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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
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Ruhig Blut.
Auf dem Geldmärkte macht sich seit einiger Zeit die Thatsache bemerkbar, daß unsere erstklassige», sicheren Anlagewerthe zurückgehen. Ter Kurs der 3 prozentigen Reichsanleihe beispielsweise, der früher fast den Paristand erreicht hatte, betrug im vorigen Jahre 971/2, um die Mitte dieses Jahre» 95 und ist jetzt auf 93,20 gesunken. Auch der Kurs der 3 prozentigen preußischen Konsols, eines vortrefflichen Papiers, ist bis auf 93,90 heruutergegangen. Diese Erscheinung ist um so bemerkens weither, als die sichern ausländische» Staatsrenten nur Unbedeutend gewichen sind. Der Grund für die Unbeliebtheit der sichern deutschen Papiere liegt in der Spekulation.
Unser nationaler Erwerbsleben steht gegenwärtig in hoher Blüthe. Der Seehandel wird immer größer. Deutschlands Einfuhr belief sich im vorigen Jahre auf 4,6 Milliarde» Mk., die Ausfuhr auf 3,7 Mill. Mit dem Steigen unseres Seehandels hat auch die Lermehrung unserer Handelsflotte gleichen Schritt gehallen. Der deutsche Schiffsbau hat durch die Entwicklung der ostafiatischen Verhältnisse und durch den spanisch-amerikanischen Krieg einen neuen Anstoß erhalten, die Eisen-Industrie und der Bergbau können die überreichlich zufließenden Aufttäge kaum be wättigcn, die elektrischen Unternehmungen befinden fich in einer scheinbar keine Grenze» kennenden Aufwärls- beweguug. Alle diese Ursachen haben eine lebhafte SrüudungS- und Emissions-Thätigkett zur Folge gehabt. Neue Aktien»Gesellschaften schießen wie Pilze m» der Erde, und um jede neue Gründung drängen zahlreiche kleine Kapitalisten, die sich die ver- meiutlich günstige Gelegenheit, mehr Zinsen zu erhalten, nicht entgehen lassen wollen.
Den Höhepunkt erreichte die Jagd nach hoch- verzinsliche» Papieren im Sommer dieses Jahres. Damals herrschte wochenlang eint wahre Treibhausluft auf dem Markte, unter deren Einwirkung die Kurse jedes neu aufgelegte» Jndustrie-Papieres im Handumdrehen in die Höhe schnellten. Der Andrang war so stark, daß fünf- bis zehnfache Ueberzeich- unngen gar nicht mehr auffielen. Jede neue Emission fand größere Schaareu von Käufern, und die Gründer- - Gewinne stiegen bis zu schwindelnder Höhe. So schlimm, wie in jener Sturm- und Drangperiode ist zwar der heutige Zustand nicht mehr; immerhin ist auch jetzt noch das Publikum im allgemeinen bestrebt, das Gebiet der sichern, erstklassigen Anlagewerthe zu verlaffen und fich Akttenwerthen zuzuwenden, bei denen es das größere Risiko durch höhere Gewinn- Aussichten auszugleichen glaubt.
Daß das Anlagewerthe suchende Publiknm fich die günstige Lage des deutschen Arbeitsmarktes zu Nutze macht, ist verständlich. Der Fehler aber, de» t8 begeht und vor dem nicht eindringlich genug gewarnt werden kann, besteht darin, daß es vielfach die nöthige Vorsicht außer Acht läßt. Die meisten thun so, als ob die augenblickliche Gunst der Verhältnisse von unabsehbarer Dauer sein werde. Das ist aber ein Jrrthum, der fiüher oder später verhängnißvoll werden muß. Das Auf und Nieder g i— - ... —
(Nachdruck verboten.)
KerrbstbLüLHe.
Roman von Clarissai.Lohdei (Fortsetzung.)
Dort hatte fich schon eine Anzahl von Gästen zur table d’höte eingefunden, größtentheilr Engländer mtt ihre» Damen, auch einzelne Amerikaner 1 mit großen rotheu Schleife» am Shlips, die Hüte auf dem Kopf. Deutsche waren um in geringer Zahl anwesend; ein Herr auS Wien, der auf der Rückreise von Kleinasien fich befand, zwei norddeutsche Gelehrte, außerdem einige Ruffe», die fich auf der Derraffe gähnend in großen Schaukelstühlen wiegte».
Als Hübner und Jrmgmd eiuttaten, stachen fie fltflen diese zusammengewürfelte Gesellschaft sehr vor- theUhast ab. Jrmgmd in einem einfachen, geschmackvollen Reiseanzug sah reizend aus, wie immer.
Ottomar wurde aufs herzlichste begrüßt; doch tutgieg es ihm nicht, daß die junge Frau etwas be- fangen war. Bei Tafel war eine intimere Unter* Haltung nicht möglich, man mußte fich darauf beschränken, Reiseerlebniffe mtt einander auszulauschen. Natürlich wurde auch der Segnung der Jungvermähtteu mtt Elli und dem Präsidenten in Bellaggi» gedacht. Jrmgmd glaubte, sich gegen Ottomar entschuldigen zu müffen, daß fie seine Mutter nicht ausgesucht habe; die Zett sei aber zu kurz gewesen.
ist im wirthschaftlichen Leben eine Regel; einer Periode des Aufschwungs folgt eine des Niedergangs. Ist aber die rückgängige Bewegung einmal eingetreten, dann giebt es zunächst kein Halt; dieser und jener Mitläufer kommt zum Stürze», u»d der Sturz jeder Existenz gefährdet andere. Die Jahre 1871—73 und 1889 haben dies hinreichend bestätigt.
Um dem liebereifer im Gründen zu steuern, hat die Reichsbank den Discont erhöht, fit ist sogar ent« schloffen, wenn es im Interesse dieses Zieles nöthig fein sollte, die Disconto - Schraube noch mehr anzuziehen. Dieses Vorgehen bedeutet eine Versteifung des Geldstandes und damit für manche Kreise eine Entziehung des Kredits. Das wirkt dann wieder auf den Effektenmarkt insofern zurück, als dadurch die Grundlage, auf der sich manche Spekulationen und Gründungen aufbaute», über den Haufen geworfen wird. Das Verhalten der Reichsbank mahnt also ebenfalls zur Vorsicht.
Umschau.
Auf die bekanntlich am 15. Juni d. I. erfolgte Berufung von drei Professoren der Technischen Hochschulen Preußen» in da» Herrenhaus haben diese drei Anstatten eine gemeinsame Dank- und Huldigungs - abreffe an Se. Majestät den Kaiser und König gerichtet. Darauf ist unterm 15. August d. I. der folgende Erlaß ergangen:
Au» der Adreffe, welche mir die Technischen Hochschulen aus Anlaß der Berufung je eines Mitgliedes derselben in das Herrenhaus unterm 24. Juni d. I. gewidmet haben, ersehe Ich zu Meiner Beftiedigung, daß die Intentionen, welche Mich bei Förderung der auf den Technischen Hochschulen gepflegte» exakten Wiffenschaften und Anerkennung des sich aus der heuen Arbeit der Hochschulen ergebenden Segens für eine gedeihliche Fortentwickelung der Deutschen Technik und Industrie geleitet haben, vollem Verständniß in Ihren Kreisen begegnen.
Ich spreche Ihnen für daS Gelöbniß, auf dem betretenen Wege unermüdlich fortzuschreiten, Meinen Königlichen Dank aus und werde auch ferner die Bestredungen und Erfolge der von Meinem Hochselige» Herr» Großvater, weiland Sr. Majestät dem Kaiser und Könige Wilhem dem Großen, ins Leben gerufene» Hochschulen mit besonderem Jrtter- effe verfolgen.
Die Adresse habe Ich dem Hoheuzollern-Museum zur dauernden Aufbewahrung überwiesen.
Wilhelmshöhe, den 15. August 1898. Wilhelm R.
3» der am 5. Oktober d. I. gewährten Audienz hatte der Rektor der Technischen Hochschule zu Berlin Gelegenheit, für diesen Erlaß den Dank der Hoch, schule» zum Ausdruck zu bringe».
In der Zeüschrift für Socialwiffenschaft, herauS- gegeben von Dr. Jul. Wolf (Berlin, G. Reimer), spricht fich einer der gründlichsten Kenner deS Anarchismus, Ernst Victor Zenker, über die Be- kämpfuug der verbrecherischen Serie also auS: DaS
Ottomar saß wie auf Kohlen; er war so wenig gestimmt, Kouversation zu machen. Selbst waS von de» gemeinsamen Freunde» in Berlin berichtet wurde, vermochte ihn »nr wenig zu interesfiren, so wenig wie HübnerS Mittheilung, daß sein jüngerer Bruder bald seinem Beispiel folgen und fich mit einem liebens- würdigen jungen Mädchen au» dem Kreffe ihrer Bekanntschaft verlobt» werde.
„Ich glaubte, er iuteresfire fich für Helene Bodin,' meinte Ottomar, deS letzte» GesellschaftSabendS im elterlichen Haufe gedenkend, bei dem der junge Referendar Elli» Schwester f» auffallend den Hof gemacht hatte.
Irmgard warf ihrem Manne eine» rasche» Blick zu.
.Ich sehe,' sagte dieser, .D» bist noch gar nicht von den letzten wetterschütternden Ereizniffen, dem Falle Bodi», wie er in der Gesellschaft genannt wird, nnterrichttt.'
.Nein,' entgegnete Ottomar bitter. .Es scheint, man hat mich abstchtlich in Unwissenheit erhalten. Mama beutete mir einmal ganz nebenbei an, daß bei alte Bodi» in eine unangenehme Sache verwickelt sei. Elli mochte ich nicht danach fingen, und aus eigener Initiative hat sie mit nie unangenehme Angelegen- heften ihrer Familie mttgetheilt. Doch wie hängt Dein Bruder damit zusammen?'
Bekenntniß zum Anarchismus ist zulässig, dagegen halten wir schon das bloße Bekenntniß zur That- propaganda für eine strafbare Handlung, weil es unter allen Umstanden, und zwar nicht bloß potentiell, die Gutheißung und Anpreisung von Verbrechen und auch die Anreizung hierzu bedeutet. Das von einzelnen Staaten geübte Ausweisungsverfahre» wird sich vielleicht in diesem Falle in Wahrheit bewähren, die Ausweisung sollte jedoch, um politische Chicaneu zu verhindern, nie anders als auf Grund eines richterlichen Spruches, keinesfalls auf bloß administrativem Wege erfolgen. Allerdings, die Abschiebung der Last von einem Lande auf das andere hat wenig Sinn. Hier wäre darum der Punkt, wo ein internationales Uebeieinfommen einzusetzen hätte, um eine gewisse Gleichmäßigkeit zu erzielen. Ein jedes Land behält seine Actionsanarchistea und verfährt gegen sie nach den eigenen Gesetzen, bestraft oder verschickt sie in Arbeitscolonien. Eine weitere internationale Action wird deshalb ohne Bedeutung fein, weil eine internationale Organisation der Anarchisten nicht existirt. Jndeß dürste eine strenge ober gerechte und ängstlich in ihre» Grenzen bleibende Verfolgung der Thatpropaganda nicht ganz ohne vorbeugende Wirkung bleibe», wenn man sich davon auch keine radi- cale Wirkung versprechen darf. Darüber müssen sich die Staaten und die Gesellschaft überhaupt klar sein: keine Wachsamkeit wird Attentate verhindern, keine Sttenge Fanatiker zurückzuschrecken und kein System der internationalen Polizei die Ausbreitung des ActionSanarchiSmuS verhindern, wenn der KrankheitSheitsstoff nicht verschwindet, der im socialen Körper steckt. Solange in Italien ein schlechtes Regierungssystem mit alteingeftessenen wirth- schastlicheu Uebeln und einer übergroßen Bevölkerungsvermehrung sich zusammenfindet, solange wird Italien mit seinem Proletariat die Nachbarländer überschwemmen und stets aufs neue das Contagium der socialen DeSperation aus dem kranken in den gesunden Theil der Gesellschaft führen. So lange in gewissen Staaten nicht bloß da» Ausmaß der politischen Rechte, sondern auch das Maß der persönlichen Sicherheit, gewährten Schutzes fich je nach Stand, Besitz ober Titel richtet, so lange hier darum ganze Classen der Gesellschaft Anlaß haben zü verzweifeln an dem guten Willen des Staates, Gerechtigkeit zu üben, so lange wird die Lehre von der Ueberflüssig- keit und Schädlichkeit des Staates Proselyten finden. Hier hat dann die Macht internationaler Congresse jedenfalls ein Ende. — Eine Redactionsanmerkung verweist noch auf einen Umstand, auf den wir auch bereits aufmerksam gemacht haben. Auch Volkscharatter und Volksgewohnheiten kommen hier in Bettacht. Nach den Daten der 1898 veröffentlichten italienischen Criminalstatistik wurden von 100 000 Einwohnern wegen Mordes und TodtschlagS verurteilt in Italien (1894) 6,75 in Frankreich (1893) 1,4, in Oesterreich (lft93) 1,5, in Deutschland (1894) 0,85, ebensoviel in Inland, endlich in England und Schottland 0,46 und 0,29. Die Mord- und Todtschlag. Frequenz ist also in Italien rund fünfmal so groß als in den Nachbarländer Frontteich und Oesterreich.
.Sehr einfach! Eigentlich hätte der Fall: Hübner gegen Bodi» heißen können! doch ich erzähle Dir das nach Tische. Ich habe ein Robinet für uns icferoiren lassen, wo wir unser Wiedersehen festlich und unter unS feiern können. Diese langen Hoteltafeln find mir eigentlich ein Greuel.'
Ottomar stimmte dem auS vollem Heizen zu und athmete erst erlöst auf, als daS Dessert servttt worden war, und man sich erheben konnte.
In einem an ben Speisesaal stoßenden Gemache war ein Tisch festlich mit Blumen geschmückt, eine Anzahl von Gläsern stand darauf, Flaschen reckten ihre Hälse ans Eiskübeln hervor.
.Du hast eS ja gut mtt un» bei,* bemerkte Ottomar.
Hübner lachte: .Ich hoffe, wir werben eine» fröhlichen Abend haben.'
Man fetzte fich. Ottomar konnte fich nicht enthalten, den Freund sogleich an sein gegebenes Verspreche» zu erinnern, ihm über den Fall Bodiu Nähere» zu berichten.
.Du meinst, das Unangenehme solle zuerst erledigt »erden? Sanz wie Du willst.'
.Und nun erzählte er dem Aufhorchenden den ganzen peinlichen Vorfall, natürlich alles Licht auf seinen Bruder, den Schatten auf ben alten Bodin falle» laffenb. Ottomar hörte ihm zu, aufs Unangenehmste berühtt. Wie häßlich bas alles ist, wie
Wie die .Nordd. Allg. Ztg.' bestätigen kann, ist von Seiten deS LandwirthschaftSministers an die Regierungspräsidenten die Aufforderung ergangen, Erhebungen über die Fleischpreise und ihre Bewegung anzustellen. Angesichts der fortdauernde» Klage» i» einem Theile der Preffe über Biehmangel und Fleischnoth, kann eine solche Anordnung auch ttotz deS zur Bemtheilung der Angelegenheit bereits vorliegenden umfassenden Material» nur als selbstverständlich erscheinen. Die von einigen Blättern aus dieser Anordnung oder der Fassung des ministeriellen Erlasse» auf eine bestimmte Stellungnahme des Minister» zu bei Angelegenheit gezogenen Folgerungen entbehren bei Begründung.
Dem .Matin' zufolge hätte in Frankreich der Ministerpräsident Brisson unter Hinweis auf seine geschwächte Gesundheit ben Ministern btt Absicht kundgegebeu, sich von seinem Amte zurückzn- ziehen. In diesem Falle übernähme Bourgeois daS Präsidium, doch werde Briffo» noch vor der Kammer erscheinen und erst nach dem entscheidenden Votum, wir immer baffelbe laute, zurücktteten. Die Veränderungen in der Beamtenschaft der Verwaltung rufen unter de» gemäßigten Republikanern große» Unwille» hervor. Es heißt, zahlreiche Opportuviste», welche beabsichtige», Briffo» zu untelstützen, würden nunmehr gegen das Kabinet stimmen und hierdurch dessen Sturz herbeiführen. — Trotz offizieller Dementis beharren einzelne Blätter dabei, daß im Hafen und Arsenal von Toulon fieberhafte Thätigkeit zu schleuniger Ausrüstung mehrerer Kriegsschiffe herrsche.
Das Kaiserpaar in Konstantinopel.
W. Konstantinopel, 19. Octbr.
Lor dem gesttigen Galadiner fuhr das deutsche Kaiserpaar nach der Deutschen Schule in Pera, überall durch die Zuschruermssen mit lebhaften Zurufen und Hurrah» begiüßt. Zum Empfang war der deutsche Botschafter vorausgeeilt und begrüßte mit dem Schulvorstande die Majestäten am Eingang. 3m Namen be» Schulvorstande» hieß Banidirector Wülfing die Majestäten willkommen und drückte den freudige» Dank der deutschen Colouie für den Besuch der Schule aus. Der Kaiser erkundigte sich eingehend nach der Entwicklung der Schule und z igte sich besonders erfreut, daß die letztjährig Absoloitten sämmt- lich die Einjährigen-Prüfung bestand n hätten. Der zahlreiche Besuch der Schule durch F embnationale veranlaßte ben Kaiser zu der Bemerkung, daran erkenne man die siegreiche Kraft Germaniens. Hieran schloß fich ein Vortrag des für den Tag geb eteten Festgesauge». Der Kaiser wählte feiner in heiterster Stimmung aus den eingeübten Liedern de» .Jäger aus Kmpfalz' ans und äufjerte feine Freude darüber, daß sich ttr dem Liederbuch auch die türkische Nationalhymne, genannt Hamidiehmarsch, befinde. Diese wurde sofort angestimmt. Die Kaiserin plauderte mit vielen Kinder», während fich der Kaiser mit mehreren Herren, namentlich Baurath Knapp, über Eisenbahnbaute» so angelegentlich unterhielt, baß er fich erst auf zwei- maliges Mahne» der Kaiserin zum Aufbruch entschloß.
häßlich, dachte er. So schlimm hatte er fich doch die Verhältnisse im Bodin'sche» Hanse nicht vorgestellt.
.Und wo» ist au» der Sache geworden?' fragte er, als Hübner geendet hatte.
.Sie ist selbstverständlich niedergeschlagen worden. Lei ben Konnexionen, über die der Rath verfügt war es ist ja nicht ander» zu erwarten.'
.Konnexionen?' fragte Ottomar nicht ohne Verwunderung.
.Nun ja! Zuerst Dein Onkel, der viel vermögende Herr Präfibent —*
.Mein Onkel? unterbrach ihn Ottomar. .Er war dem Rath, so viel ich mich erinnere, damals durchaus nicht wohl gesinnt und wurde ihm doch zum Protektor?'
Wieder lachte Hübner ans.
,3a, die Ansichten ändern fich, mein Lieber. De» Rathe» beste Helferin siehst Du aber hier an meiner Sette, in meiner vielgeliebten Frau, bie e» mir fast zur Bedingung ihre» Jawortes machte, daß ich meine» Bruder zur Zurücknahme feines Auttage» gegen den Rath bewog. Nicht wahr? Das nennt man Freundschaft!'
Ottomar konnte nicht umhin, Irmgard» Hand zu ergreifen und fie dankend zu küssen.
.Das war wirklich schön von Ihnen, sehr schön!' Irmgard erröthete ein wenig.
(Fortsetzung folgt)