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Jts. 149

Erstes Blatt

Fahne versinnbildlichte Vaterland. — »Man muß es

und und

mit meiner Frenndschast für Dich. Bitte, unterbrich mich nicht," rief er, als er sah, daß Herbert, ihm die Hand auf den Arm legend, sprechen wollte, „ich weiß alles, was Du mir sagen willst: daß ich dem Gebote meines GewisienS folgen soll, — daß Deine Freundschaft mft das von vornherein verzeiht, — daß wir nichts destoweniger die Alten bleiben, — 2c. rc. Darum handelt es sich nicht, sondern einmal darum, daß Du das Mädchen, welches Lu zu lieben glaubst, in eine abscheuliche Lage bringst. — Hast Du daran schon gedacht? Wohl kaum, und gerade diese Seite der Frage wollte ich einmal beleuchten."

,Gieb Dir doch nur keine Mühe, Alter," unterbrach ihn Herbert nun doch, »meine einzige Frage ist ja nur, ob Gertrud Meyncrt auch wird meine Frau sein wollen, — ob sie mich annimmt!"

„I, daS wird sie schon wollen, — es ist doch nicht so übel, Fran Gräfin Landskro» »erben zu sollen. Dieser Zweifel kommt mft garnicht. Aber be­denke nur, was Du ihr damit anthust, sie zu Deiner Gattin zu machen."

»Wer kann denn etwas gegen sie sagen wollen! Ist sie nicht rein und tadellos wie iigenb eine Dame unseres Kreises?"

Ja, das schon; das ist aber auch in den Augen unserer Welt das Wenigste, ich möchte sogar noch ein wenig weitergehen und sagen, darauf kommt es der Welt als Allgemeinheit überhaupt nicht so sehr an. Wer sie ist? oder vielmehr, wer war sie? — das ist die erste Frage, die zwette erst: was hat sie? und bei der außergewöhnlichen Erscheinung von Fräulein Meynert würde diese Frage überhaupt nicht aufge­worfen werden; denn ein jeder muß sich ja glücklich fühlen im Besitze dieses Mädchens, dar unschätzbare Reichthümer an Schönheit und Grazie mit in die Ehe bringt. So wenigstens denke ich; aber gerade

Schließlich bitten wir unsere Leser, Freunde und Gönner, unter ihren Lekamitenkreisen für die Weiter- verbreituug der .Oberhessischen Zeitung" thun- lichst mitwirken und so auch ihrerseits Helfer und Förderer einer nationalen und loyalen Politik fein zu wollen, einer Polittk, die sich aller umstürzlerischen Tendenz der heutigen Zeit gegenüber treu bleibt in der Devise: .Mit Gott für Kaiser und Reich, für König und Vaterland!"

Marburg, im Juni 1898.

Die Exp«d. der »Oberhess. Zeitung."

die ersten Gänge der vorzügliches Mahles vor. Rhoden hatte Seft bestellt, und so bauerte es beun nicht lange, bis auch bie beiben Herren in jovialer Laune waren. Herbert war 'ja niemals lärmend heiter; aber Rhoden gab einen lustigen Einfall nach dem anderen zum besten, so daß Herbert endlich fragte: .Sag' mal, mein Junge, ist Dir heut etwas besonders Gutes passtrt, daß Du Dich in so brillanter Stimmung befindest?"

»Durchans nicht, mein Lieber, ich habe sogar einen furchtbaren moralischen Katzenjammer und habe nur versucht ihn auf die schnellste und angenehmste Art los zu werden!"

»Einen moralischen, Du? — und nun, weshalb denn?"

»Ja, wenn Du mft versprichst ruhig znzuhören und mir nicht zu zürnen, so will ich Dir die Sache auSeinandersetzeu."

»Also darauf läuftS hinaus, Du aller Schlau­fuchs? Das hätte ich mft eigentlich denken können. Na, also daun sprich Dich nur aus, und je eher ich alle» gehört habe, desto besser. Ich will ganz artig zuhören."

»Die Sache ist die: Ich fühle, daß ich im Grnnde genommen doch ein schlechter Kerl bin, Herbert. Ich sehe nnthättg zu, wie Du hier etwas thun willst, was nicht nur Dein, sondern auch Deiner Familie Ruhe, Wohlsein und Zukunft beeinflußen wird, und muß, da ich ganz genau weiß, welche Kämpfe Dir und den Deinen bevorstehen, so sollte ich jedes nur erdenkliche Mittel anwendeu, um Dich von dem beab- sichttgteu thörichteu Schritte zurückzuhallen. Das Nächste wäre also, daß ich Deiner Mutter schriebe, nd fie von dem verständigte, war hier vorgeht. Anderseits weiß ich ja, daß Du dar nicht wünschest, und so liegt denn mein Gewisien in argem Kampf

auszusprechen wagen: der nämliche Grund, der den Krieg zu einem ungeheuerlichen Ueberbleibsel der Ver­gangenheit macht, macht leider nothwendiger Weise auch aus der militärischen Mannszucht in einer auf bie inbiöibneHe Freiheit eifersüchtigen Welt eine Anomalie unb macht in Folge dessen auS dem Ge­richtshöfe, der bie Achtung betfelben sichert unb bie Mißachtung betfelben in ben schwersten Fällen straft, einen Ausnahms-Gerichtshof. — Es wäre ein Wiberspruch, ben Gerichtshöfen des gemeinen Rechts wenn es fich um Siltenftagen haubelt, zum Schutze beS nationalen Schamgefühls ben Ausschluß bet Oeffentlichkeit aufzuerlegen, unb bie Kriegsgerichte davon auszunehmen, bie dafür sorgen, bas internationale Schamgefühl in Spionagesach-n zu schützen. Auch hier finbet der wilde unb bemnach unmoralische Charakter bes Krieges, ben leibet auch bie gesttteste Nation um ihrer Wohlfahrt willen zulaffen muß, seinen unvermeiblichen Wiberhall. Mau muß bulben, was man nicht verhindern kann, und bie Folgen bavon auf fich nehmen.

Ziehungsliste« der Köuigl. Preuß. Klassen Lotterie die gelesenst« und am weitesten verbreitete. Mit dem 1. Juli 1898 beginnt aus fie ein neuer Viertel­jahrs-Abonnement.

Die »O b e r h e s s i s ch e Zeitung" hat eS fich in ertzer Reihe zur Aufgabe gestellt, eilizufteten für die Macht ob das Ansehen von Kaiser und Reich, für Thron, Vater­land und Altar!

Di« .Oberhessische Zeitung" ist bestrebt, überall, wo fie nur gelesen wird, da» nationale Bewußtsein, Treue zur Monarchie, Liebe zum Vaterlande, Gottesfurcht unb religiösen Sinn, w>« Achtung vor unseren Gesetzen und bewährten staatlichen Einrichtungen zu fördern!

Die .Oberhrssisch« Zeitung" sucht dieS Ziel durch gediegene, sachlich gehaltene, populär geschriebene Leitattikel zu erreichen. In ihrer Rubrik .Umschau" wird fa wie bisher eine Uebersicht über die wichtigsten Tage!- ereignifie auf dem Gebiete der inneren und äußeren Polittk und deren Besprechung bringen, und di« Vorgäng« in d«n Parlamenten, in Reich und Staat, unter dem Tagesbericht wie bisher zusammenstellen.

Durch ihre Verbindung mtt der Continental. Tel«- graphen - Compagnie in Berlin ist die »Ob er hessische Zeitung" in der Lage, ihren Lesern in Ottginal > Tele­grammen die neuesten Ereignisse im In- und Auslände unverzüglich zur Kenntniß zu bringen.

Den Vorgängen in unserer Provinz, wie dem lokalen Theile wird die .Obrrhesstsche Zeitung" ganz be­sondere Aufmerksamkeit widmen, auch wird fie nicht nur durch ein gediegkneS Feuilleton, wie durch Zusammen­stellung unterhaltender verschiedener Nachrichten für ihre Leser Sorge fragen, sondern, wie eimStheilS den Vorgängen auf dem Gebiete von Kunst und Wissenschaft, so anderer­seits dem volkSwirthschastlicheu und landwirthschaft- lich e n Interesse durch einschlägige Veröffentlichungen thun- lichst eutgegenzukommeu allezeit bestrebt sein.

Inserate finden, die sechSspallige Zttle 10 Pfg., bei der großen Auflage der .Oberhessischeu Zeitung" in derselben di« geeignitst« und wettefte V«r- brntung. Dadurch, daß alle Staats- und Kommunalb«hördeu b«S Bezirks die .Obrrhesstsche Zeitung" zu ihren Bekanntmachungen benutzen, ist daS Halten derselben von entsprechendem Nutzen für jeden Leser.

Umschau.

Das Amtsblatt des Reichspostamts ver­öffentlicht folgenden Erlaß des Staatssekretärs des Reichspostamts v. Pobbielskt:

»Wiederholt ist neuerbingfe der Versuch gemacht worben, Angehörige bet ReichSpost - unb Telegraphenverwaltung für bie Bestreb- ungen ber Sozialdemokratie zu gewinnen; auch sind mehrere Fälle zu meiner Kenntniß gelangt, in denen außerhalb ber Verwaltung stehende Agitatoren in Versammlungen von Beamten das Wort geführt haben, um Unzufriedenheit zu erregen, die Maßnahmen der Behörden in gehässiger Weise zu kritistren unb Zwietracht unter ben verschiedenen Beamtenkategorieen zu säen. Wenngleich ich überzeugt Bin, daß ber Geist der Pflichttreue in ber Beamtenschaft auch für die Zukunft ein Bollwerk gegen das Eindringen sozial­demokratischer Bestrebungen bilden wird, so halte ich e8 doch für meine Pflicht, ausdrücklich darauf hinzu­weisen, daß — wie ich bereits im Reichstage erklärt ;abe — jede Betheiligung an sozialdemokratischen Bestrebungen mit den durch den Diensteid ge- 1 obten Amtspflichten unvereinbar ist, und daß deßhalb Beamte, bie derartigen Anschauungen Ausdruck geben, nicht im Dienste geduldet werden können. Unstatthaft ist es ferner, daß gewerbs­mäßigen Agitatoren in Beamteuversammlungen Ge- egenheit geboten wird, durch anfteizende, die Organe !>et Reichsregierung unb insbesondere die vorgesetzten Dienstbehörden herabsetzende Reden bie Einmüthigkeit vertrauensvollen ZusammenarbeitenS unb die Arbeits-

liefen geschäftig hin unb her. Auf ber einen Seite des Gartens wurden mehrere Gartentische mit weißen Tüchern belegt. In den Verkaufsbuden, welche auch hier wie überall aufgestellt waren, wo sich ein Zufluß von Fremden erwarten ließ, bretteten die Händler ihre einladendsten Stücke aus, so daß Rhoden, als gerade wieder ein junges Mädchen mit einem Brett voll gefüllten einfachen Blumenvasen vorbeihuschte, -nsstand unb fich nach bem Grunde biefer außer- gewöhnlichen Vorbereitungen erfunbigte.

GS würbe ihm ber Bescheid, daß einer ber Wiener Sroßinbustriellen, welcher zur Zeit mit seiner Familie in Gastein zur weilte, bie Genesung seines ältesten Sohnes burch ein großes Fest in «öckstein feiern wollte, zu welchem eine zahlreiche Gesellschaft geloben sei, unb daß man ben großen Speisesaal für das Diner, bas Stück bes Gartens für ben Kaffee hergerichtet habe.

Auf Robens Anftage, ob fie ben Garten verlassen müßten, würbe ihm ber Bescheid, daß bie Herren im Gegentheil, wenn fie es wünschten, sogar auch von bem Diner speisen könnten, falls fie es unter den Bäumen fervftt haben wollten. Herbert, welcher in glücklicher Stimmung schien, war sehr erfreut über diesen Vorschlag, da die Freunde ja bas Mittageffen beim Sftaubringer znr Genüge genoffen hatten. Zudem war er eine angenehme Abwechslung, bie zahlreichen, außerordentlich heiteren unb animirten Gäste ankommen zu sehen, welche fich unter Lachen unb Scherzen unb mit all ber ungebunbenen Heiterkeit versammelten, von ber bie ganze österreichische Ge­sellschaft belebt ist.

B«Ib erschallte au8 ben geöffneten Fenstern bes ersten Stockes, in welchem der Speisesaal lag, ftöhlicheS Lachen xnb Gläserklingen und gleichzeitig setzte bie Kellnerin den Freunden unter den Bäumen

„Oberhessische Zeitung" mtt dem KreiSblatt für die Kreise Marburg Kirwhai« sowie JllnstrirteS Souutagsblatt

schwerden vorausgesetzt würde, aber »eine Herrschaft der Weltverbrüderung ist leider noch lange nicht reif, um die Herrschaft der beschränkten Zusammengehörig, feit zu ersetzen, die bas Wort Vaterlanb bezeichnet". Man bürfe auch nicht verkennen, baß die Vaterlands- liebe eben dadurch, daß fie ausschließlich ist, die gesellschaftlichen Bande zwischen den Individuen, di fie bereinigt, zwischen Denen, die das Vaterland aus machen und vertreten, enger knüpft unb kräftigt. .So müssen benn bie Heere, als Schutz ber Inter­essen ber verschiebenen Vaterländer, entsprechend ben Anforderungen ber nationalen Vertheibigung aufrecht- erhalten unb gekräftigt werden. Jede Reform, die darauf auSgeht, in denselben die strafgesetzliche Sanktion der Mannszucht zu schwächen ober irgenbtoie bie materiellen ober moralischen Triebfeberu betfelben bei einem Volke zu lähmen, ist in Folge dessen für dieses von ernstester Bedeutung, denn wenn die andern Völker, mit ihren Einrichtungen zufrieden, bei den­selben verharren, so läuft es Gefahr, feine kriegerische Macht in einen Zustand verhältnißmößiger Inferiorität gefährlich für seine Sicherheit, ja sogar für ben Be­staub seines Gebieter, zu versetzen."

Da es nach ben neueren Heereseinrichtungen fich barum hanbelt, ungeheuere Massen zu einheitlicher Aktton zu führen, so ist ber Gehorsam, wie Sully Prubhomme ausführt, noch mehr als bisher zu einer unabweirlichen Nothwendigkett geworben. Hierbei macht er auf bie Gefahren aufmerksam, bie vom bemokratischen Geiste brohen, der in Jedem das Bedülsniß wecke, was man von ihm verlangt, erst zu erörtern, und ber trotz ber Gewaltthätig- feiten, bie in ben politischen Versammlungen vorzukommen pflegen, ben für einen Krieger nötigen Muth zu entwickeln ungeeignet scheint. Dann saßt Sully Prubhomme noch bie Entwicklung des Handels unb der Industrie in's Auge, unb er finbet, das wirthschastliche Leben werde mehr und mehr ungünstig für bie Einrichtungen bes Krieges, unb bie jungen Leute benutzen ihre Diplome im StriegSbienfte nur zu bem Zwecke, bie Dauer desselben möglichst abzukürzen und möglichst bald in das bürgerliche Leben zurückzukehren. »Solche Bestrebungen legen dem militärischen Kommando, wenn es wirksam ein will, bie Nothwendigkeit auf, ihnen eine um so irengere Manneszucht entgegen zu stellen, je mehr dieselbe inneren Beruf und guten Willen zu ersetzen hat."

Auch die Frage der Militärgerichte behandelt Sully Prubhomme eingehend. Die Kriegsgerichte verfteten die höchste Sanktion der Manneszucht. — Das Ansehen ber Führer würbe einer gefährlichen Probe ausgesetzt durch die Abdankung der militärischen Autorität vor der bürgerlichen Gewalt als künftiger einzigen Richterin über Vergehen gegen ben Gehorsam :

(Nachdruck verboten.)

Wie es endete.

Roman von Maria Theresia May, Bers. des prcisgekröntm Romans „Unter der Königstanue."

(Fortschnng.)

Der Entschluß seines Freundes machte ihn ganz be- fär}t; denn erkannte nur zu gut die Festigkeit von Herberts Charafter.

. .Ich will verhüten, daß ihr Verhalten mir gegen­über durch irgendwelche äußeren Erwägungen beein- Mßt wird. Ich ahne in ihr eine ber meinen kongeniale «atm- unb fürchte vielmehr, daß fie weit eher gerade darum »Nein" antworten würde, weil ich ber Aristokratie angehöre, als daß fie fich zu einem unauftichtigen .^a" bewegen ließe. Deshalb soll fie meinen Stand »st nach ber Hochzeit erfahren; ihre Vorurtheile zu drflegeu wftb bann nicht schwer fein. Du raufet mir Mfen, Lothar, mein Inkognito zu bewahren."

Rhoben schüttelte mißmnthig ben Kops, nnb in •*> eindringlichsten Worten, eingegeben von feiner warmen Freundschaft für Herbert, versuchte $ ihm ben Entschluß auSzureben, um Gertrud Nkynert zu werben.

Es war alle« vergeblich; selbst ben Hinweis auf t'ine Cousine Jngeborg hörte Graf Laubrkron nm m,t einem abweisenden Lächeln an. »Jngeborg wird seicht um so eher geneigt sein, Dich zu erhören. 2* bin ihr gegenüber nicht durch bas kleinste «ort verpflichtet. Sage mir nichts mehr, ich will d°ll und ganz ber Schmieb meines Glückes sein."

3. Kapitel.

Vor ben Augen der Freunbe hatte fich inzwischen £ reges Leben entwickelt. Der Wirth unb feine Wan, Kellner und sonstige Bedienstete des Gasthofes

Vaterland, Heer und Manneszucht.

Einer der edelsten Dichter des gegenwärtigen Franfteichs Sully Prubhomme, veröffentlicht in ber jüngsten Lieferung ber „Revue des deux Mondes“ unter ber Ueberschrist: „Vaterlanb, Heer unb Manneszncht" einen Aufsatz, dessen Gedankengang in bemerkenswerther Weise von den Auslassungen ber meisten anberen Schriftsteller ber französischen Republik abweicht, und ber auch in Deutschland Beachtung verdient. Sully Prubhomme geht, wie wir bies ber „Nordd. Allg. Zig." ent­nehmen, von ber Erkenntniß aus, ber allgemeine Weltftiebe werde immer blos ein Traum bleiben. .So kann denn kein Volk, das auf seine Erhaltung und Unabhängigkeit bedacht ist, vernünftiger Weise seine Sfteitkräfte vermindern, außer wenn etwa die anderen dasselbe thun." Der militärische Geist, die Manneszucht ist also zu pflegen, da auf bem unbebingteu Gehorsam ber Zusammenhalt, bie Einheit ber kriegerischen Kräfte aller Art beruht. Die frei- willige Unterwerfung ist nun allerdings bie beste Bürgschaft für bie genaue Beobachtung aller Vor­schriften unb Befehle, aber ba Leidenschaften ober gewisse Laster, wie Faulheit unb Trunksucht, Mängel, wie Unpünktlichkeit, einen schlimmen Einfluß üben, augenblickliche Interessen bas Uebergewicht über bie Interessen des Vaterlands haben können, so muß um jeden Preis der Gehorsam erzwungen werden. Auf den Einwand, Das, was man Vaterland nenne unb bem man so große Opfer bringen solle, nütze ausschließlich Denen, bie ein Interesse an feiner Er­haltung haben, giebt Sully Prubhomme zwar zu, man müsse bie Gebrechen ber ganzen gegenwärtigen Gesellschaftsordnung ben Bruch aller Bande vorziehen, die die nationalen Gruppen und bie internationalen Beziehungen bilben, um dem Einzelnen feine volle Unabhängigkeit zurückzugeben; denn derselbe könnte doch nicht ber Unterstützung Anderer entrathen, ober wenn er biefe beansprucht, eben hiermit auf bie allmähliche Wiederherstellung ber abgeschafften Gesellschafft verzichten. Man dürfe zwar an >em Ideal nicht verzweifeln, eine gerechte Vertheilung des Bodens und feiner Erzeugnisse herbeizuführen.

wobei kriegerische Eifersucht aus ber Vaterlandsliebe nnb Verbrechen gegen bie Trene für das durch bie ausgeschlossen unb Vergessenheit internationaler Be- Fahne versinnbildlichte Vaterland. — »Man muß eS

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Bnnoncen- »ureanx von Haafenftei» & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magd«. oo

d»S. Wien; Rudolf Masse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; OO. ^ZlMg.

<. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berkin, Hannover, Parts rc.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt Mr die Kreise Marbnrg und Kirchhain.

JllnstrirteS Sonntagsblatt.

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Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. 'TW

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