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Schulen gleichgestellt werde». Wenn die Verhand­lungen mit den einzelnen Gemeinden nicht zum Ziele führten, weide von neuem ein Gesetz zu verlangen sein, damit nicht wieder so traurige Reste übrig bliebe», wie 1892 vom früher geltenden Stellenetat. Noch acht Anstalten der Monarchie haben, diese veraltete Besoldungsweise. Der Wunsch der Vereine gehe dahin, daß aus den vom Finanzministerium bereit gestellten Mittel» gerade diesen Städten eine wirksame Unterstützung zu Theil werde. Ein wesentlicher Erfolg der Vereiusthätigkeit sei eS, daß nunmehr ein einheit­liches Zeugniß eingeführt wird. Mit dieser Neuerung sei denn auch die schon so lange bekämpfte Ein­richtung der Funktionsznlage veraltet. Schon jetzt ist verfügt, daß sie in derselben Weise, wie die Alterszulagen, vereitelt werde. Die Vereine wünschen, daß sie überhaupt in regelmäßiges Gehalt umgewandelt werde. Der Erfüllung dieses Wunsches scheinen wieder einmal finanzielle Schwierigkeiten im Wege zu stehen. Jnfolgedeffen neigt man jetzt an

maßgebender Stelle dazu, die Verleihung der Funktionszulage mit der fünften Gehaltsstufe zu ver­binden, sodaß also daun von 3600 auf 4800 Mark gerückt würde. Dieser Sprung ist weder theoretisch gerechtfertigt, noch praktisch gesund zu nenne». Wenn heute der staatliche Oberlehrer mit 371/2 Jahren an­gestellt wird, so muß man ihn möglichst früh in den Genuß deS höher» Gehalts bringe», am besten schon nach sechs Dienstjahren durch eine Zulage von 600 Mark, auf die dann noch zwei in derselben Höhe zu folgen hätten. Da die Oberlehrer spät angestellt und früh verbraucht werden, so stellten die Vereine immer wieder ihre Forderungen auf, daß die Maximalstunden­zahl auf 20 herabgesetzt werde. Damit würde auch bei Hilfslehrern unter die Arme gegriffen. Denn wird die Stundenzahl nur um zwei die Woche herab­gesetzt, so werden z. B. in Hessen-Nassan 40 neue Oberlehrerstellen nothwendig. Eine Besserung ist es, daß solche Hilfslehrer, die eine unbesetzte Oberlehrcr- stelle versehen, auch die Besoldung des Oberlehrers erhalten können. Am Ende seiner mit lebhaftem Beifall entgegengenommenen Rede sprach der Vor- ttagende den Wunsch aus, daß der Provinzialverein, der Heuer 25 Jahre bestehe, auch in seinem zweiten Vierteljahrhundert rüstig vorwärts schreiten werde. Nachdem der Kassenbericht erstattet worden, hörte die Versammlung noch zwei sehr intereffante Vorträge; der Limesforscher Professor Ur. Georg Wolff (Frank­furt a. M) sprach über die Occupation der Wetterau durch die Römer, Profeffor Stelz (Bockcnheim) über die Bedeutung des Schulgartens. Ein festliches, mit launigen Reden und Vorttägen gewürztes Mahl, das in dem gütigst überlaffcnen Saale deS Höchster Farbwerks stattfand, brachte Erholung von den Anstrengungen des Tages. Nachher führte der technische Director des Farbwerkes, Profeffor Dr.

Laubenheimer, einen Theil der Festgeuoffe» durch die Serumabtheiluug und gab in liebenswürdigster Weise die nöthigen Erläuterungeu.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt:Der Pariser Matin" hat die Wirkung seiner Berichte über den jüngsten Aufenthalt Sr. Majestät des Kaisers in den Reichslanden für ftauzösische Leser dadurch erhöhen zu sollen geglaubt, daß er dieser Reise einen militärischen Werth beilegte. Unter Anderem weiß das Blatt eingehend über einen Vor­trag zu berichten, den sich Se. Majestät im Thal von MaSmünster durch einen Generalstabsosfizier über die strategische Verwerthuug dieses Geländes in einem künftigen Feldzug gegen Frankreich habe halten laffeu. Wir finden es nicht hübsch, daß derMatin" seine Phantasie zu Attentaten auf die Nerven der Pariser benutzt, und wollen zur Beruhigung mittheilev, daß Se. Majestät der Kaiser bei dem Ausflug in das Thal von Masmünster auch nicht von einem einzigen Generalstabsoffizier begleitet war.

Die Meldung eines spanischen Blattes, daß S. M. KreuzerGeier" bei der Einfahrt in den Hafen von Havanna mit den dort liegenden amerikani­schen Kriegsschiffen keinen Salut aus- getauscht habe, ist in der Preffe vielfach nachgedruckt und besprochen worden. Gegenüber de» Bemühungen, diese amtlich bisher unbegründete Meldung tendenziös auszubeuten, mag daran erinnert sein, daß »ach den iuteinationalen Vorschriften Kriegsschiffe ein fremdes Kommmandozeiche» nur bis zum Commodore-Stander abwärts zu falutiren haben. War auf de» ameri­kanischen Schiffen vor Havanna ein zum Salut ver­pflichtendes Kommandozeichen gesetzt, so ist ohne Weiteres anzuuehmen, daß der Kommandant S. M. KreuzerGeier" die eutsprechendeu Salutvorschristen zur Anwendung gebracht haben wird.

Zu dem spanisch-amerikanischen Kriege wird aus Hongkong dem MadriderJmparcial" gemeldet, ein japanefischer Kreuzer sei von Manila angekommeu und berichte, Admiral D e w e y habe Maßregeln für de» Verkehr in Cavite angeordnet und englische» u»d deutschen Kaufleute» gestattet, dort Geschäfte zu machen. Er stellte ihnen dazu mehrere Gebäude zur Verfügung. Angeblich ist ein ernster Streit zwischen D e w e y und dem deutschen C o n s u l wegen Löschung deutscher Schiffe in Manila aus­gebrochen. Wir glauben nicht daran, die Amerikaner sprengen aus, der deutsche Consul habe Lebensmittel landen lassen wollen, Deweh habe dies nicht gestattet. Agumaldo organifirt seine Truppen. Admiral Dcwey übergab ihm zwei Berggeschütze, 500 Gewehre und viel Muniton. Zwischen Engländern und Americanern herrscht ein herzlichts Einvernehmen. Admiral Dewey kaufte 3000 Tonnen Kohlen von englischen Schiffen.

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staatstreue Wähler auch int Osten dessen eingedenk sein, wenn der Wahltag ihn an die Erfüllung ft wer nationalen und staatsbürgerlichen Wahlpflicht gemahnt!

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Das schärfste Schlaglicht aber auf die Natur der großpolnischen Wahlwache wirft eine Reminiszenz an die grobpolnische Schilderhebung von 1848 aus der Nova Reforma", welches Blatt, wie dieN. R. C." hervor hebt, zu deujeoigen Preßorganen gehört, in denen, weil auberhalb der preuhischen Landesgrenzen erscheinend, die diesseittgen Feinde des staatsrechtlichen Status quo weit uugenirter mit der Sprache heraus­gehen, als sie es hierzulande aus leicht begreiflichen Gründen zu thnn wagen.ES wurden so heißt

Militärs formirt, auf welches unsere Väter große Hoffnungen setzten .... ES wurde Wider­stand geleistet, und es kam zu zahlreichen Schar­mützeln mit der regulären preußischen Armee. Die Haupttteffen wurde» bei Lions, Miloslaw uud Sokolow in der Gegend von Wreschen geliefert. Diese haben die Ehre der polnischen Waffen gereitet und die Aufständischen zu Ruhm gebracht. Den fünfzigjährigenGedenktag dieses Kampfes mit der überlegenen kreuzrttterlichen Macht haben wir gegenwärtig durch Veran­staltung von Trauergottesdienst für die Unterlegenen begangen. In Lions und in Miloslaw fanden Andachten statt, bei denen viele »och lebende Theilnehmer an jenem Kampfe vom Jahre 1848 anwesend waren, unter zahlreicher Be­theiligung der städtischen Bevölkerung sowie des Landvolkes aus der Umgegend."

Hier zeigt die großpolnische Propaganda ihr

bald und Westfalen für die Centiumskandidaten stimmen, so muß es den Kandidaten für die polnische Fraktion die polnischen Landestheile, zum Mindesteu

Umschau.

Der Provinzialverein der höheren Lehrer von Hessen-Nassau und Waldeck hielt seine Hauptversammlung am 18. Mai in H ö ch st a. M. Trotz der ungünstigen Witterung hatten sich etwa 240 Herren eingefunden, unter ihnen die beiden Provinzial - Schulräthe Geheimrath Dr. Lahmeyer und Dr. Pähler aus Cassel. Die Versammlung wurde durch den Direktor des Gymnasiums u»D der Realschule in Höchst, Herrn

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde­burg, Wien; Rudolf Mofie, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; E. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris re.

Großpolnische Reichstags-Wahl­propaganda.

Charakteristisch für die großpolnische ReichStagS- Wahlpropagaoda ist, daß auch dem Centtum gegen»

Iber neuerdings eine ungeschminktere Sprache ge­führt wird, als je zuvor. Wenn das Centtum in den östlichen Landestheileu bei den bevorstehenden Wahlen die Geschäfte des Großpolenthums besorgen M, dann gut, wo nicht, so wird ihm mit der wllsten Ungnade vo» jener Seite gedroht.Wenn das Centtum fordert" so lesen wir in der .Gazeta Toruuska"daß die Polen in Rhein-

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Wrack und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei in Marburg. rt/tßÜf/t'H" Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.

Expedition: Markt 21. - Telephon 55. VVHmwymWIb Redaktton: Markt 21. - Telephon 55.

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nebst derer, Gratisbeilagen Kreisblatt" für die Kreise Marburg uni Kirchhain,Illustriertes Sonntags blatt" undVerloofungsliste der Kgl. preußischen Klassenlotterie" werden von allen Poflanstalten, Landbrief- Mgern, in der Expedition (Markt 21), sowie von unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain, Arnstadt und Wetter entgegengenommen.

Wir möchten Angestchts der für den 16. Zuni bevorstehenden

Reichstagswahlen alle Wähler der staatserhaltenden Parteien auf dieses Monats-Abonnement hiermit noch besonders aufmerksam machen.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen.

-l»)6) QuartalS-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen VXli y

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spaltene Zeile oder deren Raum IO Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg. ^Lklltlg, 2 /. 'UlQl lo9ö.

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: unsere Liste". »heim.

«bei diejenigen Wahlkreise überlassen, welche inner­halb der Grenzen Polens vom Jahre 1772 belegen sind, das ist das Posensche, Westpreußen und Erm- land. Die Polen denken nicht daran, sich von den CeuttumSleuten aus dem Felde schlagen zu lassen." Rach derGazeta Gdanska"bleibt uns nichts oberes übrig, als nur mit Entschiedenheit in den Lamps einzutteten, wenn auch daS Centrum als Kandidaten einen polnischen Geistlichen aufstellt i» Gegentheil, wir muffen eine solche Kandidatur als «we uns Polen gestellte Falle anseheu ..."

MathI, geleitet und mit herzlicher Begrüßung eröffnet. Darauf erstattete der Vorsitzende des ständigen Aus­schusses, Profeffor Dr. Lohr aus Wiesbaden, den Jahresbericht. Er bemerkte zunächst, daß die Delegtttcukonferenz, die am 3. Oktober 1897 in Berlin getagt hat, trotz des Mißerfolges im vorigen Jahre an der alten Forderung der Gleichstellung mit den Richtern erster Instanz festhält und bereit ist, im geeigneten Zeitpunkt wieder dafür einzutreten, Zunächst aber ist zu erstreben, daß die städtischen höheren Lehrer ihren Amtsgenoffen an den staatlichen

(Nachdruck verboten.)

Getrennte Sterne.

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Roman aus der Gesellschaft von H. Waldemar.

(Fortsetzung.)

Ist eS nicht köstlich, dieses strahlende Wetter?' fragte sie den Assessor, der des Barons Einladung ge­sagt und über Nacht geblieben war.

Herrlich," erwiderte dieser,es ist nur schade, b«6 es nicht unS zu gute kommt!"

Meinen Sie denn, Sie verdienten dies ebenso, U mein Hans?"

Wenn auch nicht ich, bann Sie meine Zu- «hftigel"

An dem jähen Erröihe», das ihr Gesichtchen Lber- kthete, sah er, daß sie ihn, halbwegs wenigstens «erstanden habe» mußte.

Ei, ei," meinte der Baron,so werden wtt wohl halb bei Ihne» HochzeitsschmauS gemeßen!"

Vielleicht! Sie wiffe» doch, Marianne, daß der Esllsmund sagt: Keine Hochzett wird gefeiert, ohne kfc nicht eine Verlobung nachfolgt!"

Sie nickte.

Rike erzählte mtt so etwas."

Sie scheinen's aber nicht zu glauben?"

Wie kann ich? Ich habe ja keine Erfahrung."

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ttrolle. Kn» u. sttgst»

sühn- cschk»

Sich mal einer den Kiek-in-die-Wett! lachte der fcnm.Thnt, als ob er mitteden dürfte in solchen Htgelgegeuheiteu."

Darf ich nicht, dann muß man mich auch nicht Negen. Rike, willst Du etwas von mir?" fragte le die Alte, die unter der Thür des Nebenzimmers «-schien.

3a, Fröle, ik werd' mit den Blumen »ich fertig."

Wart', ich komme."

Soll ich helfen?" rief Salbenftein aufspringend.

Doch Marianne warf ihm einen Blick zu, den er sich nicht recht zu erklären vermochte, und sagte nur:

Ich danke, leisten Sie Papa Gesellschaft."

Adgettumpft, sagte er sich. Was hatte sie nur plötzlich? Sie mußte seine Anspielung doch wohl verstanden habe», ober? Er lachte still i» sich hinein. War sie eifersüchtig? War ihr enblich das Verständuiß für seine Liebe, für die Regungen ihres eigenen junge» Herzens aufgegangen?

Er frohlockte, und ein Jubel stieg in ihm auf, der ihm fast die Brust sprengte.

Ans dem Nebenzimmer hörte er die süße Stimme sich mit Rike besprechen; er sah ab nnd zu ihre schlanke Gestatt, das reizende Profil durch die geöffnete Thür uud war schließlich so mtt seinen Gedanken bei ihr, daß er des Barons Worte überhörte und erst auffuhr, als jener die Hand auf seinen Arm legte und sagte:

ES zieht Sie zu der Kleinen, Herr Affeffor. Gehen Sie nnr und nehmen Sie keine Rücksicht ans mich. Ist auch fast im ganzen Hause fein Fleckchen, das nicht zur Feierlichleit geschmückt ist, so werde ich doch noch irgendwo unterkommen, um mich für die Sttapazen des heutigen Tages zu stärke». Ah," fuhr er, sich erhebend, fort,Brautvater zu sei», ist recht ermüdend. Ich wollte, der Abend wäre da, alles läge hinter mir und wir drei säßen wieder ganz gernüthlich beisammen, wie gestern und vorgestern. Bis später, Baldenstein!"

Der Affeffor blieb noch eine Weile am Tische sitzen und that, als eb er eifrig in der Zeitung lese, die auf dem Frühstückstisch lag. In der That aber schaute er darüber hinweg ober an ber Seite vorüber, so bald er Marianue's Trippeln hörte. DaS Herz

wurde ihm weit, es klopfte so »ernehmlich uud so begehrlich. Sollte er den Augenblick beim Schopfe fassen?

Herr Affeffor," fiel da des Mädchens liebe Stimme mitte» in diese Erwägungen,Herr Affeffor, Sie können eigentlich noch ein bischen in Garten gehen, bis eS Zeit zum Ankleiden ist. Wir müssen hier aujräunten, damit alles gethau ist, wenn die Gäste kommen."

Der Angeredete erhob sich rasch und ttat vor Marianne hi».

Wissen Sie, daß Sie mir heute morgen nicht einmal Ihre Hand zum Morgengruß gegeben?"

Sie lachte, daß die weißen Zähne hinter den kiischrothen Wangen blitzten, und die blauen Augen strahlten ihn übermüthig an. Seine Spur war mehr zu entdecken von der momentanen Verstimmung, die er vorher an ihr bemerkt hatte.

Habe ich'S vergessen? Dieses Verbreche» gegen waS? gegen die Freundschaft? ist schrecklich. Hier, mein Herr Richter, ist bas corpns delicti, bas sich Ihnen entzog."

Mtt komisch pathetischer Geberde reichte sie ihm das kleine Händchen, bas er fest, fest zwischen bie (einigen nahm.

Wenn ich diese Hand nun behalten wollte?"

Eine holde Verwirrung war in den blaneu Augen zu bemerken und ein leichtes Roth färbte die zarte» Wangen Marianue's; sie ließ aber die Ber- legeuhett nicht aufkommen, sonder» rief bestrebt, sich frei z» mache», neckisch:"

Ei, was finge ich denn heute an ohne meine Hand? Was fällt Ihnen ein, Herr Affeffor? Geschwind, lassen Sie los. Ich habe noch unzählige Dinge zu ihn» und zum Schlüße mich zu schmücken."

"Mir find Sie auch so schön genug."

Ihnen? Ich will auch noch anderen gefallen!"

DaS unbedachte Wort gab ihr die so energisch gewünschte Befteiung. Baldenstein ließ ihre Hand fallen und ttat, eine Falte zwischen den Brauen, zurück.

Verzeihen Sie, daß ich Sie aufgehatte» habe," sagte er mit erzwungener Kälte.

Aber Marianne ging nicht. Wie ein Blitz hatte eS sie überkommen, daß sie ihn verletzte, unwissentlich, aber dennoch nicht weniger tief. Ihr Herz trieb sie zu ihm; der Trotz aber sagte: nein, du darfst dir nichts vergeben, und diesem gehorchte sie.

Sich langsam »mwendend, das Köpfchen etwas znruckgeworfen, stolz, kampfbereit uud fiegbewußt, schritt sie zur Thür, während Baldenstein, die Lippen fest aufeinander pressend, ans Fenster trat und sich vergeblich vorredete, fie sei ja noch ein Kind, daS sich selbst und fein Herz noch nicht verstehen könne. Dennoch schaute er mit trübem Blick in die Natur. Dort draußen duftete, kuospete, keimte es; alles jubelte seinem Schöpfer zu, freute sich deS Daseins, der Liebe, die jeglichem von dem ewigen Vater erzeigt wurde; nur er

Herr Assessor!"

Baldenstein fuhr mit einem Ruck herum. Neben ihm, heiße Gluth auf den Wange», die Augen thränen- schimmernd, stand Marianne, dewüthig, bittenb, liebe» athrnend, liebeheischend. Aber er bezwang sich, noch gelang es ihm, das mächtige Gefühl, das ihn bewegte, zurückzudrängen und es nur hindurchklingen zu lasse» durch den To», mit dem er sagte:

Marianne!"

Ich habe Sie verletzt, bitte, bttte, seien Sie nicht blfe, ich könnte es ja nicht ertragen!' (Forts, f.)