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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.

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Erscheint täglich außer an Werktagen »ach Sonn- nn> Feiertagen. QuartalS-AbonnementS-Pretr bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,26 Mk. (exkl. Bestellgeld). Insertionsgebühr: die ge­spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 26 Pfg.

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Sonntag, 9. Oktober 1898.

Anzeigen nehm« «ntgeg«: die Expedition diese« Blatte«, die Annoncm- Bureaux von Haasenßein & Bögler, Frankfurt a. M., Caffel, Mägde» beug, Wien: Rudolf Moste, Frankfurt e. M., Berkin, Münch«, Köln; I. L. Daube & ®o, Frankfurt a. R. Berkin, Hannover, Pari« x.

33. Jahrg.

Bestellungen

für das vierte Quartal 1898 auf die Werheff. Leitrrttg nebst deren Gratisbeilage»

,Ärei8blatt" für die Kreise Marburg uni Kirchhain,Illustriertes Sonntag- blatt" undVerloosungsliste der Kgl. preußischen Klassenlotterie" «erden von allen Pofianstalten, Landbrief­trägern, in der Expedition (Markt 21), sowie von unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain, Neustadt und Wetter entgegengenommen.

Die Kaiserfahrt nach Palästina.

Die Kaiserfahrt nach dem heiligen Lande erregt lebhaftes Interesse nicht uur in Deutschland, sondern mich im Auslände. Die Presse namentlich iy Frank­reich ergeht sich vielfach in Deutungen und Ver. »uthungco, die von einem nüchternen Urtheil wenig erkennen lassen. Umso nothwendiger ist es, der Legende» - Bildung rechtzeitig zu steuer» und das Falsche vom Wahren, den Schein von der Wirklich- bst zu sondern.

Daß die Reise in erster Linie der Beftiedigung eines ftommen Herzens»Dranges dient, steht außer allem Zweifel. Den Anlaß bildet die Einweihung btt neuer bauten deutschen evangelischen Erlöser-Kirche in Jerusalem, welche im Beisein unseres Kaiser- prarcs vor sich gehen wird. In der Phantasie der Franzosen haben sich die abenteuerlichsten Lor- ßellunge» daran geknüpft. Ungern sehen sie den Protestantismus im Besitz einer so feierlichen und erhabenen Stätte. Sie fürchten, Deutschland werde die Schutzherrschaft über die gesammte Christenheit big Orients übernehmen. Wer die deutsche Politik verfolgt hat, der weiß, daß Deutschland nicht daran denkt, in fremde Rechte einzugreifen. Das demsche Leich schützt uur seine eigenen Landes- iinder; diese aber schützt es allein, welcher Konfession und Religion sie auch au- gehören!

Roch mehr als die religiöse giebt de» Franzosen die politische Seite der Reise Anlaß zu Betrachtungen. Die Franzosen bleiben dabei, daß man eS mit einem hochpolitische» Schachzuge Kaiser Wilhelms zu thun habe, dem die Einweihung der Erlöser»Kirche in Jerusalem nur als Vorwand diene. Daß die Reise

(Nachdruck »erboten.)

Kerbstbl'üLbe.

Roma» von Clarissa Lohde.

i. (Fortsetzung.)

.Warm schlägt da» Herz wohl, aber doch etwas Natt," »einte der Präsident .und zuweilen beschleicht »ich dar ahnende Befühl, als »b es ganz unverhofft s»d ehe ich mich versehen, einer Tages seine Thätig- keit einstellen werde."

,Run, das kann jedem passire», mir. Dir, dem nächste» Besten ans der Straße. Auf Dein Wohl, .Wertheru," fügte der Geheime Rath hinzu, an das Sla» der Andere» klingend. .Vorläufig brauchst Du Dich nicht zu sorge». Lin behaglicher Leben, -keine Aufregungen, ein milder Klima und al die Seinen Erscheinungen, die Dich jetzt beunruhige», »erden fortgewischt sei» wie der Hauch vor einem Eptegel. Da Dn aber augenblicklich ein wenig Mmistisch gestimmt bist, möchte ich Dir doch ratheu richt allein zu reisen. DaS taugt nicht«. Fröhliche, »regende Gesellschaft gehörte zur Hygiene. Die ir, fc Kranke wie Dich ganz unentbehrlich."

.Du hast leicht reden. Wo finde ich Siusamest titi solche Gesellschaft?"

Der Arzt strich sich einige Male nachdenklich über kn Bart. Dann sagte er:

Ich habe einen Gedanke«. Nicht wahr. Du hast Üe Brant Deine« Reffe», die kleine 8ebta gern?"

Hebet deS Präsidenten Gesicht flog eine schnelle Kiihe.

.Gewiß," entgegnete er dann aber ruhig. .Ich. deine, Jeder muß dar liebe Mädchen gern habe», 81b Du denkst?"

iDaß Du, das Angenehme mit dem Nützlichen ««bindend, sie, für die et» LoSreißen aus ihre»

des Kaisers eine politische Bedeutung hat wenn auch in anderer Weise, als die Franzosen meinen läßt sich nicht leugnen. Seit den Tagen Friedrichs des Großen verbinden freundschaftliche Beziehungen Preußen und die Türkei. Wiederholt hat damals die preußische Dazwischenkunft die türkische Herrschaft in Europa vor Russen und Oesterretchern gerettet. Diese Beziehungen haben in unserm Jahrhundert keine Aeuderung erfahren; bei allen Krisen und Ver­handlungen der orientalischen Frage hat sich Preußen- Deutschland als ein auftichtiger und uneigennütziger Freund der Türkei erwiesen. In aller Erinnerung ist noch die Haltung DeuffchlandS in der schweren Zeit, die dem griechisch - türkischen Kriege vorangtog: AlS alle Welt den aus die Störung des Friedens gerichteten Absichten Griechenlands Vorschub leistete, da war eS Kaiser Wilhelm, der mit Nachdruck für daS Recht der Türkei einttat, sich ihrer Haut gegen einen Friedeusbrecher zu wehren.

Wenn nun jetzt unser Kaffer, ehe er Palästina betritt, dem Sultan, als Beherrscher des Landes, in Konstantinopel einen Besuch abstattet, so ist dies ein selbstverständlicher Act der Höflichkeit. Die Freund­schaft zwischen der deutschen und der ottomanischen Regierung wird »nzweifelhaft dadurch nur noch ge- stärkt werden. Gerade Kaiser Wilhelm II. mit seiner eindrucksvollen Persönlichkeit ist wie kein anderer ge» eignet, die Sympathie» der Orientalen zu gewinnen und für das Deutsche Reich zu feffeln. Deshalb dürfen wir zuversichtlich erwarten, daß die Saat, die das Erscheinen des Kaisers im Orient ausstreuen wird, eine gute Frucht für das polüische Ansehen des Deutschen Reiches in jenen Gegenden zeitigen werde.

Noch ein anderes kommt hinzu. Deutscher Unier- uehmungsgeist, deutscher Gewerbefleiß, deutsche Tüch­tigkeit habe» in den verschiedensten Zweigen des staatlichen und des geschäftlichen Lebens der Türkei Erfolge erzielt, die beiden Th ilen, den Deutschen und den Türken, gleichmäßig zu Gute gekommen sind. Schon heute können unsere industriellen und handeltreibenden Streife mit Genugthnung den Vor- theil feststellen, den der deutsche nationale Wohlstand ans dem geschäftlichen Verkehr mit der Balkan-Halb­insel und Kleinasien gezogen hat, als Folge der freundschaftlichen Politik Deutschlands gegenüber der Türkei. Auf diesem Grunde wird durch das Er­scheinen des Kaisers ohne Frage »eiter gebaut werden.

Die Reise des Kaisers ist, vom kirchlichen Stand- punft au« betrachtet, eine glanzvolle Kundgebung der evangelischen Glaube»! tteue des Kaisers, vom polt- tischen eine Stärkung des Deutschthums in seinen wirthschaftlichen und Kulturbestrebungen. Da« aber find Ziele, an denen weder Frankreich, noch irgend ein anderer Staat etwas wird aussetzen können.

wirklich nicht sehr erbauliche» häusliche« Verhält- niffeu, eine Zeit der Ruhe und Erholung jetzt eine Nothwesdigkeü ist, mit Deiner Schwester Dir als Gast einladest."

.Das wäre!" rief der Präsident, lebhaft fich auf- richtend. Wen» etwas mich wieder auffrischen, mir Muth unb Freudigkeit wieder gebe« kann, so ist eS ihre mir so sympathische Gesellschaft. Und fie muß auS dem Hanse fort, daS habe ich schon immer meiner Schwester gesagt," wenn fie nicht in dieser Misere untergehn soll."

.Nun, da wäre Euch beide« ja geholfen," rief der Arzt fröhlich. .Der Gedanke war als» gut!"

.Wen« er nicht doch einen Haken hätte. Erstens weiß ich nicht, ob meine Schwester sich bereit erkläre» wird, wen» fie sich auch entschließt, mich z» begleiten, das junge Mädchen mitzunehmen. Sie hat ix letzter Zett wieder recht viel an dem armen Kinde auszusetzen gehabt."

Weil Ottomar nicht von ihr laffen will, daS ist'S," fiel ihm der Arzt ins Wort. .Eifersucht, ist es, nichts als Eifersucht, wie fie Mütter ost gegen die Suserwählten ihrer Söhne haben, umsomehr, wenn eS, wie hier ein einziger ist. Das aber will ich auf mich nehme». Den Widerstand werde ich schon über- winden, und Irmgard wird mir dabei helfen. Ich weiß, fie hat Einfluß auf Deine Schwester. Er wäre ja geradezu haarsträubend, wen» fie fich weiger» wollte, zur Wiederherstellung der immerhin sehr ange­griffene« Gesundhett deS jungen MädcheuS etwas beantragen; besonders wenn es ihr so geboten wird ohne jegliche Kosten und mit dem Vergnüge« dabei, selbst eine so schöne Reffe zu mache«. Nimm doch dm Professor »tt als vermittelndes Prinzip. Ihm timt ei «mch

Umschau.

TieAgenzia Stefani" veröffentlicht de« Wort­laut der Note Canevaros an die diplomatischen Ver­treter Italiens bei du Mächten in der Angelegenheit des Zusammentritts der internationalen Conferenz zur Feststellung der Maßregeln gegen die Anarchisten. Die Note lautet: Die Regierungen finden sich sett mehreren Jahren bei der Ausführung der ihnen obliegende» Aufgabe, für die Sicherheit deS Staates und feiner Bürger zu sorgen, welche Thatsache gegenüber deren Ernst ihre ganz besondere Aufmerffamkeit und Sorge int höchsten Grade in Anspruch nimmt. In allen Länder» werden die Behörden auf daS Vorhandensein einer mehr oder weniger zahlreichen Klasse von Menschen mit entarteten Grundsätzen aufmerksam, deren Be­strebungen und Verbrechen, wie offen zugegeben wird, nur das Ziel haben, die Grundsätze, worauf die gegenwärtige Gesellschaftsordnung ruht, zu unter­graben und diese Ordnung vollständig umzustürzen. Diese überspannten Menschen, die vor keinem Attentat, möge eS noch so scheußlich und wahnwitzig sein, zu- rückschrecke«, sprechen öffentlich Principie» auS, die sie selbst anarchistische nennen und die fie auf ihren Wandernngen auf ganz Europa verbreiten. Sie werden bei dieser Propaganda von einer geheimen Prisse unterstützt, die unaufhörlich zu jeder Gewalt- that auffordert, die abscheulichsten Verbrechen rühmt und preist als die wirksamsten Mittel, den der ganzen Gesellschaft erklärten Krieg bis zum Aeußerste» fort­zuführen. Die Regierungen haben sich bisher be­müht, durch genaue Anwendung der bestehenden Gesetze, in einigen Fällen durch Ausnahme - Maßregeln, der Verbreitung der verbrecherischen Theorieen soviel als möglich Einhalt zu tbun. Es hat fich indessen ge­zeigt, daß diese Bemühungen, da sie nur vereinzelt geblieben, nicht wirksam genug waren, das Hebel zu bezwinge» und der Schliche Herr zu werden, womit die Anarchisten aller Länder sich zu verständigen, bei- zustehen und zu organisire« suchen, waS ihnen auch zuweilen gelingt. Es scheint demnach für die Re­gierungen, «eiche Angesichts der gemeinsamen Gefahr fich solidarisch fühlen, fich die Nothwendigkeit zu er­geben, sich gegenseitig eine ständige Unterstützung zu gewähre» auf der Grundlage eines Systems der ge­meinsam- n Vertheidigung, welches in allen seinen Einzelheiten genau erwogen ist. Die Regierung Sr. Majestät trug sich schon lange mit solchen Gedanken und sah sich darin mehr unb mehr bestärkt Angesichts der langen Reihe von anarchistischen Verbrechen, die, narnmtlich die Ermordung Carnots, der zwei­malige Mordversuch gegen unseren König, das Entsetzen der ganzen Welt erregten. Angesichts der schrecklichen Frevelthat, die jetzt in Genf begangen wurde und die einen Maßstab bietet, wessen

einmal gut, zur FiühlingSzett den Staub feiner ge­lehrten Bücher von fich abzuschütteln."

GerSdorf ist zu ungeduldig, um lange an einem Orte anszuhalten," wendete der Präfibent ein. Anch glaube ich, daß er den in München statt- findende» Philologenkongreß zu besuchen beafichtigt."

DaS läßt fich immerhin vereinigen", meinte der Geheimrath. .Erst Comersee und dann München, oder umgekehrt, erst München nnd dann Comersee."

.Die Reise von München nach dem Comersee ist weit, und mein guter Schwager liebt die Bequem­lichkeit."

Wett? Heutzutage? Mache Dich nicht lächerlich! Von München nach Lindau, über den Bodensee, Luzern, Gotthard ein Katzensprung. Na, daS wollen wtt schon besorge». Ich garanttte Dir für den Professor, für feine Frau und auch für Elli."

.Ich fürchte, fie wird nicht ohne Schwierigkeiten auS dem elterliche» Hanse sich frei machen können."

,A, bah 1 Denkst Du etwa, die Räthin und ihre Schwestern könnte« fie nicht miffen? DaS weiß ich bester. Die find ftoh, wen» fie sie einmal los werde». Sie ist der Schwan im Ententeich. Man beneidet fie, fürchtet fich vor ihr em wenig und kann in ihrer Gegenwart ein Gefühl der eigenen Kleinheit nicht los werden; das bedrückt."

Vielleicht; aber der Vater hängt mit fast ab­göttischer Liebe an ihr und b-darf ihrer Hülfe in der Haushaltung anfS nothwendigste; so hat er mir selbst neulich gesagt, als ich einmal im Amtslokal Gelegen­heit nahm, mich nach dem Befinden seiner Tochter zu erknvdige».'

.Nun, solch ein harter Stein dieser Rath auch ist, an besten vielen Ecken und Kanten man sich oft weidlich stößt," widersprach der Geheimrath, .für einen so eingefleischten Egoisten hatte ich ihn doch

diese Elenden ohne Glaube» und ohne Vaterland fähig find, beschloß die Königliche Regierung, die Initiative für eine» vorläufigen Meinungs-Austausch zu ergreife», welcher auf den Abschluß internationaler Abmachungen in dem von mir angegebenen Sinne hinauSlaufen soll. Die Aufnahme, welche dieser Schritt bisher fand, bildet eine Bestätigung dafür, daß die Anschauung der Königlichen Regierung im Princip getheilt wird und als daS am Meisten an­gezeigte Mittel zur Erreichung des Zweckes der baldige Zusammentritt einer internationalen Konferenz erscheint, wo die europäische» Mächte nicht nur durch ihre diplomatischen Vertreter, sondern auch durch technische Delegirte der betreffenden Verwaltungen (der Justiz und deS Innern) vertteten sein sollen, ein modus procedendi, welcher den Ansichten der Regierung des Königs entspricht. Ich bitte Sie, daS Vorstehende zur Kenntniß des Ministers deS Aeußern derjenigen Regierung zu bringen, bei der Sie acerebitirt sind, ihm eine Abschrift dieser Depesche zu geben nnd zu­gleich formell den Vorschlag zu unterbreiten, daß die betreffende Regierung ihre Zustimmung zum Zu­sammentritt einer internationalen Konferenz ertheile, welche im Interesse der socialen Vertheidigung die Herbeiführung einer wirksamen und dauernde» Entente zwischen den europäischen Mächten bezwecke» soll, welche dazu bestimmt ist, die Vereinigungen der Anarchisten und ihrer Anhänger erfolgreich zu be­kämpfen. Ich bitte Sie, mir baldmöglichst die Ent­scheidung mitzutheilen, welche hinsichtlich unseres Vor- schlages getroffen werde» wird.

Am Mittwoch kam endlich nach langen Zänkereien dar Hauptthema des sozialdemokratische» Parteitages, die K o a l i t i o n S f r a g e zur Sprache. Der Referent .Genosse" Fischer machte in seinen Ausführungen alle freiftnnig«demokratischen Spekulationen auf eine .Mauserung" der Sozialdemokratie zu Schanden. Er äußerte nämlich in Bezug auf dieZuchthaus- Vorlage":

Dal monarchische Gefühl, das hie und da bei einzelnen Arbeitern vorhanden war, geht zum Teufel. Wir mußten ja geradezu feige Huudeseelen fein, wenn wir diese ewige Beionung de«inneren Feinde«", der .vaterlandslosen Rotte" und jetzt gar die Brand­markung jede« Arbeitet!, dergar zum Streik anreizt", als ehrlosen Zuchthäusler unerwidert laffen. Wir haben den Muth, den Arbeitern überall und allezeit zu sagen, daß sie von der monarchischen Regierung nicht» zu hoffen und alle« zu fürchten haben und daß die n o t h - wendige Voraussetzung de« endgültige» Sieges der Arbeiterklasse, al« zur Beseitigung der Klaffenherrschaft, die Bekämpfung und Be­siegung des monarchischen Gedanken« ist."

In dreisterer Weise ist in einem monarchische» Staate noch nie unb nirgends der Monarchie der Krieg erklärt worden. Unb das darf öffentlich ge­schehen! Unb eine Gesetzgebung bezw. GesetzeSpraxis,

nicht, baß er nur auS NützlichkeitSgrünben fein Kind bet fich behalten und ihm nicht diese, wie gesagt, noth. wendige Auffrischung der Gesundhett gönnen sollte. Auch den übernehme ich für meinen Pla» zu gemimten. Gieb mir nur Autorisation, für Dich zu handel». Du glaubst nicht, wie groß die Macht des Arztes ist. Wo er die Nothwendigkeit betont, widersteht man ihm nicht so leicht."

Die Autorffatio» gebe ich Dir," sagte der Präsident nun lächelnd,und wünsche Dir guten Erfolg. Ich werde meinerseits die nöthige« Schritte thun, um Urlaub für mich zu erhalten, und an meine» Ver­walter schreibe», daß er die Villa für mich und meine Gäste herrichtet."

»Einen letzte» Schluck bann noch auf gutes Ge­lingen," rief ber Arzt, sein Glas leerenb.

Wie, Du willst schon fort?"

Ich muß, Lieber, muß! Noch habe ich zwei Schwerkranke zu besuche», bann »och ein Abenbesse» bei dem alten Hübner. A propos, vielleicht sucht Dich mein junge» Paar am Comersee auch auf In Bellagio soll ja die erste Station auf der Hochzeits­reffe gemacht werde»; da» schwärmt schon "alle Tage vom Gondeln auf dem blauen See. Ja, die Jugend, Freund, die Jugend! Könnte« nur »och einmal jene Frühlingstage für uns zurückkehre»! Wie einst im Mai, so heißt e» ja wohl in dem hübsche» Siebe."

Wie es seine Art war, immer hastig, ohne viele Worte beim Abschieb, reichte ber Geheimrath dem Freunde die Hand und eitte hinaus.

Lange blickte ihm der Präsident »ach, in stilles Sinnen versunken.

.Wie einst im Mai!" tönte cl auch in seiner Seele nach.

(Fortsetzung folgt.)