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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

Si«r>md«ttlag: Joh. Aug. Koch, UnivrrsttätS-Buchdruckkrki in Marburg. Verantwortlich für die Redaktion.- Redakteur M. Hartmann in Marburg.

Expedition: Markt S1. Telephon 55. WVIHHUlJyVIWII* Redavion: Markt 21. Telephon 55.

M 124

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. QuartalS-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnserttonsgebühr: die ge­spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag, 29. Mai 1898.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde­burg, Wien; Rudolf Moffe, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; E. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris x.

33. Jahrg.

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1.1

(36?E' ^ElftesWerde" auch erklungen. Wo Glaube

an die jenseitige Welt, wo d.ie jenseitige Recheu-

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hast den Willen bestimmt und das Handeln regelt, a ist Geisteswehen wahrnehmbar, deS Geistes aus tt Höhe.

Sine Frucht des Geistes ist die heilige Liebe. Bo den Armen die Armut erleichtert wird, wo den Stanken und Schmerzerfüllten lindernder Balsam ins Herz geträufelt wird, wo Hungernde und Durstende

(Nachdruck verboten.)

Getrennte Sterne.

Roman aus der Gesellschaft von H. Waldemar.

(Fortsetzung.)

Pfingsten.

Ein Fest des Geistes ist Pfingsten, durch dessen schöpferischesWerde" einst die Welt geworden aus dr« Nichts, durch dessen schöpferischesWerde" die Ghristenheit geworden und fort und fort wird, vzähltge feiern draußen Pfingsten in Waldesduft wd Blüthenpiacht. Die Erde mit ihrem jungen Srün, die Bäume mit ihrem frischen Laub, leben« ftotzenb, lebenathmend, erquicken das betrachtende lege, erheben das empfängliche Gemüth und der Mensch von der Lebensfülle hingenommen ruft «f: O Welt, wie bist du so schön!

Recht hast du, sinnendes Menschenkind, schön ist die Welt in ihrem jungftäulichen Blüthenschmucke, i, ihrer Blüthenpracht, aber vergiß es nicht: die Schönheit, die deinen Blick gefangen hält, ist nicht Nenschenwerk, sie ist aus Gott, sie ist das Werk des Geistes, der am Anfang sprach:Es werde", kssenWerde" bis heute nicht verstummt ist. Lemr's durch die Blätter leise rauscht, so sagts ein Blatt dem andern: der liebe Gott geht durch den Wald, sein Geist bewegt, belebt uns. Und wenn ta Vögel Chor in unendlicher Melodie des müden Müschen Herz tröstet und erquickt, so ist's des gen Geistes Wirken und Schaffen, was sie preisen,

ben und besingen. Und wenn über dir in ein­er Frühltngsnacht das Firmament sich wölbt, b der sterne glitzernd Heer zu dir niederschaut giß es nicht: die Himmel erzählen die Ehre otteS. Sein Geist ist es, der sie uns leuchten ßt, sein Geist ist es, der ihre Bahn beschreibt.

Wie aber Geist im Naturleben als wirksame, affende Kraft sich erweist, so auch im Menschen- ben. Nirgends aber siehst du das Wirken dieses stes, des heiligen Geistes, mehr, als wo das ner Christt aufgepflanzt ist. Welch herrliche lüthen und Früchte hat doch dieser Geist in der istenheit schon gezeitigt! Eine Frucht des Geistes der Glaube. Wo der Glaube an die ewige Er- nng durch Christum das Herz ergriffen hat und

Gedankenwelt bestimmt, da ist des göttlichen

«tt de» ltspeist und getränkt werden, wo Gefallenen die helfende, rettende Hand gereicht wttd, wo ben w. setmathlosen eine Heimath, den Obdachlosen ein Obdach 'm bereitet wird, wo die Selbstsucht aus dem Handeln

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t, das über ihrem Hanpte hing, nm mit jähe» es zu Fall zu bringen, zum zerschmetternden

, an.

DaS Glück schritt mit der ftohbewegten Ver- lung. ES ist dem Blick unsichtbar; tu unser« nben giebt es sich kund, und so sah auch kein die graue Gestalt, die dem leuchtenden Glück

Seite schtttt, gebeugt, grämlich und höhnisch der schönen, strahlenden Genossin anfschauend: düstere Leid.

Seite an Seite schritten beide mitten unter der en Menge, die nicht ahnte, welche Katastrophe

in diesem selben Moment, da alle Herzen unge- lerte Freude schwellte, vorbereitete, um wie eine tbe vernichtend, zerstörend in den fröhliche Kreis inzuplatzeu.

, Selbst Jua's Antlitz, die an Donh's Seite ging, tete in einem sie förmlich verklärenden Lichte, doch zuckte schon die Hand nach dem DamokleS«

Lori streichelle das blonde Kraushaar des jungen IlidchenS und küßte sie zärtlich. Sich auftichtend, mittags tzhte Mariaune'S Blick den Geliebten, der rasch zu - ir trat, ihre Hand zärtlich drückte und flüstette: Dame» «Nebers Jahr, mein Lieb, stehen wir an dieser en pr» ^elle! O, daß es nnr schon so weit wäre!"

Die Leidenschaft dieser Motte ließ sie erbeben A ib hohe Gluth bedeckte ihr Antlitz. Stumm --< >chn sie den ihr gebotenen Arm Baldenstein's und e Mob sich den anderen Paaren, welche die Kirche 6er«

verbannt und die mittheilende Liebe des Handelns Lenkerin ist, da wehet der hl. Geist, da rauschet er wieder, da hörest du sein Sausen wohl, da ist der Pfiugstgeist lebendig, urkräftig, sein Geistesftübling ist da angebrochen. Ein solcher Geistesfrühling thut uns noth in unseren Tagen, wo die Geister aus der Tiefe, die Geister der Verneinung ihr ödes Werk so mächtig treiben. Der Gruß des Glaubens und der Liebe, er ist da, Glaubensstätten, Stätten hl. Liebe sind ja viele auf Erden. Aber die Mafien sind noch nicht von diesem Geist ergriffen. Ein neues Pfingsten muß noch für sie kommen. Wenn die Zeit erfüllt ist, wird es kommen.

Umschau.

Ein recht betrübendes, leider nur allzu wahres Bild, wie der solide, vorwäits strebende Kaufmann unter der Schmutz-Concurrenz zu leiden hat, theilt ein Kroffencr Kaufmann dem dortigenWochenblatt" in folgenden Worten mit: Ausverkäufe, die die solide Geschäftswelt in schwerer Weise schädigen, hat Kroffen in den letzten Jahren zur Genüge gehabt; um das Maß dieses unheilvollen EinflufieS auf das Erwerbsleben voll zu machen, ist jetzt durch den Zusammenbruch desgrößten Sortiments­geschäftes am Platze" (!), wie es sein Inhaber nannte, eine schwere Krisis für die übrigen Firmen derselben Gattung hierselbst hereingebrochm. EinAusverkauf der Concursmasse zu Taxpreisen" ist die Folge dieser Katasttophe und mafieuhaft ist der Ansturm des Publikums, das die Gelegenheit zu billigen Einkäufen wadrnimmt. Thatsache ist, daß dem Ausverkauf keine kaufmännische Inventur, die Wochen in Anspruch nimmt, zu Grunde liegt, sondern ohne Hinzuziehung von Sachverständigen ist binnen wenigen Stunden eine Taxirung des Lagers erfolgt und Einkäufer ver­sichern, daß beim Verkauf der Waareu nicht einmal nach dieser oberflächlichen Taxe verfahren wird, sondern daß von Fall zu Fall, nicht etwa nach bestimmten Regeln, der Preis der Waare entschieden wird. Ader nicht genug damit, das Lager wird durch nicht unbe­deutende Anschaffungen ergänztzur Completirung," wie es heißt. Gleich in den ersten Tagen kamen ca. 10 Zentner Waare an. Das kann ja eine ganze Weile so fottgehen, ist doch der erste Gläubiger­termin weit genug gesteckt. Kurz und gut, es werden so massenhaft Waareu auf den Marft geworfen, daß für lange Zeit, mitunter auf Jahre in manchen Familien der Bedarf in bestimmten Artikeln gedeckt ist. Giebt ein solches Konkursverfahren zu ernsten Bedenken an sich Beianlafiung, so wird man zu um so ttaurigeren Schlüssen gelangen, wenn man die weiteren Folgen in Erwägung zieht. Jetzt, mitten in der Saison, ist die Krisis über die hiesige Ge­schäftswelt hereingebrochen. Wohl ausgerüstet durch

Schon reckte das Leid, das nimmer schläft, seine drohende Gestalt empor, titanenhaft, ttesengroß, was das Glück mtt seinem himmlichen Schimmer umwob, zn umnachten, mit eisigem Athem zu ertöten.

In dem großen Speisesaal auf Dcttmarshausen war die Hochzeitstafel gedeckt. Ein Laut der Bewunder­ung, der Allen enffchlüpfte, vertteth Marianne, daß ihr das Werk gelungen sei.

War es ihr zu verargen, daß sie ganz stolz »m- herschaute?

Der Saal hatte bis zur Erde gehende Fenster, die alle nach dem Blumengarten führten, von welchem eint Fülle (von wohlriechenden Düften emporstieg und sich dmch die Fenster Eingang verschaffte. Der ganze Raum war von Licht dnrchflnthet. Die Sonne, die ungehindert eindrang, spielte in zitternden Reflexen auf dem Myrtenkranz der Braut und wob um deren ganze, zarte Gestatt einen Glorienschein. Lori war berückend schön, obwohl ihr Gesicht sonst keinen An­spruch auf regelmäßige Schönheit machen konnte, aber das Glück, die Erregung des Augenblicks, die Wirkung des Weines, an dem sie freilich nur nippte, der aber dennoch Rosen auf ihre vorher so bleichen Wangen zauberte, das aller ließ sie so aumuthig, lieblich er­scheinen, daß aller Blicke, nicht allein die der glück­strahlenden Gatten, bewundernd, entzückt auf ihr ruhten.

Mattanne, die mit Baldeusteiu dem juugvermählteu Paare gegenüber saß, erkannte neidlos die Anmuth der Schwägettu an, und in dem Blick der strahlenden Augen, der auf ihrem Gegenüber ruhte, verrirth sich die Liebe, welche sie ihr entgegenbrachte.

Sett fie aus der Kirche zurückgekehrt waren, hatte sich des jungen Mädchens eine seltsame Befangenheit bemächtigt. Hatte man ihre kurze Untetrebuug mit Baldeusteiu gehört? Oder schien eS ihr nur so, als ruhten der anderen Blicke fragenb und lächelnd auf ihr?

ein affottittes Lager ist die Konkurrenz in die Kampagne bereingeheten, die Läden stehen nun ver­ödet, die aufgestapelten Waare» muffen aber bezahlt werden, bei der heute fortwährend wechselnden Mode find sie im nächsten Jahre werthlos oder wenigstens minderwertig. Wer nicht sehr festen Boden unter ben Füßen hat, kann ihn unter Umstänben verlieren unb weitere Konkurse unb Ausverkäufe können bann bie Folge fein. Dazu kommt: bas haare Gelb wirb in bie Ausverkäufe geschleppt, von bott ben aus­wärtigen Gläubigern des Konkursnehmers zugeführt, manch' unnützer Kram wirb, von unseren Hausfrauen unter ber Einbilbung ber Billigkeit aufgestapelt, aber in ben hiesigen Geschäften bleibt man schuldig. Dabei muß die rechtschaffene Arbeit, bas folibe Ge­schäft zu Grunde gehen. Wo bleibt schließlich ber Wohlstanb, ber allein Steuererträge zu liefern vermag? Alle biefe Manipulationen stehen leiber unter betn Schutz ber Gesetze, für welche biejenigen ver­antwortlich zu machen find, benen wir biefelben ver­danken. Die jetzige Konkmsordnung ist eine Frucht ber Lasker'schen Zett, bereu politische Erbschaft ber heutige Freisinn angetreten hat. Wir stehen vor ben Wahlen! Denken wir baian, nur solchen Leuten zum Siege zu verhelfen, welche bie Noth ber Zeit erkennen unb für das Wohl ber wirklich arbeitenben Klasse, bas ist nach meiner Auffassung der vorwätts- ftrebenbe, nie rastende, ehrliche und biedere Mtttel- stand, zu Witten bereü find." Möge sich unsere Ge­schäftswelt die Worte ihres bedrängten Kollegen in Krossen zu Herzen nehmen und am Wahltage ein­treten für den Kandidaten der Konservativen und ber sonstigen staatserhaltend Gesinnten, ben General z. D. Herrn v. Battenwerffer!

Der national-soziale Kanbidat Herr Re- gierungs-Assessor a. D. von Gerlach giebt sich natürlich viel Mühe, hier im Wahlkreise einige hundert Stimmen zu erlangen. Es wird auch dies aber, da man ja von seinem Gefolge bie nicht wahl­berechtigten Studenten abziehen muß, immerhin schwer fallen. Seine national-soziale Partei hat jetzt auch noch, und zwar in Leipzigs öffentlicher Versammlung, die Reichstagskandidatur des Schriftstellers Lorenz, eines ehemaligen Sozialdemokraten, proklamttt und zwar unter der Aegide Profeffor Sohms, der an schiefer Beurtheilung der thatsächlichen Paiteiverhältnifie das denkbar Möglichste leistet. Die Konservativen, sagte er, seien nicht mehr konservativ, denn sie hätten an ben bestehenben Volksrechten schon gerüttelt unb suchten immer mehr davon zu befeitigen (!). Die Nationalliberalen aber seien nicht mehr liberal, denn ihre frühere fteiheitliche Begeisterung sei dahin, und fie seien znm Anhängsel der konservativen Partei geworden (!), die ihrerseits in starkem Maße vom Bunde der Landwirthe beeinflußt, wenn nicht gar

Es schien nicht nur, sondern es war wttklich so, denn Marianne war wie von Glück verklätt. Ihr holdes, reizendes Kindergeficht hatte einen ganz andern Ausdruck angenommen; die blauen Augen blitzten nicht so übermütig keck wie sonst, sondern fie strahlten ein Licht aus, das früher nicht in ihnen zu finden war, wenn fie nun gar auf ihrem Tischnachbar ruhten oder deffen Blicken begegneten, dann leuchteten fie in so verräterisch m Lichte, fie verkündeten so unverhüllt, was die junge Mädchenseele bewegte, daß ihre Liebe zu Baldeusteiu für alle Tischgäste kaum ein Geheimniß mehr sein konnte.

Toast folgte auf Toast. Wer nur irgendwie eingegriffen in bie Festlichkeit, wurde leben gelaffen, und endlich, nachdem die Tafel fast brei Stunden gewährt, erhob man fich, um sich draußen ttn Patt noch ein wenig zu ergehen, während das junge Paar fich zur Abreise rüftete.

«Haben Sie noch keinen Ausweg gefunden lieber Freund?"

ES waren dies die ersten Worte, die Ina an Dony zu richten imstande war, an besten Seite fie aus dem Herrenhaufe trat.

«Noch nicht, doch hoffe ich, morgen Ihnen mit Vorschlägen nahen zu können," erwibette er, ihr ben Arm bietenb xnb fie auf etwas einsamere Wege führend, wo er ihr seine Pläne auseinander setzte.

«Ich habe heute daS Kind gesehen," begann er nach langer Pause, während welcher Ina ihren trüben Gedanken nachhing.

Sie lächelte und die Erinnerung an ben Liebling verschönte fie ungemein.

,3h der Kirche, nicht wahr? O, ich imrfte es wagen, fie einmal hineinzulaffen, da er ja nicht »ehr in der Nähe weilt. DaS atme Ding kennt gar nichts von der Welt außerhalb der Waidhauses."

regiert (!) werde. Im Interesse seiner Parteigänger müsse der Bund der Landwirthe auf eine Ver­teuerung der Lebensrnittel hinarbeiten, sei also in ber Tendenz dem industriellen Arbeiter feindlich. Um so merkwürdiger (!) sei cs, daß er sogar in dem industriellen Sachsen so bedeutenden Einfluß gewonnen habe, eine Erkenntniß, die dem professoralen Politiker doch ein Licht über das Verkehtte seiner Prognose hätte aufgeben lassen sollen. Schrifsteller Lorenz bezeichnet den Bund der Landwirthe sogar als ein letztes Aufflackern der konservativen Partei und als Anzeichen der Agonie. Daß eine auf so schweren Irr­tümern bastrte Kandidatur in dem stark konservativen Sachsen an der Macht der Thatsache scheitern muß, ist unschwer vorauszusagen. Aber die national- soziale Versammlung war auch noch nach einer andern Seite hin von wesentlichem Interesse. Hatte man.;eine Zett lang glauben können, Sohrn, der seinen Konservatismus immer mit ffcharfem Accent betont hatte, werde als Gegengewicht gegen den Krypto- Sozialisten Naumann die National-Sozialen wenigstens auf der Peripherie der konservativen Pattei festhalteu, so muß man nach solchen Aeußerungen fonftathen, daß auch er von der radikalen Strömung des Herrn von Gerlach mit fortgerissen ist. Und solchen Kandidaten soll der hessische Landwirth hier wählen? Das thut er nicht!

Das Organ für Berliner Philister, dieBoss. Zeitung", kommt in seiner vorgestrigen Nummer wieder einmal auf den berühmten fortschrittlichen Ab­rüstungs-Antrag vom Herbste 1869 zurück. Aus dem Richterschen ABC-Buche schreibt es ab, daß der damalige Anttag Virchownicht eine einseitige deutsche, sondern eine allgemeine europäische Abrüstung" gewollt habe, und beruft fich ebenfalls »ach dem ABC-Bnch zum Beweise dafür auf das Zeugniß des verflossenen ftanzösischen Obersten Stoffel u. dergl. Wtt meinen, das einwandfreieste Zeugniß in den Drucksachen des Ab­geordnetenhauses suchen zu müssen. Sollte das derVosfischen Zeitung" zu unbequem sein, so machen wir sie darauf aufmerksam, daß sie die nöthigen Zitate unter Angabe der Seitenzahl auf S. 191 desKonservativen Handbuches" findet, aus welchem fie sonst ja fast täglech zititt, um ihren Lesern vor den Konservativengraulich" zu machen. Sie wttd dann z. B. finden, daß Virchow damals thatsächlich u. A. folgendes gesagt hat:Wir sind nicht der Meinung, daß ber Nord- deutsche »unb erst warten soll, bis burch biplomatische Verhanblungeu eine all­gemeine Abrüstung erlangt ist, sondern wir wünschen, daß er bas gute Beispiel geben möge." «Können wir uns also entschließen, einen solchen Schritt zu thnn, so zweifle ich nicht an ber Nach-

«®8 mar nicht ganz klug, bie Kleine so abge­schlossen zu halten," meinte Dony nachdenklich,beim Sie erregten dadurch viel mehr die Neugierde der Bewohner dieses stillen Dorfes."

Sie mögen recht haben, und doch müssen Sie verstehe», was mich leitete."

«Gewiß, ich weiß ja, was"

«Hörten Sie nichts?" unterbrach iHv Ina.ES war mir, als ob ich meinen Namen rufen hörte!"

Sie blieben stehen unb lauschten, aber nichts war vernehmbar wie das Rauschen ber Bäume, unter benen fie toanbeüen.

Es war Täuschung!"

Sie setzten ihren Weg fort. Da erklang aber Wittlich in langgezogenen Tönen Jua'S Name bmch bie Stille beS herein finkenden Abends.

Wtt haben uns etwas wttt entfernt, Dony, man wird in Sorge um uns fein. Lassen Sie uns eilen, nach Hanse zurückzukehren."

Sie beschleunigten ihre Schritte. Eine ihr selbst unerklärliche Angst trieb fie unaufhaltsam vorwärts; fie flog fast den Weg entlang unb ihre Füße schienen kaum ben Bobeu zu berühre».

Erst angefichts des Hauses mäßigte fie ihren Schritt; als fie aber im Garten die Gäste alle fich um eine Person scharen sahen bie ihr nur zu wohlbe­kannt war, verließe» fie fast bie Kräfte; lähmendes Entsetzen hatte fich ihrer bemächtigt.

Dony! Barmherziger Sott, steh mtt bei und laß meine Augst nicht zur Gewißenheit werden I* rief fie mit versagtem Atem.Das Kind mein Kind'

Nun hatte man ihr Somme» bemerkt; die Gruppe löste fich, man machte einer alten Frau Platz, bie mtt alle» Zeichen größter Auftegung, auf fie zustürzte xub ihr Kleid umklammerte.