abgewiescn werden würde, konnte für jeden Unbefangenen von vornherein nicht gerade zweifelhaft sein. Die „Post" hat gewiß sehr Recht, wenn sie dazu bemerkt: Auch die Berliner städtischen Körperschaften müssen nachgerade einsehen, daß, wenn sie sich in ihrem Hause frei von jeder Einmischung der Staatsaufsichtsbehörde bewegen wollen, dazu vor allen Dingen die nöthige Achtung vor Recht und Gesetz erforderlich ist, und daß sie durch die wiederholten Versuche, sich über Recht und Gesetz hinwegzusetzen, naturgemäß das Einschreiten der Staatsaufstchts- behördeu veranlassen. Gerade dieser namentlich in der Berliner Stadtverordneten - Versammlung vorherrschenden Tendenz wegen ist Berlin gegenüber ein sehr straffes Anziehen der Zügel der Staatsaufsicht geboten, und es wird damit planmäßig fortgefahren werden müssen, bis auch in den Berliner städtischen Körperschaften die Ueberzeugung wieder zum Durchbruch gelangt ist, daß sie nicht souverän find' sondern daß für sie Recht und Gesetz genau so gilt, wie für alle übrigen Gemeinden des Landes. Sehr charakteristisch ist die Art, wie ein Theil der freisinnigen Berliner Presse ihrem Aerger über das Ur- theil des Oberverwaltungsgerichts mit der Drohung Luft zu machen sucht, daß man die Consequenzen der Begründung des Urtheils an anderen Stellen ziehen und namentlich von der Gewährung städtischer Mittel zu Repräsentationszwecken bei Anwesenheit fremder Monarchen werde absehen müssen. Wenn die Stadtgemeinde Berlin in der Zukunft vergeffen sollte, daß die Ehre, Reichshauptstadt zu sein, ihr auch gewisse Repräsentationspflichten auferlegt, so wird ihr das zur Unehre gereiche», aber es wird auch ohne eine Betheiligung derselben gehen. Jedenfalls ist der Gedanke eine kleinliche Rache dafür, daß der Berliner Stadtverordnetenversammlung für ihre Parlamentsspielerei etwas auf die Finger geklopft worden ist, durch Verweigerung von städtischen Mitteln zu Repräsentationszwecken zu übev, zu bezeichnend, um nicht etwas niedriger gehängt zu werden. Kurzum man kann sagen: Der Berliner Stadtverordnetenversammlung ist mit dem abweisenden Urtheile des Oberverwaltungsgerichts geschehen, was fie verdient hat; man kann nur wünschen, daß ihr diese Niederlage für die Folge zur Warnung und zur Lehre dienen möge.
Mit den „Erfolgen" des Bunde's der Landwirthe bei den Wahlen beschäftigt sich ein längerer „v. D." unterzeichneter Artikel der „Kreuzzeitung", welcher zu dem Schluffe kommt, daß die Wahlarbeit des Bundes keine Resultate erzielt habe, welche geeignet find, die Macht des Bundes zu überschätzen. Es sei nicht einmal anzunehmen, daß die Zahl der konservativen Kreise, die ohne Mithilfe des Bundes verloren gegangen wären,
Jeder neue Herr hatte dem Besitz irgendein bestimmtes, aus seiner Individualität heraus sich erklärendes Gepräge gegeben, und jetzt bot das Schloß mit seinen Thürmen und Zinnen, mit hohen Portalen und Bogenfenstern einen außerordeulich großartigen Anblick.
Die inneren Räume waren dementsprechend weit und hell sowie prächtig eingerichtet mit kostbaren Möbeln und Kunstschätzen.
Gräfin Karola Lands krön schritt rastlos in ihrem Wohnzimmer auf und ab, ängstlich beobachtet von ihrer Tochter Klementine, welche in der Finsternische saß und immer wieder glättend mit den feinen Händen über ein zerdrücktes Briesblatt strich, das auf ihrem Schloße lag. Der Raum war ganz in Weiß und Gold dckorirt; Wände, Möbeln Portieren und Vorhänge zeigten dieselben Farben. Daneben standen die herrlichsten Blumen und Blattpflanzen im Zimmer umher. Sie dursten iu der Umgebung der Gräfin nirgend fehlen; die Liebe zu den Blumen hielt sie für den Beweis eines vornehmen Geistes und GemütheS.
Endlich blieb die Gräfin vor dem jungen Mädchen stehen. „Nun, Du schweigst," sagte sie herrisch, „Du sagst kein Wort zu dem Briefe Deines Bruders?"
Komtesfe Klementine sah zaghaft ihre Mutter an. „Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, Mama; das ist etwas so Unerwartetes: aber Herbert scheint so sehr glücklich. —"
Mit einer geringschätzigen und zornigen Geberde wandte sich die Gräfin ab und nahm ihre Wanderung durch das Gemach wieder auf; die schwere Seidenrobe rauschte bei jedem Schritte und man hörte minutenlang keinen anderen Laut, bis die Gräfin zu sprechen begann, und zwar so erregt, als könne fie die peiuvollen Gedanken, welche hinter der hohen
sehr groß sei. Besonders in Hannover, wo man ganz besondere Hoffnungen in die Werbekrast des Bundes gesetzt habe, hätten sich diese Hoffnungen nicht erfüllt. Der Artikelschreiber ertheilt dann dem Bunde folgenden Rath: „Unzweideutig geht daraus hervor, daß eS schlechte Freunde des Bundes wären, die ihm den Rath geben wollten, Partei zu spielen und fich an die Stelle bestehender Parteien zu setzen. Ferner sieht man deutlich, daß der Bund die konservative Partei gar nicht entbehren kann; denn er hat dort am wenigsten geleistet, wo ihm keine konservative Wählerschaft zur Seite stand. Möchten die Bundesleiter nicht auf die Ohrenbläser hören, welche ihnen Emanzipation von der konservativen Partei anrathen. . . . Nicht Uebelwollen gegen den Bund hat unsere Feder diktirt, im Gegentheil wünschen wir ihm alles Gedeihen. Wir führen die Spracht des wahren Freundes, der in der Mbficht, Gutes zu wirken, nicht bloß Schmeicheleien, sondern auch mahnende Worte spricht. Der Bund wird blühen und seine Feinde überwinden, wenn er den Anschluß an die konservative Partei festhält; wendet er sich von ihr ab, sucht er unter allerhand Vorwänden selbständige Parteipolitik zu treiben, so sägt er selbst den Ast ab, auf dem er sitzt. Möchte dieser gute Rath so freundlich ausgenommen werden, wie er gemeint ist." Zum Schluß wird dem Bunde ein ehrlich und gut gemeintes „discite moniti“ zugerufen. _____________
Der Sekretär des Kriegsamts der Vereinigten Staaten, Alger, theilte ein Telegramm des Generals Shafter aus Playa del Este vom 10. d. M. mit, nach welchem die spanischen leichten Batterien kurz nach 4 Uhr das Feuer eröffneten. Sie wurden indeß bald zum Schweigen gebracht. Zum Gewehrfeuer kam es fast gar nicht, die Spanier verließen ihre Verschanzungen nicht. Die Amerikaner hatten drei Leichtverwundete. Wie Shaftcr in seinem Telegramm weiter meldet, hofften die Amerikaner am 11. Juli hinreichende Streitkräfte zur Besetzung der Straßen im Nordwesten von Santiago zur Verfügung zu haben. Nach dem „Jmparcial" ist die spanische Regierung in Folge des am 10. d. M. abgehaltenen Ministerraths der Ansicht, wenn die Friedens- Verhandlungen vor dem Fall Santiagos und Manilas beginnen würden, so erlange man weniger ungünstige Bedingungen. Der „Jmparcial" glaubt, die Regierung werde in diesem Sinne an Bianco teiegraphiren; von Biancos Antwort hänge es daun ab, ob die Regierung eine sofortige Unterhandlung einleiten werde oder nicht. Auch ein Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet ans Madrid vom 10. Juli, aus bester Quelle habe er erfahren, daß man feit dem 5. Juli in Verhandlungen wegen des
breiten Stirn arbeiteten, nicht mehr in sich verschließen. Aber fie sprach nur für sich, kein Blick streifte mehr das Mädchen ht der Fensternische.
„Großer Gott, wie konnte Herbert mir das an» thun, wie konnte er heirathen, ohne mich zn fragen, ohne nnr meine Einwilligung zu verlangen! Der Majoratsherr, der die Aufgabe hat, unfern Name» fortzupflanzen, wie konnte er so seine Pflicht und Ehre vergessen! — *
„Mama," sagte das junge Mädchen ängstlich bittend, „seine Ehre hat Herbert doch nicht verletzt."
,O, Du schweig nur! Ich weiß längst, daß Du keine Ahnung von den Verpflichtungen hast, welche Dir Dein Wappenschild auferlegt, doch hüte Dich, Klementine, ich beobachte Dich ganz genau, wenn ich auch schweige, so weiß ich doch manches mehr, als Du glaubst." Ein Zittern überflog die zarte Gestalt des jungen Mädchens, und sie schlug die Augen nieder, um nicht den zürnenden Blick der Mutter auszuhatten „Aber Herbert," fuhr die Gräfin fort, „dem ich so ost von meinen Plänen in Bezug auf Jngeborg gesprochen hatte, der so ganz in meinem Geiste erzogen ist — ich fasse nicht, wie er sich so vergessen konnte."
„Wenn Herbert aber dieses Mädchen so sehr liebte," wagte Siementine abermals schüchtern einzuwenden ; die Gräfin unterbrach fie schroff: „Bringe mir doch solche Phrasen nicht als Gründe vor. Ein Graf Landskron lebt weiter in den Traditionen seiner Familie, etwas anderes giebt es für ihn nicht.
Die Gräfin wandte fich darauf zur Klingel und befahl dem eintretenden Diener, den Grafen Körtin und Komteffe Preyern, zu ersuchen fich zu ihr zu bemühen.
(Fortsetzung folgt.)
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. QuartalS-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.
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dieser thatsächlichen Umstände sie zur Einwilligung veranlassen konnte; denn nie wäre sie bereit gewesen, durch ihre Heirath in jene Lebenssphären einzutreten, aus denen nicht nur ihren Eltern die Zerbröckelung ihres Glücks enstanden war, sondern zu den auch ihre Anschauungen, wie fie durch eigenes Nachdenken und die Erziehung seitens der Tante sich entwickett hatten, in dem schärfsten Grnndsatze standen. Wohl dachte er daran, daß die Zeit kommen würde, wo sie die Wahrheit erfahren mußte, Aber nicht nur dies, sondern auch alle sich aus der Situation ergebende» Schwierigkeiten mußten ja schließlich überbrückt werden durch seine eigene Liebe die er immer inniger und widerstandsfähiger gestatten wollte' Ob er fich nicht täuschte?
7. Kapitel.
Der Besitz des Grafen Landskron war einer der ältesten und bedeutendsten im Lande. Ursprünglich hatte ein Kloster dort gestanden und es fanden sich noch eine Menge Ueberreste alten Gemäuers vor. So stand noch ein hoher Steinbogen, welcher ein Theil des KlosterthoreS gewesen war, mitten im Parke: er war so dicht mit Epheu umwachsen, das sein Gestein kaum sichtbar war. Hohe Eichen umgaben die Ruine, und jeder Besitzer hatte eS stch angelegen fern lassen, fie zu erhalten.
Das Geschlecht der Grafe» Landskron war hier fett Jahrhunderte» ansässig gewesen. Die tapferen Männer und edlen Frauen hatte in großer Macht und hohem Ansehen gestanden und die einflußreichsten Stellungen im Staatswesen eingenommen. Aber die Zeiten hatte» sich geändert; die Zahl der Familienmitglieder hatte sich veringert, die jetzigen Grafen und Gräfinnen Landskron lebten ruhig und auf ihren Gütern und fanden den höchsten Ruhm in dem Atter ihres Namens uno Familientraditionen.
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„Gelingt der Boykott, so verschwindet eine Reihe selbstständiger Existenzen. Dieser Vorstoß gegen die Bäckermeister ist aber nur ein Vorspiel des allgemeinen Krieges gegen den Handwerkerstand. Einer nach dem andern soll proletarisirt werden, immer mehr soll für die bürgerliche Gesellschaft die Be- ftiedigung der nothwendigsten Lebens - Bedürfnisse von der Sozialdemokratie abhängig gemacht werden. Man hofft, daß daS Handwerk dem Angriff nicht gewachsen fein dürfte, deßhalb wird zuerst gegen dieses Sturm gelaufen. Die Loslösung der Gesellen, besonders der jungem, von der HauSwtrthschaft, bedeutet für viele Betriebe die Unmöglichkeit, daS Geschäft fortzuführen, für die Gesellen aber gewiß keine Verbesserung ihrer Lage und oft eine sittliche Gefahr. Das Eingehen auf die Bedingung, nur aus dem Nachweis der Gesellen Arbeitskräfte entnehmen zu dürfen, würde aber, gleichbedeutend sein mit der Unterwerfung unter alle Machtsprüche der Sozialdemokratie; ein Gebot der Selbsterhaltung ist es nur, wenn alle bürgerlichen Parteien dagegen Front machen und den Kampf energisch aufnehmen".
Die Sozialdemokratie giebt sich übrigens das Ansehen, als wenn fie an dem Streik und Boykott der Hamburger Bäckergesellen nicht betheiligt sei. Sie treibt hier daffelbe Spiel tote vor zwei Jahren bei dem Streik der Hafenarbeiter in Hamburg. Es soll in bürgerlichen Kreisen der Anschein erweckt werden, daß die Bäckerei-Arbeiter einzig und allein durch die Unerträglichkeit ihrer beruflichen Verhältnisse zum Ausstande veranlaßt worden sind. Die Rechnung, daß dadurch weitere Kreise, welche mit der Sozialdemokratie nichts zu schaffen haben, für die Sache der Stteikenden gewonnen werden könnten, ist auch in diesem Falle nicht falsch gewesen. Die „National- sozialen", welche schon beim Hafenarbeiterstreik sich unnütz machten, haben auch jetzt wiederum für die Arbeiter Partei ergriffen. Gegen eine wirthschaftliche Aufbesserung der Bäckerei-Arbeiter ist natürlich nichts einzuwenden, thatsächlich will aber die Sozialdemokratie eine „Kraftprobe" veranstalten. Wird derselben erst zugestanden, daß nur der ihrer Führung unterstellte Arbeitsnachweis den Bäckermeistern die Arbeiter zuweisen darf, so gerathen letztere in eine verhängniß- volle und unleidliche Abhängigkeit vor den Arbeiter- Organisationen. Daher muß ein solches Ansinnen mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden.
Umschau.
Daß die Klage der Stadtverordnetenversammlung von Berlin gegen den int Auftrage des Oberprastdenten erhobene« Einspruch des Magistrats in Sachen der Niederlegung eines Kranzes auf dem Friedhöfe der Märzgefallenen vom Oberverwaltungsgericht, wie bekanntlich geschehen ist,
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Mittwoch, 13. Juli 1898.
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-
Bureaux von Haasenstein & Bögler, Frankfurt a. M., Caffel, Mägde- o«> bnrg, Wien; Rudolf Mosie, Frankfurt a. M., Berlin, München, flöht; OO.
6. L. Daube & Eo., Frankfurt a. R., Berkin, Hannover, Paris x.
Ein Bäckerstreik.
In Hamburg haben, wie unsere Leser wissen, iie in Gewerkschaften organisirten Bäckerei - Arbeiter, etwa 4000 Mann, einen Streik gegen die Meister in Scene gesetzt. Dieser Ausstand ist insofern von allgemeinem Interesse, als der Kampf in Hamburg mr de» Anfang einer Bewegung darstellt, die all- »ählich auch über die andern deutschen Großstädte ausgedehnt werden soll. Denn hinter den streikenden Bäckern steht der, hier in Marburg int vorigen Jahre allerdings glänzend abgeblitzte „Verband der Bäcker md Berufsgenossen Deutschlands", für den Hamburg der Vorort ist.
Nachdem zwischen den Bäckerei-Gesellen und den Meistern längere Vorverhandlungen stattgefunden hatten, die ergebnislos verlaufen waren, wurde schließlich den letztern ein Ultimatum vorgelegt, das drei Hauptforderungen enthielt. Erstens sollten nicht »ehr den Geselle», wie es jetzt »och vielfach üblich ist, Wohnung und Beköstigung von de» Meistern ge- llellt werden; statt dessen sollte den Gesellen eine Vergütung von 12 Mark wöchentlich gezahlt werden. Zv itens sollten die Lohnverhältnisse aufgebessert »erden, wobei ein Lohn von 21 Mark wöchentlich als der geringste Satz verlangt wurde. Drittens sollten die Meister stch verpflichten, beim Bedarf an Arbeitskräften allein den Arbeitsnachweis deS organisirten Arbeiter - Verbandes in Anspruch zu nehmen. Die in Innungen vereinigten Bäckermeister Hamburgs haben dieses Ultimatum abgelehnt. In Folge dessen wurde von den Bäckerei - Arbeitern der Streit proklamirt. Nicht allein das. Um den Forderungen erhöhten Nachdruck zu geben, wurde gleichzeitig über alle Bäckereien, welche sich nicht fügen wollten, der Boykott verhängt. Sämmtliche Gewerkschaften in Hamburg haben sich mit dieser Sperre einverstanden erklärt, sodaß den Bäckern die Arbeiter-Kundschaft entzogen ist.
Die Arbeitgeber Hamburgs haben diesen Versuch, die Bäckermeister zur Nachgiebigkeit zu zwingen, nicht Sillschweigend hingenommen. Auch sie haben sich zu ituem solidarischen Vorgehen entschlossen. Der »Arbeitgeber - Verband" erläßt einen Auftuf zur Schaffung eines „Streik-Abwehr-Fonds" unb eine Stoße Anzahl der angesehensten Firmen hat den Aufruf mitunterzeichnet. In diesem Auftuf wird darauf dmgewiesen, daß es sich bet dem Angriff auf das Läckergewerbe um einen Vorstoß der Sozialdemo- lratie auf ein noch in befriedigenden Verhältnissen befindliches Handwerk handelt. Da heißt eS weiter:
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
etwrm»8tr!6e: Loh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei ht Marburg. ««antwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartman» ht Marburg.
Expedition: Markt 21. — Telephon 55. <*5**^!*^ WVlHUWJjyVWHh Redaktion: Markt 21. — Telephon 55.
(Nachdruck verboten.)
Wie es endete.
Roman von Maria Theresia May, Aerf. des preisgekrönten Romans „Unter der flönigstanne."
(Fortsetzxng.)
Der Pfarrer sowie Rhode» und der Gemeindevorsteher Zilling standen auf der Schwelle des Doktor- ilauses, letzterer konnte garnicht begreifen, warum der lustige Baron mit so schrecklich ernstem Ge- ücht dem jungen Paare nachschaute. „O, die werden ^ognügt sein, denen wirds gut gehen," meinte er Röstend zum Pfarrer, der immer wieder fein Tuch die nassen Augen drückte.
I „Na ja," entgegnete Rhoden trocken, „eS kann Hon fei», e8 erfriert ja nicht jeder, der eine Reise Nordpol macht." Mit diesen, dem biederen pcrru Zilling sehr räthselhaft klingenden Worten ging »Hoden, dessen Wagen auch vorgefahren war, ins ^uiiS, um sich von Fräulein Meynert zu verabschieden, ^och er mußte abreifen, ohne die Herrin deS Doktor« totfeB noch einmal gesehen zu haben. Im Giebel- (hübschen droben lag Friederike Meynert hn heißen ^tänenlofen Schluchzen auf den Knien. „O, mein •°tt," rief sie händeringend, „nun bin ich ganz tileiu!"
■ l Das junge Ehepaar fuhr indessen in die Welt . ous. Gertrud war zuftieden, und ihr Gatte bohlte vor Glück. Er freute fich deS Gefühls der Gewißheit, ohne jede Rücksicht auf Tradition
^d nur au8 reiner Liebe gewählt zu haben; ebenso । Mte er sicher sei», daß das holde Wesen an seiner ^ite unbeeinflußt durch seinen Rang und seine äußeren , ^rhältnisse, die ihr ja garnicht bekannt waren, die lu •' geworden war. Ja, im Gegentheil, er mußte WH immer wieder sagen, daß nur die Nichtkenntniß