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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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33. Jahrg.
Kaufmännisches Unterrichtswesen in Preußen.
ES ist fraglos, daß dem kaufmännischen Unterrichts- vesen in Preußen Seitens des Staates bisher nicht dieselbe Aufmerksamkeit zu Theil geworden ist, wie dem landwirthschastlichen und gewerblichen; das geht schon aus dem äußerlichen Umstande hervor, daß sich in dem Etat schon seit längeren Jahren regelmäßig und von Jahr zu Jahr steigende Summen für die letzteren vorfinden, für das kaufmännische Unten ichts- «sen dagegen nicht. Das wird nun aber wahrscheinlich schon in einer nahen Zeit anders weiden. Im Anfang des laufenden Jahres hat in Berlin eine Konferenz von Sachverständigen unter Be- cheiligung der zuständigen Beamten stattgefunden, »elche sich über die etwa zu ergreifenden Maßnahmen zur Hebung dieses Uuterrichtswesens unterhalten hat und auch zu einigen Ergebnissen gekommen ist.
Der preußische Handelsminister hat die Ansichten der Konferenz am Schlüsse derselben kurz zusammen- gefaßt, und wird eS am besten sein, sie hier wiederzugeben. Herr Brefeld führte aus: In de» voraus- gegangencn Verhandlungen habe sich die Mehrzahl der Redner dafür ausgesprochen, daß man den besonderen Bedürfnissen des praktischen Erwerbslebens Rechnung tragen und die Fachbildung stärker alS bisher betonen müsse. Bezüglich der Handelsschulen seien die Meinungen gethUlt gewesen, Mehrere Herren hielten eS für wünschenswerth, mit dem Fachunterricht möglichst frühzeitig zu beginnen, Mährend andere glaubten, daß es nicht unbedenklich sei, Schüler im Alter von 12 Jahren schon zu einem bestimmten Berufe hinzudrängen. Der l.tzteren An- stcht sei dann entgegengehalten worden, daß es eine große Zahl von Kinder» gebe, bei denen es von vornherein feststehe, daß sie in dem Berufe ihrer Eltern verbleiben, und diesen dürfe man die Möglich- to, ihre Ausbildung nach einer bestimmten Richtung schon in den unteren Klassen höherer Lehranstalten zu beginnen, nicht nehmen. Auch darüber, ob es zweckmäßig sei, die Handelsschulen zu selbstständigen Anstalten zu machen oder sie an vorhandene Untenichts- tmItalien anzulehnen, gingen die Meinungen aus- «nander. Bei der H o ch s ch u l f r a g e scheute das Eine die Zustimmung Aller zu haben, daß es erwünscht wäre, die Wissenschaften, die zur Handelslehre im weiteren Sinne gehören, in akademische Kurse an Universitäten oder anderen Hochschule» einzu- beziehcn und diese dem Handelsstande zu erschließen. Heber die Art des Anschlusses seien die Ansichten gecheckt ; von Einigen werde die Einrichtung einer selbst- «ändigen Abtheilung gewünscht, von Andern werde anpfohlen, an möglichst vielen Universitäten u. s. w. Lehrstühle und Kurse für die verschiedenen Unterrichts-
(Nachdruck verboten.)
Wie es endete.
Roman von Maria Theresia May, Aerf. des preisgekrönten Romans „Urne# der Königstanne.*
(Fortsetzung.)
Sie schien die Blicke ihrer Schwiegermutter einen Augenblick durch ihre eigenen zu faScinire», dann sandte sie sich langsam um und verließ das Zimmer.
Gräfin Landskron versuchte zu lache». , Wie die Hrldi» eines Trauerspiels!* sagte fie halblaut, »man könnte denken, sie sei Schauspielerin gewesen. Sie char ja, als hätte ich eiu Verbreche» begangen mit km Versuch, meine» Sohn von ihr zu trennen.*
I» ihrem Herzen wußte sie, daß es ein Unrecht dar, was sie hatte begehen wolle»; denn Gertrud dar vor Gott Herberts Fra», mochte auch der Scharf- eines Advokaten irgendeinen Hacken finden, der
Ehe nach menschlichen Gesetzen anfechtbar machte, war und blieb ein Unrecht, das gestand sie sich ein, fie fürchtete sich vor ihrem Sohne. Hatte fie Wiel gesagt? Gräfin Landskron wußte genau, daß k ihrer Schwiegertochter eine Unwahrheit gesagt hatte, fie ihr zu verstehe» gab, Herbert wisse um die dache. Sie hatte bald, nachdem Herbert mtt seiner folgen Frau auf Schloß Landskron eintraf, ihre Ab- W betreffs der Eheschließung an einen Anwalt zu ^reiben, ihm zu verstehe» gegeben, aber in einer auS der er nicht recht verstehen konnte, wie k es meinte. Trotzdem war es darüber zu ’ktr erregten Scene zwischen Mutter und Sohn Klommen; zuletzt war er empört aufgesprungen und fod hatte ihr in heftigen Worten erklärt, fie möge immerhin Nachfrage halten, wenn ihr die Legalttät «r Eheschließung zweifelhaft wäre, nütze» würde eS
zweige einzurichten. Dieser Ansicht neige auch er zu; eine solche Einrichtung biete die Möglichkeit, daß diejenigen, die sich dem Handelsstande widmen wollten, nicht blos für ihre Fachausbildung, sondern auch für die Ausbildung in anderen Wissenschaften Gelegenheit fänden. Außerdem sei dann auch denen, die sich einem anderen Berufe widmen wollten, Gelegenheit geboten, ihre Kenntnisse in handelswissenschaftlicher Beziehung zu ergänze». So sei es beispielsweise erwünscht, daß die jungen Verwaltungsbeamten sich in Fragen des wirthschaft- lichen Lebens ein gründlicheres Wissen und besseres Verständniß erwerben möchte», als sie jetzt im Durchschnitt besäße».
Soweit der preußische Handelsminister. Es ist danach als ziemlich wahrscheinlich anzusehen, daß auch in Preußen der Handels-Hochschulsrage schon in naher Zeit eine regere Aufmerksamkeit zugewendet werden wird. Bisher ist eine solche Hocbschule nur in Verbindung mit der Leipziger Universität errichtet, eS ist aber sehr wahrscheinlich, daß preußische Universitäten bald Nachfolge» werden. Daß der Staat weiter bei den Gemeinden die Errichtung neuer Handelsschulen in Anregung bringen wird, büifte ebenfalls ziemlich sicher sein. Er würde damit für de» Kaufmannsstand nur ein Ziel verfolgen, das er für das Gewerbe und die Landwirthschaft schon längst im Auge gehabt hat. Man wird wohl in der Annahme nicht fehlgehen, daß schon im nächsten preußischen Etat diese staatliche» Bestrebungen in irgend einer Form zum Ausdruck kommen werden.
Umschau.
Der Ausschuß deS ostpreußischeu konservativen Vereins, gez. u. A. Graf zu Dohna- Wundlacken, Gras v. Klinkowström-Ko: klack, Graf von Mirbach-Sorquitten, hat nunmehr selbständig den Kampf gegen die Sozialdemokratie aufgenommen, wie eine Veröffentlichung darthui, der wir Nachstehendes entnehmen: „Die letzen Reichstagswahlen habe» gezeigt, daß in Ostpreußen allein die konservative Partei die Sozialdemokratie wirksam zu bekämpfen vermag. Wenn es ttotzdem einer gewissen- losen Agitation gelungen ist, eine große Zahl Stimmen in Ostpreußen für die Sozialdemokratie zu gewinnen, so liegt dies hauptsächlich daran, daß viele unserer Parteigenossen durch eine bis dahin ungekannte Agition überrascht worden sind. ES darf niemals übersehen werden, daß die Sozialdemokratie aniimonarchisch und revolutionair und daher mit allen Machtmitteln des Staates zu bekämpfen ist. In diesem Kampfe muß der Staat von der Kirche und der Gesellschaft mit aller Kraft und Hingebung unterstützt werden. Aber auch von der irrigen Auffaffung, daß den Arbeitern gegenüber von unserer Seite nichts geschehen dürfe,
ja doch nichts. Er wußte ja, wie genau jede Form erfüllt war, und die Sache wurde nicht mehr zwischen ihnen erwähnt. Jetzt hatte fie eS so dargestellt, als habe ihr Sohn zugestimmt, daß die Lösung der Ehe versucht würde, und darüber machte ihr Gewissen ihr Vorwürfe.
Sie klingelte und fragte nach Graf Landskron. Er war mit Graf Körting ausgeritten, und fie würden vielleicht bald zurückkehren. Gräfin Landskron setzte ihre unterbrochene Lektüre fort; doch zu ruhigem Lesen konnte fie nicht kommen. Sie stand wiederholt auf und trat ans Fenster, sah hinaus in die Landschaft oder ging an ihren Schreibtisch und nahm diesen ober jenen Gegenstand in die Hand, nm ihn zu betrachten und dann wieder hinzulegen. Wenn Gertrud die Sache so — so tragisch auffaßte, so konnte fie ihr nicht helfen, wenn fie — hm — exaltirt genug sein und zum Aeußersten schrecken, fich vielleicht das Lebe» nehme» sollte — — dieser Gedanke beunruhigte fie doch. Ganz objektiv mußte fie fich sagen, daß dies, — äußerlich betrachtet — die einfachste und zugleich sicherste Lösung des von ihr heraufbeschworenen Konflikts wäre. Aber um welchen entsetzliche» Preis? — Herbert wurde ja daun frei. Aber auch hier wieder mußte fie sage«: er würde seiner Mutter die Schuld an dem Tode seiner Frau zuschreiben, und so würde er zwar feine Freiheit gewinnen, aber fie — seine Mutter — würde dadurch sicher seine Liebe verlieren. Und diese zu besitzen, ganz allein zu besitzen, war doch schließlich das Endziel all ihrer Wünsche und Bestrebungen.
So wuchs ihre Unruhe mit jeder Sekunde, und schon war fie bereit, fich Gewißheit darüber verschaffen zu wollen, was Gertrud zu thun beabsichtige als es klopfte, und auf ihr „Herein* der Diener öffnete und Besuch anmeldete.
um sie auf die Gefahr der Sozialdemokratie aufmerksam zu machen, ist abzusehen. Wir müssen es uns angelegen sein lassen, mit ihnen über die das Vaterland bedrohende Gefahr eingehend zu sprechen, nicht nur vor den Wahlen, sondern so ost sich eine Gelegenheit dazu bietet. Chiistenthum und Monarchie wurzeln noch tief im Herzen der Ostpreußen. Versäumen wir keinen Anlaß, an diese heiligen Gefühle zu appelliren! Unsere Arbeiter lesen gerne. Sorgen wir dafür, daß ihnen statt deS verderblichen Lesestoffes sozialdemokratischer und radikaler Schriften gute christliche Blätter gehalten werden. Aber auch das leibliche Wohl unserer Arbeiter möge uns stets am Herze» liegen. Arbeiter, die wissen, daß die Arbeitgeber sich um fie kümmern, ihnen in Krankheit und Roth »ach Kräfte» helfe», werde» sich nicht leicht durch Agitatoren verführen lassen. Ohne diese innere Arbeit könne» auch die besten Gesetze die Ausbreitung der sozialdemokratischen Irrlehre nicht hindern. Die Strenge des Gesetzes den Verführern, Belehrung und christliche Liebe den Verführten: das fei unsere Losung im Kampfe gegen den Umsturz.*
lieber de» Verlauf der im Rei chsamt des Inner» geführten wirthschaftlichen Vorarbeiten für die künft'ge Gestaltung unserer handelspolitische» Verhältnisse werden in der Tagespresse neuerdings Mittheilungen verbreitet, welche die Meinung Hervorrufen könnten, als ob diese Arbecken auf Schwierigkeiten gestoßen seien. Demgegenüber erscheint es wünschenswerth, festzustellen, daß das Ergebniß der bisherigen Erhebungen über den Umfang der heimischen Gütererzeugung fast durchweg ein in besonderem Maße befriedigendes ist. Es sind bis jetzt rund 38 000 Fragebogen für die chemische, die Textil-, Papier- und Papierver- arbeitungs - Industrie, die keramische Industrie, die Leder-, die Glas-, die Montan- und Hüttenindustrie und einige Zweige der Metallverarbeitung versandt worden. Von diesen Jndusttiezweigen, mit Ausnahme der drei letztgenannten, bei welchen die Erhebungen sich noch in einem weniger vorgeschrittenen Stadium befinden, sind durchschnittlich 87 bis 94 pCt. der Fragebogen beantwortet an das Reichsamt des Innern zurückgelangt. Jeder, der mit unseren industriellen Verhältnissen vertraut ist, namentlich aber Der, welcher ähnliche Untersuchungen durch Umfrage bei einer großen Zahl von Firmen bereits vorzunehmen in der Sage war, wird bereitwillig zugestehen, daß dieses Ergebniß als ein über« raschend günstiges sich darstellt. Die noch ausstehenden rund 10 pCt der Fragebogen umfassen mit wenigen Ausnahmen kleinere Betriebe, welchen Mangels geeigneter Buchführung die Beantwortung einzelner Fragen Schwierigkeiten verursacht. Für berartige Betriebe ist, sei es unter ihrer eigenen Mit-
Als Gertrud in ihr Zimmer zurückkehrte, sank sie auf einen Stuhl, stumm und starr saß sie eine Weile da. Sie blickte die Wände an, starrte auf die Dielen vvr sich nieder, der Schmerz, der in ihr tobte, über denn Verrath ihres Mannes, des Mannes, der angab, fie zu lieben, war zu gewaltig, zu groß, er kannte feine laute Aeußerung. Dann stand fie auf, mechanisch ging fie in ihr Ankleidezimmer und wieder zurück, es war, als wenn ihr Wille gelähmt wäre, und fie automatenhaft etwas that, das ihr nicht bewußt wurde.
Endlich kehrten ihre Gedanken in die geregelten Bahne» zurück und ihr erster war: fort, fort von hier, von dem Orte, wo fie eine Kränkung erfahren hatte, die alle Pulse in ihr fieberhaft beben machte. Hastig trat fie an den Schreibtisch, riß einen Bogen Papier heraus, setzie sich hin und schrieb in fliegender Eile ihrem Manne so ausführlich, als eS ihre Erregung zuließ, was ihr heute begegnet war, weshalb fie Schloß Landskron verlassen würde.
Nachdem fie den Brief geschlossen hatte, ging fie in ihr Ankleidezimmer, um fich das allernöthigste zu- sammenzupacken, was sie vor der Hand brauchen würde und bann fort! Wohin, das erwog fie vorläufig noch nicht, das würde fich später finden.
AlS sie durch daS Vorzimmer schritt und die Thür zum Korridor öffnete, stand zu ihrer lieber» raschung und ihrem Schreck der Diener vor ihr, der sie wie erleichtert und zugleich verwundert ansah. Er stand schon eine ganze Weile im Korridor und hatte wiederholl und schließlich stark geklopft, ohne eine Antwort zu erhalten. RathloS hatte er da- gestanden und be» Schritte» der jungen Gräfin gelauscht, die gedämpft durch die Thür klangen. Er konnte fich nicht erkläre», weshalb fie sei» Klopfen
Wirkung ober unter ber von Sachverständigen, ei» Einschätzungsverfahren in bie Wege geleitet. Es ist ferner ber Annahme Ausbruck gegeben worben, baß ein großer Theil der Fragebogen nur unvollständig beantwortet und daher für die beabsichtigten Zwecke unbrauchbar sei. Auch diese Annahme entbehrt der Begründung. Vielmehr darf es als ein erfreuliches Ergebniß der Zusammenarbeit der Reichsverwaltung und der industriellen Kreise bezeichnet werden, daß die Fragen von den Betheiligte» als nöthig und zweckentsprechend anerkannt und mit verschwindende» Ausnahmen, durch welche der oben genannte Prozentsatz nicht berührt wird, auch sorgfältig und gewissenhaft beantwortet worden sind. Namentlich die Hauptfrage», welche sich auf die Mengen und Wcrthe der inländische» Gütererzevgung, den Bezug der Rohstoffe und die Absatzverhältnisse beziehen, haben eine Beantwortung gefunden, aus welcher eine äußerst werthvolle Unterlage für spätere handelspolitische Entschließungen sich ergiebt.
Die „Times* melden aus Pekiug vom 10. August: Das Tsungli-Damen habe fich mit allen Bedingungen einverstanden erklärt, welche ber russische Geschäftsträger Pawlow in Bezug auf den Kontrakt der Ausdehnung der Niutschwang-Bahnanleihe gestellt habe. Pawlow habe verlangt, die Linie dürfe nicht als Sicherheit verwendet werden, und keine fremde Konttolle ober Einmischung bürfe zugestanben werben, selbst nicht in bem Fall, daß einer Verbindlichkeit nicht nachgekommen werden könne. Diese Bedingungen setzen sich mit den Bestimmungen des unterzeichneten Kontrakts in direkten Widerspruch. Das Tsungli - Damen gestehe sein Erstaunen über die Bestimmungen des Kontrakts der Hankan - Peking - Bahn zu, und sei bemüht, die Verantwortlichkeit auf Li-Hung- Chang abzuwälzen, ber bie Verhanblungen geleitet habe unb besten Vorliebe für Rußland bekannt sei. China erkenne die Begünstigung des abgesonderte» Abkommens an, durch welches zum Schiedsrichter in allen Streitigkeiten der Gesandte desjenigen Landes bestimmt werde, das die meisten finanzielle» Interessen daselbst habe. China erkennt an, daß die genannte Abmachung dem russischen Gesandten vollkommene Heber« macht in allen Streitigkeiten verleihe. Es sei übrigens amtlich bekannt gemacht worden, daß der Kontrakt bis jetzt noch nicht ratifizirt sei, unb daß ber belgische Gesandte auf eine Ratifiziruug bestelben bmch ein kaiserliches Reskript bringe. — Zu einem Leitartikel führt bie „Times* aus, bas ganze Land sei bereit, bie Politik ber Regierung zu unterstützen. Wenn aber die Regierung überhaupt eine Politik habe, so verheimliche sie bieselbe. Die öffentliche Meinung könne aber ihr Urtheil nur nach de» Erfolgen richte». Das Schlimmste sei, baß England
nicht beantwortete »nd ohne ihre Aufforderung durfte er nicht eintreten. Jetzt, als fie vor ihm stand, Hut und Mantel, ein kleines Packet in ihrer Rechten, kam ihm das sonderbar vor.
„Verzeihung, Fra» Gräfin, ich habe vo» der Frau Gräfin-Mutter de» Auftrag, die Frau Gräfin und den Herrn Grafe», falls er schon zurück sein sollte, in ihren Salon zu bitten, es ist Besuch da. Ich habe den Herrn Grafen in seinen Zimmern nicht gefunden und dachte; daß er vielleicht schon hier wäre.*
Gerttud sah den Diner an. Sprach er die Wahrheit, daß ihre Schwiegermutter fie zu sich rufen ließ, jetzt, so kurz nach dem Austritt zwischen ihnen, so ganz, als ob nichts vorgefallen wäre? Ihr war das unfaßbar, waren ihr doch die Gründe nicht bekannt, welche die Frau Gräfin Landskron veranlaßten, ihre Schwiegertochter zu sich bitten zu lassen. Der Diener hatte allerdings die Wahrheit gesprochen. Die Gräfin Landskron hatte, nachdem fie den Besuch empfangen, sofort den Diener zu Gertrud gesandt, nm zu erfahren, ob fie noch ckn Schlosse sei; war fie noch dort, so war anzunebmen, daß fie den äußerste» Schritt nicht thnn würde und was fie sonst that, war ihr vollkommen gleichglltig, das konnte nicht so sehr i»S Gewicht fallen.
Gerttud wollte die Gegenwart des Dieners los werden, um an der wetteren Ausführung ihres Planer nicht gehindert zu fein; fie sagte daher kurz: „Ich kann jetzt nicht den Wünschen der Frau Gräfin entspreche» und der Herr Gras ist nicht hier, er wird noch nicht zurückgekehrt sein.*
(Fortsetzung folgt.)