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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.
Jllustrirtes Sonntagsblatt. te"’**
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Trschekit täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartals-Äbonnements-Preis bei der Expedition 2 Ml., bet allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr i die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen; die Zeile 25 Psg.
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Mittwoch, 11. Mai 1898.
Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-
Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magd«» qq CYnFiTrt bürg, Wien: Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 00. xjUlJiy.
C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris x.
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Der Krieg der Vereinigten Staaten mit Spanien.
Der am 8. Mai ausgegebene Pariser „New-Mrk- Herald" veröffentlicht von seinem Berichterstatter beim »stafiatischen Geschwader folgende Darstellung der Seeschlacht bei Cavite: Am 1. Mai bei Tagesgrauen drang das Geschwader des Commodore Dewey in die Bucht von Manila ein. Die amerikanischen Schiffe hielten folgende Reihenfolge: Olympia, Baltimore, Pettal, Covcord, Boston. Das Flaggschiff Olympia Ivar bereits über lx/2 km über die Insel Corregidor hinaus, als der erste Schuß gelöst wurde. Das Geschoß flog über die Raleigh hinweg. Die Olympia «minderte ihre Schnelligkeit. Ein zweiter Schuß von der Insel wurde von der Raleigh, der Olympia und der Concord erwidert» deren Geschosse aus der spanischen Batterie platzten und sie zum Schweigen brachten. Unser Geschwader verminderte seine Geschwindigkeit noch weiter, und die Mannschaften durften sich an den Geschützen zur Ruhe legen. Commodore Dewey zog die Fahrt so hin, daß wir etwa 5 km 88« Manila waren, als eS Heller Tag wurde. Die americanische Flagge wehte über unfern Häuptern auf allen Masten. Wir bemerkten die spanische Flotte. Die Flagge des Admirals Montojo wehte auf der Reina Maria Christina, neben letzterer lag der Kreuzer Castilla. Weiter in der offenen Bucht lagen die Schiffe: Don Juan de Austria, Don Antonio de Ulloa, Isla de Cuba, Isla de Luzon. Marques del Duero, General Lazo. Alle diese Schiffe setzten sich in Bewegung und manövrirteo «ährend der ganzen Dauer der Aktion. Unsere Schiffe fuhren mit einer Schnelligkeit von 15 km in der Stunde näher an Manila, wo der Kampf von drei Batterien begonnen worden war, die stark genug waren, uns auf 5 km zu beschießen. Die Concord erwiderte das Feuer, doch ohne Nachdruck, da wir nicht »ach dieser Richtung schießen konnten ohne Gefahr, in der Stadt Tod und Verheerung anzurichteu. Indem wir näher an Manila herankamen, platzten an dem Bug unseres Admiralschiffes Olympia zwei starke Torpedos. Es war 5 Uhr 6 Minuten. Die Spanier hatten sich über unsere Stellung getäuscht, denn weitere Torpedos platzten nicht. Es mag auch sein, daß di- Spanier nur zwei gelegt hatten. Einige Minuten später schossen die Baiterieeu, die sich auf der Landspitze von Cavite befinden, auf die Olympia, gleichzeitig mit den Batterieen von Manila. Tas Schießen war sehr rasch und die Geschosse fiele» in unsere Nähe. Unsere Mannschaften hatten ihre Kleider bis auf die Hosen abgelegt. Als die Olympia dem Lande näher war, platzte ein Geschoß über uns. Da rief der Obermaat: Remember the Maine! Die ganze Mannschaft wiederholte den Ruf bis in die Tiefen des Schiffes. Commodore Dewey und sein Stab
standen auf der vorder» Kommandobrücke. Das Kommando lautete: Schießen nach Belieben, und um 5 Uhr 42 Minuten eröffnete die Olympia das Feuer; die andern Schiffe fielen sofort ein. Gleichzeitig schossen die Spanier rascher und mit lesserm Zielen. Ein Geschoß platzte in unserer Nähe und zerstörte das Takelwerk über dem Kopfe des Kapitäns Lamberton, bei dem ich mich befand. Die Olympia war die Zielscheibe für die Spanier. Wegen unseres starken Tiefganges ließ Commodor Dewey das Schiff die Stellung ändern und legte sich parallel mit der spanischen Kolonne. Dann befahl er auf 4000 m von allen Seiten Feuer zu geben. Bald konnten wir uns überzeugen, daß unsere Geschosse die Lage der Spanier sehr peinlich machten. Eines ihrer Geschosse spaltete das Deck der Baltimore und verursachte die Explosion einer Kiste mit Munition, wobei 8 Mann verwundet wurden. Auch die Boston erhielt einige Beschädigungen. Um ein Ende zu Machen, beschloß der Commodore, sich dem Feind auf etwa 2000 m zu nähern. Auf diese Entfernung war die Wirkung unserer Geschosse beträchtlich. Bald befanden sich drei spanische Schiffe in Brand. Unsere Leute hatten gute Arbeü verrichtet. Commodore Dewey ließ eine kurze Frühstückspause wachen. Um 11 Uhr begann die Aktion von neuem. Die Spanier feuerten nur schwach. Kommandant Dewey ließ Raleigh, Boston und Petrel in die untere Reede einfahren, um die feindlichen Schiffe zu zerstören, was geschah. Bald bemerkte man nur noch an der Küste die gelbrothe Flagge. Das zuletzt verlassene Schiff war die Ulloa, die gleich den übrigen sank. Der an Admiral Tewey ergangene Befehl besagte, er solle das spanische Geschwader nehmen oder zerstören. Niemals wurden Weisungen vollständiger ausgeführt; den» nach Verlauf von fieben Stunden blieb nichts mehr zu thun übrig. Dewey hatte am Abend vor der Schlacht die Einzelheiten des Aktionsplans sestgestellt; der Plan wurde genau ausgeführt. Am Abend der Schlacht ließ der Commodore auf der Höhe vor Manila Anker werfen, und schickte an den Gouverneur die Botschaft, daß er Manila blokire; er fügte hinzu, wenn auf die amerikanischen Schiffe Feuer gegeben werde, so werde er die Batterien von Manila in Grund und Boden schießen lassen. Er bat auch, sich des Kabels nach Hongkong bedienen zu können, erhielt aber keine Antwort. Die Amerikaner hatten keinen einzigen Todten; nur acht Mann find leicht verwundet. Die amerikanischen Schiffe sind kampffähig geblieben und können jederzeit die Aktion wieder aufnehmen. Wenn es den Amerikanern gelang, ohne schwere Verluste an Menschenleben aus der Schlacht hervorzugehen, so ist dies ihrem Glück und dem mangelhaften Schießen der Spanier zu verdanken".
Ein anderes Telegramm von Hongkong, 7. Mai, lautet: Commodore Dewey war genöthigt, am Montag das Kabel zu durchschneiden. Aus den Akten, die
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(Nachdruck verboten.)
Getrennte Sterne.
Roman aus der Gesellschaft von H. Waldemar.
(Sottiegnng.)
SM, Kind," wehrte die alte Dame ihrer Tochter, »ich will gar nicht hören, was vorgefallen ist, sondern ermahne Dich vielmehr —"
.Nicht doch, Frau Gräfin, ich allein trug die Schuld, indem ich nicht ganz offen gegen Adrienne »ar, was fie mit Recht mir zum Vorwurf machte,
gimma • schelten Sie Adrienne nicht, fie ist unschuldig." paffend, 1 Die Gräfin drohte Jua leicht mit dem Finger,
simma. f ,Dn nimmst stets Adrienne's Partei, und bet»
"ßBMt - fte dadurch immer mehr."
tet I »Wie lange wird es dauern, dann kehre ich in Röblirt \ »ein Vaterland zurück, einsam, allein, und dann ist
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es mir nicht mehr vergönnt, ihr die Freundschaft zu beweisen."
Adrienne lachte spöttisch auf.
.Allein mit Deinem —* *
Der drohende, warnende Blick aus Jua's Augen ließ das unbedachte Wort unausgesprochen.
.Nun, darüber reden wir später. Geht jetzt zu Bett, Kinder, es ist die höchste Zeit."
Noch einmal küßte die Gräfin ihre Tochter und »ollte dasselbe auch bei Ina thun.' Diese wußte es zu verhindern, indem sie sich rasch über der Gräfin Jrene's Hand beugte und innig ihre Lippen ix»auf drückte.
Adrienne war in ihr Schlafgemach getteien.
Diese Gelegenheit benutzte die Gräfin, nm Jua w Eile zuzuflüstern:
„Morgen reist Mondega ab!"
» Die wenigen Worten verriethen, welcher Druck damit von dem zärtlichen Mutterherzen genommen ward. Ehe aber Jua darauf erwidern konnte, war die Gräfin hinausgeeilt, während die Zurückgebliebene die Hände faltete und, zu dem Sternenhimmel empor- blickend, flüsterte:
„Mein Gott, ich danke Mr!"
* *
*
Zur selben Stunde füllte fich das Cafe AnglaiS in der Residenz mehr und mehr mit Gästen. Der Herrschenden Gewohnheit gemäß versammetten fich hier die Herren aller Stände und Berufsarten, um bei einer guten Taffe „Schwarzen" oder „Melange," behaglich Zigaretten rauchend, über Gesehenes und Geschehenes zu plaudern.
Auch jene Herrn, die so ungeniert auf der Straße über Jua geurtheilt hatten, traten in das bekannte Lokal ein und nahmen an einem großen, runden Tische Platz, der offenbar für eine bestimmte Gesellschaft aufgehoben worden war, denn trotz des fich fühlbar machenden Platzmangels blieb dieser eine Tisch bisher unbesetzt.
Nachdem die Herren eingettcten waren und sich ihrer Ueberröcke entledigt hatten, näherte fich ihnen ser fie gewöhnlich bedienende Kellner, um nach ihren Wünschen zu fragen.
„Wenn die Herren jetzt nicht gekommen wären, hätte ich den Platz nicht mehr hatten können," sagte er mit Vertraulichkeit, die solche Leute gern annehmen, wenn sie längere Zeit bekannt find, die kleinen Schwächen ihrer Gäste h-rausgefunden haben und es verstehen, sie sich nutzbar zu machen.
„Wieso, Karl?"
er im Arsenal von Cavite vorgefunden hat, geht hervor, daß der Plan der Spanier darin bestand, in einer natürlich befestigten Stellung (Subic) die Schlacht zu liefern. Durch die Schnelligkeit seiner Bewegungen vereitelte Dewey dies. Admiral Montojo wurde verwundet. Auf seinem Admiralschiff fielen der Kapitän und 90 Mann, 6 wurden verwundet. Auf der Reina Maria Cristina wurden 150 getöbtet und 90 verwundet, auf der Don Juan 5 und 29, auf der Ulloa 4 und 50. Vom Dienstag meldete der britische Konsul in Manila die Lage sei sehr krttisch, die Stadt sei von der Seeseite und der Landseite eingeschlossen und Vorräthc seien nur für einige Tage vorhanden.
In den kommenden Kriegsereignissen dürfte die Insel Portorico eine hervorragende Rolle spielen. Die Der. Staaten haben bekanntlich die Absicht, sich dieser Insel zu bemächtigen, um der herrannahenden spanischen Flotte ihren Stützpunkt zu nehmen. Außerdem erwartet man, daß es in den Gewässern PortoricoS zu einer entscheidenden Seeschlacht kommen werde. Eine Depesche aus Port au Prince meldet, daß der amerikanische Kreuzer „Montgomery", gegenwärtig das Vorpostenschiff von Sampsons Flotte, am 8. d. M. Abends einen großen spanischen Kreuzer auf der Höhe von La Tortue an- traf und ihn sogleich angriff. Eine lange Jagd begann, beide fuhren in voller Elle in der Richtung nach der cubanischen Küste. Der „Montgomery" suchte das Schiff an Sampsons Flotte heranzudrängen. Man glaubt, die spanische Flotte sei in der Nähe und hält eine Hauptschlacht für wahrscheinlich. Nach weiter in Port au Prince eingelaufenem Bericht vom Kap Haiti wurde das Geschwader des Admirals Sampson in nördlicher Richtung bemerkt, ebenso wurden am 8. Mai 17 spanische Schiffe, von denen ein Theil Kriegsschiffe waren, in der Nähe von Portorico gesehen. In Kay - West eingetroffene deutsche Seeleute bestätigen, daß am Nachmittag des 8. d. starker Kanonendonner in nordwestlicher Richtung zu hören war.
Lissaboner Blättern zufolge pasfirte am 8. Mai Nachmittag eine weitere aus neun Schiffen bestehende spanische Flotte in Sicht von Kap Espichel südlich von Lissabon. Die Fahrt ging in südlicher Richtung. Der spanische „Kreuzer Isabella II." traf am 9. Mai früh in St. Thomas ein und ging nach Austausch von Mittheilungen mit dem spanische» Konsul wieder in See. Der Bestimmungsort des Schiffes ist nicht bekannt.
Nach einer Depesche der „New • 2)ork Tribüne" ans Washington traf dort Sonntag Abend der bisherige Gesandte in Madrid, Woodford, ein und begab sich sofort nach dem Weißen Hause, wo ihn Präfident Mc Kinley sehr fteundlich empfing. Es heißt, Mc Kinley habe sich dahin entschieden, die Landung von Truppen auf Kuba um eine Woche zu verschieben. Oberst Acosta kehrte aus Kuba nach
„Nun, das Lokal ist heute überfüllt, wir haben schon das Lesezimmer dazu nehmen müssen; der Abschied der Lori hat viele Leute auf die Beine gebracht."
„Natürlich. Bringen Sie drei „Schwarze", oder wollen Sie Mölange, Baldenstein?"
Der Angeredete, der damit beschäftigt war, langsam seine Handschuhe auszuziehen, und in tiefe Gedanken versunken schien, fuhr empor.
„Wie meinten Sie, Sprenger?"
„Ra, wo weilen Sie denn »ft Ihren Gedanke»? Bei der Lori? Aber, nein, das Feld ist Ihnen ver- schloffen, wenn auch nicht ein anderes, vielleicht noch lieblicheres —"
„Schwarz, Karl!" unterbrach Baldenstein seinen Begleiter und Kollegen. Es war ihm peinlich, vor dem Kellner nur erwähnt zu hören, daß es ihn zu der reizenden Marianne hivzog.
„Verbrennen Sie sich nicht die Finger, Sprenger!" lachte der dritte Herr, Banquier Laufen. „Mit Baldenstein ist nicht gut Kirschen essen, wenn feine Flamme in Frage kommt."
„Ich habe Ihne» schon einmal gesagt, Laufe», daß ich meine Beziehungen zu Baronesse Dettmar wenigstens in meiner Gegenwart nicht auf diese Weise besprochen sehe» will. Das junge Mädchen steht viel zu hoch, als daß ich irgendwie Ihre gewöhnliche An, über solche Sachen zu rede», auf sie angewendet sehen möchte."
Lausen legte sich in seinen Stuhl zurück, Hemmte das Monokel in das rechte Auge und musterte ungeniert die anwesenden Damen, während er, mit seiner Uhrkette spielend, hinwarf:
„Ach was, wie weit man den unschuldigen Mienen flauen darf, sieht man an Bünau'S Besuch 1 Donner
Tampa zurück und berichtet, die Insurgenten feien halb verhungert, schlecht bekleidet und ohne Munition, also werthlos für einen Feldkainpf.
Wie aus Chickamanga gemeldet wird, werden 40 000 Freiwillige baldigst angeworben und mobilisirt werden. Damit würden, Me schon vorhandenen 10 Regimenter regulärer Truppe» eingerechnet, die Gesammtstreitkräste auf 50 000 Mann gebracht werden. In K e y - W e st ist das gelbe Fieber ausgebrochen.
Nach eingegangenen Berichten haben sich die m Manila lebenden Deutschen, auch der deutsche Konsul Dr. Krüger, an Bord des vor Manila liegenden Kreuzers „Irene" begeben.
In Spanien dauer» inzwischen die Ruhestörungen fort. Die Ruhestörer plünderten am 8. Mai das Rath Haus in LinareS, verjagten mit Revolverschüssen die vachdringende und feuernde Gensdarmerie und setzten ein heftiges Feuer fort. 12 Personen wurden getöbtet und 50 verwundet. Gleiche Unruhen werden auS Cadiz, Albacete und Marios gemeldet.
Die Amerikaner scheinen inzwischen von de»Spaniern schon etwas abbekommen zu habe», beim ein unS zugehenbes Telegramm ans Kay-West meldet vom 9. Mai Abends: „Zwei amerikanische Kriegsschiffe fahren langsam auf Kay-West; sie scheinen schwer beschädigt".
Umschau.
Die „Berl. Pol. Nachr." schreiben: „Angesichts der Thronrede, in welcher der Thätigkeit des Reichstags so volle Anerkennung gezollt wird, erscheinen die neuerdings immer wieder in die Welt gesetzten Märchen über angebliche schwarze Pläne der Regierung in Bezug auf das Reichstagswahlrecht geradezu lächerlich. Es handelt sich dabei offenbar um Wahlmanöver der durchfichtigsten Art. Selbstverständlich entbehrt die Mittheilung, welche der Abg. M ü l l e r - F n l d a in dem Wahlausschuß der Centrumspaitei für de» Regierungsbezirk Cassel dahin gemacht haben soll, daß ein neues Reichswahlgesetz im vorigen Sommer bereits ausgearbeitet gewesen sei und bei einer entsprechenden Zusammensetzung des Reichstages eingebracht werden solle, jeder thatsächlichen Unterlage. Dasselbe gilt von der daran geknüpften Behauptung der „Freis. Ztg.", daß es sich dabei darum bandle, zwei Drittel des Reichstages aus Wahlen der Landesvertretungen und nur das letzte Drittel auS solchen nach dem geltenden Reichstagswahlrecht hervorgehen zu lassen."
Man nimmt in gut unterrichteten parlamentarischen Kreisen an, daß die E r l e b l g u n g der noch aus- stehenbeu LaubtagSvorlagen, insbesonbere
weiter, wer Hütte geahnt, baß bie unnahbare, sich so ein gewiffes hochmüthiges air gebende Brasilianerin schon ihren Meister gefunden hat! Und dieser Mondega, dieser Schlauberger, geht hier umher, verkehrt mit ihr, als kenne er sie nicht. ES ist ja zum Todtlache», wenn man fich nicht darüber ärgern müßte, daß die zwei sich erfrechten, bie ganze Gesellschaft zu nasführen. Wenn Sie's nicht gesagt hätten, Sprenger, weiß Gott, ich glaube an Mystifikation!"
Sprenger rührte angelegenlich in seiner Taffe. Bei seines Freundes Worten zuckte er nur bie Achsel.
.Ich habe nur wieberholt, was mit Mondega selber gesagt hat. Verbürge» kann ich nichts."
„DaS heißt mit anderen Worten: da er vorher schon salches Spiel getrieben, ist ihm auch darin nicht zu trauen!" bemerkte Laufen, richtete fich plötzlich auf und rief: „Dakommen Dony undBüvan dnrch's Lokal; sie muffen ja am besten totff en —"
„Guten Abend, meine Herren," sagte Georg näher tretend. „Haben Sie meine Eltern und die beiden Dame» nicht gesehen? Wir hatten verabredet, uns hier zu treffen."
Bgtein. Ihre Schwester und deren Freundin sind nicht so leicht zu übersehen."
Georg lachte.
„Allerdings, Juanita erreg: Überall Aussehen. — Willst Du schon wieder fort, Ewald?" fragte er, als er sah, daß dieser keine Lust zu haben schien, dem Kreise fich anzuschließen.
„Ich habe »och weitere Verabredung, Georg. Laß Dich nicht stören!"
Dony reichte dem Freunde die Hand, legte, gegen bie anbern gewandt, zum Gruß die Rechte an bie Mütze und schritt wieder hinaus. (Fortsetzung folgt.)
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