Marburg ^reitafl, 7. Oktober 1898.
In dem Lärmen und Schreien der oppositionellen Presse offenbart sich wieder einmal in wadrhast erschreckendem Maße jener unheilvolle Individualismus und Subjektivismus der Demokratie, dem jegliches Verständniß für die Bedürfnisse eines organistrten Staatswesens mangelt. Mag die Autorität der Behörden zu Grunde gehen, wen» nur die persönliche Freiheit des Individuums keinen Schaden leidet. Und was für Individuen sind es denn, um deren Schutz man sich auf demokratischer Seite so ängstlich besorgt zeigt? Wahrlich in der Stellungnahme der Demokratie liegt eine nicht genug zu geißelnde Ungerechtigkeit gegenüber dem ordentlich gesinnten, friedliebenden Theile der Bevölkerung. Man beraubt diesen Theil der Bevölkerung deS Schutzes, auf den er vollgiltigen Ansprucd hat, indem man das Schwert in den Händen der Obrigkeit abzustumpfen unternimmt, indem man schützend die Hände über Rowdies und sozialdemokratische wie anarchistische Unruhestifter auszubreiten versucht.
Es ist übrigens höchst interessant zu beobachten, wie sich die Socialdemokratie zu dem Erlasse stellt. Das socialdemokratische Centralorgan, der „Vorwärts", ist vor Wuth ganz außer sich. Dieses Gebühren erscheint im höchsten Grade widerspruchsvoll. Die Socialdemokratie ist doch nach jedem Krawalle sofort bei der Hand, um zu erklären, daß ihre Anhänger dabei unbetheiligt seien, und daß man gerade auf socialdemokrattscher Seite alles aufbiete, um Ruhestörungen zu verhüten. Es seien immer nur „Ballonmützen - Proletarier", die solche anzettelten. Nun, wenn es der Socialdemokratie wirklich ernst ist mit der Verhütung von Unruhen, so müßte sie eben deshalb alle dahin zielenden Vorkehrungen der Polizei mit Freuden begrüßen. Die Wuthausbrüche der Socialdemokratie wider den Erlaß deS Ministers aber beweisen, daß man den Schutz der Unruhestifter als Schutz der eigenen Parteigenossen auffaßt, was allerdings den thatsächlichen Verhältnissen der Hauptsache nach auch durchaus entspricht.
In welcher abstoßenden Weise eine gewisse Presse für die Hauptvertreterinnen unserer Frauen- emanzipatiou persönliche Reklame macht, die nur in den seltensten Fällen durch die Wirklichkeit unterstützt wird, das zeigt wieder folgende Feuilletonstelle des „Berl. Tagebl.":
„Die große Dame mit dem Schiller-Profil ist Fräulein Hoffmann ans Bremen, die Vertreterin der Mäßigkeitssache, und die kleine graziöse Blondine im schwarzen Spitzenkleid, die so eng von Bewunderern umdrängt wird und die für Jeden ein sanfter, liebenswürdiges Lächeln hat, ist Frau Marie Stritt aus Dresden, die scharfe, allzeit schlagfertige Verfechterin der Frauenrechte. Neben Frau Caner, deren gewinnende Anmuth die Jahre nicht zu zerstören vermögen, bildet die imposante Erscheinung der Russin Frau v. Witt eine» trefflichen Kontrast. Die Juristinnen trafen wir paarweis. Jene hochgewachsene, prächtige Blondine, die wie das Modell der Germania aussieht, ist Fräulein Marie Raschke- Berliu, die sich eben zum juristischen Doctor vorbereitet, und die schlanke, heitere Brünette an ihrer Seite ist ihr Leibfuchs, die Ungarin Frau v. Zigany. Da taucht in der Ecke der kraushaarige Kops eines antiken Jüngling« auf — er sitzt auf den Schultern unserer jungen Dr. jur. Anita Augspurg. Die anmnthige Dame, mit der sie sich unterhält, ist Dr. Käte Schirrmacher, die Mitarbeiterin der Pariser Frauenzeitung „La Fronde". Echt deuisch im Herzen, hat sie doch in Wesen und Toilette Pariser Chic." U. s. w.
Wie in einem Confectionsgeschäst, so bemerkt der „Reichrbote" treffend hierzu, wenn etwas verdächtige Nummern einem hochverehrten Publicum angepriesen werden sollen. Die Versammlung der griechischen Göttinnen auf dem Berg Ida ist nichts gegen diesen
sich am folgenden Tage in neunstündiger Wagenfahrt an der Küste entlang südlich nach Cäsarea. In gleicher Richtung geht eS am 27. in zehnstündiger Wagenfahrt weiter nach Jaffa. Dort wird Quartier im Hotel du Parc bezogen. Am 28. d. M. führt ein sechsstündiger Ritt die Herrschaften nach ßatrun (Zeltlager). Bedeutsam wird der 29. October sein, an welchem Vormittags die Reise in sechsstündigem Ritt nach Jerusalem fortgesetzt wird. Um 1 Uhr nehmen die kaiserlichen Herrschaften im Zeltlager vor der Stadt da« Frühstück ein. Um 31/i Uhr Nachmittags brechen sie zu Pferde vom Lager auf und ziehen mit glänzendem Gefolge in die festlich geschmückte heilige Stadt ein. Der erste Besuch gilt der Grabeskirche, nach der sich das Kaiserpaar vom Jaffalhor aus zu Fuß begiebt. Sodann werden die türkischen Behörden, das ConsnlarcorpS und die Archimandriten auf dem kaiserlichen Konsulat empfangen. Am Sonntag, den 30. October, ist Gottesdienst in Bethlehem. Nach dem Besuch der GeburtSkirche werden im neuen Waisenhause auf dem Weinberge — eine gute Viertelstunde von Bethlehem — Abordnungen des Jerusalem-Vereins, der Johanntter und der deutschen Kirchxnbehörden empfangen. Den Rückweg zum Zeltlager nehmen die Herrschaften durch die deutsche Kolonie. Für den Sonntag Nachmittag ist eine gottesdienstliche Feier auf dem Oeiberge beabsichtigt. Montag, den 31. October, Vormittags 9l/2 Uhr, erfolgt die feierliche Einweihung der Erlöserkirche. Zn Beginn deS Nachmittags wird eine Wagenfahrt nach Jericho unternommen und daS Zeltlager am Fuße des Dfchebel Karantel aufgeschlagen. Am Morgen deS 1. November geht es nach dem Tobten Meer und von da zum Jordan; vielleicht begiebt man sich auch noch zu Pferde nach der Jordanfnrth. DaS Frühstück wird entweder an der Tausstelle oder an der Brücke eingenommen; bann erfolgt die Rückkehr nach Jericho; möglicherweise wird auch noch die Kapelle der Versuchung in der von russischen Mönchen bewohnten Fels höhle des Berges Karantel besucht. Am 2. November fahren die kaiserlichen Herrschaften nach Jerusalem zurück; der Nachmittag ist für Besichtigungen daselbst bestimmt, die auch am 3. November noch fortgesetzt werde». Nachmittags wttd eine Wagenfahrt nach Ain Karin unternommen und weiter das syrische Waisenhaus besucht. Am 4. November folgt der schon erwähnte Ritt nach dem in einer Einöde gelegene» griechischen Mönchskloster Mar Saba. Die Kaiserin, welche diesem Ausfluge fernbleiben muß, wird dafür zu Wagen nach den Salomonischen Teichen und vielleicht auch weiter nach Bet Dschaba fahren. Die Abfahrt von Jerusalem erfolgt am 5. November, Vormittags 9 Uhr, mit der Bahn nach Jaffa. Dort besteige» die Herrschaften das Schiff nach Haifa. Nur wenn dort die
Umschau.
Die Reise des Kaiserpaares »ach dem Orient zerfällt in zwei große Theile: der erste umfaßt Kor stantinopel, Palästina und Syrien, der zweite Aegypten. Für den Anfenthali in Konstantinopel sind 5, für Palästina 17 unb für Syrien 7 Tage in Aussicht genommen. I» Aegypten gedenkt dar Kaiserpaar etwa 3 Wochen zu verweilen. Hierzu kommen noch bie tagelangeu Seefahrten, so baß bie gesammte Reise 2 Monate in Anspruch nehme» wirb. Im Vorbergrunde des Interesses steht natürlich der Aufenthalt in Palästina. Am 25. October, Mittags, Betritt bas deutsche Kaiserpaar zu Haifa den Boden deS heiligen Landes und begiebt
Waffen-Gebrauch der Polizei
Der vom „Vorwärts" veröffentlichte Erlaß des Ministers deS Inner» über de» Waffen- Sebrauch der Polizei ist alsbald Gegenstand lebhafter Erörterungen in der Presse geworben. Die bemo- kratischen Blätter erheben ein wahres Zetergeschrei unb suchen aus dem Erlaß für ihre einseitigen Partei-Interessen politisches Kapital zu schlagen, indem sie in dem Kampfesrufe „Wider die Polizei" 1 die langersehnte Wahl-Parole für die Landtagswahlen gefunden zu haben glauben.
Zuvörderst liegt nun hier wieder eine grobe Entstellung und Verdrehung deS wirklichen Thatbestandes vor. Die Opposition stellt es so dar, als bringe der Erlaß völlig neue Grundsätze zur Geltung, als bedeute derselbe einen radikalen Bruch mit der bisherigen Praxis des Waffe» - Gebrauchs der Polizei. Nichts von alledem. Der Erlaß bringt einzig und allein bestehende Verfügungen zu folgerichtiger Aner- kennung. Gilt für bie Landgenbarmerie die Bestimmung, daß in jedem Falle, wo von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden muß, dies in vollem Maße stattzufinden hat, so ist es doch ergentlich selbst- verständlich, daß bie gleiche Anordnung auch den städiischen Polizeibeamten zur Richtschnur zu dienen hat. Ja, man darf mit vollstem Rechte sagen, daß gerade für die Polizeimannschast der Städte die Noth- wendigkeit berartiger Bestimmung in erhöhtem Maße gegeben ist, ba erfahrungSmäßig bie Stäbte viel häufiger bet Schauplatz von Aufruhr - Scene» unb Sttaßen-Tumulten zu sein pflegen, als bas platte Laub. Der Erlaß deS Ministers erscheint bemgematz nur als natürliche unb nothwenbige Konsequenz rechtS- giltiger Orbnung.
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieser Blatter, die Annoncen-
Bnreaux von Haasenftein & Bögler, Frankfurt a. M., Cassel, Magd«- OQ CcrtfiiYt
fang, Wien; Rudolf Moffe, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; OO.
C. L. Daube & ®o„ Frankfurt a. R., Berkin, Hannover, Pari» x.
Einschiffung gerade unmöglich sein sollte, würde die Reise zu Lande ausgeführt werden. Die folgenden drei Tage find Ausflügen, theilS zu Wagen, theils zu Pferde gewidmet, unb zwar nach Nazareth, Berg Tabor, nach Liberias unb ben wichtigsten Plätzen am Galiläischen Meer. Am 10. November, spätestens am 11., geht das Kaiserpaar zn Haifa an Bord und begiebt sich nordwärts nach Beirut am Faße des Libanon. Arn 12. November wird in einem Sonderzuge die Reife durch Syrien »ach Damaskus fortgesetzt. 2)rr 13. November gilt der Besichtigung der alten Hauptstadt des Syrierlandes. Von hier sind Wagenreisen nach Muallaka und Baalbeck geplant. Von Muallaka aus geht es mit der Bahn zurück nach Beirut. Von dort wird am 16. n. M. das Schiff die kaiserlichen Herrschaften südwestlich nach Aegypten führen. Arn Vormittag des 17. November betritt das deutsche Kaiserpaar zu Alexandrien den Boden des alten Pharaonenlanbes.
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(Nachdruck verboten)
Kerbstbl'üthe.
Roman von Clarissa Lohdei (Fortsetzung.)
Elli vermochte heute nicht mehr zu arbeiten. Sie »ahm aus ihrem Schreibtisch die Briefe OttomarS, um bei ihrem Durchlesen neuen Trost, neuen Muth und neue Kraft fürs Lebe» zu fchöpseu.
In Athen rückte die Osterzell heran. Ottomar hoffte, viel Interessantes dort zu sehen. Er berichtete chr ausführlich von seinen Studien in Athen, seinen Besuchen von Aegina und EleufiS, wo er die Trümmer der alten Tempel durchforscht und die Stellen gesucht hatte, wo die eleufinische» Mysterien gefeiert wurden.
„Wenn ich Dich nur bei mir haben könnte, meine liebe'Elli," so schloß sein letzter Brief, „wie herrlich müßte eS feto. Du mit Deiner empfängliche» Seele wurdest mir ben Genuß all deS Schöne», bas sich mir hier bietet, zu einem hoppelten machen.
.Ich war neulich in einer Vollmonbuacht auf der Akropolis. Könnte ich Dir eine Beschreibung von dem Zauber einer solchen machen? Aber bie Worte find falt, unb selbst die Farbe versagt diesem Licht, dieser Lust gegenüber. An einer der Säulen des Patthenon lehnte eine weibliche Gestalt, eine der vielen Engländerinnen, die hier flüchtig den klassischen Boden durchstreife», und von denen man einige in jeder Mondnacht dort oben findet. Von weitem hatte sie eine entfeinte Sehnlichkeit mit Dir. Ich näherte mich ihr unwillkürlich. Sie wandte ihr Gesicht, eS hatte teile, wenn auch regelmäßige Züge. I» mir aber wellte es auf in heißer Sehnsucht! Elli, erst jetzt, fern von Dir, bin ich mir ganz bewußt geworden, wie ich Dich liebe. Du bist mir Alle«, der Stern meines Lebens, zu dem ich emporblicke, wie zu dem Inbegriff
alles Guten unb Schönen. Unb auch so fern bist Du mir jetzt, wie ein im blauen Aether schwimmender Stern. Vergeblich öffne ich bie Arme, rufe in bie leere Lust Deinen Namen! Fühlst Du es bisweilen, wie ich »ach Dtt verlange?
„Und »och eine so lange, lauge Zeit, ehe ich Dich wiedersehe. Ich kau» es mir gar nicht denken, baß ich daS aushalte. Bist Du auch gefunb? Du natürlich wirst mir nichts bavon sagen, wenn Du Dich nicht wohl fühlst. Und Mama schreibt feit einiger Zeit so wenig von Dir; zuletzt von Eurem gemeinsamen Besuch deS Schauspielhauses. Den Tell • hast Du geiehen? Unsere» bentscheste» Dichter? Unb es hat Dir viel Freube gemacht? Mtt liegt biefe Art ber Dichtung jetzt ein wenig fern. Die Antike nimmt mich ganz gefangen mit ihrem großartigen schweren Emst. Man könnte hier im Angesicht aller dieser versunkene» Herrlichkeiten zum Fatalisten werden gleich den alten Dichtem. Steht man nicht völlig machtlos dem Walten des Geschicke« gegenüber? Welch' ein Ende hat diese schöne, heitere griechische Welt genommen, wa« war da« Loo« der größten Heroen des Atterthums? Mißgunst, Haß und Verfolgung! Da« der Dank für alle Opfer, alle Hingabe für das Vaterland! Und geht e« nicht den besten unter den Lebende» »och heute so? Aber ich will Dich nicht traurig machen. Du glanbensvolle Seele schiltst gewiß im Stillen den hier im schönen Attika zum Heide» gewordene» Geliebte». Aber ich bi» doch nicht so ganz Heide, wie Du denkst, de»» ich glaube an Dich, mein Liebling, an Deine Liebe, unb wer an die menschliche Liebe glaubt, glaubt auch an bie göttliche. Also fei unbesorgt!
„Wie dankbar bin ich dem Onkel, daß er sich so lebhaft für Dich totwefiht? — nun ja; aber, gestehe
ich es nur offen, Deine Briese find immer so voll vv2 ihm, daß mich zuweilen fast ei» Gefühl von Eifersucht überkommt. Ich sehe im Geiste, wie Du mit Deine» großen fernsten Angen mich mißbMgend anblickst. Ja, wirklich, man wird zum Narre» und Feigling in der Fremde. Gewiß, es ist ja so lieb von Dir, daß Du so warm für den gütigen und und edlen Man», wie Du ihn nennst, fühlst, und von ihm gewiß sehr gut gemeint, daß er Dich so auSzeichnet. Aber! — doch nein, ich füge dem „aber" nichts mehr hinzu, sondern nehme in Gedanken Dich in meine Arme und küsse Dich tausend, tausend Mal. Gute Nacht, mein Lieb; ich werbe von Dir träumen."
Sie lächelte, al« sie den Brief gelesen hatte, und faltete ihn langsam zusammen. Wenn er wüßte, dachte sie, waS ich dem Präsidenten verdanke, ich würde ihm sicherlich nicht genug thuu an Aufmerksamkeit und Liede für ihn. Könnte ich dem Edle» nur zeige», wie ich von Dankbarkeit für ihn erfüllt bin. Wo wäre» wir ohne ihn? Und das danke ich auch im Grunde Ottomar, denn wäre ich nicht feine Brant, so hätte der Präfibent sich nie für mich, für unser Unglück interesfirt. Früher al« sonst suchte sie heute baS Lager auf; sie »ahm sich vor, am anbeieu Morgen das Versäumte in ber Arbeit nachzuholen; aber trotz der Müdigkeit wollte der Schlaf heute nicht kommen. Ihre Pulse fingen an zu klopfen, tausend Gedanken zogen durch ihr Hirn, eine innere Augst erfaßte sie, ohne daß Sie wußte, wovor. Dennoch erhob sie sich zeitig, unb fette sich an bie Arbeit. Doch die Hände waren zu ungeschickt, sie war sich bewußt, daß sie nichts Rechte» machen konnte. Vielleicht würde die frische Luft ihre Lebensgeister wieder anregen. Kurz entschlossen »ahm sie Mantel und Hm und verließ da« Hau», um einen Spaziergang nach dem Thier
garten zu mache». Wie schwer ihr nur die Füße waren, kaum daß sie in die Nähe des Luisendenk- mals kam. Alles nm sie fing an zu schwanken. Gut, daß eine Bank in der Nähe war. Mit halb- geschlossenen äugen sank sie in sich zurück.
Eine Hand, die sich aus die ihre legte, eine besorgt auf sie etorebenbe Stimme weckte sie au« dem Halbschlaf, in den sie gefallen war.
„Um GotteSwillen, Fräulein Elli, wa« machen Sie hier? In dieser scharfen Frühlingslust? Sie find ja ganz kalt geworden!"
Erstaunt blickte sie in die voll banger Sorge ans sie gerichteten Augen des Präsidenten.
Verlegen suchte Sie sich aufzurichten, er war ihr behilflich dabei.
„Sie find krank, ich ahnte es lange, Sie fiebern," sagte er. „Kommen Sie mit mir in meinen Wage», der dort häll. Ich werde Sie nach Hause geleiten."
Sie sah ihn dankbar an:
Ich fühle mich in der That nicht wohl; doch wie komme» Sie —?'
„Ich fuhr eben von meinem Amte heim; ein glücklicher Zufall führte mich gerade hier vorbei. Wa« wäre sonst ans Ihne» geworden? Ich muß Sie schellen. E« war leichtsinnig von Ihnen, so allein spazieren zu gehen, wenn Sie sich nicht wohl fühlten."
,3a was wäre aus mir geworden ohne Sie?" wiederholte sie leise. ,Gott sendet Sie mir stets als Retter in bet schwerste» Noth!*
3m Bobinschen Hause erregte es uicht wenig Aufsehen, als Elli in dem Wagen des Präsidenten vorgefahre» kam und do» ihm hinaufgeleitet wurde.
(Fortsetzung folgt.)