33. Jahrg.
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arotz wie Allah So Herr Bader in 112 (Verwerfung sämmtlich er indirekten, Ein» „ - . „ <7 l. -n™ I hrnnroffib ft»ni>tihi>n Reickseinkommen
teller an den Erzeugnissen seiner Feder.
m8 Blättchen des
Wahlschlacht gegründeten
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aber
hat; seine
daran, was hätte werden können. Ich könnte den Menschen zermalmen, hätte ich ihn in meiner Gewalt. Mußte Werneck auch so spät kommen, daß der Freche
Volks Versammlungen und Flugblättern auftauchenden j politischen und sozialen Meinungen und Forderungen s findet sich kaum noch ein ausgereifter Politiker zurecht, ; dem das Tohuwabohu weltstädtischer Wahlagitation , nicht ungeläufig ist. In den Köpfen unserer Land- । bevölkerung, die hauptsächlich zum Opfer dieser eigen« artigen Wahlwühlerei auserkoren ist, stellt sich allgemach eine trübe, unklare Gährung ein, die leicht in eine Explosion gegen alle Kandidaten, und in einen Streik am Wahltage auslaufen könnte. Glücklicher Weise läßt sich aber bei schärferem Zusehen doch ein durchgehender rother Faden auch in der hiesigen Wahlbewegung herausfinden, und diesen wollen wir im Interesse unserer Wähler zu entwirren versuchen.
Von Parteien mit unzweifelhaften, klaren Zielen stehen in unserem Wahlkreise nur zwei Kandidaten auf dem Kampffelde: der Kandidat der konservativen Parteien, General von Barten- werffer, und der Zählkandidat der Sozialdemokraten Liebknecht. Von Herrn von Bartenwerffer weiß man mit Bestimmtheit, daß er als Abgeordneter nach Kräften für Alles eintreten wird, was seiner Einsicht gemäß zur Erhaltung und Stärkung unseres Staatswesens beitragen kann; von Herrn Liebknecht ebenso gewiß, daß er sein Möglichstes thun wird, um unser Staatswesen dem Untergange, dem von seinem Gesinnungsgenossen Bebel prophezeiten und gewünschten großen Kladderadatsch entgegenzuführen. Die beiden Bewerber verfolge» somit ein entgegengesetztes, aber doch ein durchaus deutliches und Jedermann erkennbares Ziel. Dieselbe Durchsichtigkeit der Ziele findet sich bei keinem anderen Bewerber um die Stimmen unserer W ähler. Die räthselhafteste Erscheinung unter ihnen — und deßhalb nennen wir ihn an erster Stelle — ist unstreitig der Kandidat einer ebenso räthselhaften »Hessischen Volkspartei", die erst in dem begonnenen Wahlkampf das Licht der Welt erblickt hat und nach seiner Beendigung wieder spurlos verschwinden wird. Dieser Kandidat, ein Schriftsteller, hat offenbar zwei Seelen: die eine haucht er in seinem Blättchen aus, die andere wird zu Wahlzeiten hervorgeholt und dem Volke gezeigt. Den
2,tuulu.fc : „Alles muß ver-! bank), 11 (Erhöhung der Börsensteuer), was uns so lange, bis Herr Bader das ganz besonders freut, als hochkonservativer Mann.
jeder Leser
Zur Wahlbewegung.
i.
Wir erhalten von einem Freunde unseres Blattes nachstehende Zuschrift, welche wir, wenngleich wir uns sonst vom Persönlichen fern halten, doch zur Reichstagswahl unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:
»Wohl in keinemWahlkreise des gesummten deutschen Vaterlandes herrscht ein solcher Reich- ihum an Wahlkandidaten mit verschwommenen Idealen und widerspruchsvollen Pro- grammaufstellungen, wie gegenwärtig in dem unseren. In dem wüsten Durcheinander der in
erst sein Spiel hier treiben konnte!"
»Werneck?" sagte Marianne leise, die mü Ooßen, erschreckten Singen der hohen Gestatt des Grafen folgte, der erregt auf und nieder schritt, seinen Schnurrbart mißhandelte und dabei erregt fortfuhr:
»Dottor Werneck, der auch bei der Hochzeit Ihre» Bruders war, kennt diesen Mondega von Brasilien her; er war ein entsprungener Sttäfliog, ein Mörder und Gott weiß, was sonst noch. Und solch ein Mensch wagte eS, in der ersten Gesellschaft zu verkehren, fich einführen zu lasten in die besten Streife und dort die Huldigungen entgegenzunehmen, die ihm überspannte Dankbarkett bot. Ich kenne mich selbst nicht mehr, denke ich an den glattzüngigen Menschen, der euch Frauen all behexte, nur Ina nicht."
Laß Ina auS dem Spiel, Albrecht. Das Umecht, daS fie gegen uns verübte, ist kein geringes."
„Leider!" gab der Gras kleinlaut zu. „Und doch ist aus all ihrer Erzählung auch daS herauszufühlen, daß sie von Menschen mehr Leid erfahren hat, als fie zu ertragen imstande war. Das arme, arme Kind!
(Forstetzung folgt.)
(Rachdmck verboten.)
Getrennte Sterne.
Roman auS der Gesellschaft von H. Waldemar.
(Forttrtzuna.)
„So viel Lob ans einmal, Herr Rittmeister? Sie machen mich surchtbm eingebildet! Um Ihre gute Meinung zu rechtfertigen, muß ich ja wohl Ihren Wunsch zu erfüllen suchen, nicht wahr?"
„Ich bitte inständigst darum."
„Und wann?"
„Am Nachmittag. ES könnte sein, nein, es ist gewiß, daß ich Ihnen zu Hilfe kommen werde."
Ich brauche Sie durchaus nicht. Wenn ich nicht fest überzeugt wäre, daß es mir gelingen wird Ihren Wunsch zu erfüllen, könnte Ihnen alles Bitten und Schmeicheln nichts nützen. Merken Sie fich das!"
Daran dachte Marianne während ihrer Fahrt, und als sie bei dem letzten Puntt angenommen »ar, lachte sie in der Erinnerung an Dony's amüstrtes Gesicht hell auf.
„Zu Befehl, Baronesse!" sagte der Kutscher, sich
i umwendend. Er glaubte, angerufen worden zu sein.
„Nichts, nur weüer!" befahl Marianne, noch j immer lachend.
Der Bünshof lag wie ausgestorben. Selb ‘ Adrienne's Tauben schienen an den allgemeinen Verstimmungen theilzunehmen, die fich der Bewohner bemächtigt hatte.
Der alte Franz, daS Gesicht vorschrifts- ■ mäßig in trübselige Falten gelegt, — ein echter I Diener nimmt bis ins Kleinste theil an allem, was T! feine Herrschaft berührt; lacht diese, ist er ftenndlich, . hat sie Kummer, verlängern fich die Linie seines Ge- M sichtS in dem Maße, wie der Kummer wichttg ist, — öffnete den Wagenschlag.
Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.
gruck und Verlag: Joh. Ang. Koch, UniversttätS-Buchdruckerei in Marburg. Austrittes Sonntagsblatt. * Redaktion: Markt 21. — Telephon 56.
Expedition: Markt 21. — Telephon 55. "__
Nun, alter Franz, wo finde ich die Herrschaften?"! Zucht oder Erziehung fich ein gewisser Jemand gern -Albrecht, bedenke das Kmd!"
rief das junge Mädchen, das in der weißen Toilette unterziehen würde! Ja, ja, so sagte ich ! I »Ja, Du hast recht, wte immer. Das find
mit einem einzigen Fliederzweig zwischen den Knöpfe»! Marianne wandte sich in größter Verlegenheit derIkeine Sachen für Ihren reinen, kindlichen Sinn, der Taille wie ein linder Frühlingstag erschien. Mit! Gräfin zu. I Marianne. Gehen Sle zu den Mädchen. Sie wer en
einem Sprung war sie aus dem Gefährt. I „Hat man denn noch nichts entdeckt, noch nichts! auch ohne unser Dazuthun sehr bald den Blick fnr
o \.aft.,™ Girnf,« miÄhinJ aefunben ? die Abgründe des menschlichen Lebens erhalten. —
Baromffe" ® ® Arbeitszimmer, g g s fund^r Anhaltspunkt, Kind, es ist wirklich O, dieser Mondega! Muth erfaßt mich, denke ich
„Bei dem herrlichen Wetter? Nicht möglich! Auch, unbegreiflich, wie ein menschliches Wese», und sei es bie Komtesse und —" fauch noch so klein, wie Inas Töchterchen, so spurlos
,Dr-zeihr», »°-°nch°, dl- junge. D-... smd si-nchwlnd-u -°»°. "»d
nicht dabei. Somefie Adrienne ist in der Blbliochekllfo g-Mchtigr Rolle foulen-
das gnädige Fräulein Ina fitzt in der Laube hinter I »Es mag verunglückt fern tm Weiher, im Walde
dem Hanse." [ober sonst wo," meinte Marianne schüchtern.
Marianne zögette. Sollte fie sofort Ina auf-I »Der Weiher ist fast dreivicttel Stunden vom suchen oder — I Waldhaus entfernt, daS Kind ist nte dort gewesen,
„ES ist gut, melden Sie mich der Frau Gräfin," und im Walde selbst, was sollte ihm gAehen, daß entschied sie rasch und folgte dem Diener auf dem -» s° Mrtt>s verschwinden konnte ? Wilde Th er Fuße nach dem wohlbekannten Zimmer. 18te6t nicht, keine Hohlen, ferne Abgründe, uns
a B “ i „ . Z. .. M ... »..I Leute haben alles durchsucht. New, nein eS ist ein
»Sieh da, unsere kleine Frenndm, rief G^! furchtbares Räthsel, das noch der Lösung bedarf, und Bunan, ihr erfteut entgegeneilend.^ „Hold und fnsch l^de daS Räthselhaste ist eS, was nnS alle, zumeist wie em eben erblühtes Roslem. , j die arme Ina, so niederdrückt."
Marianne erröthete leicht, legte ihre Hand aberl ' ... ,
treuherzig in die des alten Herrn und ließ sich zu! »Mondega hat noch nichts von fich h ff ,
der Gräfin geleiten. ISrene«
»Verzeihen Sie, daß ich erst heute mich erkundige,! -^em." ___
wie der vorgestrige Tag Ihnen bekommen ist, Frau! »Weiß er denn . 6eg „ '
Gräfin, aber das Gewitter gestern war zu schrecklich.! der Graf unterbrach sie mtt bitterem Lach .
Die Wege waren so aufgeweicht —* I „Natürlich weiß er, was sich jugetragen
„Und die Nerven etwas abgespannt von der Fest-1 aber dieser Mensch, der sich nicht entblödete,
lichkeü, nicht wahr?" fiel ihr der Graf lachend in diel Augen zu unserer Tochter zu erheben, obwohl er ein wohlgesetzte Rede. »Kind, woher haben Sie plötzlich! Weib besaß, dieser Mensch, der dies arme Geschöpf die schönen Redensarten?" kur Verzweiflung brachte, ist so verhärteten Herzens,
»Herr Graf," schmollte Marianne, über und über! daß er es nicht einmal der Muhe wetth halt, sich erglühend, „sagten Sie nicht neulich selbst, ich —"»nach seinem Kinde zu erkundigen, wenn er nicht gar
„Sie seien ein allerliebstes, wildes Röslein, deflen! selber —"
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«LSkSkN- M . Mittwoch, 8. Ium 1898. r. k -- r-m»-r.»---
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Mit gleiche? Siebe unb^Ehrfurcht werden dort auch sonst mit den Herren Semtteu koketttrte mit manchem ttettn und vertheidigt zu sehen._____________________
alle Volksaufreger behandelt, die irgend etwas dem der Herren in herzlichster Beziehung stand, und der =----
Racker Staat Unbequemes gesagt und gethan g-rnden Blattern der MosesUmschllU.
Ät fidif ta fdn<m -u- ÄS& S Ä, d,,-- ta« l-id-- d°° u«,!-.!«-» Di- Er-rnnm- ,-m L°»d--I,Ist d-chlchmllli« mindestens einen Minister ver-! Mitwelt verborgen bleiben, an deren Spitze maul nähernd fünf ^ahre nach der Ernennung zum Assessor
M -fo ,1- LttL Ä «fo, h. IH-°- «-ifti«-° U„b Mh-bfo-- w> o----
MKHW-MERZ SM-W« Volksman/liicht getragene Glacehandschuhe^ anzieht, unseres Kreises der Kopf benebelt werden soll,|sind. A"dettntswirbgeto^gD6erregterung8» sog. höheren Ständen Angehöriger als Sünder vor die! den Konservativen und anderen Parteien entlehnter I Rücktritt Böckels von
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eingesehen hat, wie schändlichIdenen den „Millionen deutschen Brüdern" durchVer-1folgende Erklarung.
korrumvirt die vornehmen Kreise sind. Für die I staatlichung des Vieh- und Getreidehandels und durch I 1 baß Herr Dr. Böckel durch seine »ehemaligen kleinen Diebe, Massen- und Einzelmörder, die man I Verstaatlichung des Apotheken- und des Aerztewe,enSI^^e". die Abgeordneten Bähr, Bindewald, Hirschel, früher zu hängen pflegte, besitzt die Bader-Zeitung lauf die Beine geholfen werden soll. Einige »eitere I söbltr, Ripper und sämmtliche Vertreter der Ortsgruppen d-ft, ü- um fo MI„°HI-»L- w-m S« fi.« W»™—■ “ SÄST“
Fall nicht gerade interessant ist und durch Hinter-leinersrei erfundenen ^lebesgabenpolitik), 14 (Handels-! > g ba& ^ür Dr sgö(feI Versammlung keine
tteppen-Verwicklungen die ungesunde Neugier der! Verträge für das produktiv schaffende kleine Volk), 1 o I ejnjtge Stimme erhob, er aber auch nirgends angegriffen Massen znk erregen vermag dann gleitet Herr Bader I (Interessengemeinschaft aller Kleinen in Stadt und Land, I oder beleidigt und überhaupt sehr großmüthig und schonend eicht uvd'ohne den geringsten Fettdruck über diese die leider oft sehr entgegengesetzte Interessen haben) behäng Generalversammlung die Abgeordneten
armen Opfer unsrer jammervollen Gesellschaftsordnung! sind nichtssagende, mhaltslose Phrasen, die I seirlbetoaIb „nd Hirschel Oberhessin bereiften, um die Partei- dahin, wenn sie ihm nicht gar als Engel und Heroen er-! sehr schön und sehr volksthumlich klingen; m seinen I grossen auf da» Kommende vorzubereiteu;
scheinen Ueber allen den guten Armen und bösen Reichen, Nummern 6 und 8 zeigt sich Herr Bader seiner« 4. daß die Vorbereitungen unbedingt erforderlich waren, d?n dummen Beamten und den klugen Sozialdemo- neuen Entwickelungsphase gemäß °ls fturiger Ant- da^bteZuttaud^e,tn@Marburg^d^urch Dr. Botels traten und sonstigen Demokraten schwebt Herr Bader Isemtt; in ben Nummern 1 und 2 (Ablesung allerflr n ch ‘für das Weiterbestehen der Partei und dein seinem Blatte wie Jehova über den Gewässern, hoch,!neuen Militär- und Marinelasten), o (Verwerfung 1 Mitteldeutsch-n Bauernvereins geworden waren;
erhaben und unfehlbar, den einen ihr Lob, den andern der sogenannten Weltpolitik und der für alle anderen 5. daß Dr. Böck-ls »-b-malige Freunde", damit find ihren Tadel eriheilend, weise wie Salomo, gerecht endlich selig entschlafenen „uferlosen Flottenpläne"),,insbesondere gemeint die Abgeordneten Bahr, Bindewald,