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WiMlitje Rettung.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.

W* «*#!»: 5»b- Xus. Koch, UilivnfitLtt-Buchdruckttti w Marburg. BvmNworüich Mr to Äibdtte«: Redakteur R. Hartmau« b Marburg.

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Zur Ermordung der Kaiserin Elisabeth.

Die ,9t. Fr. Pr.* meldet: Nach dem Wunsche des Kaisers Franz Joseph wird die Kaiserin Elisabeth an der Seite deS Kronprinzen Rudolf ihre letzte Ruhestätte finden. Da aber vorläufig neben dem Sarkophage deS Kronprinzen derjenige des Erz­herzogs Karl Ludwig steht, und dieser erst entfernt werden muß, wird die Beisetzung der Kaiserin vor der Hand nur provisorisch stattfinden. Am Sonn­abend früh erhielt der Kaiser de» letzten Brief von der Hand der Kaiserin. Sie schrieb, daß fie fich außerordentlich wohl fühle und ganz glücklich sei über den günstige» Erfolg der Nauheimer Kur. Sie fühle sich so kräftig, daß fie bereits wieder kleine Touren ohne irgend welche Ermüdung machen könne. Auch drückte sich die Kaiserin ganz entzückt über den Aufenthalt am Genfer See aus.

Wiener Blätter veröffentlichen ebenso wie in Budapest einen Aufruf an die Bevölkerung zur freiwilligen Subskription zu einem Denkmal für die edelste Frau und die unvergeßliche Dulderin, die schon in den Herzen der Nation sich ein Denkmal gesetzt hat, so hehr und so strahlend, daß die Zeiten es nie und nimmer mehr umzustürzen vermögen. Ein Werk soll, sagen die Pester, ausgebaut werden, welches der Welt verkünden soll, daß die Königin Elisabeth von ihren getreuen Ungarn geliebt war wie keine vor ihr.

Nachstehend noch einige ergänzende Einzelheiten von den Trauercermonien in Genf am 13. d. M.: Der Todtenschein wurde ausgestellt und unterzeichnet vom General Bergeviczy, dem Ver- waltungsrath der Stadt Genf und dem Standes­beamten Jules Renaux. Nachdem der Sarg plombirt war, las ein Beamter ein Protokoll des Inhalts: Soweit Genf in Betracht kommt, ist der in dem Sarg eingeschloflene Körper der einer vor demHotel de la Paix* am Sonnabend verwundeten Person, deren Autopsie Genfer Aerzte vornahmen. Soweit Oesterreich in Betracht kommt, stellt das Protokoll fest, daß der Körper derjenige der Kaiserin ist. Das Schriftstück ist im Namen der Schweiz von Dr. Reverdie und dem Generalporkmator Lavazze unterzeichnet. Oben im Sarge befinden fich zwei in Blei gefaßte Glasfenster mit verschließbaren Schiebedeckeln, den einen dazu gehörigen Schlüffe! erhielt General Bergeviczy, den zweite« der Ordner der Leichen­begängnisse. Um 4 Uhr erschien Monsignore de Ruez, der in Freiburg residirende Bischof von Lausanne in Genf mit mehreren Geistlichen, um an der Leiche ein Gebet zu verrichten. Die eigentliche religiöse Feier fand NachmsttagS 5 Uhr im engsten Kreise statt, nur das Gefolge der verewigten Kaiserin war zugegen. Die Prozession, welche im Innern deS Hotels beim Sarge zusammentrat und aus dem Crucifixttäger, 4 Chorknaben und 5 Geistlichen im Ornat bestand, betrat die von der Kaiserin bewohnten Räume. Die Trauercermouie dauerte 20 Minuten.

(Nachdruck verboten.)

K e rL» st L» L ü t H e.

Roman von Clarissa Lohde.

(Fortsetzung.)

Die Briefe, die der Geheimrath ihm für den Herrn Doktor zurückgelaffen, habe er ihm schon ein» gehändigt, auch gesagt, daß die Frau Geheimräthin , ausgegangen, und nur das gnädige Fräulein zu Hause sei.

Schon gut, schon gut," unterbrach Irmgard seinen Bericht, ich lasse bitten, Mama kommt ge- t wiß sehr bald zurück.*

Ein heiteres Lächeln auf den Lippen, de» Schalk im Auge, eilte sie mit Elli dem Einttetendeu ent­gegen.

,So,* rief sie, der Freundin Hand in die des jungen Mannes legend,jetzt rasch in'S Boudoir; wir haben nicht so viel Zest zu verlieren.*

Damit schlug fie die Portiere zu dem anstoßenden, in reizendstem Rococostil eingerichteten Raume zurück und ließ sie, sobald die Liebenden eingetreten waren, hinter ihnen wieder »iederiauschen.

Und nun thut Euch keinen Zwang an, Kinder, ich bürge für Eure Sicherheit*.

Noch ein Helles Auflachen, dann war alles still.

Ottomar zog das errölhende Mädchen an fich und bedeckte in ausbrechender Leidenschaft ihr Antlitz tzund Lippen mit heißen Küssen.

Der Bischof, dem 6 Geistliche der Parochie assistirten, segnete den Sarg ein.

Die meisten Konsuln kamen im Verlaufe des Tages in's HotelBeau Rivage*; um den Ver­tretern des Kaisers Besuche abzustatten. 2 städtische Beamte überbrachten im Namen der Stadt Genf einen Kranz.

Der Genfer Untersuchungsrichter verhörte eine Anzahl Zeugen; dabei stellte sich heraus, daß nach dem Attentat zunächst alle meinten, Luccheni habe die Kaiserin durch einen bloßen Faust­schlag niedergeschlagen. Erst als Luccheni festgcnommen war, erfuhr man von ihm, was er gethan. Mehrere Gensdarmen sagten aus, sie hätten Luccheni vor dem HotelBeau Rivage* herumstehen sehen. Dies giebt Luccheni zu, ebenso, daß er mit einem weißbärtigen Man», der einen Sonnenschirm trug, gesprochen habe, von dem schon die Rede war, doch fei letzterer nicht, wie man glanbte, ein Mitschuldiger von ihm, und auch kein Italiener, es muffe ein Einwohner von Genf fein, den er zufällig getroffen habe. Ein Zeuge sagte aus: Er ging kurz nach lr/2 Uhr die Rue des alpes hinunter, um sich auf das Schiff zu begeben. Da hörte er die Rufe:Haltet ihn fest!*, und sah einen Manu mit der größten Ge­schwindigkeit in langen Sätzen davonlaufen. Er stürzte sich auf ihn, faßte ihn am Arm und Ober­körper, und überwältigte ihn, ohne daß der Mann ihm besonderen Widerstand leistete oder gegen ihn schlug.

Mehrere österreichische Beamte sind in Genf ein­getroffen, nm Untersuchungen anzustellen und Er­kundigungen einzuziehen. Der Chef der Genfer Sicherheitspolizei, Kahlenberg, begleitet sie überall hin. Sie wohnten einem Theil der Verhöre bei, namentlich um Genaueres Über das Vorleben des Mörders und die Oertlichketten zu erfahren, wo er fich früher aufhielt.

Die Aerzte Goffe und Megevaud habe» dem Untersuchungsrichter das Protokoll über die gerichts- ärztlichen Feststellungen übergeben.

In Genf hat nun am 14. d. M. die Ceremonie derUeberführuug der Leiche der Kaiserin Elisabeth vom HotelBeau Rivage* nach dem Bahnhofe in größter Ordnung stattgrfunden und machte in ihrer Einfachheit einen tiefen Eindruck. Die ganze Bevölkerung hatte sich in großen Massen nicht allein in den Straßen angesammelt, welche der Leichenzug passiren mußte, sondern auch auf den be­nachbarten Plätzen und in den benachbarten Stadt- theilen. Alle öffentlichen Gebäude und zahlreiche Privathäuser hatten schweizerische und Genfer Fahnen auf Halbmast oder mit Trauerschmuck gehißt. Alle Kaufläden waren geschloffen, den Bürgersteig entlang waren Seile gespannt, und auf dem Platz Cornavin in der Nähe des Bahnhofes war eine Umzäunung errichtet. Die Haltung des im Vergleich zur Größe der Stadt sehr zahlreichen Publikums war muster­haft. Die Feuerwehr that, unterstützt von den freiwilligen Hilfsrettungsmannschaften, den Ordnungs­dienst. Der Zug verließ das Hotel Stau Rivage nach 8 Uhr; an der Spitze befand sich eine Ab- thcilung Gensdarmerie in Gala unter dem Kommando

Wie ich Deiner Freundin dankbar bin für diese Stunde! Ach, Du ahnst nicht, kannst eS nicht ahnen, wie schwer es mir wird, von Dir zu gehen.*

Sie entwand fich ihm sanft.

Das ist's doch nicht, was Du noch so Dringendes mir zu sagen hast?* fragte fie unter Thränen lächelnd.

Nein daS ist's nicht. Elli, meine geliebte Elli, noch ist eS Zett, noch kann ich alles rückgängig machen. Sageja,* und ich bleibe hier. Habe ich erst meine feste Anstellung, so soll und kann Niemand uns mehr in unfern Willen hineinreden. Dann find mir in wenigen Monaten Mann und Frau.'

Wir haben ja alles, aller beretts erwogen,* entgegnete Elli, ihm forschenden ins Antlitz sehend. Warum den Kampf erneuern, oder ist etwas Be­sonderes vorgesallen, waS Dir Unruhe bereitet?'

Ja, Geliebte, ja. Du kannst Dir denken, daß gestern »ach der Gesellschaft noch Über Dich gesprochen wurde.*

Nun?* fragte fie gespannt.Dein Onkel hat fich ja sehr lebhaft mit mir unterhalte». Ich dachte, ich hätte ihm ein wenig gefallen, und er würde Fürsprecher für unsere Wünsche werden.*

Gefalle» hast Du ihm! Wem gefielest Du nicht?* entgegnete er.Aber unser Fürsprecher? Im Gegen- theil, ich fürchte, wir haben an ihm einen neuen Gegner unserer Wünsche gefunden, und das, Elli, macht mich unruhig. Was kann nicht alles in meiner Abwesenheit geschehen, nm uns zu trennen?'

eines Kapitäns, hierauf folgte der Leichenwagen mit vier Pferden, welche in schwarz-silberne Decken gehüllt waren und schwarz-weiße Federbüsche Rügen. Der Wagen verschwand unter zahlreichen Kränzen. Daun kamen zwei Wagen, in denen nur Kränze sich befanden. Hierauf folgte der Hofstaat der Kaiserin in sechs Wagen. Nach einer zweiten Ab- theilung GenSdarmerie folgten die Wagen deS Bundes- raihs und der Genfer Regierung mit Huissiers in Mänteln in den Bundes- und den Cantonsfarben auf dem Bock. Der Zug umfaßte 20 Wage», unter denen sich 12 offizielle befanden, und bewegte sich langsam durch die schweigende Menge, welche ehr­furchtsvoll das Haupt entblößte. Der Platz um den Bahnhof war vollständig geräumt, die Durchgänge zu den Wartesälen standen offen. Die Durchfahrt zum innern Bahnsteig war in eine Art monumentaler Säulenhalle verwandelt, die mtt florveihülltcn Tachgewinden in den Genfer, schweizerischen und österreichischen Farben geziert war. Wappen mit dem Kaiserlichen Doppeladler waren zu beiden Seiten und oben angebracht, innen befand sich ein Wappenschil dmit großem silbernen E auf schwarzem Grunde. Als der Wagen mit dem Sarge vor der Säulenhalle hielt, erwiesen die Abtheilungen der Gensdarmerie und der Feuerwehr die Ehrenbezeugungen. Der Hofstaat der Kaiserin, in schwarzer Trauer­kleidung, stellte sich am Eingänge zur Durchfahrt nach den Gleisen auf. Hier wurde der eichengcschnitzte Sarg, den ein silbernes, von der Kaiserlichen Krone überragteeS Schild zierte, von den AbböS Chevaz und Derippe empfangen. Langsam geleiteten sie die Bahre zum Zuge; ihnen schlossen sich der Hofstaat der Kaiserin, die Mitglieder des BundeSrath und der Cantonregierung an; Huissiers mit florumwundenen Stäben folgten ihnen, sonst wurde Niemand zugelassen. Der Sarg wurde in den Trauerwageu gehoben und sieben von den gespendeten prachtvollen Kränzen an der Bahre nieder- gelegt. Die übrigen Kränze wurden in dem folgenden Wagen aufbewahrt. Nachdem der amtirende Geistliche die Leiche nochmals eingesegnet hatte, nahm der Hof­staat der verewigten Kaiserin ganz allein in vier weiteren Wagen Platz, und langsam und lautlos, ohne daß der Pfiff der Lokomotive ertönte, setzte sich der Zug in Bewegung. Außer dem Sarge mit der Leiche und dem Hofstaat fuhr im Zuge nur noch ein Theil des höheren Beamtenpersonals der Jura- Simplonbahn-Gesellschaft mtt, an ihrer Spitze Direktor Ruchonnet. Auf besonderen Wunsch von österreichischer Seite herrschte bei der ganzen Fcierlichkett die größte Einfachheit und trat Militär nicht in Aktion. Der Separatzug mit der Leiche der Kaiserin traf dann um 4 Uhr 16 Mm. in Zürich ein. Am abgesperrte» Perron hatten sich die zahlreiche österreichisch-ungarische Kolonie, sämmtliche fremden Konsuln und die offizielle Vertretung der Regierung und des Stadttathes einge­funden. Während des viertelstündigen Aufenthaltes läuteten alle Glocken. Zahlreiche Kranzspenden wurden niedergelegt.

Kaiser Wilhelm telegraphttte nachdem Unglück in Genf vom Marmorpalais an Kaiser Franz Joseph:

Glaubst Du, daß eine Trennung überhaupt möglich ist?* fragte fie.Dann ist Deine Liebe nicht so stark, wie ich gehofft habe.*

Er neigte fich über fie und blickte ihr lange in die klaren Augen, bis in die Tiefe, als wolle er ihre Seele herauslesen.

Ottomar*, rief fie fast erzürnt,zweifelst Du a« mir?*

Nein, nein, nicht a» Dir ! Aber bedenke, ein langes, langer Jahr! O, Elli, wenn es erst vorbei, ich wieder bei Dir wäre!*

Sie nickte ihm zärtlich beruhigend zu. '

Wir werden uns fleißig schreiben; dann vergeht daS Jahr, ehe wir un8 versehen. Und so Sott will, giebt es, wenn Du zurückkehrst, bann keine Hindernisse mehr, die uns trennen können. Ich werde mich bemühen, während Deiner Abwesenheit mir daS stolze Herz Deiner Mutter zu gewinnen. Dein guter Vater will mir wohl, das weiß ich, und der Onkel? Du sagst, ich habe ihm gefallen, waS hat er denn aber gegen unsere Verbindung?

Nichts Bestimmtes; aber er redete so entschieden ab, daß der Eltern Sttmmung fich noch mehr gegen nnS gewandt hat.»

Und Du haft keine Ahnung?'

Er schaute einen Augenblick schweigend vor fich nieder. Dann sagte er zögernd:

Er ist der Vorgesetzte Deines Vaters?'

Das ist. er, ja.*

Hat Dein Vater etwa Feinde?*

Soeben vom Manöver zurückkehrend, erfahre Ich die entsetzliche Nachricht von der ruchlosesten aller Thaten. Tief erschüttert und noch fassungslos kann Ich kaum Worte finden, um Dir zu sagen, wie Ich für Dich fühle und trauernd den schweren sVerlust mitempfinde. Es ist dies eine Prüfung des Herrn, die wir Menschen nicht begreifen können und die nur durch ihre fürchter­liche Schwere auf uns lastet. Aber daS ist der ein­zige Trost für uns arme Menschen, daß es von oben so besttmmt ist.*

Deutsches Reich.

Berlin, 14. Septbr. Se. Majestät der K a i f e r hörte im Marmorpalais im Laufe des heutigen Vor­mittags den Vorttag des Chefs des Civilkabiuets, Wirklichen Geheimen Raths Dr. von Lucanus.

Der Juristentag in Posen beschloß heute, au de» Kaiser von Oesterreich und den Fürsten Herbert Bismarck Beileidstelegramme zu senden.

Prinz Friedrich Leopold wird mit seinem gesammten Hofstaat zum 1. Oktober von Schloß Glienicke nach Cassel, wo er die 22. Division befehlige» wird, Übersiedeln. Sein bis­heriger Hofmarschall, Generalmajor z. D. v. Nickisch« Roseneck, scheidet zu dieser Frist aus seinem Dienste und begiebt sich nach Schlesien auf seine Güter. Die Stelle des Hofmarschalls erhält der Hauptmann von Luck vom 143. Infanterie - Regiment, der bisher Adjutant bei dem Prinzen war. Herr von Luck ist ein Sohn deS früheren Oberstaatsanwalts in Berlin und wird im Oktober die Tochter des verstorbenen Berliner Polizeipräsidenten von Wnrmb heirathen.

Die Stadtverordneten Charlottenburgs wählte» mit 37 von 63 Stimmen den Bürgermeister Schustehrus- Nordhausen zum Oberbürgermeister von Charlottenburg.

Die feindselige Haltung, welche die einheimische Arbeiterbevölkerung gegen die auf Bauten in Spandau an Stelle der streikenden und ausge­sperrten Maurer beschäftigten Italiener von Be­ginn an eingenommen hat, nahm seit dem Bekannt- werden der Genfer Mordthat einen recht bedrohlichen Charakter an. Bei den Bauten fanden zeitweise starke Ansammlungen statt; die Menge stößt gegen die Fremden heftige Verwünschungen aus. Die italienischen Maurer befinden sich unter ständigem polizeilichen Schutz; Polizeibeamte begleiten fie Morgens »ach de» Bauten und Abends in ihre Quartiere. Die Fremden find in Gruppen von 15 bis 20 Manu in größeren Räumen kasernirt. I» der Nacht zu heute wurde nun ein Holzschuppen, der von 50 italienischen Maurern bewohnt ist, mtt Pettoleum getränkt und angezündet. Die Italiener erwachten, löschte» daS Feuer und schossen auf die fliehenden Tbäter, die entkamen. Gleichzeitig wurde im städtischen SchulhauS Pettoleum vergossen und Papier und Sttoh angehäuft zu einer Brandlegung.

Nachdem gestern ein Begrüßungsabend statt- gesunde» hatte, erfolgte heute Vormittag 9 Uhr die Eröffnung der 23. Versammlung des

Elli erbleichte.

Herr Gott, wie Du mich erschreckst!*

Siehst Du! Wäre eS nicht doch besser, ich bliebe hier?*

Du Guter!"

Jetzt umarmte fie ihn und drückte einen Kuß auf seine Stirn.

Was könnte Deine Gegenwart wohl helfen? Nein, sollte wirklich ei» Konflikt zwischen Deinem Onkel und meinem Vater bevortzehe», so ist es besser für Dich, für unS, Du bist dann fori. In Amts­sachen könntest Dn ja doch nicht vermitteln.*

Aber Dich verlassen in dieser Zeit! Ich weiß nicht, eine innere Stimme warnt mich davor. Und wenn ich in vielleicht herannahender schwerer Stunde an Deiner Sette wäre, würde Dir daS nicht ein Trost sei»?*

3m Gegentheil, ich würde »och mehr leiden wen» ich Dich i» unser Unglück hineingezogen wüßte, Jetzt erst recht bitte ich Dich, Ottomar, zu reifen. Ich werde ruhiger, thatkrästiger sein, wenn ich Dich fern weiß."

Es war eine innere Angst über sie gekommen. Sie fühlte da» Nahen des Unheils, des lange geahnten, gefürchteten. Wie gut, daß sie fest geblieben war, daß er nun fort ging, feine Gegenwart mußte ja Alles noch furchtbarer, noch quälender für fie mache».

(Fortsetzung folgt.)