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— wird dieser Weg allenthalben eivgeschlagen und mit Entschiedenheit festgehalten, so werden auch die Erfolge sicherlich nicht ausbleiben.
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Der englisch-russische Gegensatz in China.
Während der englische Premierminister Lord Salisbury in der Sommerstische weilt, der zum Viezekönig von Indien ausersehene Unterstaatssekretär im Auswärtigen Ministerium, Curzon krank dar- »iederliegt und Lord Balfour, der Neffe Salisburys, die auswärtige Politik im Unterhause gegen unbequeme Frager zu vertreten hat, geht durch die englische Presse, die Regierungsblätter nicht ausgenommen, ein lautes Klagen über Niederlagen der englischen Politik in China. Bei mehrere» wichtigen Anlässen hat die englische Diplomatie gegen die russische in Peking den kürzern gezogen, namentlich gelang es dem russischen Einfluß, den Abschluß eines englischen Bahnprojekts von Kaipiug nach Niutsch- wang am Liao Ho im Norden Chinas rückgängig zu machen.
Der Aerger der englischen Presse richtet sich zum Theil gegen die eigene Regierung, die der Schwäche beschuldigt wird, zum Theil gegen Li-Hung-Tschang, der als bestochen und als das Haupt der Russen- partei am Pekinger Hofe gilt, zum Theil aber auch direkt gegen Rußland. Einzelne Blätter verlangen, die englische Regierung solle von der chinesischen die Entlassung Li-Hung-Tschangs aus den kaiserlichen Diensten fordern, ziemlich alle stimmen darin überein, daß mit leeren Protesten nichts mehr zu machen und mit China in einer Weise zu verfahren sei, die orientalische Nationen verstehen; Rußland werde sich dann, d. h. bei Anwendung von Zwangsmaßregeln, zu entscheiden haben, ob es die Protektor-Rolle über China, aufgeben oder es auf einen offenen Konflikt mit England ankommen lassen wolle.
Sind nun auch solche Stürme in der englischen Presse nichts Seltenes, so läßt sich doch nicht verkennen, daß die von England bisher diplomatisch vergeblich bekämpfte Vorherrschaft Rußlands im Norden Chinas die öffentliche Meinung in England immer mehr zu Anklagen gegen das Kabinet Salisbury und zur Forderung kriegerischer Maßregeln reizt. Die englische Besatzung Wei-hai-weiS am Eingang in den Golf von Peffchili gegenüber Port Arthur sollte die chinesische Regierung bestimmen, auf die englischen Wünsche ebenso viel Rücksicht zu nehmen, al» auf die russischen, eine Erwartung, die sich nicht erfüllt hat.
In der bittern Enttäuschung darüber mag es den englischen Blättern zu einigem Tröste gereichen, daß die amerikanische Presse England in dem Streite mit China und Rußland ihre Sympathie bezeugt und sogar betont, die amerikanischen Jntereffen seien mit den englischen identisch. Neben her Entfremdung mit den Russen vollzieht sich in der That gleichzeitig eine Annäherung mit den Amerikanern. Freilich ist
Machdruck verboten.)
Wie es endete.
Roman von Maria Theresia Rah, Beif. deS preisgekrönten Romans „Unter der KönigStanne." (Fortfernng.)
Gertrud seufzte tief auf und preßte die Finger der gefaltete» Hände zusammen. Mir elementarer Gewalt drängte» die Ereigniffe auf sie ein, sie fühlte de» Bode» unter sich weichen, der ihren Grundsätzen die letzte Stütze raubte.
Die Greist» dtktirte weiter: „Ausgenommen do» der Theiluug ist der Familienschmuck der Franken- thurnS. Dieser fällt allein meiner jüngere» Enkelin, der Fran Grästn Gertrud Landskron zu; ich bitte meine Enkelin, den Schmuck niemals, so lange sie lebt z» veräußern oder zu verschenken, sonder» bei sich bietenden Gelegenheste» zu tragen." Die Gräfin unterbrach fich: „Du beklagst Dich nicht darüber, Jngeborg?" ...
„Nein Großmama!" Es klang anftichtig und innig.
Die Kranke schien zufrieden. „Natürlich Du hast den Schmuck der Preyern," sagte fie. w
»Und meine Frau den Schmuck der Landskron, erklärte Herbert jetzt stolz, indem er zum ersten Male auS seiner Reserve hsvortrat. „Wenn Du Gerttud durchaus mit Jngeborg gleichberrchtigt willst erbe» lasse», und meiue Frau damit einverstaudeu ist, so darf ich keine Einwendungen erheben. Daun wüßte jedoch auch der Schmuck, der ein sehr kostbares Objekt ist, von Rechts wegen zwischen de» beide» Damen getheilt werde».
„Süll, Herbert, laß mich doch meine Entschlüffe ausführen," bat die Kranke, ich habe alles bedacht, Du hast ja auch eine Schwester —"
nicht abzusehen, welchen praktischen Nutze» England davon in seinen chinesisch - russischen Händeln haben sollte; Rußland gegenüber wird cs für England immer heißen: Selbst ist der Mann.
Umschau.
Der Zentrumsabgeordnete Prof. Frhr. v. Hert- lin g hat in einem Vorstag in der Generalversammlung der Görres-Gesellschaft zu Münster ausgeführt: Für die wahren Historiker giebt es kein anderes Ziel, als festzustellen, was wirklich gewesen ist, und wie es sich zugetragen hat. Wer dabei unbequemen Wahrheiten aus dem Wege gehen wollte, würde sich gegen die allererste Pflicht vergehen ... Ich wüßte nicht, was uns hindern könnte, auf dem Gebiete der Geschichte volle Freiheit der Forschung für uns in Anspruch zu nehmen . . . Freiheit der Lehre muß sein für den akademischen Lehrer. Für sie, die als Forscher lehren sollen, giebt eS keine andere Schranke, als die innere Wahrhaftigkeit und schickliche Form. . . . Das innere Lebe» der Kirche ist gegen jede kritische Anzweiflung sichergestellt durch die Thatsache, daß es besteht und fortbesteht durch alle Jahrhunderte hindmch. Nur auf die äußere Erscheinung kann sich die Forschung richten; über das, was zum inneren Lebe» gehört, urthcilt nur das mit göttlichem Gnadenbeistand eingerichtete Lehramt. . . . Bekunden wir unsere Ebenbürtigkeit mehr als bisher durch die That. Wenn ein Rückblick uns zuzugestehen nölhigt, daß der Katholizismus hier und da an dem geistigen Leben der Nation nicht theilgenowmen habe, so heißt es jetzt, diese Scharte auswetzen.
In verschiedene» Zweigen der Staats-Verwaltung ist gegenwärtig eine Säuberung der Betriebe von sozialdemokratischen Agitatoren und Hetzern unter Berufung auf die bei den letzten Reichstagswahlen gemachten Beobachtungen in Angriff genommen worden. So hat beispielsweise der Staatssekretär des Reichs- Maiineamts vor kurzem an die Kaiserliche Werftdirektion zu Kiel einen Erlaß gerichtet, in welchem er diese Behörde auf die „auffallende Höhe" der bei der letzten Reichstagswahl in der nächste» Umgebung der Werft abgegebene» sozialdemokratischen Stimmen aufmerksam macht. Der Staatssekretär kann sich diese» merkwürdige» Umstand nicht anders erklären, als durch die Annahme, daß auf der staatlichen Werft „zahlreiche sozialdemokratische Agitatoren und Hetzer" beschäftigt sein müssen. Er fordert deßhalb die Werft- Verwallung aus, die so charakterifirten Arbeiter ausfindig zu machen und „uuverzüglich zu entlassen". Die Werftdirektion hat den Erlaß des Staatssekretärs vervielfältigen und au die einzelne» Abtheilungs-
Klemenstne zuckte zusammen, als ihrer Erwähnung geschah. Du lieber Gott, Frau Lieutenant Marveldt und die Brillanten der Landskron, das paßte wohl schlecht zusammen!
„Laß mir doch die Genugthuung, Herbert, für die Aussteuer meiner Enkelin zu sorgen, die Deine Frau ist. Welch ei» Trost jetzt, daß kein anderes Mottv alS die Liebe Eure» Bund geschloffen hat!" fuhr die atte Frau fort. „Doch bitte »nterbrecht mich nicht wehr, daS Spreche» strengt mich an." Und langsam nach Athem ringend, beendete die Krauke daS Diktat ihres Testaments, lieber die Art der Theilung sich zu einige», überließ sie de» Erbinnen. Die Legate, welche daS frühere Testament enthielt, sollten zu Recht bestehen bleibe», ebenso einige Schenkungen an WohlthätigkeitsanstaÜen.
Daun unterschrieb sie. Graf Körting wollte ihr die Hand führen, aber fie wehrte ab und merkwürdig, die schwache zitternde Hand, welche in den letzen Tage» nicht deu Löffel hatte zum Munde führe» tonnen, gewann bei dieser letzten Handlung des ttdischeu Lebens ihre gewohnte Kraft und Festigkeit wieder. Mtt voller Deutlichkett stand eS da: „Gabriele Gräfin Frankenthurn." Hierauf unter- zeichneten der Arzt und der Berwalter daS Schriftstück; ein Aufathmeu tiefster Befriedigung hob die Brust der Kranke», als auf ihren Wunsch Herbert Landskron daS Dokument in Verwahrung nahm.
„So, nun geht, Kinder, der Pfarrer ist schon da, ich muß mit ihm allein fein, dann lasse ich Euch wieder rufen." Niemand außer ihr hatte daS leise Klopfen a» der Thür gehört. Der Geistliche trat ein, und stumm begaben fich die Anwesenden in's Nebenzimmer, um dort zu warten; nur der Verwalter, welchem die Gräfin schon ei» letztes Abschiedswort gesagt hat», und der Arzt, der später noch einmal
Vorsteher gelangen laffen, welche „das Wettere veranlassen" sollen. Wie auf den kaiserlichen Werften in Kiel, wird auch in den fiskalischen Gruben Oberschlesiens den sozialdemokratischen Agitatoren gekündigt In einem Antwortschreiben der Verwaltung der Königin Luisen-Grube zu Zabrze auf die Beschwerde eines wegen sozialdemokratischer Umtriebe entlaßenen Arbeiters heißt es: „Es steht unzweifelhaft, auch durch Ihr eigenes Geständniß, fest, daß Sie gelegentlich dex letzten Reichstagswahl für den sozialdemokratischen Kandidaten agitatorisch thätig gewesen sind. Für derartige Arbeiter ist in unserer Belegschaft kein Platz." Der in diesen Schriftstücken ausgesprochene Wille verdient die größte Billigung. Es ist mit der Autorität staatlicher Behörden, wie mtt der ihnen obliegenden Verantwortlichkeit völlig unvereinbar, wenn in den ihrer Aufsicht unterstellten Betrieben Leute thätig sind, welche die Existenz des Staates planmäßig zu untergraben ttachten. Es liegt auf der Hand, daß jedes Gewährenlasfen des Staates auf diesem Gebiete schließlich die heilloseste Verwirrung in den Köpfen der Menge herbeiführen muß. Wenn der Staat sozialdemokratischen Agitatoren Kost und Lohn giebt, wenn er eS zuläßt, daß seine Arbeitstätten gewissermaßen zu Tummelplätzen sozialrevolutionärer Propaganda hergerichtet werden, gewinnt ohne Fragen das Treibe» der Umsturzleute in den Augen außenstehender allmählich den Schein der Gesetzlichkeit, zum mindeste» aber den der Harmlosigkeit. Das kann und darf nicht fein. Je mehr es gegenwärtig leider an gesetzlichen Handhaben zu passender Kennzeichnung der Sozialdemokratie mangelt, desto nachdrücklicher erscheint die Beipflichtung des Staates, wenigstens als Arbeitgeber allezett aufs entschiedenste kundzuthun, daß der allein richtigen Auffassung zufolge in der sozialdemokratischen Bewegung die schwerste Zukunftsgefahr und das größte Hebel unsers öffentlichen Lebens ihre Verkörperung finden. Wenn der „Vorwärts", das sozialdemokratische Centtalorgan, sich so stellt, als bereite ihm das Vorgehen der Regierung durch Beschaffung von Agitations-Material Freude, so ist dieses Gebühren nichts als Heuchelei. Hinter-der zuversichtliche» Miene verbirgt fich, wie so häufig, blasse Furcht. Der „Vorwärts" weiß sehr wohl, daß die Mach: der Sozialdemokratie über die Arbeiter der Großbetriebe nur in dem terrorisierenden Drucke besteht, welcher von einer verhältnißmäßig kleinen Anzahl von Agitatoren ausgeübt wird. Fällt dieser Druck auf den staatlichen Arbeitsstätten infolge Eingreifens der Regierung fort, so wird der größte Theil der Staatsarbeiter, welche jetzt gezwungen der Sozialdemokratie Gefolgschaft leisten, fich mit Freuden wieder von ihr «bweuden. Hoffentlich wirkt das Beispiel des Staates auch auf zahlreiche Privat- Unternehmungen ermunternd und ermuthigend _ ein. Schutz den Verführte», Maßregel» gegen die Verführer
nach der Kranken sehen wollte, verließe» den Schloßflügel. Auch jetzt tauschten die Harrenden kein Wort miteinander. Wie gebrochen sank die Gräfin-Mutter in ein Fauteuil, tief bewegt stand Graf Körting am Fenster, und Klementine hatte fich zu ihm geflüchtet, schluchzend drückte fie ihr Köpfchen an die Schulter des Oheims.
Herbert wanderte erregt im Zimmer auf und ab, still und bleich standen Gerttud und Jngeborg neben« einander. Graf Körting ertrug das Schweigen nicht lange. „DaS hätte ich nicht für möglich gehaven," sagte er halblaut zu seiner Schwester, „daß die arme Gabriele hier bei nur au« dem Leben scheide» muß, daß fie hier daS Kind ihrer armen Tochter findet und dieses Kind unsere Gertrud ist...... Ich
habS nicht glauben »ollen, als es mir Jngeborg sagte, und nun hab ichS mit eigenen Ohren gehört, ich habe es niedergeschriebe», daß fie Gertrud in die gleichen Rechte eingesetzt hat wie Jngeborg. — Und D» hast ihr nicht einmal gedankt!" wandte er sich vorwurfsvoll zur junge» Gräfin.
„Ich konnte eS nicht!" Gertrud sah Gra Körting groß an und sagte: „Gedankt? wofür?" Wie sich besinnend setzte fie Hinz«: „Ach, Inge, ich will den Reichthum nicht, nimm Du alles I" Gerttud schlug bie Hände vor das Gesicht, die furchtbare Aufregung der jungen Frau machte sich endlich in einem heißen, leidenschaftlichen Weinen Lust. Sanft und zärtlich drückte Jngeborg de» Kopf der aufS ttcfste Erregten an ihre Brust.
»Sind wir nicht Schwester», Gerttud und müßen treue Schwestern nicht alles gemeinsam haben? Aber denke jetzt nicht an irdisches Gut, denke, daß dort im Nebengemach eine Frau stirbt, die Dir ihre Reue beweisen will — eS ist Deine Pflicht, ihr die letzte Stunde durch Liebe zu verschönen. Oder glaubst
Die Obliegenheiten einer Politik des Schutzes der deutschnationalen Interesse» erschöpfe» sich keineswegs mit der Abwehr des polnischen Ansturmes von Osten. Auch in Nordschleswig hat das Deutschthum einen gefährdeten Posten zu sicher». Weunglcich ja von einer direkten Zurückdrängung der Deutschen durch die dänische Nationalität an unserer Nordmark nicht eigentlich die Rede sein kann, so muß doch zugegeben werden, daß da» Deuffchthum m Nordschleswig feit 1864 nicht die Fortschritte gemacht hat, welche man erwarten durste. Mit dem reriodischen Uebeigange eines dänischen Hofes in reutsche Hände ist so gut wie garnichts erreicht; hier kau» nur ein groß angelegtes Vorgehen Nutzen schaffen, und zwar empfiehlt es sich, den Hebel an einer ganz bestimmten Stelle anzusetzen, das ist die wirth» schaftliche Hebung des nordschleswig- schen Deutschthum8. DerzielbewußteuPolitik des Dänenthums, die ohne Unterlaß an der Stärkung der wirthschaftlichen Anziehungskraft ihrer nahe der deutsch-dänischen Grenze belegenen Verkehrszentte» arbeitet, muß deutscherseits in vorausschauender, vorsorglicher Weise begegnet werden. Ein solcher Punkt, wo mit Aussicht auf baldigen und lohnenden Erfolg in eine Aktion zur wirthschaftlichen Stärkung des Deutschthums eingetreten werden könnte, ist Haders- leben. Diese kerndeutsche Stadt bildet den natürlichen Verkehrsmittelpunkt des gleichnamigen Kreises bis nach der Grenze im Norde» hin, fie kann aber, wie die Dinge liegen, gegen daS benachbarte dänische Kolbing nicht aufkommen, weil letzterer Platz, durch einen Hafen mit günstiger Einfahrt und Wassertiefe bevorzugt, für den Verkehr auch des nördliche» TheileS des Haderslebener Kreises eine unwiderstehliche Anziehungskraft Übt, und Stadt und Hafen von Hadersleben zu einem bloß vegetativen Dasein bei« urtheilt. Hierin, wenn irgend möglich, Wandel zu schaffen, hat eine Abordnung Haderslebener Burger sich in diesen Tagen nach Berlin begeben und hier, gelegentlich einer Audienz beim Finanzminister, bieftm ihre Wünsche vorgettagen. Ma» darf annehmen, daß seitens der preußischen Staatsregierung in eine ernste und wohlwollende Prüfung der Angelegenheit eingetreten und den Wünschen Haderslebens thunlichst Rechnung getragen werden wird.
AuS Anlaß des C a v a l ott i' scheu Zweikampfes habe» in diesem Frühjahr einige italienische Abgeordnete und Schriftsteller in italienischen Blättern erklärt, nie eine Forderung erlaße» oder annehmen zu wollen. In einer in der „National-Zeitung" abgedruckten Zuschrift
Du, daß Deine Mutter oder Dem Vater in diese» Augenblicken unerbittlich gewesen sein und nicht verziehen haben würden? Das Leid, oaS andere n»8 zugefügt, eS wird mit dem Tod gesühnt."
„Jngeborg, ich habe der Kranken ja alles verziehen, und doch ist mit, als sündige ich damit gegen das Andenken meines Vaters!"
„Nein, Gertrud, folge nut Deinem Hetzen. Härte macht unglücklich, und Dein Batet wolltt Dich doch gewiß glücklich wißen."
Die beiden Frauen hatte» mtteinandet gesprochen, alS mären fie allein in dem Gemach, und thatsächlich hatte Gertrud auch an keinen der Anwesenden gedacht. Trotz der schmerzliche» Erschütterung dieser Stunde empfand fie ein eigenthümliches Wohlgefühl, Jngeborg gefunden z» haben, fie ahnte in ihr die geistesverwandte, aber auch die harmonische Natur. Die Ausgeglichenheit im Denke» und Fühlen Jnge- borgS übte einen wohlthuenden Einfluß auf die i» de» letzte» Monaten so ost and heftig bewegte, von de» widersprechendsten Gefühle» gequälte Frau, und fie gab sich dem Zauber dieser Einflusses willig hin.
Gras Körting aber, der die schöne stolze Gerttud nie anders als in kühler abweisender Ruhe gesehen hatte — selbst die Freundlichkeit, welche sie ihm erwies, war niemals frei von ernster Zurückhaltung gewesen. — und der bei aller Borliebe für Gerttud seine» Neffe» doch im stillen wegen des unbeug- samen Starrsinns und der Herzenskälte seiner Frau bedauert hatte, glaubte seinen Auge» nicht zu trauen, da er sie jetzt »einen sah, da er sie zärtlich innig den Kopf an der Brust der nengefundene» Verwandten bergen sah.
Und Herbert? — Er war in der Mitte des Gemache» stehen geblieben, als Gertrud zu sprechen begonnen und nnr mit dem Aufgebot der ganze»