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Freisinn und Lehrerschaft.

Bor wenigen Tagen beschäftigte sich eine zahlreich besuchte Versammlung Berliner Volksschullehrer mit dem Thema:Was erwarten wir von dem neuen Sbgeordenteuhause für die Volksschule?" Es gelangte eine stattliche Reihe von Forderungen zu einstimmiger Annahme. Die Berechtigung des Inhalts dieser Forderungen mag hier unerörtert bleiben. Nur darauf sei hingewiesen, daß einzelne in jener Ver- sammlung laut gewordene Wünsche des Lehrerstandes, insbesondere die gesetzliche Relikteu-Bersorgung, auch im Schooße der Regierung bereits zum Gegenstände eingehender Erwägungen gemacht worden sind, so daß ihre demnächstige Verwirklichung außer Zweifel steht. Eines fortgesetzten Drängens und Pochens bedarf es also nach dieser Richtung hin ganz und gar nicht.

Was uns hier aber vorzugsweise intcresfirt, ist die Stellungnahme des Freisinns zu den Wünschen und Forderungen des Lehrerstandes. Die freisinnige Partei hat auf einmal wieder ihr lehrerfreundliches Herz entdeckt. Der Grund hierfür ist offensichtlich: die Landtagswahlen stehen vor der Thür. Mit naiver Aufrichtigkeit gesteht dies auch die freisinnige Berliner Morgeuzeitung" ein, indem sie in einem Artikel unter der Ueberschrift:Alles für die deutsche Volksschule" schreibt:Gerade jetzt, wo die preußischen Landtagswahlen vor der Thür steheu,ist es Zeit, ganz be­sonders für die Forderungen der i Bolsschnle eiuzustehen." Hiermit unum­wunden eingestanden, daß die gegenwärtige Lehrer- fteundlichkett des Freisinns auf nichts anders denn auf Bauernfang hinausläuft.

Es ist wirklich eine edle Dreistigkeit, wenn das FreistnnSblatt sich pathetisch auszurufen getraut:Für Schule und Lehrerschaft haben die Liberalen stets ein offenes Herz und eine offene Hand gehabt." Das klingt nach den Erfahrungen der jüngsten Ver­gangenheit wie reinster Hohn. Aber die Freisinnigen werden sich vermuthlich irren, wenn sie mit dem kurzen Gedächtniß der preußischen Lehrerschaft rechnen zu dürfen glauben.

Wem verdanken die Lehrer das Besoldungsgesetz? Niemandem anders als der Regierung und den i konservativen Parteien. Man erinnere sich einmal gefälligst des Verhaltens der freisinnigen Volsvertreter bei dieser Gelegenheit. Und was geschah nachher, als das Gesetz seiner Ausführung harrte? Da schloß sich ganz plötzlich dieoffene Hand" des Freisinns, die den Lehrern prahlerisch hingehalte» wurde, so lange es nichts als Schmeichelreden kostete. Nun aber, da es die That galt, da preßte der kommunale Freisinn alsbald seinen Daumen fest auf den Stadtsäckel.

Selbst die Kommune Berlin, wo der herrschende Freisinn alljährlich mit so und soviel huaderttausenden Mark Ueberschuß im Etat prunkt, mußte erst von der staatlichen Aufsichtsbehörde zur Erfüllung ihrer Ver­bindlichkeiten gegenüber der hauptstädtischen Lehrer­schaft angehalten werde». Und wie hier, so geschah es noch in zahlreichen anderen kommuualen Herrschafts­fitzen deS Freisinns. Wahrlich, die Lehrer müßten auch nicht das leiseste Bedürfniß nach wirksamer. Ver­tretung ihrer Standesintereffen empfinden, wollten fie stch trotz solcher Erfahrungen auch fernerhin noch zu getreuen Schildknappen des Freisinns hergeben. Die freisinnige Preffe mag in plumper Wahlmache gegen­wärtig noch so laut schreien:Alles für die Volks­schule!" die Lehrerschaft weiß, was sie von solchem Geschrei zu halte» hat.

Umschau.

Die Affaire Henry beschäftigt zur Zeit die Preffe am Meiste». DerEklair" schreibt: Aus der Thatsache, daß Oberst Henry 1896 einen Brief fabricirte, tim die Schuld DreyfuS' durch einen Zusatzbeweis zu stützen, folgt nicht, daß Dreyfus 1894 ungerecht verurtheilt ward. Trotzdem haben dadurch sämmtliche Beweisstücke, die durch die Hände des Chefs des Bureaus gegangen find, einen ver­dächtigen Anstrich erhalten und müssen einer neuen strenge» Untersuchung unterworfen werden. Erst dann werden der Kriegs- und Justizmmister in der Lage sein, zu erkläre», ob der Prozeß voa obigen Thatsache» in Mitleideuschast gezogen wird und ob folglich der Prozeß von 1894 der Revision bedarf." Auch derPatrie" wird auf dem Kriegsministerium mitgetheilt, daß Cavaignacs Meinung über Dreyfus durch die Entdeckung der Fälschung nicht im geringsten stch geändert habe; es gebe eben nur ein beweis­kräftiges Schriftstück weniger. Ein sonst verständiger, aber ungeschickter Offizier habe einen F>hler be­gangen; dafür werde ihm die Strafe zutheil werden. Im übrigen habe Cavaignac alle auf den Prozeß bezüglichen Schriftstücke durchsetzen lasse»; sie seien alle in Ordnung. Die Fälschung des letzten Schrift­stückes habe also nur dazu gedient, die Beweiskraft der übrigen zu mehren. Was sonst die Missethat deS Obersten Henry anbetrifft, so wird diesmal darauf aufmerksam gemacht, daß er infolge mangelhafterBlldung vielleicht das Verbrecherische seiner Handlung nicht begriffen habe. Er wollte durch das Schriftstück, da8 den Namen Dreyfus brachte, der gesammten Wühlerei ein Ende machen, handelte also in guter Absicht, wenn er stch auch im Mittel vergriff. Die Köln. Ztg." schreibt jetzt: Im AuSlande wird man die Wirkung der Krisis vielleicht weniger tragisch beurtheilen als in Frankreich selbst, man wird dort der Meinung sein, daß es für Volk und Heer besser

(Nachdruck verboten.)

Wie es endete.

Roman von Maria Theresia May, Beif. des preisgekrönten RomansUnter der KvnigStmme."

(Fortsetznug.)

Seit Wochen und Monate» fuhr Herbert fort, legst Du es systematisch darauf au, daß ich unser AuSemandergehen als die einzig mögliche Lösung alles dessen betrachte, waS zwischen uns beide» liegt. Warum!? Großer Sott, hast Du mich für so schwach, so erbärmlich oder so einfältig gehalten, um anzunehmeu, daß ich eS ei» ganzes Lebe« laug ertragen haben würde, von meinem Weibe mit ver- 7 ächtlicher Gleichgiltigkeit, mit empörender Kälte be- handelt zu werden? Du hättest Dich nicht anders ! verhalten könueo, wenn ich ein schimpfliches Verbrechen begangen hätte: aber selbst ein solches verzeiht daS V Weib dem Manne, de» sie liebt. Aber Du liebst ! mich nicht! Ich bin längst zur Erkenutniß dieser Thatsache» gekommen, und vou dem Momente an, i als mir dieses Bewußtsein aufging, stand eS in mir fest, das Band zu lösen, was Dich au mich knüpft. Kein Weib hätte monatelang mit solcher Lo»seq»euz einen Groll sesthalte» können, de» weder Deine, mir ja allerdings bekannten Prinzipien, »och der so »»schuldige sogenannteBetrug" rechtfertigen, de» ich an Dir verbrochen habe. Im Eheleben steht nicht der Graf der Bürgerlichen gegenüber, sondern k der Mann seinem Weibe 1 Wohl hoffte ich in der Ueberzengung, daß Du nur aus Liebe die meine ge­worden wärest. Dein Herz wieder zu gewinnen, ich I meinte der Tag müßte kommen, an dem Du frei« ' willig mir die Hand reichen und Frieden machen würdest. Umsonst! Und mit tiefem Schmerze nahm

ich an Dir eine Herzeushärte, eine Unversöhnlichkeit wahr, die ich bei einer Frau für unmöglich gehallen habe. Ich hätte erzwingen könne«, was Dn mir ver­sagtest; das war mein Recht, doch der bloße Ge­danke erfüllte mich mit Widerwillen. Ich will weder Raub «ach Almosen; nur die freie Gabe Deiner Liebe kann mich beglücken. Da Du mir diese micht biete» kannst, gebe ich Dich frei. Wozu sollen wir die Onal dieses Jahres ohne Noth noch Vetter tragen?"

Unerwaudt ruhten Gertruds Augen auf dem Ant­litz ihres Mannes. Glühende Röthe bedeckte seine Stirn, die Augen flammten. Noch niemals hatte fie ihn so7gesehen, die Verkörperung edelster Mannes­schönheit uud leidenschaftlicher Kraft, niemals hatte fie ihn spreche» gehört wie heute; wie ein glühender Strom schlug feine Rede brausend an ihr Ohr. Aber merkwürdig, nicht zerschmrttett, nicht gedemüthigt fühlte fie stch, eine seltsame Genugtuung, eine Art stolzer Freude empfand fie dabei. Freier klopfte ihr Herz, nur auf ihrem Kopfe fühlte fie einen schmerzende» Druck, nud mitten t» derjGedaukeufluth, die durch ihre Seele wogte, erinnerte fie sich der großenfSchilderpattnadeln, welche ihre Zöpfe zusarnmen- tzielten, die thate» weh. Mechanisch zog fie die Nadeln heraus, so daß die prächttgen goldig schimmernde» Flechten ihr lang über den Rücke» herabfieleu, und dann fragte sie leise:Weshalb hast D» bis heute gewartet, um mir dies alles zu sagen?"

Wie schön fie war, wie schön! Nicht die rasfinirteste Koketterie hätte fich in diesem Augenblick mit höherem Reize zu umkleide» vermocht, als es Gertrud unbewußt gethan hatte. Herbert blickte starr durchs Fenster auf die vom Winde faust bewegten Zweige der prachtvolle» Eichengruppe vor dem Hotel, um nur dies Haar, nicht mehr zu sehen.

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! J2 206

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sei, weun ein Jrrthum erkannt und eingestanden wttd, selbst wenn darob im Generalstab ein neuer CmS nöthig werde» sollte, als daß die Lüge fich, weiteres Unheil zeugend, in der Armee eiuniste und diese 6ti leite, auch am Volk zum Betrüger zu werde«. Man wird hier ferner den Jrrthum, den BoiSdeffre und feine Mitarbeiter auf diesem einen Gebiet be­gangen haben, zu kennen wissen von ihre», auf dem eigentlich milttärischen Boden liegen­de« Fähigkeiten, und fich hüten, daraus, daß die höchsten Spitzen der Armee sich in grausamer und schwer verständlicher Weise habe täuschen lasse», den Schluß zu ziehen, daß diese Armee selbst vom Kopf bis zu Fuß verrottet sei, den» eine solche Anschauung könnte dem, der fie hegt, verhängnißvoll werde», wen» er einmal im Kriege die Probe auf ihre Wahrheit mache» müßte. Dagegen ist man im AuSlande vielfach der Meinung daß diese ganze DreyfuSgeschichte und alles, was damit zusammen­hängt, nur auf einem Nährboden so üppig ins Kraut schießen konnte, der für sie besonders geeignet und empfänglich ist. Ruhige Bemtheiler, die ohne Vor­eingenommenheit an die Sache herautteten, glauben, daß die krankhafte Sucht, alle Vorgänge des politischen Lebens mtt de» Niederlage» des letzte» Krieges in irgend eine Verbindung zu bringen, die fixe Idee, die aller Gedanken ausschließlich auf die Revanche an Deutschland richtet, hauptsächlich a» allem Unheil schuld sind. Diese Befangenhett in der An­schauung, daß Deutschland der einzige Gegner sei, der mit alle» Mitteln Frankreich zu schaden und seine Wehrkraft zu schwächen suche, de» man deshalb auch mtt allen Mitteln schädigen müsse, schlug die Generäle, die Minister, das ganze Volk mit Blindheit und machte sie zu Narren eines plumpen Fälschers, der, wiederum selbst ein Opfer jener fixen Idee, noch obendrein glaubte, ein patriotisches Werk zu thun. Hoffentlich fragt die bittere Lehre, die Frankreich jetzt über sich ergehen lassen muß, dazu bei, es aus dem Revanchetaumel zu erwecken und den Bann zu heben, der seine beste Volkskraft lahm legt und der die wahre uud letzte Ursache der Uebel ist, die dem Zaren jetzt das befreiende Wort von der Abrüstung auf die Lippe» gedrängt habe».

DiePost" schließt einen, dem heuttgen Sedan - tage gewidmeten Artikel wie folgt:Mögen die Schwierigkeiten der Abrüstung »och so groß sein, so wird die deutsche Regierung trotz alledem kein Be­denken fragen, mtt Rußland vereint den Versuch zu wagen: ob man nicht der Welt einen dauernden Frieden sicher» kann. Doch die schöne Hoffnung auf ewigen Dölkerftieden winkt erst in weiter Ferne; bis dahin find der Mühen und Enttäuschungen noch ge­nug. und keinen Augenblick dürfen wir unsere Wehr bei Seite legen und sorglos die Brünne öffnen. Von

Nach den Begriffen meiner Standesgenossen hatte ich eine Mesalliance geschloffen, und ver­zeihe Du warst arm," antwortete er auf ihre Frage.Mein Stolz sträubte sich dagegen, daß man in unserer Scheidung das Eingeständniß einer Jrr- thums erblicken sollte. Dein Stolz, davon bin ich überzeugt, hätte jede Art von Subventton zuröckge- toiefen. Diejenige aber darben zu sehen, die mein Weib gewesen, das ging unmöglich an! So würde ich mich eben in das Unvermeidliche gefunden und eine Last »eiter getragen haben, die nicht abgeschüttelt werden durste."

Und jetzt fallen diese Gründe weg!" sagte Ger­trud, als Herbert time hielt.Da ich die anerkannte Enkelin und Erbin der Gräfin Frankenthurn bin, ist unsere Verbindung keine Mißheirath mehr, und ich reich genug, um ohne Deine Unterstützung völlig standesgemäß leben zu können!--"

Herbert nickte, ohne fich «mznsehen. Wie klar und fest ihre Stimme klang! Doch was wollte er? Er wußte ja, wie sehr fie ihre Freihett ersehnte!

Nun, in Wahrheit," fuhr Gertrud fort,ist nur Dein erster Grund beiseite geschafft; was den zweite» anbelangt, bi» ich heute genau so arm wie in den Tagen, da ich im ToktorhauS zu Böcksteu Fächer stickte. Ich habe daS Erbe meiner Großmutter nicht einen Augenblick als mein Eigenthum befrachtet. Meine Anschauungen haben fich zwar in manchen Punkten geändert; was aber den Besitz anbelangt und besonders den von der Gräfin Frankenthurn geerbte», so bi» ich durchaus die Tochter meiues Vaters gebliebe». Sobald ich freies Verfügungsrecht über mein Erbe habe, gebe ich daffelbe sofort gemeinnützigen Institutionen.

Schon während ihrer letzten Worte hatte sich Graf LandSkron wieder der jungen Frau zugewendet

allen Seiten sind wir einem Angriff ausgesetzt, und gar leicht möchte der Pfeil eines im Gebüsch ver­borgenen Schützen uns ins Herz fahre», wen» tofc schon jetzt im Schatte» des Waldes uns an dem Friedensborn laben wollten. So gilt es denn aus- znhalten in Waffen und Wehr, bis auch unsere Nach- 6ar» fich entschließe», gleichzeitig und in gleichem Maße Pflugschaaren auS den Werkzeugen des Krieges zu schmieden. Und was als Antwort auf des Zaren Botschaft von der Seine her tönte, klang nicht wie ein Widerhall; dennRevanche" undElsaß und Lothringen", diese vielbedeutenden Worte vernahmen wir aus dem tausendstimmigen Gewirr. Elsaß und Lothringen ist aber deutsch und soll deutsch bleibe» in alle Zett. Keine Friedenskonferenz kann uns zu- muthe», die endlich zmückeroberten avulsa imperii am Rhein und an der Mosel abermals den Welschen preiszugeben; daS hieße ja: das Erbe aus großer Zeit verschleudern. So lange ein Hohenzoller aber das Reichsbanner hält, kann barum von einer Rück­gabe des deutschen Landes nie die Rede fein.

In einzelnen Gegenden sind die Behörden be­müht, die im § 119 a her Gewerbeordnung erlassene Bestimmung über die Auszahlung der Löhne minderjähriger Arbeiter an deren Eltern und Vormünder, welche bekanntlich nur einen fakultativen Charakter hat, mehr als bis­her zur Durchführung gelangen zu lassen. So hat sich auch der Regierungspräsident von Aachen an die dortige Handelskammer mit einer entsprechende» An­regung gewandt. Die Handelskammer hat nun zu der Frage folgende Stellung genommen: Der Erlaß eines OrtsstatuteS würde zweckmäßig sein, jedoch müßten die Bestimmungen deffelbe» so gehalten sei», daß zu der bereits vorhandenen. Arbeitsanhäufung in Folge der sozialen Gesetzgebung nicht noch eine belangreiche Belastung der gewerblichen Betriebe ein» trete. In diesem Sinne wäre die Form der Statuten am besten so zu gestalte», daß die Eltern der Kinder lediglich die Kenntnißnahme des an die Minder­jährigen verabfolgten Lohnes in bestimmten, etwa vierwöchentlichen Fristen zu bescheinigen haben. Zu diesem Zwecke wären für die Minderjährigen Lohn­bücher anzulegen, in denen die Höhe des Lohnes an­gegeben wird und in denen ferner die Elter» die Einsichtnahme unter schriftlich zu bestätigen haben. Die neue Lohnauszahlung nach Ablauf der vier- wöchentlichen Frist ist nur zulässig, wenn die ordnungs­mäßige Unterschrift der Eltern im Lohnbuche beige­bracht ist. Auf Antrag müßte ferner die Polizei­behörde für Dispense zuständig erklärt werden, so­wohl für die Fälle, in denen die Eltern oder Vor­münder für die Kontrolle der Lohnverhältnisse der Minderjährigen für unwürdig erweisen, oder aber

Das hätte ich eigentlich vermuthen müffen," sagte er langsam,eS ist durchaus logisch, wie Du ja bis jetzt überhaupt immer logisch gehandelt hast. Du mußt eS also doppett fteudig begrüßen, daß ich in die Scheidung willige; den» D» weißt, daß die Fran i» unserem Staate nicht ohne Zustimmung des Mannes über ihr Vermögen verfügen kann."

Ja, aber darum sorgte ich nicht!"

Meinst Du, ich hätte eingewilligt. Dein Vermöge» Wohlthätigkeits-Anstatte» zuzuwenden?

Du würdest es verwaltet haben wie das Deinige; für Andere," sagte fie einfach, und der warme Ton berührte wie eine Liebkosung Herberts Ohr.

Ach, Täuschung, nichts weiter," dachte er und fuhr dann fort:So würdest Du Dich jetzt dazu verstehen ein Jahrgeld von mir anzunehmeu?"

Anstatt zu antworten, fragte fie zurück:Und wo, denkst Du, daß ich leben, daß ich bleibe» soll?"

Auf Frankenhof, das wäre das Richtigste. Wenn D» das jedoch »icht als Dein Erbe befrachte» magst, so wähle Deine» Aufenthalt »ach Beliebe». Taste Friederike nimmst Du z« Dir..."

Meine Tante hat mir die Thür gewiesen." Dir!? Wan»?

»Vor zwei Stunden; ich kam von ihr, als ich Dich und Rhode» traf."

A»S welchem Grunde?"

Weil ich eine Aristokratin geworden bin, wie fie sagt, und Dich nicht sofort verlaffen habe, als ich erfuhr, Du seiest Graf LandSkron."

Und waS hast Du geantwortet?"

Daß ich Dich liebe!" erscholl es sauft und ein­fach aus Gertruds Munde.

(Fortsetzung folgt.)