gatf mAetttai: 3-h »ug> Koch, UniverfitütS-Buchdruckmi in Marburg, Berantworüich für Mt »ebdtton: Rtdaktrur M. Hartman» tu Marburg.
«Edition: Markt 21. - Telephon 55. VVIHHWyVVIWH* Rtdaktton: Markt 21. - Telephon 55.
öchentlichc Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Warkurg
Sonntag, 24. Juli 1898.
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Eine Probe.
Die Sozialdemokratie lehnt es ab, ihre Zukunfts- eläne zu enthüllen und die Gestalt zu bezeichnen, die ne dem staatlichen Leben zu geben gedenkt; fie läßt ßch genüge», die Unzufriedenen zu sammeln und den Mßmuth, der noch in jeder großen Gemeinschaft sich iwgestellt hat, zu revolutionärer Leidenschaftlichkeit zu steigern. Nur einmal hat der Sozialismus seine ßaarsbildende Thätigkeit erprobt: in der Pariser 8 o m m u n e. Sehen wir einmal zu, mit welchem ßrfolge 1
Es ist vor Allem das Wahnbild der „Freiheit/ das die Sozialdemokratie ihren Anhängern »orzugaukeln bemüht ist. Wir fassen die Freiheit wf als den Bestand und die Geltung vernünftiger Gesetze, die von den Bürgern in freier, sittlicher Zustimmung gewollt und befolgt werden. Wir wissen der Geschichte, daß daS Uebermaß der Freiheit l Sklaverei wird, daß dort, wo es keine Autorität mehr giebt, der Starke unumschränkt herrscht und her Schwache dem Rechte der Faust verfällt. Mit Recht sagt Treitschke: „Die Ueberspannunz der Freiheit führt nicht allein zur Knechtschaft, sondern ist schon Knechtschaft!"
Das hat auch die Kommune bewiesen, als sie einen Ausschuß einsetzte „gegen alle der reaktionären Gesinnung Verdächtigte, die es verdienten, durch Flintenschüsse oder auf andere Art grtödtet zu werden/ Das hat sie bewiesen, als sie amtlich verkündete, daß die Vertreter der Prefle nicht mehr dem gemeinen Rechte unterliegen, sondern jenem Ausschuß, daß sie also für jeden Tadel der Kommune mit dem Tode bestraft werden. DaS hat fie gezeigt, als sie in knrzer Zeit 15 Blätter unterdrückte, die unbequemen Redakteure in'S Gefängniß warf und einen von ihnen, Gustave Chaudet, den Redakteur des „Siede“, ermorden ließ. Damals erklärte der Chef der Polizei f ganz offen: „Mit Preßfteiheit ist überhaupt keine Regierung möglich!"
Und wie steht es mit dem socialen Profgramm in der Kommune? Da wurde einfach für drei Termine der Miethzins erlassen, ohne daß der Lermiether die geringste Entschädigung bezog; auf Soften der Stadt wurden Speisen verabfolgt als Loh» für künftig zu leistende Arbeit. Es wurde die Nachtarbeit der Bäcker verboten, weil sie nur stattfinde „im Jntereffe der Aristokratie des Bauches', die Kirchen wurden durch Dekiet in Klub-Locale umgewandelt; kurz und gut, es entfaltete sich während der Kommune alles das zu schönster Blüthe, was den eigentlichen Kern der socialistischen Lehre bildet.
Und der Kommune hat die Sozialdemokratie in einem offiziellen Kongreß-Beschluß ihre Sympathien ausgesprochen, mit ihr hat sie sich „vollkommen ein»
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(Nachdruck verboten.)
Wie es endete.
Roman von Maria Theresia May, 8erf. des preisgekrönten Romans „Unter der Königstanne." (Fortsetzung.)
Die Wirkung ihrer Erscheinung in dem lang- Achschleppenden, orangefarbenen Peluchekleide war gerade für die Person verloren, für welche fie besonders berechnet war; ziemlich mißstimmig »ahm die englische Dame auf der Estrade in der Tiefe des großen SaaleS Platz, von • do aus sie die Anwesenden und Kommenden am besten übersehen konnte und außerdem die Genug' fäuung hatte, sich in der Nähe der erhöhte» und ge- ichmückten Plätze zu befinden, welche für die Groß- i istrstin und ihre Begleitung reservirt worden waren fä ihrer Ungeduld war sie lange vor Beginn des Konzertes, das dem Balle vorhergehen sollte, erschienen »ad beobachtete nun, wie sich der Saal nach und ?ach mit einer glänzenden auserlesenen Gesellschaft falte. Jetzt ertönte die Fanfare. Die Großfürstin [ ’fät ihrem Gefolge trat ein, empfangen von den vor- »khmsten Würdenttägern des Ortes! feierlich wurde id zu ihrem Sitze geleitet. Frau Cosway konstattrte ®ta Gengthuung, daß das Brokatkleid der Fürstin “tarn so kostbar war als ihre eigene Robe.
Eben hob der Kapellmeister den Taktstock, um daS §'lchen zum Beginn des Konzerts zu geben, da erschien verberg mit seiner Frau. Sein scharfes Auge hatte [Wort wahrgenommen, daß nur auf der Estrade i»lbst, in der unmittelbaren Nähe der Fürstin noch beaueme Plätze frei waren; so unangenehm eS ihn ^rührte, hier als Maler Kronau den Blicken so $elei Menschen sich aussetzen zu müssen, so war dies »tai doch nicht abzuändern. Erhobenen Hauptes schrttt
verstanden" erklärt, ihr hat fie „alS Dorkämpferin des Proletariats öffentlich Dank abgestattet." Der Abgeordnete Bebel war eS, der die Kommune wegen ihrer Mäßigung tadelte, einer Mäßigung, die „wir vielleicht in einem ähnlichen Falle in Deutschland schwerlich anwenden würden." Und hat nicht derselbe Bebel im Reichstage von der Tribüne aus den Kampf in Paris nur als ein „kleines Vorposten-Gefecht" bezeichnet, und hat nicht der „große" Engels hinzugefügt, daß die siegreichen Arbeiter noch viel zu groß» müthig mit ihren besiegten Gegnern umgehens?
ES ist eine Thorheit, die sich bitter rächen wird, an die Umgestaltung der Revolutionspartei in eine ftiedliche Reformpartei zu glauben. Daß dieser Glaube geflissentlich genährt wird, um den Gegenwartsstaat von der Benutzung seiner Machtmittel abzuhalten, ist natürlich; das Bedürfniß nach Märtyrer- thum ist bei den Herren Singer, Arons, Stadthagen und Genossen nicht eben groß. Aber wenn die Zeit kommen sollte, wo die Sozialdemokratie die Macht hat, dann wird auch diese Maske fallen.
Umschau.
Die Freisinnige Vereinigung und deren „Bauernvereine" spielen sich bekanntlich als zuverlässige Freunde der „kleinen" Landwirthe auf. Wie falsch diese „Freundschaft" ist, beweist eine Aeußerung des „Berliner Tageblattes", eines Hauptorgans der weiblichen Freisinnigen. Das genannte Blatt mißbilligt nämlich die Ministerialverfügung, wonach das Treiben von HandelSgeflügel verboten wird, und nennt sie „ein Entgegenkommen gegen die Agrarier, das nun wieder einmal die deutsche Industrie zu büßen habe". Zwar muß auch das „Berl. Tagebl." zugeben, daß es sich hier um eine rein veterinärpolizeilich'' Maßregel handle und daß der russische Finanzminister, der diese mit einer Anwendung höherer Tarifsätze auf verschiedene deutsche Einfuhrartikel beantwortet bat, dazu „formell nicht berechtigt" sei; allein nichtsdestoweniger schreibt das freisinnige Organ schließlich: „Es ist schon schlimm genug, wenn Herr Witte, der russische Finanzminister, durch die deutschen Agrarier veranlaßt wird, die wirthschaftlichen Beziehungen der beiden Reiche ungünstig zu beeinflussen." Herr Witte würde sich durch die „deutschen Agrarier" wahrlich nicht „veranlaßt" sehe», s» provozierend aufzutreten, wenn er nicht wüßte, daß er die,deutsche" freisinnige Presse bei seinem gegen unsere Produktion gerichtete» Vorgehen stets hinter sich hat. Auch in diesem Falle stellt das „Berl. Tagebl." die Sache so dar, als sei Rußland — wenn auch nicht „formell", so doch moralisch im Recht, wenn eS gegen seine Ver- ttagspflicht handelt. Dem Freisinn ist also an der
er mit Gertrud am Arme durch den Saal. Ein flüsterndes Fragen lief durch den Saal, bis Herbert nach tiefer Verneigung gegen die Großfürstin, welche freundlich mit überraschtem Blick auf Gerttud dankte, mit seiner Frau Platz nahm.
Frau Eosway verstand nicht viel von Musik; aber selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, heute würde» alle Klänge nahezu ungehört und unverstanden an ihrem Ohr vorübergeflogen fein, sie hatte viel zu beobachte». Frau Cosway fand, daß Gertrud immer entzückend ausiah; aber so wunderschön wie heute glaubte fie die Frau des Malers nie gesehen zu haben. Wie das bräunliche Gold in starken Flechten den edlen Kopf krönte! Im rosigsten Weiß hoben sich der schlanke Hals und die runden Schultern au dem von Spitzen umgebenen Ausschnitt des mattblaue», in weichen Falten die Gestalt umschmeichelnden Kleides, das wie von silbernem Glanz überhäuft erschien. Breite zarte Spitzen fielen auf die wundervoll geformten Arme in den Grübchen am Ellenbogen herab, bis wohin der helle Handschuh reichte. Um den Hals trug Gerttud eine Schnur gleichmäßiger, bläulich schimmernden Perlen; diese und daS Armband, welches fie als Hochzeitsgeschenk von Rhoden erhalten, bildete ihre» einzigen'Schmuck.
„Sie ist reizend," flüsterte Mrs. Cosway ihrem Sohn zu, „ganz reizend" und hob die langstielige Lorgnette, um genauer die Einzelheiten der Toilette Gerttuds zu mustern, und fast erschreckt ließ sie dieselbe nach einigen Minuttn sinken. „Das ist die Toilette einer Fürstin," sagte sie leise und erregt zu ihrem Sohne.
Der schüttelte den Kopf. „Sie sieht wie eine Fürstin aus, der Anzug aber ist sehr einfach!"
„Das verstehst Du rttcht, „William", fuhr Mrs. Cosway gleicht eregt fort. „Mrs. Kronau hat mir
Zuftiedenstelluug der russischen Exporteure mehr gelegen als an einem Schutz der kleineren Landwttthe. Denn um diese hauptsächlich handelt eS sich hier in erster Linie, da die hauptsächlich von diesen betriebene Geflügelzucht durch Abwehr der Seucheneinschleppung geschützt werden soll. Mögen sich also die Landwirthe diese neueste Leistung ihrer freisinnigen „Freunde" einmal näher ansehen!
Der „Grashdanin" erhält von einem russischen Cavallerie-Offizier einen Artikel, ia dem die Bewunderung der deutsche» Cavallerie einen Hauptbestandtheil bildet. Er sagt n. A.: „Ohne dabei gewesen zu sein, kann man sich keine Vorstellung machen, bis zu welcher Vollkommenheit und Jongleurgewandtheit die Lanzenübungen in den Kavallerie - Regimentern unseres nächsten Nachbars gelangt find. Der deutsche Cavallerist und die Lanze — das ist ein Ganzes. Sitzt der Mann einmal zu Pferd, so muß in seiner Rechten die Lanze sich befinden; das ganze Manegereiten, ob einzeln oder gemeinsam, alle Ausritte der preußischen Cavallerie geschehen nie anders als mit der Lanze in der Hand. Die deutsche Lanze besteht aus einem mit Papiermache gefüllten Stahlschaft, was einesseits eine wirksame Abwehr der Säbelhiebe möglich macht, andererseits die ungemeine Leichtigkeit in der Handhabung erklärt. Kaiser Wilhelm hat seine ganze Aufmerksamkeit der Entwicklung der Cavallerie zugewandt; gegenwärtig legen Cavallerie - Abtheilungen in ununterbrochenem Galopp eine Strecke von sechs Werst zurück, woran vor einigen Jahren Niemand auch nur zu glaube» sich entschloß." Dem russischen Offizier gefielen, nach dem „Grashdanin", die Pferde der deutschen Cavallerie außerordentlich gut. Ei» Hauptgewicht legt sein Gewährsmann auf den auffallend gleichartigen Typus der Pferde. „Wohl bedurfte es zur Erreichung dieses schwierigen Ergebnisses nahezu 17 Jahre, während welcher Zeit in Preußen verschiedene Staatsgestüte angesttengt, systematisch, Schritt vor Schutt, vorgingen, aber dafür muß man auch gestehen, daß das System der Deutschen „langsam" und sicher die preußische Cavallerie dahin gebracht hat, daß sie hinfort auf einem starken, ausdauernden, fußfesten Pferde fitze» wird."
Eine nette Tonart führe» die sozialdemottatischen Blätter. So sprechen keine „Sieger" und keine für ihre Sache überzeugten Männer, wie es jetzt aus den Spalten dieser Presse schallt. Man höre, was neuerdings darüber berichtet wird: „Beamtenthum und Sozialdemokratie" heißt die Ueberschrift eines Leit- arttkels in der sozialdemottatischen Mannheimer „Volksstimme". Der Staatssekretär von Podbielstt, der seine Beamten in einem Erlaffe vor jedem Zusammengehen mit der Sozialdemokratie warnte, wird
früher einmal gesagt, fie hätten kein Vermögen; wie aber kann er ihr dann ein solches Kleid anschaffen! Es ist vom kostbarsten Seidenstoff, theurer als meine Peluche," sie strich über ihre eigene Toilette, „die Spitzen find echt Brabanter, die Perlen allein ein Vermögen werth."
Ein besonderes Licht funkelte in den sonst so kalten, gelangweilten Augen Mr. Williams auf. „Wirklich Mama? Nun wir werden ja bald höre», was für eine Bewandtniß es mit diesem Maler hat. Ich habe Erkundigungen eingezogen . .
„Du wirst doch nicht Unannehmlichkeiten haben, Willy? fragte MrS. Cosway besorgt, „wenn Mr. Kronau ein Künstler ist, dann kann es ja sei», daß er ein fürstliches Vermögen besitzt."
„Er ist ober kein großer Künstler/ entgegnete Mr. Cosway gereizt.
Gertrud hatte eben mit lächelndem Blicke zu ihrem Manne aufgeschaut, indeß ein tiefes Erröthen auf ihre Wangen ttat; es war die Entgegnung auf ein Kosewort, das Herbert ihr zugeflüstert hatte, und dem steifeu Engländer war zu Muthe, als müßte er diesen Mann, der das Recht hatte und die Macht hatte, dieses märchenhaft schöne Weib erröthen und lächeln zu machen, auf der Stelle nmbringeu.
Das Konzert war zu Eitte, im Nu hatten ge- schäfttge Dienerhände den Raum in einen Tanzsaal verwandelt; während die Großfürstin sich die Künstler vorstellen ließ, welche im musikalischen Theil des Festes mitgewirkt hatten, und huldvoll ihre Anerkennung ausdrückte, ve anlaßte William Cosway seine Eltern, die Kronaus aufzufordern, an einem Tisch mit ihuen Platz zu nehmen. So unlieb diese Einladung Herbert auch war, so konnte er sie doch, ohne dttett zu beleidigen, nicht ablehnen; aber er nahm sich vor, lieber in kürzester Zeit den Ball mit Gertrud
in diesem Aufsatze mit der geschmackvollen Bezeichnung „der große Berliner Reptilhund" belegt, während die Nachgeordneten Behörden mit der Charakterisierung von „großen und Heinen Pro vinzköter n" abgefunden werden. Die höheren Beamten erhalten die Bezeichnung: „Die Leute, die durch die Kreisblattkloaken ihre reaktionären Gelüste abrieseln lassen." Diese rohe Tonart kann selbst durch den „Genossen" Liebknecht und dessen Widersacher ParvuS nicht überboten werden.
DaS englische Oberhaus hat die „AlienS Bill", d. h. die Vorlage, welche unliebsamen Einwanderern die Niederlassung in Großbritannien verbieten will, genehmigt. Aussicht, daß sie in der gegenwärtigen Tagung des Parlaments auch im Unterhause zur Berathung kommen wttd, ist nicht vorhanden. Auf das Schicksal der Bill im Hause der Gemeinen dürfte man einigermaßen gespannt sei». Unter den Abgeordneten ist eine Bittschrift an Lord Salisbury im Umlauf, welche ihn ersucht, der Vorlage in seinem nächsten Programm einen hervorragenden Platz zu widmen. Außerhalb des Parlaments rührt sich die Agitation auch mächtig. Ein Mitglied der konservatton Primrose-Liga hat in wenigen Wochen 25 000 Unterschriften gesammelt, damit die Bill auf alle Fälle durchgesetzt wird. Unter den Unterzeichnern befinden sich der Lordmayor und fast sämmtliche Mitglieder des Gemeinderaths der City von London. Gegen die deutsche Einwanderung ist die Bill nicht in erster Linie gerichtet.
Der Absagebrief des Jnsnrgentenchefs Garcia an Shafter lautet: „Die Regierung der Republik Cuba befahl mir, mit der amerikanischen Armee gemeinsam zu opertten. Ich habe mein Bestes gethan, um die Wünsche meiner Regierung zu erfüllen, und ich bin bis jetzt einer Ihrer treuesten Untergebenen gewesen, indem ich eine Ehre darein fetzte, Ihren Befehlen zu gehorchen. Dafür bin ich von Ihnen nicht mit einem einzigen Wort beehrt worden, das mich über die Bedingungen der Kapitulation informirt hätte. Die wichtige Zeremonie der Heber» gäbe Santiagos kenne ich nur aus den öffentlichen Berichten. Sie ließen die spanischen Behörden, welche ich seit drei Jahren als Feinde bekämpfe, im Amte. Ich würde herzlich gern mit Ihrer Armee Schulter an Schulter stehen und mich allen Maßregeln unterwerfen, welche am besten erscheinen, um den Besitz der Stadt und die Aufrechterhaltung der Ordnung zu bewahren, bis die Zeit kommt, um das feierliche Versprechen des Volkes der Vereinigten Staaten einzulösen, Cuba frei zu machen. Ein Gerücht, welches zu absurd ist, um Glaube» zu verdienen, schreibt Ihre Befehle, welche meiner Armee den Ein-
zu verlassen. Mit mütterlichem Stolze machte MrS. Cosway an ihrem Tisch Raum für daS junge Paar. Voll Genugthuung beobachtete fie, wie alle Anwesenden in bald fernerer bald auffälliger Weise an dem Platze vorüberzugehen ttachteten, wo die junge schöne Frau saß. Eine Märchenkönigin düntte fie mehr als einem der Gäste, wie fie in all dem Liebreiz ihrer Schönheit, besttablt von blendendem Lichte unter breitblätterigen Palme saß, deren feingeschlitzte Wedel sich wie ein königlicher Baldachin über ihrem Haupte wölbten.
Es dauerte nur wenige Minuten, so war zu Mrs. Cosways Entzücken der Tisch von einem ganzen Schwarm der vornehmsten männlichen Ballbe- fncher umgeben, die alle nm den Vorzug baten, Herrn und Frau Kronau vorgestellt zu werden.
KronauS Einwendung, daß er mit feiner Frau nicht lange aus dem Balle verweilen würde, half nichrs, im Nu war die Tanzkarte beschriebe», und der Ball hätte zwei Tage währe» müsse», wenn Gertrud allen Bitten um einen Tanz hätte nachkommen wollen; lächelnd mußte die junge Frau spätere Gesuche mit dem Hinweis auf ihre vollständig ausgefüllte Karte ablehnen. Lächelnd überflog auch Herbert dieselbe, fie bot eine Liste der klangvollsten Namen, nur der erste Contretavz und der erste Walzer waren noch nicht vergeben. „Für wen?" fragte Herbert leise, auf die Lücke deutend.
„Für Dich antwortete fie ebenso.
In diesem Augenblicke erschien Mr. William CoSway, der sich im Anfttage seines Vaters gleich noch Schluß des Konzens hatte entfernen muffen sah mit sehr gemischten Gefühlen den männlichen Hofstaat, von welchem Gertrud umgeben war, und hörte fast ebenso erstaunt wie Herbert selber, mit welch' feiner Grazie, ja, mit welchem geistvollem Witz die