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Wöchentliche Beilagen: Krcisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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die hierher gekommen find, theils als Vertreter, theils an d«r Spitze ihrer Kontingente, welche am heutigen Tage in deu Reihen des CorpS so herrlich abgeschnitten haben.
Und fürwahr, wenn man die Söhne deS friesischen und
Das Kaiserpaar in Hannover.
Der Kaiser und die K a i s e r i u fuhren am 3. d. M. Vormittag kurz nach 9 Uhr zur großen Parade deS 10. Armeekorps, der 17. Division und der Kavalleriediviston bei Linden. Der Weg führte vom Residenzschlofle durch die Stadt Linden und das Dorf Ricklingen bis zum Ricklinger Holz. Am Eingang zur Stadt Linden hinter der Ihme-Brücke war eine Ehrenpforte ausgestellt, au der die städtischen Behörden, die Ortsgeistlichkeit und Ehrenjungftauen Ausstellung genommen hatten. Der Lindener Bürgermeister Lichtenberg hielt eine Begrüßungsansprache, in der er besonders hervorhob, daß, wie die gesammte deutsche Industrie, so auch die Lindener in der segensreichen Friedenszeit der Regierung des Kaisers Wilhelm emporgeblüht ist. Se. Majestät erwiderte, er freue sich, zu hören, daß die Industrie in Linden gute Fortschritte mache, und er erhoffe weiteres Wachsen. Eine der Ehrenjungftauen überreichte der Kaiserin einen Sttauß und sprach ein Gedicht; auch zwei Knabe» überreichten Sträuße. Die hohe Frau »ahm die Sttäuße huldvoll dankend an. Die Fahrt ging dann weiter zum Ort Ricklingen, wo gleichfalls eine Ehrenpforte aufgestellt war. Hier wurden die Majestäten begrüßt vou der Vertretung des Landkreises Ricklingen, dem Landrath, dem Kreisausschuß, den Kreistagsmitgliederu nebst den Geistlichen und Gemeindevorstehern der vom Paradefelde berührten Ortschaften. Landrath Dr. Meister hielt die Begrüßungsansprache. An der Spalierb ldung auf dem Wege zum Paradefelde betheiligten sich auch die Schulen, die Innungen und die Feuerwehr. Von allen Setten, aus Hannover sowie den umliegenden Dörfern und Städten, strömte eine riesige Volksmenge zum Paradefelde. Am Ricklinger Holz bestiegen Ihre Majestäten die Pferde.
Die Parade über das 10. Corps, die 17. Division und die Kavallerie - Division B war vom herrlichsten Wetter begünstigt. Tie ZugangSsttaßen zum Paradeplatze waren vom frühen Morgen an von dichten Menschenmasse» und Fuhrwerke» besetzt. Von 8y2 Uhr an erfolgte der Anmarsch der Truppen. In Parade standen an 46 000 Mann in zwei Treffen. DaS erste Treffen, vom kommandirende» General v. Seebeck kommandirt, umfaßte die 19., 20. und 17. Division mit den Infanterie-Regimentern Nr. 91, 78, 73, 74, 79, 82, 77, 92, 164, 165, 75, 76, 89, 90, 162, 163, sowie dem 9. und 10. Pionier- Bataillon. Das zweite Treffen, vom Kavallerte- Jnspektenr Generalmajor Lange kommandirt, umfaßte die Kavallerie-Division B mit den Regimentern der 19. Dragoner, 13. Ulanen, 16. und 17. Dragoner, 17. Husaren, 4 Kürassiere, 8. Husaren, 7. (Bismarck-) Kürassiere und 5. Ulanen, sowie der Feldartillerie- Regimenter Nr. 10, 26, 24 und daS Train-Bataillon
(Nachdruck verboten.)
Wie es endete.
Roman von Maria Theresia May, verf. de» preisgekrönten Romans „Unter der Königstanne." (Fortsetzung^
Gertrud verstand ihn und erröthete lebhaft. Herbert küßte die Hand seiner Frau. „Telegraphue," sagte er pr Rhoden j „Die Liebe hat gesiegt."
Als die drei fröhlichen Tischgenoffe» den Speisesaal verließen, begegneten sie Mrs. EoSwah, welche nach verlegener Verbeugung die Gräfin um eine kurze Unterredung bat. Unwillig gab Herbert Gerttnds Arm frei, an welchen sich nun Mrs. Cosway ver- traulich hängte und Gertrud zuflüsterte, daß fie im Lufttage ihres Sohne S gekommen sei, um zu erfahren, wie daS Berhältniß zwischen den Gatte» sei, da Mr. CoSway de» Umstcmd, daß Gertrud ohne de» Grafe» in Gastein sei, so gedeutet hätte, als wären fie nicht länger beisammen. Sie sähe ja nun baß er sich geirrt und so würde» den» alle seine Pläne hinfällig. Gertrud liefe MrS. Camay nicht weiter sprech«, fie wußte ganz genau, daß eS ihr bevorstand, ttgendwelche Taktlofigkett anhöreu zu müffen. So unterbrach fie also die redsellge Dame und theiltt ihr mit, daß der Jrrthum der Familie Coswcch verzeüich sei, doch sei der falsche Anschein entstanden, weil ihr Gatte über Wien habe reifen müssen, um die FamUieu-Jnwele» ihrer, Gerttnds Großmutter, der Gräfin Fraukenthurn, in Empfang }n nehmen, derselben Großmutter, um welche fie eben die Trauer trügen.
Mrs. Cosway erging sich in allerlei Entschuldrg- nngen, welche Gertrud unter mitleidigem Lächeln entgegennahm. Die junge Frau wunderte sich im stillen, wie geläufig es ihr schon geworden war von
Nr. 10. Kurz vor 10 Uhr traf das Kaiserpaar >eim Ricklinger Gehölz ein, wo der Kaiser in der chmucken Uniform seiner KönigSulanen mit dem Bande und Stern deS Schwarzen Adler-Ordens seinen nächtigen Fuchs bestieg. Auf dem Wege zur Truppenschau ritt der Kaiser durch die große Ehren- fforte am Beginn des ParadefeldeS; die Kaiserin, )ie eine silberfarbene Seidenrobe und daS Band mit >ent Stern des Schwarzen Adler-OrdenS trug, folgte in einem ä la Daumont gefahrenen Sechsspänner. Der Kaiser nebst seinem Gefolge sprengte auf den rechten Flügel der Parade-Aufstellung, wo er den Fronttapport des kommandttenden Generals entgegen« »ahm, während die Truppen unter präsentirtem Gewehr mit kräftiger Stimme den Morgengrnß des obersten Kriegsherrn erwiderten. Der Kaiser, gefolgt von der Kaiserin im Wagen, dem Earl of LonSdale zu Pferde, dem Botschafter Grafen Münster nebst Tochter im Wagen und einer großen Reihe fremd- herrlicher Offiziere zu Pferde, ritt im Schritt die Front beider Treffen ab, die Truppen scharf musternd. Nach Abnahme der Parade-Aufstellung ritt der Kaiser, gefolgt von der Kaiserin zu Wagen, vor die Tribüne, vom Publikum begeistert begrüßt.
Die Truppentheile, an denen der Kaiser vorbei war, formirten sich sofort zum Vorbeimarsch, die auf dem linken Flügel stehenden hatte» hierzu einen Weg von ungefähr dreitausend Metern zurückzulegen. Der Kaiser stellte sich mit dem Rücken gegen die Tribüne vor der Mitte derselben auf — dicht daneben nahm auch der Wagen mit der Kaiserin Aufstellung — und ließ hier die Infanterie zunächst in Kompagnieftovt im Schritt, die Kavallerie und Artillerie in Eskadron- resp. Batterieftont im Schritt vorbeimarschireu. Auf der Tribüne beobachtete man mit besonderer Aufmerksamkeit den Vorbeimarsch der zur Garnison gehörenden Regimenter, zunächst der wackren 73er, die die von dem hohen Chef Prinzen Albrecht vorbeigefühi t wurden und sich des Beifalls der Tribünenttitiker in hohem Maße erfreuten. Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg setzte sich an die Spitze des Mecklenburgische» Grenadier-Regiments Nr. 89. Großer Jubel aber erhob sich, als der Kaiser sein Ulanen» Regiment der Kaiserin persönlich vorführte. Das Publikum ließ es sich auch nicht nehme«, die Halber st ädt er Kürassiere beim Vorbeimarsch zu begrüße» — eine dem Heimgegangenen großen deutschen Kanzler gewidmete Ehrung.
Die Parade hatte drei und eine halbe Stunde in Anspruch genommen; nach ihrer Beendigung verblieben die Generale und selbstständigen Kommandeure beim Kaiser zur Kritik, während die Truppen direkt in ihre Quartiere abrückten. Infolge des Durchmarsches der Regimenter durch Linden entstanden starke Verkehrsstockungen, so daß die langen Wagen, welche viele Paradebesucher nach Hause beförderten, nur im Schritt
ihrer Großmutter zu sprechen; wie fie es auch betonen mochte, daß sich ihre Ansichten nicht geändert hätte» gegen ftüher, so war sie doch ehrlich genug, fich selber einzugestehe», daß fie zu der ihr an Bildung wett nachstehenden Frau mit einer gewiffen Herablassung sprach, welche Gertrud Meynert vollkommen ungerechtferttgt gesunde» habe» würde, die aber der Gräfin LandSkron ganz natürlich vorkam.
Gertrud war jetzt in zu gehobener und glücklicher Stimmung, als daß fie MrS. Cosway so antworten konnte, wie eS sich eigentlich gehört hätte. Sie empfahl fich der Dame daher kurz und wandte sich den Herren zu, welche fie in einiger Entfernung erwarteten. MrS. Cosway kehrte zu ihrem Sohne zurück, deffen unschöne Gestatt man an der Ecke deS Sttaubioger Platzes austauchen sah.
Damtt war die Sache abgethan. Mrs. CoSway und ihr Sohn verließ« am folgenden Morgen Gastein, und Graf und Gräfin Landskrou hörten nie wieder von ihnen. Herbert blieb mit seiner jungen Frau und Rhoden »och einige Tage. Gertrud suchte mit ihrem Manne noch einmal all die Plätze auf, die ihnen theuer waren; fie ging zu den Lebenden und zu de» Tvdte». Die Gräber der Eltern wurden besucht und der gute alte Pfarrer Ditzius, der aus Freude über fein glückstrahlendes Mündel, sei» Herzblatt, fich kam» zu soffen wußte; hoch in de» Bergen wurde auch bei der Gmber-Moui Vorgesprächen, die fast nichts hervorbringen konnte als: „Die Ehr, na die Ehr!"
Nur an dem. Dottorhause mußte Herbert und Gerttud wehmüthigeu Herzens vorübergehen, die Tante konnten fie nicht mehr aufsuche». Eindringlich aber batten beide dem Pfarrer, dem einzigen, welchen die alte verbittert- Frau noch empfing, 'ans Herz gelegt, für sie zu sorgen, und et hatte versprochen mit
vorwärts konnten, oft auch ganz auf der Stelle verharren mußten.
Auf beiden Seiten der Hamelnschen Chaussee hatten in vier Gliedern, also acht Rotten, ca. 9000 Mitglieder der Kriegevereine der Provinz Hannover, ans Oldenburg und Braunschweig Ausstellung genommen. Nach Beendigung der Truppenschau erschien zunächst die K a i s e r i n im Wagen und nahm den Rapport des Generals Bock von Wülfingen entgegen, worauf die Kaiserin dem Genannten die Hand reichte und über das Erscheinen so vieler wackerer Krieger Ausdruck gab. Einige Minuten später erschien auch der Kaiser auf der Chaussee an der Spitze seiner Ulanen-Regiments, empfing ebenfalls die Meldung des Generals Bock von Wülfingen und äußerte sich dann nicht minder erfreut über die zahlreiche Betheiligung der Kriegervereine. Beim Erscheinen des Kaisers begrüßte» die einzelne» Kolonne» Se. Majestät durch ein dreifaches Hnrrah, während die Musik „Heil Dtt im Siegerkranz„ spielte. Sodann kehrten die Kriegervereine nach der Stadt zurück. Gegen 2 Uhr kehrten die Kaiserin im Wage», der Kaiser bald darauf an der Spitze seiner Königsulanen, die unter den Klängen deS Finnischen Reüer- marscheS in den Schloßhof einrüteu, vom Paradefelde zurück.
Um l1/, Uhr folgte die Huldigung des Hannover'schen Mänuergesaug-Vereinsim Schlosse. Vor Beginn derselben ttat der Kaiser aus dem Nebenraum hervor, begrüßte zunächst Direttor Lachner und gab seiner Freude Ausdruck, daß ihm der Verein wieder einige Lieder Vorträgen wolle. Nach den Gesängen traten der Kaiser und seine erlauchte Gemahlin wieder zu den Sänger» und der Kaiser ersuchte, indem er seine lebhafte Anerkennung des Gehörten aussprach, nm Vorttag des Liedes „Der träumende See" von R. Schumann. Auf Wunsch der Kaiserin wurde dann ferner »och ein altniederländisches Lied von E. Kremser („Komm, o komm, holdes Kindchen"), bekanntlich ein Lieblingslied Ihrer Majestät, gesungen, dem sich eine Wiederholung des bekannten, Mozart zugeschriebenen Wiegenliedes und der schottische Bardenchor anschloß. Ferner kam der im Sommer 1899 in Cassel stattfindende Wettstreit von Deutschlands größeren Gesangvereinen um deu vom Kaiser gestisteteu Wanderpreis zur Erörterung, wobei Seine Majestät sich nach der Zunahme des Vereins erkundigte und hinsichtlich deS Wettstreits bemerkte: „Dann sehe» Sie nur zu, daß Sie oben bleiben."
Es folgte die P a r a d e t a f e 1. Se. Majestät der Kaiser brachte hierbei nachfolgenden Trinkspruch aus:
„Ich freue Mich, daß der heutige Paradetag Mir die schöne Gelegenheit gegeben hat, Euerer Exzellenz au der Spitze deS Armeecorps Meine Allerhöchste Zufriedenheit auS- sprechen zu können. Ich danke den hohen KontingentSherren,
Hand und Mund; doch hatte er schmerzlich darauf hingewiesen, daß die Tage Friedertte MeynertS wohl gezählt sei» dürsten. „Ihr unrnhevolleS Herz wird erst tat Grabe Ruhe finden," sagte er trübe. „Wohl denen, die den Frieden mit Sott und dem eigenen, Gewissen schon hieniede» erringen wie meine Gerttud, Sott segne Dich theures Kind!"
Bewegt schied daS Paar vou dem guten, milden Priester.
Wie anders war ihnen beiden jetzt die Heimreise als vor wenigen Monaten von Taormina, toie anders der Empfang im Schloß!
Rhoden hatte auf einer Zweigstation den Zug verlassen, um später nach Wien wetterzufahre», während Herbert und Gertrud ihrem Ziele entgegenrollten. AIS fie allein waren, fragte Gerttud zögernd, ob er feiner Mutter von dem Briefe Seuntniß gegeben und von ihrem Vorhaben damals Mtttheilnng gemacht habe.
„Gewiß habe ich daS getha». Doch bevor ich nach Fraukenthurn abreifte, hatte ich ihr eine Ab- schrist Deines Briefes geschickt und ihr gleichzeittg mitgetheUt, daß ich nach Wien fahren, die Juwelen holen und Dich dann anfsucheu würde. Ich hatte eine Erklärung von ihr gefordert und hatte ihr mit» getheitt, daß ich beabsichtige, sofort, nachdem eine Aussprache zwischen uns stattgeftmdeu habe, einen Wiener Anwalt mit der gesetzmäßigen Durchführung unserer Scheidung zu beauftragen, und daß ich bann uach LandSkron kommen würde, um alles, waS irgenb nöthig wäre, zu ordnen, da ich danach eine längere Reise, vieleicht auf Jahre hinaus antreten würde.
„3m Hotel in Wien erwartete mich bereits eine Depesche, der später ein längerer Brief folgte, in welchem Mama mich beschwor,, ich möchte „Vernunft annehmen" und eS nicht zum äußersten kommen
uied«rsächfisch«u Stammes in ihrer Maffe und in ihrer Schönheit in den Regimenter« zusammevgefaßt stehen sah, wie sie fich heute dem Auge darstellien, so konnte wohl dem obersten Kriegsherrn da« Herz höher schlagen. Wie viel mehr bei den Gedanken an die folgenschwere und schöne Geschichte, bie in den Fahnen der Regimenter verzeichnet ist, von deu zerfetzten Feldzeichen, die auf Spaniens Bode« ihren Regimentern vorangeweht haben bis zu den Tagen von MarS-la-Tonr, Spichern und Lolgny. Was die Regimenter damals geleistet und vollbracht haben, wie fie ihren Fahneneid mit ihrem Blute besiegelt haben, davon erzählt di» Geschichte.
Wir aber freuen Uns deffen, daß da» Resultat ihrer Thaten dar »»»geeinte und wiederrrstanden» diutsche Vatrrland ist, in deffen Mitte die Parade hat stattfindrn können.
Ich beglückwünscht daS Corps zu dem heutigen Tag« und hege die Hoffnung und die feste Zuverstcht, daß diese sturmerprobten Regimenter ebensogut wie auf der Parade auch im Manöver fich zeigen werden, und deS bin Ich gewiß, im Ernstfall« auch vor dem Feinde.
So erheb« Ich denn Mein GlaS und trink« auf daS Wohl d«S X. Armeecorps und der ihm angefchloffenen Regimenter. Hurrah! Hurrah! Hnrrah!"
ES folgte »och nach her Tafel der große Zapfeustteich.
Geste« (Sonntag) fand großer Feldgottes- dienst auf dem Waterlooplatze statt. Die Predigt hielt Militär-Oberpfarrer Coufistorialrath Dr. Rocholl über Epheser 6, 11—12. Der Kaiser blieb während der ganzen Rede stehen und hörte ihr mü sichtbarer Aufmerksamkeit zu, indem er unverwandt den Geistlichen ansah. Diesem Feldgottesdienste war zum ersten Male die neue Agende der preußische» LandeSkttche zu Grunde gelegt, wonach die ganze Gemeinde die Responsorien singt, während dieselben früher nur von einem Gesangschor übernommen wurden. Als der Gottesdienst beendet war, formirte sich die Kirchenparade zum Parademarsch, vorher trat der Kaiser in daS offene Viereck der Truppe» und hielt eine Ansprache. Auf die Waterloosäule deutend, wies er darauf hin, daß die Truppen hier auf historischem Boden ständen. Se. Majestät erinnerte an die Waffenbrüderschaft der Deutschen und Engländer bei Waterloo, in welcher Schlacht die Macht des Feindes enbgiltig gebrochen worden sei. Die englische Armee habe foeben, vor wenigen Stunden, in Afrika einen Sieg über einen viel stärkeren Feind errungen. Daraus forderte der Kaiser die Truppen auf, in ein Hoch einzustimmen auf die Königin von Großbritannien und Irland, die als Chef des 1. Garde-Dragoner-RegimentS auch dem deutsche» Heere angehöre.
lasse«. Sie schrieb mir, ich möchte ihr sofort mittheilen, ob Du noch in Frankenthurn seiest, sie wolle bann mit dem nächsten Zuge zu Dir fahre«, um zu verhindern, daß eine Trennung zwischen uns ftattfänbe. Für die Sache selbst hatte fie kein Wort des Bedauerns, sonde« schrieb nur, daß fie es nicht würde erhagen können, wieder jahrelang ohne mich leben zu müffen und vielleicht darüber hinsterbe», ohne mich je wiedergeseh« zu habe«. Ich antwortete ihr darauf, daß Du höchstwahrscheinlich schon in Gastein wärest, und verbot ihr entschieden, irgendetwas gegen meinen Pia» zu thun. Sie wäre auch zu spät gekommen; beim ich hatte mich beeilt, nach Gastein zu kommen, und zeigte ihr meine Ankunft an, und daß ich Dich vielleicht in einer Stunde schon spreche» würde, da ich in demselben Hotel ein Zimmer bekommen hätte, in welchem Du logirtest. Vorgestern habe ich ihr nur kurz mügetheitt, daß eine Aussöhnung zwischen unS stattgefnnde« hat," schloß er kurz, und es war ihm anzusehen, wie tief peinlich es ihm war, daS Verhallen feiner Mutter, mens auch nur in objekivster Weise, zu berühre».
Gerttud schmiegte fich eng an ihn an, und ein leichtes Seben ging durch ihre Glieder, als fürchte sie, daß der Kamps »on neuem beginnen könnte. Die Gedanken lassen sich nicht, bauen und namentlich so lange die Erinnerung noch ftisch ist. Man kau» wohl vergeben; aber das Vergessen muß die Zett lehren, fie muß die Eindrücke, die in der Seele haste«, durch neue verwischen, erst bann schwindet allmählich die Eri«ne«ng. Wer würde also Gertrud verübeln wollen, wenn ihr thassächlich leise Befürchtungen gekommen mären; es würde das nur rein menschlich gewesen fein. Doch sie hätte nichts mehr zu befürchten brauche».
(Fortsetzung folgt.)