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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

yglMteftae: S»h »ug. Koch. UuixrsträtS-BuchdruckerÄ in Marburg. it4* »ewttwerfii* für bh ÄMtiw: SUbottott M. Hartmann tn Marburg.

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Politische Reife und politische Macht.

Der Führer der bayerischen Sozialdemokraten, da Abgeordnete v. Wollmar, hat auf dem Stuttgarter Parteitage die bemerkenswerthe Aeußerung gethan, er könne der Socialdemokcatie nichts Unangenehmeres pasfiren, als wenn sie plötzlich die Macht erhielte, ihre Ideale in die Wirklichkeit zu übertragen; btn« sie habe nicht die ökonomische und die politische Reife, ttm ihr Programm durchzuführen und um die Macht festzuhalten. Der Abgeordnete v. Wollmar hat damit die socialdemokratischen Bestrebungen einer vernichtenden Kritik unterzogen.

Es wird den Sozialdemokraten immer entgegen» gehalten, ihre Lehre, die die Selbstsucht aus dem Wirthschaftslebeu ausschaltet, setze voraus, daß alle Menschen gleich und alle Menschen Engel seien. In der That glauben die Socialdemokraten an die Gleich­artigkeit alles dessen, was Menschen-Antlitz trägt; sie meinen, die Unterschiede im Charakter, im Tem­perament, im Fleiß, in den Fähigkeiten u s. w. seien auf die Erziehung und die Lebens - Wer- hältnisse zurückzuführen; es werde keine Dummen and keine Klugen, keine Faulpelze und keineArbeitS- pftrbe", keine roh und keine fein angelegten Naturen mehr geben, wenn man für alle dieselben Lebens- Bedingungen schaffe. Die Beobachtung des täglichen Lebens macht diese Ansicht zu Schanden; sie zeigt, daß sich schon im zarten Kindes-Alter die Keime der Eigenart regen, und jeder weiß, daß sich bei feinen Mitmenschen Eifer, Begabung, Leistungsfähigkeit und Pflichtgefühl verschieden vertheilen.

Wollte man das alles mit der großen Staats­maschine über einen Kamm scheren und das will doch die S o c i a l d e m o k r a t i e, so würden gerade die besseren Elemente, die die anderen mit durchschleppen sollen, entmuthigt und verbittert; die Hebel des Fortschritts wären aus der Entwickelung herausgenommen, Rückschritt und Ver­sumpfung würden das allgemeine Loos sein. Wahrscheinlich würde ober ein furchtbarer Ausbruch des Volks-Unwillens die Fanatiker Hinwegfegen, die diese kulturwidrigeu Zustände über die Menschheit gebracht hätten. Das weiß auch der Abgeordnete v. Wollmar; daher seine Behauptung, es könne der Socialdemokratie nichts Unangenehmeres passiren, als wenn sie plötzlich die Macht erhielte, ihre Ideale in die Wirklichkeit zu übertragen. Ob sich nun die Menschheit im Laufe der Jahrhunderte so ideal ent­wickeln wird, daß der Einzelne, dem der Staat seinen Unterhalt garantirt, sich a»S Liebe zur Gesammtheit mit demselben Behagen und zu demselben Entgelt heute zum Straßenkehren und morgen zur Leitung eines großen Betriebes commandiren läßt und corn- mandirt werden kann, das ist eine Frage, die für die practische Politik nicht in Betracht kommt. Heute

würden derartige Versuche jedenfalls au den Gesetzen der Menschen-Natur scheitern.

Gerade deßhalb aber muß die Socialdemokratie bekämpft werden. Denn der Abgeordnete d. Vollmar steht mit seiner Ansicht ziemlich allein;neun Zehntel der gesummten Partei stehen auf dem Standpunkte, daß die alte revolutionäre Taktik die einzig mögliche für die Socialdemokratie ist!" Das hat der Socialdemokrat Schönlank auf dem letzten Partei­tage ausdrücklich festgestellt. Die weit überwiegende Mehrheit der socialdemokratischen Führer wartet in der That nur auf einen günstigen Augenblick, um die heutige Staats- und Gesellschafts-Ordnung über den Haufen zu werfen und denZukunfts-Staat" einzuführen. Hatte doch der Abgeordnete Bebel sogar prophezeit, daß schon im Jahre 1897 dergroße Kladderadatsch" eintreten sollte. Jedenfalls wäre es verfehlt, wollte man aus dem Ausspruch Vollmars auf eine Mauserung der Socialdemokratie zur frieb» lichcn Reform Partei schließen. Dieser Schluß wäre umso verhängnißvoller, als der Führer bet bayerischen Socialbemokraten in ber Hauptsache: in ber Be­kämpfung der Religion, beS Königthums und deS Vaterlandes den Bebel, Liebknecht, Singer und Schönlank zur Seite steht und darum ebenso wie diese ber Revolution bie Wege ebnet.

Umschau.

Der Reichskanzler hat jetzt bie Eingabe ber Deutschen C o l o n i a l g e s e I l s ch a f t über da8 deutsch-englische Uebereinkommen be­antwortet. Er bedauert, baß er bem Gesuche, ben Inhalt ber Abmachungen ganz ober theilweise schon jetzt öffeutlich bekannt zu machen, nicht willfahrens kann, ba sowohl feststehende diplomatische Gepflogen- - beiten wie auch wichtige politische Rücksichten dem für jetzt noch entgegenstehen. Die Kaiserliche Regierung wird mit ber Veröffentlichung nicht zögern, fobatb, ihr eine solche ohne internationale Bebenken, wie ohne Gefährdung ber eigenen Interessen Deutschlands möglich und angemessen erscheint.

gewährleisteten Koalitionsfreiheit zu schätze» wiffen, so gönnen sie nicht nur ben Arbeitern bie freie Ber­einigung behufs Besserung ihres Lohnes und ihrer sonstigen Arbeitsbedingungen, sonbern sie erkennen in der gesetzlichen Sicherung dieses Vereinigungsrechtes auch einen überaus wichtigen und niemals zu be­seitigenden cnlturellen Fortschritt. Was die Industrielle» auf diesem Gebiete erstreben, ist vielmehr nur zweierlei: Sie verlange», daß dem Koalitionsrecht gegenüber bas Bertragsrecht gewahrt bleibt, und daß demzufolge bie Innehaltung ver­traglicher Verpflichtungen, wie sie sich bie Arbeitgeber auch bei wirthschaftlichen Kämpfen angelegen fein lassen, auch Seitens ber Arbeiter ge­sichert wirb. Schutz gegen Rechts- unb Kontrakt­bruch bei unter Anwendung des KoalüionsrechtS ausbrcchenden wirthschaftlichen Kämpfen ist eine Forderung, deren volle Berechtigung und volle Ver­einbarung mit ber Koalitionsfreiheit niemanb ernstlich wird bestreite» können. Die zweite Forderung ist der volle und wirksame Schutz der Ar» beiter bei der Wahl, ob, wann unb wo sie arbeite« wolle». Der physische ober moralische Strikezwang ist Weber mit ber persönlichen Freiheit der Arbeiter noch mit der Rücksicht auf bie Erhaltung des wirthschaftlichen Friedens vereinbar. Vor diesem Zwange muß bas Gesetz baher ben arbeitswilligen Arbeiter in feinem eigenen wie im Jnteresie des Gemeinwohls 'wirksam schützen. Wie das KoalitionSiecht nicht zum Rechtsbruch ausarteu darf, wenn eS nicht selbst die Axt an seine Wurzel legen soll, so ist die »othwendige Voraussetzung für die ungeschmälerte Aufrechterhaltung der Koalitions­freiheit die Bewahrung derselben vor dem Mißbrauch zur Beschränkung ber Freiheit ber Arbeiter, za arbeiten, wann unb wo sie wollen. Weit bavon ent­fernt, baS Koalitionsrecht ber Arbeiter zu bedrohen, sind die Forderungen der Arbeitgeber baher vielmehr geeignet, bie volle Auf­rechterhaltung ber Koalitionsfreiheit gemäß § 152 ber Gewerbeordnung zu sichern.

In den Erörterungen über das Steigen der

stehe» durchaus auf dem Boden des

zniückzuführen. Wäre das richtig, so müßte sich

die E'nfuhr ausländische» Schlachtviehes zurückzuführen zu müssen glauben, vielfach mit Zahlen und Angaben opertrt, die sich bei näherer Befrachtung als durchaus haltlos zeigen. Der Nachweis dafür läßt sich sowohl für die auf bie nördlichen, wie für bie auf bie östlichen Gegenden bezüglichen Behauptungen erbringen. So versucht man z. B. das Steigen ber Preise für Schweinefleisch, welches in ben Erörterungen bie

Politik zu treiben, so wirb zu bem gleichen Zwecke vielfach mit der Behauptung operirt, baß bie Jnbnstriellen Gegner bes Koalitions- rechtes ber Arbeiter feien unb nichts sehn­licher als eine Beschränkung oder Beseitigung desselben wünschten. Diese Unterstellung entbehrt aber jeglicher thatsächlicher Begründung. Die Industrielle»

Fleischpreise und die angebliche F l e i s ch n o t h wird

Wie die Oeynhansener Kaiserrede gemißbraucht'auf Seiten derjenigen, welche die gesteigerten Fleisch- wirb, um mit der angeblichen Bedrohung der preise auf die Sperrung der deutschen Grenzen gegen Koalitionsfreiheit der Arbeiter VerhetznngS

stehe» durchaus auf dem Boden der Hauptrolle spielt, in Schleswig-Holstein auf das § 15 2 der Gewerbeordnung. Wie sie Verbot der Einfuhr von Schweinen aus Dänemark selbst den vollen Werth der durch diese Gesetzesstelle zniückzuführen. Wäre das richtig, so müßte sich

Der fernen Landesmutter

rum 22. October.

Wiegenfest im Morgenlande

Feiert uns're Kaiserin, Bo» der deutsche» Heimath Strande Fliegen treue Wünsche hin.

Fliegen nach in frembe Zonen Unserrn Landesmütterlein, Die Gedanken von Millionen Werden heute bei ihr sein.

Millionen Herzen laden

Sich zu Gast trotz Berg und Meer: Schütze Dich der Herr in Gnaden Bis zn froher Wiederkehr!

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(Nachdruck verbotem)

KerbstbLüLHe.

Roma» von Clarissa Lohdti

(Fortsetzung.)

Ich habe es nm Ellis willen getha»; sie litt so namenlos unter de» traurigen Verhältnissen ihres kllernhaufeS."

Du stehst," scherzte Hübner,SlleS nm Frän- bin Ellis schöner Augen willen, um derentwillen den» auch alle Schulden von Mama Bodiu eiligst aus der Welt geschafft wurden."

Ernst," bat Irmgard nun,was hast Du mir versprochen?"

Ich bitte Sie," fiel Ottomar ihr mS Wort, ybertjtnbern Sie nicht Ihren Gatte», offen zu mir zu fein. Er erweist mir einen LiebeSbieust damit."

Ich aber kann es nicht hören," sagte sie leise. Ernst ist eingenommen gegen Elli. Sprechen Sie mit ihm über diese peinliche Angelegenheit, wenn ich nicht dabei bin."

Sm Gegentheil, ich bitte Sie brtngenb, zu bleiben. Gerade auf Cie hoffe ich, um endlich die volle Wahrheit zu hören."

Ja, Du barfft uns nicht verlassen," tief Hübner, dem Freunde zu Hilfe kommend.Wie sollten wir hier in Athen, unter bem Scepter Athenes, ber holden Weiblichkeit enttathe» ? Was wäre ich ohne Dich, Jrrngarb? Nur ein halber Mensch."

Er schentte, mit feurigem Blick in ihre Augen, aust Nene die Gläser voll unb stieß mit ihr an.

Du mußt anSttinken, Ottomar," rief er bem schweigenb in fein GlaS blickenden Freunde zu.ES gilt meiner Irmgard."

Ottomar folgte ber Anfforbenrng. Der unge­wohnte Trank stieg ihm heiß zn Kopse. Wieber füllte Hübner bie Gläser.

Ich wünschte," sagte er,aus Irmgards Wohl das einer Anderen folgen laffen zu dürfen."

Elli," rief die junge Frau, ihr GlaS gegen Ottomar erhebend.

Sait!"

Hübner streckte feine Hand dazwischen.

DaS darf nicht sein! Dazu darfst Du ihn nicht aufforderu! Soweit darf selbst die Freundschaft nicht gehen! Meine kleine Frau möchte in ihrer liebens­würdigen Art uns gern über alles Unangenehme hin- wegtäuschen; dagegen aber lege ich entschieden mein Veto ein."

Ottomar, der schon mit aufleuchtendem Blick fein GlaS erhoben hatte, stellte eS wieder nieder.

Nun, so sprich, was hast Du gegen Elli?"

Nur das Eine, baß ich Dich bitten möchte, Dir bie (gebauten an sie aus bem Sinne zu schlagen."

Hebet Ottomar's Züge breitete sich eine unsäg- liche Pein.

Unb ans welchem Grunde?" kam es bebend über seine Lippe».

Ernst," mahnte Irmgard noch einmal.Warum diese traurige Angelegenheit hier berühren!"

Ottomar fordert Wahrheit von uns," wider­sprach ihr Satte,unb er hat auch ein Recht bazu. Denke an jenen Abenb in Bellaggio und die geheimnißvolle, wenn auch ttotzbem allgemein bekannt geworbene Befreiung Bobin'S aus ben Hänben des WuchereS."

Durch meinen Onkel?" warf Ottomar jetzt fragenb ein:

Ja, durch Deinen Onkel! Unb wie hieß doch das hübsche Lied, Irmgard, das die Italiener nnS beim Sternenschein im Garten deS Grand Hotel Bellagio vorsangen?"

Er summte leise vor sich hi»:

Tn sei qnel dolee faoco

Lanima mia sei tu E degli affetti miei Le chiavi hai tu!

Ernst, Du bist grausaml"

Warum soll man eS dem armen Ottomar ver­heimlichen ? Einen verliebtere» allen Herr», als den Präsidenten habe ich noch nie gesehen. Das kann ich beschwören."

Wieder .'suchte Irmgard durch einen Wink ihrer Augen den Redefluß des Gatte» zu hemme». Aber der Champagner löste ihm die Zunge, und er hatte sich auch vorgenommen, bem Freunde klaren Wei» einzuscheuken.

schon nach dem im Dezember 1895 erfolgten Einfuhrverbot eine Preissteigerung bemerkbar gemacht haben. Die Marktpreise zeigen ober, daß das (Segen» theil ber Fall gewesen ist. In ben Monaten Januar bis April 1896 hat sich ber Preis für 1 Kilogramm Schweinefleisch in Kiel auf ber gleiche» Höhe (125 Pfg.) gehalten, wie in ben neun Monate» vorher, unb ist bann in ben Monate» Mai bis August sogar auf 120 Pfennig gesunken, ein Preis, der überhaupt in ben letzten acht Jahren in Kiel nicht zu verzeichnen war. Der Durchschnittspreis für 1 Kilogramm Schweinefleisch in den letzten 8 Jahre» beläuft sich für Kiel auf 130 Pfennig. Seit September 1896 ist ber Preis allerdings etwas gestiegen; im August b. 3. betrug er 141 Pfennig, genau so viel wie Enbe 1890 unb Anfang 1891. Für bas Pfunb Schweinefleisch macht baS eine Steigerung von 5V2 Pfennig über den Durchschnittspreis der letzten acht Jahre ans. Angesichts ber in biesem Zeitraum ein» gebetenen Steigerung ber Löhne in allen Arbeits­branchen wirb man eine solche Erhöhung schwerlich unerttäglich nenne» können. Die Behauptung aber, bie Arbeiter müßten heute 20 bis 30 Pfennig mehr für das Schweinefleisch bezahlen, als zur Zeit vor ber Grenzsperre, erweist sich ben angeführte» Zahle» gegenüber als eine Entstellung ber Thatsochen, bie nur der Verhetzung dienen kann. Nicht anders ist es um bie Angaben bestellt, welche in einem Theile ber Presse mit Bezug auf ben ober» schlesische» Jndustriebezirk gemacht werden. Die Agitation gegen bie Sperrung ber dortigen Grenze gegen die Schweineeinfuhr hat durch eine Broschüre neue Nahrung gewonnen, welche der practische Arzt Dr. Bloch in Benthe» im Auftrage der städtischen Behörden Beuthens überbie Ein­wirkung ber Schweinefperre in Oberfchlcfien auf die Ernährungsverhältnisse ber Industriearbeiter" verfaßt hat. Das Material für seine Ausführungen will Dr. Bloch in 70 Arbeiterfamilien gefamnult habe». Er kommt zu ber Schlußfolgerung, daß bie Steigerung der Schweincfleischpreise einer Belastung der Arbeiter­bevölkerung um mindestens 10 Procent des Arbeits­verdienstes gleichkomme. Dem gegenüber ist festzu- stelle», daß die Preise für 1 Kiloar. Schweinefleisch in Beuthen selbst im August b. Js. nicht höher ge­wesen sind (120 Pfg.), wie im August 1890 und im August 1892, unb daß ber Durchschnitt der acht ersten Monate b. Js. sich niedriger stellt, als der Durchschnitt des gleichen Zeitraums im Jahre 1890. Der Gesammtdurchschnitt der Jahre 1890 bis 1897 weist für 1 Kilogr. Schweinefleisch einen Preis von 107,25 Pfg. aus; ber Durchschnitt ber ersten acht Monate des laufenden Jahres ergiebt 113,62 Pfg. Die Differenz beträgt demnach 6,37 Pfg. ober 3,19 Pfg. pro Pfund. Auch hier kann die Preis» erhöhung Angesichts der in Folge ber guten Lage ber Jubustrte erzielten Steigerung ber Arbeitslöhne

Na, nab Fräulein Elli," fuhr er, ohne sich beirren zu lassen, fort,bie äugelte wie ein schmeichlerisches Kätzchen mit ihrem alten Verehrer. Unb wie bie Beiden zärtlich aneinander geschmiegt in den Kiffe» der Barke lehnten, als wir ihnen nn» vermuthet begegneten! Mein armes, liebes Weib, das so gern die Freundin weiß brennen möchte, er­schrak ordentlich, als es baS sah. Kannst D» eS leugne», Irmgard?"

Er faßte sie unter bas Kinn unb sah ihr in bie Äugen. Sie machte sich schweigenb von ihm los.

ES ist also wahr! wahr! tönte eS qualvoll ix OttomarS Herzen.Sie widerstreitet ihm nicht."

Sieh nicht so trübselig drei», alter Freund," rief Hübner zu ihm hinüber.Spüle ben Gram mit biesem guten Tropfen hinunter. Es giebt ja noch anbere Mädchen, schönere, bessere, als diese Elli. Wenn sie ihre» Alle» mit feinem Solde Dir nun einmal vorzieht, so wäre eS schwach von Dir, ihr eine Thräne nachzuweinen."

Wer weiß," warf Irmgard jetzt beschwichtigend ein,ob sie nicht so auS Pietät gegen ihre Familie handelt. Sie ist so gut, fo aufopferungsfähig für bie Ihren, daß ich ihr bas wohl zuttaue. Au ihrer Liebe dürfen Sie deshalb nicht zweifeln, Herr Doktor. Ich weiß am beste», wie sie an Ihnen hing. Und wer kann sogen, wie viel sie gekämpft haben mag mit sich und ihren Ellern, ehe sie sich zur Annahme von de» Präsidenten Werbung entschloß."

Ottomar nickte mll verwirrte» Ange», ein nen gefülltes GlaS hinunterstürzeud.

Man sieht, allzuviel Edelmuth schadet," tief er mit einem kurzen Auflache», das Irmgard in die Seele schnitt.Ein edelmülhiger Onkel unb eine edelmüthige Braut, baS abbirt sich gut." (Fortsetzung folgt.)