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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

Jllustrirtes Sonntagsblatt.

h« ÄwTo tfrt wt««n nehm«, entgegen: Ne Exvedition dieses Blattes, die «nnoncen-

OuartalS-AbonnementS-Prets bei der Expedition 2 Mk., bei allen ol»»»»* U Bureaur von Haasentzrin & Boaler. Frankfurt a M Kassel. Moade- nn rv <

^ltem^leo^^eren TOifttnilffi 91 (Sphfemfw 1RQR !?& Wie«: Rudolf Mofle, Frankfurt a. M., Berlik'München, Köln; 33.

spaltene ^eile oder deren Raum lv Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg. 2L/tlUlUUuJ, al. VkpIt.MvLI loao. L. L. Daube & Lo., Frankfun a. M., Berkin, Hannover, Pari» re.

Zweites Blatt.

Planmäßige Verherrlichung des Monarchenmordes und der Revolution.

Der Socialdemokratie, die jetzt unter allen Um­ständen ein möglichst loyales Gesicht zu zeigen sich bemüht, ist es begreiflicherweise ir. hohem Grade un­angenehm, daß sie daran erinnert wird, wie sie all­jährlich in ihrem Wandkalender planmäßig den Monarcheumord, die Auflehnung gegen Gesetz und Ordnung und die Revolution verherrlicht und die .Genossen" durch täglichen Hinweis auf die .ruhm­vollen" Thateuumthiger" Männer zur Nachahmung aufteizt.

Der .Vorwärts" fürchtet vermuthlich, seine Partei könne des Wohlwollens und des Vertrauens, das ihr jetzt aus allen Kreisen der bürgerlichen Demokratie bis ins Centrum und in die nationalliberale Parte hinein so reichlich entgegengebracht wird, verlustig gehen, wenn wieder einmal der wahre Charakter der Socialdemokratie actenmäßig festgestellt wird und schreibt:

«Der Wandkalender, von de« jetzt di« Hitzprefle de« Ullteinehmerthums ipricht, ooterscheidet sich abgeseheu von der Verzeichnung von Borkommntffen aus der Arbeiter­bewegung in nichts von anderen derartigen Kalendern -g«rlicher Verleger, welche bemerkenswerthe Daten der Geschichte vorführen. In jenem Wandkalender find Ereig nisie der mannigfaltigsten Art verzeichnet: Geburt«- und Todeslag« von Dichtern, Philosophen, Musikern, Politikern der verschiedensten Geiste«- oder Harteirichiung; Kriege und Friedensoereinbarungen; bedeutsame parlamentarische Er- «tgntfie. So finden sich dort auch di« Daten der be- kann testen Reden des deutschen Kaisers neben deu Daten von Attentaten ...,"

Mag derVorwärts" deu aufreizenden Zweck 4e8 socialdemokratischeu Wandkalenders noch so ffmuthig" verleugnen, obwohl er selbst den .Ge­nossen" empfohlen hat, gerade aus de« Gedenktagen der Revolutionen .Milth" zu schöpfe», so kauu ihm ;bie8 doch gar nichts helfen. Es ist einfach un­wahr, daß dieser Kalender sichin nichts" von anderen derartigen Publikationen unterscheidet. Vor alle« Dingen springt der Unterschied dadurch sofort ins Ange, daß in dem socialdemokratischen Mach­werke jeder, aber auch jeder deutsche patriotische Gedenktag fehlt.

Allerdings verzeichnet der rothe Wandkalender Geburts- und Todestage von Dichtern u. s. w., allein wie verschwindend ist deren Zahl im Vergleich zu deu etwa 100 Revolutionsdaten, die wir darin finden. Während der Kalender circa 20 Atte»tatS-G edenktage aufweist, find in ihm kaum zwei Dutzend Geburts- und Todestage von Dichtern, Philosophen, Musikern und Politikern i n s g e s a m m t angegeben, und auch diese find so arg tendenziös zusammengestellt, wie dies bisher nirgends unternommen ist. So finden wir unter de» Dichtern die Namen Göthe, Herder, Wieland, Körner, Kleist nicht dagegen die Namen des

fteigestnuten Dichters" Telmann und dessozial­demokratischen Dichters" Leop. Jacoby. Daneben freilich auch folgende Eintragung: 8. März f Ritters­haus, Patriot. Tamtam- Barde".

Zu deuGedenktagen" fügt der sozialdemokratische Kalender noch etwa 10 Fälle, in denen sich Monarchen oder fürstliche Personen, durch die Revolution bedrängt, deu Staub von den Pantoffeln ge­schüttelt" haben. Die sozialdemokratische Partei­leitung hat also durch Herausgabe ihres Kalenders alles getha», um die Revolution zu feiern, den Königsmord zu verherrlichen und die Monarchen in der Meinung der .Genosien" herabzusetzen. Feiges Leugnen dieser Thatsache hilft nichts. Der Kalender ist nun einmal vorhanden und zwar nicht nur in einem Jahrgange, sondern in neun Jahrgängen und wie gesagt derVorwärts" hat dieGenossen" ermahnt, sich an den darin auf­geführten Großthaten, die durchweg keine nationalen sind, zuerheben".

MU seinem Hinweise, daß sich in dem rothen Kalender die Daten der bekanntesten Reden des deutschen Kaisers neben den Daten von Attentaten finden", hat derVorwärts" vollends daneben gegriffen. Der Kaiserreden ist nämlich ebenfalls nur int aufreizenden Sinne gedacht. So heißt eS:

23. Ftbr. 1892 Wilh. II. r. Rörgl. Staub v. b. P. z. sch." 26. 1887 Wilh. II. Rede betreff« Ausrottung der

socialdemokratischeu Pest".

23. April 1897 Vaterlaudsloseu-DepescheWilh.il an Piin, Heinrich wegen d.alten Kasten".

18. Juni 1897 Wilhelm II.Arbeitswilligen". Rede in Bielefeld".

.31. August 1897 Wilh. II. Gotte«gnad-Rede Eoblenz". 2. Septbr. 1895 Wilh. II. Rottenrede b. Garbefestmahl".

Es gehört der ganze traurige Muth desVor­wärts" dazu, die tendenziöse Absicht dieser Kalender- notizeu, die gerade Seit« a« Seite mit den Re Solutions- und Attentats- Daten und den Bemerkungen über fürstliche Per­sonen, die vor demVolke" denStaub von de» Pantoffeln" abgeschüttett haben, recht eklatant zum Vorschein kommt, leugnen zu wolle».Genosse" Liebknecht pflegt sich im Parlamente allerdings unter dem Schutze der Immunitätmuthiger" auszusprechen.

Wir können diese unsere Feststellung von der planmäßig betriebenen Verherrlichung von Revolutton und KöoigSmord seitens der Sozialdemokratie nicht beffer schließen, als indem wir den Schluß der be- tteffeudenBorwärts"-Artikels hierhersetzen:Wir konstatieren darum, daß auch dieser Versuch, die Sozialdemokratie zu verleumden, sich als ein ganz schäbiger Lügenmanöver entpuppt. Zu derlei niedrigen Kniffen greift die Aus­beuterpresse, weil fie weiß, daß ihre Leser die Lügenhaftigkeit ihres Treibens nicht sofort zu erkenne» vermögen, und weil ihr die Fähigkeit fehtt, mit ehrliche» Waffe» gegen die Sozialdemokratte zu kämpfen." Nun kann sich jeder von der Wahr­heitsliebe und von demManneSmnthe" derollen ehrlichen" Sozialdemokratie selbst einen Begriff machen!

Die Gefangenschaft Neufelds bei den Mahdisten.

(Schluß.)

Dieses Loch Neufelds hatte vier Quadratmeter Raum, eine aus Lehm gebaute Erhöhung bildete daS harte Lager, daneben steht ein kleines Wasiergefäß. In diesem Loch sitzt der Arme den ganzen Tag. Seine Giubba ist schmutzig und voll Insekten, die ihn des NachtS quälen. In der Verzweiflung läßt er sich Abends von einem Leidensgenoffen mit Wasser und Sand einreiben, welche Procedur die Haut brennend schmerzt und reizt und fie gegen Jnseftenstiche und -Bisse unempfindlich macht; nur so kann er etwas Schlaf finden. Freundliche Araber riethen ihm, zerstoßene Gewürznelken im Wasser zu erweiche» »nd Abends damit zu schmieren: dieses Mittel soll die Jnseften tödten. Er versuchte es und fand diesen Vorgang, obwohl er auch sehr brennt, beffer als jenen mit Sand. Durch seine Liebevswürdigkeü gewann Neufeld auch seine Wächter, die ihn öfter in ihrer engen Hütte schlafe» ließen. Eines Abends wurde ihm die gleiche Gunst zutheil. Neufeld warnte die Wächter und wollte in die Hütte Abu- Hagiar fich begeben, da er wußte, daß der Saier in schlimmer Laune war. Die Soldaten jedoch ver­sicherten, ihn im Falle einer Untersuchung des Saier sofort in Kenntniß zu setze». So schlief Neufeld ruhig in seiner Hütte. Gegen Mitternacht weckte» ih» die Wachen eilig und sagten:Schnell, stehe auf, der Saier hat geschworen, jedem, der außerhalb der Steinhütte fich vorfinde, hundert Streiche auf­zählen zu lassen." Neufeld erhob fich eilig, aber die Eisen und Ringe hinderten ihn, rasch zu gehe». Er erreichte die Thür der Steinhütte. Da wollte der Schlüffe! nicht öffnen, als der Saier bereits in den Hof trat nnd ohne weiteres befahl, dem Neufeld hundert Stteiche zu geben. Die Soldaten wollten nicht gehorchen, einer entschuldigte sich, daß er Fieber habe, andere sagte», fie seien müde, da fie tagsüber schon viele gepeitscht hätten. So mußte der Saier Sklaven aus seinem Hofe rufen, welche dem armen Neufeld hundert Hiebe ertheilteu, die ihm tiefe Spuren zurückließen. Im Jahre 1889 bekam Neu­feld Gesellschaft u einem Böhmen. Dieser, seines Handwerks ein Bäckergeselle, arbeitete in Haifa bei den Griechen. Eines Tages, nachdem er des Guten im Trinke» zu viel getha» hatte, »ahm er seine

Violine zu sich und verließ Haifa in der Absicht

nach Suaktn zu gehen. Er verirrte fich jedoch in der Wüste und der Durst brachte ihn zur Ver­zweiflung. Zum Glück fand er noch den Weg zum

Nil und rettete fich auf diese Weise. Durch dieses gefährliche Abenteuer noch nicht belehrt, verfolgte er seine» Gedanken, nach Suaki» zu gehe», obwohl er gar nicht wußte, wo dasselbe lag. Er schlug dies­mal südliche Richtung ein und fiel in die Hände der Ansar, welche ihn nach Omdurman schickten. Der Khalifa übergab ihn dem Gefängniffe, wo er zwei Jahre zubrachte. Neufeld theilte mit ihm jeden Bissen. Im Hungerjahre mußte der arme Böhme

(Nachdruck verboten.)

KerbstblütHe.

Roman von Klarissa Lohde.

(Fortsetzung.)

Wieder ein brüllendes Gelächter.

Hübner, habe» Sie ein solches Schriftstück?"

Ich nicht, aber eine nahe Verwandte von mir." Und fie fiel darauf herein?"

Gott bewahre, so dumm war fie nicht; aber fie hielt es für gut, mich zu warnen."

Vergebens hatte von Eick dem fich immer mehr in seiner Rede Ereifernder« abmahnende Zeichen zn geben versucht. Nun fuhr er wie eiektrisirt in die Höhe.

Hinter dem Stuhle Hübner» stand plötzlich wie an» der Erde gewachsen die grofee hagere Gestalt LodiuS.

Nur da» eine Wort:Schurke!" hinter be« Zähnen hervorpreffend, hob der Rath die knochige Faust, und ehr der erschrockene junge Man» nm zur Erfassung der Situation kam, fühlte er schon mit wuchtiger Kraft Schlag auf Schlag auf feix Gesicht »iederfallen, so daß ihm dar Blut au« der Nase schoß.

Baurath Olten, der fich bisher vorfichttg in der Ferne gehalten hatte, hiett «r jetzt doch für geboten.

Laffen Sie mich," brüllte dieser, mtt Augen die wie die eine» Wahnsinnige» glühten.Ich schlage ihn tobt, den Hund, tobt!"

Aber vergeblich war sein Ringen. Siele Arme hielten ih» fest unb schoben den Widerstrebenden langsam der Thüre zu.

Hall!" schrie Hübner wuthentbrannt, mit blut­überströmtem Gesicht ihnen den Weg vertretend.

Ein Wort habe ich nur an den Herrn Rath zu richten. Wisse« Sie, wir man das nennt, nein Herr, was Sie eben getha» haben? Eine» Ueberfall, einen mörderische», heimtückische» Ueberfall! Gefiel Ihne» etwa« nicht, was ich sagte, so hätten Sie auf andere Att Rechenschaft fordern können, wie es unter Ehrenmännern üblich ist. Uebrigens, meine Herren, Sie find Zengen. Ich hab« keinen Name« genannt."

Nein, keine« Namen," schallte e» im Chor.

Schlimm genug, wenn man sich getroffen fühlt."

Unterdessen war Eick, bleich nnd tief erschüttert durch da» Borgefallene, an des Bauraths Seite gefreten.

Bringen Sie den eite« Herr» fort," bat er leise, um seiner selbst willen. Ma« weiß sonst nicht, wa« >arauS werden kann."

näher zn treten nnd dem Wüthende» st, den Arm zu fallen.

*Bodil,, Bodtn, genug," rief er,kommen Sie fort von hier!"

Noch immer stemmte der Rath fich gegen die umklammernden Hände. Ein krampfhafte» Zucke« ging durch feinen Körper. Die Lippen waren fest j zusammengepreßt, da» Gesicht todtenbleich, nur dir

Auge» funteilen unheimlich unter den Brillengläser« hervor.

Machen Sie ein Ende," stüstette der Baurath ihm iurebenb in» Ohr.Der dumme Junge hat'» ordentlich bekomme»; jetzt aber fft's genug. Sehen Sie nicht, welche» Aufsehen die Seme macht? Denke» Sie nur an Ihre Stellung, Ihre Familie."

Der Rath antwortete nicht. Einen Moment starrtt er dem Redenden fassungslos in» Gesicht, dann griff er nach dessen Arm und wankte, von ihm gehalten, dem AnSgang zu.

Nehmen Sie eine Droschke," bat er leise. -Meine Kraft ist zu Ende, ich fühl« mich einer Ohnmacht nahe."

Zum Glück fuhr gerade ein solches Gefährt vor- bei, al» fie auf die Straße traten. Der Baurath winkte dem Kutscher, hob den am ganze« Iörper Bebenden hinein nnb setzte fich, nachdem er Straße und Hausnummer genannt hatte, an seine Sette.

Der Rath barg den Kopf in die Hände und stöhnte ve^weiflungSvoll auf:

Da» ist das Letzte, Olten, daS LetzteI"

Unfinn!" suchte ihn dieser zu trösten.Ein Streit in der Weinlanue. Sie nehmen alle» zu ttagisch, Bodin. Da» ist da» ganze erbärmliche geben ja gar nicht werth."

Bodin antwortete nicht, er krampfte die Hände zusammen und stieß leise Worte der Verwünschung hervor.

Endlich hiett die Droschke; daS Ziel war er-

allen möglichen Unrath verzehren. Ei!lick tikng er durch Vermittelung des Moggadem der Europäere die Freiheit. Einige Monate nachher floh er nach Gefira. Der Moggadem, der für ihn mit seinem Kopfe Garantie geleistet hatte, schickte ihm mehrere Kameele nach, konnte ihn aber nicht finden. Erst später erfuhr man, daß er in Rifaa am Blaue» Fluß Hungers geftorbe», worauf der Khalifa fich beruhigte. WaS Neufeld bekifft, so versuchten wir Alles, um ihn zu befreien, aber der Khalifa wollte nichts höre». Zudem verbreitete man über ihn falsche Gerüchte. So erzählten Leute, welche von Dongola kamen, Neufeld sei verkleidet von der ägyptischen Regierung nach Dongola geschickt worden, nm zu erfahren, ob der Mudir Mustafa Pascha Giauer der Regierung ergeben oder für den Mahdi fei. In Wirklichkeit war mit dieser Sendung jedoch der Kitchener Pascha betraut worden. Ein anderer Mal, bald nach der Gefangennahme Neufelds, brachte man dem Khalifa eine ägyptische Zettung, welche be­richtete, daß ein englicher Offizier von den Mahdisten in Dongola gefangen worden sei. Als man dem Khalifa diese Notiz vorlaS, wurde er sehr böse und glaubte, er sei von den Europäern belogen worden, da nach der Zeitung Neufeld ein Engländer sei. Der Khalifa glaubte in seinem enge« Jdeenkreise, baß die Zeitung stets nur Wahres schreiben könne, und es that ihm fast leid, de» Neufeld nicht gelängt zu haben. Judeß ließ er ben Arme» mit Eise» be­schwere». Wieder andere erfanden, daß Neufeld ge­kommen fei, um dem Slatin zur Flucht zu verhelfe», was den Khalifen in Wuth versetzte. Auf diese Weise bradjte Neufeld über zwei Jahre im Gefängniffe zu und es schien keine Hoffnung vorhanden auf Befteiung. Wir ließen nichts unversucht, gewannen alle einflußreichen Personen, sogar die Om-el-Mumenin nnd die Scherifa Set Nafisa, Tochter de» Sid-el- Hassan, und diese brachten bei jeder Gelegenheit ein Wort für den Arme» an, aber der Khalifa blieb gegen alles taub. Erst als Pulvermangel einttat, sagte Jemand in einer Versammlung dem Khalifa, es wäre besser, den Ungläubigen für die Religion arbeiten, anstatt unnütz beim Saier sitzen zu laffen, man solle ihn Versuche der Salpeterbereitung machen lassen. Der Khalifa erwiderte:Thut, was Ihr für gut findet, ich bin zuftieden." Am gleiche» Tage wurde Neufeld vom Saier nach Halfaia ge- schickt, um ben Salpeter zu bereiten. Dies gelang ihm, und nach einigen Monaten wurde er nach Khartum versetzt, wo er jetzt mit einem Aegypter in der Mission Pulver bereitet Er trägt jedoch immer noch ein Matta an den Füßen, welche durch die fortwährende Reibung des Eisens schwarz geworden sind, iudeß die Ei enringe wie Silber glänze». In Khartum genießt Neufeld etwas mehr Freiheit.

Ohrwalders Buch, daS durch die jüngsten Er­eignisse in frischer Erinnerung gebracht wttd, zeichnet fich, wie dasjenige Slatin Paschas zu dessen Befteiung Herr Ohrwalbetz wesentlich beigettagen hat, durch große Klarheü aus. Beibe Werke find geschichtliche Denkwürdigketten über die hoffentlich gründlich ver­nichtete Greuelwirthschast der Derwffche.

reicht. Olten stieg mit dem Freunde aus und wartete bis dieser die Thür auf» und wieder hinter sich zuge­schloffen hatte. Daun nahm er seine« verlaffenen Platz in der Droschke wieder ein und liefe sich »ach Hause fahre».

Das wird eine schöne Suppe werden," dachte er,die fich bet arme Bodin eingebrockt hat Ein Unglückspilz ist er, und ich glaube, es wttd Zett, bafe ich mir einen anderen Kumpan für Waldau suche; mit dem darf ich mich dort nicht mehr sehen laffen."

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3n der Bodin'schen Wohnung herrschte am andern Tage eine unheimliche Stille. Selbst das Dienst­mädchen saß ganz verschüchtert in einer Ecke seiner Küche und bereitete f» geräuschlos als möglich das Mittageffen vor.

Der Rath hatte sich, so ball» er von seinem Amte zurückgekvmmen war, in fei« Zimmer eiugeschloffeu und befohlen, ihm dorthin das Essen zu bringen, er wollte allein speisen.

In dem Wohnzimmer, in dem sonst der Töchter heiteres Necken nnb Lachen erschallte, lag die Rüthin auf der Chaiselongue rntt kalten Umschlagen um den Kopf, die Elli für fie ab und zu erneuerte. Lena und Otti saßen schweigend und mtt verstörten Mienen über ihre Näharbeit gebeugt.

(Fortsetzung folgt)