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Erstes Blatt.
Kaiser und Reich, für König und Vaterland!
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Dem Künstlerauge Herberts
(Fortsetzung folgt.)
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Marburg, im Juni 1898.
Die Elved. der .Oberhess. Zeitung.'
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Di« .Oberhessisch« Zeitung" sucht dies Ziel ach gediegene, sachlich gehaltene, populär geschriebene -itartikel zu erreichen. In ihrer Rubrik .Umschau" wird > wie bisher ein« U«b«rficht über dir wichtigsten Tages- «igniffe auf dem Gebiete der inneren und äußeren Politik
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Abonnements - Einladung.
Unter den in Marburg täglich erscheinenden politischen
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Politik die kick aller nnftrinWfAm „ Auf der andern Seite braucht die Regierung den IS.Iwelche mit allen irgend anwendbaren Mitteln die
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-Das will ich doch nicht so ohne weiteres an- .
«efjmai, Tante; er war so beredt, als er von den Ium eix Schein bleicher.
Armen und Nothlcidenden sprach.. 1
9Ibb." Et selbst dazu. --- v Su «tn-tiycu, Ivcteyc ,icy IN lyrcn
größte Elend wohnt nicht immer in zerfallenen Hütten,!Zügen aukprägte. So sagte sie denn gleichgiltig: .Es
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j 3n der Geisblattlaube des Doktorgartens stickten te und Nichte mittlerweile wieder in gleichmäßigem tife a l den bestellten Fächer» weiter. Beide waren «i gesprächiger Natur, sonst hätte wohl ein so unähnlicher Ereiguiß wie der Besuch zweier eleganter, J te Herren aus der Welt, welche Friederike °h»ert längst ftemd geworden, nnd die Gerttud nur * Hörensagen kannte, Stoff genug zum Plaudern >toen. So »erstrich eine geraume Zeit, ehe Gertrud .Wie gefielen Dir die Fremden, Taute?"
Diese zuckte die Achseln. „Solche Charaktere wie ■ T b. Rhodeu giebt es zu Dutzenden; er scheint < ® schlechter und nicht besser als alle Leute seines Aages: oberflächlich und leichtsinnig. Ich habe in
i » deren Besprechung bringen, und di« Vorgänge in den drlamenten, in Reich und Staat, unter dem Tagesbericht : fc bisher zusammenstellen.
Durch ihre Verbindung mit der Continental - Tele. --phen - Compagnie in Berlin ist die ,O b e r h e s s i s ch e eit u n g" in d«r Lag«, ihren Lesern in Original - Tele- iMmen die neuesten Ereigniffe im In- und Auslande werzüglich zur Kenntniß zu bringen.
Den Vorgängen in unserer Provinz, wie dem lokalen heil« wird die ,Oberhesstsche Zritung" ganz bessere Aufmerksamkeit widmen, auch wird sie nicht nur «ch ein gediegenes Feuilleton, wie durch Zusammen- Eung unterhaltender verschiedener Nachrichten für ihre Wt Sorge tragen, sondern, wie eineStheils den Vorgängen ® dem Gebiete von Kunst und Wißen schäft, so anderer- Üi dem volkSwirthschastlichen und landwirthschaft- e n Zutereffe durch einschlägige Veröffentlichungen thun- ttz «ntgegenzukommeu allezeit bestrebt sein.
l ( Inserate finden, die sechSspaltige Z«ile 10 Pfg, ’ der großen Auflage der .O b e r h«s s i s ch e n "tung" in derselben die geeignetste und weitest« Ver- aitnng. Dadurch, daß alle Staat,- und Kommuualbehörden 8 Bezirk, die »Ob«rh,ssisch« Zeitung" zu ihren temtmadjungeu benutzen, ist daS Halten derselben von brechendem Nutzen für jeden Leser.
Schließlich bitten wir unsere Lrser, Freunde und **««, unter ihren Bekanntenkreisen für di« Weiter-
(Nachdruck verboten.)
Wie es endete.
Roman von Maria Theresia May, t des preisgekrönten Romans „Unter der Königstanne."
(Fortsetzung.)
Die Freunde hatten inzwischen ihr Mahl beendet, ö aus dem Hause ergoß sich die Zahl der Festig in den Garten. Die älteren Herrschaften nahmen den einladenden Tischen Platz, die Jugend begab 11» den Verkaufsstanden, und Jeder machte irgend kleinen Einkauf zur Erinnerung an den schön 'lebten Tag.
Die beiden Leute fühlten sich nicht länger im ten wohl, nach dem derselbe von anderen Bc- «ru überschwemmt wurde, und sie brachen auf * machten sich langsam auf den Weg nach Gastein wck.
, Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchbain
Sn-ckund »rriafl: Joh. Ang. Koch, UnivrrfitätS-Buchdmckerei ht Marburg. *****
«rp^ition: Markt 21. — Telephon 55. WilliVlTTCv '§P0tltttddS>Vldtt» Brrantwortlich für die Redaktion: Rrdatteur M. Hartmann ta Marburg
Redaktion. Markt 21. — Telephon 55.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen.
QuartalS-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Anzeigen nehmen entgegen: die Expeditton dieses Blattes, die Annoncen-
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spalten« Zeil« oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zttle 25 Pfg. - Donnerstag, 30. Juni 1898. 381 3af,tfl
.Oberhessische Zeitung"
»t dem KrriSblatt für die Kreise Marburg und kirchhai« sowi« JllustrirteS Eonutagsblatt und Ziehungslisten der Köuigl. Preuß. Klaffen Lotterie ie gel«seuste und am weitesten verbreitete. Mit dem . 3uli 1898 beginnt auf fie «in neu«r Viert«l- «hrS-Abonuemeut.
Die ,Ob«rhessische Zeitung" hat eS sich ta cher Reihe zur Aufgabe gestellt, einzutreten für die Macht »d da, Ansehen von Kaiser und Reich, für Thron, Vater- tob und Altar!
Di« .Oberhessisch« Zritung" ist bestrebt, Leiall, wo fie nur gelesen wird, daS rational« Bewußtsein, tau« zur Monarchie, Lieb« zum Vatrrland«, Gottesfurcht ad religiösen Sinn, w-e Achtung vor unseren Gesetzen und währten staatlichen Einrichtungen zu fördern!
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— n, g , . m I K gerade nach Böckstein gehört. »darüber wachen, daß es nicht geschieht.
«,6,* <m “,1er de» Vornehmen nicht auch Leute! Dar ältere Fräulein Meynert warf einen scharfen I „Aber Tante," fiel Gertrud der Sprecherin ins 8 s MElllchenwurde und Tuchtigkeü respektiren lüberraschten Blick auf ihre Nichte. „Wie, Gertrud, Wort, „Du ereiferst Dich ganz unnütz. Traust Du und schätzen, wo immer sie ihnen auch entgegenttitt? I empfindest Du unsere Einsamkeit seit dem Tode des! mir denn so wenig Charakter zu, daß Du glaubst
°ö $?°fb'“ cttoa8 übermüthig, Vaters so schwer, oder haben diese Fremden die Schn-1 ich würde meinen Grundsetzen so schnell und gar noch S ft‘ne8 aUCt8 finb' w-mgsten- sucht nach der Welt in Dir erweckt?" infolge dieser Begegnung untreu ^? Im Gegen-
sagt man doch so. I .Ich weiß es nicht, Tante," entgegnete daSltheil, meine Anschaungen, die ja — wie Du weißt
„jawohl, herzlos und übermüthig," entgegnete lunge Mädchen mit fteimüthiger Offenheit; „mir war's — mit den Deinen so sehr übercinstimmen haben Frievenke Meynert bitter; „mit dem Uebermuth, bcr|rblB l^tzt noch nicht eingefallen, mich von hier fortzu-1 heut unerwartet Nahrung gefunden Dieser Herr
Herzen zertritt und lachenden MundeS weiterschreitet;P^n tH die Welt hinaus. Aber schon gestern undlv. Rhoden führt auf seinem Wappen die Devise- denn er leidet ja nicht, — und was kümmern sich ""«r noch heute umweht eS mich wie ein anderer! „Ich wehre mich" — ich sah fi« auf seiner Brief- diese Leute um die Leiden andrer? Herzlos sind ein unbestimmtes Verlangen regte sich ix I lasche. Dieser Spruch sagt mir zu, und ich habe
alle, und dieser Baron Rhoden mit seiner glatten.nicht, wonach. Den Baron Rhoden beschlossen, dieses Motiv zudem meinigen zu machen Freundlichkeit und seiner glatten Zunge hat mir beJ”ö<6te ’ta nicht wieder sprechen; aber wenn Herr! Mir soll niemand zu nahe treten, sei überrennt da- sonders mißfallen." iKronau hur blnben würde und uns zuweilen besuchen! von: Ich wehre mich!"
„Aber der andere, Tante, der Herr Rrona«?' |^nt<^a^to“r,e. wild freuen, er scheint mir ein! Die Freunde waren inzwischen langsam den Weg „Der scheint harmloser, vielleicht wirklich eta teItntii60“: "a„^ Gastein zurückgewandelt. Ungefähr auf der
Idealist; junge Künstler sind er zuweilen. Mir ge-IÄ»^ S Ä ? Anlaufthale, und ich! Halste des Weges steht ein kleines Häuschen, in gefällt es nicht, daß er einen so vornehmen H-°n LL" velchem bei knappster Eintheiluug vier Familien
sein Freund nennt; denn wenn er viel mit demum-dle Nmnr " U"b(J°UnterJomnicn ^nben fönnfn’ ia btt ganzen Gegend
geht, bann meiden ihre Ansichten über die Dinge|b ^uß auch Freude an Gotte,Iwerden bet allen Bauten welche sich nm im geringstk» wohl so ziemlich gleich sein, sonst könnten sie bockig» " ®em, bie8 5aE[ »st, der!über das Allereinfachste hinaus erheben, italienische
nicht Freunde sein. Hartherzlg, der kann nicht schlecht sei», I Arbeiter verwendet, und diese pflegten in dem kleinen
«wie Du eS von den Menicheu mt allgemeinen denkst!" IHäuschen zu wohne». Dem Künstlerauge Herberts Das bleiche Gesicht der älteren Dame wurde noch waren schon öfter die eigenartig intereffanten Köpfe /*" * *r. Sie bückte sich nach einem ausgefallen, und er halte auch bereits Skizzen von »1 herunlerzesallenen Seid-nröllchen, um ihrer Nichte einzelnen Figuren und Gruppen der Frauen und , a Bestürzung ^verbergen, welche sich in ihren Kinder für seine Mappe gefertigt.
fi« auch rä» bVm n«u^ u“t«r I^tun9en 3« hindern und zu durchkreuzen sucht,
der Voraussetzung, daß fi« mit b«m Teutrum sich!Das alte Wort, daß Niemand zween Herren dienen ?.‘rft“nbigt Wird auf bi« Dauer nicht möglich!kann, hat auch in dieser Beziehung Geltung. Wer
für all« wichtigen Gesetze auf da» Centrirm angewiesen ist | muhenden Regierung widmet, dem kann nimmer
. . Wir sind nicht bi« Hörigen btr Regierung, sie barf auch|gestattet werden, daß er gleichzeitig die Distatur des
D,e.regierende" Pattei. ÄtttJfÄÄÜJ
Maske fallen. Bisher vertrat der demostatlsche Flügel der! Wenn die Demokratie im Zentrum ben Iunb 6on ^ren Beamten fordert, daß sie nicht im rm bctt Standpunkt in der O-ffent-1 Ton angiebt, so dürste eine Verständiaana" mit! Üblichen Lager an der Minenlegung sich be- ltchkett, daß dte Wahltakttk, wonach eine unbedingte Be-! »ner Partei scbwieria wo nicht Selbst in den wegen ihrer politischen
vorzugung derradikalenLinken gegenüber der konservativen! — auch die sonst ihr' wohlwollendste 8 1fieaierLo ^re^titen Don bct Demokratie so hoch gepriesenen atiÄbttt?0^ b-sh°lb geübt toerbe,Ifei« SnSbefJnSSe ift bie XranftenuTa her UOTobcr«en sRepubtiren dürften offenLndig? Machen"
h “»«1SSS!«,8.?"y "‘i” «l-WI, Xi ta - ÄÄS Wt S-'.°nd ber
j 6 r,“9 Bedacht zu verweigert werde, ein übles Zeichen Was soll StMtsformen gefährden, bei den Beamten nicht ge-
nt$™” -”nb rw« auf eine positive Mehrheit Hamit gesagt werden? Die Zenttumsdemostatie mm bttIbct werden. Welche Behandlung nun gar im mi der Linken" “ bwehr'-Mehrheit kraft ihrer ausschlaggebenden Sttllung den Saifer Sufunftgftaate Angestellten zu Th-il
mit ber Unten. «und bie Bnndessürsten zwingen aus ihren,werden wurde, die sich erdreisteten, für die Er-
. 77°.” im £.e£aufX b“ Wahlbewegung gab der! Kreisen Minister und Staatssekretäre in größerer als | ber 3?lD”or^tc konspiriren, mag unbe- bemokrattsch gerichtete Thetl der CenttumSpresie Ge-Ibisher schon koncedirter Zahl zu entnehmen. 3)ie|rubrt,b^ben" ferner ist aber auch die Mahnung ‘J'i.blt bluftichtigkcit dieser Begründung der!Zentrumsdemostatie will nicht nur regierende"!"”, be S9eon?tcn om P^tze, Agitatoren aus ihrer Wahltakttk zu bezweifeln. Namentlich aber war die! Partei heißen, sondern sie will thatsächlich im Reiche leiste zu weisen, die die unerläßliche bureaustattsche — angebltch in eine CeuttumSkorrespondenz „ein- die Regiemng ausüben. Man wird ja abwarten Disziplin zu lockern bestrebt sind. Der gewaltige geschmuggelte , ohne Zweifel aber von führen der!können, wie sich die maßgebenden Staatsmänner 2U Ppparat.ber Reichs-Postverwaltung kann feilte ver- Seite zur vertraulichen Kolportiernng auSgegebene! dieser ZentrumSforderung verhalten werden I antwortlichen Aufgaben schnell und glatt nur er-
Stichwahlprobe sehr geeignet, ein scharfes Licht nnfl— -- ' I füllen, wenn die Autorität der Vorgesetzten über die
das wahre Ziel der Wahlagitatton durch bie! ------------------------------------Irbnen Untergeordneten strengstens gewahrt wird.
Ceutmmsdemokratie zu werfen. ! I Unlautere Elemente, die dieses Verhältniß zu eigen-
U-t-rWtzu», ber rabltakn Statm. D»,lBe°«£bu»»e» !°i>^be«»kratlsche»l Die Sttale, ta welcher bie tonf erb«ti be Gerede, c8 muffe eine Kartellmehrheit verhindert 9egen be.re” Aufreizung durch Fraktion im nächsten Reichstage voraussichtlich
werden, hat sich bald genug als Humbug en%nI i»«* im Gebiete auftreten wird, ist in verschiedenen Blättern verschieden
und bie wiederholten — als Unwahrheit ae- Postverwaltung Angestellten nochmals! angegeben. Wir halten bie Ausstellung bei „Krenz-
branbmaitten Behauptungen der demokratischenI^rhaliungsnormen ein, die sich eigentlich von selbstIzettung", wonach unsere Fraktion 51 Mitglieder Centrumsführer Dr. Bachem und Müller-Fulda! toe5bc” selbst sagen! zählen wird, für richtig. Wieviel Hospitanten dazu
Wahlrechtslegenden - haben ans das deutlichste Jeiat | Itreten toerbtn' wird sich erst später finden. Bei
daß die Centrumsdemokratie selbst vor der Axwendnng /wtspflichteu unver-l Schluß des verflossenen Reichstages war bie kon-
von Unwahrheiten nicht zurückznschrecken willens toarJn*Mt » ^nsteid die Verantwort I servatwe Fraktion 50 Mitglieder und 6 Hospitanten
um ihrem Ziele, eine starke demokratische^^Mehkhcft S Sm noch stark; sie hat also rein ziffernmäßig genommen, nichts
in den Reichstag zu bringen, näher zu kommen i ^Mdersnahebrachte. Die Endziele der sozial-leingebußt. Wir halten darum auch die Annahme,
aenült 8’finffent ? V bt>v v'el Ordnungen der „kapitalistischen" Gesellschaft gerichtet. -------------
demo k r a tisch «7t h n°r u” S $ie 5“r Wahrung und Festigung dieser Fundamente Die Ko Mission für Arbeiterstatistik darüber geöffnet^ auf toelcüc ^fcfiiefe berufenen Jnftiluttonen und! trat am 27. Juni unter dem Vorsitz des Unter»
ben bemoh?HMen ^^Hm»J?n," ß durch Personen erfüllen daher lediglich ihre Pflicht, wenn Staatssekretärs im Ministerium ber öffentlichen Sen ' M bie'\ Vordringen einer Propaganda entgegen- Arbeiten Fleck zusammen. Als Lmiffare des aenna am Taoe nnA 8 “ b ° arbeiten' bcren Hauptzweck die Erschütterung und Staatrsekretärs des Innern wohnten der Geh ime
w Tage^nach ^en Stichwahlen mit ihrer, Unterwühlung der bestehenden Ordnungen ist. Sie Ober-Regiernngs-Rath Dr. Wilhelmi sowie^ die