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Wahlaufruf.

Mit Befriedigung kann die konservative Partei am Schluffe der 18. Legislaturperiode des Landtages auf ihre Thätigkeit im Abgeorduetenhause zurückblicken. Ist auch Vieles nicht erreicht, was sie erstrebt, so hat sie doch znm Wohle des Vater- laudes Erhebliches geleistet.

Auch in der kommenden Legislaturperiode wird die Partei, treu ihrem Prinzip, an der christ­lichen und monarchischen Grundlage des Staates, festhalten. Sie tritt ein für volle Wahrung der Machtbefugnisse der Krone, wie für die in der Verfassung verbrieften Rechte der Staatsbürger.

Die konservative Partei hätt eS für ihre Auf- gäbe, im Landtage darauf hin zu wirken, daß der preußische Einfluß auf Reichs - Angelegenheiteu im Sinne der von ihr vertretenen Interessen gehand­habt werde.

Durch den christlichen Charakter unseres Staates wird bedingt, daß den christlichen Kirchen eine freie, den allgemeinen Interessen des Staates gegenüber richtig bemefleue Stellung erhalten, ius- besonders der berechtigte Einfluß auf die Erziehung des Volkes gewahrt werde. Wenn also die, in vielen Landestheilen mangelhaften und eine unbillige Lasten- vertheilung bewirkenden Bestimmungen über die Unter­haltung der öffentlichen Volksschulen dringend eine organische Reform erheischen, so wird dabei neben der Wahrung der natürlichen Rechte der Eltern und der Gemeinden unbedingt der konfessionelle Charatter der Volksschule auftecht zu erhalten sein. Versuche, diese Reform auf anderem Wege als im Rahmen eines Volksschulgesetzes zu erreichen, find bisher mißlungen.

Der Pflege und Förderung auch der sonstigen kulturellen Interessen und idealen Be­strebungen unseres Volkes wird die Pattet, wie bisher, ihre Aufmerksamkeit und Fürsorge widmen.

Auf wirthschaftlichem Gebiete bleibt die Erhaltung unserer, in ihren Existenzbedingungen schwer gefährdeten Erwerdsstände in Landwirth- schaft, Gewerbe und Handwerk, bereit Interessen miteinander wohl vereinbar sind, gegeu- wärtig die wesentlichste Aufgabe unserer Partei. Dazu bedarf es in erster Liuie eines kräftigeren handelspolitischen Schutzes der nattonalen Arbeit. Hier hat die Reichspolitik die Lebensinteressen preußischer Staatsangehöriger nicht genügend gewahrt. Eine Verstärkung uud wirksame Durchführung jenes Schutzes sowohl gegenüber den bestehenden Verträgen, als auch ganz besonders bei Vereinbarung neuer Handelspolttischer Abkommen nachdrücklichst auch im Landtage zu verlangen, ist die konservative Partei fest entschlossen.

Auch unlauterer oder volkswttthschastlich schädlicher, inländischer Konkurrenz wird entgegen» zutreten, inbesoudere eine Beschränkung der Groß- b a z a r e, eventuell im Wege der Besteuerung, zu Gunsten deS Kleingewerbes in Aussicht zu nehmen fein.

In den Sälen drängte sich ein bunter Schwarm von Gästen. Eine Fülle von Jugend uud Anmuth, Glanz und Schönheit durchfluthete die durch dir Kunst des Gärtners in einen Blumengarten verwandelten Räume.

Schleppen rauschten, Brillanten funkelten, Fächer schwirtten in leiser Bewegung auf uud nieder, da­zwischen ordenbesternte Herren, blitzende Uniformen, ein Lachen, Wispern, Raunen. Ja zweien der größeren Säle, die dnrch ein Robinet getrennt waren, wogte der Tanz.

Der Geheimrath und seine ttotz der erwachsenen Tochter noch jugendlich schlanke, schöne Frau walteten mit vornehmer Gewandtheit ihres schweren Amtes als Wttthe. Hier wurde» neu eingetteteude Gäste begrüßt, dort andere einander vorgesteltt. Für jeden war ein liebenswürdiges Wort, ein Händedruck bereit.

I» den Tanzsälen machte Irmgard die Wirthia. Ihre Äugen waren überall. Sie hatte dafür zu sorge», daß gttanzt wurde, was in heutiger Zeit keineswegs leicht ist, da die Tanzlust so abgenommen hat uud so viele junge Leute es vorziehen, von weitem dem Tanze zuzusehen. Ihr zur Seite, bei dem schweren Amt ihr helfend, stand Dottor Hübner, der ältere Bruder des Referendars, welch' letzterer, wie Irmgard vorausge­sagt, es vorgezogen hatte, heut nicht zu erscheine».

Ernst Hübner war ein hochgewachsener stattlicher junger Mann, feinem Bruder ähnlich, aber ohne den medisanten, übermüthigen Zug in feinen Mienen, wenn auch nicht mit geringerem Selbstbewnßtsein, obwohl er eS besser als sein jüngerer Bruder unter einem Welt-1 mänmsch gewandten Wesen zu verbergen verstand.

Durch Förderung genossenschaftlicher Unternehmungen, von Fachschulen, ganz be­sonders auch durch sachgemäße Weiterentwickelung unseres Eisenbahnnetzes uud unserer Eisenbahutarife wird die nationale Arbeit zu unterstützen sein.

Dabei darf jedoch die Erhaltung gesunder Staatsfinanzen nicht außer Betracht ge­lassen werden. Die Finanzlage Preußens erscheint in de» letzten Jahren bei dem Aufschwünge von Handel und Jndusttie glänzend, entbehrt aber der nöthigen Sicherhett, weil auf die schwankenden Ein­nahmen, aus dem Berhältniß zum Reich und aus der Eisenbahnverwaltung, hi» sehr erhebliche fest­stehende dauernde Ausgaben gegründet worden find. Bei einem' immerhin mögliche» Rückgänge der er­wähnten Einnahmen ist die Wieder!-hr des DefieitS im Staatshanshalt nnvermeidlich. Daher ist Spar­samkeit und Fürsorge dafür, daß die Einnahmen aus der Eisenbahnverwaltung nicht unter eine augemeffene Verzinsung herabgeheu, dringend geboten und die Normirung von Personen- und Gütertarifen darf nicht ohne haushälterische Berücksichtigung der Staats­einnahmen erfolgen.

Die konservative Partei fieht in der Ent­wicklung des Verkehrsnetzes eine der wichtigsten Aufgaben des Staates. Sie steht daher der Ausdehnung des Verkehrs auch auf den Wasser­straßen nicht grundsätzlich feindlich gegenüber; sie macht aber ihre Zustimmung zu neuen Kanalbauten von dem Nachweise des wirthschaftlichen NutzenS und der Verzinsung des Anlagekapitals und ferner davon abhängig, daß durch die Anlagen die Produktions­bedingungen der Landwttthschaft nicht »achtheilig be­einflußt werde».

Nachdem durch die Gesetze, betreffend die Lehrer­besoldung uud die Pfarrgehälter, sowie durch die Aufbesserung der Gehätter für die oberen und mittlere» Beamten die Leistungen des Staates auf diesen Ge­bieten für die nächste Zeit im Wesentliche» zum Ab­schlüsse gelangt find, erübrigt sich noch die Beseitigung von Unbilligkeiten, welche bei den bereits früher aufgebesserten Gehältern der Unter- beamten in der Zwischenzett hervorgetreten find.

Auch im Landtage wird die konservative Partei das Wohl der arbeitenden Klassen im Rahme» der bestehenden Staatsordnung und unter der gebotenen Berücksichtigung der Interessen der Arbeitgeber fördern.

Wir fordern in der Polenpolitik eine ziel- bewußte einheitliche und energische Haltung der Staatsregierung und werden eine solche mit allem Nachdruck nuterstützent

Während die Kouservativen mit allen bürgerlichen Parteien Berührungspunkte haben, ist dies der freifinnigen Partei, die in ihrer verhetzenden Agitation der Sozialdemokratie die Wege ebnet und sich ihr in de» Wahlkämpfe» offen an die Seite stellt, nicht der Fall. Unter den heutigen Verhältnissen ist jede direkte oder indirekte Begünstigung der Sozialdemokratie ein 8 errat ü an unferm Vaterlande. Dies ansznfprechen,

Er war sich feiner Bedeutung als Sohn und Kompagnon des großen Hanfes seines Vaters wohl bewußt, auch des Wetthes, den er in de» Augen aller heiraths- fähigen Schönen und deren Mütter besaß, die ihn auch übermäßig verwöhnte».

Er ober hatte nut Sian für eine, Irmgard Lutzm, die im Kreise der jungen Männerwett als eine der besten und meistbegehrten Parthie», der Gegenstand überschwänglicher Huldigungen »ar, die fie mit dem Uebermnth eines verwöhnten Kindes hinnahm, ohne bisher einem von Allen Grund zu der Hoffnung gegeben zu haben, der AuS- erwählte zu fein.

I» einem leichte» lichttofaen Sazekleide, das wie eine Wolke de» schlanke» amnnthigen Körper umwallte, einen Kranz von Maiblume» im Haar, schwebte sie, den Ball eröffnend, am Anne Ernst Hübners dahin. Aber fie sah nicht heiter anS, eine Wolke lag aus ihrer sonst so sonnige», von Jugendlust strahlenden Stirn. Das verwöhnte Kind hatte zum ersten Mal einen Mißerfolg zu verzeichnen. Sie hatte mtt innerem Aerger begriffen, daß die Einladung LeaiS und OttiS doch ein Fehlgriff gewesen war. Die Demonstration gegen die Meinung der Welt drohte kläglich in das Gegentheil umzuschlagen. So oft sie auch selbst, Leni und Otti am Arm durch die Säle gegangen war, die kühle gezwungene Höflichkeit, mit der man de» beiden jungen Mädchen begegnete, da» deutliche Stieben, ihnen auszuweicheu, hatte sich überall be­merklich gemacht. Und nun gar beim Tanz: welche Mühe, Tänzer für die beide» beiznfchaffen, und

ist Pflicht gerade der konservativen Partei, die fich bewußt ist, daß die Männer, die zu ihr halten, in kritischen Zeiten das stärkste Bollwerk bilden werden zur Vertheidigung der Grundlagen, auf denen die Größe Preußens und Deutschlands beruht.

Die Vorstände der konservativen Fraktionen des preußischen Landtags.

Umschau.

Das französische Amtsblatt publicirt die Ernennung des bisherigen Botschafters in Konstan­tinopel , Paul Cambov, zum Botschafter in London. Der Kolonialminister Trouillot erklärte einem Mitarbeiter desGauloiS*, die Ge­rüchte, daß die Regierung den Major Marchand im Stich lassen wolle, feien falsch. Die friedlichen und versöhnlichen Intentionen Frankreichs schließe« keineswegs eine derartige Politik in fich. Bevor etwas geschehe, müsse der Bericht Marchand abge­wartet werden. Ein Zusammenstoß sei vermieden worden. Diplomatische Pourparlers seien eröffnet. Die Faschvda-Frage und die mit derselben zusammen­hängenden Fragen würden dl Paris geregelt werde«. DerAnrore* zu Folge soll der Richter BertulnS mit der Untersuchung der Betrugsklage, welche Christian Esterhazy gegen den Major Esterhazy anstrengte, betraut »erben.

Die .Times* melden aus Shanghai: Der Vicekönig vou Tschiln-Aulu, ist vom Tientfin nach Peking versetzt worden. Wie der ehemalige Rath­geber des Kaisers von China, Kaug-yu-mei, hier äußerte, besteht zwischen Aulu und dem Kaffer eine bittere persönliche Feindschaft. Die Kaiserin erläßt weitere Edikte, wodurch die Mitglieder der Reform­partei geächtet werden. Aus Peking wird ben .Times* tklegraphirt: Gegen 8 Anhänger Kang-yu- meijt ist eine Untersuchung unter der Anklage er­öffnet worden, daß fie fich gegen die Kaiserin-Mutter verschworen hätten und mit den Führern des Auf­standes in Südchina in Verbindung ständen.

Mammonismus.

DerFrankfurter Zeitung* ist durch die, ihr als Führerin des demokratischen Centrumsflügels nahe­stehende .Kölnische Volkszeitung* eine große Freude widerfahre». Das rheinische Blatt hat nämlich eine .Charatteristik des preußischen ConseroatiSmus* ge­schrieben, der nach der Meinung des Frankfurter Organs de» .Nagel auf den Kopf* trifft.

.Der Konservatismus ist so heißt e« darin ganz in der Sorge für materielle Dinge aufgegangen. Prinzipienfragen und ideale Probleme gehören jetzt in die Rumpelkammer .Am Solde hängt, zum Solde drängt doch Alles*. Zwar polemisiren die Konfervativeu auch gegen den Mammonismus, aber sie meinen immer nur ben MsmmoniSwuS der Börse und sind aus die Erhaltung und Wahrung deS eigenen Bortheil» eifrig bedacht. Ihre Politik steht im Dienste deS PolizeistockeS und der Latifundien-Wirthschaft.*

trotz aller Mühe war ihre Tanzkarte doch noch fast leer. Wie ei» paar Derfehmte standen die armen Mädchen, sobald Irmgard fie verließ, abseits So» den Anderen, die fie geflissentlich vermieden. Nur der Präfideut von Werthern hatte sich in ostentativer Freundlichkeit ihnen genähert und sich eine Wette mtt ihnen unterhatten.

Alles hatte hingestarrt und die Köpfe zu­sammengesteckt, aber sein Beispiel fand kaum einen Nachfolger.

Nur Lieutenant von Chick wagte fich an OttiS Sette, nm fich zur Quadrille in ihre Tanzkarte zu schreiben.

Und dabei sahen die beide« Mädchen in ihrer einfachen weißen Toilette sehr reizend a»S, hübscher als manche in Seide und kostbarem Schmuck strahlende Tänzerin. Aber die skandalöse Geschichte bei Waldau war in diesen Kreisen allgemein bekannt, mit allen pikanten Zuthaten und vielfach übertrieben von dieser ober jener jungen Dame war ein Bruder ober Vetter ober Bekannter bei betn mißliebigen Ereigniß zugegen gewesen. Die Witze des Referendars Hübner über die Rälhin kursilte» in aller Munde. Die jungen Herren wollten sich nicht lächerlich machen, indem fie mit Mädchen tanzten, deren Mutter jeden der nur ein Wort zu ihnen sprach, als Hettathskanbibaten betrachtete. Unter anderen Verhältnissen hätte dieser und jener fich wohl gern mit ben hübschen munteren Dingern unter­halten. Hier aber, wo aller Augen auf ihnen ruhten, spöttische Blicke jede Annäherung begleiteten, wagten fie es nicht. (Fortsetzung folgt.)

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*T)<TzvvRl ty/v Anzeigen nehmen entgegen: Me Spedition dieser Blatte«, die Amroncen-

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an 1 ono bürg, Wien: Rudolf Moffe, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 00. xilUJiy

Freitag, 30. Deptember 1898. «. L. Daube & «o, Frankfurt a. M.. Berkin, Hannover, Paris x

Abonnements - Einladung.

Unter den in Marburg täglich erscheinenden politischen Aeitnngen ist die

Oberhessische Zeitung"

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg nnb Sirckhai« sowie Jllustrirtes Eonutagsblatt und Mehungsliste« der Königl. Preuß. Klaffen-Lotterie Me gelefenfte und am weitesten verbreitete. Mit dem L October 1898 begann auf fie ein neuer Viertel­jahrs-Abonnement.

DieObtrhrssische Zeitung* hat eS fich in erster Reihe zur Aufgabe gestellt, einzutreten für die Macht und das Ansehen von Kaiser und Reich, für Thron, Vater­land und Altar!

Die »Oberhessische Zeitung* ist bestrebt, überall, wo fie nur gelesen wird, das nationale Bewußtsein, Treue zur Monarchie, Liebe zum Vaterlande, Gottesfurcht und religiösen Sinn, wie Achtung vor unseren Gesetzen uud bewährten staatlichen Einrichtungen zu fördern!

Die .Oberhessische Zeitung* sucht dies Ziel durch gebiegene, sachlich gehaltene, populär geschriebene Leitartikel zu erreichen. In ihrer Rubrik .Umschau* wird fie wie bisher eine Ueberficht über die wichtigsten Tages­ereignisse auf dem Gebiete der inneren und äußeren Politik und deren Besprechung bringen, und die Vorgänge in den Parlamenten, in Reich und Staat, unter dem Tagesbericht wie bisher zusammenstellen.

fiÄlrch ihre Verbindung mtt der Continental«Tele­graphen - Compagnie in Berlin ist die ,O b e r h e s s i s ch e Zeitung* iu der Lage, ihren Lesern in Original > Tele­grammen die neuesten Ereignisse im Zu- und AuSlaude unverzüglich zur Kenntniß zu bringen.

Den Vorgängen in unserer Provinz, tote dem lokalen Nelle wird die .Oberhessische Zeitung" ganz be=

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sondere Aufmerksamkeit widmen, auch wird fie nicht nur durch ein gediegenes Feuilleton, wie durch Zusammen­stellung unterhaltender verschiedener Nachrichten für ihre Leser Sorge tragen, sondern, tote emeStheilS den Vorgängen auf dem Gebiete von Kunst und Wissenschaft, so anderer­seits dem volkSwirthschaftticheu unb landwirthf chaft- lichen Interesse durch einschlägige Veröffentlichungen thun- lichtz entgegenzukommen allezeit bestrebt fein.

Inserate finden, die sechsspaltige Zelle 10 Pfg., bei der großen Auslage der »O b e r h e s s i s ch e n Zeitung* in derselben die geeignetste nnb weiteste Ver­breitung. Daburch, baß alle Staats- nnb Kommunalbehöibeu des Bezirk bie »OberhessischeZeitung* zu ihren Bekanntmachungen benutzen, ist das Halten derselben von euffprechendem Nutzen für jeden Leser.

Schließlich bitten wir unsere Leser» Freunde unb Waner, unter ihren Bekanntenkreisen für bie Weiter­verbreitung ber .Oberhessischen Zeitung* thun- lichst Mitwirken unb so auch ihrerseits Helfer und Förderer einer nationalen nnb loyalen Politik fein zu wollen, einer Politik, bie fich aller umstürzlerischen Tendenz der heutigen Zett gegenüber treu bleibt in der Devise: .Mtt Gott für Kaiser nnb Reich, für König und Vaterland!"

Marburg, im «September 1898.

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Die Erpeb. der .Oberhess. Zeitung.*

(Nachdruck verboten.)

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Roman von Clarissa Lohdei (Fortsetzung.)

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roherer ffchluß

WaS, Herr Präsident,* fragte fie gerührt. .Ich verspreche Ihne« Alles, was Sie wolle«, was ich »verspreche« darf, ohne gegen das birelte Verbot meine» Vaters z« handel». Sie find so gütig gegen mich!*

Vertrauen Sie Ihre» Kummer Niemand an al» mir, selbst meiner Schwester, selbst Ihrer Freundin Irmgard Lutzen nicht. Sie kennen die Wett nicht. Sie ist schlechttr, als Ihre reine Seele ahnt. Ob und t wie ich Ihrem Vater helfen kann, weiß ich noch nicht. Aber ich werde mein Möglichstes thun, ihna ns dieser bösen Affatte zn befreien, natürlich mtt Ihrem Bei­stand. WaS aber geschieht, das muß unser Geheim- » bleibe«, selbst dem Later gegenüber zu seinem Besten. Wollen, könne» Sie mir da» versprechen?*

An» ihren Augen leuchtete ein »armer Strahl.

Ja," entgegnete fie ernst,ich verspreche es und danke Ihnen von Herzen. Gott möge Sie für Ihre Güte segnen." Und ehe er es fich versah, preßte» sich zwei junge Lippen auf seine Hand.

Dann wandte Elli fich rasch, und die Thür schloß sich hinter ihrer schlanken Gestatt, ehe er recht zur Befinunug gekommen war.

11.

Die Villa des Geheimraths Lutze» in der Thier- gartenstraße strahlte im Glanz aller ihrer elektrischen | Flammen in das Dunkel der Nacht hinaus.