. Rievrl,
33. Jahrg.
3 S. -
gehende
L897:
ER!
(4703
J
itoriu«, ferner
i
wollte fahren, Herbst mochte
Nach den neuesten Berichten aus Spanien bestätigt es sich, daß im Kabinet Meinungsveischieden- 6eiten über einen eventuellen Friedensschluß herrschen. Der „Epoca" zufolge sei der Handelsminister Gamazo bereit, zu demissioniren. Die Mehrzahl der Minister sei für den Frieden günstig gestimmt, allein man
wenig auf die meisten Berufszweige der § 120 e der Gewerbeordnung zur Anwendung gelangen kann. Also gerade das Gegentheil der sozialdemokratischen Schlußfolgerungen ist aus den Berichten zu entnehmen. Andererseits ist zugegeben, daß viele Gewerbszweige ieunruhigt wurden, aber doch nicht infolge der Dar- tellungen der Aufsichtsbeamten, sondern infolge einer ganz verkehrten und geradezu frivolen Darstellung der Berichte in einer Zeitungskorrespondenz, wodurch sie Vorschläge eines einzelnen Beamten zum Ausfluß der Ansicht der gesummten preußischen Fabrikaufficht gestempelt wurden. Der Bundesrath beziehungsweise >er Reichskanzlerhaben wohl daran gethan, sich über sie in Rede stehende Frage durch die Aufsichtsbeamten »formtreu zu lassen. Beide waren dazu gesetzlich ogar verpflichtet, da sie auf anderem Wege über den lmfang der dem Bundesrath durch den § 120e der Gewerbeordnung übertragenen Vollmacht sich nicht unterrichten konnten. Die Untersuchung ist dahin ausgefallen, daß die Meinungen bezüglich der Einführung eines gesundheitlichen Maximalarbeitstages in verschiedenen Gewerben recht sehr auseinavdergehen und daß wohl kaum für einen Gewerbszweig der Nachweis erbracht ist, daß die gegenwärtigen Arbeitszeiten die Gesundheit der Arbeiter gefährden.
einer der anwesenden Personen zur andere gleiten. „Du willst uns wohl sagen, Tante, waS Dich veranlaßt hat, so rasch von Frankenhof abzureisen? Großmama hat sich sehr gewundert, daß Du ihr den
z Nachv- iüuches-
UND DN c°
: Lese- mittag» -4 Uhr me am -4 Uhr, schloffen : Ferien
wahren Gmnd nicht anvertrautest. Sie mir gar nicht erlauben, mit Dir zu aber weil er bestimmt war, daß ich den bei Euch auf Kronau zubringen soll, so
«lsilche, 88 »en
-1 Uhr gtmaiut, -4 Uhr gs- - Mittags,
fürchte die Unzufriedenheit der Heeres. Die Konservativen seien der Ansicht, der Friede sei annehmbar, wenn der Abschluß desselben nur den Verlust von Cuba mit sich bringe; der Krieg müsse indessen fortgesetzt werden, wenn die Amerikaner auch noch Puerto Rico, die Philippinen und eine zu große Geldentschädigung forderten. Die Carlisten seien zn Unternehmungen geneigt, falls die Regierung in die geringste Gebietsabtretung willige. Don Carlos solle in dieser Hinsicht eine bündige Erklärung erlassen haben. Nach einer Madrider Meldung der „Times" hätte gestern daS spanische Kabinet feine Entlassung gegeben. Wie verlautet, sollen die Amerikaner folgende Friedensbedingungen stellen: Abtretung von Kuba, Puerto Rico, einem Hafen auf den Kanarischen Inseln und Zahlung von 1200 Mill. Francs. Die Philippinen sollen als Unterpfand für Zahlung dieser Summe dienen. (?) Diese Bedingungen werden in Madrid als unannehmbar angesehen. — Eine Depesche von der Höhe von Santiago vom 11. Juli meldet: Die Schiffe „Newark", „New- Aork", „Brooklyn* und „Indiana" erneuerten um 9 Uhr 30 Minuten Vormittags das Bombardement. Dasselbe dauerte zwei Stunden. Alle Geschosse fielen in die Bay mit Ausnahme des letzten, welches in einer Kirche im Centrum der Stadt, in der Pulver lagerte, eine furchtbare Explosion verursachte. Ein Telegramm Shafters vom 11. Juli Abends meldet: „Der ganze Tag verlief ziemlich ruhig; es fanden nur geringe Kämpfe statt. Seit zwei Stunden ist die Parlamentärflagge gehißt. Ich be- rathe Über den Antrag wegen Uebergabe Santiagos. Ich habe die Stadt vollständig eingeschlossen. An der Nordküste sind die Linien vervollständigt. Zwei neue Batterien werden morgen aufgestellt. Unter den aus Santiago Geflüchteten herrscht großes Elend; ich thue mein Möglichstes, um dasselbe zu lindern."
ich an den Dispositionen nichts ändern. Ich fühle und sehe wohl, daß es etwas recht unangenehmes ist, was Dich bedrückt, Tante; aber hoffentlich läßt es sich noch redresstren. Sprich Dich also nur schnell aus, ich nehme den innigsten Antheil an allem, was Euch angeht, Du weißt, ich gehöre immer noch zur Familie."
„Ja, mein liebes Kind, dazu habe ich Dich auch gerechnet, feit Du auf der Welt bist," entgegnete die Gräfin mit einer ihr ungewohnten Weichheit in der Stimme: „aber alle meine schönen und stolzen Pläne —*
Die Gräfin konnte nicht aussprechen, ein Diener erschien, mit der Meldung, daß Herr v. Rhoden aus Wien angekommen sei und um eine Unterredung bitten lasse. Mil einer heftigen Bewegung erhob sich die Dame. Sagen Sie dem Herrn Baron, daß ich für ihn nicht zu sprechen bin," rief sie laut und berrifd); doch Gras Körting ttinfte dem Diener zu bleiben.
„Das ist mktnöglich, Korola.* sprach er, dicht an die Gräfin hera^Aetend, „Du darfst nicht in heftiger Aufwallung Deines Unwillens einen Mann beleidigen, welcher an den bedauerlichen Ereignisse wahrscheinlich gar keine Schuld trägt.
„Er hätte mich benachrichtigen, er hätte Herbert verhindern sollen," zürnte die Gräfin.
„Verzeihe Schwester, das eine durfte er nicht,
«setbh: iftunben Etadr- ar= und siwachc. de ohne 0 Pfg., 0 Pfg., Stunde Gepäck
Introort
Gesundheitlicher Maximalarbeitstag.
Von den in voriger Woche für das Jahr 1897 erschienenen Berichten der preußischen Fabrikaufstchts- btamten ist ein großer Theil den Darstellungen über die Wahrnehmungen gewidmet, welche bezüglich der ava zu empfehlenden Einführung eines gesundheitlichen Maximalarbeitstages gemacht sind. Den Be- Mten war die Beantwortung gerade dieser Frage zu eiuer besonderen Aufgabe für daS Berichtsjahr gemacht, daraus erklärt sich wohl zur Genüge, wenn fie sich eingehend mit dem Gegenstände befaßt haben.
Die sozialdemokratischen Blätter ziehen ans den Darlegungen den Schluß, daß es noch eine große 2ahl von Berufszweigen gebe, auf welche der § 120 e Absatz 3 der Gewerbeordnungsnovelle vom 1. Juni 1891 zur Anwendung gebracht werden müßte. Da, so argumentiren sie, die einzelnen Beamten in den verschiedensten Betrieben Arbeitszeiten gefunden haben, die ihnen übermäßig lang erscheinen, so sei die Gesetz gebung verpflichtet, ähnlich wie seinerzeit mit der Sackereiverordnung nun auch mit ähnlichen für alle möglichen anderen Gewerbszweige vorzugehen. Im Kegensatze zu diesen sozialdemokratischen Aeußeiungen beklagen Blätter der gemäßigten Parteien, daß über» Haupt solche Fragen an die Fabrikaufsichtsbeamten gmchtet seien. Es würden dadurch nur Mißstimmung und Beunruhigung in den betreffenden Gewerben erzeugt.
Der eine Standpunkt ist ebenso verfehlt wie der
WZ bei; derer“.
W we. ’feiffers Müller arten" oetzer'
Rest, .pfnhl“, , Hotel ch bei isen bei
»hast Du uns etwa eine besondere Mittheilung zu Aachen?"
„Für Dich ist die Vermnthung allerdings nicht schwer, Paul, und Du wirst später die Güie haben, vir die Gründe Deines Verhaltens zu erklären," sagte & Gräfin scharf.
Mit Befremden in den klaren Zügen ließ Jngeborg Preyern den Blick ihrer großen blauen Augen von
Umschau.
Die soeben erschienene amtliche Bearbeitung der landwirthschaftlichen Betriebszählung von 1895 zeigt nicht nur, welche Bedeutung der Landwirthschaft im deutschen Wirthschaftsleben zukommt; te ist auch sozialpolitisch im allgemeinen außerordentlich sehrreich. Man braucht nur den Spuren der ozialdemokratischeu Kritik zu folgen, die ich soeben daran macht, aus dieser Statistik zu erweisen, wie wenig die Mehrzahl landwirthschaftlicher Betriebsinhaber Anlaß habe, sich mit der Landwirthschaft im allgemeinen solidarisch zu fühlen. Die Gesammtzahl der landwirthschaftlichen Betriebe — als Betrieb auch das kleinste, landwirth- chaftlich ausgenützte Stück Land gerechnet — beziffert ich auf 5 556 900. Davon wären allerdings 3 235169 Betriebe oder 45,49 Prozent aller Betriebe unter 2 Hektaren oder 8 Morgen, von denen der weitaus größte Theil sicherlich den Inhaber nur soweit selbständig zu ernähren vermag, als der Boden zu intensivem Gartenbetrieb, zu Obst-, Wein-, Tabak- und Gemüsebau sich eignet. Freilich ist bet allergrößte Theil dieser Betriebsinhaber auf die Industrie, auf Handel und Verkehr und sonstige Lohnarbeit hin- gewiesen, davon aber hat die Sozialdemokratie noch nichts. Mag sie über daS Bohnen- und Sonnen« blumenbeet des Bahnwärters und den Kartoffelbau des Vorortmaurers oder des Grubenarbeiters spotten, in diesem kleinen landwirthschaftlichen Besitz ist eines
Deutsches Reich.
Berlin, 12. Juli. Se. Majestät der Kaiser ist, wie „W. T. B." meldet, heute früh 61/, Uhr an Bord der Jacht „Hohenzollern" in bestem Wohlsein in Molde eingetroffen.
— Die Herzogin Adelheid zu Schleswig- Holstein-Sonderburg-Augustenburg, die Mutter unserer Kaiserin, ist nach vieimouatigem Aufenthalt heute von Primkenau nach Dresden abgereift.
— Die Königin Viktoria hat beschlossen, dem König von Württemberg den Hosenbandorden zu verleihen. Demnächst wird sich der Herzog von Koburg nach Stuttgart zur Investitur begeben. Der Herzog hat auch den verstorbenen König Karl vor zehn Jahren mit den Insignien desselben Ordens bekleidet.
„Ja, um Gottes willen, Tantchen," rief Jngeborg bestürzt dazwischen. „Herbert eine Schmach — was hat er denn gethan?"
„Er hat sich verheirathet, Komtesse, das ist alles," antwortete Rhoden, das schöne, ihm fragenb zugewendete Antlitz scharf beobachtend.
Ein lebhaftes Roth höchster Ueberraschung flog über die regelmäßigen Zuge des jungen Mädchens, und mit einer Lebhaftigkeit des Tons und der Gebärde, welche einen starken Kontrast gegen ihre sonstige Gelassenheit bildete, tief fie auS: „Herbert verheirathet, aber mit wem und feit wann denn?"
Lothar von Rhoden athmete auf. Die Art, wie die junge Komtesse diese ihr so unvermittelt gewordene Nachricht von Herberts Vermählung ausgenommen hatte, erschien ihm für seine eigenen Wünsche ungemein beruhigend.
^Mit einer Salzburger Bauerudirne," antwortete die Gräfin, ehe Rhoden zu Worte kommen konnte, unsägliche Verachtung in Blick und Stimme.
„Verzeihung, Frau Gräfin," entgegnete der Baron, „mit der Tochter eines Arztes, einer so gebildeten jungen Dame, wie ich in der allerbesten Gesellschaft nur wenig getroffen habe."
„Einer Dame!" lachte die Gräfin bitter auf, „die ihr Leben in dem Dorfe Böckstein verbracht und dort vielleicht Ziegen gehütet hat!"
„Ist sie wirklich sehr schön?" fragte Graf Körting gespannt.
„Sehr schön," gab Rhoden zur Antwort, und zwar mit besonderem Nachdruck in der Stimme und mit so sprechendem Blick, daß der Graf daraus entnahm, die junge Fran seines Neffen muffe eine ganz ungewöhnliche Erscheinung fein.
(Fortsetzung folgt.)
gewurzelt, was in unversöhnlichem Widerspruch zu der sozialdemokratischen Doctrin steht: die Liebe zum eigenen Besitz, die Freude am eigenen selbständigen unabhängigen Schaffen. Der Vorortmaurer und der Grubenarbeiter, der mit Weib und Kind auf fein Stückchen Land hinauszieht, es beackert und beflanzt, hat keine Neigung, diesen Genüssen die rauchgeschwärzte Kneipe vorzuziehen, wo der zielbewußte Genosse gegen die „Befitzbestie" und was sonst noch donnert. In seinem Kleinbetrieb teckt der Trieb zur Wahrnehmung des Privatinteresses, Sparsamkeit und Nüchternheit, kurz, alle jene Eigenschaften, welche die Sozialdemokratie als „Stegmüllerei" ächtet, nach dem Namen jenes Mannes, der mit Schimpf und Schande aus der Sozialdemokie hiuaus- gestoßen wurde, weil er gewagt, sich auf einem Parteitag dessen zu rühmen, daß er mit diesen Eigenschaften sich zu einem seines Besitzes sich freuenben Menschen hinanf- gearbeitet habe. Darum ist es mit Dank zu begrüßen, baß bie amtliche Statistik eingehender untersucht, welche Theile der Bevölkerung hinter diesen landwirthschast- lichen Kleinbettieben stecken. Und da finden wir, baß nicht weniger als 753 517 inbusttielle Arbeiter als lanbwirthschaftliche Betriebsinhaber gezählt sinb, von benen 214224 einen bis zwei, 181134 zwei bis vier, 132 393 vier bis acht, 87 321 acht bis zwölf Morgen, 44 773 mehr als zwölf Morgen und mehr als 90 000 weniger als einen Morgen int Betrieb haben, daß von den Industriearbeitern, die nebenher Landwirthschaft treiben, auf Maurer, Zimmerer und sonstige Bauarbeiter 167 000, auf Berg- und Hüttenarbeiter 144000, Steinhauer und Ziegler 46 000, Eisenarbeiter 39 000 und Textilarbeiter 37 000 entfallen, und baß es von den in Hanbel, Verkehr, Gast- und Schenkwttthschast unb weckfelnber Lohnarbeit Thätigen mW, als zwei Millionen giebt, bie Herren eines lnSwirthschaft- lichen Betriebes sinb. Nicht allein darum ist dies schwerwiegend, weil die großen Betriebsarten in diesem Theil der Bevölkerung zu der großen Interessengemeinschaft der nationalen Arbeit sich zufammen- schließen gegen den sozialdemokratischen Internationalismus, sondern weil auch grabe für biefen Theil der Bevölkerung gilt, daß er in einem unversöhnlichen Gegensatz zu der Kardinalforderung des sozialdemokratischen Programms steht, der „Vergesellschaftung des kapitalistischen Privateigenthums an Produktionsmitteln", wozu in erster Linie die Expropriation von Grund und Boden gehört.
das andere konnte er vielleicht nicht, Herbert ist ja majorenn. Ich bin ja überzeugt, baß Baron Rhoben burchans korrekt gehanbelt hat, und bitte Dich beshalb ihn zu empfangen. Er bürste uns wahrscheinlich wichtige Ausschlüsse zu geben imstande fein."
„Ja, mein Gott," fragte jetzt Komtesse Jngeborg unruhig, „handelt es sich nm Herbett? WaS ist mit ihm geschehen?"
„Du sollst sofort alles erfahren," sagte Graf Körting und gab nun dem Diener Befehl, de» An- gemeldeten eintreten zu lassen.
„Einer großen Begünstigung hatte sich Rhoden niemals seitens der Mutter seines Freundes rühmen können; aber der Empfang, welcher ihm diesmal zu theil wurde, Überstieg, wie Rhoden später erzählte, alles vorher Erfahrene noch um ein Beträchtliches.
Dagegen kam ihm Graf Körting freundlich entgegen. Jngeborg erwiderte mit fast vertraulichem Händedruck seinen Gruß, und Komtesse Klementine, welche Rhoden mit der Bezeichnung „eine Blume im Schatten" belegt hatte, machte ihm eine hastige, unsichere Verbeugung.
„Frau Gräfin, ich komme im Auftrage meines Freundes Herbert," begann Rhoden; „aber es dürfte Ihnen vielleicht angenehmer fein, Frau Gräfin, mich allein anzuhören."
„Haben Sie mir etwas zu sagen, was das Ohr junger Mädchen verletzen müßt?"
„Nein gnädigste Gräfin!"
„Dann ersuche ich Sie, fich Ihres Äusttages hier zu entledigen, Hett Baron. Mein Bruder unb meine Tochter wissen bereits, welche Schmach Herber: fich und uns angethan hat, nur Komtesse Preyern ist noch nicht unterrichtet; aber es ist mir lieb, wen» auch sie jetzt alles aus Ihrem Munde hören wirb..."
(Nachdmck verboten.)
Wie es endete.
Roman von Maria Theresia May, tzerf. dcs preisgekrönten Romans „Unter der Königstanne." (Fortsetzxns.)
Es bauerte nur wenige Augenblicke, bis eine sehr schöne Dame in Begleitung eines stattlichen älteren Herrn in das Gemach trat. Diese Dame war Komtesse Jngeborg Preyern, welche trotz ihrer sehr ötferntett Verwandtschaft mit der Gräfin zu dieser gleichwohl „Tante" sagte. Der Hm war der jüngste i -8ruber der Gräfin Landskron, ein ehemaliger Offizier, | welcher Schulden und toller Streiche halber den Dienst hatte quilttten müssen und seitdem bei seiner i wohl zehn Jahre älteren Schwester lebte, bei welcher er eine Art von Abministratorstelle begleitete.
Guten Morgen, Tante Karola," grüßte Jngeborg, indem sie bie Hanb der Angeredeten mit den Lippe» t berührte, „guten Morgen Klementine," und sie küßte bas blaffe, leidend aussehende Mädchen auf die Stirn. „Wie geht es Euch, wie ist Euch die Reise bekommen? 3ch habe henlich geschlafen!"
Während dieser lebhaften Worte hatte Gra i Körting' seiner Schwester stumm die Hand gereicht <nb leise die zarte Wange seiner Nichte Klementtne gestteichelt. „Du hast unS rufen lassen, Karola," fragte er den Damen die Sessel zurechtschiebend,
t fiteiie
Rt. 9- Bieden-
Anzeigm nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bnreaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Mägde» birg, Wien; Rudolf Masse, Frankfutt a. M., Berlin, München, Köln; 6. L. Daube & Co., Frankfutt a. M., Berkin, Hannover, Paris x.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.
S«ck und Bett«,: Joh. Ang? Koch, UniverfitätS-Bllchdmckerei in Marburg. Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartman» i» Marburg.
Expeditton: Markt 21. — Telephon SS. V Redaktion: Markt 21. - Telephon SS.
Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen.
-b/i Quartals-Abonnements-Preis bei der Exvedition 2 Mk., bei allen o
IVti Postämtern 2,2S Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertiousgebühr: die ge- 1 A CYitG 1QQQ
fpaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Rettamen: dk Zeile 28 Pfg. ^r)l)Kllk1sIllg, J-4. JLojO.
andere. Der 8 120 e Absatz 3 der Gewerbeordnung ettheilt dem Bundesrathe die Vollmacht für solche Erwerbszweige, in welchen durch übermäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit die Gesundheit der Arbeiter gefährdet wird, Dauer, Beginn und Ende der zuver- Mgeu täglichen Arbeitszeit und der zu gewährenden Pausen vorzuschreiben und die zur Durchführung dieser erforderlichen Anordnungen zu treffen. Der Bullbesrath ist demzufolge nicht ermächtigt, überall da eiuzugreifen, wo übermäßig lange Arbeitszeiten sestgestellt sind, sondern nur da, wo solche die Gesundheit der Arbeiter gefährden. Was bedeutet denn überhaupt der Begriff der übermäßig langen Arbeit? I Es giebt Betriebe, in denen die Arbeiter bei einer
8 stündigen Arbeitszeit stark angestrengt werben unb ' solche, wo sie eS bei einer 12 ftünbigen unb längeren Mcht sinb. Der Begriff ber übermäßig langen Arbeitszeit wirb also immer erst an bem Maßstabe der Gefährdung der Gesundheit der Arbeiter gemessen, und ehe nicht ein strikter Beweis nach dieser Richtung erbracht ist, kann der Bundesrath, wenn anders er im Sinne ber Gesetzgeber vorgehen will, sich gar nicht auf die Einführung eines gesunbheitlichen Maximal-
1 Arbeitstages einlassen.
Die Berichte der Aufsichtsbeamten für 1897 gehen I NUN bezüglich ber einzelnen Gewerbszweige fo sehr l auseinander, baß baburch gerabe erwiesen wirb, wie