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ISarüurg
Sonntag, 17. Juli 1898
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Se-aundverl.«- Joh. lug. Koch, Univerfitätr-Buchdruckerei in Marburg. Bmntwortkich für di. Redaktion: Äebaftait M. Hartmann tu Marburg.
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Grundlose Verdächtigungen.
Für die Kampfesweise bei Sozialdemokratie ist es bezeichnend, daß ihre Führer, obwohl sie im Reichstage gegen die Arbeiterschutz - Gesetze gestimmt haben, jetzt, wo sich die segensreichen Wirkungen dieser Gesetze zeigen, immer behaupten, „die rücksichtslose Profitwuth der Unternehmer* hindere eine wirksame Durchführung der Arbeiterschutzgesetze. Auch der „Vorwärts* hat diese Behauptung wiederholt vertteten. Demgegenüber erscheint es angezeigt, auf die Entwicklung der Dinge hinzuweisen, wie sie sich in den Berichten der preußischen Gewerberäthe darstellt, soweit diese sich auf das Verhältniß der Aufsichts- Beamten zu den Arbeitgebern beziehen.
Wenn man bedenkt, daß die Arbeiterschutz-Gesetz- gebuug den Fabriken schwere Opfer an Geld auferlegt hat, daß die Arbestgeber in Bezug auf die Unfallverhütungs-Vorschriften einer dreifachen Kontrole unterworfen sind — durch die Polizei, durch die Vertrauens'Personen der Berufs-Genossenschaften und durch die staatlichen Aufsichtsbeamten —, daß unter diesen drei Faktoren auch jetzt noch nicht ein genügend geregeltes Zusammenwirken besteht, so würde man garnicht erstaunt sein dürfen, wenn sich Mißmuth und Verstimmung unter den Arbeitgebern zeigen würden. Das ist aber thatsächlich nicht der Fall. Die diesjährigen Berichte der Fabrik Inspektoren lasten vielmehr erkennen, daß nicht nur das Verhältniß zwischen den Arbeitgebern und den Aufsichts-Beamten durchaus erfreulich ist, sondern daß auch die Anordnungen der Aufsichts Beamten mit wenigen Ausnahmen einem guten Verständniß bei den Arbeitgebern begegnen und bereitwillig ausgeführt werden.
Die Besserung, die der diesjährige Bericht im Vergleich zu den früheren aufweist, ist unverkennbar. Wo früher noch Mißtrauen herrschte, bekundet sich ein fortgesetzt wachsendes Vertrauen, eine steigende Bereitwilligkeit, den oft strengen Anforderungen der Gewerbe-Aufsicht zu genügen. Die böswillige Verallgemeinerung einzelner, ausdrücklich von den Gewerbe-Inspektoren als Ausnahmen bezeichneter Vorkommnisse kann das Gesammb llitheil über das Verhalten her Arbeitgeber, wie es sich in den Berichten der Aufsichts-Beamten darstelll, nicht beeinflussen.
Die „rücksichtslose Profitwuth*, welche die sozialdemokratische Picsse als den einzigen Grund der Thäligkeit der Unternehmer hinzustellen beliebt, erscheint aber erst recht in einem sonderbaren Lichte, wenn man die Berichte der Gewerberäthe über die Entwicklung der freiwilligen Arbeiter - Fürsorge beachtet. Ein Vergleich der diesjährigen Berichte mit den früheren ergiebt, daß auch auf diesem Gebiete sich ein Fortschritt geltend macht, der dem deutschen Unternehmer« thum zur höchsten Ehre gereicht. DaS Bestreben der
Sozialdemokratie, die Arbester-Fürsorge in Deutschland, die staatliche und die freiwillige, möglichst übel zu beleumunden, beweist nur, daß die guten Wirkungen dieser Fürsorge sich in den Kreisen der Sozialdemokratie immer mehr fühlbar macht.
Umschau.
In seiner letzten Hauptversammlung, der auch der Regierungspräsident Frhr. v. Rheinbaben beiwohnte, setzte der Detaillistenverband von Rheinland und Westfalen, nach längerer Erörterung der Bazar- und Sondersteuerfrage, einen aus 14 Vertretern des Textil-Kleinhandels in Rheinland und Westfalen bestehenden Ausschuß zur Be- rathuog der gegen die Bazare zu ergreifenden Maßnahmen ein. Dieser Ausschuß ist zu folgenden Beschlüssen gelangt: Gegen die Großbazare: „Großbazare sollen mit einer Sondersteuer belegt werden. Unter Großbazaren sind Geschäfte zu verstehen, die alle möglichen, nicht zusammengehörenden Artikel führen (z. B. Manufaktur-, Kurz-, Emaille-, Korb-, Porzellan- und Glaswaaren, Schuhe und Stiefel, Möbel, Bücher und Musikalien, Küchenartikel, Christbaumschmuck, Lebens- und Genuß- mittel usw.), und die durch die Anzahl ihrer Angestellten und den Umfang ihrer Verkaufsräume die Merkmale eines GroßbazarS an sich tragen. Führt Jemand einzelne dieser, jedoch ihrem Wesen »ach einen verwandten Waarenzweig darstellenden Artikel, so ist darin noch nicht das Merkmal eines Groß- bazars zu erblicken.* Gegen die Geschäfts - f i l i a l e n: „Wenn Jemand in einer Stadt außer dem Hauptgeschäft Zw igstellen errichtet, so sollen diese von der Gemeinde mit einer progressiven Steuer belegt werden. Zweigstellen auswärtiger Detailgeschäfte sollen ebenfalls von der Gemeinde mit einer Sondersteuer belegt werden. Es ist Wünschenswerth, diese Steuer nach der Anzahl der im Lande bestehenden Zweigstellen des Mutterhauses progressiv zu gestalten*. Der letzte Vorschlag soll zur Einschränkung des Firmenwuchers dienen. „Erfolgt die Uebertragung eines Geschäfts, das noch nicht sechs Jahre besteht, so ist die alte Firma zu löschen. Die neu einzutragende Firma muß den Namen deS neuen Inhabers führen. Nimmt die Firma einen oder mehrere Theilhaber auf, so muß der Name deS oder der hinzutretenden Theilhaber in der Firma zum Ausdruck kommen. Ausgenommen find in beiden Fällen Firmen, die an direkte Erben übergehen. Jede Bezeichnung, die sich auf die ftühere Firma bezieht, ist verboten. Sterbefall oder Arbeitsunfähigkeit des Geschäftsinhabers oder solcher Familienangehörigen, deren Fehlen die Fortführung des Geschäfts erschweren würde, heben diese Bestimmung auf.*
Neuerdings werden in einem Theile der Presse wieder Vergleiche zwischen den preußischen S t a a t s b a h n e n und den brittschen Bahnen angestellt, die zu einem ungünstigen Resultat für die ersteren gelangen. Einige ans englischen Blättern entnommene Daten geigen bagegen, daß die britischen Bahnen in einer Reihe wichtiger Punkte von unseren Staatsbahnen erheblich übertroffen werden. Die britischen Bahnen haben bei einer Gesammtlänge von rund 34000 km im Ganzen rund 1860 km brei» oder viergeleisige Strecken, also wenig über 53 pCt. der Gesammtzahl. Im viergeleifigen Ausbau sind noch weitere über 600 km begriffen. Auch nach deren Ausführung wird sich mithin die Länge der vier- oder dreigeleifigen Strecken erst auf ungefähr 5 pCt. der Gesammtlänge belaufen. Die briti- schen Bahnen rentir en dabei keineswegs besonders; nur etwa 45 pCt. des Kapitals erzielten 1895 eine Dividende von 5 pCt., 13 pCt. blieben ganz ertraglos, obgleich sowohl Personen- als Frachttarife höher sind, als in anderen Ländern. Der Fahrpreis 3. Klasse beträgt z. B. 5,2 Pfg. für daS Kilometer und dabei giebt es keine Rückfahrtermäßigungen und nur sehr wenig billigere Rundreisekarten. AIS Gründe für die äußerst geringe Rentabilität der brttischen Bahnen im Vergleich zu den preußischen Staatsbahnen werden in der Fachpresse die ungemeine Erhöhung der Herstellungskosten durch die Übermäßigen Aufwendungen für den Grunderwerb, welche wegen Mangels eines zweckmäßigen Enteignungsgesetzes zu zahlen sind, die großen Kosten der Herbeiführung der parlamentarischen Genehmigung unb die Schwerfälligkeit und Kostspieligkeit des Verwaltungsapparates angeführt. So kostete z. B. der Grunderwerb bei der South Western Railway 128 000 Mk. das Kilometer, bei der London unb Brighton Railway sogar das Doppelte. Die Kosten der parlamentarischen Konzession werden bei der erstgenannten Bahn auf 20800 Mk. das Kilometer, bei der Great Western Railway auf 32 000 Mk., bei der London-Brightoner Bahn sogar auf 96000 Mk. das Kilometer angegeben. Die schottischen Bahnen haben bei rund 4400 Kilometer Länge nicht weniger als 133 Direktoren, und dabei beziehen die höheren Beamten der britischen Bahnen zumeist sehr beträchtliche Gehälter. 100 000 Mk. und mehr sind keine Seltenheit.
Gegen daS von Pfarrer Naumann, dem Führer des national-sozialen Vereins, aufgestellte Ziel, „nationale Politik mit Hilfe der Mafien* treiben zu wollen, hatte Professor S o h m in der vorletzten Nummer der „Hilfe* energischen Protest erhoben, in dem er sich mit wuchtigen Motten gegen daS Schlag
wert „Massen-Polittk* wendet. Wer ist die Maste? Sohm antwottet darauf:
„Die Masse ist nicht baS Volk. Die Maffe ist etwas Dumpfes, Stumpfes, Unfähiges. Die M a s s e ist das Unvolk. Gewiß: sie soll zum Volk werden. Eine Schicht nach der anderen soll sich emporheben, um bas Leben des Volkes mitzuleben. Das soll das Ziel unserer Arbeit, ja das muß das Ideal eines jeden deutschen MauneS sein. Aber wie soll das geschehen? Dadurch, baß wir uus inmitten der ringenden Mengen stellen? Dadurch, daß wir die „Zusammengehörigkeit mit den bisherigen herrschenden Klassen* ablcgkn (wie Naumann will) ? Mit anderen Worten: Dadurch, daß wir uns, wenn es möglich ist, zu Leitern der „Massen* aufwerfen, um sie zum Kampfe gegen die herrschenden Klassen zu führen? Nimmermehr! DaS würde eine Anwendung des marxistischen Rezepts bedeuten: die Befreiung deS Proletariats kann nur daS Werk des Proletariats selber sein. „Massen-Politik* setzt die Masse in unruhige Gährung, vom „Schaum* wird sie sich nimmermehr befreien. Die Emporentwicklung der Menge kann nicht das alleinige Werk der Menge fein, kann nicht das Erzeugniß einer Massenpolitik fein, sondern nur die köstliche Frucht nationaler Politik. Damit ist gesagt: Die Hebung der Volksmasse kann nicht im feindlichen ® eg en» s a tz gegen das Bestehende, sondern nur im Anschluß an das Bestehende, kann nicht durch rebolutionirenbe, sondern nur durch fortschreitende, an das Bestehende anknüpfende geschichtliche Entwickelung erreicht werden. DaS Bestehende aber ist die Macht der herrschenden Klassen. Diese Macht hat einen guten Grund. Durch die herrschenden Klassen lebt daS ganze Volk, lebt auch die Masse. Die herrschenden Klassen sind Kopf, Herz unb Lunge der Nation. Wenn sie das nicht wären, so wären sie nicht die Herrschenden. Denn alle Herrschaft ruht auf innerer Nothwendigkeit. Die herrschenden Klassen regieren das Volk. Sie allein können es regieren. (Das ist der Grund ihrer Herrscher- stellnng.) Sie allein können darum die Befreier des Volkes sein. Die Emporentwicklnug der Masse wird niemals das Werk der Masse selber (einer .Mafienpoliiik*), sondern nur das Weik der herrschenden Klassen, an erster Stelle des Herrschers lein. Den herrschenden Klaflen ist die Verantwortung. Ihrer ist die Pflicht! Wenn Kopf, Herz, Lunge nicht in der rechten Weise thätig sind, wird Krankheit und Verfall des Leides unerbittlich Kopf, Herz und Lunge ebenso ergreifen. Das ist die Rache der Niedrigen. Ihr Niedergang wird alle mit sich ins Verderben ziehen. Die herrschenden Klassen müssen an der Emporentwickelung der Menge arbeiten. Sonst wird ihr eigener Untergang
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(Nachdruck verboten.) Wie es endete.
Roman von Maria Theresia May, 1 *erf. des preisgekrönten Romans „Unter der Königstanne.*
(Fortsetzung.)
8. Kapitel.
Wer immer Südilalien bereift hat, kennt wohl Dich Taormina; wenigstens habe» alle Künstler es immer ausgesucht und bewundert, unb sie hatten stets hier eine reiche Ernte zu verzeichnen. Die 'Natur bietet ihnen unendlich viel schönes und außerdem sind bart »och viele Schätze verborgen, von denen immer mid immer wieder neue an's Tageslicht gezogen Berben.
Hierher hatte sich auch Gras Lanbskron mit seiner Frau gewendet. Freilich hätte er am liebsten um- sthreu mögen, als er hörte, daß der Wirth des i Hotels ein Oesterreicher war, und daß die meisten tt senden Landsleute bei ihm einkehrten; denn er war ja nicht gewillt, mit Oesterreichern zusammeuzu- ireffen. Der Gedanke, daß Gertrud eines Tages infäüig sein Geheimniß entdecken könnte, ängstigte ihn mehr, als er sich eingestehen wollte; denn er war hoch zu unsicher darüber, wie sie solche Kenutniß mtsnehmen würde. Er blieb jedoch, unb das junge Paar verlebte und genoß hier unvergleichlich schöne tage, die nur für Herbert dadurch getrübt wurden,
Gertrud sich einer englischen Familie, die eben- W in ititem Hotel wohnte, mehr anschloß, als ihm 8tb war. Mr. James Cosway, ein reich gewordener I Fabrikant, der mit seiner Frau und seinem einzig« n Sohne William Italien bereiste, unb alle möglichen ®unftgegenflanbe für feinen Landbesitz kaufte, hatte gleich nach der ersten Begrüßung, ganz entgegen
-er Rescrvtttheit und Abgeschlossenheit, welche die
englichen Touristen hier beobachten, veranlaßt gefühlt, möglichst nahen Verkehr mit dem Paare zu pflegen.
Herbert war durchaus nicht erbaut davon unb suchte den Verkehr soviel wie möglich einzuschrärcken, was aber nicht den Wünschen Gerttuds entsprach, die gern einen Verkehr pflegte, der nach der jahrelanger Abgeschlossenheit, in welcher sie unb ihre Tante gelebt hatten, den Reiz der Neuheit für sie hatte. Sie hatte doch jemanden, mit dem sie plaudern konnte, sie war nicht allein auf den Verkehr mit Herbert angewiesen.
Bei ihre» Manne lag die Sache ganz anders. Die große Liebe, die er für feine Frau hegte, ließ keinen Wunsch nach anderem Verkehr in ihm aufkommen, und nichts würde ihm mehr zugesagt haben, als wenn e8 ihm möglich gewesen wäre, mit seiner Frau allein in einem Orte zu wohnen, der von vornherein jeden Verkehr unmöglich gemacht hätte. Dazu kam daS protzenhafte Benehmen der Engländer, das ohne Frage abstoßend auf ihn wirken mußte, was bei Gertrud durchaus nicht der Fall war. Iw Gezentheil, wenn Mr. Cosway sen. in seiner heraus- orbernöen Art darauf hinwies, daß er sich fein Vermögen selbst erworben unb von einem armen Arbeiter durch eigene Kratt zu einem reichen Manne herausgearbeiret habe, so hatte Gerttud sogar Bewunderung dafür, und da sie gewohnt war, mit ihren Gedanken nicht zurückzuhallen, so gab sie denselben auch unumwunden Ausdruck.
Herbert hätte den Verkehr für fein Leben gern wieder abgebrochen; aber daran war garnicht zu denken. Gerttud gefiel das gutmütige Wesen von
so würde Gertrud sich dagegen aufgelehnt haben. Der Frau jenes bewunderungswürdigen Mannes, der sich aus der Armuth herausgearbeitet hatte, sah sie vieles nach, wenn es nur nicht Taktlosigkeiten waren, die Gertruds Stolz verletzten; denn stolz war sie, das heißt nicht stolz im gewöhnlichen Sinne des Wortes, sondern ihr Stolz lehnte sich immer auf, wenn Gefühle in ihr verletzt wurden, die in ihrer eigenartigen Natur begründet waren.
Herbert übte schließlich nur noch einen passiven Widerstand gegen den Verkehr mit den Engländern.
[ Arn Ende war es ja einerlei; diese Leute kannten ihn nicht, und er würde kaum je wieder mit ihnen zusammentreffen. Wenn eS denn Gertrud Vergnügen machte, mit ihnen zu verkehren, so möchte sie es ihun, nur sollte sie es nicht verlangen, daß sie ihm gefielen, und sollte den Verkehr nicht so weit gedeihen lasten, daß ihnen Unannehmlichkeiten daraus entstehen könnten.
„Ach, Herbert, ich hätte niemals geglaubt, daß die Welt so schön ist, unb baß der Himmel so blau fein kann!* rief Gertrud eines Morgens ihrem Manne entgegen, der, einen großen Strauß in seiner Rechten haltend, schon von einem weiten Spaziergang zurückkam.
„Und ich hätte nicht geglaubt, baß ein Mensch so glücklich sein kann!* erroiberte Gras Lanbskron nnb küßte voll Zärtlichkeit die blühenden Lippen seines Weibes.
„Aber Herbert, um Himmelswiüen aus offener Straße!*
„Ach, hier, in dem kleinen Nest! Sieh, weit unb breit rührt sich nichts Lebendiges und uns ver-
Mrs. Cosway und sie amüstrte sich über die Gönner- birgt ohnehin noch dieser Lorbeerstrauch. Ich würde miene, welche die Dame ihr gegenüber auffetzte.«Dich, mein Kleinod, ja auch gar nicht vor einem Wäre Mrs. Cosway eine vornehme Dame gewesen,' anderen Auge küssen mögen, ich könnte es nicht, nicht
einmal vor meinen nächste» Verwandte», nicht vor meinem besten Freunde.*
„O, vor Pfarrer DitziuS hast Du es aber doch gethan, — weißt Du eS noch!' entgegnete Gertrud schalkhaft lächelnd und hing sich an ihres Gatten Arm.
„Ja, Liebling; aber daS war etwas anderes. Der gute Pfarrer segnete »ns in seinem Herzen, als er uns Küsse tauschen sah, daS wußte ich. Von allen anderen würde ich glauben, daß sie nur Neid empfinden!*
„Schmeichler!* — und Gertrud hob den Kopf und bot ihrem Manne jetzt freiwillig den Mund. „Schenke mir doch Deine Blume»,* rief sie, als er ie wieder freigab, „ober sind sie am Ende für Mrs. Losway bestimmt?*
„O, Du Schalk,* lachte Herbert, „ich wollte den Strauß nur bis zum Hotel tragen und ihn dann als Morgengrnß meiner süßen Gebieierin überreichen.*
„Wunderschön! Aber ich nehme die Blumen lieber jetzt. Die find prächtig zusammengestellt. Diese glühenden Granaten uns die weißen, träumerischen Orangeblühten, wie Sehnen und Genießen, wie Mondlicktt und Sonnengluih! An dem Arrangement dieses Straußes merkt man gleich, baß Du ein Künstler bist!*
„Unb Du, Gertrud, bist die verkörpeite Poesie.*
Sie entzog ihm leise die Hand, die er an seine Lippen geführt hatte, und entgegnete lächelnd: „Deine Blumen sind aber nicht die ersten, die ich heute erhielt. Gleich, als ich au8 dem Hotel auf die Terrasse trat, überreichte mir jemand ein kostbares Bouquett.*
Herbert runzelte die Stirn. „Wer hat das gewagt? Gewiß wieder der junge Cosway. Diese Leute