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QuartalS-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Mk. P^bti allen Warburg Ruresux von HnasenHein & Sooler Frankfurt a n _

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg «nd Kirchhain.

Jllustrirtes Sonntagsblatt. *»«g» * -

Zur Ermordung der Kaiserin Elisabeth.

Der Trauerschmuck der Stadt Wien macht schon jetzt einen überwältigenden Eindruck. Bis in die entlegensten Stadttheile hinein steht man in den Schaufenster» selbst der ärmlichsten Läden Büsten, Oelbilder, Kupferstiche, Holzschnitte oder Photographieen der Kaiserin, von Trauer-Emblemen umgeben, aus­gestellt.

Kaiser Franz Joseph erhielt Beileids­telegramme Seitens der Souveräne, des Papstes und der Staatsoberhäupter nahezu der ganzen Welt, darunter auch Telegramme aus Japan, Zanzibar, Peru, Chile und Uruguay. Kaiser Wilhelms Tele­gramm kennen unsere Leser bereits. Der P a p st telegraphirte:Wir beeilen uns, Ew. Majestät unfern tiefften Schmerz und unsere größte Entrüstung aus- zudröcken über das fluchwürdige und barbarische Attentat, das an der Kaiserin begangen wurde. Wir beten für die edle Seele des erhabenen Opfers und flehen mit heißer Inbrunst zu Gott, daß er in dessen Macht eS liegt Ew. Majestät in diesem grausamen Unglück und in dieser bitter», die heiligsten Gefühle betreffenden Prüfung stärke, und darum er- theile» wir Ew. Majestät und der gesammten Kaiser­lichen und Königlichen Familie aus dem Tiefsten unseres schmerzlich ergriffenen väterliche» Herzens unfern ganz besonder» Segen." Der Prinzregerr von Bayern sandte folgendes Telegramm: «Tief erschüttert durch die furchtbare Nachricht aus Genf, drängt eS Mich, Dir Meine innigste, schmerzliche Thetlnahme auszusprechcn an dem so schweren, uner­setzlichen Verluste, den Du erlitten hast. Gott gebe Dir Trost und Stärke in Deinem gerechten Schmerze. Aus treu ergebenem Herzen." Das Telegramm des Königs von Italien lautet:Das so unerwartete und so grausame Unglück, das Dich betrifft, erfüllt uns mit Schauder und Ent­rüstung. Ich wünsche um Dich zu sein, um Dir durch meine Liebe den Antheil zu bezeigen, den ich an Deinem Schmerz nehme. Aber obwohl fern, schließen wir, Margarete und Ich, uns von ganzem Herzen Deinen Thränen und Deinen Gebeten an, indem wir Gott um Tröstung für Dich avflehen, die er allein Dir verleihen kann. Ich umarme Dich." Der König und die Königin von Sachsen telegraphirte»:Tief erschüttert von dem schweren und unerwarteten Schlage, der Dich getroffen, sprechen wir Dir unsere innigste Herzenstheilnahme aus." Der König von Württemberg sandte folgender Telegramm:Tief erschüttert von dem gräßlichen Unglück möchten die Königin und Ich unserm wärmsten, innigsten Beileid Ausdruck geben. Gott stehe Dir mit seinem Tröste bei." Der Großherzog von

(Nachdruck verboten.)

K e r b ft ß f ü t £ e.

Roman von Clarissa Lohde.

(Fortsetzung.)

Nein diesen Kampf mußte fie allein auskämpfen, erst dann, wenn die Berhältoiffe ihres Hauses wieder rein waren, dmfte fie ihm ohne Scheu die Hand für's Leben reiche».

Er wandte sich einen Moment verletzt von ihr ab. Ihr Drängen zur Abreise kränkte ihn. Doch das Leid der Abschiedes verscheuchte bald wieder jeden andern Gedanken. Wieder nahm er fie in seine Arme und drückte Kuß »ach Kuß auf ihren Mund.

Es ist Zeit, daß wir gehe», wir dürfen Irmgards Liebenswürdigkeit nicht so sehr iu Anspruch »ehmen", mahnte Elli endlich.

So laß mich Dich noch nach Hause geleiten" bat er.

Ein Stück Weges, ja; doch nicht bis in die Nähe unserer Wohnung. Wenn die Schwestern daS sähen, würden fie gleiche Rechte zu haben glaube» und fich auch von pingen Lieutenants oder Referendaren begleiten laste». Sie find noch so jung und unerfahren."

Und doch nur ein oder zwei Jahre jünger, als Dn!"

iDie Jahre bedingen nicht immer das Alter."

Sie sind eben nicht die weise, gesetzte Elli. Ach, ich wünschte manchmal, Tu wärest etwas leichtsinniger."

Das ist doch nicht Dein Ernst!"

Du hast recht, ich möchte Dich um alles in der Welt nicht anders habe», als Du bist."

Nebenan wurde ein Rascheln und Rücken an den Stühlen hörbar. Irmgard schien in der That etwas

Baden telegraphirte: Tief erschüttert über die ent­setzliche Nachricht von dem Hinschciden der Kaiserin, Deiner Gemahlin, infolge AnarchistenatteutateS bringen wir, die Großherzogin und ich, den Ausdruck treuen und innigen Mitgefühls an der unsagbar schmerzlichen Prüfung Deines so viel geprüften Herzens dar. Unsere wärmste Thetlnahme begleitet alle Deine Em­pfindungen, und wir bitten um Gottes Hilfe sund Kraft für Deine trauernde Seele- Seine Gnade ge­leite Dich." Der Präsident des Hamburger Senats hat an den Kaiser von Oesterreich folgendes Telegramm geschickt:Der Senat von Hamburg ist auf das schmerzlichste berührt durch die Nachricht von der Ermordung Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Elisabeth. Der Schmerz ist um so tiefer, als wir die hohen Eigenschaften der erhabenen Frau immer in aufrichtigster Ergebenheit verehrt haben. Unser und unserer gesammten Bevölkerung herzlichstes Beileid darf sich der schmerzlichen Trauer ungezählter Millionen anschließen." Darauf ist folgende Ant­wort eingeaangen:Auf das Innigste danke Ich, der Kaiser von Oesterreich, König von Ungarn, dem Präsidenten für das mir in so warmer Weise aus­gesprochene Beileid."

Der Hofzug mit der Leiche der Kaiserin ist Mittwoch Abend um 91/» in Buchs angekommen, wo der Zug bis 12 Uhr Aufenthalt nahm. Alle Bahnhöfe sind stark mit Polizei besetzt. Irgendeine besondere Feier bis nach Wien fand nicht mehr statt. Alle Bahnhöfe von Buchs bis Wien tragen Trauerflaggen. Genau um Mitternacht verließ der Zug unter dem Glockengeläute der benachbarten österreichischen Dörfer den schweizerischen Boden. Es war nigends mehr als 10 Minuten Aufenthalt.

Der Papst ordnete eine feierliche Todtenmesse für die Kaiserin Elisabeth in Rom am 19. d. Mts. in der Kirche Santa Maria Transpontina an.

Mehrere Wiener Blätter melden übereinstimmend, der Kaiser habe verfügt, daß alle Feiern und Festlich­keiten anläßlich des Jubiläums, wobei die persönliche Thetlnahme des Kaisers erforderlich ist, unterbleiben sollen. Es werden also alle Hoffestlich­keiten unterbleiben. DasFremdenblatt" meldet, daß im Ober Hofmeisteramt alle die Jubiläumsfeier betreffenden Vorarbeiten eingestellt seien. DemVater­land" zu Folge wird am 29. November im Stephans- dome ein Hochamt abgehalten werden. DieNeue Freie Preffe" erfährt, der Kaiser habe die Absicht kundgegeben, in den nächsten Monaten in stiller Ab­geschlossenheit feinen einzigen Trost in der Arbeit und der Beichäftigung mit Siaatsangelegenheiten zu uchen. Demgemäß werde» die für den kommenden Herbst in Steiermark anberaumte» Hochwtldjaaden nicht stattfinden.

Die Sammlung für das Denkmal der Kaiserin in Pest hat bereits über 100 000 Gulden

ungeduldig. Als die Liebenden aber dann, den Schmerz des Abschiedes so deutlich in den Zügen, zu hr einttaten, vergaß ste in'der Güte ihres Herzens rasch die Langeweile, die ihr das Wächteramt bereitet hatte. Sie wollte beide noch zum bleiben bewegen; aber Ottomar wie Elli lehnten ab. Sie waren nicht im Stande, jetzt eine gleichgilttge Konversation zu führe».

Und auch auf der Straße schritte» fie ziemlich chweigend nebeneinander hin.

An der Ecke der Steglitzerstraßd reichte Elli dem Geliebten noch einmal zum Abschied die Hand. Dan» noch ein langer, langer Blick; und jede» schlug nach entgegengesetzter Richtung den Heimweg ein.

5.

Als Elli heimkehrte, saud fie die Mutter in ihrem Zimmer auf ihre Rückkehr harrend.

Die Räthin sah aufgeregt ans; i» ihren kleinen, önst ziemlich ausdruckslosen Augen schimmerte es wie in geheimer Angst.

Was ist, Mama?" fragte Elli, die diesen AuS- »uck in den Mienen der Mutter schon kannte und ofort ahnte, waS nun kommen würde.List Du wieder in Geldverlegenheit? Tu erhieltest vorhin einen Brief von der Firma Isidor, eine Rechnung wahrscheinlich!'

Ja, mein Kind, und eine ziemlich ansehnliche," antwortete die Räthin, ein zerknittertes Papier aus der Tasche ziehend.

Laß sehen," sagte Elli.

Die Räthin reichte ihr das Blatt nur zögernd, und fie hatte Grund dazu; denn unter der Rechnung war noch der Vermerk zu lesen: Es werde ge­beten, binnen 14 Tagen die Schuld zu tilgen, da man sonst klagbar werden müsse. Dazu überstieg

ergeben. Aus allen Landestheilen werden Kränze gesandt.

Der in Lausanne am Tage vor dem Attentat Lucchenis wegen Landstreicherei verhaftete Italiener G n a l d u c c i ist jetzt als gefährlicher Anarchist er­kannt worden. Er hat mehrere Tage mit Luccheni zusammen gewohnt, und man glaubt, daß er den Griff des Mordwerkzeuges Lucchenis angefertigt hat. Die Papiere, die man bei Gualducci gefunden hat, find nicht sein Eigenthum. Ein anderer in Lausanne verhafteter Anarchist Namens Barbetti steht gleichfall stark im Verdacht, ein Komplice Lucchenis zu sein. Gualducci und Barbetti find nach Genf geschafft worden.

Kaiser Wilhelm steigt bei seinem Wiener Aufenthalt anläßlich der Trauerfeier in der Hofburg ab, ebenso der König von Sachsen, der Prinz-Regent von Bayern, der König von Rumänien, der König von Serbien, der Großfürst Alexis von Rußland und der Kronprinz von Italien. Die übrigen Fürstlich­keiten wohnen in verschiedenen Hotels. Alle lehnten einen offiziellen Empfang ab; ste werden am Bahn­hofe von dem zugetheilten Ehrendienst bezw. ihren diplomattschen Vertretern erwartet. Die Regentin von Spanien und das Königspaar von Schweden lassen sich durch Abordnungen vertreten.

Die Empömng über den Genfer anarchisttschev Mord zittert übrigens noch ungeschwächt in der ge­sammten Welt nach. In der Presse aller Länder werden Vorschläge gemacht, um die Pestbeule des Anarchismus unschädlich zu machen. Sie alle stimmen darin überein, daß selbst die schärfsten Mittel nicht zu scheuen find. ES ist in der Thal nicht einzusehen, weßhalb man die Leute, die jeden friedlichen Staatsbürger bedrohen, indem im nächsten Augen­blicke schon ein anarchistischer Mordbube eine Bombe werfen kann, die zahlreiche Menschen tödtet oder verletzt, nicht einfach außerhalb des Gesetzes stellt und fie nach dem biblischen Spruch behandelt:Du wirst nach deinen eigenen Thaten gerichtet werden." Der praktische Engländer hat zu verschiedenen Zeiten diesen Grundsatz durchgeführt.

Als vor einigen Jahrzehnten in London die fogenannten Garrotters auftauchten, welche ahnungslose Spaziergänger auf der Straße hinter­rücks überfielen und erdrosselten, wurden ste durch Parlaments-Beschluß als Outlaws, das heißt außer­halb des Gesetzes stehend, bezeichnet und damit für vogelfrei erklärt. Das Publikum machte von da ab planmäßig Jagd auf diese Mordgesellen, und mehrere von ihnen, die gefaßt wurden, wurden au öffentlichem Platze buchstäblich zu Tode geprügelt. Wie mit einem Zauberschlage war diese Gesellschaft von der Bildfläche verschwunden. Ein anderes Bei­stiel bietet die Unterdrückung der indischen Mordsekte der Thugs. Im Jahre 1831 ergriff der englische

die Rechnung bei toeitem die Summe, die Elli vor­ausgesetzt hatte.

Das sind ja über 600 Mark," rief sie erschreckt. Seit zwei Jahren ist also nichts bezahlt, und der Papa hat Dir doch das Geld für jeden Einkauf gegeben?"

Das ist es ja eben, Kind, das ist es ja," ent­gegnete die Räthin in klagend weinerlichem Tone. Wenn der Papa die Rechnung sieht, wird er außer fich fein, und Du weißt, was ich dann von seiner Maßlosigkeit zu leiden habe."

Und doch wirst Du ihm die Wahrhest sagen müssen," mahnte Elli ernst;denn 600 Mark kann ich beim besten Willen nicht aufbringen."

Du kannst schon, wen» Du nur willst, Elli; aber Du willst nicht, rief die Räthin vorwurfsvoll. Ein Wort nur an Deine reiche Freundin Irmgard und sie ßiebt Dir, was Du verlangst. Hat sie doch wieder bcn_ Fächer bei Dir bestellt, und reicht das poHuiat für ihn nicht aus, so male ihr noch etwas Anderes. Aber fteilich dazu ist mein Fräulein Tochter zu stolz; sie überläßt ihre Mutter lieber dem Schicksal, als daß sie eine Bitte ausspräche, eine Bitte, die in liefern Falle nicht einmal schwer werde» kann. Doch o find die Kinder: eine Mutter giebi ihr Herzblut ür fie; aber wenn die Mutter bittet, bann haben fie kein Ohr, kein Gefühl bafür."

Elli war ganz bleich geworben, ihre Lippen zitterten Reicht, als sie antwortete:

Mama, in Deiner Anftegung weißt Du nicht, was Du sprichst, beshalb will ich eS nicht gehört jaben. Sei aber überzeugt, es wäre besser gewesen, ch hätte Deine Bitten stets unberücksichtigt gelassen, besser für Dich nnb besser für bie Schwestern, die sich an Ausgaben gewöhnen, die sie rechtlicherweise nicht machen sollten. Und überhaupt, Mama, wollte ich Dich

General-Gouverneur von Indien, Lord William Bentinck, ernste Maßregeln gegen sie, und bereits 1835 waren über 1500 Personen als ThugS ver- urthcilt. Die bloße Zugehörigkeit zu dieser Sekte bildete den Grund zur Verurtheilung. Daß die Engländer, die sonst so gern als diebevorrechtigsten Veitcettr der Humanität" gefeiert werde», mit dieser Scfte kurzer Hand aufräumten, indem fie einfach alle Individuen, die dazu gehörten, ohne daß sie ein bestimmtes Verbrechen begangen hatten, hinrichtete», erscheint bemerkenswerth; die Engländer erfüllten nur die Aufgabe, die ihrem Schutze übergebenen Mitmenschen gegen Meuchelmord zu sichern, und schreckten dabei vor keinem Mittel zurück.

Auch der modernen Mördersekte, den Anarchisten, gegenüber befindet sich die menschliche Gesellschaft im Zustande der N o t h w e h r. Die menschliche Gesell­schaft ist den Anarchisten gegenüber, wie Für st Bismarck einmal sehr zutreffend erklärt hat, i» der Lage des friedlichen Mannes, der durch Angriffe in den Stand der Nothwehr versetzt wird, und der fich wehrt, wie er kann. Wenn ein Gewalthaber, König ober Diktator, sich die Berechtigung beilegt, die Leute, die ihm gefährlich sind, ohne weiteres aus der Zahl der Lebenden zu streichen, wie das in der Geschichte vorgekommen ist, so bezeichnet man ihn und seine Schergen als Bluthunde. Sind nicht die anarchistischen Mörder in derselben Sage und verdienen sie nicht diese Bezeichnung ebenso sehr?

Nun gießt es einige Blätter, die, weil der Anarchismus in den romanischen Ländern einen bessern Nährboden findet als in Deutschland, uns für gefeit und Abwehrmaßregel für überflüssig er­achten. Dieser Anschauung kann nicht entschieden genug entgegengetreten werden. Auch wir habe» das Niederwald - Attentat gehabt und den An­schlag des Anarchisten Nobiling auf Kaiser Wilhelm den Großen. Ebenso waren die Ermordung des Polizeiraths Rumpf in Frankfurt am Main und der Mordversuch gegen den Polizei-Oberst Krause in Berlin anarchistische Verbrechen. In Deutschland wie anderwärts existtren Anarchisten und wird in Ver­sammlungen wie in der Presse für den Anarchismus Propaganda zu machen gesucht. Deßhalb wäre es pharisäisch, wenn wir uns in Bezug aus die Seuche des Anarchismus über unsere romanischen Nachbar­völker erheben wollen.

Am verkehrtesten aber wäre es, wollten wir durch )en neueste» Meuchelmord der Propaganda der That unsere Aufmerksamkeit von der für uns jedenfalls gefährlicher» socialrevolutionären Agitation der Socialdemokratie, dieser Nährmutter der Anarchismus, ablenken lassen. Hier liegt für unser Staatsleben »ach wie vor die schlimmste Gefahr und der ernsteste Anlaß rechtzeftig ihrem Anwachsen vor- zubeugen.

bitten, Leni und Otti ein wenig mehr zurückzuhalten. Sie lassen fich zu sehr gehen de» jungen Herrn gegen­über, die sich mit ihnen amüsiren, ihnen den Kopf verdrehen, ohne sich viel dabei zu denken."

Das sagst Tu so, Elli, widersprach die Mutter. Warum sollte Referendar Hübner zum Beispiel Lena nicht heirathe» können? Er steht vor seinem Assessor- exame» und ist ein reicher Man», der »ach Mitgift »icht zu fragen braucht."

Ich bitte Dich, Mama," unterbrach Elli sie un- eduldig, wie kannst Du nur so etwas sprechen! Dieser hochmüthige Mensch, der überdem ein Lebemann ein soll."

Natürlich, Du hast an jedem Mann etwas ans- zusetzen, nur an Ottomar Gersdorf nicht. Der allem t eine Ausnahme," spöttelte die Mutter.

Er allein? Nein Mama. Aber ich glaube an ihn und ich hoffe, Du wirst mir diesen Glauben nicht rauben wollen."

Nun, ich meine, eS wäre gut, Du ttautest ihm nicht zu sehr. Aber von Dir ist ja auch jetzt gar nicht die Rede, sonder» von Leni und Otti. Slli Lieutenant von Chick, der Ottt gestern so ausgezeichnet hat, in Deinen Auge» etwa auch für einen Lebemann?"

Elli zuckte bie Achseln.

Von ihm weiß ich nichts. Aber wenn er auch der beste und solideste Mensch wäre, daß Otti keinen vermögenslosen Offizier heirathk» kann, bas weißt Dn Doch so gut wie ich."

Mein Himmel, als wenn nicht schon manchmal Heirathen zu Staube gekommen wären, die für un­möglich galten. Siebt es denn keine Glücksfälle mehr im Leden? Kann bet junge Mann nicht eine Erb- schäft machen ober bei seinen Konnexionen vom Kaiser Zulage erhalten, bis er Hauptmann erster Klasse ge­worden ist?" (Forssetzung folgt.)