aerzte der Anstalt trifft ohne Frage trotz alledem ein beträchtlicher Theil der Schuld, denn fit mußten für zeitige Jsolirung des Jnficirten sorgen. DaS thaten sie aber nicht. Bartsch klagte anderen Dienern schon seit einigen Tagen, ehe er in's Spital ging, daß er Uebelketten verspüre »rrd häufiges Er­brechen habe. Erst nachdem dieser Zustand ein paar Tage gedauert hatte, ging er in's Krankenhaus, um sich untersuchen zu lasten. ES ist eine oft beobachtete Thastache, daß grade Aerzte gegenüber der Jnfecttons- gefahr fich mit unverantwortlicher Achtlosigkeit be­nehmen. Grade weil sie die Ursache» und das Wesen

Die Beulenpest in Wien.

Die österreichische Regierung hatte vor zwei Jahren eine Expedition ausgerüstet, die den Auftrag erhiett, nach Bombay zu gehen und die dort wüthende Pest wissenschaftlich auf ihre Entstehung, Entwickelung mb Bekämpfung hin zu untersuchen. Diese Expedition ist inzwischen wohlbehalten nach Wien zurückgekehrt Hub hat auS der indischen Peststadt Baeillenculturen »itgebracht, die sie zu weiteren Experimenten in der Heimath verwendete. Ist nun eine derartige Ver- psiavzung von gesundheitsschädlichen Stoffen, so mendlich wichtig sie für die moderne Wissenschaft ist, schon an und für sich gefährlich, selbst unter An­wendung der allergrößten Vorsichtsmaßregeln, so war sie für die Verhältnisse, die im Wiener allge­meine» Krankenhause, herrschen, dem Orte, wo die Bectllenculturen untergebracht wurden, geradezu unverzeihlich leichtfertig. Die Zustände in dem genannten Krankenhause find der »Neuen Fr. Presse* zufolge die denkbar un­günstigsten. Grade bei derartigen Studien können den vom Wissensdrange Beseelten nicht die nöthigen Hülfsmittel zur Verfügung gestellt werde», die zu den gefährlichen Versuchen unbedingt nothwendig sind. W den primitivsten Anlagen muffen sie sich be­helfen. Noch vor ganz kurzer Zeit waren die Thiere, an denen Versuche mit Einimpfung von Pestbacillen gemacht wurden, in einem elenden, kleinen verfallenen Stall untergebracht, der glücklicherweise jetzt dem Erdboden gleichgemacht worden ist. Unter diesen Umständen war es gar nicht möglich, strenge Vorsichts­maßregeln vorznschreiben, geschweige denn einzuhalten. Kauz unglaublich aber klingt, was über das Ver­halten des von der Pest dahingerafften Dieners Sarisch erzählt wird, ein Verhalten, das an Fahrlässigkeit seines Gleichen sucht und durch keine roch so mangelhafte» tzinrichtunge» entschuldigt werden kann. Baiisch hatte die inficirten Thiere zu

kann ermesten, wo daS gefürchtete Gespenst Halt macht!

Am Sonnabend um 11 Uhr Mittags trat in Wie» die Seucheu-Permauenz-Commissio» im Rathhause unter Vorsitz des Hoftaths Kutscher«, Staats- und Stadtbeamte verschiedener Zweige, Aerzte <nb Polizeibeamte, zusammen. Das allgemeine Krankenhaus wmde vorsichtshalber bis 30. October Ar die Aufnahme neuer Kranken gesperrt. Die besuche der Kranken find eingeschränkt. i Diese Pestgefahr für Wien hat bereür in Ungarn dahin geführt, daß im Pester Abgeordnetenhanse eine Interpellation betteffend Schutzmaßregeln gegen Pest- tefahr augemeldet ist. Für Berlin schreibt die »Nordd. Allg. Ztg.*: »Wie wir erfahren, wird in Berlins wissenschaftlichen Jnstitnten mit Pestbaztllen nicht experimentirt. Diese ^ftttheilung wird vielleicht manches in Folge des Petzfalls in Wien ängstliche Gemüth beruhige».* Dem »Neuen Wiener Abendblatt* zufolge hat be-

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lahmslos Meerschweinchen und Spanferkel in Ver­wendung. Wenn Baiisch seine Arbeit vollendet hatte, dann kam seine Fran und brachte ihm das Essen, das er gemüthlich verzehrte, ohne sich auch nur reget - i mäßig die Hände zu waschen. ES ist nicht zu ver­

wundern, wenn dieser Manu seinen beispiellosen Leichtsinn mit dem Tode hat büßen müssen. Aber

der Krankheit Irenen ober zu kennen glauben, ver­meinen sie, von vornherein gegen jeden Anfall sicher zu sein oder eines solche» leicht Herr werden zu können. Scho» oft hat deßhalb diese Achtlofigkett Opfer auS ihrer Reihe gefordert. Daß aber auch die Ansteckuug auf andere übertragen wurde, die den Alter« wifsenschaftlichen Versuchen fernstanden, daß sich daraus dielleicht gar Gefahr für eine ganze, dichtbevölkerte Stadt erhebt, ist bisher »och »icht dagewesen. Wer

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in'SSSSSi füttern und zu pflegen, er reinigte auch den Stall,

tteffs eines etwaigen strafbaren Verschuldens die Wiener Staatsanwaltschaft im Einvernehmen mit den obersten Sanitätsbehörden Erhebungen an- geordnet. Ebenso hat das Justizministerium vom Präsidenten des Landgerichts und von der Staats­anwaltschaft bereits eine Reihe von ausführlichen Berichten verlangt und erhalten.

Am 22. d. M. Abends lebten die beiden Pest­kranken im Seuchenhospital noch. Dr. Müller zeigte mittags 39,5 Grad Temperatur. Das Sen- sorinm war etwas benommen. Die Wärterin Pecha war bewußtlos bei 40 Grad Temparatur. Ein Bruder des verstorbenen Barisch, ebenso eine Dienerin Müllers wurden, obwohl gesund, vorsichtshalber ins Seuchenspital gebracht. Allgemein ist die Theilnahme für den kaum zu rettenden jungen Arzt, der in Bombay viele Cholerakranke, ohne Schaden zu nehmen, untersuchte, und für die 22jährige hübsche Wärterin, die eben erst in den Krankenpflegedienst eingetreten war und ihn, weil sie den großen Anstrengungen nicht gewachsen war, zum 1. November gekündigt hatte. Die Form, in der bei beiden die Pest auf­trat, gilt als besonders gefährlich, der Auswurf als äußerst ansteckend, wenn man auch glaubt, daß er leicht durch Desinfectto» und Erhitzung in wenigen Tagen unschädlich gemacht werden kann. Der junge Assistent Dr. Pöch, der den Krankendienst bei den Pestkranken übernommen hat, gehörte mit den Doc- toren Müller, Albrecht und Ghon zu den Mitgliedern der Expedition nach Bombay.

Der von der Pest befallene Dr. Franz Hermann Müller, der Sohn eines Wiener Universttäts- Bibliotheksbeamten, ist am 25. October 1866 geboren, prornovirte 1889 in Graz, war in München an der Klinik von Prof. Zicmssen Aspirant, später Assistent und seit drei Jahre» Assistent Rothnagels und Docret für innere Medicin. Seine Specialcurse waren gut besucht. Als die Academie aus der Treitlschen Stiftung die Pest-Expedition entsandte, betraute sie Müller mit deren Leitung. Jrn Februar 1897 trat er mit den Bakteriologen Albrecht und Ghon, sowie mit dem Hülfsarzt Dr. Rudolf Pöch die dreimonatige Expedition nach Bombay an. In Indien beobachtete er über tausende Pestfälle und obdncirte Hunderte von Leichen unter den schlimmsten Verhältnissen eigenhändig, ohne Schaden zu nehmen. Zurückgekehrt, hatte er sein Werk über die Pest zu dauerndem Nachruhm nahezu vollendet, da wurde ihm der Spitalsdiener Barisch seines Freundes Dr. Ghon, der bei dessen Versuchen mit Peftbacilleu behülflich gewesen, als Kranker auf die Klinik Nothnagels ge­bracht. Bald schöpfte Müller Verdacht, isolirte den Kranken und stellte seine eigenen Vorlesungen und Krankenbesuche ein. Nachdem Barisch gestorben war, desinficirte er eigenhändig mit Anstrengung dessen Krankenzimmer. AIS die Wärterin Pecha Fieber be­kam und die zweite Wärterin von einem leichten Unwohlsein befalle» wurde, fuhr Müller am Donuerstag mit beide» in einem JnfectionSwagen zum Seuchen-Spital, wo sie in dem völlig ab­gesperrten Expectanz-Pavillon untergebracht wurden. Drei Nonnen vom heiligen Geist versehen die Pflege, denen andere Nonne» durch daS Fenster die Speisen mit Geschirrwechsel zmeichen. MMer selber Übte die Krankenpflege. Seine Verordnungen wurde» durchs Fenster gereicht, abgeschriebe» und verbrannt. Am Freitag ftüh empfand Müller Fieber und stellte selber die Diagnose auf Pest. Sobald er die Pest­bacillen nachgewiese», zeigte er sich als rechter Held und sagte: »Als, in fünf Tage» ists aus mit mir.* Die Pflege übernahm der 28jährige Aspirant der Nenfserschen Klinik Dr. Rudolf Pöch, der MMer schon als Hülfsarzt »ach Bombay be- glettet hatte. Dr. MMer schrieb am Donnerstag »och an seine Elter» m Graz, es wäre Feigheit, wenn er fich von der Ausübung seines Berufes zmückzöge. Der Brief langte erst am 22. te Graz an, well er vorher in Wien einer zwölfstündigre DeSinfectton unterzogen worden war.

Umschau.

Der russische Minister der Auswärtigen, Graf M u r a w j e w, dürfte in Paris bezüglich der fich scharf zuspitzende» Faschoda-Frage zum friedlichen Ausgleich gerathen habe, da Rußland jetzt einen Krieg nicht in seinem Interesse erachte. Unterdessen wird die Sprache der englischen wie der ftanzöstschen Preffe täglich ernster. Singe es nach ihr, so wäre der Krieg schon da. Von maßgebender englischer Sette scheint man reffchloffen zu sein, Frankreich jede mögliche goldene Rückzugs- brücke zu bauen. Eine schroffe Weigernng Frank­

reichs, Faschoda zu räumen, würde aber den Krieg unfehlbar heraufbeschwörre. Seitens Frankreichs wird die Aermelkanal- und atlantische Küste gerüstet, die Seeforts und Küstenbatterien erhalten ihre Kriegsbemannung. Der Brester See- präfektstellvertteter Admiral De Keramsbosquer er­klärte einem dortigen Zeitungsvertreter, die Kriegs­vorbereitungen brauchten Niemand zu beunruhige»; Frankreich wolle nur für alle Fälle bereit fein. Eine Ueberrumpelung Seitens Englands sei nunmehr unmöglich gemacht. Im Gaulois* führt Contteadmiral Dupont aus, im Falle eines Krieges mit England habe Frankreich sein Schwergericht auf das westliche Mtttelrneer zu verlegen. Zwischen Toulon, Biserta und Korsika müsse Frankreich um jeden Preis und mit jedem Opfer seine Vorherrschaft behaupten. Im Atlantt- schen Ocean hätten die verfügbare» Kreuzer, auf Brest, Rochefort unb Lorient gestützt, einen Kaperkrieg zu führen; im Aermelkanal müsse man fich auf die Küstenvertheibigung durch Landbatterie» und See- minen beschränke». Diesen Plan könnte nur die Absicht einer Landung in England ändern. Aus Nantes wird demTemps* gemeldet, daß die vierten Bataillone der Regimenter 65, 64, 93 und 137 auf Kriegsfuß gesetzt worden seien und Marschbefehl erwarteten. Die Mannschaften faßten je 120 scharfe Patronen, die Osficiere Revolverpattonen. Man glaubt, es handle sich um die Küstenvertheibigung. DieNowoje Wremja* drückt in einer Besprechung der Streitlage zwischen Frank­reich und England wegen Faschoda den Wunsch aus, die Berhanblungen möchten zur Einigung führen auf ber Grundlage der vomTemps* ausgesprochenen ftanzöstschen Forderung, mehr jedoch dürste Frankreich von England nicht verlangen. Die Bemerkung des Schatzkanzlei S Hicksbeach, daß in Afrika Land genug für beide streitenden Theile vorhanden ist, sei im Prinzip zntteffend. Wenn jedoch die ftanzöstschen Besitzungen des Zugangs zum Nil ermangeln, so müsse Frankreich hinter England zurückbleiben, welches sich der gefammten östlichen Hälfte NordaftikaS be­mächtigen wolle. DasRentersche Büreau* meldet auS Portsmouth:An Me zur Abfahrt bereiten Kriegsschiffe im hiesigen Hafen ist von der Admiralität der Befehl ergangen, den Mannschafsbestand auf die volle etatsmäßige Stärke zu bringen. Die Befehle zum Umbau der vier Torpedobootszerstörer, die mit Wasserröhrenkesseln versehen werden sollten, find wider- rufen und diese Schiffe find angewiesen worden, die Borräthe wieder an Bord zu nehmen, die sie gelandet hatten, damit der Kesselnmbau vorgenommen werden könne.* In Sleaford (Lincolnshire) hielt am Sonn­abend das Kabinetsmitglied, Präsident des Lokal- verwaltungsamts Chaplin eine Rede, in welcher er sagte, es sei unmöglich, daß England die Früchte des Sieges int Sudan Anderen ausliefere.Wir beanspruchen für Aegypten und England,* so führte der Minister auS,die Konttole des Wasserweges deS NitthaleS und der vom Chalifen usurpirten Provinzen. Von dieser Stellung können wir un­möglich zurückgehen; aber es ist auch unsere Pflicht, alle möglichen Anstrengungen zu mache», um eine Beleidigung zu vermeiden und de» Friede» auftecht zu erhalte», wie auch das Wohlwollen einer großen und befreundeten Nation.* Im Laufe dieser Rede bezeichnete brr Minister die Beziehungen zu Deutsch­land als von der freundschaftlichsten Art. Schließlich vertheidigte der Redner die Polittk der Regierung ht China, wobei er sagte:Wir hätten der Erwerbung Port Arthurs und TalirewanS durch Rußland Widerstand leisten und diese Plätze selbst nehmen können, aber nur auf die ernstliche Gefahr eines Krieges oder die Drohung eines Krieges mit Ruß­land Hütt*

Das deutsche Kaiserpaar in Konstantinopel.

W. Konstantinopel, 23. Oct.

Der Kaiser und die Kaiserin unter­nahmen am Freitag hier vielfache Besichtigungen. Frettag Abend 8 Uhr gab bann ber Sultan im Allbiz-KioSk das Galadiner zu Ehren des diplomatischen Korps, an dem sämmüiche beim Sultan beglaubigte Botschafter unb Gesandten, mit Ausnahme des österreichisch-ungarischen Botschafters Freiherrn v. Calice, der durch Hoftrauer verhindert ist, theil- nahrneu. Kaiser WÜHelrn und Kaiserin Auguste Victoria wurde» vorn Sultan empfangen, der sodann den Majestäten die Mttglieder des diplomattschen Korps und deren Damen vorstellte. An alle Vor­

gestellten richtete bas Kaiseipaar huldvolle Worte. In zwei Sälen war die Tafel mit 120 Gedecke» ausgestellt. Au der Schmalseite saß der Sultan, ihm znr Rechten die Kaiserin, ihm zur Linken der Kaiser. Rechts von der Kaiserin hatte der französische Bot­schafter Platz genommen; die übrigen Plätze nahmen dann die Mitglieder des diplomatischen Korps, die Damen der Botschafter und Gesandten, sowie deutsche und türkische hohe Würdenträger ein, ferner die elften Boischafts- und Gesandtschafts-Dragomane und türkische Militär-, Civil- und Hoffunktionäre. Der Sultan trug Marschallsunisorm, zu ber er feine deutschen Orden angelegt hatte; der Kaiser trug die Galauniform des Leib-Gardehusaren-Regiments, die Kaiserin erschien in einer dunkelrosafarbenen Toilette, an der Brust ein ihr vom Sultan zum Geschenk ge­machte Brillantenbouquet. Nach dem Diner bot der Sultan der Kaiserin de» Arm und geleitete das Kaiserpaar in den Salon, wo die Herrschaften längere Zeit in angeregter Konversation verweilten. Danach begleitete der Sultan die Majestäten nach dem Merasfimkiosk; von dort kehrten der Sultan und der Kaiser alsbald zurück unb hielten Cercle. Um IO1/* Uhr verabschiedete sich der Kaiser.

Danach holte ber Sultan in Begleitung bei Prinzen Burhan-Eddin die Kaiserin, die von drei Damen ihres Gefolges und der Gemahlin deS deutschen Botschafters Freiherrn v. Marschall begleitet war, zum Besuche deS Harems ab. 3m Harem sand großer Empfang statt. Hier waren die Mutter und die Gemahlin des Sultans anwesend, ferner fünf Töchter desselben, der Ober-Eunuch, die Oberhofmeisterin unb bie weibliche Dienerschaft. Die Tochter Artin Paschas fnngirte als Dolmetscherin. Im Harem wurden Concert- und andere Aufführungen veranstaltet, die sich bis nach Mitternacht ausdehnten.

Gestern früh, am Geburtstage der Kaiserin erschien die jüngste Tochter deS Sultans bei bet Kaiserin unb überreichte berfelben mit einer hübsche» Ansprache, in ber sie die Glück­wünsche deS Sultans ausdrückte, einen prächtigen Blumenstrauß. Die anmuthige kleine Prinzessin setzte sich bann an das Klavier unb spielte Ihrer Majestät Heil Dir im Siegerkranz* vor. Tas hiesige Blatt Sabah* bringt anläßlich deS Geburtstages ber Kaiserin ein deutsches Gedicht und einen Leitartikel, die Kaiserin feiernd und die Wünsche aller Osmanlis aussprechend. Seit gestern Morgen wurden massen­hafte Blumenarrangements für die Kaiserin nach dem Aildiz gebracht, darunter ein solches vom Minister deS Aeußer».

Der Kaiser erhiett vom Sultan einen kost­baren Briefbeschwerer mit großen herrlichen Smaragden und anderen Edelsteine», der einst Eigre- ihum des Sultans Mahmud wat, zum Geschenk. Der Minister deS Aeußeru Tewfik Pascha er­hielt eine goldene Sabotiere mit dem Miniaturbilde des Kaisers; der erste Dragoman der deutschen Bot­schaft eine goldene Sabotiere mit deS Kaisers Namens­zug. Die Kaiserin verlieh zahlreiche Dekorattonen an Mitglieder der Botschaft, des Konsulats und sonstige Beamte sowie Deutsche in türkischen Diensten, ferner auch an hervorragende Mitglieder der hiesigen deutschen Kolonie.

Das BlattServet* schreibt:Die Ottomane» habe» schon immer große Bewunderung für Kaiser Wilhelm bekundet; jetzt aber, wo er Saft ihres Souveräns ist, ist feine Person für sie geheiligt. Die allgemeine Freude, die der Kaiserliche Besuch hervorgerufen hat, entspringt nicht der Berechnung, daß die Reise deS Kaisers glückliche Folgen auf politischem Gebiet haben könnte.*

Der Kaiser und die Kaiserin fuhren gestern Nach­mittag 2% Uhr unter demselben militärischen Ge­pränge wie bei der Ankunft von Aildiz und Ceremnie nach Dolma Bagdsche, auf der ganzen Fahrt von der Bevölkerung mttTschok.-Jascha*-Rufre und Händeklatschen lebhaft begrüßt. An dem in Dolma Bagdsche ftattfmbenben Dejeuner nahmen baS Ge­folge, die Mttglieder der Botschaft und die verschie­denen SBüibenträger Shell. Nachher würbe Cercle gehalten, worauf die gegenfettige Verabschiedung der Sutten erfolgte. Die Einschiffung des kaiserlichen Gefolges begann um 41/, Uhr. Vom Palais bis zum Ladungkqnai bildete» drei Züge der Leibcowpag- nie mit Musik und Fahne Spalier. Zur Verab­schiedung waren der Kriegsminister, die MarschMe Ghazi, Osma», Zettii und Fuad Edhem Pascha unb zahlreiche Adjutanten zur Stelle. Um 43/< Uhr er­schien am AnSgangsgatter des Palastes bie Kaiserin i» gelbfeibener Toilette am Arme deS Sultans, ber Kaiser in der Jnterimsuniform des Gardes du CorpS- RegimretS. DaS Kaiserpaar durchschritt unter den