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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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®WcW »glich aufrt an Wnttagen nach konn- Friertagen. Tfff AYA «nzoigen nehmen entgegen: Me Sxvedition diese- Blatte«, di, Annoncen-

W» 911 QuartalS-AbonnementS-PreiS bei der Exvedition 2 Mk., bei alle« VAli y «ureau? von HaasensUin L «ogler, Frankfurt «. M., Casiel. Magd«. oo

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Erstes Blatt.

Der Ausstand in Paris.

Paris kommt auS der Aufregung nicht heraus: In den letzten Wochen beschäftigte der Dreyfus- Skandal die öffentliche Meinung an der Seine, jetzt i hat der Ausstand alle übrigen Fragen in den Hüitergmnd gedrängt. Wie in »euerer Zeit fast regelmäßig bet Ausstellungen und großen Unter« uehmungen, wo die Arbeiten in einer bestimmten Frist fertiggestellt werde» müffe», benutzten auch in Pari» die Gewerkvereine zunächst bei den dringlichen Baute» für die Weltausstellung von 1900 die günstige Gelegenheit, um von den in der Zwangslage ; befindlichen Unternehmern günstigere Bedingungen herauszuschlagen. Schon mehrere Wochen dauert der Kampf. Anfangs noch nicht besorgnißerregend, hat der Ausstand jetzt einen geradezu revolutionären Charakter angenommen. An verschiedene» Stellen i ist es zu Ausschreitungen gekommen, deren die Polizei - nicht Herr zu werde» vermochte, sodaß ansehnliche i militärische Hilfe, sogar von außerhalb herbeigeholt werden mußte.

Die Zahl der Ausständige» wird auf 60 000 geschätzt, und immer weiter greift der Ausstand um sich. Es sollen sich bereits 49 Berufsarten für die gänzliche Arbeits-Einstellung angemeldet haben. Als die Krönung des Ganzen wird der Streik der Eisen­bahn-Arbeiter in Aussicht gestellt. Die Ausdehnung der Streik-Bewegung vollzieht sich mit solcher Regel­mäßigkeit , daß man alles b- fürchten muß. Bia» kann es fich nicht mehr verhehlen, daß sich an der Spitze entschlossene Leute befinden, die planmäßig vorgehen, um immer weitere Kreise in die Bewegung hineinzuziehen. Fortwährend machen größere Arbeiter- Trupps, geführt von wohlgekleideten Männern, die durchaus nicht wie Arbeiter aussehe», Einfälle in die Arbeitsstellen. Zur selben Zeit durchziehen kleinere Trupps von Streikenden die stiller», mehr abseits ge­legenen Straßen, um auch hier die arbeitenden Genosse» an ihrer Thätigkeü zu hindern und zum Ausstand zu zwingen.

Die Führer der Ausständigen üben einen solchen Zwang, daß Tausende von Arbeitern mftmacheu, die lieber ihren Unterhalt verdienen würde». Einem Mitarbeiter des .Figaro" haben die bei den großen Sttaßenbanten beschäftigten Ingenieure versichert, daß von hundert Ausständigen nur zehn sich willig an­schlössen, die übrigen verließe» die Arbeit aus Furcht vor de» Schreihälsen.

Die Behörde» sehen natürlich diesem Treiben nicht ruhig zu. Der Militär-Gouverneur Den Paris soll bereits Anstalten getroffen habe», um die aus­ständige» Eisenbahn-Arbeiter durch Genie-Truppen zu ersetze». Aehuliche Maßregel» sollen für den Fall vorgesehen sein, daß die Bäcker fich dem Ausstande auschließeu; in Clichy und Saint-Qaen, au den Thoren »v» Paris, find nämlich Mauer-Anschläge verbreftet worden, welche die Bäcker »nd die Fleischer bedrohen, die noch länger für die Ernährung der Bourgeois sorge». Um aber allen Möglichkeiten gewachsen zu sein, ist wie schon erwähnt die Pariser Gar­nison nicht unbedeutend verstärtt worden.

ES fällt schwer, an eine» wirthschaftlichea Charakter des Ausstandes zu glaube». Jetzt, wo der Winter vor der Thür steht, wo die Arbefter ein großes 3»tereffe daran haben, jeden Verdienst mitzunehme», wo überdies nirgends eine ernstere sachliche MeiuuugS- Berschiedenheit zwischen ihnen und den Arbeitgebern dorliegt, kann der Beweggrund des Streiks nm ein politischer sei». Die Lage in PmiS ist in der Thai schon seit Wochen gespannt: Armee und DreyfuS- Eyndiklü sind die beiden entgegengesetzten Pole, zwischen denen die öffentliche Meinung hi» u»d her- schwanft. Jeder Tag kan» einen Zwischenfall herbei- sühre», der eine Lage schafft, der mit de» verfassungS- wäßige» Ankunstsmitteln nicht zu begegnen ist. Da toten es die Revolutionäre für an der Zett, fich zu sammel», ihre Mauue» in eine Stimmung zu ver­sitzen, die fie zu gefügigen Werkzeugen der Agitatoren wacht. Jedenfalls sollten die Franzosen alles auf» Acten, um die aufgeregte« Maffeu zm Vernunft Nrrüthubriuge», damit nicht ihr Vaterland in unab- kehbme Wirren gestürzt werde.

Umschau.

Als einer der Grundzüge für die in der nächsten ^agmig des Reichstags zu erwartende Reform brs JnvaliditätS - und AlterSver-

ficherungS-GesetzeS wird die Vereinfachung deS Verfahrens bei Feststellung der Rente bezeichnet und angedeutet, daß die .Entscheidung" über den Rentenanspruch in die Localinstanz gelegt werden soll. Das Bedürfniß nach einer solchen Vereinfachung ist wohl von alle» Seite» anerkannt. Rühren doch die meisten Klagen, welche aus de» Kreise» der Ver­sicherten über die Handhabung des Gesetzes laut werden, aus der Verzögerung her, welche die jetzige» Bestimmungen über Reutenfestsetznng, schiedsgericht­liches Verfahren und Recurs für die definitive Ent­scheidung über den Rentenbezug im Gefolge haben. Trotzdem dürste eS auf einer irrthümlichcn Auffassung der Dinge beruhen, wenn davon gesprochen wird, daß dieEntscheidung" über den Rentenanspruch vollständig in die Hände der Localinstanz gelegt werden soll. Die Durchführung des JnvaliditätS- und Altersverficherungsgesetzes und seine segensreiche Wirkung hänge» in hohem Maße von der Gleich­mäßigkeit seiner Anwendung ab. Schon bei der gegenwärtigen Organisation hat sich aber gezeigt, daß die einzelnen BerstcherungS«Anstalten keineswegs sämmtlich nach den gleichen Grundsätzen und An­schauungen verfahren, und die Verschiedenheit der finanziellen Lage, die bei den Anstalten festge­stellt ist, wird, wenn auch in beschränktem Maße, auf die Uugleichmäßigkeft zurückgeführt, welche sich bei der Feststellung der Reutenansprüche und der Rentenhöhe ergeben hat. Um wie viel mehr müßte sich diese Ungleichmäßigkeit geltend machen, wenn die Localinstanzen i» dieser Angelegenheit daS ent­scheidende Wort gewänne» ! Der .Nationallib. Corr." zufolge gehen daher auch an maßgebender Stelle die Absichten nur dahin, der Localinstanz einen etwas ausgedehnter« Einfluß auf die Entscheidung der Frage, ob ein Rentenbewerber einen berechtigten Anspruch auf eine Rente hat, einzuräumen. Die untere Ber- waltungsbehöidc soll nicht mehr an die obligatorische Zuziehung der für den Wohnort des Antragsstellers zuständigen Vertrauensmänner und des Vorstandes der Krankencasse u. s. w., welcher der Antragsteller angehört, bei Beurtheilung des Rentenanspruchs ge­bunden sein. Diese Zuziehung soll nur noch facultativ sein. Auf diese Weise wird zweifellos eine wesent­liche Beschleunigung des Verfahrens herbeigeführt werden. Hand in Hand mit dieser Vereinfachung werden weitere Maßnahmen gehen, welche den gleichen Zweck verfolge». Aenderu»gen in den Bestimmungen über die Anstalt, welche die Rente festzusetzen hat, sowie über das eventuell anzurufende Schiedsgericht werden zur Abkürzung deS Verfahrens bei Festsetzung der Rente diene». In Zukunft soll »ameutlich in alle» Fällen das Schiedsgericht zuständig sei», welches für de» Wohnort des Rentenbewerbers errichtet ist, auch wenn eine andere Reutenavstalt den Bescheid erlassen hat. _____________

In den einmaligen Ausgaben des ordentliche» Etats der Marineverwaltung für 1899 wird ein weiterer Theil der Forderungen der in der vorigen Reichstagstagung bewilligten Flottenvorlage bezüglich der Baues von K r i e g f ch i f f e n in die Er­scheinung treten. Die einzelnen Positionen für die Neubanten werden in naher Zett vom Bundesrath endgiltig festgestellt und mit der Vorlegung des Etats au deu Reichstag bekannt gegeben werden. Neben de« Neubauten wird aber auch im nächsten Etat eine Anzahl von weiteren Raten für schon in Angriff genommene Bauten gefordert werden müssen. Der Kreis dieser Forder»»gen läßt fich schon heute übersehen. Zunächst kommen dabei die Ersatzbauteu in Betracht. Zwei P«nzerschiffeKaiser Wilhelm 1L", der als Ersatz fürFriedrich der Große" eintreten soll, und derErsatz für König Wilhelm", ein Kreuzeri. Klasse .FürstBismarck" (Ersatz.Leipzig"), sowie zwei Kanonenboote als Ersatz für .Wolf" und .Habicht" fallen in diese Kategorie. Bon den größeren Schiffen find .Kaiser Wilhelm II." und .Fürst Bismarck" soweit vorgeschritten, daß für fie die letzten Rate» gefordert werden könnten, für die Er- satzbauten vonWolf" undHabicht" werden die Schlußraten ganz sicher verlangt werde», da bamit erst wieder 4 Kanonenboote vorhanden sei» werd«. Soda»« werden die zweiten Raten für die im vorigen Etat geforderten und bewilligte» Neubanten eingesetzt werden müflc». Hierbei find die Linienschiffe A und B, der große Kreuzer A, die kleinen Kreuzer A nnd B, sowie das TorpedodivisinSboot und die Torpedoboote zu berückfichttge». Für weitere Rate» werde» dem- gemäß im »ächstjährige» Reichshaushaltsetat 8 Linie», schiffe und Kreuzer, sowie zwei Kanonenboote in Betracht kommen.

Die demokratische Presse zeigt fortge. setzt eine auffallende Empfindlichkeit der Social­demokratie gegenüber. Werde» Maßregeln bekannt, werden Vorschläge discutirt, welche die social­demokratische Preffe bekämpft, so erheben die demo­kratischen Blätter entsetzt die Hände und jammern: wieder Stoff für die Socialdemokratie!" Es ist, als gelte jenen Richtungen die Social- demokratie als ein noli me tangere, als dürfe beileibe nichts geschehen, was den Widerspruch der .Genoffen" herausfordere. Ma» scheint sich in der Demokratie dieser unwürdigen Haltung gar nicht bewußt zu sein; denn gerade auf jener Seite brüstet man fich noch immer eines hervorragendenManneS- muthes". Nun, diese Angst vor neuemStoff" für die Socialdemokratie ist thatsächlich daS Gegen- theil von solchem Muthe. Wenn die demokratischen Bourgeois" nicht schon drauf und dran find, vor der Socialrevolution zu capftuliren, so ist ein ent­schiedenes Auftreten unerläßlich. Wenn man einem Feinde gegenüber und die Socialdemokratie gilt doch auch den demokratischen Richtungen als Feind stets Furcht zeigt und in Beschwörungen ausbricht, doch diese» Feind ja nicht zu reizen, so zeigt man ein solches Maß von Schwäche und von Mangel an Zuversicht, daß dadurch gerade das Gegentheil erreicht wird, was mau erreichen will: daß man die feind­liche Macht moralisch fräftigt und zu Vorstößen anreizt. Auch dieKölnische Volkszeitung" möge sich das merken; denn wenn fie schreibt:

Der Erlaß des Herr» von der Recke hat also der Socialdemokratie wieder Stoff geliefert, de» sie in ihrer Weise verarbeitet,

so stellt sie fich damit der Socialdemokratie gegenüber ans den Standpunkt des Schwächlings, der alles über fich ergehen läßt, wenn nur dabei seine persönliche Ruhe nicht gestört wird.

Die Pforte sandte de» Befehl nach Kreta, mit der Räumung seitens der türkischen Truppen zu beginnen. Die Generale Osman Nuri Pascha und S a b i t Pascha erhielten den Befehl, fich nach Kreta zu begeben, um die nöthigen Vorbereitungen bezüglich der Räumung zu treffen. Nach Meldungen aus Kreta fügte der Admiral Pottier, welcher die mohamedanischen Notabeln versammelte, um ihnen den bevorstehenden Abzug der türkischen Truppen mit» zutheilen, zu seiner Erklärung, daß die vier Mächte die Sicherheit der Mohamedaner gewährleisten wollten, hinzu, daß fie dieses Schutzes verlustig gehen würden, sobald fie die internationalen Truppen angriffe» ober anbere Gewaltthaten verüben sollte». Obgleich ber Admiral Potlier den Mohamedaner» die Berficherung gab, daß fie die gleichen Rechte wie die Christen und prozentual nach der Bevölkerungsziffer alle in der Autonomie gelegenen Rechte genießen sollten, wolle» viele Mohamedaner auswander». Nach einer der Franks. Zig." aus Konstantinopel zugehenden Meldung lehne» die Mächte die von ber Pforte ver­langte Beibehaltung brei kleiner Garnisonen auf Kreta ab uub bestehe» auf der vollständigen Räumung der Insel.

Am 11. October traf Abends in Omaha (Nebraska) der Bereinigten Staaten» Präsident Mac Kinley znm Besuche der Trans- Missisfippi-AuSstelluvg ein. In einer Rede, welche der Präsident in der Nähe von Cedar RapidS hielt, erklärte er, der jetzt beendete Krieg bringe den Ver­einigte» Staate» unberecheobare Segnungen, aber auch ebensolche Laste». Die Amerikaner entzöge» fich aber »jemals einer Verantwortlichkeit und lehnten niemals eine Last ab, welche die Zivilisation fördere.Die Leistungen der Amerikaner seien zu Laude und zm See ohne gleichen" und brächten der Tapferkett der Amerikaner neue Ehren. Amerika habe de» Krieg aus Menschlichkeit auf fich genommen und werde keine Friedensbedingungen annehme», die »icht im Jntereffe der Menschlichkeü seien. Die Nation habe ein guteS^Gewiffen.

Deutsches Reich.

Berlin, 12. Oct. In Carnenz erklang beute Vormittag von 9 Uhr an an» Anlaß der Trauerfeier Glockengeläute vom Thmm der evangelischen Kirche, in welcher die Leiche der Prinzessin Albrecht anfgebahrt war. Gegen 10 Uhr versammelten fich in der Kirche zu der Theil- »ahme an der Feier erschienenen deutschen Fürsten und Abgefaudte», die Spitze» der Provinzial-Be- hörden und viele Mttglieder des schlefischen Adels.

Kurz »ach 10 Uhr betrat Ihre MajeäSt die Kais eriu am Arm des Prinzen Albrecht daS Gotteshaus. Se. Majestät der Kaiser folgte allein und legte einen prachtvollen Kranz am Sarge nieder. Hierauf stimmte der Kirchenchor die MotteteSei. getreu bis in den Tod" an, worauf die Gemeinde den Choral JesuS meine Zuversicht" fang. Alsdann hielt Ober-Hofprediger, Generalfnp-rintendent Dr. Dryander die Trauerrede. Nach dem Choigesange des Chorals Wenn ich einmal soll scheiden" sprach der Camenzer Pfarrer von TreSkow das Gebet und ertheilte den Segen. Mit dem Gesang der GemeindeJesuS, er mein Heiland lebt" sowie Orgelspiel schloß die er­greifende Feier. Vor dem Verlassen der Kirche kniete Ihre Majestäten zu einem stillen Gebet am Sarge der Prinzessin nieder.

Das Gefolge der Kaiserin für bie Reise nach Konstantinopel, Palästina uub Syrien bilden Oberhosmeisteiin Gräfin v. Brockdorff, Palast- dame Gräfin v. Keller, Hofdame Frl. v. Gersdorff, Oberhosmeister Freiherr v. Mirbach, Bice-Ober- Ceremonien meister von dem Knesebeck. 3m Ge­folge des Kaisers befinden sich Oberhof- und Hausmarschall Graf z» Eulenburg, Ober-Stallmeister Graf v. Wedel, Hausmarschall Frhr. v. Lhncker, Generalarzt Dr. v. Leuthold, Oberstabsarzt Dr. Jlberg; Generaladjutant Generallieutenant v. Pleffeu, General ä la suite Generalmajor v. Kessel, General ä la suite Generalmajor v. Scholl, Flügeladjutant Oberst Mackensen, Flügeladjutant Oberstlieutenant v. Pritzelwitz, Generaladjutant General der Infanterie v. Hahnke, Chef des MilitärkabinetS Wirkl. Geh. Rath Dr. v. LucanuS, Chef des CivilkabinetS, Admiral ä la suite Contre - Admiral Frhr. von Senden-Bibran, Chef des MarinekabinetSp Staats­sekretär des Auswärtigen Amts, Staatsminister von Bülow, Wirkl. Leg.-Rath Klehmet; ferner General- Superintendent D. Dryander, Prof. Knackfuß. Von Konstantiropel treten hinzu Botschafter Frhr. Marschall v. Bieberstein, Dragoman Graf Mulineu, Hauptmann Morgen. In Haifa tritt hinzu Prof. Dr. Moritz.

Fünfzig Jo hauniterritter nehmen an der Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem Theil.

Laut kaiserlicher Cabinetsorder vom 10 October ist Kapitän zur See Rosendahl von der Sellung als Gouverneur des Kiantschougebietes entbunden und tritt zur Marinestation der Ostsee zurück. Der Kapitän zur See Jaeschcke ist unter Entbindung von dem Kommando znm Stabe des Oberkommandos der Marine und unter Verleihung des Titels Gouver­neur an die Spitze der Militär- und Zivilverwaltuvg im Kiautschougebiet gestellt.

Oberst und Flügeladjutant Mackensen, dem unter dem 8. d. M. der Rang eines Brigade- k-mmanbeurS verliehen worden ist, soll vom Kaiser als bereinftiger Kommandeur ber a»S ben beiden Leibhusarenregimeniern 1 und 2 zu formftendeu Todtenkopf-Brigade, von welcher der Kaiser bei feinem jüngsten Besuche beim Offizierskorps des 1. Leib- Husarenregiments in Langfuhr gesprochen hat, dl Ansficht genommen sei».

Wenn von einigen Seiten die Miitheilmig verbreitet wurde, daß das preußische Kultus- Ministerium das neue und noch durchaus nicht bewährte Stenographiesystem Stolze-Schrey als fakultativen Uutenichtsgegenstaud in bie Lehr­anstalten einzuführen gebenle, so hat fich nenerdings bie Unrichtigkeit dieser Mittheilmrg herauSgestellt. DaS Kultusministerium hat nämlich noch vor Kmzem feine Genehmigung dazu ertheilt, daß an ber neu errichteten Handelshochschule in Aachen, bie bekanntlich mit ber bärtigen Technischen Hochschule verdunben ist, ber Stenographieunterricht nach bem System (Babelsberger ertheilt wird. Selbstverständlich würde daS nicht der Fall gewesen fein, Wenn das Kultus­ministerium sich für das oben genannte System ent­schiede» Hütte.

Ausland.

CeftetreidhUngarn.

Wie«, 12. Octbr. (Telgrarnm) Im Verein .Niederwald" wurde eine Trau er fei er für Bismarck unter außergewöhnlicher Theilnahme veranstaltet. Zugegen waren Prinz Lichnowsky »nd Baron Romberg von der deutschen Botschaft in Wie» sowie Freiherr v. Stumm. Pfarrer v. Zimmer­mann hielt eine ergreifenbe meisterhafte Gedenkrede, die von dem Waldhornquartett der Wiener Hofoper eingekitet wurde.