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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

A«cku«dverlas: Joh. Allg. Koch, Universitäts-Buchdruckerei in Marburg. IV* 3 verantwortlich für die Stebdttow: Redakteur M. Hartmaua in Marburg.

Expedition: Markt 21. - Telephon 5S. Redaktion: Markt 21. - Telephon 55.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge­spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

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Sonnabend, 14. Mai 1898.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition diese« Blattes, di« Annoncen- Bureaux von Haasenstein & Bögler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde­burg, Wien: Rudolf Mosie, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 6. L. Daube & Co., Frankftrrt a. M., Berlin, Hannover, Paris x.

33. Jahrg.

Der Krieg der Vereinigten Staaten mit Spanien.

DieNordd. Allgem. Zig." schreibt in hervor­

ragendem Druck:Amerikanische und deutsche Blätter habe» kürzlich berichtet, daß Se. Majestät der Kaiser i» einer Unterredung mit dem Botschafterder

gereinigten Staaten in Berlin die An-

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nähme, die kaiserliche Regierung sei von unfreundlichen Gefühlen gegen Amerika beseelt, zurückgewiesen haben soll. Wie wir erfahren, hat eine solche Unterredung nicht stattgefunden und beruhen daher die darüber gemachten Angaben auf freier Kombination. Seine Majestät der Kaiser dürste e8 um so weniger für erforderlich erachtet habe», die ihm zugeschriebenen Berficherungen abzugeben, als die Amerikaner nach den von deutscher Seite seit Beginn des Krieges wiederholt und zuletzt noch feierlich in der Thronrede vom 6. Mai abgegebenen Erklärungen über den Charakter unserer strikten, vollkommenen und loyalen Neutralität nicht in Zweifel fein können. Dies fei and) solchen englischen, französischen und öster­reichischen Blättern gesagt, die sich bemüht zeigen, Regierung und öffentliche Meinung des Deutschen Reichs als parteiisch gegen den Präsidenten und das

Boll der Bereinigten Staaten hinzustellen. Die kaiserliche Politik hat Ausprnch auf daS Vertrauen, daß sie die mehr als hundertjährige Freundschaft zu dem Staatswesen, in dem Millionen deutscher Lands­

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leute eine zweite Heimath gefunden haben, nicht ohne zwingende Gründe stören lassen wird."

j\ Zum Gange der Kriegsaction selbst steht wohl nach Rückkehr mehrerer spanischer Kriegsschiffe folgendes fest: ein Theil der spanischen Kriegsflotte hat durch Aufgeben einer geplanten Unternehmung eine Unsicherheit in die Kriegsleitung gebracht, die beim Kriegführen stets vom liebel ist; die spanische Kriegsleitung hat zur Durchführung ihrer Operationen diel Zett verloren, und nebenbei ist durch das Um- herfahren im Ozean ein starker Kohlenvorrath zu regiftriren, der bei der jetzigen Situation Spaniens *on nicht untergeordneter Bedeutung ist. Wenn es auch jetzt in der Absicht der spanischen Kriege leitung liegen sollte, die sämmtlichen in den heimischen Ge- ßsäfferu befindlichen Schiffe zu vereinigen und über bet Ozean zu senden, so würde, wenn Spanien zu

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dieser Rüstung überhaupt noch die Kraft hat, mindestens ein halber Monat vergehen, bis die Flotte vor West- inbicH oder an der Küste der Union erscheinen könnte. Daun würde ein ähnlicher spannender Moment von größerer Tragweite eintreten, der jetzt zum Austtag hätte kommen können. Der amerikanischen Kriesleitung ist dieser Moment das Zusammen­stößen der Flotten und das Niederrennen der spanischen Schiffe allerdings jetzt entgangen, und dies wird

von ihr theilweise bedauert werden, der Ersolg wäre aber immerhin nur ein Theilerfolg gewesen. Wenn somit auch durch das jetzt eingcttetene Verhältniß die unbedingte Herrschaft der Uniousflotte auf dem Ozean noch nicht auf die Dauer ausgekämpft ist, so ist sie auf allermiudestens einen halben Monat ausgesprochen. WaS kann aber innerhalb dieser langen Zeit alles geschehen! Vor allem wird das bisherige Erwarten uttd das Aufsuchen der spanischen Flotte für die Führer der Unionsflotte eine höchst lehrreiche Vorbereitung s- schule gewesen sein, die keineswegs gering anzuschlagen ist, wenn man auch in noch so hohem Grad die theorettsche Ausbildung der Unions-Seeoffiziere an- schlägt. Der zweite Vortheil des Zeitgewinns besteht darin, daß die Unternehmungen gegen Puerto Rico und gegen Cuba mit größerer Kraft und planvoller durchgeführt werden können. Wenn es auch zweck­los ist, über die Operationen gegen diese beiden Inseln Pläne zu durchdenken, so wird man doch auf den Werth des Besitzes der Häfen von S. Juan und Guanica auf Puerto Rico hingeleitet, den diese der Uniousflotte als Basis ihrer Beobachtung see­wärts bieten würden. Wir disponiren daher wohl nicht zu weit, wenn wir die Forcirung und die Sicher­stellung dieser Häfen von Puerto Mco als das nächste Ziel der Seestrettkräfte der Union bezeichnen. Einem solchen planvollen Vorgehen würde die Sicherung der eigenen Küsten derjenigen im Süden durch Statiooirung einer entsprechenden Flotte bei Key-West und die fortschreitende Vorbereitung zur Unternehmung gegen Cuba nebenher gehen.

In der Angelegenheit der nach auswärts von Washington aus verbreiteten Nachricht von einem Dynamitattentat wird nunmehr ans Washington gemeldet, dieses Gerücht sei darauf zurückzuführen, daß auf der Analosta-Jnsel gegenüber Washington eine große Menge Explosivstoffe gesunden worden ist, welche Professor Monroe von der Colombia-Universität zur Anstellung von Experi­menten dorthin gelegt hatte. Von einem beabsichtigten Attentate kann daher keine Rede sein.

Bei Cardenas fand am 11. Mai Nach­mittag ein Gefecht statt, welches eine Stunde dauerte. Der KreuzerWilmington", das Hilfs­kanonenbootHudson" und das Torpedoboot Winslow" liefen in den Hafen ein, um die dort befindlichen spanischen Kanonenboote anzugreifcu; sie bekamen dieselben aber erst zu Gesicht, als die spanischen Batterien zu feuern begannen. In diesem Augenblicke kamen spanische Kanonenboote heran und feuerten ebenfalls auf die amerikanischen Schiffe. DerHudson" brachte die Leichen von vier Ge­fallenen, darunter ein Fähnrich, sowie fünf Ver­wundete, darunter ein Offizier, nach Key - West. Sämmtliche Gefallene und Verwundete gehören der Besatzung desWinslow" an. Bei dem Gefecht

konzenttttte sich das Feuer der Batterien der spanischen Kriegsschiffe auf das TorpedobootWinslow" dessen Kessel gesprengt wurde. Die Schiffe Hudson" undWilmington" ritten demWinslow" zu Hilfe; alle drei zogen sich sodann zurück.

DasNew-Aorker Journal" veröffentlicht eine Depesche von Fort de France (Martinique), lautend: Das amerikanische Geschwader, bestehend aus neun Schiffen, bombardirt gegenwärtig (am 12. Mai) San Juan de Puerto Rico. Eine uns inzwischen aus London zugegangene Depesche bringt die von Sanct Thomas kommende Meldung desStandard", das Bombardement San Juans habe am 12. d. M., Morgens um 5 Uhr, begonnen. Zwei spanische Schiffe sind zerstört. Es geht das Gerücht, San Inan habe sich nach 8 stündigem Kampfe ergeben. Der Hafen von San Juan de Puerto Rico liegt an der Nordküste auf der Linie von Spanien nach Cuba. Er hat Wasser genug für die größten Schiffe, doch ist die Einfahrt etwas schwierig und sind die Küsten der Insel im Norden oft starken Brandungen ausgesetzt. Nach der Waffer- nnd der ganz schmalen Landseite ist er durch etwas altmodische Befestigungen geschützt, deren Armirung wohl denselben geringes Werth wie diejenigen bei Manila haben werden. Der Hafen ist ein weites, geschütztes Becken mit einem engen Eingang, der leicht zu vertheidigen ist, und zwar durch das Cast, del Morro im Norden und Fort Cannelo im Süden. Hat eine feindliche Flotte diese enge Einfahrt forcirt, bann ist sie dem Feuer der südlichen Befestigungs- Werke von S. Juan, worunter das der Bastion St. Augustin, ausgesetzt. Der Hafen von S. Inan hat insofern eine große Verschiedenheit von dem­jenigen von Manila, als er einen Aufenthalt großer Schiffe nur im Bereich der Küstengeschütze gestattet, womit die Nothwendigkeit verbunden ist, dieselben zum Schweigen zu bringen.

Umschau.

Zur Berathung der Frage, betreffend die stärkere Besteuerung der Maaren- Häuser, hat Finanzminister Fr. von Miquel jetzt eine Anzahl von Sachverständigen des Handels und Gewerbes, darunter Mitglieder des Aeltesten- kollegiums der Kaufmannschaft, die Vorsitzenden der großen kaufmännischen und inbuftrieeflen Ver­einigungen, sowie Vertreter der städtischen Behörden Berlins zu einer Konferenz auf Mittwoch, den 18. d. M., laden laffeu. In der Konferenz sollen der Antrag Brockhausen, bett, die Be­steuerung der Waarenhäuser und Versandtgeschäfte, sowie die Petitionen Fischer-Görlitz, welche eine Ge­meinde - Umsatzsteuer auf großkapitalistische Unter­nehmungen im Detailhandel und Gewerbe befür-

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tomtc nicht sofort in das dennoch Ueberraschende ich finden und schwieg, während seine Hände zitternd ! dos Meffer schloffen, wtt dem er soeben den Bast ge-

rirdand.

Vater Werueck, haben Sie keine Antwort fir mich? Es kann Ihnen ja kein Geheimniß ge- blieben sein, was mich erfüßt; ich habe vom ersten Tage an keinen Hehl daraus gemacht!" rief Georg, schmerzlich bewegt.

Da raffte sich der alte Manu auf.

Lassen Sie un8 hineingehen, Herr Graf, hier ist richt der Ort"

Georg wußte genug. Bis in die Lippen erblaffend, sammelte er:

Warum, Vater Werueck, warum verweigern Sie ®ir Ihre Dora?"

Ich nicht, bei Gott, lieber Sohn, ich »icht»

Wer sonst hat noch ein Wort darein zu reden?

sprechen Sie doch, Sie quälen mich über die «aßeu"

Dora selbst

Georg athmete erleichtert auf und neuer Lebens- sti), neue Hoffnung kehrte in sein Herz zurück, daS ich so krampfhaft unter diesem Schlage zusammeuge- hatte.

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schnitten hatte, der das Rosenstämmchen mit dem Stabe j 86 -

(Nachdruck verboten.)

Getrennte Sterne.

Roman auS der Gesellschaft von H. Waldemar.

(Forlsesmlg.)

Der alte Herr, obwohl er feit des jungen Grafen Ankunft darauf vorberettet zu sein glaubte, verrieth doch Georg's Gesicht, fein Blick eine Sprache, die selbst für Werneck unschwer zu verstehen war,

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O, Dora, ja, zu ihr! Gewiß, sie wird schmollen, daß ich zuerst mich an den Vater gewandt, anstatt mich ihres Jawortes zu versichern. Aber bedurfte es deflen, Vater Werueck? War nicht jeder Blick, jedes Wort von ihr mir eine Bestätigung dessen, was ich ersehnte, erhoffte, was die Ergänzung meines eigenen, innigen Gefühles ist? Sie wird nicht länger schmollen, wenn sie hört daß meine Eltern sie er­warten. Kommrn Sie, Vater Werueck, wir wollen die Liebste überraschen und dann sollen mir ihre Lippen bestätigen, was ihre Augen, diese prächtigen Augen, mir längst verrietheu."

Pastor Werueck, dem die Stimme versagte und der sich kaum auftecht erhalten konnte, so zitterten ihm die Knie, folgte wortlos dem Voranstürmenden der sich fiüchtig durch einen Blick überzeugte, ob der atte Herr auch nachkomme.

Georg stieß erregt die Thür des kleinen Wodu- zttnmers auf. Die Gesuchte befand sich nicht darin, wohl aber die Margret, des Hauses Fattotum und ehemalige Kinderwärterin, die nach der Pastorin Tod zur Haushälterin und Freundin des jungen Mädchens emporgerückt war.

Ihre klugen, hellen Augen ruhten forschend auf dem Eindringling, und als errathe sie, was ihn her­geführt, schlug die Hände zusammen und klagte:

Ach, das Unglück, das Unglück!"

Schweigen Sie Margret!" gebot der eben auch hinzukommende Pastor in einem barschen Zone, wie sie solchen nie von chm gehört hatte.

Sie blieb mitten im Zimmer stehen und starrte ihren Herrn sprachlos an. Dieser aber nahm nicht weiter Notiz von ihr, sondern wandte sich zu seinem Gast und sagte:

Wollen Sie mir in mein Studierzimmer folgen, Herr Graf ?"

Georg's heitere Stimmung war bei den Worten der Alten bereits verflogen. ES hatte sich seiner eine lähmende Furcht bemächtigt; er konnte nicht mehr daran zweifeln, daß irgend etwas geschehen war, was man ihm vorenthielt. Das Blut drängte sich ihm nach dem Herzen zurück, eS flimmerte ihm vor den Augen, und es brauste ihm in den Ohren, während er mit aller ihm zu Gebote stehenden Kraft die Schwäche, die ihn anwandelte, niederzukämpfen suchte. Dennoch konnte er nicht hindern, daß seine Stimme bebte, als er fragte:

Wo ist Dora? Hiß will ich sie sehen und spreche»; dann erfüHe ich Ihre Bitte. Frau Margret," fuhr er fort, in feiner Erregung unwillkürlich in den befehlenden Ton fallend, den er seinen Soldaten gegenüber ouschlug.Melden Sie mich erst dem Fräulein!"

Melden, Herr Graf? Hat sich waS zu melden! Wem denn? Dem verlaffeneu Stieglitz oder dem Peter, der oben in ihrem Zimmer fitzt, dm Kopf vängeu läßt und ben selbst die leckerste MUch mit Zucker, fein Leibgericht, nicht von des lieben Kindes Bett weglocken kann?"

Margret!" mahnte der Pastor.

Na ja, kann schon schweigen, wenu'S verlangt wttd, aber erfahren muß erS ja doch, wen» nicht heut so doch morgen."

Zum Donnerwetter," brach Georg, sich vergeffend, loS,waS soll dies Reden bedeuten? WaS was ist mit Dora?"

Eine namenlose Angst erfaßte ihn, sie raubte ihm fast alle Besinnung; nur das eine war ihm klar, daß man etwas furchtbares vor ihm verheimlichte. Hundert Möglichkeiten durchkreuzte» in rasender Schnelligkeit seinen Kops, aber keine einzige zeigte ihm die Wahrheit.

märtet, und deSBundes der Handel- und Gewerbetteibmden" zu Berlin zur Berathung ge­langen. Zu der letzterwähnten Petition liegt jetzt eine eingehende Begründung vor, in welcher die Be­seitigung der vierten Klasse der Gewerbesteuer, die Herabsetzung der dritten Klasse ans 100 Prozent, der Gemeindesteuer für Einkommen bis 3000 Mark auf 75 Prozent und des Einheitspreises für das zur Beleuchtung von Läden, BureauS und gewerbliche» ArbeitsstSttm dienende Gas auf 10 Pfennig ver­langt wird. ____________

ES gehört zu den Eigenthümlichkeiten des evangel. Christenthums, daß es eine stille, vor der Welt verborgene Wirksamkeit liebt. Auch auf dem Gebiete der Mission ist dies der Fall. Ober­flächliche Leute fällen deshalb über die evangelische Missionsarbeit und ihre Erfolge sehr häufig verkehrte Urtheile. Daß aber die stille, anhaltende Arbeit der evangelischen Missionare ganz gewaltige Erfolge auf­zuweifen hat, hat Herr Missionsinspettor Merensky in einem Vortrage, ben er am 2. Mai in einer Ver­sammlung des Evangelischen Afrikavereins gehatten hat, nachgewiesen. Wir entnehmen bemfelben nach dem Reichsboten folgende Angaben: Die vielgeschmähtt Zerrissenheit der evangelischen Kirche macht sich auf dem Missionsgebiete nicht bemerkbar, auf dem die verschiedensten Gemeinschaften Hand in Hand gehen. Sie kommen alle mit dem Neuen Testament. Wer die Methode der evangelischm Mission tadelt, kennt sie meist nicht. Trotz ihrer Einheit macht die katho­lische Kirche viel weniger Fortschritte in der Mission, als die evangelische. Von den 8 Millionen Nach­komme» der befreiten amerikanischen Negersklaven find 7 Millionen evangelisch geworden und nur 200000 katholisch. In der Kapkolonie hat die evangelische Mission 530000 evangelische Christen gesammelt und die katholische Mission böchstens 3000. Die Leute, die die evangelische Missionsmethode be­mängeln, wollen meist von dem Ziel der Mission nichts wissen: die Völker für Christum zu gewinnen. Sie wollen nur brauchbare Diener und Arbeiter haben und halten Industrie- und Handarbeitsschule» für genügend. Die Mission muß aber das Ziel, das Heil der Seele im Auge behalten. Für die technische Ausbildung mag der Staat sorgen. Das ost bezweifelte Verständniß für das Evangelium haben die Schwarzen durchaus, weil es ihnen in ihrer Sprache gebracht wird. Die evangelische» Missionare haben bereits 81 bis 90 afrikanische Sprachen durch anhaltende tteue Arbeit zur Schrift­sprache erhoben. Die heilige Schrift ober Theile betreiben sind in 66 bis 70 afrikanische Sprache» übersetzt. Außerbem ohne Madagaskar zu rechne» find 750 000 Schwarze zu christlichen Gemeinde» vereinigt und 140000 schwarze Kinder

Mein lieber, junger Freund," trat da Werneck an ihn heran, seine Hand fest erfaffend,Sie solle» alles wiffe». Erfahren Sie denn vor allem, daß Dora nicht mehr im Hause ist!"

Georg taumelte einige Schritte zurück. Ein un­artikulierter Laut kam über seine Lippen, die völlig farblos waren. Er legte die Hand über seine Augen und verharrte so einige qualvolle Sekunden regungs­los. Dann raffte er sich auf und ben Pastor mit verstörtem Blick anschauend, ermannte er sich so weit, um mit bitterm Lächeln sage» zu können:

Sie haben mich schwach gesehen, so gar nicht des Rockes tofirbig, ben ich trage, ich weiß es, aber, ba Sie es wiffen, was mich hierher geführt hat, werben Sie es vielleich begreiflich finden. . . . Dora fort! Wohin? Ist sie vor mir geflohen, »eil sie ahnte, daß ich diese Frage stelle» würde, die seit langer Zeit mir auf ben Lippen schwebte? Ist sie von mtt geflohen, weil sie sich burch Spott mir z» verrathe» fürchtete?"

Mtt Verlaub, Herr Graf," trat plötzlich Margret, bie eine stumme Zeugin biefer Auseinandersetzung ge­wesen, mit funkelnden Augen an Büuau heran,das Kind verspottet niemand, dazu ist fein Herz viel zu weich und gut, aber am allerwenigsten würde eS da spotten, wo eS so wahr und innig liebt!"

Margret, Margret, Sie Liebe, Gute, Brave!" rief Georg erfreut.Wie baute ich Ihnen für dieses Wort! Ach, ich wußte es ja, ich konnte mich nicht in meiner Dora täuschen. Sie liebt mich! Ich werde allen Widerstand Wegen mit dieser Kenntniß! Sie, Herr Pastor, sind jetzt allein imstande, nn8 zu unserem Glück zu verhelfen."

Ich?"

Jawohl, Sie! Sagen Sie mir, wo ich Dora sinde» kann!" (Fortsetzung folgt.)