Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.
BnKfmtbecriag: Joh. Aug. Koch, UniverfltätS-Buchdruckerri in Marburg. Brrantwortlich für die Redoktirm: Redakteur M. Hartman» in Marburg.
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JVs. 113
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Markurg
Sonntag, 15. Mai 1898.
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition diese« Blatte«, die Annoncen- Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg, Wien: Rudolf Moffe, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 6. 2. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berkin, Hannover, Pari« x.
33. Jahrg.
Zur Reichstagswahl.
h. Auch die OrdoungSparteie» werden im Laufe der kommenden Woche mit ihrem Reichstags- jkaadidate» in unserem Wahlkreise Marburg-Kirchhain- Franken berg in den Wahlkampf eintreten. Ein Kampf in dem Sinne, wie ihn zu demagogischer
Frnktificirung m Wort und Schrift für ihre Zwecke nufere Gegner wünschen, wird und kann das nicht fei». Denn zu den Ordnungsparteie», die hier gemeint find, zählen in Stadt und Land in unserem Keichstagswahlkieise diejenigen Elemente der Be- v-lkerung, denen Geistes- und Herzensbildung eigen find. Sie können nicht hinabsteigen zu dem Tone der echt demagogischen Wahlhetze, welche bei einigen imserer Gegenkandidaturen besonders befliffene Ver- tteter findet.
Wir können und dürfen schon der Sache wegen, um die es sich handelt, auch nicht dem leider in so manchem Wahlkreise, so 1893 auch hier, bewährten Sake Gewicht beilegen wollen: „Je sensationeller, persönlich hämischer und skrupelloser man's treibt, um so mehr Wähler fallen Einem zu/ Diese lieber« zeugung und ihre Bethätigung muß das ausschließliche Eigenthum unserer demagogischen Gegner bleiben. ES hieße den politisch geraden Sinn und die Eigenliebe der gebildeten Wählerschaft verletzen, wollten auch wir in unserem Wahlkampfe dergleichen Wege kiuschlagen.
Wir meinen, alles publizistische Eintreten für einen Kandidaten der Ordnungsparteien müsse vor Allem getragen fein von dem aufrichtigen Ber - trauen zu der Wählerschaft im Wahlkreise, daß trotz aller demagogischen Machenschaften der weitaus größte Thril unerschütterlich feststeht in seiner Liebe und Treue zum Kaiser und Landesherrn, in seinem Streben, die Wohlfahrt des Zwischen und somit auch unseres hessischen Volkes wch außen und innen zu fördern, und festzuhalten W gottesfürchtiger Gläubigkeit und guter deutscher Sitte. Bei Bethätigung dieses seines Willens mb Strebens ist ja ein jeder ordnungsliebende Wähler auch unseres Wahlkreises sofort im Stande, die Kläglichkeit und das Verächtliche zu erkennen, was in all' den Skrupellosigkeiten und Unwahr- hssfigkeiten der demagogischen Agitationsweise unserer Segnet liegt. Bis zumAnwidern wiederholen fie, trotz aller »Wellen Dementis selbst im „ Reichs-Anz.', die alten und abgeschmackten Behauptungen vom angeblich gefährdete» Reichstagswahlrecht, machen die wirthschaftlich Schwächeren auf die gewissenloseste Weise möglichst unzufrieden, untergraben wie das Ansehen der Monarchie, so alle weltliche und kirchliche Autorität, ebenso suchen sie das Ansehen des Offizierskorps und die Disziplin im Heere zu untergraben und all' die
(Nachdruck vcrvotru.)
Getrennte Sterne.
Roman an« der Gesellschaft von H. Waldemar.
(Forttetzuug.)
Der alte Herr schüttelte wehmüttg das weiße Horpt.
i »Ich darf nicht, Herr Graf.'
Georg machte eine unmuthige Bewegung und durchmaß erregte das kleine Zimmer.
»Dora selbst hat es mir verboten,' suchte Werueck einer wetteren Frage Georg's vorzubeugeu.
„aber warum?'
f, „Aus übergroßer Liebe, die jedes Opfer zu bringen imstande ist.'
Georg blieb vor dem alten Herrn stehen, faßte deffen beide Hände und sprach:
„Wenn ich Sie nun so recht von Herze» bitte, Stier Werneck, werden Sie dann nicht barmherzig fein?'
Es schien, als könne Dora'S Later nicht anders, 1» muffe er nachgebeu; dann aber schüttelte er energisch den Kopf und wiederhotte:
„Ich darf nicht!'
Georg ließ unsanft des Pastors Hände los, griff *ach feiner Mütze, die er vorher auf den Tisch ge« legt und schickte fich zum Gehen au.
An her Thür waud,e er noch einmal den Blick imück und begegnete den treuen, jetzt unendlich traurig blickenden Augen des Greises, die ihm unverwandt gefolgt waren und zu fragen schienen:
„Kannst Du wirklich in llnmuth denjenigen ver- l°ffeu, der dir heilig sein sollte, weil er der Vater des Mädchens ist, das Du liebst?'
Unter der Einwirkung dieses Blickes kehrte Georg Estinau rasch zurück.
Bande zu lockern, die uns bisher heilig gewesen find und es bleiben werden im Familienleben. Solchen Leuten Glauben zu schenken, ist nicht des deutsche» Maones Sache, vor allen Dingen auch nicht bei uns in Hessen! Und wenn es wirklich einige hessische landwirthschaftliche Heißsporne gewesen find, welche jetzt in unserem Wahlkreise auch die Wiederaufstellung des beseitigen Mandats-Inhabers des Wahl-Kreises zum Ueberfluß fertig gebracht haben, so wissen wir doch, daß keiner der hessischen Bauern, die ihn 1893 gewählt, ihm jetzt mit nochmaliger Wahl eS danke» wird, daß er sie nach so unendlichen Versprechungen vor der Wahl dann nach der Wahl mit der Mandats - Ausübung in so kläglicher Weiseim Stich gelassen hat. DieseArt Ver- ttetung nennt auch der Hessische Landmann, wie jeder Deutsche mit dem rechte» Namen, wenn er sagt: „Da sind wir hessischen Wähler einmal gründlich „an der Nase herum geführt worden'.
Was wollen, entgegen solcher Vertreter« des Kreises, denn jetzt in unserem Wahlkreise die weitaus meisten Wähler? Sie wollen Positives erreichen. Was wir speziell unsererseits hier als so ersttebenS- nöthig bezeichnen möchten, ist Folgende»: Beim Abschluß neuer Handelsverttäge ist grundsätzlich für den Schutz der nationalen Arbeit in Landwirth- schaft, Industrie, Handel und Gewerbe einzutteten; insbesondere find die Interessen der Landwirthschast bester zu wahren, indem gegenüber dem Auslande das Reich a. von einer Bindung der Getreibezölle absieht; b. im Interesse unserer heimischen Viehzucht fich volle Bewegungsfreiheit in Bezug auf Gesunb- heits- und vcterinärpolizeiliche Maßregeln sichert. Die Währungsfrage kann nur auf internationalem Wege gelöst werben; inzwischen ist bei der flrebitbefriebigung der Lanb- wirthschaft, bes gewerbliche» Mittelstanbes unb des Handwerks auch diesen Erwerbsklassen die Vortheile des billigeren Zinsfußes zugänglich zu machen. Aller n n - lauterer Wettbewerb, wie et in Rarnschgeschästen, Bazaren, im Haufirhandel mit Schleuderwaaren u. s. w. getrieben wiü>, ist in der Reichsgesetzgebung nach wie vor auf bas Schärfste zu bekämpfen; nicht weniger das Börsenspiel, insbesondere dasjenige mit Brodge- ireibe. Die Konkurrenz der Gefangenenarbeit gegenüber dem Handwerk ist, sowett irgend möglich, eivzuschränken. Einer Erhöhung oder Vermehrung bei inbiietten, den Massenbedarf belastenden Reichssteuern ist zu widersprechen. Im Interesse des Friedens ist die Erhaltung unserer ruhmreichen Armee und Marine eine Nothwendigkeit. Eine Ehrenpflicht des deutschen Volkes bildet die auskömmliche Versorgung unserer unbemittelten KriegSinvaliden. Es ist eine durchgreifende Revision der Reichsver-
,Verzeihen Sie mir, Vater Werneck, wenn ich fast so gegangen wäre! Bedenken Sie aber mit welch' frohen Hoffnungen ich hierher kam und tote grausam das, was ich hier fand, dieselben zerstörte. Wen» ich nur wüßte warum sie mich flieht, warum fie mir das anthu» konnte? Sie mußte totff en, daß meine Eltern fie willkommen heißen würden, also kann das nicht die Ursache fein. Was sonst aber? — Werneck, — Sie sollen Ihrem Worte nicht untreu werden. Ich habe mich nicht verpflichtet, und so kann mh auch Niemand wehren, alles daran zu setzen, die Geliebte zu suche» und zu finden und, wen» ich fie gefunden habe im Triumph« heimzusühre» !* *
Die alte Margret lachte bei diesen Worten über das ganze Geficht. Sie hatte fich nach und nach so durch das Zimmer geschoben, daß fie schließlich hinter dem Stuhl zu stehe» kam, in welchem fich Werneck niebergelaffeu hatte.
818 Georg nun schwieg, bemerkte er, daß ihm die Alte allerhand mystische Zeichen machte.
So ernst die Situation, waren die Bewegungen Margrets so komisch und ihre Bemühungen ihm allerhand begreiflich z» mache», wobei fie ihre Augen bald verdrehte, bald zudrückte, lautlos mit den »elfen volle» Lippen Worte formte, die er nicht verstand, so eifrig, daß er fich kaum eines Hellen Lachens erwehren konnte. Als er noch immer nicht begriff, wachte fie ihm schließlich ein Zeichen, daß fie draußen ans ihn roarte, Nun verstand er und befriedigt nickte fie mit dem grauen, glattgescheitelten Kopfe und verließ das Zimmer.
Draußen wartete fie, bis Georg fich verabschiedet hatte. Wie zufällig au ihm vorüberstreifend, als er durch de» Flur kam, drückte fie ihm ehren Zettel in die Hand.
sicherungsgesetzgebung, in erster Linie deS sogenannten Klebegesetzes, in Bezug auf die Vorschriften über die Verwaltung und Beittagsleistung vorzunehmen; die Verwaltung ist überall zu verbilligen, damtt ohne Erhöhung der Beiträge u. A. auch die Altersgrenze für die Erlangung der Altersrente derabgesetzt werden kann. Die Ansammlung zu großer Kapitalien bei de» Veificherungsanstatten ist einzuschränken. Die sozialdemokratische Partei ist mit allen Mitteln bedingungslos zu bekämpfen; insbesondere ist mit allen staatserhaltenden Parteien in der Abwehr der aus die Abschaffung des Privateigen- thurns, des ChristenthumS und der Ehe gerichteten Bestrebungen zusarnmenzugehe». Es sind alle Maßnahmen kräftig zu fördern, welche, wie der Bau von Arbeiterwohnungen, die Bildung von kleinen Land- stellen, bie Errichtung von Volksheilstätten, die Schaffung von Einigungsäwtem für Lohnstteitigkeiten, bie direkte Betheiligung der Arbeiter bei Lösung bei Ausgaben der Arbeiterschutzgesetzgebung geeignet sind; die Lage der arbeitenden Klaffen wirksam zu verbeflern.
Der Krieg der Vereinigten Staaten mit Spanier»
Der Korrespondent der „Times' auf Manila telegraphirt von Hongkong aus über eine Unterredung mit Admiral Montojo. Dieser habe ihm mitgetijeilt, er habe in bet Schlacht bei Cavite nach 21 /2 ftünbigem Gefecht den Befehl gegeben, die Schiffe anzubohren unb freizugeben. Admiral Dewey habe darauf das Feuer eingestellt und bei den Forts um die Ermächtigung nachgcsncht, die brennenden Schiffe zerstören zu dürfen. Montojo habe erwidert, die Schiffe seien der Gnade DeweyS überlaffe», dieser möge thun, tote ihm beliebe. Die Amerikaner hätten daraufhin das Feuer wieder auf genommen und so lange geschaffen, bis bas spanische Geschwaber vernichtet wat. Sonbann habe Dewey eine Botschaft an Montojo gesandt, in welchem er diesem die Hand bietet und wegen seiner Tapferk.it beglückwünscht. Montojo labet die Verantwortung für bie Niederlage auf die Madrider Regierung. Er habe beffete Schiffe gefordert, er habe keine Torpedoboote gehabt mit Ausnahme einiger weniger, die er selbst mit mangelhaftem Material konstruirt habe.
Nachdem die telegraphische Verbindung mit der Bai von Manila wiederhergestellt ist, hat Marinesectär Lang folgende Depesche des Admirals Dewey erhalten: Seit meiner letzten Depesche ist die Lage wenig verändert. Die von den vernichteten spanischen Schiffen erlangten Gewehre und die Munition aus dem Arsenal von Cavite habe ich auf unseren
Nun kam Georg das volle Verständniß für der alte» Margret Zeichensprache. Er hätte aufjubeln mögen, begnügte sich aber mit einem feste» Händedruck, der seinen Dank bekunde» sollte, aber so kräftig war, daß Margret »och Tage nachher behauptete, der junge Graf habe ihr die Knochen entzwei gedrückt.
Im lauschigen Wald, von niemand beobachtet, liefe Georg sein Pferd langsam gehen, um mit mehr Ruhe die wunderlichen Schriftstücke lesen zu können, die Margret, die offenbar besser mit dem Kochlöffel unb der Stopfnadel, als mit der Feder umzugehe» wußte, in aller Eile verfertigt hatte.
„Das Kind,' so lauteten die Zeile», „hat mir nicht verdichten, zu serrahten, wo so pletzlich ihre Reyse hi» sollte gehen. Hat fie gemeint, alte Margret mürb» nicht merken, wenn die lieben Auchen roht find vom weihnen. O, die alte Margret hat gute Auchen und Ohren, und so hat fie gehört, wie der Herr unserm armen Kind vorgestellt hat, daß e» nie Frau Gräfin werden könnt. Seh ich ja nicht ein! Jst's nicht ein schenes, sauberes Kind? Und weil die Margret auch jung war und weiß, wie die Liebe dhut, hat ihr das Herz weh gedahn bei dem Kummer und fie hat fich vorgenomme», dem Herrn Grasen zu feggen, daß das Kind fiehle, sichle Meihlen von hier zu der Frau Bas Veronika gangen iS, was ist des Bürgermeisters Frau in der großen Stadt B. — So, das währe gedahn, Herr Graf. Ferrathen Sie mich alte Frau nicht, und fiel Gluck auf den Weg!'
Mit einem wunderlichen Gemisch von Rührung und Genugthuung hatte Georg zu Ende gelesen; nun stieß er einen Jubelruf aus, dafe sein Fuchs vor Schreck einen Sctteusprung machte und er Mühe hatte, da» scheue Tier zu beruhige».
Transportbampfer bringen lassen. Ich halte eine enge Blockade aufrecht.
Aus Hongkong wird telegraphirt: Manila den ft nicht an die Uebergabe. Die Garnison beträgt 25 000 Mann. Es herrscht eine große Erbitterung gegen bie Gnglänber, ba der Verdacht vorliegt, der englische Dampfer „Esmeralda' habe daS amerikanische Geschwader gelotst. Vor Manila liegen zwei deutsche, zwei englische, ein französisches und ein japanestscheS Kriegsschiff. Die Aufständischen marodiren in den Dörfern. — In Martinique erwarteten zwei Transatlanter mit Kabeln das s p a n i s ch e Geschwader, bat* gestern weiter gehen sollte. Vor Portorico, nach 24 Stunden Fahrt, harrt ihrer das Gro» des ihr überlegenen feindlichen Geschwaders unter Sampson.
Das Marinedepartement in Washington erhielt folgende Depesche de» Admiral» Sampson aus St. Thomas vom 12. Mai. „Ein Theil des unter meinem Befehle stehenden Geschwader» traf heute bei Tagesanbruch vor San Juan de Puerto Rico ein. Im Hafen wurden keine in Dienst gestellten feindlichen Schiffe angettoffen. Sobald es genügend hell geworden war, begann ich den Angriff auf die die Stadt ver- tfeeibigenben Batterien. Der Angriff war drei Stunden im Gange und richtete bei den Batterien und auch in dem den Batterien benachbarten Theile der Stadt vielen Schaden an. Die Batterien erwiderten unser Feuer, jedoch ohne wesentliche Wirkung. An Bord der „New Bork' wurde ein Mann getödtet und auf dem gefammten Geschwader sieben Mann leicht verwundet. Kein Schiff ist ernstlich beschädigt. Sampson.'
Das Transportschiff „Gusfie', welches am 10. Mai mit 2 Kompagnien amerikanischer Soldaten an Bord von Tampa nach Cuba in See ging, setzte dieselben am 12. Mai in Cabanas nach heftigem Widerstand an Land. Die „Gusfie' traf nach einer Fabrt bei schlechtem Wetter an der Küste von Cuba zwei amerikanische Hilfskanonenboote. Al» darauf alle drei Schiffe sich dem User näherten, eröffnete eine starke Abi Heilung spanischer Soldaten das Feuer, welches die Kanonenboote erwiderten, während da» ExveditionskorpS sich zur Landung anschickte, worauf bas Gefecht am Ufer fortgesetzt würbe. Die Spanier, welche fich hinter Verschanzungen im Gehölz zurückgezogen, feuerten ununterbrochen, ohne jedoch zu tteffeu. Unterstützung erhielt das Expeditionskorps durch Insurgenten, welche von der Annäherung des LandungS- korps unterrichtet waren. Nach einiger Zeit zogen sich bie Spanier unter gleichzeitigem Feuer der amerikanischen Truppen unb der Insurgenten zurück. Ein Mann des Landungskorps wurde bertounbet. Die Verluste der Spanier find unbekannt.
Der Madrider „Matin'-Berichterstatter kennzeichnet die dortige Sage folgendermaßen: Die
„Sei dreifach gesegnet. Du altes Hausinventar! Du sollst in Gold gefaßt und von uns Kindern verwöhnt und verhätschelst werden ob des VerratheS, den Du heute begangen, Du beste, treueste aller Seelen!' sprach Georg laut vor fich hin. „Nun aber zu ihr, zu meinem leuchtenden Lied, zu meiner Dora!'
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Moudega hatte endlich die Absicht ausgesprochen, den Bünshof zu verlaffen; endlich schien es Eindruck auf ihn zu machen, daß man seiner längst überdrüssig geworden war und ihm nur mit gezwungener Höflich- kett begegnete. Er hatte e» oft mtt Zähneknirschen beobachtet, doch konnte et fich nicht entschließen, zu gehen, ehe er nicht nach der einen oder anderen Sette hin seine Zukunft ficher gestellt hatte. Nun war dies geschehen, freilich auf andere Weise, als er dachte, aber vielleicht »och sicherer, »och günstiger. Hauptsache war ihm, daß er seine kostspielige» Liebhabereien weiter betreiben konnte. Freilich war Juanita keine bequeme Fran. Sie haßte ihn nicht nur, sondern fie verleugnete auch in keiner Weise ihre Verachtung, den Ekel, den fie vor ihm empfand.
Was scherte ihn jedoch dies alles? Geld, Geld war feint einzige Losung, unb um sich dieses zu verschaffen, schreckte er vor keinem Mittel zmück.
Zu jenen Existenzen gehörend, die man nicht nur als verfehlt, sondern geradezu verloren bezeichntt, war es ihm mit Hilfe eines äußerlichen Schliffe» und einer guten Portio» Keckkhett geglückt, fich in die gute Gesellschaft der Residenz einzuschmuggel». Wo her er kam, was er getiieben in feinem Vaterlande, kümmerte niemand. Er hatte Georg Bünau als Schild, und diesen wußte er so zu drehen, daß ihm niemand zu Leibe rücken konnte.
(Fortsetzung folgt)