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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

S»h. lug. Koch, Univirfitätr-Buchdruckern in Marburg, ««-»oNvoNttch für btt Xedakti-N: «adaktmr M. Hartman« ta Marburg

Apedition: Markt,1. - Telephon S8. VVIIUlKßPVlIllb zkedaktto«: Markt S1. - Telephon 55.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Eonn- und Feiertagen. QuartalS-AbonnementS-PrriS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,26 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge­spaltene Zeile oder derenRaum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

Mlavkurg

Mittwoch, 31. August 1898.

Anzeigen nehme» entgegen: die Spedition dieses Blatte«, die Annoncen- Bureaux von Haasenftein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde- bnra, Wien; Rudolf Moffr, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; L. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berkin, Hannover, Pari» re.

33. Jahrg.

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für den Monat September auf die «rH«ff. Ltitrmg nebst deren Gratisbeilage«

KreiSblatt" für die Kreise Marburg uni Kirchhain,Illustriertes Sonntag- blatt" undVerloofungsliste der Kgl. preußischen Klassenlotterie" werden von allen Poflanstalten, Landbrief­trägern, in der Expedition (Markt 21s, spwie von unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain, Neustadt und Wetter entgegengenommen.

Zur Lage der Lohn-Arbeiterschaft.

Die sogenannteVerelenduugS - Theorie", der zufolge die Lage des Lohn - Arbeiterstandes in einer ständigen Verschlechterung begriffen sein soll, ist neuer­dings bekanntlich von den wissenschaftlich hervor­ragendsten Führern der Sozialdemokratie selber auf­gegeben worden. Das hindert aber natürlich nicht, daß man dieselbe in der praktischen Agitation dennoch nach wie vor als wirksamstes Zugmittel verwendet. Wo bliebe die Sozialdemokratie ohne den Nährboden der Unzuftiedenheit, und deßhalb bedarf dieser Boden fortgesetzt der intensivsten, kunstvollsten Pflege. Den Arbeitern muß ihrElend" immer von neuem in möglichst schwarze» Farben geschildert, muß der Ab­stand, der sie von derBourgeosie" trennt, immer wieder möglichst grell vor Augen geführt werden, damit in ihrem Herzen nur ja nicht dasschändliche Laster der Unzufriedenheit" sich emniste.

Solchem verwerflichen Treiben mit der Fackel der Wahrheit entgegenzutreten, dürfte daher eine niemals außer Acht zu lassende Pflicht der staatserhaltenden Parteien sein. Zudem ist die Erfüllung dieser Pflicht keineswegs besonders schwierig. Vielmehr liegen allenthalben statistische Nachweise bereit, um in völlig unanfechtbarer Weise darzuthun, daß gerade das wirthschastliche Niveau der Arbeiterklasse in ständigem Steigen begriffen ist.

Einige Beispiele auS neuester Zeit mögen dies erhärte». Vom statistische» Amte der Stadt Berlin sind ueuerdiogS für den Umkreis der Reichshauptstadt zuverlässige Daten über die Löhne aller, auch der in den handwerksmäßigen und kleingewerblichen Betrieben beschäftigten Arbeiter zusammengestellt worden. Dabei aber hat sich ergebe», daß die große Menge der männlichen Arbeiter in Berlin thaffächlich (nicht etwa

(Nachdruck verboten.)

Wie es endete.

Roma» von Maria Theresia May, verf. deS preisgekrönten RomansUnter der KönigStanne." (8etti*miJ

Als Herbert nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Wie« den Freund dringend aufforderte, mit »ach Gaste« zu reise», wo er, Herbert, mit Gertrud zu- sammenzutreffe» gedenke, da willigte er gern ein; fei» Urlaub war »och nicht abgelaufen, und er hoffte Herbert und seiner Frau von Nutzen sei» zu können. Gerade weil Herbert sich so verschloffe» gegen den Freund zeigte, war dieser sicher, daß eS zu einer entscheidende» Aussprache zwischen den Ehe­gatte» komme» würde; das ^Verlangen Herberts, Rhoden möge ihn begleite», bestärkte denselben nur in seiner Bermuthung.

Daß Herbert ernstlich den Entschluß gefaßt hatte, sich von seiner Frau zu trenne», würde Rhode» aller­dings nicht für möglich gehalten habe»: aber er kannte die ttotz aller HerzenSgüte und Neigung zur Romantik unbeugsawe Energie Herberts und kannte auch die stolze Heftigkeit GerttudS. Diese Charaktere, so fürchtete Rhoden, konnte eine Aussprache eben­sogut für immer entfremde» als.vereinigen. Und doch liebten sich die beide«, Rhode», der erfahrene, kundige Mau» sah imd fühlte eS, in Gertruds Herzen lebte offenbar heute die Liebe zu ihrem Manne viel heißer als in de» Tagen, da sie seine Braut wurde.

Und er inte nicht. Gertrud war allmählich deS einsamen, abgeschloffeneu Lebens »eben der Tante überdrüssig geworden. Das tägliche Einnlei, daS nach der Uhr geregelte Tagewerk fing ihr an lästig

nur rechnungsmäßig, indem man Tagessötze mit Jahreszahlen multipliziert) 1000 bis 1250 Mark jährlich verdient. Wesentlich höher stellt sich das Lohn-Einkommen solcher Arbeiter, die in kunstgewerb­lichen Betrieben beschäftigt sind oder eine besondere Kunstfertigkeit beherrschen. Diese Ergebnisse nun lassen jedenfalls die Behauptung von einerelenden" Lage der hauptstädtischen Arbeiter als durchaus hinfällig erscheinen.

Ein anderes Beispiel zur Widerlegung sozial­demokratischer Schwarzmalerei bietet der soeben er­schienene Bericht der Handels- und Gewerbekammer zu Dresden für das Jahr 1897 dar. Hierin heißt es:Die Lage der Arbetter, namentlich der Fabrik­arbeiter, hat sich im allgemeinen wiederum gebeffert. Das geht nicht nur aus der abermals großen Steigerung des eivgeschätzten Einkommens auS Gehalt und Löhnen hervor, sondern auch aus den uns zn- gegangeuen Berichten, nach denen die Löhne in sehr vielen Betrieben gestiegen sind, obwohl sie schon in den Vorjahren in vielen Betriebe» erhöht worden waren. Für die Stadt Dresden enthält überdies der Bericht der Ortskrankenkasse, welche Ende 1897 73 304 Mitglieder zählte, hierfür schlagende Beweise. Es fand nämlich, wie dieser Bericht bemertt,ein bedeutender Aufschwung aus den uuteren nach den oberen Unterstützungsklassen" statt.

In dem gleichen Sinne zeugt endlich auch noch der Verwaltnngsbericht der Knappschasts-BerufSgenoffen- schaft für 1897. Auch aus den Tabellen dieses Be­richts läßt sich entnehmen, daß die Arbeitslöhne in stetig aufsteigender Richtung begriffen sind. Beispiels­weise betrug im Bezirk Bochum der Jahreslohn eines Kohlen-Arbeiters 1886 833 Mark, 1897 dagegen 1120 Mark. In den sächsischen Revieren aberfinden wir als Jahresverdienst 1886 832 Mark, 1897 da­gegen 1024 Mark.

Diese Beispiele stehen aber durchaus nicht ver­einzelt da, sondern laffen sich, wie bereits oben an- gedeutet, beliebig vermehren. ES geht daraus jeden­falls zur Evidenz hervor, daß die ewigen Klagen der Arbeiterklasse einzig und allein in dem Agitations- Bedürfnisse, keinesfalls aber in thatsächlichen Ver­hältnissen ihren Ursprung haben.

Umschau.

Die Friedenskundgebung des Kaisers v o n R u ß l a n d hat, man kann nicht sagen wie ein Blitz ans heiterem Himmel, sondern wie ein heller Sonnenstrahl zwischen drohenden Gewitterwolken gewirkt. Polittsch ungeschulte Leute, insbesondere die FriedenSvereinler, werden sie mit tosendem Beifall aufnebmen, aber auch der kühle Politiker, der weiß, wie wenig Gewicht im allgemeinen Beschlüsse und schöne Reden in dem ftrrchtbaren, ehernen Gesetzen

zu werden. Ihre Phantasie entwickelte sich und mit dieser Entwickelung kam die Sehnsucht, über den engen Kreis, der ihr gezogen war, hinaussehen zu könne», andere Menschen, andere Orte kennen zu lernen und nicht täglich dieselben Gesichter zu sehen, die heute so. genau waren wie gestern. Die Erkenntniß ihrer Schönheit war ihr nicht ganz verborgen, und damit war wohl auch ein gewisses Bedauern dmüber, daß sie so allein für stch blühe» und verblühen sollte, über sie gekommen, war sie doch ein Weib, dem das Blut genau so i» de« Adern rollte wie allen andern. Nu« trat Herbert in ihren Kreis, der erste junge Mann, mtt dem sie eigentlich näher zusammenkam. Wäre eS ein anderer, weniger hübsch, weniger intelligenter gewesen, und hätte er weniger vermocht, ihr zu imponiren, auch dann würde er ihr Interesse erweckt haben, und seine Bewunderung hätte ihr ebenso geschmeichelt, ihr genau so die Befriedigung gewährt, die ihr die Neuhett de» Umgangs gewähren mußte.

Herberts Fürsorge, seine Zartheit und Aufopferung, nachdem er ihr Gatte geworden war, hatte» sie gerührt. Sie erkannte Herberts groß u»d edel angeigte Natur ihrem vollen Werthe uach von dem Momente a», wo sie, ihre Stellung vertheidigend, ihrer stolzen Schwiegermutter gegenübergetreten war. Sein durchaus lauterer Charafter, dessen Reinheit ja nur für ganze httge Zeit von ihrer Schwieger­mutter getrübt werden konnte, erzwang ihm ihre volle Achwng, aber bamit auch nicht mehr. Liebe ist eine Blume, die nicht auf jedem Bodeu wächst, und manche Naturen lernen sie überhaupt nicht kennen. Gertrud gehörte nicht zu diesen, sie war fähig zu liebe»; doch die Liebe hatte eine« weiten Weg durch Wirrniffe bei ihr zu machen, ehe sie ihr Herz auS- füllte und Gefühle darin verdrängte, die erst über Bord geworfen werden mußten, um Platz dafür zu

gehorchenden Kampfe um'S Dasein haben, muß, so sagt dieKöln. Zeitung", der russischen Kundgebung dennoch einen hohen Werth beimessen. Wenn auch eine unabsehbare Reihe praktischer Fragen sich der erstrebten Lösung entgegenthürmt, so ist eS doch von moralischer Bedeutung, daß die drückende Last der Kriegsbereitschaft ohne Umschweif als solche bezeichn-t worden und dem tief in den Völkern schlummernden Wunsche nach Verminderung der Rüstungen, der sich angesichts der scheinbaren Unmöglichkeit seiner Er­füllung nur wenig hervorgewagt hat, offen Ausdruck gegeben ist. Man muß selbstverständlich den Gedanken abweisen, daß Rußland, bloß um irgend einen diplomatischen Zweck ohne grundlegende Bedeutung zu erreichen, ein Schauspiel in Scene setzte, das so sehr die öffentliche Meinung der ganzen civilisitten Welt zu erregen geeignet ist. Wie dem aber auch sei, wie ftoh man die Botschaft des Zaren begrüßen mag, man darf nicht vergesse», daß sie eben einen Plan bringt, über dessen praktische Ausführung man bis jetzt uur nebelhafte Vermuthungen äußern kann. Deutschland hat unter dem großen Lehrmeister Bismarck einen klaren Blick für das Gegenständliche und Erreichbare gewonnen, und es ist durchaus nicht anzunehmen, daß die deutsche Regierung sich in einer die Sicherheit des Staates irgendwie gefährdenden Weise bindet. Aber geschickte Parteiführer werden dem sogenannten deutschen Idealismus, der sich fteilich manchmal als schönmaskirte Sorge um den Geldbeutel und politische Theilnahmlosigkeit darstellt, das Wort des Zaren als ein moralisches Verbot weiterer Verstärkungen der Militärkraft darstellen und jedes dahingehende etwaige Verlangen der Regierung als unnöthig und frevelhaft bezeichnen. Ihre Wider­legung ergiebt sich aus der Botschaft selbst, denn sie erkennt an, daß die einzelnen Staaten nicht aus Willkür, sondern unter dem mächtigen Drucke der Nothwendigkeit handelten, wenn sie ihre Rüstung nach Kräften und über ihre Kräftr hinaus zu ver­vollständigen suchten. Dabei wird es bleiben, solange nicht der Plan des russischen Kaisers einigermaßen greifbare Gestalt gewonnen hat. Wenn der Kaiser seinen Plan durchzuführeu vermag, so hat er eine der größten und schönsten Thaten der Weltgeschichte vollbracht, eine neue Zeit heraufgeführt. Deutschland besonders wttd, soviel eS vernünftigerweise irgend vermag, die edlen Bestrebungen fördern, aber dennoch wird eS für die nächste Zeit sein Pulver ttocken halten und einen verfrühten und deßhalb verderblichen, schwächenden Einfluß der Friedensbotschaft auf seine innere und äußere Politik nachhalttg abwehren.

Die ftanzösischen Blätter begrüßen das Rund­schreiben des Kaisers von Rußland als eine edle und großmüthige Seußemng der Menschlich- kcit und sind einstimmig der Ansicht, daß sämmtliche

schaffen. Sie hatte Herbert wegen der ihr vorgespiellen Komödie mehr wie nur) gezürnt; aber jede einzelne Phase derselben hatte ihr immer deutticher bewiesen, welchen Platz sie in seinem Herzen einnahm, wie vollständig sie sein ganzes Sein erfüllte. Aber auch das hatte da» FlämmchenGernhaben" nicht zur lohenden Gluth der Liebe anfachen können. Erst vor die Entscheidung gestellt, erst als sie ben Umgang mit ihm vermißte, als sie allein war, konnte» bie Faktoren, bie vorher ben Boden zu ebnen versuchten, eingreifen und konnte» ihr zeige», was sie willens war aufzugeben: die Liebe eines Mannes, ihres Mannes, der unablässig bemüht gewesen war, sie zu überzeugen, baß sie ihm Alles sei, daß e8 nichts auf bet Welt gäbe, was ihn mehr beglücken könne, als ihre Liebe, llnb wenn »och irgenb etwas gefehlt hätte, nm ihre reine Liebe zu ihrem Maune zur vollsten Blüthe zu entfalten, so hatte ihre soeben stattgehabte Zusammenkunft mit ihrer Tante Friederike alle noch in ihr schlummernden Gefühle voll und ganz geweckt, und sie hatte eS heiß im Herzen gefühlt, al» er vorhin mit Rhoden ihr so plötzlich »nd uner- roortet gegenübertrat. Ihm gehörte auch sie voll und ganz, daS hingebende liebende Weib dem Menschen Herbert Landskro«, der, ob Graf »der Künstler, doch derjenige war, der sie erwählt, der sie zur Gattin, zur Krone seines Hanpies erhoben hatte. Schüchtern blickte.sie jetzt auf ihn, sie wußte ganz genau, daß jetzt der Moment gekommen war, welcher über ihr ganze» ferneres Leben enffcheibe» mußte; nnb wenn sie auch gitterte, Gertrud zagte nicht, sie wußte, daß sie ihm Alles war, freilich, wie die Abwickelung der Differenz zwischen ihnen vor sich gehen sollte, das war ihr noch unklar, und sie wagte auch deshalb kein Wort.

Wir haben ttotz der Hochsaison Zimmer im

Mächte an der Abrüstungskonferenz theilnehmen werden; doch äußern sie sich im Allgemeinen zweifelhaft über die Ergebnisse dieser Verhandlungen. DerFigaro" nennt bei seiner Besprechung den Vorschlag deS Zaren eine großherzige Selbsttäuschung. Der Ga'ulois" bemertt, Frankreich würde bei einer Abrüstung nicht das gewinnen, was Rußland und die andere» Mächte gewinnen würden, weil daS, war Frankreich jetzt fehle ihm auch nach der Abrüstung weiter fehlen würde. Allerdings würde es ebenso wie alle anderen Mächte den Vortheil haben, daß eS finanziell erleichtert würde. DerSoleil" spricht die Hoffnung aus, daß Frankreich Sicherhett dafür erhalte, daß es seine berechtigten Hoffnungen im Osten nicht atchugeben brauche. In demselben Sinne spricht fich derMatin" aus.Autoritö" und Libre Parole" zollen der Anregung des Kaisers ohne Einschränkung ihre Anerkennung.Journal" fragt, ob der kaiserliche Vorschlag eher Verstimmung als Beruhigung Hervorrufen werde. Trotzdem sei er ein glückliches Vorzeichen für die Zukunft.Radical" wünscht dem großherzige» Anttage alle» Erfolg, doch sei es nothwendig, vorher gewisse Fragen zu regeln, deren sich der französische Pattiotismus niemals entäußern könne.Rappel" hält es gleichfalls für nothwendig, gewisse dem Rechte zvgefügte Schäden wieder abzustellen.Siöcle" meint, seit dem Wieder­erwachen der militärischen Leidenschaften habe dieser Versuch erhöhtes Jntereffe. Auch dasPetit Journal" hofft, daß bei der abzuhaltenden Konferenz die Haupt­fragen, deren Lösung im Interesse des Friedens nothwendig fei, gemäß den unverjährbaren Rechten der Völker geregelt werden.Petite Republique" schreibt: Der Kaiser habe eine große Thai gethan, deren Plötzlichkeit noch deren Tragweite erhöhe, aber der Sozialismus allein könne die Träume des Kaiser» zur Verwirklichung bringen.

DemStandard" erscheint mit Rücksicht auf die neuere Entwickelung der Dinge in Asien und Amerika der für die russische Kundgebung gewählte Zeitpunkt nicht vollständig günstig; er meint übrigen», wenn der Kaiser seine Beamten veraulaffe» könne, von aggressiven Plänen und Gebietserweiter­ungen Abstand zu nehmen, würde das ein großer Schritt zur Allgemeinen Entwaffnung fein. Besonders das Aufgeben der aggressiven Politik in China würde das Mißttaueu beseitigen helfen.Chronicle" spricht davon, was die Cyniker sagen könnten, natürlich ohne solche Ansichten zu theilen.Morning Post" bettachtet die Sache grobe von diesem cynischen Stand- puntt auS. Rußland habe in zehn Jahren mehr neues Gebiet erworben, als es m fünfzig asfimiliren könne; ihm paffe bie Abrüstung sehr gut, England aber gar nicht. Ein Heer könne in zwei, drei Jahren, eine Flotte nur in zehn, zwanzig Jahren wieder­

feiben Stockwerke bekommen, in dem Sie wohne», Frau Gräfin," bemerkte Rhoden, als sie das Gast­haus erreicht hatten, in dem Bemühen, ein gleich- giltigeS Gespräch anzuknüpfen.Allerdings hat unS die liebenswürdige Hotelbesitzerin gleich erttärt, wir könnten die Zimmer nnr für zwei Tage haben, sie seien für später schon vergebe». Wir konnte» die schöne Fran Straubinger auch beruhigen, da Herbert bereits morgen wieder fort., will, vorausgesetzt, daß Sie einverstanden find.

Ich fahre morgen auf jede» Fall fort," mtter- brach Herbert fast rauh seine» Freund.Die Ent­schließungen meiner Frau können jetzt keinen Einfluß mehr auf die meinigen haben."

Dn triffst aber den Ton deS Eheherrn und Ge­bieters ausgezeichnet, Deine Frau sollte Einsprache erheben," sagte Rhoden scherzend, obgleich er über Herberts Bemerkung erschrocken war.

Gertrud ließ hastig den Arm HerbettS los. Wann wünschest Du zu speffeu," fragte sie unsicher, und wo? Ich habe gestern auf meinem Zimmer gegessen."

Herbert zog die Uhr,eS ist noch sehr stüh, wtt können später darüber bestimmen," entgegnete er. Ich muß Dich um die Erlaubniß bitten, Dich auf Deinem Zimmer aufsuchen zu dürfen, ich habe mit Dir zu sprechen."

Pauline wttd oben fein," entgegnete sie zögernd.

Dn kannst sie fortschicken, ich mnß Dich allein prechen."

Sie nitfte und schritt leicht und graziös, von de» beide» Herren gefolgt, die Treppe empor. Niemand konnte ahnen, wie sehr der jungen Frau das Herz klopfte. Ans dem Korridor reichte sie Rhoden die Hand mit entern tieftraurigen fragende» Blicke, der ihm in der Seele weh that. (Fortsetzung folgt.).