Einzelbild herunterladen
 

?

33. Jahra.

Erstes Blatt.

AbonucmcntS - Einladung

Deine Frau!'

(Fortsetzung folgt.)

Schließlich bitten wir unsere Leser, Freunde und Gönner, unter ihren Bekanntenkreisen für die Weiter- Verbreitung der »Oberhessischen Zeitung' thnu- lichst mitwirken und so auch ihrerseits Helfer und Förderer einer nationalen und loyalen Politik sein zu wollen, einer Politik, die sich aller umstürzlerischen Tendenz der heutigen Zeit gegenüber treu bleibt in der Devise: .Mit Gott für Kaiser und Reich, für König und Vaterland!'

Marburg, im Juni 1898.

Die Erped. der .Oberhess. Zeitung.'

mir wohl Dein Schwesterchen erobern. Aber weißt Du was, Herbert, ich traue es Clcmence doch zu, fest fein zu können, wenn es sich einmal um eine ernste große Frage in ihrem Leben handelt, nur hast Du recht, ich glaube nicht, daß sie kämpfen könnte und würde; aber sterben würde sie für das, was sie ein­mal wirklich wollte.'

Du hast das Kind ja ordentlich studirt, Lothar, da sieht man doch, daß Du nicht nur der lose, ober­flächliche Schmetterling bist, für den die Leute Dich nach dem ersten Eindruck halten. Nun beantworte mir aber eine Frage gewissenhaft, glaubst Du denn, daß Jngeborg Dich wieder liebt? Du weißt, daß es vielleicht in meiner Macht liegt, Dir bei ihr zu nützen, dabei muß ich aber vor allem wissen, ob Deine Anbetung auch Aussicht auf Erhörung hat!'

Als wir im vorigen Winter alle beim Baron Dombra zum Weihnachtsfest geladen waren, find wir uns eigeuüich zum ersten Male wirklich nahe gekommen; der engere Rahmen des Dombra'schen Hauses brachte dieses mit fich, und ich glaube mich nicht zu irren, wenn ich denke, daß ich Jngeborg nicht gleichgilttg bin. Freilich würde es wohl einen kleinen Streit mit Jugedorgs Großmutter, der alten Gräfin Frankenthurn geben; denn Du weißt, wie stolz sie auf ihre neunzackige Krone ist, und sie würde cs Jngeborg nicht leicht gestatte», einen Baron zu heirathen, der ohnehin nicht zu den Reichen des Landes gehört.'

Das darf nicht weiter grämen. Jngeborg Dir geneigt, so wird sie auch die Deine; bei ihr ist Männerwille mit Frauenherzen gepaart, und was das letztere will, das setzt der erstere durch. Jeden­falls gönne ich Dir Jngeborg von Herze» nud sähe sie, da ich selbst sie nicht begehrte, am liebsten als

Einem Berliner Blatte schreibt man:Die be­vorstehende Vermählung des Bruders unserer Kaiserin konnte zunächst in den monarchisch gesinnten Streifen, für welche die Feste der Kaiserlichen Familie eigene Feste sind, nur fteudig begrüßt werden. Indessen, da die ultra­montanen Blätter, die Organe derregierenden Partei', des Centrums, daran alsbald die Andeutung knüpfte», daß die aus dieser Ehe «twa zu erwarten­den Kinder sämmtlich in der Konfession der Pruizesfin- Braut, also katholisch erzogen werde» sollten, und daß der Herr Bräutigam dieses auch beretts zugesagt habe, so konnte dies nicht verfehlen, in unserer ge- sammten evangelischen Bevölkerung schwere Besorg­nisse zu erwecken. Jene Andeutungen müssen jedoch bei näherem Hinblick als grundlos erscheinen, einfach darum, weil Herzog Günther preußischer Offizier ist. Nach der Königlichen Kabinetsordre vom 7. Juli 1853 aber, welche im Jahre 1873 am 23. Septbr. durch Kaiser Wilhelm I. auf'S Neue etvgeschärft wurde (s. den Abdruck derselben bei Bernhard Hübler Eheschließung gemischter Ehen in Preußen' S. 66, 1883) wird jeder evangelische Offizier, der die Erziehung seiner Kinder im

Operation nöthig macht. Der arme Kerl wartet nur auf meine Rückkehr, um sich dann zur Schlachtbank zu begeben; was kann ich also thun? Du bist allerdings auch mitten in einem akuten Anfall und bedarfst eigentlich meiner sehr, wenn das Hebel bei Dir nicht chronisch werden soll; aber ich glaube, augenblicklich ruft mich die nächste Pflicht zu Döry. Dich kann ich ja, ,so lange Dein Leiden nicht in Permanenz erklärt ist, noch versuche», brieflich zu behandeln; auf eine Radikalkur wage ich unter den obwaltenden Verhältnisien kaum zu hoffen!'

Da hast Du recht, eS ist da nichts mehr zu hoffe»,' entgegnete Graf LandSkro»;denn ich hatte heut einen Brief von meiner Matter, welche mich in der Abficht, Gertrud Meyuert so bald als thun- lich zu freie», immer mehr bestärkt. Die gute Mama quält fich damit ab, mir alle möglichen jungen Damen auS unfern Streifen aI8 eventuelle zukünftige Gräfin LandSkrou vorzusch lagen. Die gute Mama hat einen vorzüglichen Geschmack, das muß man ihr laffen; denn alle von ihr Em­pfohlene» find jung, hübsch und wohlhabend. Sie endet aber doch jeden Vorschlag damit, daß fie sagt: Am paffendsten bleibt aber trotz alledem unsere liebe Jngeborg; Du weißt, daß fie mir ohnehin fast eben­so lieb ist, wie meine Tochter, und daß ich mich geistig ihr fast verwandter fühle, a!8 unserer sanften Clcmence. Wenn diese doch etwas von Jngeborgs Klarheit, Schierheit und Festigkeit hätte!' Die arme kleine Siemesce, wenn sic eS sich nur mal einfallen ließe, fest fei» zn wollen, da würde es einen herben Kampf geben, meinst Du nicht auch, Lothar?'

Dein süßeS Schwesterchen ist aber doch reizend gerade so, wie fie ist fo ganz schmiegsames Weib, daS eigentlich für fich nichts will und nur für andere »nd in anderen lebt. Wäre mein Herz nicht jetzt für immer an Jngeborg gefesselt, dann möchte ich

anmuthigen Beschäftigung nicht nachlaffen solange eS Leser giebt, die fich solchen Humbug gefallen laffen. Das dürste aber, wie man auS den bei den letzten Stichwahlen gemachten Erfahrungen zu schließen be­rechtigt ist, noch lange dauern; denn wer fich seine Haltung von Blättern wieVosfische Zeitung' und Berliner Tageblatt' vorschreiben läßt, der ist werth, über den Löffel barbiert* zu werden.

Wenn unsere Gesinnungsgenossen jetzt recht rührig find und an eine beharrliche und intensive Aufklärungsarbeit gehen, so wird eS nicht schwer sein, der Bevölkerung den richtigen Begriff von demstaatserhaltenden' Freisinn bciyibringeu. Namentlich wird man denloyalen* Freisinnigen der Rickert-Barthschen Richtung leicht die ehrbare Maske von ihrem sozialdemokratisch gezeichneten Angesicht zu reißen vermögen; denn die Blätter der Wadelstrümpfler find es in erster Linie gewesen, die die Stichwahlverbrüderung mit der Sozialdemokratie proklamiert haben.

Für den Stimmvieh*-Charatter des Freisinns ist eS allerdings bezeichnend, daß eine solche den Behauptungen von Staatstteue und Biedersinn in's Gesicht schlagende Wahlparole in zahlreichen Wahl­kreise» Erfolg haben konnte. Ja, sogar dazu haben fich die Blindesten der freisinnigen Gefolgschaft her­gegeben, daß sie f ü r einen Ahlwardt g e - stimmt habe»! Im Reichstage werden unsere Ab­geordnete», im Falle die Freisinnige» mit gewohntem Pathos sich alsVertteter der Bürgerschaft* aufspielen sollten, darauf Hinweisen können, daß die Mitglieder der radikalen Linken znm Theil platzhaltende Vertteter derGenosie»', zum Theil die konservativer Patrioten seien, daß aber die eigentlichen Vertreter desfreisinnigen Volkes* auf den sozialdemokratischen Bänken fitzen und daß der typische Verttauensmann allerwahrhaft Liberalen* Herr A h l w a r d t ist.*

Erfichtlich hatte fie nur die Wunde am Kopfe davon- getragen; denn nachdem man die Kleine in die Stube gebracht und zu Bett gelegt hatte, reckte fie fich ganz behaglich und ließ sich von ihrem Amico geduldig die Wunde auswaschen und mit Heftpflaster znsammen- ziehcn, was natürlich nicht möglich gewesen war, ohne einige der schönen schwarzen Locken Mariettas zu opfern. Rhoden war auf Herberts Bitten nach Böcksteiu zurückgegangen und hatte vom Wirth Eik und Cittonen erbeten, so daß für einen kalten Um­schlag und eine» erfrischenden Trank über Rächt ge­sorgt war, und für den nächsten Morgen versprach Herbert schon früh feinen Besuch, um nach der kleinen Kranken zu sehe».

AIS die Freunde dann weiter Gastein zuschntten, meinte Rhoden:Nun, da könnten wtt ja gleich Fräulein MeynettS Finderlohn gut anwenden, wenn wir ihn als Schmerzensgeld Marietta schenkten!*

Oh nein* entgegnete Herbert,die Sorge dafür überlaß nur mir; Gertruds Bestimmung wegen der Verwendung des Geldes soll genau befolgt werden *

So habt Ihr ja nun jeder Euren Schützling «nd könnt in philanthropischen Bestrebungen wetteifern,* versetzte Rhoden neckend.

Der nächste Morgen brachte eine reiche Post für jeden der beiden Freunde, welche jedoch dadurch nicht befriedigt wurden, sondern stn Gegentheil mit ziemlich bcwöltten Mienen fich beim Frühstück trafen.

Gut, daß ich gestern noch frei von der Leber weg zu Dir geredet habe, Herbert,* begann Baron Rhoden das Gespräch.Ich erhalte soeben einen Brief, welcher meine sofortige Rückkehr ins Amt fordert. Döry hat mir natürlich versprochen, mich für jede beliebige Zeitdauer zu vertreten, jetzt schreibt er mir aber von einer ganz plötzlichen Krankheitser­scheinung in seinem Unterkiefer, welche eine sofortige

ständischen, Aguinaldo aufgefordert, zu kapiinliren, aber ich habe seine Vorschläge zurückgcwicsen, ohne fie anzuhören, denn ich bin entschlossen, meinem Souverän die Treue zu halten, und die Ehre unserer Fahne zu wahren bis auf'S Aeußerste. Ich habe über 1000 Kranke und 200 Verwundete, außerdem befinden sich in dem mit Mauern umgebenen Thcile bet Stadt viele Bewohner ländlicher Bezirke, welche vor den Greuelthaten der Aufftändischen geflüchtet find. Diese Leute bilden für uns eine Verlegenheit und für den Fall eines Bombardements eine große Sorge. Ich habe indeffen bezüglich eines Bombarde­ments für jetzt keine ernstlichen Befürchtungen. General Shaster telegraphirte vorgestern Abend 9 Uhr von Siboney auS: Wir kommen gut vorwärts. Heute haben wir eine vorgeschobene Position, 3 Meilen von Santtago, besetzt, welche der Feind gestern auf­gegeben hatte. Ein Telegramm des Generalgouverneurs der dem größten Theil der Philippinen bildenden BisayaS- und Mindanaoinseln meldet die völlige Niederlage der Aufständischen. Ihr An­führer, Arze, der Stellvertteter Aguinaldo's sei ge­falle». In der Depesche des Gouverneurs heißt eS weiter, daß in dem ganzen großen, ihm unterstellten Landstrich Ruhe herrsche. Der malerische Haupt- auführer von Mindanao sei beim spanischen Gouverneur erschienen mit der Erklärung, sie wüßte», daß es Krieg mit den Vereinigten Staaten gäbe, und wären bereit, Mann für Mann zur Vcrtheidigung der Suveränität Spaniens an der Seite der Spanier zu kämpfen. '

Dergerettete" Freisinn.

Die feit Jahren durch die Vertteter des Börsen- unb Judcnthums vorbereitete Schlacht gegen bas Junkerthum* ist geschlagen; allein kümmerlich finb die Lorbeeren, bie die bereinigten Kämpen von Nord und Süd davongettagen haben. Ihre Mandate haben sie zumeist Dank der pattiotischen Hingebung der von ihnen mitVernichtung* bedrohtenJunker* gerettet; allein das ist auch alles, was ihnen geblieben ist. Ihre Ehre und ihr Ansehen haben bie für biehöchsten Güter* von Judenthum und Börse kämpfenden Demokraten und Freisinnigen für immer verloren.

Freisinn und Demokraten gehören fortan un­trennbar an die Seite der Sozialdemokratie. Wir wollen nicht unterlaßen, derFreisinnigen Zeitung* und ihrem Begründer zu bezeugen, daß von ihrer Seite direkt nichts geschehen ist, um die freisinnige Gefolgschaft für die Sozialdemokratie bei den Stichwahlen zu engagiren; allein das Organ des Herrn Richter hat auch unterlassen, der Parole gegen die Sozialdemokratie* fich anzuschließen. Das war zwar schlau; aber dadurch ist die Führung des Freisinns bei den Stichwahlen und vermuthlich für immer in die Hände der Moffe'schen Presse gcrathen. Noch einmal war es in die Hand der volksparteilichen Freisinnslettung gelegt, diebürger­liche* Demokratie in den Augen der anständigen und an liberalen Idealen festhaltcnden Bevölkerung zu rehabilittten. Mangel an Muth und au Auftichttgkeit hat es verschuldet, daß diese letzte Gelegenheit un­wiederbringlich norübergegongen ist. Mögen die freisinnig-demokratische» Parteien immerhinbis aus Weiteres* ihre Reichstagssitze behalten, ja mögen sie noch einige dazu gewonnen haben, ihr Schicksal ist besiegelt: mit dieser politischen Richtung braucht kein Politiker mehr ernsthaft zu rechnen.

Die freifinnig-demokratische Preffe fteilich wird fortfahren, ihre leichtgläubige Leserschaft an der Nase zu führen. Wie fie vor und während der Wahlen ihre Hauptaufgabe darin erblickte, das Bild der politischen Lage und der verschiedenen Parteien zu fälschen, so wird fie auch nach den Wahlen in dieser

Umschau.

Dom Kriegsschauplätze wttd berichtet: General Augustin hat unter dem 23. d. M. der Madrider Regierung folgendes Telegramm übersandt: Die Lage ist noch ebenso ernst, wie früher. Ich halte mich in der Blockhauslinie, aber auch der Feind trifft vermehrte Maßnahmen und besetzt die Provinzen, die fich ihm ergeben. Regen­güsse, welche unsere Vcttheidigungsgräbcn überfluthen, erschweren die Vcttheidiguug. Die erhöhte Zahl der Kranken unter meinen Truppen macht die Lage noch schlimmer, zumal da auch die Desertionen unter den Eingeborenen ständig zunehmen. Unter der Angabe, daß er über 30000 Eingeborene mit Schußwaffen und über 100 000 mit blanken Waffen ausgerüstete Eingeborene verfüge, hat mich der Führer der Auf-

Wavkurg

Freitag, 1. Juli 1898.

Unter de» in Marburg täglich erscheinenden politischen Zeitungen ist die

Oberhessische Zeitung"

«st dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai« sowie JllustrirtcS Tonntagsblatt und Ziehungsliste« der Königl. Preuß. Klasse«.Lotterie dst gelesenste und am weitesten verbreitete. Mit dem 1. Juli 1898 beginnt auf sie ein neue» Viertel» jahrs-Abonnement.

DieOberhessische Zeitung* hat eS fich in erster Reihe zur Aufgabe gestellt, einzutreten für die Macht ' und das Ansehen von Kaiser und Reich, für Thron, Vater­land und Mar!

Die .Oberhessische Zeitung* ist bestrebt, überall, wo fie nur gelesen wird, daS nationale Bewußtsein, $hue zur Monarchie, Liebe zum Baterlande, Gottesfurcht und religiösen Sinn, »le Achtung vor unseren Gesetzen und bewährten staatlichen Einrichtungen zn fördern!

Die .O b e r h e s s i s ch e Z e i t u n g* sucht dies Ziel durch gediegene, sachlich gehaltene, populär geschriebene leitartitd zu erreichen. In ihrer RubrikUmschau* wird fie wie bisher eine Uebersicht über die wichtigsten Tages­ereignisse auf dem Gebiete der Inneren und äußeren Politik und deren Besprechung bringen, und die Vorgänge in den Parlamenten, in Reich und Staat, unter dem Tagesbericht wk bisher zusammenstellen.

Durch ihre Verbindung mit der Continental - Tele- Mphen - Compagnie in Berlin ist dieOberhessische Zeitung* in der Lage, ihren Lesern in Original - Tele­grammen die neuesten Ereignisse im In- und Auslande »nverzüglich zur Kenntniß zu bringen.

Den Vorgängen in unserer Provinz, wie dem lokalen Theile wird die .Oberhessische Zeitung* ganz be- stmdere Aufmerksamkeit widmen, auch wird fie nicht nur durch ein gediegenes Feuilleton, wie durch Zusammen­stellung unterhaltender verschiedener Nachrichten für ihre Leser Sorge tragen, sondern, wie eineStheilS den Vorgängen auf dem Gebiete von Kunst und Wissenschaft, so anderer­seits dem volkswirthschastlicheu und landwirthschaft- 114 en Interesse durch einschlägige Veröffentlichungen thun- lichst entgcgenzukommen allezeit bestrebt fein.

Inserate finden, die sechsspaltige Zeile 10 Pfg, bei der großen Aussage der ,O b e r h e s s i s ch e n Zeitung* in derselben die geeignetste und weiteste Ver­breitung. Dadurch, daß alle Staats- und Sommnnalbehörden des Bezirk» die .Oberhessische Zeitung* zu ihren Bekanntmachungen benutzen, ist daS Hatten derselben von entsprechendem Nutzen für jeden Leser.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen« Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde­burg, Men: Rudolf Moffe, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; E. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berkin, Hannover, Paris re.

(Nachdruck verboten.) Wie es endete.

Roman von Maria Theresia May, erf. d«S preisgekrönten RomansUnter der SSnigstanne.* (Fortsetzung.)

Da er deS Italienischen vollkommen mächtig war, hatte er, so ost er bei dem Häuschen vorüber kam, mit den Einwohnern geplaudert und dabei besonderes Wohlgefallen au einem etwa siebenjährigen kleinen Rädchen gefunden, dessen wunderbar ttäumerische dnukle Augen zusammen mit der wachSgelben Haut xnb dem blauschwarzen Haar sic zn dem besten Modell gestalteten, welches ein Künstler fich nur ^winschen konnte. Seine mannigfatttgen Geschenke hatte» des Skindes «einer Herz ihm so vollkommen erobert, daß eS beständig nach ihm auSschartte und ihm stets mitJubelrnf und Händeklatschen entgegensprang. Heute sahen die Freunde schon von wettern, daß sich ^twas Außergewöhnlicher mußte bei dem HäuScheu ereignet habe»; denn eS hatte fich eine große Menschen- «engc hier gesammett, und auch verschiedene ^smpage« hielten vor der Thür. Herbett eilte schneller vorwärts und sah vor der Hausthür die Mutter der «einen Marietta auf einem Stein fitzen *8b das kleine Mädchen auf ihrem Schooß hatten, ätdem fie dem Kinde Blnt von der Stirn trocknete, ^as anscheinend ziemlich reichlich ans einer Stopf« tounbe floß. Das Sind selber richtete fich ans, sowie $ Herberts Stimme hörte, der schnell hmzugttrctcn und verlangte nach ihremAmico,* dessen Hand . « fest umklammerte. Auf Herbetts Frage, was Nchkhea fei, erfuhr er, daß Marietta mit den andere» Widern vor dem Haufe gespielt habe, daß sie dabei I* weit auf den Fahrweg gcrathen und von einem r1 vorbcieil-ndcn Fuhrwerke überfahren worden sei.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.

SmckmwVerlag: Joh. Ang. Koch, Univerfitäts-Buchdmckerei in Marburg, «erautwottlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.

Expedition: Markt 21. - Telephon 55. VVHHIUJJPVlWlIe Redaktion- Markt 2;. - Telephon 55.

Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn« und Feiertagen. QuartalS-AbonnementS-Preis bei der Expedition 2 Ult, bei allen vu=. leJJL Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge­spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.