Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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spalten. Zeile ob« dmn Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeil. 25 Pfg. Mittwoch, 21. LepteMver 1898. <l. L. Daube & Co, FrmckfuNa. M, Bnki», HÄrwver, Pari»
Erstes Blatt.
Die Jubelfeier der Inneren Mission.
DaS Fest fünfzigjähriger Erinnerungen, das morgen, am 21. September, in Wittenberg begangen werden wird, ist ein Fest der gesammten evangelischen Kirche Deutschlands, für das die herzliche Theiluahme aller kirchlichen Kreise in Anspruch genommen werden darf.
Es war das Jahr 1848 mit seinen tiefgehenden Erschütterungen und seinen Gefahren für alle bestehenden Ordnungen. Die Kräfte des Abgrundes schienen sich aufzuthun, die Staat und Kirche in widergöttltcher Gesinnung zu verschlingen drohten. Aber siehe da, der furchtbare Ernst der Zeit ward ei» Mittel der Erweckung für viele Gemüther, und die offenbar gewordene Krankheit forderte den Arzt heraus, der sie von innen heraus zu heilen unternahm. Unter de» Männern, die die Zeichen der Zeit zu deuten verstanden und für ihre tiefsten Uebel die wirksamsten Heilmittel zu finden unternahmen, wird immer der Name Wicherns in besonders Hellem Lichte strahle». Es war eine geniale That, daß er aus dem Geiste Christi heraus in echter Bruderliebe die Aufgabe, für die Nöthe des christlichen Volkes die Heilung zu beschaffen, in umfassendstem Sinne begriffen und zu lösen versucht hat.
Es ist keine Uebertreibung, wenn man von dem Auftreten Wicherns auf dem Wittenberger Kirchentage eine Epoche im Leben der deutschen evangelischen Kirche datirt. Mit dem Werke der Inneren Mission hat die Kirche einen neuen Arm bekommen, um die Welt dem Geiste Christi unterwerfen zu können. Mit welcher Klarheit Wichern selbst die große Aufgabe erfaßt hat, das beweist eine im April 1849 ausgegangene „Denkschrift an die Deutsche Nation* über die „Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche*. So fest gegründet seine Ueberzeugung, so lebendig war seine Hoffnung. Dennoch hat der herrliche Man» nicht absehen können, wie sich auch nur im Zeitraum eines halben Jahryunderts das von ihm angeregte und etngeleitete Werk gestalten würde. Als eine Thätigkeit freier Vereine neben der anstaltlichen Kirche hat es begonnen; mittlerweile ist es zu einem wesentlichen und unabtrennbaren Gliede der kirchlichen Lebensäußerungen geworden, und die Kirchengemeinden selber mit dem geistlichen Amt an der Spitze find fortan die Trägerinnen der Inneren Mission geworden.
Mit dem neuen Arme bewehrt hat die deutsche evangelische Kirche eine viel mächtigere Stellung unter den das Volksleben regierenden Kräften gewonnen, hat die evangelische Gesinnung erfolgreich an der Heilung der Schäden und Nöthe des Volkes gearbeitet. Gott hat das Werk gesegnet über alles menschliche Erwarten und Hoffe» hinaus. Das evangelische Deutschland mit seinem Netze von Anstalten der Bruderliebe, die jedem Bedürfniß zu begegnen trachten, mit dem gewaltigen Aufwand von Mitteln für diesen Zweck, mit den Männer» und Frauen, Jünglinge» und Jungfrauen jeden Standes, die sich hingebend diesem Zwecke widmen, bietet einen Anblick, wie er in der gesammten Geschichte der christlichen Kftche sich kaum jemals geboten hat, und wohl dürfen wir unS des Segens freuen, den Gott dem treuen Wirken bisher gespendet hat.
Aber Feste feiert man nicht, um dauernd vom Werke auSzuruhen, als wäre es vollendet, sonder» um neue Kraft und Freudigkest zu gewinnen für das Werk, das noch zu thun ist. I« der That, wie fthr wir uns des Erreichten freuen dürfe», es ist immer doch erst ein Anfang. Dem ungeheuer» Umfang der Nöthe gegenüber, die aus der Macht der Sünde beständig neu sich erzeugen, der lln- wiffenheit von den göttliche» Dingen und dem Unglauben, der herrschenden Unsitte und der Maffen- sünde, dem Elend und der Verkommenheit gegenüber gilt es, den Kampf mtt immer kräftigeren Mitteln, in immer heiligen» Ernste aufzunehmen und durchzuführen. Immer größere Opfer müssen für diese» Kampf in Anspruch genommen werden, immer weitere Schaareu muffen sich in den Dienst der großen Sache stellen. Dazu möge das Jubelfest der Inneren Mssion beitragen, daß wiederum wie vor 50 Jahren ein neuer mächtiger Antrieb ausgehe in alle deutschen Laude, und der Geist der Inneren Mission mit neuem Aufschwung sich überall in der evangelischen Kirche rege, um sittliche und christliche Weltanschauung bei Alt und Jung zu verbreiten.
Umschau.
Die „Wiener Zeitung* veröffentlicht weitere kaiserliche Handschreibe» an den Ministerpräfideitte» Grafen Thun und den Minister des Aenßeren Grafen Goluchowrki, welche besagen, der Kaiser habe sich, um ein bleibendes Andenken an seine innigst geliebte Gemahlin zu schaffen, bestimmt gefunden, einen Orden für das Franengeschlecht zn stiften, dem er in pietätvoller Erinnerung an die tiefbetrauerte Gemahlin und in Ehrung ihrer Namenspatrouin, der heiligen Elisabeth von Thüringen, den Namen „Elisabeth-Orden* beilegte. Mit dem Orden ist eine Medaille verbunden, welche de» Namen „Elisabeth-Medaille* führt. I» dem Handschreiben an Goluchowski heißt eS:
„Die Verewigte war in ihrem Leben rastlos bestrebt, Gutes zu schaffen und die Leiden ihrer Mitmenschen zu lindern. So soll auch dieser neugegründete Orden dazu be- stimmt sein, die Verdienste, welche sich Frauen und Jungfrauen in den verschiedensten Berufssphären oder sonst auf religiösem, humanitärem und philanthropischem Gebiete erworben haben, zu belohnen*.
3» der Einleitung zu de» OrdenSstatnten sagt der Kaiser:
„Wir erwarten, daß Alle, die Wir oder Unsere Nachfolger in der Regierung in diesen Orden aufnehmen oder mit der Medaille auszeichnen, in treuer Erinnerung an die verklärte Kaiserin und Königin stets bemüht sein werden, durch ihr Verhalten sowohl im öffentlichen wie im Privat- und Famlltenleben das Ansehen und die Würde deS Ordens zu wahren und zu Heden, sowie Alles zu vermeiden, was demselben zur Unehre gereichen könnte.
Zufolge der Statute» steht daS Verleihnngsrechl ausschließlich dem Kaiser z». Der Orden besteht ans drei Grade», dem Großkrenz der ersten und zweiten Klaffe. DaS Großkrenz und die erste Klasse ist ein goldenes, roth emaillirles Kreuz mit weiß emaillirtem Mittelfelde, welches auf der Vorderseite das Bildniß der heilige» Elisabeth vo« Thüringen und auf der Rückseite das Jnüiale „E* zeigt. Das Ordenszeichen der zweiten Klaffe ist ans Silber, ebenso die Elisabeth - Medaille. Ans der Vorderseite befindet sich das OtdenSkreuz und auf der Rückseite das Jnstiale „E“. — Gleichzeitig veröffentlicht die „Wiener Zeüung* ei» kaiserliches Handschreiben an die Gräfin Sztaray, worin derselben die Verleihung des GroßkreuzeS des Elisabeth-OrdenS i» Anerkennung der der Kaiserin in der Todesstunde geleisteten ausgezeichneten und hingebungsvollen Dienste mitgetheUt wird.
Der sozialdemokratische „Vorwärts* theitt folgenden Erlaß mit:
„Berlin W„ 29. August 1896.
Der Staatssekretär de» Reich»»Postamts
IV. 34111.
Der beim Postamt in Brauajchweig auf Lebenszeit angestellte Postschaffner Friedrich Karl Wolf hat seiner sozialdemokratischen Gesinnung öffentlich Ausdruck gegeben und durch sein Verhallen bei den Stichwahlen für den Reichstag am 24. Juni d. I. Anstoß erregt. Dadurch hat er die Pflicht seine« Amte» verletzt und sich der Achtung, die sein Beruf erfordett, unwürdig gezeigt. Ich verfüge daher hiermll gemäß §§ 10, 72, 33 und 84 deS Reichsbeamten-Gesetze» wider ihn die Einleitung
des förmliehen DisciplinarverfahrenS auf Dienst- enUaffnog und gemäß § 127 a. a. O. seine Suspension vo« Amte. I. A.: gq. Spilling.
An die Kaiserliche Oberpostdirektion in . . .*
Hierzu bemertt die „B. L.*: „Da uns die Vorgänge, die zu diesem Erlafle geführt haben, in ihren Einzelheiten nicht bekannt find, so läßt sich ein Urtheil über dieselben auch nicht fällen; jedenfalls glauben mir aber, daß nicht die bloße Stimmabgabe für den sozialdemokratischen Reichstagkandidaten die Behörde zu ihrem Vorgehen bewogen hat, denn andernfalls würde fie keine gesetzmäßige Handhabe hierzu gehabt habe». Daß sozialdemokrattsche Agitation bei einem Beamten schlechterdings nicht geduldet werden darf, ist auch unsere Ansicht. Denn eS hieße dem Staate zumuthen, seine Autorität verhöhnen zn lasse», wen» es dennoch geschähe. Die Sozialdemokratte »egitt die heuttge Staats- und Gesellschastsverfaffung und setzt sich z» ihr in einen feindlichen Gegensatz. Ein Beamter, der dem Staate nach Ehre nnd Gewiffen zu dienen verpflichtet ist und daraus hin feinen Eid geleistet hat, kann nicht ohne SewIffenSverletzung die Zwecke fördern, die dem Staatswesen zuwiderlaufen. Darum halten mir es für geboten, daß die Behörden mit aller RücksichtSlosigkett der öffentlichen Bethättgung dieser Ideen entgegen tret en und Niemanden bei sich dulden, der sich solchen Bruchs feiner Gewiffenspflicht schuldig macht.*
Die Sozialdemokratie ist nnzuftieden, daß als Auskunftspersonen, die vor der K o m m i s s i o » für Strbeiterftatiftil über die ArbeitsVerhältnisse im Gastwirthsgewerbe aus dem Kreise der Kellner vernommen werden sollen, nur solche „Arbeitnehmer* laut ministerieller Anordnung namhaft zu machen find, die gegenwärtig noch in ihrem Berufe thätig find. Der „Vorwätts* glaubt, daß hierin eine Schädigung der Arbeiterintereffen liege, weil zu befürchten sei, daß die in wirihschaftlicher Abhängigkeit befindlichen Personen nicht frei von der Leber weg sprechen würden. Daß der vom „Vorwärts* vorgebrachte, anscheinend sachliche Einwand nur die Kouliffe für ein parteipolitisches Gelüste abgiebt, ist zweifellos. Die Sozialdemokratie ist ferner unzufrieden, weil die von den Regierungen verfügte» Erhebungen über die Streiks de» Polizei- und Verwaltungsorgane» übertragen worden find. Der „Vorwärts* will auch hier anscheinend einem sachlichen Jntereffe bienen, wenn er dafür eintritt, daß die Auskünfte nicht an der dritte» Stelle, sonder» unmittelbar bei ben Arbeiter» und Unternehmer» eingeholt werben sollen, ßeitenb ist hierbei freilich der Hintergedanke, daß die Streikenden auf diese Weise in den Vordergrund treten könnten. Endlich ist die Sozialdemokratie nnzuftieden, weil die eingeleiteten Ermittelungen über die Rentabilität der land- wirthschaftlichen Betriebe direkt von den Landwirthen Antwort heischen, anstatt sich an dritte, unbeteiligte Personen zu wenden. In allen drei vorstehend aufgeführten Fälle» wird, angeblich stets um der Unparteilichkeit willen, eine andere Organisation der Erhebungen festens der Sozialdemokratie gefordert. Es bedarf nur eines flüchtigen Vergleichs, - um den Leitfaden durch die sozialdemokratischen Widersprüche herauszufindcn: alle der salus publica gewidmete» amtlichen Erhebungen sollen von Anbeginn derart veranlagt werden, daß die Sozialdemokratie bei denselben womöglich ein wenig als Korrektor mitspielen kann. West diese Absicht vereitelt ist, wird schon jetzt die Saat des MißttanenS den Ergebnissen der statistischen und sozialpolstischen Untersuchungen gegenüber auszesttent.
Deutsches Reich.
Berlin, 19. Septbr. Se. Majestät der Kais er ist gestern Mittag, von Wien kommend, inHnbertns - stock cingetroffen.
— Das Staats-Ministerium tret beute Nachmittag 2 Uhr im Dienstgebäude, Leipziger Platz 11, unter dem Vorsitz des Bice-Präsidenten, Staats- MinisterS Dr. p. Miguel zu einer Sitzung zusammen.
— lieber die Streikvorgänge in Spandau habe» der Kaiser und der Regierungspräsident in Potsdam von der Polizeiiuspettion Bericht emgeforbert. Der Präsident bot, falls es erforderlich sein sollte, polizeiliche Verstärkung von außerhalb an. Oberbürgermeister Koeltze als Polizeichef hat darauf unverzüglich über die Sage berichtet, an den Kaiser auf dessen Verlangen telegraphisch. Die vom Regieiungs- prästdenten angebotene Unterstützung durch auswärtige Polizeikräste wird nicht für erforderlich erachtet. Die Ruhe ist nicht wieder geftört worden. Jndeß werden die Maßnahmen der Polizei zum Schutz der italienischen Maurer auftecht erhalte»; auch werde» die Bauplätze, auf denen Italiener arbeiten, Nachts bewacht, darunter der Bau de» Kasinos für das OffizierkorpS des Garde - Fußarnllerie - Regiments vo» einem Militärposten. Die vor dem EinignngSamt des Gewerk e- gerichtS angestrebte Vermittelung zur Beilegung deS Streiks ist bekanntlich geleitet.
— Um ben in gewiffen Blättern immer wieder- kehrenden, willkürlichen, übertriebenen Schätzungen bevor» Fürste» Bismarck hinlerlaflene» Vermögens unb ben dazu beliebten Kommentaren entgegenzutreten, ist die „Nattonalzeitnng* von bestunterrichteter Sette zu der Mittheilung ermächttgt, daß das ganze Kapitalvermögen de« Nachlasses »och nicht 2% Millionen Mark betrage. An Pretiosen sind nur mehrere Orden in Brillanten, sowie eine Anzahl unveräußerlicher, silberner Schaustücke vorhanden, deren Gelbwetth inigesammt wesentlich unter 150000 Mark angenommen wirb.
— Laut telegraphischer Meldungen an bas Ober» Kommanbo ber Marine ist S. M. S. „Schwalbe*, Kommanbant: Korvetten-Kapitän Hoepner, am 17. September von Sansibar nach Sourengo Marques iu See gegangen; S. M. S. „Loreley*, Kommandant: Korvetten-Kapttän von Witzleben, ist am 17 September in Therapia angekommen; S. M. S. „Nixe*, Kommanbant: Korvetten - Kapitän mit Oberst -
Lieutenants-Rang von Basse, ist am 18. September in St. Vincent angekommen unb beabsichtigt, am 3. Oktober nach Rio be Janetto in See zu gehen; S. M. S. „Sophie*, Kommandant: Korvetten- Kapitän mit Oberst-Licutenants-Rang Kretschmann, ist am 18. September in St. Vincent an gekommen und beabsichtigt, am 4. Oktober nach Rio de Janeiro in See zu gehen: „S. M. S. „Habicht*, Kommandant: Korvetten-Kapitän Schwartzkopff, beabsichtigte, am heutigen Tage von Kamerun nach Togo in See zu gehen.
— Der bekannte Bakteriologe und Vorsteher der Krankenabtheilung deS Instituts für Infektionskrankheiten Professor Dr. Ludwig Brieger, der zur Zeit den Direktor Geheimrath Dr. Koch in der Leitung des Instituts verttitt, ist zum Geheime» Medizinalrath ernannt worben.
— Das 50jährige Jubiläum ber FriebenSktrche in Potsdam wurde gestern im Hanptgottesdieust feierlich begangen. Ihre Majestät die Kaiserin mußte die Absicht, ber Feier beizuwohnen, im letzten Augenblick aufgeben; in ihrer Vertretung erschien Ober-Hofmeister Frhr. v. Mirbach. Der Cnltusminister D. Dr. Bosse, ber Präsident des Evangelischen Ober - Kirchenraths, D. Dr. Barkhaufen, die Geh. Ober-RegierungSräthe Harder und Steinhaufen unb Ober-Consistorialra»h Todt nahmen an ber Feier Theil. Auf den Marmor- gedenkplatte» für den Erbauer ber Kirche, Friedrich Wilhelm IV., unb seine Gemahlin, bieKönigin Elisabeth, war ein kostbarer Kranz niedergelegt. Der vom Hof- Prediger Wenblandt gehaltenen Festpredigt lag ber Friebensgruß des Heilands am Auferstehungstage zu Grunde: Friede sei mit Euch! Dieser Spruch, der vor 50 Jahren am 24. September 1848 als Text der ersten Predigt gedient hatte, ist von der Kaiserin in die von ihr gestiftete neue Alraibibel eigenhändig eingeschrieben worden.
Düsseldorf, 19. Sept. Die 70. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wurde heute bei sehr zahlreicher Betheiligung mit einem Hoch auf Se. Mas. dem Kaiser eröffnet. Den Vorsitz führt Geh. Med. Ratb Prof. Dr. Waldeyer aus Berlin. Im Namen ber Regierung begrüßte ber Regierungspräsident Frhr v Rheinbaben die Versammlung. Es wurde beschlossen, ein Huldigungstelegramm an Se. Maj. den Kaiser zu richten. Der Congreß, zu dem über 800 Theil- nehmer anwesend sind, wurde durch Geheimrath Dr. Waldeyer seitens der Regierung begrüßt. Prof. Klein-Göttingen verlangte eine Reform der technischen Hochschule» unb lenkte bie Aufmerksamkeit des Staates auf bie mittleren technischen Fachschulen. Prof. T i l l m a n S - Leipzig bespricht bie Wirkung der mobemen Geschosse unb veiuttheitt bie von ben Engländern in den indischen Feldzügen verwendete» Dumdumgeschoffe. Prof. Jntze-Aachen bespricht bie Thalsperren Rheinlands unb Westfalens. (Sergi, unseren Originalbericht. D. R.)
Karlsruhe, 19. Septbr. Bei ber Enthüllung deS Denkmals für ben Großherzog Friebrich in Lampertsheim bei Straßburg sagte bet commandttenbe General v. Blume in bet Festrede: Die heutige Feier bekundet, daß be» elsässische Volk sich wieber fühlt al« baS, wa» et von alterSher gewesen, als ein kerngesundes Glied ber deutschen Nation, bie eS nicht mehr von sich lassen wirb.
Vom Manöverfelde.
D Kirchhain, 17. September.
Für ben 17. Sept, hatte bie Wetzbrigade den Auftrag erhatten, bie Straße Kirchhain-Wohra-Rosenthal z» decken, auf melier eine während ber Nacht in Kirchhain ausgeschiffte West-Division vormarschire» sollte, währenb ber Oftbrigabe bie Aufgabe zufiel, möglichst starke Kräfte des FeinbeS von ber Hauptentscheidung abzuziehen. Diese wurde in der Gegend vo» Frankenberg erwartet, wohin die Ostarmee nach Eintteffeu von 2 Reserve-Divisionen Verstärkung im Vormarsch begriffen war.
Die Westbiigade ging mit Tagesanbruch »ach Emsdorf vor und stellte sich in einer Dttilde verdeckt auf mtt Front gegen Hatzbach und Erksdorf.
Die Ostbrigade, welche ihre Aufgabe offensiv lösen mußte, marschtttt in 3 Kolonnen in der allgemeinen Richtung auf Hatzbach-Erksdorf und dem Krücke-Berg vor. Nachdem die Aufftellung des Gegners durch die Kavallerie festgestellt war, ent» wickelte sich Ost zum Angttff gegen die Höhen nord-