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Erscheint täglich nutzer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartals-Abonnements-Prcis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgcbühri die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.
GöeWD Beitiin
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.
Jllnftrirtes Sonntagsblatt. * *■■**
vßl t VrT Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-
y Burcaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Casiel, Mägde- Oo
1 L slUrti i qqq bürg, Wien: Rudolf Mofse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; OO. ^QyTQ.
JLo. -UlUl lot/ö. T. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris x.
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An alle deutschen Beamten!
die Pflicht der Beamtenschaft. ES ist eine Pflicht, die ihnen
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Jedem Beamten, der das gesetzmäßige Alter «reicht hat, ist das Wahlrecht verfassungsmäßig gewährleistet. Für die Beamtln aber ist es bei den bevorstehenden Wahlen doppelte Pflicht, von ihrem Wahlrechte auch Gebrauch zu machen.
Nicht — wie das jetzt üblich geworden ist — en das materielle Interesse der Beamtenschaft appelliren wir. Im Gegentheil; wir warnen die Beamten, stch durch unhaltbare Versprechungen oder gar durch Aufreizungen gegen Vorgesetzte oder Kollegen umgarnen zu lassen. Die Standesehre der Beamten gebietet festes Zusammenhalten gegen derartige Einbrüche in die Autorität. Jeder einzelne Beamte, der höchste wie der niedrigste, hat darunter zu leiden, wenn die Autorstät untergraben wird. Es handelt sich hei den bevorstehenden Wahlen in stärkerem Maße als zu früheren Zeiten darum,
vie Staatsordnung zn schützen.
Wir wollen nicht das „rothe Gespenst" an die Wand malen. Die Sozialdemokraten sind viel zu schlau, als daß sie sich heute schon an einer Revolution die Finger verbrennen möchten. Aber die Sozialdemokraten vernichten Schritt vor Schritt die Achtung vor den Gesetzen, die Respektirung der Autorität und den Gehorsam gegen die Obrigkeit. Dadurch untergraben sie zielbewußt unsere Staats- und Gesellschaftsordnung, und arbeiten 88 der Auflösung von Monarchie und B a t e r l a n d.
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Kein Beamter darf fehlen.
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wo es gilt, gegen solche gemeingefährliche Unter- uehvwngen Front zu machen. Es ist unter allen Umständen die Pflicht jedes Beamten, die Sozialdemokratie ebenso wie alle anderen gegen den Staatsbestand gerichteten Bestrebungen mit allen Mitteln und allen Kräften zu bekämpfen.
Es ist nicht wahr, daß die Sozialdemokratie eine Partei wie jede andere ist. Es ist nicht wahr, daß die sozialdemokratische Agitation in unserem monarchischen Lande eine Berechtigung
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hat. Bei jeder Gelegenheit zeigen die Sozialdemokraten, daß sie Feinde der Monarchie find. Sie verweigern dem Kaiser und den anderen deutschen Monarchen die Ehrfurcht, sie verlangen die Errichtung von Revolutionsdenkmälern und lehnen die Bewilligung eines Kaiser Wilhelm- und Kaiser Friedrich-Denkmals ab. Sturj, sie machen kein Hehl aus ihrer antimouarchischen republikanischen Ge- siminng. Eine solche Partei ist in monarchischen Landen nicht berechtigt.
Eine solche Partei aber mit aller Gewalt zu bekämpfen, ist besonders bei den bevorstehenden Wahlen
(Nachdruck verboten.)
Getrennte Sterne.
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Roman on8 der Gesellschaft von H. Waldemar. (Fortsetzung.)
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Merkwürdig, sie war doch mein Weib, aber damals machte ich wir nicht viel aus ihr, und jetzt, da sie nur mit Widerwillen folgen wird, jetzt da sie durchaus keinen Hehl auS ihrer Verachtung »acht, reizt sie mich; ich möchte sie besitzen, lieber heute wie morgen. Jetzt ist's Zeit. Der Vorsprung Ä groß genug, daß sie meiner nicht ansichtig wird. Der Boden ist feucht, selbst der Himmel kam mir zu und Äse. Kann ich noch zweifeln, daß eS eine Vorsehung giebi?"
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Mondega lachte spöttisch auf.
„Du wirst staunen, holde Gattin, aber »ehe dir, tan ich dich auf unrechten Pfaden ertappe!"
Seine Züge verfinsterten stch und die für gewöhnlich so verschlagenen, listigen Augen sprühten Bosheit und Tücke aus.
Vorsichtig tastete er stch nun die Treppe hinab. Den Schlüsiel zur Hinterpforte trug er stets bei A, fest Georg ihm denselben lachend „für alle We* eingehändigt. Er hatte sich desselben nie 6e= N«it; heute zum ersten-, zum letztenmal sollte er seine Schuldigkeit thun.
Das Schloß fronte. Mondega - erschrak und Achte, aber alles blieb still, lautlos wie zuvor.
öffnete behutsam und schlüpfte hinaus, die Thür ^gsam hinter sich zuziehend.
Etwas beklommen war selbst ihm, dem Erfahrenen * solchen Dingen, zu Muthe, und so athmete er draußen Hw würzige, kräftige Morgenluft in langen Zügen W, dann kreuzte er rasch den Hof und Garten und
durch den Diensteid tz-rgefchrieb-n ist. Jeder Beamte beschwört freiwillig bei Ableistung seines Diensteides, daß er dem Monarchen die Treue halten will, und damit ist er gebunden, sich nicht nur von allen revolutionären Bewegungen fernzuhalten, sondern sie auch nach seinen Kräften zu bekämpfen. Wie der Staatssekretär des Reichspostamts, Herr von Podbielski im Reichstage ausdrücklich erklärt hat, soll gegen alle diejenigen Beamten wegen Verletzung des Diensteides vorgegangen werden, welche
direkt oder indirekt die Sozialdemokratie fördern.
Wir sind davon überzeugt, daß die Zahl solcher ungetreuer Scannen nur sehr klein ist; desto dringlicher ist aber die Aufgabe aller übrigen Beamten, bei den bevorstehenden Wahlen von ihrer Treue für König und Vaterland dadurch beredtes Zeugniß abzulegen, daß sic nicht nur Mann für Mann an die Wahlurne gehen, sondern auch Alles aufbieten, um der
Sozialdemokratie eine Niederlage zu bereiten,
und sich natürlich auch nicht auf die Seite derjenigen politischen Parteien stellen, welche die Sozialdemokratie direkt oder indirekt begünstigen.
Umschau.
Das Herrenhaus berieth gestern über die beiden Gesetzentwürfe, bett, das Diensteinkommen der evangelischen und der katholischen Pfarrer. Dabei ttat Kultusminister Dr. Bosse den Bedenken gegen die Vorlage entgegen, insbesondere dcm schwerwiegendsten Einwande, daß der Uebergang der Pftündenverwaltung auf die Gemeinden einen Rechtsbruch darstelle. Er halte es für undenkbar, daß das Henenhaus aus kirchlichen Motiven einer Vorlage nicht zustimmen werde, die von der Verttetung der evangelischen Kirche genehmigt sei. Lehne das Herrenhaus wirklich den Gesetzentwurf ab, so sei auf absehbare Zeit eine Beseitigung der kirchlichen Noth- lage ausgeschloffen. Schließlich wird § 1 mit großer Mehrheit angenommen, ebenso en bloc das ganze Gesetz, bett, das Diensteinkommen der evangelischen Pfarrer; desgleichen werden die von der Kommission Beantragten Resolutionen angenommen, die zu dem Gesetzentwurf eiugegangenen Petitionen werden für erledigt erklärt. Auch das Gesetz, bett, das Diensteinkommen der katholischen Pfarrer, wird
verschwand auf demselben Wege, den Jua genommen hatte.
Diese war mittlerweile weiter geeilt; sie hatte die Empfindung, als käme sie nicht eher zur Ruhe, bis >ie schützenden Mauern des Waldhause» sie umfingen. Noch war sie sich nicht ganz klar, was sie eigentlich wollte; noch war sie nicht zu ruhiger Ueberlegung und Beuttheilung des Schrittes gekommen, den sie gewagt, ndem sie Dony in das Waldhaus bestellte. Es hatte le nur das eine Empfinden gekettet, sich vor ihm zu rechtfertigen, — vor ihm, als dem einzigen, der sie verstehen würde, ihr übervolles Herz auszuschütten. Wußte er allein doch bisher, was ihr Mondega war.
Ein Schauder ließ ihre schlanke Gestalt erbeben, als sie jenes Augenblicks gedachte, da Mondega sie n seinen Armen hielt und Dony des Weges tarn. Er! Warum mußte gerade er es sein, der sie in dieser Erniedrigung sah?
Und nun war sie auf dem Weg zu ihm, vor >em sie gern geflohen wäre bis ans andere Ende der Wett. Und sie hatte ihn zn dieser Untenednng veranlaßt, sie gesucht. Gab es größere Gegensätze in der menschlichen Natur?
Unaufhaltsam eUte Juanita weiter. Sie bemertte nicht, daß ihr Fuß des Oestern in der weichen, durchnäßten Erde einsank; sie achtete nicht der Thstre des Waldes, die scheu vor ihr flohen; fort, nur fort, war der einzige Gedanke, den sie seit gestern Abend gefaßt batte, seit Adrienne ihr so herbe Worte gesagt, seit le kund gethan, daß sie den Kampf mit ihr anfnehmen wolle um jeden Preis wegen dieses Menschen, der nicht werth war, daß man überhaupt nur ein Wort über ihn verschwendete.
Die Sonne stieg immer höher und belästigte sie ungemein. Schutzlos war sie derselben preisgegeben, denn das Blättergewin war noch nicht
en bloc angenommen. Das Abgeordnetenhaus berieth gestern in dritter Lesung den Gesetzentwurf, bett, das A n e r b e n r e ch t bei Landgütern in der Provinz Westfalen und in den Kreisen ReeS, Essen Land und Stadt, Duisburg und Mülheim a. d. Ruhr. Nach langer Diskussion findet schließlich auf Anttag des Abg. v. Eynern (natlib.) namentliche Gesammtabstimmung über die Vorlage statt, und hierbei ergiebt sich, bei 214 abgegebenen Stimmen, wiederum Beschlußunfähigkeit. Das Haus tagt heute weiter. Während der Berathuvg des Anerbengesetzes verlas der Ministerpräsident die K ö n i g l i eh e Botschaft, die die beiden Häuser des Landtags auf Mittwoch 11 Uhr zum Landtagsschluß in den Weißen Saal beruft.
Aus Peking, 15. Mai, erhält der „Berl. Lokal-Anz." folgende Mittheilungen: Der Empfang Sr. König!. Hoheit des Prinzen Heinrich im Sommerpalast des Kaisers sand unter größter Prachtentfaltung statt und nahm einen vollständig befriedigenden Verlauf. Das Gleiche gilt vom Gegenbesuche des Kaisers beim Prinzen. Bei dieser Gelegenheit überreichte ihm der Kaiser den höchsten Orden, den er für nicht regierende Fürsten zu vergeben hat. Glänzend gestaltete stch auch der Empfang des Prinzen durch die Ex-Regentin. Seit Bestehen des chinesischen Reiches war dies der allererste derartige Besuch. Prinz Heinrich war begleitet von dem Adjutanten Müller, dem Gesandten Baron von Heyking und dem Dolmetsch v. d. Goltz. Die Exregentin saß in ihrem Palais ungeschminkt und unverschleiert hinter einem altaraitigen Tisch. Rechts und links standen Pyramiden Apfelsinen und blühende Päonien in herrlichen Vasen. Der Prinz stellte seine Begleiter vor. Während des Gespräches übergab ihm die Exregentin von ihr selbst gemalte Fächer für Ihre Majestät die Kaiserin Auguste Viktoria, die Kaiserin Friedrich und die Prinzessin Irene nebst ihrem eigenen Orden. Prinz Heinrich kündigte Geschenke des Kaisers Wilhelm an und flocht ein, daß es der heiße Wunsch der europäischen Damen Pekings sei, von der Ex- Regentin empfangen zu werden. Die Regentin erwiderte, es solle diesem Wunsche bei dem nächsten Staatsempfang gewillfahrt werden. ES wird damit eine noch nie dagewesene Neuerung geschaffen.
Die „Frkf. Zig." berichtet über einen Oester- reichisch-Russischen Vertrag. Er laufe vom 1. Mai 1897 bis zum 1. Mai 1902. Er verlängert sich von selbst auf je weitere drei Jahre, wenn 6 Monate vor seiner feinem Ablaufe nicht einer der Konttahirenden ihn kündigt. Der Hauptzweck des Verttages ist die Aufrechterhaltung der Ruhe und deS Friedens auf der Balkan- Halbinsel, sowie deS Status quo im gegen-
dicht genug, um die sengenden Sttahlen abznhalten, und sie hatte in der Anftegung nicht daran gedacht, stch einen Schirm mitzunehmen.
Die Anstrengungen des Laufens, die Wärme der Sonne verbunden mit ihrer innere Erregung, zauberten Rosen auf ihre bräunlichen Wangen, die man längst nicht stnehr gewohnt war an ihr zu sehen. So erreichte sie daS WaldhauS, athemloS, mit Herzklopfen, und fand Dony, ihrer wartend, am Rande des Waldes im Schatten auf und nieder gehend.
Sie trat auf ihn zu, ohne den Blick zu ihm zu erheben, der ernst und schön wie immer vor ihr stand.
„Sie haben mich zu sprechen verlangt, gnädige Frau, hier bin ich," sagte er mit gedämpfter Stimme.
Seine Anrede traf sie bis ins Innerste.
„Hier können wir nicht bleiben, Herr Rittmeister," versetzte sie. „Was ich Ihnen zu sagen habe, ist nicht mit wenigen Worten abgethan. Ich mutz, selbst auf die Gefahr hin, auss^neue von Ihnen verkannt zu werden, Sie bitten, mir in mein Haus zufolgen."
„In das Waldhaus?" lief Dony mit ungekünsteltem Erstaunen.
„So wird es hier genannt, ja. Fragen Sie jetzt nicht weiter, Sie werden Aufschlutz erhallen, nur nicht hier auf offener Straße. Wollen Sie meine Bitte erfüllen?"
Dony verbeugte stch.
.Ich kann dabei nichts einbüßen, gnädige Frau!"
Ina verfärbte sich, und es schien, als wankte sie, doch in der nächsten Minute hatte sie sich wieder gefaßt, und ihm voranschrettend auf dem schmalen Wiesenweg, der das Haus mit dem Wald verband und auf dem auch Georg sie damals hatte herüberkommen sehen, erwiderte sie leichthin:
„Wer weiß! Auch einem königlich preußischen Offizier könnte man e8 verdenken, sich auf unbekannte
öäitigen Besitzstände daselbst. — Die Einzelangaben auS dem Verttag machen ihn aber völlig unglaubhaft.
Im Vordergründe der politischen, Diskussion steht auch in der fremdländischen Presse die Rede Chamberlains. Natürlich zollt die amerikanische Preffe ihr allgemein auf das wärmste Beifall und heißt eine bessere Verständigung und die Aussicht auf eine anglo-amerikanische Allianz herzlich willkommen. Die „New-Iork Times" sagen, die Rede sei höchst bedeutsam für die gegenwärtige Generation. Die vereinten Kräfte Großbritanniens und Amerikas würden als Abschreckungsmittel wirken auf jede gegen Großbritannien gerichtete Kombination der europäischen Großmächte. Was immer die Pläne Rußlands und FrantteichS sein mögen, Deutschland müßte sich aus Rasseninteiefse den Engländern und Amerikanern anschließen. Die russische Presse hebt die Feststellung der mißlichen Lage Englands infolge seiner Jsolirtheit in Europa durch das einflußreichste Mitglied deS englischen Kabiuets hervor und den Hinweis Chamberlains auf ein Bündniß mit den Vereinigten Staaten als ein Mittel zur Besserung dieser Lage. Das Blatt hält es jedoch für fraglich, ob die Vereinigten Staaten dieses Bündniß wünschen, und ob es sie befriedigen würde, wenn sie, wie sie beabsichtigen sollen, die Philippinen den Spaniern entteißen, dieselben aber bann an England verkaufen wüßten. Eine derartige Absicht allein genügte, um sämmtliche Großmächte, welche im fernen Osten Jntereffen haben, gleichzettig vor die Frage zu stellen, ob sie in dem spanisch- amerikanischen Konfiitt volle Neutralität beobachten sollen, wenn dieser derart enden könnte, daß England im Stillen Ozean einen tüimininnben Einfluß erhält, welchen Rußland, Frantteich und Deutschland augenblicklich nicht erfolglos bekämpfen. Während weiter in FraH^reich zu Chamberlains Rede einzelne Blätter erklären, die Anslassungen desselben nicht trag sch nehmen zu können, sehen andere die Situation als ernst an. Der „Temp S" meint, England wolle sich für seine Mißerfolge in China möglichst billig anderwärts Revanche holen und glaube, dies am leichtesten auf So ft en Frankreichs erreichen und sich für Port Arthur und Talienwan in Bussa und im N i g e r w i n k e l entschädigen zu können. Dies schaffe eine heikle, beinahe gefährliche Lage. Wenn die westaftikanische Stteitftage gütlich gelöst weiden solle, müsse man sich beiderseits die Gefahren von Einschüchterengsversuchen und böswilligen Unterstellungen vor Augen halten. Der Londoner Korrespondent des „Journal des Tstbats" schreibt, Chamberlain sei überzeugt, es werde in Ostasieu über kurz oder lang zu einem Kriege zwischen England und Rußland kommen, welches
Wege zu begeben. Hier sind wir übrigens schon am Ziel!"
Sie schloß die Pforte auf und nachdem sie beide eingetteten waren, dreckte sie dieselbe wieder zu; bann führte sie ihren Gast über die Veranda, die noch Spuren kindlichen Spieles trug. Da stand eine kleine Gießkanne, Blätter und Steinchen lagen auf dem Boden oder waren zu kleinen Häufchen zusammen- geschoben, ein großes ausgestopftes und auf zwei Rädern laufendes Schaf stand in einer Ecke und davor lag eine Puppe, — alles, wie e8 das so oft beobachtete kleine Mädchen verlassen hatte.
Dony erfaßte diese Kleinigkeit mit einem Blick dann suchte sein Ange Juanita's Antlitz, in dem es etwas spöttisch aufleuchtete.
„Welche Idylle!" flüsterte der Offizier, aber Ina ließ ihn nicht Rast machen. . .
„Wtt haben nur wenig Zeit, Herr Rittmeister, und doch ist viel zu sprechen."
Ohne sich weiter umzusehen, folgte er ihr durch den Flur in einen behaglich eingerichteten Raum.
„Hier sind wir ungestört. Und nun lassen Sie mich Ihnen vor allen Dingen danken —"
Dony wehrte ab.
„Ich hat nur meine Pflichten als Kavalier, gnädige Frau," sagte er in kühlerestem Tone. „Sie wünschen meinen Beistand, meine Hilfe?"
Ina wandte sich bald von ihm ab.
„Sie machen mir es noch schwerer, als es ohnehin schon ist. Glauben Sie nicht, daß mir der Schritt leicht geworden ist, Sie, gerade Sie herzubitten. Ich bin nicht jung und nicht leichtfettig genug, mich darüber hinwegzufetzen, ater die Verhältnisse geboten es, — eS mußte fein, und deßhalb vermochte ich alle Bedenken zu unterdrücken.
(Fottsetznng folgt.)