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A»h- lig. Sich, UniversttätS-Buchdruckeni kl Marburg.

|>eNtton: Markt 31. T«l«»hon 55.

Jllustrirtes Sonntagsblatt.

BcnnteeitHt für bi« ÄtboBton: Rabatts» M. Hartmann kl Mark»» Rrdaviou: Ma« M. Telephon 55.

J2 209

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33. Jahrg.

Akademische Gemeinbürgschast.

Wiederholt hat der Alldeutsche Verband in den letzten Jahren die reichsdeutsche nationale Studenten­schaft aufgefordert, auch an ihrem Theile durch den Besuch österreichischer Universitäten und technischer Hochschulen die alldeutsche Gemeinbürgschast zu be- thätigen. Noch in vorletzter Nummer seiner Blätter veröffentlichte er wieder einen beherzigenSwerthen Mahnruf eines MttglicdeS feines gefchäftsfihrenden Ausschusses, der den Besuch der höchsten Lehranstalten zu Graz in der Steiermark warm empfahl. Leider find seine stüheren Mahnungen so gut wie ohne Erfolg geblieben. Nur hier und da hat sich ein reichsdeutscher Student entschloffen, nach Wien oder Graz zu gehen. Es hat daS wohl daran gelegen, daß die nationalen akademischen Verbände und ein­zelnen Körperschaften nicht mit dem Nachdrucke, den wir erwarten durften, ihre Mitglieder auf die nationale Bedeutung deS Besuches österreichischer Hochschulen aufmerksam gemacht und sie durch bindende Beschlüsse dazu verpflichtet haben. In dieser Beziehung ist seit Kurzem eine erfreuliche Wendung zum Besseren ein- getreten. Der Khffhäuser»Verband der Vereine Deutscher Studenten, der auch dem Alldeuffchen Ver­bände als körperschaftliches Mitglied angehört, hat auf seiner letzten Berbandstagung zu Kelbra im An­fänge vorigen Monats auf Antrag der Vereine Deutscher Studenten zu Berlin und Straßburg folgenden Beschluß gefaßt:

Jeder 53. D. St. ist verpflichtet, beginnend mit de« 1. Oktober 1899, in jedem Semester für jeder avgefangene 25 seiner attiven und inaktiven Mitglieder je ein Mitglied nach Prag zu entsenden.

Sendet ein Verein in einem Semester nicht die ihm zustehevde Zahl von Vertretern nach Prag, so zahlt er für jeden fehlenden Vertreter 15 Mark in tine Prager Hülfs» kasi«. Verein» mit weniger als 10 Mitgliedern zahlen 10 Mark.

Di« Prager Hülfrkasie wird verwaltet von einem AuS- schutz, bestehend au» dem Kaflenwart der Akad. Blätter und je einem Mitglied der V. v. D. St. Berlin und Char- lottenburg, und dient zur Unterstützung der von den Ver­eine» genannten Sendling« nach Prüfung ihrer persönlicheu Verhättnifle und zur Ausstattung weiter«r Vertreter, die nur unter d«r Bedingung persönlicher Unterslützung nach Prag zu gehen bereit wären.

Der Kyffhäuser-Verbaud hat recht daran gethau, zunächst zur Erhaltung der gefährtesten Posten des Deutschthums tu dem ihnen gewiesenen akademischen Rahmen an seinem Theile beizutragen. Er will durch die Ausführung obigen Beschlusses zum Aus­druck bringe«, daß die älteste deutsche Universität nicht ohne Kampf in die Hände der Feinde fallen dürfe. Er hofft, durch sein Beispiel die akademischen Kreise Oesterreichs und insonderheit Böhmens zum Aus» harren zu ermuntern, und darf erwarten, daß die von ihm gegebene Anregung auch im anderen ata»

(Nachdruck verboten.)

Wie es endete.

Roman von Maria Theresia May, Vers, de» preisgekrönten RomansUnter der KbnigStmme." (Fortsetzung.)

Der Brief Herbett» an seine Mutter hatte diese in die größte Sustegung versetzt. Seme Worte waren nicht leidenschaftlich erregt, sie waren lurj und trocken, sie trugen für den unbefangenen durchaus nicht den Stempel dessen, war in ihm vorgehen mußte, und doch staud überall für sie zwischen deu Zeilen, war es ihn gekostet hatte ruhig zu erscheinen; klar ging ihr ans jedem Wort die Absicht hervor, ihr nicht Borwürfe über etwas zu machen, das zwar sein ganze» Leben zu einem lieieleeren, zu einem unbefriedigenden gestalten mußte, aber doch auf keinen Fall ungeschehen gemacht werden konnte. Diese Rücksicht schmerzte, sie that ihr mehr »eh, al» er jemals hätte ahnen können. Nun, wo sie schwarz auf weiß vor sich sah, wie der von ihr geschütte Konflikt euden würde, machte sie sich doch klar, war daraur auch für ihr eigene» Leben entstand: die Trennung von dem Sohne, deffeu Liebe und Achluug für sie alles war, toa» e» für sie noch auf Erden gab. Und da meinte sie zu fühlen, daß sie doch ihre Kräfte überschätzt hatte; sie würde ohne ihren Sohn, ohne seine Achtung und Liebe vergehen muffen.

Sie würde jetzt alle» zu thuu berett gewesen sein, um eine Aussöhnung herbeizuführen, und sie lebte in ständiger Angst, daß an dem starren Sinn Gertruds die Aussöhnung scheüern würde, obgleich auch bei ihr Gertruds Charatter während der Abweseuhett der­selben eine objektivere, gerechtere Beurtheilung erfahren hatte. Auch hier wirkte das Fernsein in gutem Sinne, genau so wie bei Gertrud, die während der kurzen Zeit

Umschau.

Nach einerTimes*-Meldung auS Kairo ging bei der britischen diplomatischen Agentur am 4. d. M. ein Telegramm des Deutschen Kaisers ein: Er sei aufrichtig erfreut, seine Glückwünsche aussprechen zu können zu dem herrliche» Siege bei Omduiman, der endlich de» armen GordonS Tod ge­rächt habe. Dies sei der erste Glückwunsch, der aus Europa eingegangen fei. Das Kaiserliche Tele­gramm besprechend, sagt dieTimes*:Die Bot­schaft des Deutschen Kaisers, welcher mit gewohnter Schnelligkeit seine Glückwün che übermittelte, drücke unzweifelhaft das Gefühl aus, daS die Brust der meisten Engländer erfüllt, daß nämlich Gordo» endlich gerächt sei.* DerTimes*-Korrcspondent Howard ist gefallen, derTimeS*-Korrespondent Rhodes verwundet. Der Korrespondent desDaily Telegraph* in Omdurman schätzt, daß 15 000 Derwische gefallen seien und der Gesammtverlust der britischen Truppen 500 Mann betrage. Derselbe Korrespondent meldet, Osmaun Digma fei mit dem Kalifen geflohen. Der Daily Chronicle* sagt unter Bezugnahme auf das Hoch, welche» der Deutsche Kaiser vom 4. d. M. in Hannover auf die Königin Viktoria ausbrachte, der Kaiser gebe seiner Anerkennung für Erfolge militätischer Unternehmungen immer schnell und hochherziger Weise Ausdruck.

Zum Fall D r e y f u § heißt e» in derKöln. Ztg.*:Wir stehen einfttoeilen vor einem jener

deS Getrenntseins von ihrem Manne sich erst klar machte, waS sie mit ihm verlieren würde.

War Herbetts Mutter durch die Krankheit und de» Tod ihrer Freundin und Verwandte», durch deren Erkennen der Enkelin und die Versöhnung der Greisin mit dem Kinde der verstoßenen Tochter schon tief erschüttert, so hatte ihr das Verhalle» Gertruds am Kra»keubette der Großmutter Bewuuderung eiugeflößt, zu bereu rechte» Erkenne» sie erst kam, als Gertrud nicht mehr in LandSkron war, und sie sich in Gedanken mit ihr beschäftigte. Gerade die von Uebertteibung freie Art, wie Gertrud deu Reguugeu ihres Herzens folgte, wie sie ihrer Znueigung für die Großmutter und dann ihrer Trauer Ausdruck gab, hatte ihr besonders gefallen, obgleich sie daS so durchaus ihren Anforderungen an aristokratische Allüren entsprechende Benehmen Gertruds auf Rechnung ihrer Abstammung von de» FrankenthurnS fetzte.

Als daS junge Paar zum zweiten Male den Einzug in LandSkron hielt, stand die Gräfin-Mutter auf dem Balkon und winkte ein Willkommen herunter. Graf Körting, voll der frohesten Ahnungen, denn Herbett kehrte ja mit feiner Frau zurück, eilte zum Wagen, um seiner Nichte beim Aussteige» zu helfen aber Herbett kam ihm zuvor.Meine Gertrud hebe ich aus dem Wage»,* sagte er bedeutsam und nickte dem Onkel zu.

DaS ist nur i» der Ordnung, mein Junge,* entgegnete er freudestrahlend;aber wie ich Deine Frau kenne, wird sie deu allen Onkel doch nicht ignoriren.*

Gewiß nicht, Oukelche» I* Und Gertrud bot ihm freiwillig die rosigen Lippen, dann kam Klementine in stürmischer Umarmung.

Die Gräfin-Mutter zeigte nur wenig mehr von ihrer sonstige» steife» Würde, und im stille» fragte

demischeu Verbände» und Körperschaften Anklang und Nachfolge finde. Es ist hier bereit? ein besonderer Ausschuß gebildet worden, der sich mit den Vor­arbeiten zum Besuche der Prager Universität und technischen Hochschule fettens reichsdeutscher Studenten zu befassen hat. Wir wollen nur wünschen und hoffen, daß dieser Ausschuß schon zu Beginn des Wintersemesters auf eine erfolgreiche Thätigkett, zu­nächst innerhalb deS Kyffhäuser-Verbandes, zmück- blicke» kann. Die grundsätzliche Bedeutung deS Be­suches österreichischer Hochschulen braucht an dieser Stelle nicht ausführlich behandelt zu werden. Wer den alldeutschen Gedanken erfaßt hat und enffchlofsen ist, ihn in die That nmzusetzcn, kann keinen Augen­blick darüber im Zweifel fein, von welch' weittragender Bedeutung die Anknüpfung persönlicher Beziehungen für unsere Bewegung ist. Das Baud, daS sich auf diese Weise nm die deutsch-akademische Jugend hüben und drüben schlingt, wird für das ganze spätere Leben vorhalten. Diese jugendlichen Sendliuge werden, zu Männern herangereift, ihre durch eigene An­schauung erworbenen Kenntnisse der Verhältnisse dann sicherlich auch im alldeutschen Sinne zu verwetthen wissen.

Geheimnisse, die des gesunden Menschenverstandes spotten. Faßt man alles zusammen, was uns in den letzten Tagen von den journalistischen Gegnern Dreyfus, von derPatrie*, demJour*, dem .Jnlransigeant* und derLibre Parole*, über die Unmöglichkeit ober Unthunlichkeit einer Wiederaufnahme des Prozesses aufgetischt worden, so geht daraus das eine mit Klarheit hervor, daß die Revision nothge- brungen einen Krieg mit Deutschland herbeiführen müsse. Deutschland hat zwar wiederholt versichert, daß ihm die Person und die Vergangenheit des DreyfuS vollständig unbekannt seien, daß es mit dieser Angelegenheit, die Frankreich allein betreffe und be­treffen werde, nicht das geringste zu thun habe, daß also Frankreich den Verräther gefangen hallen oder freigeben könne. Alles vergebens. Das Prozeß- material soll nun einmal so beschaffen fein, daß bei dessen Bekanntmachung sofort eine Truppenzusammei- ziehnng an der Ostgrenze nothwendig sei, um einem feindlichen Einfalle vorzubeugen. Wen» aber Deutsch­land schon kein Beto eingelegt hat, als der angebliche Verräther vernttheiü wurde, weßhalb sollte es nun­mehr, wenn es sich nm dessen Ehrenrettung handelt, eine Kriegserklärung erlassen? Hören wir also, WaS darüber die wenigen übrig gebliebenen Gegner der Revision uns erzählen. ImEclair* faßt dies heute Georges Thibaud mit folgenden Worten zusammen. Sobald man einen neuen Prozeß anstrengt, muß man amtlich erklären, durch welche Polizeimaßregeln man sich daS UeberzeugungSmaterial verschafft hat. Dies aber ist unmöglich, ohne gewichtige Einsprüche auswärtiger Machte hervorzurufen, sich dadurch eine Demüthigung, wahrscheinlich sogar eine bedenk­liche Spannung, einen Konflikt, einen casus belli zuzuziehen.* Deutlicher noch drückt sich derJour* auS:Wenn Cavaignac scheidet, so wird ein anderer Kriegsminister die Revision des Dreyfus - Prozesses durchsetzen. Die Regierung hat dann einzugestehen, daß unsere Offiziere von der Eontte - Spionage die Botschaften geplündert, die Eisenschränke gesprengt, die diplomatischen Postsäcke angehalten und die Schrift» stücke, die sie enthielten, photographirt haben .... Darauf toirb man uns ben Krieg erklären nnb wir werden Abbitte leisten müssen! Cavaignac aber hat ben Krieg nicht gewollt, denn bet Gedanke, Abbitte zu leisten, hat ihm die Röthe des Zorns auf die Stirn getrieben. Der Kriegsminister hat daher seine Entlaffung gegeben. Sobald nun jetzt das Robinet Brisson den ärgerlichen Enthüllungen Thür und Thor öffnet, wird man in der Ferne Kanonen­donner und ben Heranmarsch einer Armee ver­nehmen.* Diese beiden Auszüge genügen, um bas, was in letzter Instanz der Wiedereröfftmng der Prozesses entgegengehalten wttd, zu verstehen. Jedenfalls wttd die deutsche Regierung sich auf die bloße Zuschauerrolle beschränken, wie auch der Inhalt

sich Gettrnd verwundert, eb die Frau, welche sie heute so herzlich an ihre Brust schloß, dieselbe sei, welche a» jenem Aptiltage ihr unumwunden ihre Abneigung erklärt hatte. Freilich, auch sie war heute eine andere. Sie hatte töchterlich die Hand der stolzen Frau geküßt

Die alte Gräfin schob nie etwas auf; toa» sie thun mußte, that sie gleich. Sie nahm daher Gertruds beide Hände, zog sie an sich und fagte zu ihr:Ich habe ein Unrecht an Euch gethau; an Herbert, daß ich ihn bei Dir verleumdete, an Dir, daß ich einen häßliche» Verdacht gegen ihn in Dir er­weckte; ich . . .*

Wetter kam sie nicht, Gertrud hatte sich an ihre Brust geworfen und ihren Mund mit Küssen verschloffeu, indem sie zwischendurch rief: Mama, liebe Mama!*

Die Umstehenden hatten nicht gehört, war die alle Gräfin z» ihrer Schwiegettochter gesagt hatte, nur Herbert mochte sich denken, WaS Gertrud ver­anlasse» konnte, ihre Liebkosungen in so stürmischer Weise zum Ausdruck zu bringen; er beschloß bei sich, die Sache seiner Mutter gegenüber nicht mehr zu erwähnen und darüber zu schweigen, wenn sie nicht selbst darauf zurückkam.

Nun war e» al» wehe ein anderer Geist durch alle Räume. Wo man sonst von der düsteren Herbheit und Sttenge gleichsam angefröstelt war, da war jetzt fast eine wohlige Wärme, und man fühlte nun einen Hauch der Freude und des Friedens im ganze» Schlöffe. Merkwürdig war e8 auch, wie Gertrud und ihre Schwiegermutter sich jetzt verstanden, und wie Gertrud den gewöhnlichen Geist und die hohe Begabung der alten Dame schätzen lernte. Die kleine Schwäche, daß die Gräfin jedem ftemben Le­

der geheime» Alle» ausfallen möge, nnb Frankreich kann seine» DreyfuS auf ber Teufelsinsel lasse» ober ihn im Triumphe zurückführen, für bie deutsche Regierung wirb bas gleichgültig fei». Jrn Grunde hätte die deutsche Regierung es im Interesse ihre» neutralen Standpunktes nicht einmal gerne gesehen, daß die deutsche Presse sich mtt der Person DreyfuS so eingehend beschäftigte, weil sie jede» Anschein, al» wolle sie sich in eine innere Angelegenheit Frankreichs einmischen, zu vermeiden wünschte. Verbieten aber konnte sie es nicht, weil die bloße psychologische Theilnahme an diesem Falle alle anderen Rücksichten bei ber öffentlichen Meinung in ben Hintergrunb brängte. Aber heute wie früher kau» man ber französischen Regierung nur zurusen, vorzugehen wie sie eS auch wünscht; Weber für Dreyfus noch für einen auberen Franzosen toirb Deuffchlaub den Dege» ziehen. Die orientalische Frage war zur Zeit bei Knochen des pommerschen Grenadiers nicht Werth, um wie viel weniger bie DreyfuS-Frage! In bent in Paris gestern (Montag) Vormittag im Ministerium beS Innern abgehaltenen Ministerrathe theille der Justizminister Sarrien mit, daß ihm das Gesuch der Frau Dreyfus wegen Revision deS Prozesses Dreyfus zugegangen sei. Er ersuchte ben Kriegs» Minister schriftlich um Mittheilnng beS Protokolls bezüglich beS GestäubniffeS des Oberstlieutenants Henry und bei auf bie Angelegenheit Dreyfus be­züglichen Aktenstücke. Sarrien wird das Ergebniß der Prüfung der Aktenstücke dem nächsten Ministerrath mittheilen, der nach der Ernennung deS neuen Kriegs­minister stattfinden wird.

DaSJournal de St. PeterSbourg*, Organ des russischen Ministeriums des Auswärtigen, schreibt: Alle Kundgebungen der ausländische» Presse bezüglich des Rundschreibens vom 24. August be­weisen übereinstimmend, mit welcher Sympathie daS Vorgehen der russischen Regierung in bet gejammten Well auf genommen worden ist. Man zollt dem edlen, hochherzigen Gedanken, der diese Großthat hervorbrachte, überall hohe Anerkennung. Die Ein- müthigkeit der Aufnahme beweist in schlagendster Weise, bis zu welchem Grade die Erwägungen, die dem russischen Vorgehen zur Unterlage dienten, den innerste» Empfindungen aller Völker und bereit theuersten Wünschen entsprächen. Man kam überall zu der Ueberzeugung. daß die fortgesetzten Rüstungen für alle Völker drückende Last find, daß sie ein Hemmniß für die Entwickelung der öffentlichen Wohlfahrt bilden. Der glühendste Wunsch ber Völker ist, mit Ruhe in die Zukunft blicken unb sich friedlicher Arbeit bingeben zu können. Alle werde« sich darüber klar, daß daS System deS gegenwärtige« bewaffnete« Friedens seiner Tendenz «ach nichts Friedliches mehr an sich hat, als die Namen. Die Ausschreitungen

suche Gertrud mtt den Worten vorstellte:Meine Schwiegertochter, die Enkelin der Gräfin Frankenthurn.* »erzieh die junge Gräfin jetzt gern.

Nur eine schwere Aufgabe hatte die junge Fra« noch zu lösen; sie mußte versuchen, die Gräfin einer Verbindung ÄlementinenS mit Otto Marveldt geneigt zu machen. Ihrem Manne hatte Gertrud schon in Gastein von ben Wünschen feiner Schwester erzählt. Herbert, der ja mit Otto Marveldt zusammen auf« gewachsen nnb erzogen war, schien über diese Mit­theilung nicht besondere überrascht zu fein; er fand er wohl ganz begreiflich, daß sich diese Jugend- frenudschaft so entwickelt hatte. Er kannte und schätzte den jungen Man« als ehrenhaften Charakter und hatte gegen eine Verbindung der Schwester mit diesem umsoweniger einzuwenden, als er vorauSsah, daß feine Schwester sich überhaupt nur in einfacheren, bescheidneren Verhältnissen wirklich glücklich fühle» würden. Warum sollte also Herbert gegen feine Schwester Dorurtheile geltend machen, bie er nicht hatte sprechen lassen, als es sich um seine eigenen HerzenScmgelegenhett handelte.

Nun wäre seine Einwilligung für Klementine allerdings genügend gewesen, da er ja da« Haupt der Familie war. Indessen zögerte er, ohne Roth bie Mutter zu übergehen unb zu verletze«; die schüch­terne Klementine vor allem hatte bie Befürchtung, daß eine heftige AuSeinanberfetzung einen Bruch her- beiführen würde, der im Stande wäre, sie für immer ber Mutter zu entfremde». So hofften ben« bie Ge­schwister auf Gertruds Vermittlung, da gerade sie von Tag zu Tag mehr das Verttaue« und die Zu» Neigung der alten Gräfin gewann.

(Fortsetzung folgt.)