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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain. Jlluftrirtes SountagsSlatt.

Erstes Blatt

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— Der Königliche Hof legt heute für die Prin - essin Albrecht von Preußen die Trauer auf

Nach einem am 9. October veröffentlichten Blau- buch über die Faschodafrage meldete der englische Botschafter Monson am 7. September au Lord Salisbury, Delcasse habe ihm mitgetheilt, Marchand sei angewiesen worden, fich als Sendling der Civilisation zu betrachten. Am 18. September stellte Delcasss fest, Frankreich hab- die britische Einflußsphäre am ober» Nil nicht anerkannt, und Hanotaux habe im Senat sowie der französische Bot­schafter Gourcel in London sofort gegen die Er- klärung des Parlamentsuntersuchungssecretärs Gretz im Unterhause Einspruch erhoben. Delcaffö der- sicherte Monson wiederholt, der ftanzösischen Regierung sei an guten Beziehungen zu England und einer

Bergwerksverein gehörenden Musterzeche „Minister Stein" und des Stahlwerks Hoesch. Hauptleiter der bedeutendstenStahl- und Eisenwerke, wieDortmunder Union und Hörder Werke, werden dabei die Bekannt­schaft des Herrn v. Goßler machen und mit ihm ihre Ansichten über diejenigen industriellen Unter­nehmungen austauschen können, deren U e b e r - tragung nach dem Osten möglich und erfolgverheißend scheint.

Am 10. October sind in Berlin im Reichs- Justizamt die wegen Revision des Urheber­rechts eingeladenen Sachverständigen zur Be­rat h u n g zusammengetreten. Der Staatssekretär eröffnete die Verhandlungen mit einer Ansprache, in welcher er hervorhob, daß es sich vorerst um die Rechtsverhältnisse der litterarischeu und musikalischen Produktion handle, und daß erst nach deren Neu­ordnung der Schutz der Werke der bildenden Kunst und der Photographieenschutz einer Revision unter­zogen weiden solle. Er betonte, daß die gegen­wärtige» Verhandlungen bei der Mannigfaltigkeit der in Betracht kommenden Interessen keine abschließenden sein könnten, daß weitere Verhandlungen mit einzelnen Interessentenkreisen in Aussicht genommen seien, und daß der demnächst aufzustelleude Gesetzentwurf vor­aussichtlich auch der öffentlichen Kritik werde zugäng­lich gemacht werden, um alle betheiligten Kreise rechtzeitig zu Worte kommen zu lassen. An den Verhandlungen nehmen außer den Vertretern der be­theiligten Verwaltungsressort 9 Sachverständige ans verschiedenen Gebieten der litterarischen und musikali­schen Produktton und 9 Sachverständige aus dem Bereich des litterarischen und musikalischen Verlages Theil. Die Verhandlungen haben wegen ihres lediglich informatorischen Zweckes einen vettraulichen Charakter.__

freundschaftlichen Regelung der Frage sehr viel ge­legen. Die britische Regierung beförderte an Marchand ein Pariser Telegramm, worin dieser aufgefordert wird, einen Osficter mit einem Bericht sofort abzu­senden. Das letzte Telegramm deS Blaubuchs datirt vom 3. October und enthält die Mtttheilung Salis­burys an den Botschafter Monson, die Uebermittelung des Pariser Telegramms an Marchand bedeute in keiner Weise eine Aenderung der Ansichten der eng­lischen Regierung.

Der Sultan möchte durchaus nicht ganz seine Macht über die Insel Kreta verlieren. Der türkische Minister des Aeußern hat den vier Bot­schaftern mitgetheilt, der Sultan wolle die Zurück­ziehung der türkischen Truppen aus Kreta genehmigen, beanspruche dagegen, — gestützt auf die Ver­sicherung der vier Mächte, seine Souveränität nicht zu verletzen, — als Kennzeichen seiner Souveränität in einem Orte auf Kreta eine kleine Garnison. Die Botschafter versprachen, ihren Regierungen zu berichten; die Antwort ist noch nicht eingettoffen.

Auch die in Dresden jüngst abgehaltene General­versammlung des „Sächsische» Mühlenver­bandes" erklärte es zur Erhattung der kleinen und mittleren Bettiebe für uothwendig, daß unter Auf- Hebung der bestehenden Gewerbesteuern für Getteide- mühlen eine staffelförmige Umsatzsteuer eingeführt werde. Die sächsische Regierung soll er- sucht werden, den Bundesrath für diese Forderuug zu iuteressireu. Die Versammlung verlangte ferner Aenderung des Börsengesetzes dahin, daß Vorverkäufe von Mehl und Mühlenfabrikaten auf eine längere Zeit als drei Mnnate hinaus gesetzliche Gülttgkett nicht haben sollen und keinerlei Rechts­ansprüche daraus hergeleitet werden können.

Ausland.

Italien.

Venedig, 9. Octbr. Gestern Abend spielte die K a p e l l e der „H o h e n z o l l e r n" auf dem Markusplatzc, welcher von einer dichtgedrängten Menschenmenge angefüllt war. Die deutsche und die iranische Nationalhymne wurden sehr warm ausge­nommen.

Der Herr Ober-Bürgermeister ttöstete sich jedoch mit dem erziehlichen Erfolg, den so ein alter Lehrer mit seiner „zitternden Hand" gehabt habe. Wir wollen daS gewiß nicht bestreiten, hatten aber dennoch für richtiger, wenn Greise mit zitternder Hand, anstatt die Bürde deS Amtes noch weiterhin trogen müssen, lieber der wohlverdienten Ruhe Pflegen dürfen.

Interessant ist auch noch der folgende Zug, womit wir für diesmal schließen wollen. Bei der Be- rathung deS Lehrerbesslduugs-Gesetzes eiferten die freisinnigen Redner sehr gegen die Ermächtigung der Schulbehörde, den Lehrern aus disziplinellen Gründen die Altersznlage vorzuenthalten, und sie ließen mehr oder minder deutlich durchblicken, daß damit nur den gttstlichen Schul-Inspektoren ein Mittel der Chicane in die Hände geliefert sei. Sofort aber vermochte der Kultusminister nachzuweisen, daß in den beiden Fällen, in denen bisher überhaupt nur die Alters- zulage versagt worden sei, nicht geistliche Kreis« Schulinspectoren, sondern städtische Schuliuspectoren den Antrag gestellt hätten, und er konnte noch hin­zufügen: „In andern Fällen sind die Schul-Depu­tationen zu weit gegangen, da haben wir den Anttaz auf Versagung der Zulage zurückgewiesen." Nach alledem lautet unser Schlußwon auch heute wieder: Thöricht die Lehrer, die fich von dem Freisinn als Wahlmacher benutzen lassen!

Chef Vize-Admiral von Diedrrichs an Bord, am 7. October von Batavia nach Singapore in See ge­gangen; S. M. S. „Gefion", Kommandant: ! korvetten-Kapitän mit Oberst-Lieutenantsrang Folle- nius, ist am 7. October in Wusung augckommen.

Deutsches Reich.

Berlin, 10. Oct. Se. Majestät der Kaiser empfing heute Morgen um 8 Uhr den Großfürsten Wladimir von Rußland mit Gemahlin und Tochter, der Braut des Prinzen Maximilian von Baden, auf dem Bahnhof zu Potsdam und 'geleitete die Herr­schaften in das Stadtschloß. Im Marmorsaale des Stadtschlosses fand Abends Diner zu Ehren des Brautpaares statt. Der Kaiser hörte überdies heute Vormittag im Marmorpalais die Bort äge d s Cbefs des Civilkabinets, Wir'lichen Geheimen Raths Dr. von Lucanus, des Staatssekretärs deS Reichs-Post­amts von Podbielski, des Staatssekretärs des Reichs- Marineamls, Staatsministers Tirpitz, des komman­dierenden Admirals, Admirals von Knorr, sowie des Chefs des Marinekabiuets, Kontee-Admirals Frei­herrn von Senden-Bibran.

— Auf das anläßlich der Einweihung der Beverthalsperre an den Kaiser gerichtete Huldigungstelegramm ist folgende Antwort em- gegangen:

„Ich habe Mich über den Ausdruck treuer Ergebenheit Sittens der zur Feier der Vollendung der ersten großen Wupperrhalsperre vereinten Festvrrsammluug herzlich gefreut. Mögen die in das Unternehmen gesetzten Hoffnungen in reichem Maße in Erfüllung gehen und da» mustergültig» Werk deutscher Jngenieurkunst vielfache Nachahmung finden im deutschen Vaterland«. Wilhelm I R."

— Infolge des Ablebens der Prinzessin Albrecht wird das Kaiserpaar die O r i e u t r e i s e statt am Mittwoch früh bereits Dienstag Abend antreten und sich zunächst nach Kamenz begeben, um Mittwoch Vormittag der Trauerfeier für die verstorbene Prin­zessin beizuwohnen. Von dort erfolgt die Weiterreise über den Semmering »ach Venedig, wo das Kaiser­paar am 13. ds., Mittags 123/* Uhr, eintrifft. Nach einem Besuche des italienischen KönigspaareS im Palais in Venedig schifft sich das Kaiserpaar Nachmittags an Bord der Hohenzolleru zur Reise nach Konstantinopel ein.

— Die „Allgemeine Zeitung" veröffentlicht Näheres über die nunmehr gesicherte, für November bevorstehende Herausgabe zweier Bände der Ge­danken und Erinnerungen von Otto F ü r st B i s m a r ck. Die 33 Capitel dieser Bände enthalte» folgende Ueberschrifte»: 1. Bis zum ersten Vereinigte» Landtag; 2. Das Jahr 1848; 3. Erfurt, Olmütz, Dresden; 4. Diplomat; 5. Krimkrieg, Wochenblattspartei; 6. Sanssouci und Coblenz; 7 Unterwegs zwischen Frankfurt und Berlin; 8. Besuch in Paris; 9. Reisen, Regentschaft; 10. Petersburg; 11. Zwischenzustand, Rückblick auf die preußische Politik; 13. Dynastieen und Stämme; 14. Conflicts- ministerium; 15. Die AlvenSlebensche Convention; 16. Die Danziger Episode; 17. Frankfurter Fürsten- congreß; 18. König Ludwig II. von Bayern; 19. Schleswig-Holstein; 20. Nikolsburg; 21. Der Nord­deutsche Bund; 22. Die Emser Depesche; 23. Ver­sailles; 24. Der Kulturkampf; 25. Bruch mit den Conservativen; 26. Jntrigueu; 57. Die Ressorts; 28. Der Berliner Congreß; 29. Der Dreibund;

Frankreich.

Paris, 10. Octbr. Die Stadt hat das An­ehen, als ob sie fich im kleinen Belagerungszustände befände. Sämmtliche Plätze und Arbeitsstätten von Bedeutung find militärisch besetzt. Dragoner, Cuirasstere und Gensdarmen durchziehen die Sttaßen und Boulevards. Die Arbeitsfreiheit ist in Folge der starken Truppenzahl vollkommen gesichert. In der Nähe des Concordienplatzes arbeiteten heute zwei Arbeiter unter dem Schutze von fünf Suiiaffieren. Die Truppen sind in verschiedenen Kasernen und öffentlichen Gebäuden untergebracht, ein Theil in der Maschinengalerie; andere wieder kehren Abends in ihre Kasernen zu Vircennes, St. Denis und St. Cloud zurück. Um 5 Uhr früh begaben fich heute die Truppen nach den ihnen angegebenen Stellen. Die Arbeitsplätze der Ausstellung find besonders stark besetzt.

Umschau.

Ueber das Reise -und Arbeitsprogramm des Oberpräsidenteu v. Goßler erfährt die Köln. Ztg. noch folgendes: Die Reise begann in Köln und Bonn, wo Waggonfabriken, Spinnereien und Webereien befichtigt wurden. Abends vereinigte ein Essen int Kölner Domhvtel am 10 d. M. die Vertreter der Großindustrie nach der Be­hörden. Der Dienstag ist der Röhren- und Draht-Industrie gewidmet, und Herr v. Goßler und Regierungspräsident v. Rheinbaben werden einer Einladung der Großindustriellen im Breidenbacher Hofe zu Düsseldorf folgen. Am Mittwoch werde» in Elberfeld-Barmen ver­schiedene wichtige Industriezweige besichtigt, woraus ein Festessen bei Dircctor Jordan stattfindet, dem auch Oberpräsident Studt beiwohnt. Am Freitag wird Herr v. Goßler in der Gegend von Hagen und Wetter verschiedene Anlagen der Eisen- und Maschinsn-Jndusttie besuchen und auf dem dem Director Jordan in Elberfeld gehörigen Schlosse Wetter übernachten, wo sich Industrielle aus der nächsten Gegend und der Regierungspräsident Winzer eiufinden werden. Am Samstag folgt ein Besuch der Wittener Gußstahlfabrik, der zum Gelsenkirchener

Alls Marburg und Umgegend.

Marburg, 11. Oct. Zu der bevorstehenden Wahl für das preußische Abgeordnetenhaus sind wir in der Lage mitzutheilen, daß Herr Land­rath von Negelein Hierselbst die thm von dem Conservativen Vereine durch das Wahlcomitv ange- ttagene Candidatur für unseren Wahlkreis an­genommen hat.

+ Bo« der Universität. Die Jmma- triculatio» der Studirenden für das Winter­semester 1898,99 findet in folgender Weise statt: a) Theologen 17., 24. und 31. October; b) Juristen 18., 25. October und 2. November; c) Mediciner 19., 26. October und 3. November; d) Philosophen 20., 27. October und 4. November. Außerdem haben fich die an vorstehenden Tagen Eingetragenen zur endgüttigen Jmmatriculation am Sonnabend, den 12. November, Vormittags 11 Uhr, in der Univerfitäts- Aula einzufinden. Die Belegung der Vorlesungen muß ebenfalls bis zum letztgenannten Tage bewirkt fein.

+ Neues Blumengeschäft. Die Firma Ellenberger L Hofmann, welche in Bieden­kopf an der Straße nach Ludwigshütte eine sehr umfangreiche Kunst- und Handelsgärtnerei, verbunden

Freisinnige Lehrersteundschaft.

Das bekannte Verhalten der freisinnigen Kom- «unalbehörden der Reichshauptstadt in der Lehrer- gehaltSftage hat naturgemäß die Berliner Lehrer in arge Mißstimmung versetzt, und eS macht sich unter ihnen daS Streben bemerkbar, wenigstens diejenigen steisinnigen Abgeordneten, die sich wie Virchow und Suörcke im Punkte der Lehrerfteundlichkeit ganz be­sonders unzuverlässig erwiesen haben, bei den bevor­stehenden Landtagswahleu nicht wieder zu wählen. Da aber kommen sie bei de» Größen des kommu­nalen Freisinns schlecht an. Man hat sich auf dieser Seite so sehr an die Botmäßigkeit der Lehrer ge­wöhnt, daß jedes freie Wort, jede abweichende Mei- nnug alsbald mit dem schwersten Banne belegt wird.

Als beispielsweise vor kurzem in einer fortschritt­lichen Versammlung des dritten Berliner Landtags- Wahlkreises über den Wunsch der Lehrer, an Stelle der alten parlamentarischen Vertreter neue zu erhalten, debattirt wurde, äußerte sich einer der lokalen Frei- finnShelden folgendermaßen: „Kein anstän­diger Mensch wird gegen die bis­herigen Abgeordneten auftreten; solchen Burschen, die das unternehmen sollten, wird man die gebührende Antwort nicht schuldig bleiben." Der

Mann, der diese Aeußerung that, mußte unbe­dingt wissen, daß sich eine große Anzahl, ja viel­leicht die Mehrzahl der Lehrer des Wahlkreises der von ihm gegeißelten Missethat bereits schuldig ge­macht hatten; ttotzdem stand er nicht an, so wenig geziemende Ausdrücke zu gebrauchen. Wie weit sich dieselben mtt der Hochachtung vor dem Lehrerstande vertragen, die der Freisinn stets im Munde führt, das zu entscheiden, überlassen wir den Lehrer» selbst.

Solches Benehmen ist typisch für die „Lehrer- Freundlichkeit" des Freisinns. Unwillkürlich erinnert man sich bei dieser Gelegenheit anderer Fälle von allgemeinerer Bedeutung. Als ehedem auf konser­vativen Antrag hin die Ruhegehattskassm sür den Volks-Lchullehrerstand eingeführt wurden, sträubten fich die Freisinnigen heftig dagegen. Warum wohl? Nun, ein Freisinniger, der genau unterrichtet ist, der Oberbürgermeister Zweigert-Esse», hat es offen­bart. Er äußerte sich im Landtage wörtlich folgender­maßen: „Meine Herren, als wir damals an das Ruhegehaltskassen-Gesetz gingen, da wurde gesagt: ja, seine Eiusühruug ist doch schon aus dem Grunde nöthig, weil Ihr Gemeinden die unfähigen Lehrer aus Sparsamkeitsgründen gar nicht pensionirt, Ihr wollt die Pension nicht bezahlen, und da laßt Ihr die alten Lehrer immer weiter unterrichten. Ja, meine Herren,ich muß sagen, daß das zum Theil richtig war, wir haben manchen alten Herrn jahrelang noch durchgeschleppt. Ich gebe zu, daß das für den UnterrichtS-Erfolg ein Schaden gewesen fein kann."

30. Die zukünftige Politik Rußlands; 31. Der Staatsrath; 32. Kaiser Wilhelm I.; 33. Kaiser Friedrich. Das Manuscript ist den Gebrüder Kröner am 1. September 1893 ausgehändigt worden, als Bismarck in Kissingen schwer erkrantte.

— S. M. S. „Kaiser", Kommandant: Kapi­tän zur See Stubenrauch, ist mit dem Geschwader-

ann Qurnttals-Aboimements-Preis bei der Expeditton 2 «:WÄ Marburg

bsftß SQoffe a. Xkrltu, München ftöln;

239 Mittwoch, 12. Oktober 1898.

drei Wochen an. Im Rachruf des „Reichs-Anz." ir die Prinzessin heißt eS am Schluß: „Wohin ;re Wirksamkeit reichte, wird ihr Verlust tief be­tagt und ihr in allen Herzen eine unauslöschliche dankbare Erinnerung bewahrt bleiben."

— Der Großherzog von Baden empfing gestern Nachmittag in Potsdam den Staatssekretär v. Bülow in längerer Audienz.

— Heute Vormittag 11 Uhr fand in Potsdam n dem Stadtschlosse in Anwesenheit des Kaisers und der Kaiserin die Nagelung und Weihe der Fahne des dritten Seebataillovs bei. Au der Feier nahmen u. A. theil Reichskanzler Fürst Hohenlohe, Staatssekretär von Bülow und Staats­sekretär Tirpitz. Eine Abordnung Marine-Infanterie war auch zur Theilnahme an der Feier erschienen. Der Kaiser, welcher die Uniform des SeebataillonS trug, schlug dm ersten Nagel in die Fahne ein, den zweiten die Kaiserin, darnach folgten die Königlichen Prinzen und die anderen anwesenden Fürstlichkeiten, ferner Staatssekretär Tirpitz, Admiral von Knorr u. A. Im Anschluß an die Feier fand im Marmor­saale die kirchliche Weibe der Fahne durch den evangelischen Feldprobst statt. Die Fahne wurde sodann nach dem Lustgarten gebracht, woselbst ein kombiniries Bataillon des 1. Garderegiments zu Fuß Aufstellung genommen hatte. Es erfolgte hierauf ein zweimaliger Vorbeima sch vor dem Kaiser. Um fand im Stadtschlosse ein Frühstück statt.