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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

Voukund Berlag: Joh. Aug. Koch, Univrrsltäts-Buchdruckerei in Marburg. Brrantwortlich für die Rrdakti«: Redaktmr M. Hartmann in Marburg.

Expedition: Markt 21. - Telephon SS. U ft 4 VW VVHUIWIJVVWH» Redaktion: Markt 21. - Telephon 56.

M 107

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. QuartalS-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge­spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.^Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

Markurg

Sonntag, 8. Mai 1898.

Anzeigen nchmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncm-

Bureanx von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magd«- r>o

bürg, Wien: Rudolf Moffe, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; OO. ^aglg.

6. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris re. _

Dank des Sohnes und den Dank seiner Kaiserlichen Mutter für den Entschluß zur Errichtung eines Denk» mals für seinen Vater auszusprechen. Die heim­kehrenden Herren würdm die Ueberzeugung mitnehme«, daß der Kaiser und seine Räthe redlich bemüht seien.

Der Reichstag

P gestern in Berlin, Vormittags 10 Uhr, von Sr. Majestät dem Kaiser im Weißen Saale des König­lich« Schloffes mit folgender Thronrede entlassen morden:

Geehrte Herren! Die erste Legislaturperiode des Reichstages, welche dm vollen fünfjährigen Zeitraum umfaßt hat, liegt hinter Ihnen. Dieselbe ist ftucht- bar gewesen an gesetzgeberischen Erfolgen, die znr Macht und Wohlfahrt des Vaterlandes dauernd bei» tragen werden. Ihrer beharrlichen, unausgesetzt auf das hohe Ziel gerichteten Arbeit ist eS gelungen, das große Werk des gemeinsamen bürgerlichen Rechtes vor dem Ende der Legislaturperiode zum Abschluß zu bringen. Damit ist durch vereinte Thättgkeit der verbündeten Regierungen und des Reichstages dem deutschen Volke ein kostbarer Besitz gewonnen, der ihm im Lause einer tausendjährigen Geschichte noch nie­mals vergönnt war. Das neue gemeinsame Recht wird ein neues, starkes Band um die deutschen Stämme schlingen. Eine einheitliche Rechtsordnung ist auch für daS militärgerichtliche Verfahren ge- schaffen, nachdem Sie einer den Anforderungen sowohl des hmtigen RechtSbewußtseins wie der Manneszucht entsprechenden Vorlage Ihre Zustimmung ertheilt habe».

Um die emste Aufgabe, Bürge des europäischen Friedens zu fein, wirksam zu erfüllen, bedurfte Deutschland der Verstärkung des Landheeres, die durch Ausnutzung seiner steigenden Wehrkraft gewonnen werden konnte. Durch Bewilligung der dazu nöthigen Mittel hat der Reichstag sich ein bleibendes Verdienst um die friedliche Sicherheit des Reiches erworben.

Mit hoher Beftiedigung erfüllt es Mich, daß Ich unter Ihrer patriotische» Mitwirkung erreichen konnte, unsere Flotte auf eine feste und dauernde gesetzliche Grundlage zu stellen. Indem der Reichstag die Bedeutung des FlottengesetzeS für unsere wirth- schaftliche Entwickelung und für die Stärkung unserer maritimen Wehrkraft anerkannte, hat er die Hand zu einem Werke geboten, welches die dankbare Würdigung kommender Geschlechter finden wird.

Die Finanzlage des Reiches hat in der »erslossenen Legislaturperiode, dem Aufschwung der wirtbschaftlichen Verhältnisse entsprechend, eine besonders günstige Entwickelung genommen. Das Verhältniß der Einzelstaaten zum Reiche hat zwar die von den »erbündeten Regierungen angestrebte organische Regelung bisher nicht gefunden, wohl aber ist es mit einer auf die Reichsstempelabgaben beschränkt gebliebenen Steuererhöhuug gelungen, die Matrikular- beiträge für die letzten Jahre thatsächlich in den Grenzen der den Einzelstaaten zu Gute kommenden St«erüberweisungen zu halten. Daneben find noch

(Nachdruck verboten.) Getrennte Sterne.

Roman aus der Gesellschaft von H. Waldemar.

(Fortsetzung.)

Ara bemerkte eS, aber sie hatte nicht die Kraft, sich dagegen aufzulehnen. Jnmttteu der Beifall sendenden Menge kam sie sich wie weltverlassen »n. Alles um sie her jubelte, lachte, freute sich, uxb ihr that das Herz so weh, sie fühlte sich todesun- glücklich. Sie wähnte sich unbeachtet, allein; alles schien nur Äug' und Ohr für die Vorgänge auf der 8i|xe zu haben, und doch war sie für einen Menschen im Theater der Punkt, um den sich all sein Denken und Fühlen drehte.

I« einer der benachbarten Sog«, von welcher «x8 es ihm möglich war, die Jnsasieu der Fremden­loge zu beobachten, hatte Ewald von Dony seinen Hlatz gefunden. Während die andern ihre Gläser »ach der Bühne richtet«, verwandte er kein Ange *« der blassen, stillen Gestatt der so heiß Ge­liebten. Er sah mit blutendem Hei?«, wie sie sich »«ändert hatte, er beobachtete die Thränen, die lang» sam an ihren Wangen niederrollteu und erfaßte das Leben ihr« Lippen, das Zttteru ihrer Hände.

Namenlose Wuth «faßte ihn gegen Mondega, dem er alle Schuld zuschrieb. Was mochte Jua bewogen haben, diesem Menschen anzugehörens Seine Gattin! Lr hätte ihn ze«eißen können mit seinen Händen, er hätte ihm die Beute abjagen mögen um jeden Preis. Aber drifte er es? Hatte sie ihm nicht selbst gesagt, daß sie M mit diesem Menschen versöhnt habe? Sah sie da­nach aus? Jetzt, in diesem Augenblick, mtt dem todes- ttaurigen Ausdruck in den früher so lebenslustig, ja, »bermüthig blitzenden Aug«?

zur Tilgung d« Reichsschuld belangreiche Bettäge aus dm Ueberschüsien bereitgestellt. Auf dem Gebiete des Post- und Telegraphenwesens ist durch Ihre Zu­stimmung zu den Washingtoner Weltpostverttägen eine Reihe wesentlicher Erleichterung für den inter­nattonalen und den ivu«en Verkehr gesichert; ferner durch die Bewilligung erheblicher Mehrmiitel eine namhafte Verbesserung der Telegraphen- und Fern- sprechanlagm, mit besonder« Baücksichtiguug der kleineren Otte und des flachen Landes ermöglicht worden. Die wirthschaftliche und soziale Gesetzgebung verdantt Ihr« eifrigen Mitarbeit eine Reihe wichtiger Ergebnisse, ivsbesondne ist, wie ich hoffe, durch das Gesetz über die Organisation des Handwerks der Boden geschaffen, auf dem dieser ehrenwerthe Stand durch kräftigeren Zusammenschluß feiner Glieder und durch geordnete Vertretung sein« Gesammt- intereff« neue Kraft gewinnen wird, den wachsenden Schwierigkeiten des großgewerblichen Wettbewerbes Stand zu halten.

Durch die Bewilligung erhöht« Beihülfen für die Postdampf«v«bindnng mit Ostasien trugen Sie dazu bei, unsere Verkehrsbeziehnngen mit Ländern, die für den Absatz unserer E^engniffe eine steigende Bedeutung erlangt haben, enger zu knüpfen und damit unsere haudelspolittsche Stellung daselbst zu befestigen. Der ftiedliebende Charakter Meiner aus- toäitigen Politik, welcher jede Beeinträchtigung fremder Rechte fern liegt, die ober für den Schutz bedrohter deutscher Interessen stets mit Nachdruck eintreten wird, findet seinen Ausdruck in dem guten Verhältniß, das zu Meiner Genngthuung zwischen dem Deutschen Reiche und allen Mächten besteht. Gegenüber dem zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten von Amerika ausgebrocheuen Kriegszustände bettachte Ich es als die Aufgabe Meiner Regierung, einerseits nach beiden Seiten hin den Pflichten unserer neutralen Stellung voll zu entsprechen, andererseits darauf hinzuwirken, daß die deutsche Schifffahrt und der deutsche Handel vor Behelligung und Schädigung nach Möglichkett bewahrt werden. Die Aktion, zu welcher Ich mich genöthigt sah, einen Theil Meiner Kriegsflotte nach Kiautscho» zu entsenden, um für das vergoffene Blut deutscher Missionare gerechte Sühne zu heischen, hat Mich in den Stand gesetzt, dm lang gehegten und wohlberechtigten Wunsch nach einem kommerziell entwickelungsfähigen und militärisch gesicherten Stützpunkt in Ostasien im Wege fteund- schaftlicher Verständigung mit China und ohne Trübung unserer Beziehungen zu anderen Staaten zur Erfüllung z« bringen. Im Anschluß an den griechisch - türkischen Friedensv«ttog ist es den Be­mühungen Meiner Regi«ung gelungen, in Griechen­land eine Regelung des Finanzwesens herbeizu- führm, welche die Rechte der deutschen wie oller sonstigen Gläubig« in dem unter den gegebenen

Dony schaute hinüber, und sah, wie Jua plötzlich zusammenzuckte; zugttich tauchte Moudega's dunkles Antlitz hinter Adrienne's Stuhl auf. War das die Ursache des Erschreckens?

Sie war unglücklich, bedrückt, verfolgt, und ihm, dem sie alles galt, ihm waren die Hände gebnndm; « »ar wehrlos gemacht durch sie, denn er hatte kein Recht, sich zwischen Mann und Weib zu drängen.

Graf Bunan wollte die Dam« nach Schluß des Theaters in ein elegantes 6afe führen, das sie, um die frische Lust recht lauge genieße» zu könne», auf west« Umwege» erreichen wollte».

Mondega hatte, eine Verabredung vorschützend, sich v«abschiedet, und so war die kleine Familie, auch Jua rechnete sich dazu, allein, worüber alle sich nur sehr beifällig äuß«ten. Am meisten schien Juantta «leichtet. Wußte ße ihren Kerkermeist« nicht in d« Nähe, so athmete sie «leichtert auf und gönnte sich in folgen Momenten die Wonne, zu glauben, daß alles nur ein böser Traum fei, was sie umgeben hatte.

Der Graf und seine Gemahlin gingen voraus, Jua und Adttenne folgten. Sie unterhielten sich lebhaft üb« dm gehabten Genuß, üb« das große Talent Lori'S, und Adttenne meinte, daß sie ihr« Hans sehr lieben müßte, wenn sie ftendigen Herzens das Opfer bringen könnte, ihrer Kunst zu entfagen. Dann gedachte fieber Triumphe, die Lott gefeiert; sie verweilte mit kurzen, tteffenden Worten bei einzelnen Bekannt«, die der Vorstellung beigewohnt hatten, und konnte sich schließlich nicht enthalten, zu sagen: »Höchst merk­würdig fand ich's von Ewald Dony, daß er während des ganzen Abends sich nicht in der Loge blicke« ließ. D« Schmetterling »ar wohl irgendwo anders wied« gefeffelt!"

Verhältnisse» erreichbaren Maße sich« gestellt hat. In Gemeinschaft mtt Meinen hohen Verbündtten wird es auch ferner Mein ernstliches Bestreben fein, die wirthschaftliche Entwickelung des Reiches zu förd«n, insbesondere den Druck, unter welchem die Landwitthschaft die Erfolge üjrer Arbeit beeinträchtigt sieht, mehr und mehr zu mildem, dem Gewerbefleiße, dem Handel und der Schifffahrt den Boden frieb» liehen Schaffens zu sichern und zu erweitnu. Damit glaube Ich zugleich in wirksam« Weise für die Er- werbsgklegmheit d« arbeitenden Klaffen «nd für ihre zunehmende Wohlfahrt zu sorgen. Ich weiß Mich eins mit dem deutschen Volke, welches ent­schlossen ist, die verbündtten Regierungen in der Er­reichung dieses Zieles zu unterstützen und dieGrund- lagen unseres flaatlichm, kirchlichen und bürgerlichen Lebens zu erhalten.

In dieser festen Zuv«sicht hoffe Ich zu Gott, daß es Mir beschiedeu sein wird, die innere Kraft unseres Vaterlandes zu stärken und das Ansehen seines Namens unter den Völkern der Erde zu «- halten. Indem Ich Sie, geehrte Herren, entlasse, ist es Mir ein aufrichtiges Herzmsbedürfniß, Ihnen für die verständnißvolle Bereitwilligkeit, mit der Sie der Lösung bedeutsamer Aufgaben Ihre Mitwirkung ge­liehen haben, zugleich im Namm der verbündeten Regierungen Meinen kaiserlichen Dank zu sagen.

Umschau.

Zu dem gestern Abend bet dem Kaiser in Berlin im Weißen Saale des Königlichen Schloffes ftattgefanbenen größeren Diner, woran die Prinzen, Mitglieder des Bundesraths und des Reichs­tags, Ritter des Schwarzen Adlerorden», die obersten Hofchargen, die Kabinetschefs, die Generalität und die Admiralität theilnahmev, waren von den Reichs­tags - Abgeordneten Mitglied« aller Frakttonen, ausgenommen der Sozialdemokraten, er­schienen. Der Kais«, in der Uniform des 1. Garde- Regiments, «schien unter dem Vortritt der Leibpagen und obersten Hofchargen, gefolgt von den Prinzen. Zur Rechten des Kaisers saßen Prinz Friedrich Leopold und Prinz Joachim Albrecht, zur Linken Prinz Friedrich Heinrich und Prinz Friedrich Wilhelm, gegenüb« saß d« Reichskanzler, zu dessen Rechten der bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld und Minister v. Miquel, zur Linken Reichstagspräsident v. Buol und der säcksische Gesandte Graf Hohenthal. Der Kais« unterhielt sich sehr lebhaft mit den zunächst fitzenden Herren und tränt denselben wiederholt zu. Während der Tafel brachte der Kais« einen T rink- s p r n.ch aus.

D« Kaiser bezeichnete eS als sein tief- empfullbeues Bedmfniß, mit seinem Danke auch ben

,Du solltest besser von ihm beulen/ verwies Jua ihr die etwas frivole Auslassung.

Hat er mir dazu Veranlassung gegeben? Sag' selbst, Jua, hat et sich nicht so eifrig um Dich beworben, daß man hätte anuehmm sollen*

»Um GotteS willen, schweig Adrienne! Wir Mädchm und Frau« dürfen nicht jede Huldigung so aufnehmen, als gelte sie einem Bund fürs Beben. Auch Mondega bemüht sich nm Dich, nnb doch bin ich übszmgt, er denkt nicht daran, sich bei Deinem Vater einen Korb zu holen/

Adttenne lachte auf.

»Müßte es denn ttn Korb sein?*

Ina ward der Antwott überhoben, ba mehrere Herren die langsam Wandelnde« eingeholt hatte« ob ziemlich laut und ungeniert sprechenb, jenseits der Straffe in gleich« Richtung mit ihnen eine Strecke gingen. Sie wußten wohl nicht, w« sich noch mit ihn« in berfelben Straße befand, oder glaubten wenigstens keinerlei Indiskretion zu begehen; so hörte Ina, die sich über die Unterbrechung gefreut hatte, mtt wachsendem Entsetzm, daß man von ihr und ihrem Verhältnis zu Mondega sprach. Wodurch dies be­kannt geworden war? Sie sollte nicht lange im Un­klar« darüber bleiben.

»Na, unsere jungen Herren haben sich schön blamiert mit der Fremde»; alle find wütheud, daß man sie so zum Starr« halten konnte,' sagte einer d« He«en.

»Wieso? Wovon spreche» Sie?'

»Bon der Brasilianerin, die vor Monate» so plötzlich auftauchte. Ich sagte ja damals gleich, es sei etwas Abenteuerliches a» ihr, aber Niemand wollte darauf hören. Jetzt komutts aus Tageslicht. Haha, es ist znm Lachen!' Die umschwärmte Schöne wußte wohl, warum sie keinen «hörte; nun, too man «fährt,

die von dem großen Kais« vorgeschrieben« Bahnen weiterzuwander». Der Kaiser könne den Herr« auf ihre Heimreise nur den Wunsch mitgeben, daß gleich dem großen Kaiser jeder, sei er, wer er sei, hoch ober niedrig, von welcher Konfession auch immer, bei dem, was ihm bevorstehe, bei der Ärbett, die er in diesem Jahre zu thun gedenke, seine Aufgabe so auffasse, daß er dereinst mit gutem Gewissen vor seine» alten Kaiser treten und auf die Frage, ob er mit ganzem Herzen für des Reiches Wohl arbeitete mit ja ant­worten könne. Aus der Quelle, woraus fein Großvater und fein Vater die Kraft schöpft«, schöpfe auch der Kaiser sie und gedenke feinen Weg weit« zu wandeln und fein vorgesetztes Ziel zu erreichen in dn für jeden Menschen maßgebenden Ueberzeugung: Ein' feste Burg ist unser (Sott. Der Kaiser schloß mit einem Hoch auf das geliebte deutsche Vaterland und das herrliche deutsche Volk, das Gott erhalten und schützen möge.

D« in derHilfe" erschienene national- soziale Wahlaufruf charakterisirt die Sammel- politik mitfolgenden, ganz seiner Eigenart entsprechenden Worten:Die innere Fortentwicklung unseres Volkes besteht in dem Emporsteigen immer weiterer Kreise zu bewußter Theilnahme an dem nationalen Leben. Deßhalb sind wir für Freiheit, die den unteren Schichten der Nation Raum zur Emporentwickelung gebe. Wir stehen heute vor der Gefahr, daß die Interessen d« Großgrundbesitzer einen übermächtigen Einfluß auf die Gestaltung unser« inneren Ent­wickelung gewinnen. Die Politik derSammlung", die heute verkündigt wird, stellt nur eine neue Auf­lage des alten Kartells bar, dessen Sinn ist, die liberalen Kräfte zu unterdrücken und den deutsche» Staat ein« einseitig agrarischen Politik dienstbar zu machen. Sie ist d« emporstrebenden Menge feindlich: sie schädigt damit daS deutsche Volk. Sie öffnet die Grenze dem Hereinströmen slavisch« Bevölkerung: sie gefährdet damit die Kraft des deutschen Staates. Sie toifl die Sozialdemokratie mit äußeren Zwangs­mitteln bekämpfen, mit Einschränkung d« Vereins­freiheit und des Wahlrechts. Sie steignt damit die revolutionäre Gefahr und hindert den Arbeiterstand

daß sie verhttrathet ist, kann es kaum verwundern, daß sie so spröde that/

Sie träumen I"

»Frag« Sie doch ihr« Landsmau«, d« wird's wohl am besten wissen. Ist « doch selber d« be- neidenswetthe Gatte dies« Schönheit!"

Ei» halb uvtttdrücktea Schrtt ans weiblich« Kehle tönte durch die Nacht.

Was war das?"

Drübm geh« Leute; was kümmnts uns?"

Die Stimme« verloren sich um die Ecke.

Graf und Gräfin Büna» waren stehen geblieb«. Bon dem Gespräch hatten sie, wie es schien, nichts auf- gefangen; als ab« die jxngen Damm herankam«, fragte die Gräfin:

WaS war das für ein Schrei, Adrienne? Ich glaubte, Deine Stimme erkannt zu hab«/

In der That, Mama/ «widerte das Mädchen mit bebender Stimme, ich erschrak vor einem Schatt«/

Jua, des Himmels willen," bat Adrienne tu grenzenlos« Aufteguvg, der Freundin Arm «fassend, nachdem ihre Ett«n wettergegangeu war«,sprich, ist daS, was die ba drüben sagte», wahr?"

Juantta faßte d« Freundin Hand fest i» die ihrige und versuchte, in deren verstörtes Antlitz zu schauen.

£), Adrienne, mein Liebling!"

Sprich, sprich, nur das eine sage mtt!" drängte Adttenne.

Warum schenkte ich Dtt kein Berttanw!"

Die Füße versagten Ina faßt d« Dttnst, aber der eiserne Druck, mit dem Adrienne's Hand die ihre umschloß, stählte ihre Straft.

(Fortsetzung folgt.)