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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Aus den Verhandlungen des sozial­demokratischen Parteitags.

So wenig wir geneigt sind, den öffentlichen Dis- kusfionen des sozialdemokratischen Parteitages eine besondere Bedeutnng beiznniessen, so lehrreich ist es doch für die übrige» Parteien, aus den zu Stuttgart gepflogenen Berathungen sich ein Bild davon zu machen, in welchem Lichte in der O-ffentlichkeit die Sozial­demokratie sich selbst zu zeigen beflissen ist. In dieser Hinsicht bot die Debatte über die Partei- taktik manches Interessante. Es ist fast schon Usus in den sozialdemokratischen Parteitagen geworden, zur Ehre derunverrückbar feststehendenEndziele* em Opferlamm zu schlachten. Diesmal war der Genosse* Heine dazu austrsehe», der sich bedingungs- weise für die Bewilligung von Kanonen ausgesprochen hatte. DieserOpportunismus* hatte namentlich den Zorn derSächsischen Arbeiterzeitung* erregt, i» welcher der jetzt ausgewieseneGeuoffe* Parvus bekanntlich ein jüdischer Sozialrevolutionär aus Russisch-Polen eine große Zahl von Artikeln über diese Angelegenheit zum Abdruck gebracht hatte.

In Stuttgart trat auffallenderweise die Mehrheit der Delegierten auf die Seite desGenossen" Heine, bestenAdschlachtung* also unterblieb, und wenn muh faßt jeder Redner betonte, an den Endzielen der Partei dürfte nicht gerüttelt werde», so war doch augenscheinlich die allgemeine Stimmung dafür, daß die sozialdemokratische Agitation in erster Linie sich mit aktuellen Fragen beschäftige», also mehr nach taktischen Erwägungen, als nach festen Grundsätzen sich richten müsse. Selbst Herr Bebel warnte bei Bezeichnung der Endziele, sich zu sehr aufDetail­malerei* einzulasse»; eine Warnung, die sich «uS dem Munde des Verfassers eines von Detailmalereien strotzenden Buches, wie dieFrau*, besonders iotereffant ausnahm.

Bezeichnend war eS, daß als diezielbewußten* Lertheidiger einer rein programmäßtgen Agitation weibliche Delegierte, und zwar dieGenossinnen* Zetkin und Luxemburg auftraten. Dieser Umstand führte zu einigen überaus drastischen Auslastungen süddeutscherGenossen*, die für die sozialdemokratische Frauenbewegung nicht eben schmeichelhaft waren. Nicht nur Vorwürfe wieAnmaßung* und Ver­brauch vonGemeinplätzen* mußten sich die Damen anhöre», sondern Herr Auer rief sogar unter lebhafter Heiterkeit und stürmischem Beifall aus:Und das ist das unterdrückte Geschlecht! Was soll da erst einmal werden, wenn daS frei und gleichberechtigt ist!* Die Frauenbewegung hat das ist auch in diesem Falle wieder ersichtlich in der Sozialdemokratie niemals große Sympathie» gefunden; man läßt sie sich eben gefallen, um sie für

lNachdruck »erboten.)

K e r?L> stbLütHe.

Roman von Clarissa Lohde.

(Fortsetzung.)

Dir kleine, reizende Besitzung hatte er gekauft, als auch er »och im Mai seiner Leben» gestanden, seine jetzt sch»» lange tat Grabe ruhende Luise heim- geführt hatte. Dort hatte er die schönste» Stunde» feines junge» Glückes verlebt, dort war er «lljährlich Ml Frühling mit den zwei blühende» Kindern hin­gegangen, die sie ihm geschenkt, hatte sich mit ihr dieses Selbe» Besitzes gefreut. Welche Erinnerungen, wir selig und ttamig zugleich! Und doch war es nicht auch ein Vorzug, solch Glück besessen, es ganz genoffen zu habe», die ganze Fülle des Lebens und der Liebe?

Er deckte die Hand über die Auge»; deutlich tauchten die Gestalten seiner Heimgegangenen Liebe» dor seinem Geiste auf; sein Weib, wie er es jung und blühend in überströmender Seligkett im Arm gehalten, d«m seine Kinder, der gebräunte, kraftvelle, übermüthige Knabe, dem Niemand angesehen, daß er f» jung noch et» Raub des Todes werden würde, daS zarte Töchter- chr», da» wie eine Rose erblühte, um rasch wieder zu wrwclken und zu sterbe». Alles fort! Alles! Er allein dem Tode entgegeugeheud ohne eine liebende Hand, die ihm die Augen zudrückte. Aber nein! mußte tr sie denn wirklich entbehren, diese liebende Hand? ®ie anklagend sah er plötzlich Ellis klare Auge» auf & gerichtet. Bi» ich nicht da? gebe ich Dir nicht bie ganze Fülle meiner Liebe, «einer reine» kind­lichen Liebe? Nimm mich nur an Dein Herz, Du «wer Einsamer. Auch ich bin einsam und traurig obwohl inmitten meiner Familie.Ein Schwan in

Schlepperdienste zu benutzen. Im übrigen liegt es nahe, den Auer'schen Ausspruch auf die ganze Sozialdemokratie anzuwenden.

Eine sehr sarkastische gegendie ganze Richtung, die mit Dresden in enger Verbindung ist und seit Jahren die ganze Partei ärgert und jlangweilt durch die hochmüthige Art, die über alles ein Urtheil und von oben herab spricht*, hielt Herr von Vollmar. Genossin* Luxemburg, als Nachfolgerin des aus­ausgewiesene» russisch-polnischen Parvus, der das Haupt der bezeichnete» Richtung war und, wie sich zeigt, heute noch ist, repräsentierte in Stuttgart den von Herrn von Vollmar unter lebhafter Zustimmung der Anwesenden zurechtgewiesene» Parteiflügel. Sie fand damit aber absolut keinen Anklang, obwohl ihr schließlichGenosse* Schönlank halb und halb bei­sprang. Schon während der Rede von Vollmars aber machte sich derGenosse* ParvuS persönlich bemerk- bar, indem er durch Zwischenrufe die Aufmerksamkeit auf sich zog. Schließlich wurde ihm mit Zustimmung des Parteitages das Wort ertheilt, obwohl er ein Mandat nicht hatte. Dieseeigenthümliche Erscheinung stellt denGenossen* Parvus als einen recht wichtigen Mann dar: Der Herr heißt Helphaut und wird in Stuttgart als Parvus zum Worte gelassen; er ist Ausländer und es wird ihm ge­stattet, auf die inneren Verhältnisse der Sozialdemo­kratie offiziell Einfluß auszuüben!DaS läßttief blicken* sollte derGenosse* etwa ein viel- vermögendeS Bindeglied der internattanalen Revolutionspartei sein? Gegensimple* Redakteure, die noch dazu seit Jahre» die Partei ärgern, be­nimmt sich die Sozialdemokratie sonst nicht so rück- sichtsvoll. .

Wir werden ja auf dem Stuttgarter Parteitage unzweifelhaft noch manche Ausklärung über die sozialdemokratische Taktik erhalten; denn Taktik ist für die Propaganda jener Partei die Hauptsache. Jeden­falls erhellt aus den Stuttgarter Verhandlungen, daß die sozialdemokratische Partei fest in den Händen der Führer ist und daß diese Führer genau wissen, was sie wollen.Die Macht erobern*; das ist das nächste Ziel. Und zu diesem Zwecke muß alles andere dienen, dem ordnen sich Taktik, Programm und Einsicht unter, ihm zuliebe wird mit dem Frei­sinn paktiert und mit dem Centrum geliebäugelt, damit die der Sozialdemokratie so wohlthätige MausernngSlegeude* nur weiter verbreitet weide und zur völligen Umnebelung des deutschen Michels führe. Mit den Konservativen ist in dieser Hinsicht nichts anzufangen; es freut uns, daß auch in Stuttgart wieder anerkannt worden ist, welche Ge­fahr für die sozialrevolutionäre Bewegung das Junkerthum* bedeutet.

einem Ententeich,* hatte Lutzen sie treffend genannt. Ja komme nur, Du holder Schwan, flüchte Dich zu mir. Ich will dafür sorge», daß D» Dich Deiner Schönheit erfreuen kannst!

Der Präsident erhob sich. Mit lautem Schritt ging er tat Zimmer auf und ab. Eine innere Freude erfüllte ihn plötzlich. In den vertraute» liebe» Räumen des unter Lorbeer und Oleander versteckten Hauses am Comersee sollte einmal wieder ein seiner Luise ähnliches Wesen walten. Wie oft schon hatte Elli ihn an die ihm so früh Enttiffene erinnert. Er war seit des geliebten Weibes Tode nie einem weiblichen Wesen begegnet, das so warme Gefühle in ihm erweckt hatte, wie Elli. Ganz so rein in ihrem Empfinden, ganz so voll Liebe und Güte war fie, wie die Verstorbene, und noch begabter, daS mußte er in feinem GerechtigkeitSge- zugestehen. Ihr Talent zum Malen war ein wirk­lich bedeutendes, dazu der Schatz von Wiffen, den fie fich «»geeignet hatte, ohne je damit glänzen zu wollen, ihr feines Verstäuduiß für die Kunst, für Lttteratnr und Poesie, ihr regeS Naturen pfinden, die Begeisterung für alle» Schöne und Gute, die so warm auS ihren Augen leuchtete, das Alles hatte ihn sympathisch zu ihr hinzogen.

War fie nicht wie ein Sonnenstrahl, den Gott ihm in da» Dunkel seines Alters gesandt hatte, eS durch ihren Glanz zu verklären? Welche schönen genußreiche» Tage stände» ihm an ihrer Seite bevor, wenn es ihm vergönnt würde, fie i» die Schönheiten jenes von Gott so bevorzugten Stückchens Erde ein­zuführen. Wie hatte er fich schon an ihrer Freude beim Besuch von Theater »nd Concerten ergötzt, und als er sie einmal auf Wunsch der Professorin ins Museum geleüet, wo sie für Ottomar eine Bestellung

Umschau.

Kaiser W i l h e l m II. hat, von dem Wunsche geleitet, bei der Wichtigkeit der in Aussicht stehenden Vorlagen die parlamentarische» Arbeiten in Deutsch­land keinerlei Aufschub erleiden zu lasten und den Reichstag in Person zu eröffne», den Entschluß kund­gegeben, auf den Abstecher nach Aegypten zu verzichten. Wer das hohe Pflichtgefühl und das starke Verantwoitlichkeitsbewußtsein Kaiser Wilhelms II. kennt, kann kaum im Zweifel darüber fein, daß sich dem Träger der Krone, nun, da die Stunde der Trennung von der Heimath näher rückt, im letzten Augenblick Bedenken aufgedrängt haben, ob die in Aussicht genommene Dauer feiner Ab­wesenheit nicht eine allzu lange sei, besonders im Hinblick auf den Beginn der parlamentarische» Arbeite» im Reiche und auf die Schwierigkeit, nach der Eröffnung des Reichstags den Verkehr zwischen dem Kaiser und seinen obersten Räthen in erforder­licher Schnelligkeit herzustellen. Der Wunsch, die erste Tagung des neugewählte» Reichstages selbst zu eröffne», dürfte ebenfalls in Bettacht gekommen sei», zumal die Erwägung, de» Reichstag erst Anfang Januar zusammenlreten zu lassen, aus augenfälligen Gründen zurückgewiese» werden mußte. So hat der Kaiser, der schnelle Entscheidungen liebt, spontan den Entschluß gefaßt, xur nach Constanttaopel und Palästtaa, nicht aber auch noch Aegypten zu reifen. Seit Jahr und Tag hatte der Kaiser sich ans den Besuch des Pharaolandes vorbereitet und fich auf denselben gefreut; denn es war seit langen Jahre» sein Wunsch, dieses älteste Culturland, daS durch seine gigantischen Kunstdenkmäler und die aus ihnen sprechende Geschichte so gewalttg auf den Menschen wirkt, mit eigenen Augen z» sehen und dir Wunder des NilS zu schauen. Aber die Erfüllung solcher Wünsche wird einem Monarchen schwerer gemacht wie gewöhnlichen Sterblichen. Durch die Thatsache, daß an der Palästinafahrt selbst nichts geändert wird, ist gleichzeitig bekundet, daß die Abkürzung des Reise­programms, der Verzicht auf den Abstecher nach Aegypten, mit polittschen Erwägungen, soweit die auswärtige Loge in Bettacht kommt, nicht das Mindeste zu thun hat. Es ist gut, dies von vorn­herein festzustellen, da es an Mißdeutungen von Seiten guter und schlechter Freunde wohl auch in diesem Falle nicht fehlen dürste.

3a einer Bettachtung derTimes* über den Alldeutschen Verband sagt das englische Blatt zum Schluß:

Ein Programm, das mit so viel Zuversicht vertteten wird und das einer Bewegung Ausdruck flieht, die in dem Empfinden ganz Deutsch­lands ihre Wurzeln hat, kann nicht ohne Inter­esse und Bedeutung sein.*

an einen der jungen Beamten auszurichte» hatte, von dem er eine Inschrift abgeschrieben wünschte, welch ein Verständuiß für die Kunst hatte er da bei ihr vorgesunden! WaS würde fie erst sagen, wen» er mit ihr, und das nahm er sich sogleich vor, Mailand, und Venedig und, wenn e» sich thu» ließ, Florenz besuchte, wenn sie de» Schätzen der Uffizien gegen- überstehen würde?

Er fühüe fich bei diese» Pläne» a»s einmal wieder ganz frisch und wohl. Wie schön eS doch ist, Andere» Glück bereiten zn können, wenn auch das eigene Glück schon begraben ist. Er segnete jetzt doppelt da» Geschick, da» ihn mit Gütern beschenkt hatte, die ihm ermöglichten, seine Absichten auszn- führen. Mit Ungeduld erwartete er die versprochene Antwort de» Geheimraths, der ihm für einige Tage noch Hausarrest auferlegt hatte.

Schneller als er gehofft hatte, erfüllten fich seine Wünsche. Denn schon am anderen Abend sprach das Profestorpaar bet ihm vor. Der Professor fand den Vorschlag LntzenS über die Maßen annehmbar. Natür­lich werde er zuerst München, da»» den Comersee auffuchen; zwar nur für einige Tage, denn lauge erlaube es ihm seine Zett nicht, aber er freue fich herzlich auf die Erfrischung, und wie ftcuudlich von dem Schwager, daS Kind, die arme Elli, an der schönen Reise Theil nehmen zn laste». Im Name» Ottomar», der sehr besorgt geschrieben habe, danke er ihm dafür.

Weniger warm, aber doch auch freundlich, äußerte fich die Profeffori». Da Lutzen eS für Elli »oth- weodig halte, daß fie in andere Luft komme und den Frühling im Süden zu bringe, träfe e» fich ja sehr gut, daß dem Bruder dasselbe verordnet sei. Und er habe das Mädchen ja gern! Solch' ein junges

Bei Hückeswagen wurde am 8. October in Gegen­wart des Handelsministers Brefeld, MinisterialdirettorS Schultz und des Regierungspräsidenten v. Rheinhaben und anderer Gäste die 3 Mill. Cubikmeter fastende Beverthalsperre eingeweiht. Bet dem Früh­stück, da» dem Weiheakt vorausging, erwiderte Minister Brefeld auf die Begrüßungsansprache des Bürger­meisters Hagenkötter in Neu-Hückeswagen, e8 sei ein Freudentag für das ganze bergische Land, nach zehn­jähriger mühevoller Arbett das große Werk vollendet zu sehen. ES sei ihm eine besondere Freude, im Name« des Kaiser» hier zu stehen, der seit längerer Zeit den Thalsperren sein vollste» Jntereste zuge­wendet habe. Der König habe folgende» Herren, die sich um daS Zustandekommen de» Werkes große Ver­dienste erworben, Ordensauszeichnungen verliehen: dem Professor Jntze - Aachen den Kronenorden 2. Elaste, Landrath Königs den Kronenorde» 3. Elaste, Commercienrath Fritz Hardt-Lennep, Eugen Buchholtz und Arnold Hück den Rothen Adlerorden 4. Claffe, Baumeister Schmidt, der den Bau ausgeführt, ben Kronenorden 4. Elaste. Unter den Üblichen Hammer­schlägen sand sodann die Weihe des Werkes statt. Dem Landrath Königs wurde in Anerkennung seiner zur Förderung der Landwirthschaft und Industrie vor zehn Jahren gegebenen Anregung und seiner bisherigen erfolgreiche» Thätigkett beim Bau von Thalsperren im Wnppergebiet eine Erinnerungstafel vom Vor­stande der Wupperthalsperrengenostenschaft gewidmet. Nachmittags fand in Lennep im Berliner Hof ein Festmahl statt. Hierbei sprach Minister Brefeld auf den Kaiser, dem ein Ergebenheitstelegramm gesandt wurde. Landrath Königs feierte die Ehrengäste, für die Ministerialdirector Schulz dankte. Sein Hoch galt dem Herrn Profeffor Jntze Md Baumeister Schmidt. Bei der Schlußsteinlegung wurde in daS Bauwerk eine Urkunde eingemauert, die eine Geschichte des Bauwerks enthält und mit den Worten schließt: Möge nach der glücklichen Vollendung dieses Bau­werks Gottes Segen auf demselben ruhen. Möge das geschaffene Sammelbecken durch die Gleichmäßig- kett der Wasserabgabe an die Triebwerkbesitzer, durch bie Verbesserung der Beschaffenheit des Wassers und durch die Verminderung der Hochwasseranschwellungen dazu beitragen, die Bewohner des Wupperthals in Treue zu Kaiser und Reich und in Liebe zum deutschen Vaterlande immer fester an ihre heimath- liche Scholle zu fesseln.* 7

, Der Obeipräfident von Westpreußen Staats­minister Dr. v. Goßler traf am gestrigen Sonntag in Köln ein und wurde auf dem Bahnhofe von dem Direttor Dr. Jordan-Elberfeld und dem Fabrikbesitzer Julius van der Zypen - Köln empfangen. I» seiner Begleitung befindet sich Direktor Marx au» Danzig. Herr v. Goßler beabsichtigt, lautKöln. Ztg.* sich eine Reihe von Tagen in der Rheinproviuz

Element würde die ländliche Zurückgezogenheü am Comersee belebe». Sie selbst könne ja auch nur so wenig zur Erheiterung ihres verwöhnten Bruder» beittagen.

Arn folgenden Tage ttas ebenfalls, diesmal schrift­lich, die in formellem, steifem Ton gegebene Zusage be8 allen Bodta ein, mit der ergebenen Bitte, gütigst bestimmen zu wollen, wann sich feine Tochter, die etwa» schwach sei, zur Abreise fertig ballen solle. Ms der Präsident gerade diesen Brief la», trat der Geheimrath ein.

-Nun?* sagte er,habe ich's gut gemacht? Willigen fie nicht Alle ein, unb zwar mit Wonne?*

Sehr gut,* entgegnete der Präsident, und drückt dem Freunde dankend die Hand.

Und wie ist Dein Befinde», mein Alter?*

Auch sehr gut! Ich glaube, der Knochenmam wartet noch ein wenig!*

-Sagte ichs nicht, daß es so komme» werde? Wann also reifen wir?*

Ja, wann darf ich?*

Sobald Du willst!*

Nun dann also in acht Tagen. Eher geht eS nicht, da ich »och Allerlei z» ordnen habe. D«S werde ich gleich dem alten Rath mitt heilen, wenn ich morgen zum letzten Mal vor meinem Urlaub aufs Amt gehe.'

So brauche ich ja noch nicht Abschied zu nehmen. Wa» meinst Du, wenn Du Dich zu mir in de» Wagen setztest unix bei mir im Familienkreise zu Abend speistch? Ich sehe schon, das Alleinsein taugt nicht

Der Präsident nahm dankend an.

Nach wenigen Minuten folgte er dem Geheimrath und stieg voll froher Hoffnungen in das ihrer harrende Coupee. (Fortsetzung folgt.)