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Wöchentliche Beilagen

SvNkmckMrbiG: Joh. Lug. Koch, UnivrrMtS-Buchdruckerri in Marburg. Gkvebition: Markt 91. Telephon 55.

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: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain. Jllustrirtes Sonntagsblatt.

M 197

Trschrint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebichr: die ge- spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

WarLurg

Mittwoch, 24. August 1898.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blatter, die Annoncen- Bureaux von Haasentzein & Bögler, Frankfurt a. M., Cassel, Magd«. d«rg, Wien- Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; T. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., BeÄtu, Hannover, Parw x.

33. Jahrg.

Volksschmeichler.

Es gehört zu den heuchlerischen Gepflogenheiten der Sozialdemokratie, daß sie gerade diejenigen Fehler oder Untugenden, die von ihr an der bürgerlichen Ge­sellschaft aufs Heftigste gegeißelt werden, in den eigenen Reihen in mehr denn ausgiebiger Weise pflegt. Wie donnern beispielsweise die Apostel des Umsturzes nicht bei jeder Gelegenheit gegen die unwürdige Kriecherei und Schmeichelei, die heutzutage allent­halben ihr Wesen treibe! Hört oder liest man der- arüges, so sollte man in der Thal meinen, ein über- Mgler Sozialdemokrat mache sich niemals auch nur der geringsten schmeichlerischen Uebertreibung schuldig, chm sei vielmehr in allen Fällen die Sprache der Wahrheit unbedingtes Gebot. Allein ein Blick in die sozialdemokratische Presse und Versammlungen wird uns bald eines Bessern belehren.

Es giebt keine elendere Schmeichelei, als diejenige, die von der Sozialdemokratie dem sogenannten »Volke" »der der Arbeiterschaft gegenüber getrieben wird. Vor Kurzem tagte bekanntlich in Wien der internationale Bergarbeiter - Kongreß. Auf diesem Kougreffe nun leistete sich einer der anerkannten Führer der öster­reichischen Sozialdemokratie, Dr. Viktor Adler, in seiner Begrüßungsrede u. A. folgenden Erguß:Es ist eine Genugthuung nicht nur für die österreichische Arbeiterschaft, sondern für das ganze Land, daß der Kongreß zu uns gekommen ist. O e st e r r e i ch wird damit in die Reihe der Kulturländer eingereiht, vielleicht über sein Verdienst. Die Berg­arbeiter sind ja die eigentlichen Träger der Kultur ...Die klassenbewußten Arbeüer sehen auf diesen Kongreß, sie halten ihn für eine weitere Etappe zu dem Ziele, die Kult ur- weit, die sie schaffen, auch beherrschen und koutrolliren zu dürfen".

Thörichteres Gerede läßt sich wirklich kaum vor­stellen, und eS wäre einfach zum Lachen, wenn der Gegenstand nicht doch zugleich auch eine andere, tiefernste Sache der Betrachtung darböte. Fürst Bismarck hat einmal gesagt:Wer versprechen kann, kann auch gewählt werden." Er hätte mit dem­selben Recht auch sagen dürfen:Wer schmeicheln kann, kann auch gewählt werden." Durch die Mstrel raffinirtester, gewissenlosester Schmeichelei bahnen sich die sozialrevolutionären Demagogen den Weg zur Herrschaft über die Masse. Jeder sozialdemokratische Wahlsieg bedeutet zugleich einen Sieg demagogischer Schmeichclkunst. Nicht die Stimme ehrlicher Ueber- zeugung spricht aus solchen Wahlen, sondern die Stimme künstlich erzeugter Selbsttäuschung und Selbstberauschang.

Welch eine heillose Verwirrung muß es nicht in den Köpfen einfacher Handarbeiter anrichten, wenn ihnen von einem gebildeten Redner allen Ernstes ge­sagt wird:Ihr seid die wahren Träger der

(Nachdruck verboten.)

Me es endete.

Roman von Maria Theresia May, 8erf. des preisgekrönten RomansUnter der Königstanne."

(Fo^tfetzmra.)

Die Ausführung ihres Planes, sich von Herbert zu trennen, würde ihr dadurch um so leichter werden. Au und für sich und so lange sie nur eine innerliche blieb, war ihre Gedaukenfolge richtig, da sie sich ja tharsächlich vor die Entscheidung noch nicht gestellt sah; wäre letzteres aber der Fall ge­wesen, wer weiß, ob sie sich nicht noch im letzten Augenblicke besonnen hätte.

Hatte sie auch ihrer Großmutter verziehen, so war e» doch noch nicht ausgemachte Sache bei ihr, daß sie auch für Herbert und seine Mutter Verzeihung watteu lassen könnte. Ihre Großmutter ttat eist zu einer Zett und noch zumal so kurz in Erscheinung, als sie von Seiten der Gräfin Lands- kron bereits die schmachvollsten Kränkungen erfahren hatte. Die Gräfin Frankenthur» lernte sie als eine durch Reue zerrissene, dem Grabe nahe Greifin kennen, die niemals ihr zu nahe getreten war; ihr fehlte also auch das individuelle Empfinden eines zugefügtm Unrechts, und ste konnte daher leichter verzeihen, wenn auch nur unter großer Ueberwindung nnd infolge der starken Presston, welche die Scene rm Salon, das Krankenlager, der Tod der Großmutter auf fie auSübte. Herberts reservirteS kühles Benehmen gegen fie fetzte fie auf ein ganz andere» Konto. Sie verstand seine Mottve nicht; die Zweifel, die ihr gekommen waren, daß er um den Schritt seiner Mutter wiffen konnte, waren bereits im Verschwinden

Kultur, Ihr allein schafft die Kulturwelt und seid daher auch die geborenen Herrscher derselben, nur Euer Erscheinen macht ein Land wie Oesterreich zum Kulturlande!" Banausenhafte Verachtung geistiger Arbeit und geistigen Lebens, bornttter Klassendünkel, ein bis zum Größenwahn gesteigertes, jedem staat­lichen Gemeinschaftsleben widerstreitendes Selbstgefüh das und nichts anderes wird allmählich durt die sozialdemokratischen Schmeichelkünste zum Gemein­gut der Menge. Es ist hier wieder ein Punkt, an dem man wahrnehmen kann, wie die unheilvolle Einwirkung der Sozialdemokratie nicht bei den eigent­lich staatlichen Dingen Halt macht, sondern das ge- sammte sittliche Volksleben ergreift. Jene zahlreiche Klasse moderner Politiker, die den Fragen des öffent­lichen Lebens mit moralphilosophischen Erörterungen beizukommen trachtet, thäte gut, der sozialdemokrati­schen Bewegnr g auch einmal unter dem obigen Ge­sichtspunkte einige Aufmerksamkeit zu schenken.

Umschau.

DieHamburger Nachrichten" ver­öffentlichen ein seitenlanges Verzeichniß der am Sarge des Fürsten Bismarck niedergelegten Trauerkränze, dem sie folgende Worte vor­anschicken:Wenn bei der Entlassung des Fürsten Bismarck im Jahre 1890 dem deutschen Volke hin und wieder bei uns und vielfach im Auslände der schwere Vorwurf der Undankbarkeit gemacht worden ist, so ist diese schon damals kaum gerechtfertigte Anklage durch die patriottschen Kundgebungen der letzten Jahre, zumal aber durch die zahllose Reihe von Huldigungen des Jahres 1895 in ehrenvoller Weise widerlegt worden. Allein in wahrhaft über­wältigender und rührender Weise hat die Liebe und Verehrung unserer Landsleute zu seinem Hort und Vorkämpfer auf dem Wege zur nationalen Einheit, Macht und Ehre während der jüngsten Wochen, un­mittelbar nach dem Hiuscheiden des Fürsten, einen Ausdrms gefunden, der in der Geschichte nicht nur unseres Vaterlandes, sondern auch des Auslandes, geradezu ohne Beispiel dasteht. DieHamburger Nachrichten" sind heute in den Stand gesetzt, für ihre Leser ein vollständiges Verzeichniß der Trauerkränze zusammenzustellen, die bis zum 19. August in Friedrichsruh eingetroffen find, es sind ihrer nicht weniger als 1292, um am Sarge des Altreichs, kanzlers niedergelegt zu werden. In der nachstehenden Auszählung liegt ein statistisch beglaubigtes Ehren- zeugniß nicht nur für die Größe des edlen Tobten, sondern auch für die tteue deutsche Gesinnung seiner Verehrer, die sich in ihrem Herzen gedrängt gefühlt haben, für den unvergänglichen Schatz, den unser Bismarck seinem Volke als köstliches Erbtheil hinter­lassen, dem Dahingeschiedenen in ihrem Theile ein vergängliches Zeichen der Vergeltung zu weihen. Und wenn auch Blumen und Blätter nur zu rasch

begriffen, obgleich ste sich immer wieder fein ganzes sonstiges Verhalten ins Gedächtniß rief und jede selbst Heine Unterstützung in Betracht zog, die er ihr zu Theil werden ließ, sobald feine Mutter ihr neues Unrecht zufügen wollte.

Herbert war der letzte, der von feiner Mutter Abschied nahm. Er blickte ihr ernst in die Augen und drückte nur einen Kuß auf ihre Rechte, so daß sie ihn erstaunt ansah, ohne sich sein Verhatten erklären zu können; sie sollte nicht lange in Unklarheit darüber bleiben.

Für die Reise nach Frankenhof und Gertruds Aufeuthad daselbst war Herbert voll sorgsamster Aufmersamkett für fie; aber er theitte diese ganz gleichmäßig zwischen seiner Frau und Jngeborg; im Gegenthell hatte er für die letztere offene brüderliche Herzltchkest, mdeß er Gertrud mit äußerster Zurück­haltung behandette.

Rhoden, der von der Familie bereits al» JngeborgS Bräutigam betrachtet wurde, war eben, falls zu den Beisetzungsfeierlichkeiten erschienen und mit ihm zugleich eine alte ehrwürdige Dame, eine entfernte Verwandte Jngeborg, welche die von der Sitte verlangte Stelle einer Ehrendame bei ihr eingenommen hatte.

Behufs Ordnung de» NachlasieS war die Gegen, wart der beiden Enkelinnen auf Frankenhof unerläßlich und Jngeborg, die ihr väterliches Befitzthum gut ver­waltet wußte, hatte fich entschlossen, so lange dort zu bleiben, als es die Nothwendigkeit erforderte.

Einen seltsamen Reiz hatte es für Gertrud, in den Räumen zu wandeln, in denen ihre Mutter als Kind gespiett, in denen ste groß geworden war, ge* liebt und gelitten hatte. Da» Bild der Mutter

verwelken und Bänder und Inschriften verwittern, so steht doch zu hoffen, daß der Geist, ans dem diese reichen Todtenspenden der Mitlebenden hervorgegangen, sich auch unter unfern Nachkommen bewähren und in lebendiger Kraft noch bei den spätesten Geschlechtern fortwirken wird."

DieKöln. Zig." wendet sich in einer augen­scheinlich offiziös! n Meldung aus Berlin gegen das französ ische osfizöse Nachrichten- b ü r e a n, welches die Nachricht verbreitet hat, der deutsche Kaiser habe die Wünsche Englands abgeschlagen, bei seinem egyptischen Besuche der Gast Englands zu sein, weil er die Gastfreundschaft des Vizekönigs genieße. DieKöln. Ztg." versichert, diese Unterstellung falle in das System, mittelst dessen sich Frankreich gegenwärtig bestrevt, Deutschland Un­annehmlichkeiten zu verursachen; gehe es nicht in Oesterreich und Rußland, so versuche man es in Egypten. VonderMöglichkeit.daßdieReisedesKaisers nach Egypten Verstimmung in England Hervorrufen könne, sei keine Rede. Das offiziöse Büreau möge sich die Mühe sparen, Vorgänge zu erfinden, wodurch die Stimmung zwischen Deutschland und England ver­schlechtert werden solle.

An die mit früheren Ausführungen des Staats- ministers Rouher übereinstimmende Aeußerung in einer Rede des letzten ftanzöfischen Ministerprästdenten Meline, daß nämlich der Grundsatz der Wechsel­seitigkeit geräuschlos da» Geschäft der Zusammen­gehörigkeit besorge, das der Sozialismus für fich beanspruche, der bisher über das bethörte Volk nur Elend und Blut gebracht habe, an diese Aeußerung knüpft der Cheftedakteur desFigaro", Cornely, jetzt folgende Bemerkungen:Die Gesell­schaften für wechselseitige Unterstützung und für Er­sparnis, sind unübersteigliche Hindernisse für die Ent­wicklung der sozialistischen Lehren ans dem ttefflichen Grunde, weil sie zum Zweck haben, den vereinzelten Arbeiter in einen Bruchtheil der das Kapital besitzenden Zivilperson umzuwandeln und ihn demgemäß an der Behütung dieses Kapitals zu betheiligen. Ein Theil der sranzösichen Staatsschuld ist in den Händen der wechselseitigen Unterstützungsgesellschasten, die in der­selben Weise Rentner sind, wie der Bürger, von dessen Beraubung die Sozialisten träumen, und der nicht beraubt werden könnte, ohne daß der an einer solchen Gesellschaft theilnehmende Arbeiter mttberaubt würde. Es genügt also, daß ein Arbeiter an einer Renten­gesellschaft Theil nimmt, um jeden Anschlag gegen die Rente zu mißbilligen. Wir Pariser Journalisten haben eine Gesellschaft für wechselseitige Unterstützung und Ruhegehälter, deren Kapstal zwei Millionen übersteigt. Dieses Kapital besteht in Staatsrente und Eiscnbahnobligationen. Diejenigen unter uns es giebt solche, die fich zum Sozialismus bekennen, würden aufschreien, wenn wir ihnen eines

empacken, fie wollte es fich später nachsenden lassen.

Als nach der Beisetzung die Erbschastsregultrung o wett erledigt war, daß nur noch Kleinigkeiten zu ordnen waren, welche Herberts Gegenwart nicht un­bedingt erforderlich machten, reifte er mit Rhoden zusammen nach Men, in dringenden Geschäften, wie er sagte.

Die» kam Gertrud sehr gelegen. Sie hatte »eschloffen, sobald die Rückreise angetreten werden ollte, Herbert mitzutheilen, daß fie ihn verlaffen würde; etzt war die» nicht nöthig, ste konnte e» brieflich thun. Nun kam ihr auch plötzlich der Brief wieder in» Gedächtniß, den fie au ihn geschrieben hatte, als sie das erste Mal LandSkron verlaffen wollte. Sie konnte fich absolut nicht mehr befinnen, wo sie ihn gelasieu haben konnte, zu Gesicht war er ihr nicht nicht wieder gekommen. Hatte ihn vielleicht einer der Dienstboten liegen sehen, und, da er an Herbert adresfirt war, ihm gegeben, oder hatte ihn Herbert rielleicht selbst gesunden? Doch nein wäre er n Herberts Hände gelangt, fe hätte er nicht geschwiegen. Gleichwohl, mochte et den Brief gelesen haben oder nicht, fie «ollte noch einige Tage auf Franken-

schönen Tages erklärten, sie hätten einen solchen Er­folg gehabt, daß unser Kapital in die Luft gegangen sei und sie daher auf das kleine Ruhegehalt verzichten müßten, auf das sie zählten. Die Schuster, Cafb- kellner, Haarkräusler denken genau so wir. Daher kann ich immer nur wiederholen, daß in einem Lande, wo die ungeheure Mehrheit der Einwohner Kapitalisten sind und etwas besitzen, der SozialiS- mus eine Mansfalle für Dumm­köpfe ist."

Am letzten Sonnabend hat sich zu Madrid der spanische M i n i st e r r a t h mit der all. gemeinen Lage beschäftigt. Es wird darüber folgendes gemeldet: Der Marineminister verlas einen langen Bericht des Admirals Gerbera über die Seeschlacht bei Santiago, derselbe wird mit dem Obersten Kriegsgericht unterbreitet werden. Die Kommission für Puerto Rico werde fich zusammensetzen aus dem Schiffskapitän Vallerino und den Generalen Ortega und Sanchez del Agnila. lieber die Haltung des Marschalls Bianco erklärte ein Minister, die Haltung desselben sei friedliebend gewesen. Der Minister be­merkte weiter, die Räumung Kubas werde eine lange Zeit in Anspruch nehmen. Das Protokoll setze nur fest, daß die Arbeiten der Kommission, betreffend die Räumung, zehn Tage nach Unterzeichnung beginnen sollen, doch sei kein Zeitpunkt für die Beendigung der Arbeiten angegeben. Die Arbeiten der Kommission in Paris, deren Mitglieder noch nicht ernannt sind, werden nach dem Schluß der Kammern beginnen. Der Krtegsminister erklärte, er habe von den Philippinen keine Nachricht erhalten, und General Rios, der Kommandant der Vizcayas- Inseln, habe nicht einmal den Empfang der Nachricht von der Unterzeichnung des Präliminarprotokolls an* gezeigt. Neue Telegramme werden abgefanbt werden. Der Ministerrath beschäfttgte sich sodann mit der Absetzung des Generalkapitäns der Kanarischen Inseln, die ausschließlich auS Diensttücksichten erfolgt sei. Schließlich bementirte der Finanzminister kategorisch das Gerücht, daß die Regierung eine Rentensteuer­vorlage einzubringen beabsichtige.

Deutsches Reich.

Berlin, 22. August. Se. Majestät der K a i s e r nahm gestern Nachmittag auf Schloß Wilhelms, höhe den Vorttag des VertteterS des Auswärtigen Amts Grafen Wolf-Metternich und heute Vormittag 10 Uhr denjenigen des Chefs deS Generalstabes der Armee, Generals der Kavallerie Grafen von Schlieffen entgegen.

Laut telegraphischen Meldungen an das Ober- Kommando der Marine ist S. M. S.Deutsch­land", Kommandant: Kapitän zur See Plachte, mit dem Prinzen Heinrich von Preußen an Bord,

Bitte, eS steht Dir vollkommen frei, zu thun und zu lassen, was Dtt beliebt," war seine in sehr gleichglltigem Tone gegebene Erwiderung.

Ihm war der volle Sinn der Worte entgangen, und er mochte wohl annehmen, daß sie damit meinte, sie kehre überhaupt nicht nach LandSkron zurück; aber selbst wenn er dies nicht so auffaßte, wie fie e» meinte, so durfte er ihren Gefühlen nach nicht so gleichgttttg ihn«: fie war empört darüber.

Jngeborg verließ Fremkenhof früher, so daß Ger­trud nun allein da war; sie blieb noch einen ganzen Tag und durchwanderte nochmal» alle Räume und alle Plätze, an denen tote fie meinte, ihre Mutter als Kind und später, bi» sie ihrem Maune folgte, mit Vorliebe geweilt haben und oftmals geseffeu haben mochte mit Thränen in den Augen, ein tiefe» unnennbares Wch im Heiden, da» fie nitmanbe« Hagen konnte; bei diesen Gedanken wurde auch Gertruds Herz schwer, und fie empfand schon im voraus das Traurige der Einsamkeit, welche ihr nun für ihr ganzes Leben bevorstand.

(Fortsetzung folgt)

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zur thatsächlichen Durchführung der Trennung würde

wurde aus seinem Verstecke hervorgeholt. Als Ger­trud eS bettachtete, da war eS ihr, als ob sie in einen Spiegel schaue, so ähnlich war fie ihrer Mutter, und daS Brautpaar rühmte wiederholl diese Achnlich-

ihr jedenfalls Tante Friedrike ebenso bereitwillige wie energische Hilfe leisten. Kurz bevor Herbert reifte, hatt fie nicht unterlaßen können, ihm zu sagen, daß fie von hier auS nicht nach LandSkron, sondern nach Böckstein fahren würde.

feltfamen Kontrasten, so ähnlich die Form, so unähn­lich der Inhalt."

Während Rhoden und Jngeborg bettoffen schwiegen, entfernte fich Herbert und Gerttud sah ihm finsteren Blickes nach. Das Bttd der Mutter ließ fie sich

Hof bleiben, und dann war fie entschloffen, nach Böckstein zu reffen; von dort'aus wollte fie an ihn schreiben und ihren durch da» Wiederfindeu der Großmutter und alle» fich daran Anschließende

kett; doch Herbert um fein Urtheil angegangen, sagte noch nicht ausgeführten Enffchluß ihm mtttheilen; achselzuckend:Die Natur gefaßt sich zuweilen in KtrtKAAftXaM It t -