Einzelbild herunterladen
 

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Diack und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei in Marburg. Verantwortlich für dir Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.

Expedition: Markt 21. Telephon 55. <xJ***H* *'**'*'V VVHIHWJJPViWH» Redaktion: Markt 21. Telephon 55.

M 119

Trscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge­spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

ISarßMrg

Dienstag, 24. Mai 1898.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition diese? BlatteS, die Annoncen-

Burcaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde- an o>

bürg, Wien; Rudolf Moste, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; Od. ^UylQ

C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berkin, Hannover, Paris x.

h. Die Wähler-Versammlung,

Welche der Vorstand des couservativen Kreis- «reins in Marburg für den vorgestrige» Sonnabend- Rachmittag in den Saalbau berufen hatte, war von konservativen wie Anhängern der reichstreuen Parteien <g8 Stadt und Land überaus zahlreich besucht. Auf der Gallerte, wie am Eingänge deS Saales hatte» sich auch etliche, zu dem nationalsozialen Kandidaten von Gerlach in Beziehung stehende, meist uoch nicht wahlberechtigte junge Leute unter die Wähler vertheilt, um möglichst laut bei Gelegenheit für den genannten Nationalsozialen zu demonstriren. Der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Handschuh eröffnete die Versammlung mit einige» einleitenden Dorten, brachte zunächst ein begeistert anfgeuommenes Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus und ertheilte hiernach dem Herrn Reichstagscandidaten der Con- seroativen, Freiconservativen und der Nationalliberalen, er. Excelleriz Herrn General der Infanterie z. D. vo« Bartentoerffer das Wort, welcher sich mit einer Wahlrede der Wählerschaft vorstellte, die seinen Ausführungen mit ungetheiltester Aufmerksamkeit Md reichen Beifall spendend folgte.

»Als ich," so führte etwa der Herr General aus, zum erste» Male der Sitzung deS conservativen Vereins Hierselbst beiwohnte, habe ich bereits Ge­legenheit genommen, zu betonen, wie diesmal sämutt- liche reichstreueo Parteien ihre Stimmen auf einen gemeinsamen Eandidaten vereinigen müßten. Die Freiconservativen und die Nationalliberalen schlossen ßch dieser Auffassung an, und sie fand neue Nahrung in dem bekannten Aufrufe zur wirthschaftlicheu Sammlung. Nun wurde hier zunächst mit dem Bund der Landwirthe gemeinsam der Wunsch läut, ans dem Wahlkreise einen Landwirth aufzustellen und dieser Wunsch war vollberechtigt. Ein solch' geeigneter Kandidat fand sich auch in der Person des Herrn Bürgermeisters Aguch-WittelSberg, bis dieser leider zmücktrat. Nun suchte man weiter, es fanden sich wohl geeignete, aber keiner war bereit zur Annahme. Da entschloß man sich znr Aufftellung eines städtischen Wahlcaudidaten, dem ein warmeS Herz md fürsorgender Sinn auch für die Landwirthschast auewohne. In diesem Sinne trug mir der con- servative Verein die Caudidatur an, die ich nur in der Voraussetzung annahm, daß für sie die reichs- lreuen Wähler einig eintrete». Da wurde die Lnmnthuug dem Bunde der Landwirthe gestellt, die Kandidatur deS Dr. Böckel zu acceptiren. Dies ging nun 'um so weniger, als es vor 5 Jahre» dieselben Herren deS Bundes der Landwirthe waren, die gegen die Candidatur Böckel agstirt hatten. Der Lund der Landwirthe hielt aber diese Candidatur

auftecht, und so entschloß ich mich zur definitiven Annahme. Ich bin zu alt, um hierdurch etwa eine Staatsstellung zu erstreben, es war kein persönlicher Ehrgeiz, der mich zur Candidatur-Uebernahme bewog, aber ich halte mich noch kräftig und geistesfrisch genug, um in mir zusagender parlamentarischer Thätigkeit zu wirke», auS Interesse für die gute Sache uud aus Interesse für Land und Leute, die mir, da ich nun im 6. Jahre in Marburg lebe, lieb geworden find. Auch glaube ich bei meinen Beziehungen zu den Berliner einflußreichen Kreisen dort mit mehr Erfolg für einzelne Wünsche auS dem Wahlkreise thätig sein zu können, als dies dem bisherigen Vertreter deS Wahl­kreises möglich gewesen.

Wenn man nun einwendet, ich sei ein verab­schiedeter Offizier und alS solcher abhängig, nun so ist daS falsch; ich bin vollständig unabhängig und habe nur der Ehre und meinem Gewissen zu folgen. Auch ist eS falsch zu sagen, als ftüherer Offizier würde ich nun möglichst viel für Armee und Flotte fordern. Gewiß habe ich als General ein warmes Herz für Armee und Flotte, Deutschland muß eine starke Armee haben, die Geschichte lehrt uns, daß die Reiche die Mittel erhalten, die sie begründeten. Keine Armee ist auch theurer, als eine schlechte. Aber unbegründete Ansprüche für Heer und Flotte werde ich nicht bewilligen. In der nächsten Legislatur­periode werden ja wenig Forderungen für die Armee beantragt. I» Bezug auf die zweijährige Dienstzeit sagen die Gegner, eS drohe die Wiedereinführung der dreijährigen. Dazu liegt aber absolut kein Anlaß vor. Die zweijährige Dienstzeit war noihwendig zur Ausbildung aller waffenfähigen Männer, die dreijährig zn theuer geworden wäre. Heute denkt Niemand mehr an die Möglichkeit der Wiederein­führung der dreijährigen Dienstzeit, auch Kriegs­minister von Goßler hat sich in diesem Sinne aus­gesprochen. Technische Neu - Erfindungen können natürlich Kosten schaffen, dem kann sich allerdings dann kein Reichstag entziehen. Wir haben gesehen, welche Zumuthunge» 1870/71 unserer Infanterie einem bester bewaffnete» Gegner gegenüber gestellt worden find, zum Glück stützte sie eine dem Feinde überlegene Artillerie. Befürworten werde ich jeden­falls eine größere Fürsorge des Reiches für die Invaliden. Für die Flotte find ja die Ausgaben auf Jahre hinaus gebunden, ich habe diese Be­willigungen wie die Flottenvorlage freudig begrüßt. Unser deutscher Handel, unser Kolonialbesitz brauchen diese Flotte und unser Kolonialbesitz ist hoffentlich noch recht erweiterungsfähig. Wie dies zu geschehen habe, weiß ich nicht, aber daS Wachsthum der Be­völkerung im Reiche braucht Abflußgebiete in den Kolonien, auch bin ich für die Regelung des Aus-

(Nachdnlck verboten.)

Getrennte Sterne.

Roma» aus der Gesellschaft von H. Waldemar.

(Fortsetzung.)

Dony war zu erschüttert, als daß er jetzt, in tiefem Augenblick, ein Wort deS Bedauerns, der Teilnahme Hütte sage» könne». So schwieg er u»d traf damit daS Richtige, den» eS gelang Juantta dadurch leichter, sich zu fasten.

Erscheine ich Ihnen immer »och räthselhaft? Spreche» Sie nicht,* wehrte sie ihm hastig,ich State es nicht ertragen, vo» Ihnen bemitleidet zu erben. Ich mußte Ihne» die Wahrheit erschließen Ihne» begreiflich zu mache», daß Adrienne, die Hauptursache meiner Bitte an Sie, von diesem Mensche» Mreit werde» muß.*

Er sagte doch neulich am Teich

Eine dunkle Röthe verbrettete sich über Jua's Bülitz und es dauerte einige Sekunden, bis sie ihrer Verlegenheit Herr geworden war.

Adrienne weiß, daß er mein Gatte ist, aber k erklärte am gestrigen Abend, daß sie mit mir um

Besitz dieses Menschen kämpfen wolle und daß R die feste Ueberzeugung habe, auS diesem Kampfe

Siegerin hervorzugehen. Es ist furchtbar, schweige» i» wüste», wo doch die Freundschaft verlangt, das h«rz mir gebietet, die Bedrohte zu warum!* ,Warum ließe» Sie eS so weit kommen? Sie von ihm getrennt! Was geht er Sie noch an?* 3ua lächelte trübe.

Ich verdiene scheinbar dm schweren Vorwurf, E» lasten Sie mir Gerechtigkeit widerfahren, Dony -H bin getrennt von ihm, aber er hatte diese Papiere stdohl, als anch die anderen über unsere Ehe; er l*t mich i» der Hand, kann mich, meinen Ruf, meine

Ehre vernichten. O, ich habe furchtbar gelitten, als ich von seiner Anwesmtheit hörte; ich mußte täglich seine höhnischen Bemerkungen hören, mußte mir drohen lasten und war gegenüber seiner Boshett machtlos. Er trieb mich so sehr zum Aeußersten, daß ich an dem Abend des Gartmsestes förm­lich einer Diebin gleich mich in fein Zimmer schlich, um »ach de» Papiere« zu suche».*

Jua, nm des Himmels willen, was haben Sie gethan!*

Sie nickte trüben Blickes und senkte den Kopf.

Ich wußte, daß Sie, so ehrlich, so treu, mich verdamme» würden,* hauchte sie,»od das ist bitterer, als alles, was ich bisher erduldete.*

Diese Klage traf ihn bis ins Innerste. Ihre Hände erfasteud, sagte er erregt:

Nein, nein, ich verdamme Sie nicht, Ina, dazu habe ich nicht die geringste Berechttgung, aber ich beklage Sie, daß Sie sich zu diesem Schritt hmreißen ließen, sich auf solche Weise demöthigm*

Dem Furchtbaren gab es eine wettere Macht über mich*

Er überraschte.Sie* fiel Donny hastig ein.

Ja, ich rang mit ihm und konnte entfliehen; dennoch hat er mich erkannt. Die Folge war die Scwe am Weiher.*

Uebcrrascht ruhte Douh'S Blick auf dem blaffen Gesicht der jungm Frau.

Sprechen Sie es aus. Sie sähe», daß er mich in seine» Armen hielt!' entgegnete Juantta mit schmerzlichem Lächeln.Sie hörtm, daß wir uns ver­söhnte» ; bei Ehelmtm kommt es ja ost vor, daß sie sich entzweie».*

Nicht diese» Spott, der nicht aus Ihrem Herzm kommt, Ina! Sestehm Sie, o, Gott, mir wird jetzt alles klar: Um Adrienne, die er umwarb, um der Freundschaft willm opferten Sie sich! Das

Wanderungswesens. Wir brauchen überdies zweifellos eine stärkere Schlachtflotte, eine stärkere Flotte zur Vertheidigung unserer Häfen, zum Schutz unserer Küste. Einer Mehrausgabe dafür wird es aber im Reiche nun kaum »och bedürfe». Auch hat ja die Reichsregiemng zugesagt, wenn solche doch nothweudig werde, sie keinesfalls durch Steuer» erlangen zu wolle», die die witthschaftlich schwächeren Volksmasten drücken würden. Aber stark muß unsere Flotte sein, denn blicken wir um uns, nun so sehe» wir am politischen Horizont doch vielfach auch Wolken.

yNun möchte ich zunächst Einiges über meine allgemeine politische Stellung sage». Ich bin konservativ, weil diese Gesinnung meinen Anschauungen am meiste» entspricht, aber ich möchte mich als ge­mäßigt-konservativ bezeichne», weil ich wiederholt im ausgleichenden Sinne wirken dürfte, natürlich bin ich gut christlich und gut monarchisch. Je mehr unser Deutschland Weltteich wird, um so mächtiger muß die Gestalt unseres deutschen Kaisers dastehen. Ich liebe mein Vaterland, vo» einem guten Preußen bin ich ein guter Deutscher geworden. In die Zeit meines Knabenalters fiele» die Anfänge der Einigkeits- bewegnng, es kam bann der Nationalverein; aber nicht friedlich war diese Einigung der deutschen Staaten zu erreichen, es bedurfte, wie dies uns Bismarck erwies, hierzu Blut und Eisen. Jedoch das nationale Leben war erwacht, und 1870 im Juli brach jener furor teutonicns ans, der die Krieger in's Feld begleitete, sie dort unterstützte und gleich stark den heimkehrenden Siegern zujubelte. Dieser furor teutonicns war ein wesentlicher Faktor der Reichsbegründung. ES kam die Emanttung der deutschen Reichsverfassung, die sich nun fast 30 Jahre mit nur geringfügigen Aenderungen glänzend be­währt hat. ES ist unsere Aufgabe, sie voll auftecht zu erhalten und gegen jedes Rütteln an ihr uns aufzulehnen. Ein demokratisches Blatt schrieb neulich von denarmseligen* Volksrechten. Es erwähnte, wie der Reichstag wiederholt Diäten für seine Abge­ordneten beschlossen, der BundeSrath sie aber immer wieder abgelehut habe. Nun, der § 5 der Reichs- verfastnng, der neben der Reichstagszustimmung die des Bundesraths bestimmt, ist durchaus noihwendig. Das ist keinarmseliges Volksrecht* gegenüber den Uebergriffe» der Parlamentsherrschaft! Das direkte allgemeine gleiche geheime Wahlrecht ist in der Reichs- verfaffung vorgesehen, wir wolle» an dieser nicht rütteln laste», also auch nicht am Reichstagswahl­recht. Die Diätenlofigkeit ist in der Reichsverfassung ebenfalls begründet, also rüttelt an ihr, wer die Diäten befürwortet; wir sind dies nicht!

Nun lasten Sie mich Einiges sagen zur Land- wirthschaft. Ich bi» kein Landwirth, aber seit vielen Jahren hänge ich durch Familienbeziehungen mit ihr

war die Versöhnung, das war der Triumph, der aus seine» Augen brach, als er mir gegenübertrat! Jua, Jua, Sie find groß und edel, Sie find eine Heilige! Welch furchtbare Aufgabe haben Sie sich auferlegt !*

Still, mein Freund, sprechen Sie nicht davon. Sollte ich zusehen, wie Adrienne ins Verderben rannte ? Wer kannte ihn den» bester als ich ? Um Geld ist ihm alles feil. Was galt ihm feine Liebe, feine Leidenschaft? Graf Büna» ist ihm nicht ge­wogen, von ihm durste er die Einwilligung nicht erhoffen, und wen» auch Adrieuue, bethört von feinen schönen Redensarten, mit denen er seine Opfer zu umgarnen versteht, ihm Liebe und Treue schwur, so mußte er doch gewärtig sei», abgewiesen zn werden. Wundert es Sie, daß er »ach dem Sicheren griff? Daß er*

«Daß er dort mit Leichtigkeit verzichtete, weil er wußte, auf welche Weise er mich willfährig mache» konnte! Kann Sie denn nichts vo» diesen Mensche» retten? Sollen Sie ihr Leben an seiner Sette ver- ttanern? Haben Sie Ihr Kind vergeffen, nach bestem Leben er schon einmal trachtete?'

Er ahnt nicht, wo da» Kind sich befindet,* stieß sie erregt hervor.

Noch nicht vielleicht, aber glauben Sie, daß Sie es ihm dauernd verheimlichen könne»? He»t«, morgen kann er es finden und dann haben Sie keine ruhige Stunde mehr.*

Was soll ich de« nun thn»? Ihn abermals fliehen?*

Lasten Sie mich darüber Nachdenken, Ina. Es muß einen AnSweg geben, eS muß ein Mittel zn finden fein, das Sie verhindert, dies furchtbare Opfer zu bringen. Moudega'S Vergangenheit*

Mein Freund, wer wird mir glauben? Habe ich Beweise in den Händen? Bis dieselben zu er-

zusammen; am eigenen Geldbeutel habe ich ihre Roth läge kennen gelernt. Sie entstand, weil fremde Produkte zu billigen Preisen unser Land über­schwemmten. Fürst Bismarck ging, dies würdigend, zum Schutzzoll über, bis zu 50 Mark pro Tonne. Dies ward eine Hilfe für die Lauvwirthschast, die in allmähliger Steigerung hochgehalten werden muß. Wer so viele Rekruten, wie ich ansgebildet hat, der weiß, was für die Armee der in der freien Lust gekräftigte Körper des Landwirths zu bedeuten hat! Nach dem Schutzzoll kamen die Handelsver- träge, welche bie Getreidezölle heruntersetzten. In Folge derselben sanken die Getteidepreise in de» Jahren 189396 herab auf die Getreide­preise in Deutschland im Jahre 1840; hierzu erwäge man, wie daS Geld in den letzten 60 Jahren im Werthe herabging. Die Landwirthe einigten sich in ihrer Noth, es ward derBund der Landwirthe* gegründet. Ich bin der Ansicht, daß, wenn Deutsch­land zum Jndustriestaate Übergehe» will, dieser Heber» gang nur unter größter Schonung der Landwirthschast erfolgen darf, hierin liegt bie Berechtigung ber agrari­schen Bewegung. Es ist möglich und wohl nützlich, wen» bie neuen Haubelsverttäge eventuell wieder höhere Zölle für Getreide bringen, wie hoch aber, da» bleibt abzuwarten. Jetzt habe» wtt hohe Ge- treidepreife, aber ben Landwirthen kommen diese nicht zu Gute. Ihr Bauer», sagte ei» Mitkandidat jüngst in Kirchhai», habt nicht» davon, nur die großen Be­sitzer; so habe Fürst Pleß, ber 1 Million Acker be­sitze, große Vorräthe von Getteide aufgespeichert. Ich weiß nicht, ob Fürst Pleß jetzt viel Getteide lagern hat unb ber betreffenbe Redner wird dies auch nicht bester Wiste»; hat er viel auf Lager, nun so handelt er eben als Kaufmann und Spekulant! Aber 1 Million Acker hat er nicht, den» das wären etwa 50 Meilen unb ber ganze Kreis Pleß ist nur 19/2 Meilen groß. Identisch find bie Interessen ber großen unb kleine» Grundbesitzer ja nicht vollkommen, aber sie laufen so nahe neben einander her, daß sie viele Berührungspunkte haben. Ich bin für kurze Termine in der Bindung der Ge­treidezölle. Es ist jüngst im Abgevrdnetenhause ein Antrag des Grasen Kanitz gestellt worden, etwa die bekannte Getreide - Politik Friedrich des Großen im Reich wieder zu befürworte», der viel Getteide, wenn'» billig war, aufkaufte und Wenns theuer wurde, dem Volke nicht zu theuer wieder abgab. Ob dies für Deutschland zu empfehlen ist, das bleibt denn doch die Frage. Ich verlange für die Landwirthschast den vollkommenen Schutz der Viehwttthschaft und strenge, durchgreifende Maßnahmen zur Fernhaltung der Seucheneinschleppung. Unsere deutsche Viehzucht ist stark gestiegen, außer der Schafzucht, da Wollzucht ja nichts ein bringt; wir könnten mit deutschem Vieh

langen finb, ist das Unglück geschehen. Adrienne ist unzurechnungsfähig, sie ist völlig blind und taub in ihrer Liebe und auch keinem vernünftigen Worte zugänglich.*

So holen wir »nS Hilfe bei ihren Ettern!'

Nein, nein! Um bas zu vermeiben, bot ich Sie hierher, weil ich weiß, baß Sie tteu unb gut sind für die Hoffnungen, bie man auf Sie setzt.'

DaS sagen Sie, Jua, Sie, bie allein im« staube war*

Nicht weiter, ich bitte Sie, wenn Sie einen Funken von Achtung für mich hegen!' rief Jua sich erhebend. Stehen Sie mir bei, Dony, versuche» Sie, auf irgend welche Weise Adrienne zn überzeugen. Ihne» wttb sie glauben, auf ihre Freundesstimme wird sie lauschen, während meine Worte an ihrer gekränkten Liebe, an ihrem beleidigte» Stolz unb der »ach ihrer Meinung verrathene» Freunbschast abprallen.'

Bei Gott, fie soll anderen Sinnes werden, sie soll erfahren, was fie Ihnen bankt!*

Niemals, Dony, bas muffen Sie mir versprechen. Ich erwarte es von Ihrer Ehre, Ihrer Liebe.*

Wohlan, Sie rufen btefe beiden Stimmen in mir nicht umsonst an,' versetzte Dony, aufs neue ihre Hanb erfassend nnb ihr leuchtenden Blickes ins Auge schauend.Sehen Sie hinaus! So wie die goldigen Sonnenstrahlen jetzt das Gezweige durch­brechen und alles in Licht tauchen, wird meine, unsere Liebe alle Hinderniffc überwinden und fiegreich auS dem Kampfe hervorgeheu. Auch ich kämpfe um daS köstliche Gut, das Gott in unsere Brust legte, um Dich, meine Jua, mein Leben, und dieser Preis spornt mich zum Aeußersten an. Glaube e» mit mtt: eine innere Stimme sagt mir, daß wir durch Nacht znrn Licht gelangen werden!'

(Fortsetzung folgt)