Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
9oa und Verlag: Joh. Ang, Koch, UniverfitatS-Buchdruckerri in Marburg. 4* * **44 Berantworttich für die Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.
Expedition: Markt 21. - Telephon SS. WVIHHUyPVIUlh Redaktion: Markt 21. - Telephon SS.
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Warkurg
Mittwoch, 1. Juni 1898.
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Burcaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Caffel, Mägde» burL Wien: Rudolf Moste, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 6. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berkin, Hannover, Paris rc.
33. Jahrg.
Die Sozialdemokratie M „Beschützerin der kleinen Leute."
6inem „Berliner Blatt* ist die folgende Zu- sMmenstellung von sozialdemokratischen Leseftüchten jg entnehmen:
,1. Der „Vorwärts*, das Centralorgan der sozialdemokratischen Partei, schrieb am 6. Dezember 1891 (Nr. 286): „Uns kann es nicht in den Sinn kommen, den Privat- eigenthums-Bestrebungcn der Lauern auf Grund und Boden irgendwie förderlich zu sein. Die Ernte gehört n’idjt den Bauern, sondern allen Menschen; privates Eigenthum auf Grund und Boden ist niemand zuzubilligeu.
2. Die „Sächsische Arbeiterzeitung" schrieb am Mai 1890: „Wir erklären nicht bloß den großen Gutshöfen, sondern auch dem kleinsten Bauernhaus den Krieg'.
3, sagte Geuoffe Fischer auf dem sozialdemokratischen Parteitag in Breslau im Oktober 1895: „Die Sozialdemokratie kann den Bauern erst gewinnen, wenn er von seinem Eigenthum losgelöst, durch Juden bankerott gemacht ist."
4. Die „Sächsische Arbeiterzeitung" schrieb im Juli 1890: „Wir werden immer und überall bestrebt sein, den Untergang des Kleingewerbes zu beschleunigen."
5. Der Sozialdemokrat Engels schrieb im Mai 1890: „Wenn aber das Kapital die kleinen Handwerker und Kaufleute vernichtet, so thut es ein gutes Werk."
Der „Vorwärts" weiß hierauf nichts weiter zu rwidern, als daß er sagt, die Citate seien aus dem susammenhange geriflen und die „Sächsische Arbeiter- chnng" sei int Jahre 1890 noch nicht Parteiorgan wesen. Wie steht es aber mit den auch außerhalb S „Zusammenhanges" gar nicht mißznverstehendeu enßernngeu Engels, Fischers und des „Vorwärts" ? Bit ergänzen hiermit die obige Sammlung noch «ch folgende charakteristische Aeußerungen neueren letumS:
6. Am 6. Dezember 1893 äußerte Herr Singer im Reichstage: „Wir könnten ja die Erhaltung der Börse wünschen, ebenso wie Marx als Schutzzölluer für den Freihandel eiutrat, um den Wagen noch rascher den Abhang hinunterzieheu zu lassen."
7. I« der Nr. 166 des „Vorwärts" von 1893 l heißt eS: „Es ist uns nicht eingefallen, die fortschreitende Entwickelung des Großbetriebes, auch im Waarenverkehr, und die allmähliche Vernichtung des Kleinbetriebes durch den Großbetrieb als bekämpfens-
tRachdruck verboten.)
Getrennte Sterne.
Roman aus der Gesellschaft von H. Waldemar.
(Fortsetzung.)
„Rein, lieber Vater, ich kann nicht einsehen, «rem Dora vor Bünau geflohen ist, wenn sie weiß, «ß er sie wirklich liebt und um ihretwillen beieft & allen Widerstand auf stch zu nehmen. Georg ist rechtschaffener Mensch, dessen ganzes bisheriges eben auch nicht den geringsten Anhalt bietet zu der «rahme, er könnte mit Dora nur ein Spiel geieben haben. Ich habe mich erkundigt und das beste der ihn gehört. Gestatte, daß ich meine Schwester U der Verbannung zurückhole."
Doktor Arnold Werneck befand sich am Tage nach so jäh zum Abschluß gekommenen Hochzeitsfest >it seinem Later in befien Studtrstnbe. Sie hatten merkwürdigen Geschehnisse durchgesprochen und alle Möglichkeiten erwogen, denn jegliches Suchen nach
*te verschwundenen Kinde war gänzlich resultatlos ktiaufen. Dann aber hatte der junge Arzt das Gc-
«Lch auf Dora gelenkt und energisch für die Wieoer- tt >er Schwester gebeten, nach der er sich sehnte
**b die er endlich begrüßen wollte. Anfangs schien * alte Herr nicht geneigt, dem Verlangen des Sohnes ^zngeben; wähnte er doch immer noch, daß es das Mk fei, Dora jede Gelegenheit, aufs neue mit dem Grafen zusammenzutreffen, abznschneideu. Den ^keinandersetzungeu Arnold's konnte er nun aber *4 sein Ohr nicht verschließen und sagte er denn nach «ger Pause:
„Nun, so will ich nicht länger die Erlanbuiß ver- tigern, mein Sohn; ich wälze aber alle und jede ^rantwortlichkeit auf Deine Schultern. Wenn die Mche nicht gut geht."
werth hiuzustellen...... ES ist im
Gegentheil zu wünschen, daß dieser Ent- wickelungsprozeß sich m ö g l i ch st rasch vollende."
8. Bei einer Erörterung über das sozialdemokratische „Agrarprogramm", das bekanntlich nicht zu Stand gekommen ist, äußerte in Köln Ende August 1895 ein „hervorragender" „Genosse": „von dem Augenblicke an, wo wir dem Bauer helfen, wird er regierungsfreundlich, reaktionär werden .... Wie industrielle Arbeiter, die durch einen Glücksumstand zu irgend einem Besitze gelangt sind, sich von uns abwenden, wie viel mehr noch der Bauer, der ein richtiger Eigenthumsteufel ist, wenn wir ihn in seinem Besitze befestigen."
Die Thateu der Sozialdemokratie haben die obigen Worte durchweg bestätigt. Kleingewerbetreibende, Kleinbesitzer und Arbeiter mögen sich diese, die wahren Absichten der Sozialdemokratie unbestreitbar kennzeichnenden Aussprüche wohl merken.
Umschau.
Der Bundesrath hat in seiner Sitzung vom 12. d. M. zur Sicherung des Betriebes auf den Eisenbahnen eine Reihe von Abänderungen zur Betriebsordnung für die Haupteis e n bahnen Deutschlands vom 5. Juli 1892 beschlossen, die am 1. Oktober 1898 in Kraft treten sollen. Sie betreffen die Signale, die Streckenblockirung, die Be- schaffenhest der Fahrzeuge, Kuppelungen und Bremsen.
In Bezug auf die Bremsen wird bestimmt: Die durchgehende Bremse der Wagen eines Zuges muß die folgenden Bedingungen erfüllen: a) Die Bremse muß durch den Lokomotivführer, den Zugführer und den Wagenwärter, sowie von jeder Personenwagen - Abtheilung ans in Thätigkeit gesetzt werden können, b) Die Bremse muß selbstthätig wirken, sobald der Zusammenhang der Bremsleitung aufgehoben wird, c) Die Bremsen müssen so beschaffen fein, daß fie in der nach § 13 erforderlichen Anzahl auch einzeln mit der Hand bedient werden können. Die Stärke der Züge richtet sich nach ihrer Fahrgeschwindigkeit. Personenzüge sollen nicht über 80 Wagenachsen stark sein. Diese Stärke ist bei einer Fahrgeschwindigkeit von 51 bis 60 Kilometer in der Stunde auf 60 Wagenachsen, von 61 bis 75 Kilom. in der Stunde auf 50 Wagenachsen, von mehr als 75 Kilom in der Stunde auf 40 Wagenachsen einzuschränkeu. G ü t e r z ü g e dürfen nicht mehr als 120 Wagenachsen stark sein. Es kann jedoch für einzelne Linien mit besonders günstigen Neigungs- und Richtnngsverhältnissen und
„Aber, Vater, was soll denn nicht gut gehen? Dora kommt hierher, eS giebt Verlobung, Hochzeit, das ist der Lauf der Welt. Wahrhaftig, ich freue mich für meine Schwester, daß nun doch alle Hindernisse schwinden werden."
„Auf dem Bünshofe ist man gar nicht in der Stimmung, an Verlobung und Hochzeit zu denken, mein Sohn. Ich war heute drüben, well es die Gräfin wünschte, aber ihr Gemahl geht mit gefurchter Stirn umher, die Komtesse hat verweinte Augen und diese Brasilianerin, die an all dem Elend schuld ist, liegt in einem Sessel und starrt mit glanzlosen Augen immerfort in den Wald."
„Arme Mutter; ES giebt zweifellos nichts Trostloseres, als axf diese geheimnißvolle Weise fein Kind zu verlieren l"
„Geheimnißvoll allerdings. Wie mir aber die Frau Gräfin bertraute, hat die Fremde starken Verdacht auf den Later des Müdes."
„Auf Mondega? Potztausend, daS wäre wirklich ein Anhaltspunkt! Geschwinde, Vater, waS weiß Du noch mehr darüber?"
Pastor Werueck sah überrascht in seines Sohnes erregtes Antlitz.
„Was geht Dich die Sache eigentlich an?"
„DaS sage ich Dir nachher, Vater! Bitte, erzähle mir, was Du axf dem Bünshofe gehört hast!"
Der alte Herr willfahrte dem Sohne und erzählte den Sachverhalt so wie er ihn in großen Zügen von der Gräfin und diese von Ina selbst vernommen.
Als et geendet, sprang Doktor Werneck erregt auf.
„Ich werde ihn unschädlich machen, den Mörder, den Räuber! Ich muß nach der Refidenz, muß die Behörden in Bewegung setzen! Er kann sich nicht
vollständig ausreichenden Bahnhofsanlagen die Achsen- zabl mit Genehmigung der Landes - Aufsichtsbehörde bis auf 150 Wagenachsen erhöht werden. Die Stärke der Güterzüge ist einznschränken bei einer Fahrgeschwindigkeit von 46 bis 50 Kilom. in der Stunde auf 100 Wagenachsen, von 51 bis 55 Kilom. in der Stunde auf 80 Wagenachsen, von 56 bis 60 Kilometer in der Stunde auf 60 Wagenachsen. Militärzüge und solche Güterzüge, welche fahrplanmäßig zur Personenbeförderung mitbenutzt werden, dürfen, sofern ihre Fahrgeschwindigkeit nicht über 45 Kilom. in der Stunde beträgt, bis 110 Wagenachsen stark fein, Züge, die mit durchgehender Bremse gefahren werden, dürfen höchstens 60 Wagenachsen stark sein. Jeder mit mehr als 60 Kilom. Geschwindigkeit in der Stunde fahrende Personenzug muß mit durchgehender Bremse versehen sein (§ 12 (7) und § 26 (2) a). Am Schlüsse eines mit durchgehender Bremse versehenen Zuges dürfen einzelne Wagen ohne solche Bremsen mitgenommenen werden, und zwar: a) bei Zügen mit einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 60 Kilom. in der Stunde bis zu 6 Achsen, b) bei Zügen mit einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 50 Kilom. bis 60 Kilom. in der Stunde bis zu 10 Achsen, c) bei Zügen mit einer Fahrgeschwindigkeit bis 50 Kilometer in der Stunde bis zu 16 Achsen. Bevor der Zug die Abgangsstation verläßt, ist er sorgfältig zu untersuchen, wobei darauf zu achten ist, daß die über die Bildung der Züge gegebenen Vorschriften gehörig befolgt find. Diese Untersuchung ist unterwegs bei jeder Veränderung in der Zusammensetzung des Zuges und so oft der Aufenthalt es gestattet, zu wiederholen. Eines der am Schluffe eines Zuges anzubringenden Signale muß auch nach vorn fichtbar sein. Eine Zugleine oder eine fie ersetzende Einrichtung ist bei Personenzügen, die mit durchgehenden Bremsen ausgerüstet find, nur bann erforderlich, wenn die Zöge am Schluffe Wagen führen, die nicht an die Bremsleitung angeschlossen sind, und diese Wagen mit Reisenden besetzt werden.
Im Anschluß daran werden im „Reichs-Anzeiger" neue Bestimmungen über die Befähigung von Eisenbahnbetriebs-Beamten und eine weitere Bekanntmachung über die Aenderung der Signalordnung veröffentlicht.
Die spanischen und amerikanischen Nachrichteu- bureans veröffentlichen ihre Mittheilungen derart, daß jedermann „nach Gefallen" glauben kann. So lautet eine Depesche von Reuters Bureau vom 28. Mai aus K i n g st o n: Hier läuft das Gerücht um, die amerikanische Flotte sei bei Santiago de Kuba geschlagen und Admiral S a m p s o n getödtei. Das Gerücht bedarf noch der Bestätigung. Dagegen meldet vom 28. die Nachmittagsausgabe de8 „New Iork Herold" aus
auf immer verborgen halten, ohne daß das Kind an ihm zu Verräther toiib — wenn es noch lebt!"
„Arnold, was sagst Du da?" schrie der Pastor auf. „So kattblütig kann er das unschuldige Kind nicht opfern!"
„Es steht zwischen ihm und dem Gelbe, Vater. Ein Monbega ist zu allem fähig!"
„O, mir schaudert, denke ich an die arme Mutter, an daS Kind! Um ihretwegen hoffe ich, daß dieses Werk gelingen möge, mein Sohn, denn um der Komtesse willen wäre zu wünschen —"
„Nein, Later, in Adrienne steckt ein viel zu gesunder Kern, als daß fie einem Menschen nachjammerte, den fie verachten muß. Es mag ihr dies schwer roetben: wenn fie ihn wahrhaft geliebt hat, wftb fie nur ben Überzeugendsten Beweisen glauben, aber verschließen wirb fie fich ihnen nicht. DaS weiß ich, bazu kenne ich fie zu gut, bie holde Schwester meines Jugendgespieleu." —
Zur gleichen Zeit begaben stch Dovh und Georg Bünau noch dem Bahnhof. Letzterer trag Zivil.
„Ich wünsche Dir recht guten Erfolg, Georg," sagte Dony herzlich, als das Zeichen zum Einsteigeu gegeben ward.
„Das darfst Du schon, mein Lieber, denn es wird keine geringe Aufgabe fein, Dora das beabsichtigte Opfer auszureden," versetzte Georg mit ernster Miene, „aber gelingen wird es. Man mußte jede Festung mit Sturm nehmen, wenn fie fich nicht gutwillig ergiebt."
„Oder man muß fie auLhungera, in diesem Fall an Liebe!" meinte Dony.
Georg lachte, dann aber ward er plötzlich sehr ernst:
„Dora würde eher au ihrer Liebe zu Grund
Kingston: Sampson hat den Hafen von Santiago de Kuba angegriffen; er bombardirte die Stadt und vernichtete die spanische Flotte vollständig. Und, da die unverschämte Welt doch noch theilweise den Spaniern zn glauben wagt, meldet Abends der „Boston Herald", in Kingston erhalte fich hartnäckig das neue Gerücht, daß Admiral Schley in den Kanal von Santiago de Kuba eingedrungen sei und Cerveras Geschwader zerstört habe; er bombardire jetzt Santiago de Kuba. Wir warten einfach glaubhaftere Berichte ab. Aus Havanna wird unterm 28. Mai berichtet, Tags vorher Morgens fei der amerikanische Admiralitätsschlepper „Maple" vor dem Hafen mit weißer Flagge erschienen; er hatte den auf ber „Argonauta" gefangen genommenen Oberst Cortija unb ben Stabsarzt Garcia und Burschen an Borb. Unter ben üblichen Förmlichkeiten fanb bie Auswechselung ber zwei amerikanischen Journalisten statt, bie bei der Verabschiedung für die ausgezeichnete Behandlung banften.
Nach ben in Italien jetzt veröffentlichten amtlichen Listen finb bei ben Unruhen in Mai- lanb 75 Personen getöbtet, von benen bei 7 bie Persönlichkeit nicht festgestellt werden konnte. Bon denen ins Hospital gebrachten starben noch 7. Die Gesammtsumme der Todten ist also 82. An Verwundeten befindet fich im Hospital noch 63, darunter auch einige schwer Verwundeten. Die nicht zu Recognoscirenden waren jedenfalls meist internationaler Hetzgefindel. Die Unruhen haben aber doch, wie wir cs voraussagten, zur Minister-Krisis geführt. Die „Agenzia Stefani" veröffentlicht eine Note, der zu- folge wegen Meinungsverschiedenheiten welche am 28. Mai Nachmittags im Ministerrathe vorgeblich über das Programm der „parlamentarischen Arbeiten" entstanden, Lenosta erklärte, er wolle demisfioniren. Daraufhin überreichte bi Rudini dem Könige Abends 7x/2 Uhr die Demission des Gesa m m 11 a b i n e 18. Der König beauftragte di Rudini mit der Neubildung des Kabinets.
Londoner Blätter veröffentlichen folgenden Bericht des Spezialkorrespondenten des „Schangai Mercury" über die Besitznahme von Weihaiwei durch die Engländer: Am 30. Mai landeten etwa 20 chinesische Offiziere in Weihaiwei und nahmen ben Platz wieder in formellen Befitz. Tags darauf landete der Taotai in Amtstracht unb nahm die Pläne sämmtlichcr Forts in Empfang. Nach Schluß dieses Vorganges, ber etwa eine halbe Stunde in Anspruch nahm und bei dem kein Wort gesprochen wurde, fuhren die Japaner zur See weg. Darauf landeten 45 Mann vom englischen Kriegs- fchiff „Narciffus" ; die chinessischen Offiziere waren inzwischen verschwunden. Die Forts find in gutem
gehen, als daß fie von einem gefaßten Beschluß abgeht."
„Einsteigeu, meine Herrschaften, einsteigen!' „Du giebft Nachricht, Georg?'
.Jedenfalls!'
Georg Bünau sprang ins koup«. Sich zum Fenster hianslehnend, tauschte er noch einmal einen Händedruck mit Dony.
.Es ist so schwül, als ob wir das erste Gemüter haben sollten; hoffentlich bricht es nicht eher los, als bis ich an Ort und Stelle bin."
„Unter Blitz und Donner anlangen, hat etwas Romantisches, das gewiß seine Wirkung nicht verfehlen dürfte," lachte Dony.
„Auf Wiedersehen, Ewald l"
Der Zug brauste zum Bahnhof hinaus.
Georg war allein im EoupS. Die Fahrt sollte nur einige Stunden dauern, dennoch verzehrte ihn die Ungeduld, und bie Frage: „Wie wirb fie dich aufnehmeu?" ließ ihn gar nicht zum Genuß der reizenden Landschaft kommen.
Berge, Thäler, Dörfer, einzelne Gehöfte, malerisch zwischen Bäumen, Wiesen unb Wasser ober auf Hügeln gelegen, zogen an ihm vorüber; er beachtete es kaum. Die Sonne verschwaub von Zett zu Zeit, grauschwarze Wolken stiegen heraus, höher, immer höher; sie überzogen bas Helle TageSgestftn, bas hinter bem büsteren Vorhang hervor, gleichsam neckisch, ab unb zu einzelne Landstreifen mit blendendem Licht übergoß, während alles übrige im Dunkel lag, das fich immer mehr vertiefte. Es war als bräche bie Dämmerung herein, unb boch war bie Mittagsstunde noch nicht überschritten.
In unruhiger Hast schaffen die Vögel durch die Lust; die Schwalben kreisten tief am Boden, und auf einmal erhob sich ein Sturm, ber den Staub in un-