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«Tpebttton: Markt 21. - Itle»6on 55.

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öchentliche Beilagen: Kreisblati für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.

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JK. 216

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen.

QuartalS-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Uv*vXlrCI

Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge-. atl r~ v < nAn

Ivaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg. SDnHClflQQ, 15. SCpICinfcCT 1898

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieser Blatte«, die Annoncen-

»ureaux von tzaasenstein & Bögler, Frankfurt a. M., Caffel, Magde- no Os­burg, Wien; Rudolf Moffe, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln: OO.

4. L. Daube & To., Frankfurt a. M.. Berkiu, Hannover, Paris re.________

larkt.) Bullen, -chafen u. ellten sich . 63 bi, , 50 bi, 65 M Schlacht» . 68 bi, . so bi, . 65 bi, ! Oester-

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(Nachdruck verboten.)

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war, legte sie den Pinsel fort nnd kleidete sich

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ium Ausgehen an. Kaum jedoch war fie fertig damit, als draußen die Korridorglocke ging. Gleich darauf klopfte es an ihre Thür, und Irmgard Lützen trat herein.

Kantonen freigestellt, sie in ihre Strafgesetzbücher aur zunehmen oder nicht. Einige Kantone haben von dem Rechte auch Gebrauch gemacht, die meisten jedoch nicht. Unter erstere gehört Luzern, wo seither nie Mörder begnadigt, sondern hingericht-t wurden.

.Ich muß doch wirklich sehen, wie eS Dir geht und was Du eigentlich treibst. Natürlich immer fleißig. Was malst Dn denn da schon wieder?-

Irmgard hatte sich ihren Plan gemacht. Sie dar ent chlossen, jede Arbeit, die Elli unter der Hand hatte, zu kaufen und einen möglichst hohen Preis dafür zu zahlen.

t Elli entfernte das Seidenpapier, das sie über den Karton gedeckt hatte, nnb zeigte der Freundin den Entwurf zu einem Fächer. Sie erklärte den Gedanken der Zeichnung: Amoretten, die mit Rosengewinden iwei anttken Flötenbläserinnen voranfliegen, denen ein 13ug im Tanze sich bewegender, mit Kränzen ge- s schmückt« Jünglinge und Jungfrauen folgt.

Das junge Mädchen, chic von Kopf bis zn Fuß, im enganliegenden pelzverbrämten Jäckchen, einen große» Rembrandhut mit wallenden Federn auf dem blonden Haar, sehr im Gegensatz zu der einfach,

auf die ihr überrascht Entgegenkommende zn und umarmte sie herzlich.

Roman von Clarissa Lohdk (Fortsetzung.)

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trolle. In« x. tigsteu

icherer ichluß

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Zur Ermordung der Kaiserin Elisabeth.

Am 13. d. Mts. wurde in Genf nur wenigen Personen, darunter den Vertretern der Preffe, Zutritt zu dem Gemach gestattet, wo die Kaiserin aufgebahrt liegt. Die Kaiserin ist mit einem schwarzen Seiten­kleid bekleidet, das Gesicht mit einem weißen Tuch verhüllt. In der Hand hielt sie ein kleines Kreuz aus einem Rosenkranz Das Haar ist kronensörmig geordnet, wie sie es immer trug. Zu beiden Seiten liegen weiße Rosen. Geistliche und Nonnen verrichten am Sarg fortwährend Gebete.

Der Polizeirath Jerzabek von der Wiener Polizei­direktion ist in Genf eingetroffen, um zahlreiche Er­hebungen vorzunehmen.

Die Erzherzogin Stephanie traf am 13. d. früh aus Darmstadt in Wien ein. Alle Pitglieder der kaiserlichen Familie versammeln sich. In der Stadt Wien vermehren sich die Trauerfahnen fort­gesetzt. Der Leichenzug geht an der Hofburg und den Wohnräumen des Kaisers vorüber durch den neuen Rotundenbau auf den Michaelerplatz und durch die Augustinergasse zur Copucinerkirche. Der Kaiser machte am 12. ds. Nachmittags einen Spaziergang im Schönbrunner Park und nahm den Vortrag des Grafen Thun entgegen. Er soll den Gedanken aus­gesprochen haben, feiner Gemahlin ein würdiges Denkmal zu errichten und diese besondere Frau in besonderer Weise zu ehren. Man spricht von einem Testament, das die Kaiserin hinterlassen habe, und die »Neue Freie Presse" erörtert die Frage, ob die Auslieferung des Mörders verlangt werden könnte. Zweifellos fei die Kaiserin als regierende Fürstin exterritorial und die Rechtsfrage daher ähnlich, wie in dem Falle, wenn ein Bot­schafter im Botschaftspalais ermordet worden wäre.

Wird der Mörder nicht ausgeliefert und stellt sich für die Schweizer Justiz das Attentat als anarchistisches heraus, so wird es nach einem vor wenigen Jahren erlassenen Schweizer Bundesgesetz nicht als politisches behandelt, sondern mit höheren Strafen geahndet. Für politische Verbrechen gibt es in der Schweiz seit 1848 keine Todesstrafe. Aber gleichwohl wird diese gegen den Attentäter, wenn er Anarchist und also nicht ein politischer, sondern ein gemeiner Verbrecher ist, nicht angewendet weiden können, da der Kanton Genf auch für gemeine Verbrechen die Todesstrafe nicht kennt. Die Mehrheit der schweizerischen Kantone besitzt diese Einrichtung nicht mehr; nur in sechs oder sieben Kantonen besteht sie gegeuwäiüg noch oder be­steht sie, um eS richtiger zu sagen, wieder; denn durch die Bundesverfassung von 1874 war sie für das ganze Land verboten worden, im Jahre 1879 oder wurde in Folge einer Verfassungsänderung den

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fürchterliche Unthat ohne Wissen der Bande verübte, welcher er angehört. Es erübrigt zu hoffen, das erschütternde Ereigniß von Genf, welches alle und jeden durch feinen Mutigen Stumpfsinn empört, werde die europäischen Regierungen veranlassen, noch- mals ihre Aufmerksamkeit auf das schreckenerregende Anarchistennest zu richten und energische Maßnahmen zu seiner Vernichtung zu ergreifen.

Das Blut der ermordeten Kaiserin schreit gen Himmel. Die bürgerliche Gesellschaft aller Staaten hat nach unserer Ansicht jetzt eine Ehrenschuld gegen­über der tobten Kaiserin einzulösen, indem fie alles aufbietet, um die fluchwürdige Sekte der Anarchisten unschädlich zu machen. Der Anarchismus will, wie die Sozialdemokratie, der er geistes­verwandt, deren Nachfrucht er ist, glauben machen; daß durch die Verwirklichung der von ihren Vor­kämpfern vertretenen konfusen polittschen Phantastereien eine glücklichere Zeit für die Menschheit anbrechen werde. Ihr Losungswort heißt: .Weder Gott noch Gebieter!- Und Dolch, Dynamit und Gift sind die Mittel, die den Himmel auf Erden herbeiführen sollen. In Wahrheit sind inbeffen zumeist Haß, Rachsucht unb Zerstörnngswuth die Triebfedern ihrer Frevel- thaten. Da gilt es denn vor Allem die Quelle zu verstopfen, die jene bösen Leidenschaften nährt. Diese Quelle aber ist die Sozialdemokratie und ihre aufreizende, nach dem Aussprüche Liebknechts jede Autorität im Himmel und auf Erden bekämpfende Agitation. Wer sich also aus doktrinärer Recht­haberei auch jetzt noch der Schaffung wirksamer Abwehr-Maßregeln gegen den Umsturz widersetzen würde, der würde eine schwere Verantwortung aus sich laden.

Bohnen- : nertitn« ranlaffen besonder« ütiger an die Zu- nen eigen in nn> Präparat erwünscht >n denen i von 30 zur Her- l einfach, de diesem ähnlichen - Die­l' (gleich- 1 üblichen > auch al«

Ein Lächeln trat auf Ellis Lippen. Ach auch sehnte sich so, ihm »och einmal ins Auge zu sehen. Als ihre Uhr der zwölfte» Stunde nahe

Der Centralverband deutscher 3»J®arnifo» liegt, wird eine Ehrenkompagnie dustrieller und die großen rheinisch-westfälischen I wit der Fahne im Bahnhofe die Ehrenbezeigung industriellen und technischen Vereine haben an benieste». In Wien trifft. bic Leiche am Donnerstag deutschen Kaiser am 13. ds. das folgenderen 15. d., um 10 Uhr Abends ein und wird mit Telegramm gesandt: I dem herkömmlichen Cerewoniell nach der Hofburg

Die furchtbare Tbat, welcher Ihr. Majestät di.Kaiserin ^«1. Frettag von 8 Uhr früh bts 5 Uhr Nach- von Oefterreich zum Opfer gefallen ist, ist ein erschreckender! """ags und Sonnabend von 8 Uhr früh btS 12 Uhr neuer Beweis für die Ziele des Anarchismus und der zu «Mittags wird dem Publikum der Zutritt zu der im diesem führenden Bestrebungen. Unter dem unsere Herzen I geschlossenen Sarge aufgebahrten Leiche gestattet, auf das titfste bewegenden Eindruck wifieu wir uns mit! Sonnabend nm 4 Uhr SRarfimLttrma sendet da» Reichen. Eurer Majestät einig in dem Gefühle der Pflicht, den S8er=^""0 . k

suchen, unsere Religion, unsere Lieb, zu unserm erhabenen begangniß statt. Arn Montag, dem 19. d., werden Herrscherhause und zum Vateilande zu vernichten, mit allen I die Vigilien öffentlich abgehalten, am 20., 21. und Mitteln strengster Gesetzgebung entgegenzutreten Wir unter-122. findet jedesmal UM 11 Uhr ei» Seelenamt statt, zeichneten Vertretungen deutscher Industrie wagen daher,« Das Journal d-Kt N-tersba,, r«* Eurer Majestät in tiefster Ehrfurcht die Versicherung aus- 1-X. Ä. » £ k t 8

zudrücken, daß wir in dem Kampfe gegen die ruchlosen Es tft die Hand eines Anarchisten,

Feinde unserer staatlichen und sittlichen Ordnung treu zu I welche zur Waffe gegriffen hat, um dem Leben der Eurer Majestät stehen. In unverbrüchlichem Vertrauen I Kaiserin Elisabeth ein Ziel zu setzen. Diese fanatische auf Eurer Maiestat Kraft und Weisheit werden wir alle I gefte nerdient nickt allein ansterbalh de« Kesene« ae- diejenigen Maßnahmen nachdrücklichst fördern und unter- «

stützen, welche Eure Majestät zur Unterdrückung der Der |'teflt »u werden, sie stellt sich selbst außerhalb der brecherischen Ziele eines gelriffenlosen Fanatismus und zur «Menschlichkeit, denn in den Verbrechen dieser Art ist Aufrechterhaltung der bedrohten Autorität des Staates für «nichts Menschliches mehr zu finden. Es ist darin CentralDnband^Edeütscher^Jnduftrielltt ^Berein^Äutscher I ^Schimmer von menschlicher Vernunft,

Eisenbüttenleute, Bergbaulicher Verein für den Oberbeig- w man4 keine Spur von Gefühl bet dieser amtsbezirk Dortmund, Verein für die wirthschaftlichen I Rotte zu entdecken vermag. Unmöglich ist eS, zu Jnlereffen Rheinland Westfalens. Im Auftrage: v. Haßler, I glauben, daß derartig wilde Leidenschaften und Triebe Seroaer, Lueg, Jencke. «nicht gezügelt werden könnte», baß die mobernen Ge-

Z» Wie» hatte gestern Morgen der Minister-Isellschaften, die so stolz auf ihre Zivilisation find, Präsident eine halbstündige Audienz bei Kaiser Franz I sich nicht verbinden sollten, um solchen barbarischen Joseph. Der Kaiser nahm die durch Banffy über-1 Handlungen ein Ende zu machen, welche die Mensch- mittelte Beileidskundgebung der ungarische» Regierung Iheü in die allerrohesten Zeiten zurückwerfen. Ein entgegen. Die Beileidskundgebung der ungarischen I Artikel im nichtamtlichen Theile des russischen gesetzgebenden Körperschaften wird selbstständig er-1Regierungsboten" knüpft gleichzeitig an die Erklärung ölgen. Aus allen Thetleu der österreichisch-ungari-Ides Mörders Luccheui an, er sei nur nach Genf ze­chen Monarchie laufen sehr zahlreiche Trauerkund-1 komme», um eine hochgestellte Persönlichkeit nieder- gebungen ein von amtlichen Stellen, Landesansschüsien, I zustechen, habe aber, nachdem er die Ankunft der Gemeindevertretungen, Korporationen, sowie aus allen I Kaiserin erfahren, diese niedergestochen und führt Schichten der Bevölkerung. Die Leiche der verewigten! aus: Durch dieses Eingeständuiß wird gleichsam das Kaiserin wird in der Hofburg-Pfarrkirche in WienIganze Wesen dieser Propaganda erschöpft, welche von aufgebahrt. Die Kapuzinerkirche ist wegen der Vor-! anarchistischen Brutstätte» ausgeht; baS gefährlichste bereitungen für bas Leichenbegängniß geschlossen. Sin I unb schädlichste ist augenscheinlich bas italienische bemBegräbniß ber Kaiserin nehmen ber beut sch elSlnarchistenmst, bessert brei Repräsentanten ihre Namen

^r'. Röntge v0n Sachsen,! mit den drei scheußlichste» Morden, CarnotS, Canovas' Rumänien und Serbien, sowie der Priuz-Iund der Kaiserin Elisabeth, verknüpften. Es ist regent Luitpold von Bayern Theil. «schwer anzunehmen, daß der Mörder eine solch'

Ganz reizend, rief Irmgard einmal über dasImußt Du mir noch beichten, ehe ich von hier sort- ganz reizend. Weißt Du, daß ich «gehe: warum hat Dein Ottomar, wenn er schon heute Morgen immerzu gegrübelt habe, was ich meiner I den Eltern in dem einen Punkte der Reise nach Cousine Edith zu ihrer Hochzett schenken könnte? I Griechenland nachgegeben hat, es nicht wenigstens Was Passenderes und Hübscheres als diesen Fächer! durchgesetzt, daß Ihr Euch öffentlich verlobtet? kann es doch gar nicht gebe». Wie wär's, wenn Du Jedermann hat das eigentlich erwartet, unb man ü;n für mich ausführtest?" I wirb denke», Ihr wäret auseinander, da es nun doch

Elli war ganz rolh geworden vor Freude.!nicht geschehen ist."

Wenn sie den Fächer wirklich ausführen durfte, dann!Liebe Irmgard," entgegnete Elli ernst,mag ftanb ihr eine hübsche Einnahme bevor und fie konnte «mau doch denken, was man will. Du weißt, ich gebe der Mutter, wenn fie wieder in Verlegenheit war,lauf das Gerede der Leute nichts. Wir, Ottomar und aushelfen. !ich, bedürfen eines solchen äußeren Bandes nicht.

Gefällt Dir die Zeichnung wirklich?" fragte fie.! Wir wissen, daß ton uns Treue halten werde»; dar Ausnehmend, wie ost soll ich's wiederholen. I ist unS genug. Wozu da einen Kampf mit den Unb weißt Du was? Komm gleich mit mir, wir I Eltern, vielleicht in Hnfrieben von ihnen scheiden? wolle» sofort die nöthige» Einkäufe machen, denn!Glaube mir, es ist besser fol­tert haben gar nicht so lange Zeit mehr und die AuslAlso die Eltern! Ja, nun begreife ich. Wie lagen möchte ich Dir nicht zumuthen. Auch müssen! man nur so blind sein kann, nicht einzusehen, welch' wir nach dem Griffe, den ich recht elegant haben! einen Schatz Ottomar mit Dir bekommt." möchte, die Farbe» bestimmen." ISchweig, Irmgard, schweig!"

Heute nicht," wehrte Elli nun;ich war eben! Sie legte der Freundin die Hand auf den Mund,

daran auszugehen nnd einen Besuch zu machen. Und!So, nun geh' einen Augenblick zur Mutter

weißt Du, bei wem? Bei Dtt, Irmgard." Und! hinein, während ich mich fertig mache. Die Schwestern das junge Mädchen zu fich ans das Sofa ziehend, sind so argwöhnisch und empfindlich und fühlen fich theille fie ihr OttomarS Bitte mit:Von Papa,!gleich beleidigt, wenn man mich allein besucht." Mama und den Schwestern hat er sich schon am!Ich fliege schon," rief Irmgard, die nicht lange Abend vor der Gesellschaft bei seinen Elter» verab-! ernst sein konnte, fröhlich. Es machte ihr soviel Spaß, schiedet," schloß fie;er kann nicht gut noch einmal! die Vertraute zweier Liebenden, ihnen zu einem Ren- heikomme», und hier find wir auch keinen Augen-! dezvous behilflich zu fein.

allein." ... I Als Elli ihr einige Augenblicke später folgte,

. ,Natürlich, Schatz, natürlich," rief Irmgard auf-1 fand fie die Freundin munter plaudernd zwischen springend.Dann komm nur gleich, damit wir ihn! Lena und Otti fitzen; doch entging ihr nicht, daß ja nicht oersehlen. Es trifft fich übrigens sehr gut, I bie Mutter eine auffaflenbe Unruhe in ihrem Wesen baß Mama heute Vormittag nicht zu Hause ist; so!verrieth. DaS brachte ihr sogleich ben vorhin einge- »eibe ich Euch schon einen stillen Augenblick cer= | gangenen Bries in Erinnerung unb wälzte eine Last schaffen, darauf kannst Tu Dich verlassen. EinS aber * ton Sorge auf ihre Brust.

Das neue Pfändungsrecht.

Wenn es gilt, den socialpolttischen Eifer nachzu­weifen, mit welchem unsere Regierung sich der ärmeren und schwächeren Volksklassen annimmt, darf man fein Augenmerk nicht bloß auf jene Gesetze richten, die mit ber ausdrücklichen Marke der Arbeiter-Versicherung ober beS Arbeiterschutzes versehen fiub, fonbern man muß seine Aufmerksamkeit bem ganzen großen Gebiet ber neueren beutschen Gesetzgebung überhaupt zuwenben. Als Beweis hierfür vermag unter Anberm die umfang, reiche Novelle zur Civilproceß-Ordnung zu dienen, die in der letzte» Reichstags-Session zur Verabschiedung gelangt ist. Wir greifen an dieser Stelle das in socialer Beziehung besonders einschneidende Piänduugs- recht heraus.

Vor Allem ist durch das neue Pfändungsrecht der Kreis der unpfändbaren Sachen nicht unerheblich er wettert worden. Während beispielsweise dem Schuldner bisher bie für ihn, seine Familie unb fein

Natürlich war bie Räthin, bie für alle reichen unb angesehenen Menschen eine Art Verehrung hatte, völlig mit allem einverstanden, was Fräulein Lutze» vorschlug. Auch war sie ganz entzückt vo» ber Be­stellung des Fächers. Welche schöne Ausgabe das wäre! Nein, Elli hat doch immer mehr Glück als Verstand. Daß fie gerade so den Geschmack Frän- lein Irmgards getroffen!

Man verabschiedete fich rasch. Die Uhr zeigte schon wenige Minuten vor Zwölf.

Obwohl die Villa Lutzen im Thiergarten nicht z« toeit von der Steglitzerstraße entfernt war, in ber Bobins wohnten, winkte Irmgard doch gleich eine Droschke herbei.

Wir dürfen Ottomar um Alles nicht verfehlen," rief fie.Wie sollte ich Euch zusammenbriugen, wenn Ihr Euch bei mir nicht trefft? Und sehen und sprechen müßt Ihr Euch ja noch, das geht gar nicht anders."

Irmgard war erst beruhigt, als fie auf oie Frage an den Diener die Antwort erhielt, eS sei Niemand während ihrer Abwesenheit dort gewesen.

Im Vorsaal »ahm sie Elli Hut und Mantel ab, chlang dann den Arm um fie, und führte fie in ben Salon.

Nebenan ist Mama's Bonboir," sagte fie,das nur von dem Salon einen Eingang hat. Dort seid Ihr vor jeder Ueberraschung ficher. Ich fitze als Cerberus hier, unb wache, daß niemand hereinkommt."

Es dauerte gar nicht mehr lange, da ertönte auch draußen die Glocke, und der Diener brachte die Karte von Doktor Gersdorf herein.

(Fortsetzung folgt.)

Der Mordbube ist soeben in Gens im anthro- pometrischen Büreau gemessen und photographirt worben. Kopien bes Bilbes werben an bie Polizei­behörden ber verschiedenen Städte geschickt weiden, wo _ . das Scheusal sich aufgehalten Hai.

Allerdings fragt es fich, ob in diesem Falle nur! Der Hof-Separatzug mit der Leiche Genfer Recht zur Anwendung kommt, ober ob ber Iber Kaiserin wild bie Lanbesgrenze auf ber Verbrecher vor bie eidgenössischen Geschworenen zu I Rückfahrt bei Buchs erreichen und nimmt die Strecke stellen ist und nach dem Ausnahmegesetz für bie Be-1 Feldkirch, St. Anton, Bregenz, Bischofshofen, Salz- strafung anarchistischer Verbrechen ein Todesurtheil I bürg, Wels, Linz, St. Pölten, Wien - Westbahnhof. gefällt werben kann. Bis jetzt hat bas genannte!In allen Olten, bie ber Eisenbahnzng mit der Leiche Gesetz eine Anwendung noch bei keinem Falle gesunden. I passirt, werden die Glocke» geläutet, in jenen, wo

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