Einzelbild herunterladen
 

Wöchentliche Beilagen: Kreis-latt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Lruckund Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei in Marburg. Verantwortlich für die Redaktion- Redakteur M. Hartmann in Marburg.

Expedition: Markt 21. — Telephon 55. 4 4V4V** VRedaktion: Markt 21. — Telephon 55.

M 101

Grscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge­spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

Markurg

Sonntag, 1. Mai 1898.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Burcaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde­burg, Wien: Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 6. L. Daube & Co., Frankfurt a. M.. Berlin, Hannover, Paris x.

33. Jahrg.

Bestellungen

für die Monate Mai und Ium auf die

Hkirhiss.

nebst deren Gratisbeilagen

„KrerSblatt" für die Kreife Marburg uni Kirchhain, „Illustriertes Sonntags blatt" und „Verlooiungsliste der Kgl. preußischen Klassenlotterie" werden von allen Postanstalten, Landbrief - lrägern, in der Expedition (Markt 21), sowie von unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain, Neustadt und Wetter entgegengenommen.

Wir möchten Angesichts der für den 16. Juni bevorstehenden

Reichstagswahlen

alle Wähler der staatserhaltenden Parteien auf dieses Abonnement hiermit noch besonders aufmerksam machen.

Der Krieg der Vereinigten Staaten mit Spanien.

Depeschen aus Tampa von vorgestern Abend wilden, daß den dort stehenden 4000 Mann In­fanterie befohlen sei, sich zu sofortiger Beförderung »ach Cuba einzuschiffen. Die dazu gehörige Kavallerie und Artillerie wurde erst erwartet. Die Frei­willigen der Einzelstaaten in Amerika haben sich fast sämmtlich — 90 Prozent heißt es — zum Kriegsdienst anwerben lassen. Ihre Offiziere behalten ihren Grad, indeß werden bei den Uebungen, die stattfiuden müsse», um die Mannschaften zum Feld­dienst heranzubilden, Offiziere des stehenden Heeres die Leitung übernehmen. Was letzteres «geht, so hofft mau, daß die durch das neue Gesetz bewilligte Erhöhung des Soldes um 20 Prozent und die Aussicht auf Kriegsdienst vor allem ausgediente Leute zum Wiedereintrstt veranlassen wird. Die vor- yitig zu Lieutenants ernannten 55 Kadetten sind meist Artillerieregimenteru zugetheilt worden; ein kleinerer Theil ist den Freiwilligenregimentern zuge- wiese».

Dem Pariser „Malin" wird aus Havanna ge­meldet, das amerikanische Torpedoboot „Cushing"

(Nachdruck verboten.)

Getrennte Sterne.

Roman aus der Gesellschaft von H. Waldemar.

(Fortsetzung.)

„Sag' mir daS eine: hast Dn mich seither als Deinen Freund erkannt?"

„Welche Frage!"

„Antworte mir."

„Wen» Du es wünschest, daß ich es ausspreche, s« laß Dir gesagt sein, daß Du mir trotz mancherlei Gegensätzen in unsere» Charakter» bisher ei» treuer wahrer Freund gewesen bist —'

„Was, in drei Teufels Name», willst Du da- *it jetzt?"

Binau antwortete darauf nicht, sondern sagte:

„Ich danke Dir. Weil Du nun so felsenfest d»n meiner Freundschaft übel^eugt bist, mußt Du «ir auch gestatte», Dir, wie es unter Freunden iblich ist, die Wahrheit zu sagen, und zwar die, daß Du Jua furchtbar Unrecht thust, welches Unrecht ab- Mitien Du zu der Aufgabe Deines Lebens wirst wache» müssen."

„Du liebst, in Räthsesn zu sprechen, die zu lösen R außerstande bin. Erkläre Dich deutlicher!"

Georg zuckte die Achseln und trat, die Zügel los- iaffeud, einen Schritt zurück.

„Ich habe gesagt, was mir die Freundschaft be­fahl, weiter kann ich nichts thuo. Von Deiner unter

Kameraden fast sprichwörtlich gewordenen Gerechtig- kntslicbe erhoffe ich, daß Du »»gehört kein Urtheil fällst und Dein Herz nicht aufstachelst oder abhärtest da, wo Edelmuth und wahre Seelengröße Dich zu größter Hochachtung zwingen sollte». Adieu, Ewald, viel Aergnügeu zu Deinem Ritt."

habe durch das Feuer der „Ligera" so stark ge­litten, daß es beinahe gesunken wäre. Auch von amerikanischer Seite wird zugegeben, daß die „Cushing" Schaden gelitten habe. Es heißt sogar, der Cadett, der das Kommando führte, werde wegen Unfähigkeit vor ein Kriegsgericht gestellt. Die „Cushing" war mit Sondirungen vor Cärdenas beschäftigt. Aus Madrid erfährt dasselbe Blatt: Der „Tiempo räth der Regierung an, eine streng defensive Haltung anznuehmen, da die Aankees bei einem längeren Hin­schleppen des Krieges den Muth verlieren würden. Man möge die Handelsmarine der Vereinigten Staaten möglichst viel belästigen. Letztere mögen wohl Freiwillige anwerben und Schiffe bauen, allein mit Dollars allein könne man keine disciplinirten Matrose» und Soldaten beschaffen. Spanien sei durch die Disciplin seiner Truppen überlegen, deren Erfolg sei auch bei einer defensiven Haltung nicht zweifelhaft.

Eine Depesche des Generalgouverneurs Bianco bestättgi die Nachricht von der Beschießung Matanzas; dieselbe habe eine Stunde gedauert, aber keinerlei Schaden ungerichtet. Hingegen sollen die amerikanischen Schiffe durch die von den Forts abgegebenen Schüsse Beschädigungen erlitten haben. Die Konsuln Frank­reichs und Oesterreichs-Ungarns haben gegen die ohne vorgängige Benachrichtigung erfolgte Beschießung pro- testirt. In Madrid spottet man über die amerikani­schen Berichte über den Kampf bei Matanzas. Ein Maulthier war daS einzige Opfer des Bombardements. Die Befestigungswerke sind völlig intakt geblieben, obwohl 300 Granaten gegen sie geschleudert wurden.

Das amerikanische Geschwader wird am Sonntag vor den Philippinen erwartet. Die spanischen Schiffe haben sich getheilt; ein Theil der­selben bewacht die Einfahrt zum Hafen von Manilla, während der andere den Feind im äußersten Westen des Gebiets der Philippinen erwartet.

Das Staatsdepartement in Washington hat die Nachricht von der N e u t r a l i t ä t s - Er­klärung Frankreichs, Mexikos, Argentiniens, Belgiens und Koreas erhalten. Eine bezügliche Mit­theilung Deutschlands ist nicht eingegangen, jedoch werden in dieser Beziehung keine Besorgnisse gehegt angesichts der Versicherung Deutschlands, daß es Neutralität bewahren werde. Die Aufmerksamkeit concentrirt sich jetzt aus das Verhalten, welches Oesterreich einschlagen wird. Der österreichische Botschafter protestirte zunächst in Was­hington gegen die Beschlagnahme der spanischen Kauffarteischiffe. Die Mitglieder des gemeinsamen Ausschusses der beiden Häuser des Kongresses haben eine Einigung über die Marinekreditvorlage erzielt und die von dem Senate beantragte Ver­mehrung der Flotte genehmigt. Es werden u. A. 4 weitere Monitors und 16 Torpedobootszerstörer

Georg wandte sich ohne ein weiteres Wort der Stadt zu. Dony verblieb regungslos an die Stelle gebannt, dann aber raffte er sich plötzlich auf, riß sein Pferd herum und jagte in gestrecktem Galopp dem Freunde nach, der, rasch ausschreitend, einen großen Vorsprung gewonnen hatte.

„Ich verlange von Dir, daß Du mich nicht mit halben Andeutungen abspeisest," ries Dony rauh.

Georg sah halb erstellt, halb überrascht in des Erregten Antlitz, bann aber erwiderte er: „Ich glaube nicht, Dir je Veranlassung gegeben zu haben, mich der JndiSstetion zu zeihen. Der Zufall — merke wohl auf, Ewald — der Zufall ließ mich ein Ge- heimniß erfahren, das nicht das meinige ist. Warnen durste ich wohl, aber jener Geheimniß preiszugeben ohne Erlanbniß, verbietet mir meine Ehre."

„Dann hattest Du ganz schweigen sollen, ohne einen Feuerbraud in meine Seele zu werfen!" rief Dony aus.

„Der wenigstens das erreichte, daß D» ein siehst, in blinder Wuth und Voreingenommenheit, Gott weiß, aus welchen eingebildeten Gründen, ein edles Wesen verdammt zu haben."

„Das bleibt »och zu beweisen!" gab Dony etwas geringschätzig zurück.

„Mein Wort gilt Dir nichts?"

„Nein, in diesem Falle verlaffe ich mich allein auf mein eigenes Urtheil! Ich danke Dir!" Und sein Pferd herumreißend, sprengte Dony dem Walde zu.

* * *

Eine Woche war vergangen. Für die Bewohner des Bmlshofcs schleppte sie sich schwerfällig dahin. Nicht wie sonst flogen die Tage dahin; am Abend beim Thee wurde scherzweise darüber gesprochen, daß die Zeit flügellahm geworden sei. Die zunehmend wärmere Witterung hatte die gemüthlichen Abende

verlangt. Nach einer Mittheilung sind die Pläne für die cubanifche Invasion fertig gestellt; es sei be­absichtigt, 10 000 Mann in Matanzas zu landen.

Die amerikanische Kriegsberwaltung hat acht große Dampfer mit einem Tonnengehalt von durch­schnittlich 2000 Tonnen gechartert für den Transport der ersten militärischen Expedition nach Cuba. — Der deutsche Dampfer „Remus" ist mit 451 Kubanern an Bord von Santiago de Cuba in Port Antonio (so meldet man aus Kingston) angekommen. Das amerikanische Kanonenboot „Newport" nahm in der Höhe von Cabannas, nachdem es einen blinden Schuß abgefeuert, eine Schaluppe, die Fische geladen hatte. Die sieben Mann starke Besatzung des Schiffes gxhört der spanischen Marinereserve an. Die Offiziere der „Newport" glauben, die Schaluppe habe versucht, Nachrichten über die Bewegung der amerikanischen Flotte nach Havanna zu bringen. Der britische Dampfer „Esmeralda" ging nach Manilla in See. Der Dampfer wurde von Banken gechartert, um Metallgeld wegzubringen, da man in Manilla Un­ruhen befürchtet.

Umschau.

Zur W a h l l ü g e, die konservativen wollten dem Volke das Reichstagswahlrecht rauben, schreibt heute die „Conservative Torrespon- denz": „Nachdem die sozialdemokratische Presse diese Verdächtigung sich angeeignet und sie ihrerseits noch nach der bewährten Methode Bebel ausschmückend weüerverwendet hat, halten wir es für unter der Würde der konservativen Partei, darauf noch ein Wort der Erwidrung zu sagen. Es ist einfach alber», we»n Leute, wie die Sozial­demokraten, die offen gegen die Ver­fassung sich auflehnen, die die jetzige monarchische Staatsordnung negieren und mit allen Mitteln bekämpfen — wenn solche Leute sich als Ver­th eidiger der Verfassungsrechte aufwerfen. Das ist gerade so, als ob ein Spitzbube eine Partei ehrlicher Leute zum Schutze des EigeuthumS gründen wollte. Wenn die frei­sinnigen und demokratischen „Bürger" einem unehrlichen Schlachtrufe, der aus unsauberem Munde schallt, folgen wollen, so mögen sie es thun. Die Konservativen find viel zu gut dazu, gegen solche Unsauberkeiten sich erst noch zu »er- theidigen.

Die Vorbereitungen für die Wahlen zum Reichstage werden von Seiten der staat­lichen und städtischen Behörde» getroffen. Die Parteien find aHefammt mitten in der Organisations­

verdrängt. Man ging viel spazieren, Graf Büuau beschäftigte sich mit feiner Rosenzucht, wenn ihm die Bewstthschaftung des großen Komplexes dazu Zeit ließ, während die Gräfin sich mehr und mehr der Wohlthätigkeit widmete und dazu auch ihre beide» Töchter avhielt. Juanita war stets bereit, die alte Dame, für die sie wahrhafte Verehrung fühlte, in jeder Beziehung .'zu unterstützen; sie that eS um so lieber, als Adrienne, von der Liebe z» Mondega be­herrscht, mehr und mehr ihre kindlichen Pflichten vernachlässigte.

Mondega weilte »och immer auf dem Bunshofc und er schien auch nicht übel Lust zu haben, den Sommer dort zu verbringe», bte Graf Büuau, durch Ina angeregt, eines Tages eröffnete, er habe beschloffe» mit seiner Gemahlin und seinen Töchtern eine längere Reise »ach Norwegen zu unternehmen.

Skandinavien war ja Mode geworden seit Kaiser WUHelm's Nordlandsfahrten. Anstatt, daß man den Süden, das Eldorado an der Tiber oder am Tajo besuchte, unterzog man sich den Strapatzen, in de» norwegische» Berge» umherzuklimmkii, und setzte sich den Gefahre» au8, die Gletscher und Fjorde mit sich brachten. Auch das Reisen ist Modesache, wenn dasselbe auch nicht so beeinflußt ist, wie der neueste Aufputz der Kleider, der Hüte.

Also Graf Büuau beschloß die nordische Reise und gefiel sich darin, alle Einzelheiten jetzt schon zu bestimmen nnd festzusetzen, wobei ihm Ina eifrig half, während die Gräfin diesen Auseinandersetzungen lauschte und Adrienne mit Mondega eine halblaute Unterhaltung führte.

„Traf gestern den kleinen Dettmar jenseits der Grenze," unterbrach der Graf plötzlich seine Arrange­ments. „Tie Hochzeit soll im nächsten Monat auf Dettmarshauseu stattfiuden; dann will das junge Paar

thätigkeit und sobald die Parlamente in Berlin ihre Thätigkeit eingestellt haben werden, werden auch mehr als bisher die Reichstagskandidaten und andere Ab­geordnete die einzelnen Wahlkreise auffudjen, um für sich oder ihre Partei Stimmen zu gewannen. Der W ä h l e r, der die Entscheidung in der Hand hat, tritt enbgiltig erst am 16. Juni in Aktto». Dabei ist, so hebt die „N. R. C." nur zu richtig hervor, zunächst zu wünschen, daß möglichst alle Wähler diesmal an die Wahlurne h e r a «t r e t e n. Es ist eine nur zu oft zu be­obachten gewesene Thatsache, daß die radikalen Parteien ihre Anhänger Mann für Mann zur Wahl herangeschafft haben, während die be­sonnenere» Elemente nicht alle bei der Wahl erschienen waren. Das muß am 16. Juni anders sein. Gerade diese Wähler müssen sich vor Augen halten, daß durch ihr Enthaltung von der Wahl indirekt diejenigen Richtungen des politischen Lebens gefördert werde» würden, die ihnen unange­nehm sind. Sodann haben die Wähler zu prüfe», wem sie ihre Stimme geben sollen. Es ist ja klar, daß, wenn der Wahltermin herannaht, die Wahlkandidaten aller Richtungen recht viel ver­sprechen. ES ist dies menschlich und zu verstehen. Der besonnene Wähler wird aber gut thun, schon jetzt darauf zu achten, ob der K a n d i d a t in den drei Punkten Farbe bekennt, welche für die Zukunft von hervorragendster Wichtigkeit find. Einmal ist dies die Stellung zur Frage des Schutzes der nationalen Arbeit. Wenn man sich inderWelt umschaut, so erkennt man, daß die einzelnen Staate», welche mit ihrer gewerblichen Thätigkeit vorwärts kommen wollen, allesammt dem Schutze der nationalen Arbeit die größte Aufmerksamkeit zuwenden. Deutsch­land ist, wen» es seine Aufgabe lösen und die Kon­kurrenz mit anderen Industriestaaten bestehen will, gleichfalls hierauf angewiesen, und jeder Gegner des Schutzes der nationalen Arbeit im Reichstage würde die Durchführung dieser Aufgabe erschweren. Diese Frage wird auch die auswärtige Politik und zwar in hohem Maße berühren. Die wichtigste inner- politische Frage der Gegenwart ist die Stellung zur Sozialdemokratie und den ihr nahe verwandten Parteien. Der Kandidat muß sich klipp und klar darüber aussprechen, ob er ein Gegner der Umsturzparteien ist und sich an ihrer energischen Bekämpfung betheiligen will ober nicht. Eine laue Erklärung auf biefent Gebiete, welche sich etwa auf ble Fiktion von der Mauserung der Sozial­demokratie stützte, müßte als ungenügend und der betreffende Kandidat als ein Politiker erachtet werden, der für die brennendste innerpolitische Frage kein Verständniß hat und deßhalb nicht in de» Reichsmg gehört. Die dritte große Frage, auf deren Beantwortung seitens der Wahlkandidaten es ankommt,

in die weite Welt, während der kleine Wildfang allein zurückbleibt. Hand hatte Bedenken. Wie wäre es, Irene, wenn wir »ns noch ein drittes Töchterchen einladen würden? Ich bin sicher, wir thun Dettmar, dem Vater «nd auch dem Sohn, einen sehr großen Gefallen damit. Die Kleine wächst eigentlich halb wild auf."

„Eine wilde Rose, aber voll des köstlichsten Dustes, des schönsten Liebreizes, Papache». Ach, wer noch einmal so unbefangen, so naiv in die Welt schaue» könnte!"

„Die Erfahrungen der reifen Jugend sind doch auch nicht zu verachten, gnädiges Fräulein," warf Mondega spöttisch ei».

Es waren weniger die Worte, als der Ton und der sie begleitende Blick, der Jua reizte.

„Wenn man Jugend gehabt hat, allerdings nicht, aber gar oft, sogar in den meiste» Fällen, wird sie unS schmählicherweise verkümmert."

„Sie meinen, durch u»S?"

„Sie haben es errathen."

„Als ob die jungen Mädchen alle sich nicht gern umschwärmen ließen! Denkt denn eine einzige daran, daß sie dabei ihre Jugend verliere» könnte?"

Jua wußte wohin er zielte." Sein hartnäckige» Festhaltendes angeschlagenen Themas,seinfast inpertinen- ter, herausfordernder Ton empörte» sie und ohn­mächtige Wuth erfüllte ihr Herz. Sie sah die er­staunten Blicke des Grafen, das mißbilligende Lächeln seiner Gemahlin, sie fühlte, daß in Adrienne Eifer­sucht rege ward, und doch war sie machtlos diesem Menschen gegenüber,ber, wie erschien,sich vorgenommen hatte, sie zu quäle», ihr allerhand Steine in de» Weg z» legen.

„Gott sei Dank, daß fie's nicht thun, Mondega," erwiderte der alte Herr an Jua's Stelle in ernstem