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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

fffaf Aoh- Aug. Koch, ÜLivttfitätS-Buchdmckerei i» Rarburg. Brnuüwortiich für btt Äebettto*: ÄtkotttMt M. Hartman» t» Rarburg,

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JS 215

Trscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. QuartalS-Abonnements-Preis bei der Exvedition 2 Mk., bet allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge­spalten« Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

Mittwoch, 14^eptember 1898.

Anzeigen nchmen entgegen: die Exvedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureaux von Haasenstetn & Vogler, Frankfurt a. M., Caflel, Magd«» bürg, Wien; Rudolf Masse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; L. L. Daube & Co., Frankfurt a. M.. Berkt», Hannover, Pari» re.

33. Jahrg.

Zur Ermordung der Kaiserin Elisabeth.

DieTribüne de Geneve* veröffentlicht eine Unterredung mit Herrn Teisset, einem Mitgliede der Handelskammer in Clermont-Ferrant. Letzterer be­gleitete einige Personen, die um 1 Uhr 40 Min. mit dem Dampfer Genöve, einem der schönsten der Dampfschiffs-Gesellschaft, abreisen wollten. Er wechselte auf der Brücke einige Worte mit dem Kapitän Roux, als eine Dame, die von einer andern mit Mühe unterstützt wurde, einherkam. Teisset nahm die Dame, ohne zu wissen, wer fie sei, in seine Arme, brachte sie auf Deck und lagerte fie auf einer Bank. Die Kranke öffnete die Augen und warf dem ihr Helfenden einen dankerfüllten Blick zu. Teisset verließ darauf daS Schiff und kehrte in das Hotel Beau Rivage zurück. Kurze Zeit darauf stürzte ein Kutscher hinein mit dem Rufe:Der Dampfer kehrt zurück, es ist ein Unglück geschehen I* Teisset benachrichtigte sodann de» Arzt Dr. Golay, sich nach dem Landungs­plätze zu begeben, da seine Hilfe erforderlich sei. Inzwischen hatte der Kapitän Roux der Kaiserin, die nur von einer Ehrendame und einer Dienerin be­gleitet war, alle mögliche Sorge zu Theil werden laffen. Ein Lotse schnitt das Kleid der

Kaiserin auf und entdeckte oberhalb der linken Brust eine kleine, einen Centimeter lange Wunde, aus der zwei Tropfen Blut hervorquollen. Einen Augenblick später schien die Kaiserin das Bewußtsein wiederzugewinnen. Die Hofdame ftagte:Leiden Sie?*, worauf die Antwort erfolgte:Nein!" Der Capitän Roux und der Diener der Kaiserin ließen schnell eine Tragbahre aus zwei Rudern und vier Sammetkissen Herstellen. Auf diese legte man die Kaiserin, die von Roux, Teiffet und Leuten der Schiffsmannschaft nach dem Hotel Beau Rivage gebracht wurde. Teisset nahm darauf die Kaiserin in seine Arme und brachte sie in die im ersten Stock belegene Räumlichkeit zurück, die fie soeben erst ver­lassen hatte. Dr. Golay, unterstützt von Teisset, einer Hofdame und einer im Gasthof zufällig anwesenden Krankenpflegerin, nahm der Kaiserin die Schuhe ab und schnitt schnell die Kleidung auf. Dann blies er ihr künstlich Athem ein und rieb sie mit Eau de Cologne und Weinessig ein. Alles blieb unnütz. Dr. Golay ließ einen zweiten Arzt, Dr. Mayer, herbeigerufen, der auf daS Ersuchen der Hofdame sofort erschien. Die Aerzte machten einen kleinen Einschnttt am rechten Handgelenk; doch war der Tod kurz zuvor eingetteten. Ein Pfarrverweser des Stadt- theils war herbeigeeilt und hatte der Kaiserin die letzte Oeluug ertheilt. Alles Menschenmögliche war geschehen. Teiffet glaubt, die Kaiseriu habe deu letzten

(Nachdruck verboten.)

KerbstbLütHe.

Roman von Clarissa Lohdk

(Fortsetzung.)

Sie griff von neuem »ach der Zeitung, schien aber die Aufmerksamkeit verloren zu habe»; den» ihre Augen flogen jede Minute wieder nach de« Tische, an dem ihre Töchter noch immer ordnend beschäftigt waren.

Und was ich Dir noch sage» wolltt, Elli," Hub fie »ach kurzer Pause daS Gespräch vou Neuem au,auf deu reiche» Onkel, die viel gepriesene Stütze der Familie, den Präfidente» von Werthern, braucht der Ottomar auch nicht so sehr zu hoffen. Die Frau Profeffor Erdmau, die mit de» Familienverhältniffeu der GerSdorfS sehr verttaut ist, rechnete mir gestern vor, daß der Präsident außer der Profefloriu noch zwei verhettathete Schwester» und einen Bruder mit zahlreicher Familie habe, die alle auf die Erbschaft spekultten; und wäre er so reich, wie man sagt, so geht daS Vermöge» doch einmal i» so viele Theile, daß auf de» Einzelne» wenig kommt. Und wer steht außerdem dafür, daß der Präsident nicht noch einmal hettathet? Er ist noch ei» stattlicher Mann und bei seiner Stellung braucht er nur die Hand auSzustrecke», wohin er will, deu nimmt noch die Jüngste.*

Otti fing laut an zu lache»:

Du bist spaßhaft, Mama. Der alte Manu und noch hettatheu?*

Und wenn er Dich wollte, Otti, hättest Du sicher nichts Eiligeres zu thun, alsja !* zu sagen,' spottete Lena.

Weil Du daS wahrscheinlich ihätest, ttaust Du's mir auch zu,* gab Otti zurück. Nu» er wird uns

Seufzer auSgestoßeu in dem Augenblicke, als man fie auf das Bett niederlegte. Sobald der Einttitt des Todes festgestellt war, knieten alle Anwesenden nieder, um zu beten.

Die Hofdame Gräfin S z t a r a y, die Augen­zeugin der schrecklichen T h a t war, hat in Genf einem Berichterstatter derN. Fr. Presse" folgende Darstellung gegeben: Wir waren am Freitag Mittag in Genf angelangt und im Hotel Beau Rivage ab» gestiegen. Die Kaiserin wollte, wie im vorigen Jahre, Genf besichtigen, machte Spaziergänge am See und besuchte auch den Park und die Villa des Barons Adolf v. Rothschild. Am Sonnabend sollten wir mit dem Dampfer über Territet nach Caux zurück- kehren. Die Kaiserin zog immer die Fahrt mit dem Dampfer vor, während die Herren des Gefolges die Eisenbahn benutzten: Gegen 2 Uhr sollte der Dampfer abgehen. Die Kaiseriu war sehr heiter und bei bester Laune und ausgezeichnetem Wohlbefinden. Um l'/z Uhr verließen wir den Gasthof und gingen nach dem Landungsplatz. Wir schritten ruhig auf dem Trottott des Quai Mont Blanc am See dahin. Da sah ich, wie ein Mann raschen Schrittes see­wärts an uns herankam, sich der Kaiserin näherte und rasch einen Baum, der zwischen ihm und der Kaiserin stand, pasflrte. Ganz nahe der Kaiserin schien er zu straucheln und machte eine Bewegung mit der Hand, ich meinte, um sich aufrecht zu halten. Dann lief er eiligst weiter. Die Kaiserin hatte plötzlich eine Bewegung nach rückwärts gemacht und sank bann zusammen. Ich fing sie schnell in meinen Armen auf.Ist Majestät nicht

wohl?* fragte ich. Die Kaiserin antwortete: Ich weiß nicht".DaS ist wohl ein Schrecken", erwiderte ich und fügte hinzu:Wollen doch Majestät meinen Arm nehmen." Die Kaiserin meinte:Danke, »ein.* Ich versuchte doch, sie zu stützen, das aber war kaum rtöthig. Wir bestiegen nun das Schiff. Dort angclangt, fragte mich die Kaiserin:Bin ich blaß?"Jawohl, Majestät, daS ist die Auftegung." Da sank die Kaiserin von neuem zusammen und verlor das Bewußtsein. Ich und einige Damen auf dem Schiff labten die Kranke; ich hielt das Unwohl­sein für einen vorübergehenden Nervenanfall. An einen Mordanfall ^dachte ich nicht. Der Vorgang auf dem Quai-Trottott spielte sich nämlich sehr rasch ab. Ich sah keine Waffe in den Händen des Mannes. Als wtt die Kleider der Kaiserin löste», um ihr Luft zu schaffe», bemerkten wir keine Blut- spuren. Die Kaiserin kam zu sich, erhob sich und sagte bann mit klarer Stimme:Was ist denn geschehen?" Das waren ihre letzten Worte. Darauf sank sie zurück. Leichenbläffe bedeckte ihr Antlitz; der Athem wurde schwer, dann ging er in Röcheln über. Das Schiff war abgedampst. Ich bat den

beide wohl nicht in Versuchung führeu, und um Elli's und ihres Ottomar willen müßten wir doch auch wünsche», daß er solche Gedanken nicht mehr hege, sonst geht ja selbst der Autheil an seinen Millionen ihnen verloren."

Millionen!" rief die Mutter. Das wird so ge­sagt. Wer weiß, ob's wahr ist. Darauf verlaffen kann sich der Ottomar nicht."

Wer aber sagt den», daß Ottomar sich darauf verläßt? nahm jetzt Elli zur Verteidigung des äuge- griffen en Geliebte» das Wort.Eben toeil er sich nicht darauf verläßt, hat er die Vergünstigungen eines Aufenthalts in Griechenland nicht ablehnen mögen. Je mehr er lernt, desto sicherer wird er in Zukunft stehen."

Und Du wirst darüber all," unterbrach sie die Mutter, und hüll er Dir nicht Treue, sondern gibt de» Wünschen seiner Eller», besonders der hochmüthigeu Professorin »ach, die die Geborene noch nicht vergeffe» kann, dann mag Dich später Niemand mehr, dann kannst Du eine alte Jungfer werden."

Mama, ich dränge mich nicht zu« Hettatheu, daS weißt Du, und wenn ich eine alle Jungfer wer­den soll, hoffe ich auch daun mich nützlich machen, mir mein Brod verdienen zu könne». Ich habe mir schon vorgenomeu, de» Papa zu bitten, mich bei Profeffor Erdmann einen Kursus im Porttaümaleu nehmen zu lasten. Der Profestor sagte mir gestern, daß er ein Atelier für Damen habe, und war so gütig, meine Porttaitskizze vou Ottomar, die ich der Professorin geschenll habe, nicht ohne Talent zu finden.

Na am Ende wirst Malerin," spottete Otti; nicht nöthig zu hettatheu. ?*

WaS Dich betrifft?" fragte Sena.

Capitän, zurückzufahren. Bald langten wir bei dem Hasen wieder au. Die Kaiserin, die vollkommen bewußtlos war, wurde auf ein Zimmer deS Gast­hofes gebracht, wo sie nach wenigen Minuten den Geist aufgab. Sie starb, ohne erfahren zu haben, daß sie das Opfer eines Meuchelmordes gewesen; auch die Gräfin Sztaray erfuhr es erst, nachdem die Kaiserin tobt und entkleidet war. Die Kaiserin hat nur wenig Blut verloren.

Die Kaiserin war schon einmal in Gefahr, von einem Italiener ermordet zu werden. Bei Eröffnung der Ausstellung in Triest Anfang der 1880er Jahre hatte ein Jrridentist eine Bombe in den Festzug ge­worfen, wobei mehrere Personen verwundet wurden. Der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz und die Kronprinzesfin, wollten 2 Wochen später die Aus­stellung besuchen. Da weitere Attentate befürchtet wurden, beschlossen der Kaiser und der Kronprinz, daß die Kaiserin nicht mttfahren sollte. Wie damals der Kronprinz erzählte, habe die Kaiserin dies zurück- gewiesen und gesagt:Wenn ein Attentat zu be­fürchten ist, bann gehe ich gerade mit, denn bann ist mein Platz an Eurer Seite!" Sie begleitete also ben Gatten nach Triest, wo, wie man später aus ben Aussagen von Overbank erfuhr, ein italienischer Attentäter die Gelegenheit abwartete, daS Kaiserpaar zu tödten. Dieser Attentäter wurde später in Udine, Overdank und Genossen in Triest gehängt.

Das buudesräthliche Beileids­schreiben an den Kaiser von Oesterreich lautet: Der schweizerische Bundesrath beehrt fich Eurer Majestät feinen tiefsten Schmerz und feine tiefste Entrüstung über das entsetzliche Attentat auszusprechen, welchem Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth zum Opfer gefallen ist, Schmerz und die Entrüstung, die um so größer find, als die unselige Thal auf schweizerischem Gebiete erfolgte, wo die Hingeschiedene, wie schon öfter, Erholung von körperlichen Leiden suchte und auch diesmal zu finden hoffen durfte; er beeilt fich, Eure Majestät feiner und des ganzen Schweizervolkes wärmsten Theilnahme zu dem un­ersetzlichen Verluste zu verstchern, welche Euren Majestät, daS Kaiserliche Hans und die Völker Oesterreich- Ungarns durch das Hinscheiden der hohen Frau er­litten haben." Der Bundesrath Hai ben Bericht der Genfer Behörden entgegengenommen. Der Buvdes- ralh beauftragte bann feine Gesandtschaft in Wien, der k. k. österreichisch-ungarischen Regierung von dem grauenvollen Mordanschlag Kenntniß zu geben, dem Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth zum Opfer ge­fallen, und Seiner Majestät dem Kaiser seinen tief­gefühlten Schmerz und seine wärmste Theilnahme auszudrücken mit der Berficherung, daß das gesummte Schweizervolk diese Gefühle theile. Der Bundesrath hat ferner feine Gesandtschaften in Europa und America

So ziehe ich daS Heirathen auf alle Fälle vor, und wenn ich Gelb hätte*

Nun, was würdest Du dann thun?"

Dann würde ich ben Lieutenant von Chick heirathen."

Weißt Du denn aber, ob er Dich will?"

Wenn ich Geld habe, wttd er mich wollen. So, freilichI Uedrigens Mama, war ich Dir noch sagen wollte, wir, d. h. der Lieutenant von Chick, Referendar Hübner, Sena und ich, habe» n»r verab­redet, sobald daS EiS auf der Rouffeauinsel wieder hätt, uns dort wttder z» treffen."

Ich bitte Dich, Mama," mischte fich Elli jetzt sehr ernst ein,gieb so etwas nicht z». Ich glaube wirklich, Lena und Otti wären leichtsinnig genug, auf die Vorschläge der jungen Herren einzugehen."

Du kannst ja al« Tugendwächter unS begleiten, wenn Du so ängstlich bist," kotzte Otti.

Nein, daS kann ich nicht; denn dazu habe ich nicht die Zett und ich dächte, Ihr hättet auch anderes z« thun, als auf der Rouffeauinsel Schlittschuh zu laufen!"

Ach, wtt find nur einmal jung. Nicht wahr, Mama?" wandte Lena fich zur Mutter. Ich glaube wirklich, Elli neidet eS uns, daß man uns gestern bei Professors auch bemerkt hat, und nicht fie allein. Du hast Dich ja nur bei dem alten Präsidenten in Thee zu setze» gesucht, hast ihm ordentlich ben Hof gemacht, und doch vergebens, wie es scheint."

DaS war nicht hübsch von Dir, Lena," sagte Elli, der bei dem grausamen Spott der Schwester die Thränen in die Augen getreten waren, und verließ daS Zimmer.

Elli hat recht," schatt, als sie fort war, die Mutter. Ich dächtt, ihr hättet allen Grund dazu fie zu schonen. Wem verdantt Ihr denn das Vergnügen gestern? Hat fie nicht Tage lang an

beauftragt, die Regierungen, bei denen sie beglaubigt sind, von dem Vorfälle zu unterrichten.

Vom Kaiser von Oesterreich erhielt der Bundespräsident Ruffy folgendes Telegramm.: Tief gerührt durch die in so warmer Weise aus­gesprochenen Gefühle innigen Beileids danke ich dem Bundesrathe und dem ganzen Schweizervolke aus vollstem Herzen für die Anteilnahme an dem herben Schmerze, den bei unerforschliche Rathschluß ber Vor­sehung über mich verhängt. Franz Joseph." Ein Telegramm beS österreichisch-ungarischen Gesandten Grafen K u e f ft e i n (zur Zeit in Genf) an den Bnndesrath lautet:Graf GoluchowSki hat mich be­auftragt, dem bohen schweizer Bundesrathe für die warme Theilnahme, welche derselbe anläßlich des unter so tragischen Umständen erfolgten Ablebens Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin sowohl durch meine Vermittelung als auch im Wege der schweizer Gesandtschaft in Wien bat zum Ausdrucke bringen lassen, einstweilen tiefgefühtten Dank deS Herrn Ministers mit dem Beifügen auszusprechen, daß Seine Excellenz diese Beileidskundgebungen zur Allerhöchsten Kenntniß zu bringen nicht verfehlen wird. Graf Kuefstein."

DerReichsanzeiger" schreibt in hervor- gehobener Schrift: Se. Majestät der Kaiser fühlt Sich mit den Fürsten und Freien Städten deS Reichs wie mit dem ganzen deutsche» Volk in innigster Theilnahme an dem namenlosen Unglück geeint, das über den allverehrle» Kaiser Franz Joseph und über die Völker des ver­bündeten Otsterr'ich-Ungarn hereingebrochen ist. Mtt der tief schmerzlichen Trauer nm die ihrem Hohen Gemahl und ihrem Lande so jäh entrissene edle Fürstin aus deutschem Blut verbindet sich die allge­meinste Empörung gegen den feigen Mörder, ber ben Boden der befreundeten Schweiz durch die fluchwürdigste That des Anarchismus entweihen konnte.

Auf ber österreichisch - ungarischen Botschaft in Berlin erschiene» am Sonntag, um ihre Theilnahme auszubrücken, der Oberhof- und Hausmarschall Graf Eulenburg, der Kommandant des Hauptquartiers Generallieutenant v. Plessen, der Chef des Militär- kabincts General v. Hahnke, der dienstthuende Flügel- abjutant des Kaisers Oberstlieutenant v. Pritzelwitz und zahlreiche Herren der Botschaften und Gesandt­schaften. Gestern fand zwischen der österreichisch- ungarischen Botschaft und dem Hosmarschallamt eine Besprechung über eine Traucrfeier in der Berliner Hedwigskirche statt. Reichskanzler Fürst zu Hohen­lohe und der deutsche Staatssekretär des Aeußern, Staatsminister v. Bülow, letzterer durch Ver­mittelung der deutschen Botschaft, sandten theilnahms- volle Beileidsbezeugungen nach Wie». Auch die Miuister des Aeußern der anderen Staate» gaben

Eurer Garderobe gearbeitet, damit Ihr mit An­stand erscheinen konntet? Und daS Geld zu ben Auslage» hat fie Euch auch gegeben; Ihr hattet eS doch nicht."

Sie hatte ja durch Irmgard Lutze» ben Ofen­vorsetzer, ben fie gemalt, so gut verkauft, ba konnte fie unS ja auch etwas abgeben," warf Lena ein und Überbier war eS ja auch gar nicht böS gemeint"

Die Räthin seufzte, fand ober nichts mehr dar­auf zu erwidern, sonder» vertiefte fich aufS Nene in ihre Zettung.

Draußen schlug die Glocke an. ES war ber Briefträger, ber einen Brief große» Formats an bie Räthin, einen kleinen an Elli Bobin abgab.

Otti, bie bie Briefe im Korridor in Empfang genommen hatte, betrachtete die Anffchrift auf dem letzteren sehr aufmerksam. Dann klopfte fie an ber Schwester Zimmer, bie an ihrem Arbeitstische mtt einer Malerei beschäftigt saß, und reichte ihn ihr hi».

Da Elli, ich weiß, von wem er.. Aber ich verrathe Dich nicht, wen» Du eS nicht willst. Sei Du nur nicht immer so strenge mit u»S und gönne »nS ein kleines Vergnüge», wenn eS uns ge­boten wirb."

Als ob ich Euch nicht alles, alles gönnte, Otti,* sagte Elli weich.Wenn ich Such glücklich machen könnte, ganz glücklich, glaubt mir, ich würde gern mein eignes Glück hingeben. Aber vor Leichtfinn muß ich Euch warne», und eS ist leichtsinnig, wenn Du Dir von einem jungen Offizier den Hof machen läßt, der Dich doch nicht heirathen kann. Uebrigens," ihre Hand zitterte leicht, als sie den Brief aus Otti'S Händen nahm,habe ich gar nicht Ursache, etwas zu verheimlichen. Der Brief ist von Ottomar, er wttd mir noch ei» letztes Lebewohl sage», und wir werden

Du noch eine berühmte dann freilich hast Du's Was mich jedoch betrifft