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OßechßD Aeilmg.

Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

«imk und Verla,: Joh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei in Marburg. »«antwortlich für die Redaktion: Redakteur M. Hartmann In Marburg.

Expedition: Markt 21. — Telephon 55. Redaktion: Markt 21. — Telephon 55.

'TMRVt-vAl tr/r Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-

<5**v** UUt y Lureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Mägde» oo o>

O* 1 QCiQ bura, Wien; Rudolf Mofle, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; so. ^zllyrg.

Dl)llNll!g, 24. <Jlprtl 1898. C. L. Daube L Co., Frankfurt a. M. Berlin, Hannov«, Part» re.

Der Krieg der Vereinigten Staaten gegen Spanien.

Da er fast gewiß scheint, daß S p a n i e n die ßbficht, die Kaperei in Anwendung zu bringen, erführen wird, so ist er jetzt die Aufgabe der Mächte, dafür zu sorgen, daß die Handelsschiffe der «rrttal bleibenden europäischen Staaten nicht in Mit­leidenschaft gezogen werden. Der Ideenaustausch zwischen den Mächten hat jetzt hauptsächlich diese An­wesenheit, sowie überhaupt die s e e r e ch t l i ch e n Kragen zum Gegenstände, und mit Sicherheit steht z, erwarten, daß die Mächte zu dem vollständigen, «»läßlichen Einklänge wegen ihr« Stellungnahme p, diesen Fragen gelangen und auf Grund voller llebereinstimwung Vorgehen werden.

Im spanischen Volke herrscht seit Woodfords Ab­reise von Madrid gegen alles Amerikanische die ärgste irbitterung. In Madrid schaarte sich vor- zestern eine Stunde nach Woodfords Abfahrt vor dem GeschäftSgebäude der amerikanischen Berstcherungs- gesellschaft „The Eqnitable" eine Menge zu- sammen und verlangte die Ersetzung der rmertkanischeu Fahne durch eine spanische; diesem Verlangen wurde unter Minden Zurufen der Menge Folge geleistet. Ebenso embt daS Wappenschild durch ein anderes ersetzt mit der Aufschrift, daß daS Gebäude ein Unterpfand zu Gunsten der bei der Gesellschaft versicherten sei. — Die Theilnehmer an der Kund­gebung begaben sich dann nach dem Bahnhofe, um Poti abfahreuden Bataillonen Ovationen darzubringen, «d von dort nach dem militärischen Klubhaus, wo unter Hochrufen auf die Armee und Marine eine Fahne überreicht wurde. Die amerikanischen Schilder sollen jetzt überall entfernt werden. — Später durchzogen etwa 6000 Personen mit Fahnen imter den Rufen: „Es lebe Spanien!" „ES lebe die Armee und die Marine!" „Nieder mit den NankeeS!" die Hauptstraßen Madrid. — Nach dem besuche deS militärischen Klubhauses veranstaltete ein Theil dar Theilnehmer an den Kundgebungen eine Beifalls-Kundgebung vor der franzöfischeu Botschaft, «dere zogen nach dem „Teatro Espanol", wo der Präfekt eine Ansprache hielt, in der er der Menge sagte, fie möge nachdem sie ungehindert demonstrirt, sch nun zurückziehen. Die Menge klatschte Beifall trotzdem durchzog sie aber weiter die Straßen nntti den Rufen: „Krieg den NankeeS! ES lebe Spanien!"

Wie durch die neuesten Nachrichten bewiesen wird, find die Kriegsvorbereitunge» der Vereinigten Staaten nicht derart gewesen, daß die überaus schnelle Provokation zum Krieg gerechtfertigt war. Nach der Haltung der spanischen Regierung, die so

(Nachdruck verboten.)

Getrennte Sterne.

Roman aus der Gesellschaft von H. Waldemar.

(Fortsetzung.)

Mehr al» er sich eingestehen wollte, hatten ihn tie Worte seiner Gemahlin beunruhigt, und da er «sch zu kombinieren pflegte, brachte tr die ganze nächtliche Störung darauf zurück, daß Adrienne, leine Tochter, welche die Huldigungen Mondega'S nur « gern sich gefallen liefe, von diesem sich habe ver- iriten lassen, ihm ein Rendezvous in d« Bibliothek R gewähren.

Und doch, wie er jetzt in da» rosige Gesichtchen skine» Kinde» sah, dessen Augen wohl «höhten Glanz, tfet durchaus kein Schuldbewußtsein aufwiesen, lachte 8 innerlich über seine Angst, üb« seine Kombination, «d «st einem Athemzuge der Erleichterung erfafete 8 Adrieune'S Gesicht und drückte nochmal» einen s Eich auf ihi e Lippen.

i Während dies« stummen Zwiesprache zwischen s Eater und Kind hatte 3ua ihren Platz neben der : urästu genommen. Da» schöne Mädchen sah bleich übernächtig au»; die dunklen Augen waren tief brandet und glanzlos; fast war «an versucht, anzu- ’!imen, fie hätte reichlich Thräneu vergossen. Ina viel und hastig, lachte etwa», gezwungen nnd bestrebt zu sein, allein die Konversation zu Hren, al» habe fie Furcht vor Frage», die fie nicht i* beantworten vermöchte.

,8b«, Kind«, kein» von euch erknudtgt sich »ach A«m Gast!" warf d« Graf plötzlich ei», beide «idchen scharf beobachtend. „Da» ist nicht sehr chweichelhaft für ihn!"

,3a der Thai, ich habe Mondega nicht vermißt, stz«p«chkn! Du, Adriennes"

stolz war, daS Ultimatum nicht anzunehmen, scheint die amerikanische Siegeszuversicht doch abgeschwächt worden zu sein, und es wurden in den letzten Stunden Stimmen laut, die bereits die Befürchtung aussprechen, dafe die spanische Flotte vor New - Aork ober einem anbei en nördlichen Hafen erscheinen könne. Diese plötzlich zu Tag getteteue Befürchtung ist der offen­bare Beweis, dafe die Kriegsvorbneitungen nicht im Verhältnife zur Sprache d« »«einigten Staaten standen. Sie erzeugt vielleicht eine Unsicherheit in der Anwendung der Kriegsmittel, die dem überraschten und daher ebenfalls nicht genügend vorbereiteten Spanien zu Nutzen kommen kann. Der schon jetzt zu Tag ge­tretene Stimmungswechsel wird nach Beginn des Krieges noch oft bemerkbar sein und einen weiteren Fattor bilden, mit dem zu rechnen ist. Er tritt noch den Kombi­nationen und Befürchtungen zu, die zwischen einer Blockade von Spaniens Küste und einer Beschießung New-AorkS schwanken! DaS einzig Sichere, was demnächst zu «toarten ist, dürfte wohl die Blockade Kubas sein und der Versuch der spanischen Flotten, theile, sich zu vereinigen.

Für die spanische, von Europa h«auetlende Flotte wäre e» nicht Wünschenswerth, wenn fie vor der Ver­einigung mit ihren vor Kuba liegenden Schiffe» von der UniouSflotte getroffen und zur Schlacht gezwungen würde. Treffe» aber die beiden Flotten aufeinander, so kommt eS darauf an, unter welchen Umständen. Ist die See bewegt, ist eS Tag ober Nacht, fahren die Torpedoboote in Schlachtordnung oder sind fie zur Kohlenersparuiß genöthigt, sich gegenseitig zu schleppen? DaS sind Fragen, dir von hoher Bedeutung find, und deren Beantwortung, wenigstens der beiden elfteren, liegt nicht in Menschenmacht. Die letztere Frage, ob die Torpedoboote genügende Kohlen haben, um jedes für sich, üb« den Ozean zu kommen und — in der Nähe des Zieles an den Feind gelangt — noch genug Kohlen besitzen, um operationsfähig zu fein, hängt in ihrer Beantwortung nicht nur von dem spanischen Material ab, sondern auch von der operationSmäfeig gebotenen und der durch die Natur und die See bedingten Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Torpedoboote fuhren zu Friedenszetten seither anstands­los über den Atlandischen Ozean, zwecks ihrer Ueber- führung, — ihre Befähigung im Flottenverband und ihre jederzeitige Aktionsfähigkeit auf hoher See ntufe sich «st jetzt «weisen! Im Allgemeinen nimmt man an, dafe bei bewegter See und bei Tag da» Torpedo­boot den Schiffen unterlegen ist.

Nach allen Ueberlegungen in verschiedenen Richt­ungen dürfte es für Spanien das Günstigste sein, wenn eS gelänge, seine Flotte bei Kuba zu vereinigen, mit feinen Schiffen die Unionsschiffe an die kubanische Küste zu fesseln und dabei mit den Torpedofahrzeuge» das Möglichste zu versuche». Aus diesen Gründen dürfte denn

„Nein, weil et feiten pünktlich ist," erwiderte die (gefragte, sich mit all« Kraft zur Ruhe zwingend. „WaS ist» mit ihm?"

„O, nichts Besondere», « ritt nur sehr früh »ach der Residenz und liefe sich für heut entschuldigen; ich glaube, er will durch den Wald zurückkehren, bei DettmarS Besuch machen und gegen Abend wieder hier sein."

„DaS ist köstlich, herrlich, Papachen!"

„aber, Jua!"

„Nun, waS ist, Adrienne? Geh, thu doch nicht, als wäre Dir b« Mensch sympathisch. Stelle ihn mal neben Deine» Jugendfreund und bann sage mir, wer den Preis verdient; Dony ob« Monbega, flieht eS da ein Schwanken?"

„Müssen denn alle Männer Dony gleichen? Ist « so vollkommen, daß e» wünschenSwerth wäre, andere kämen ihm gleich? Wie langweilig müßte da» sein!"

„Dony langweilig? Kind, was ficht Dich an?" Der alte Herr war der Sprech«.

Adrienne hielt sich mit komisch« Verzweiflung beide rofigen Ohren zu.

„Ich weife schon, Papa, ihr alle schwört nicht höher al» Edwald! Er ist in euren Augen der vor­trefflichste, der beste, d« edelste Mann, o, da» kenne ich schon! Ab« ihr müfet nicht v«lange», baß ich eS auch thue. Er ist ein langweiliger Pedant und Moralist und so von sich eingenommen, daß « andere neben sich gar nicht gelten läßt."

Ob Adrienne ganz vagessen, wie fie einst, e» war noch nicht allzulang her, Dony ihrem Bruder gegen» über vertheidigt hatte?

Die Erregung Adrttune» entging keine» der drei andern, ab« in schweigend« Uebnettrknnst lenkten fie das Gespräch auf ein anderes Thema über, dem

auch der in den Vereinigten Staaten laut gewordene Ruf, vor alle» Dingen die spanische» Torpedoboote zu zerstören, seine volle Berechtigung haben.

Der ersteKanonenschufe ist beretts ge» fallen. A» einem armseligen, mit Holz, das gewiß nicht KriegSkontrebande ist, beladenen Handelsschiff habe» die AankeeS zuerst ihre Kräfte gemessen. „Reuter» Büreau" meldet darüber auS Key-West: „DaS spanische Kauffahrteischiff „B u o u a v e n t n r a", mit Holz von TexaS unter­wegs, ist vom Kreuzer der »«einigten Staaten „Nashville" in der Nähe von Key-West auf­gebracht worden. Nachdem der Kreuzer einen Kanonenschufe abgegeben hatte, strich der Kauffahrer die Flagge". Soweit die Reuter'sche Meldung. ES bleibt abzuwarten, ob der Vorgang in Einklang zu bringen ist mit den in Washington proklamirten Kaperregeln.

Wetter konfircirten trotz deS Protestes des spanischen Konsuls, dafe d« Krieg noch nicht «klärt sei, die Hafenbehörden in New-Orleans tausend schon für Havana eingeschiffte Maulesel als Kriegskonttebande.

Vor dem Weißen Hause in Washington wird für einige Tage ein Posten aufgestellt werden. Alle Vor- sichtsmaferegeln zum Schutze des Präsidenten find ge» «offen. Sensationsblätter haben an diese Nachricht anknüpfend gleich eine Ente über ein Attentat auf Mac Kinley auffliegen lassen.

Wie der „New-Aork Herald" wissen will, wird Kapitän Sampson, welcher die Ermächtigung er­halten hat, seine Flagge al» Kontreadmiral zu hissen, nicht die spanischen Befestigungen bombardiren, sondern jede» spanische Kriegsschiff, das ihm in den Weg kommt, abzufangen oder zu vernichten suchen. AuS Fort Monroe wird vom 22. d. Mts. gemeldet, dafe sich daS fliegende Geschwader noch immer dort befinde. Hauptmann Lee von der königlichen Militärschule zu Kingston (Prov. Ontario) erhielt von der eng­lischen Regierung Befehl, nach Washington zu reife», um mit de» amerikanischen Truppen nach Cuba abzugehen und de» militärischen Bewegungen beizuwohnen.

In Habana sammel« sich gestern in Folge ein« Proklamation deS Marschalls Bianco eine grofee Volksmenge vor dessen Palais. Eine Abordnung begab sich zu Bianco und «klärte sich im Namen Aller bereit, bis aufs Aeufeerste zu kämpfen. Blanco dankte vom Balkon auS und gab der Bevölkerung die Dnfichernng, daß er fie zum Siege führen werde. Sie möge den letzten Tropfen Blut vergießen, ehe fie einen Fremden den Fuß auf das von Spanien entdeckte Land setzen lasse. Die Menge beantwortete die Ansprache mtt Hochrufen auf Spanien, die Armee und den König. Die Häuser find festlich geschmückt; vorgestern Abend fand eine Illumination statt.

jungen Mädchen so Zeit lassend, fich selbst zu beruhigen, zu bezwingen.

Pastor Werneck kehrte soeben von einem Berufs» wege nach seinem niedlichen Hänschen zurück. Das­selbe lag ganz versteckt, vom Wege kaum fichtbar, inmitten einer wohlgepflegten Gärtchen». Drei mächtige Kastanienbäume die ihre weißen und rothen Blüten- kerzen gar stolz trugen, beschirmten baS Hau», an dessen blanke» Fenstern blütenweise Gardinen sich blähten, während Goldlack, Bettchen- und anbne Stöcke auf den Gesimsen standen und »eniethen, daß man im Pfarrhof nicht nur dem Praktischen, wir eS d« Garten anfroieS, sondern auch dem Schönen und Anmuthigen huldigte.

AIS die hohe, überschlanke Gestalt deS weißhaarigen Pastors zwischen den Beeten sichtbar ward, erhob sich Dora von ihrem Platz am Fenster, wo fie Wüsche anSgebeflnt, ergriff rasch einen Bries, der auf dem Tischchen vor ihr gelegen, und eilte dem Ankommenden entgegen.

„Ein Bries von Arnold, lieber Vater, ein dicker Brief i Sehnsüchtig habe ich nach Dir auSgeschaut; ich möchte doch so g«n wissen, waS der Bruder ge­schrieben, was er erlebt hat feit seinem letzten Schreiben, das uns die Nachricht seiner Abreise von der Insel brachte. Und darüber find b«eti» drei Monate verflossen."

„So lasse mich wenigstens erst in die Stube treten, Dora," entgegnete Werneck lächelnd und seinem Töchtnchen die Wange streichend.

Dora'S Gesicht färbte sich dunkl«.

Ihre» Bat«» Hand an die Lippe» drückend, fagte sie: „Verzeihe mir. lieber die interessante Nachricht »«geffe ich, daß Du den ganzen Nachmittag untttwegs gewesen bist. Ich will rasch für einen

Die Dresdener Festlichkeiten.

Die „Nordd. Allg. Zig." schreibt an «st« Stelle: „Sachsen» Hauptstadt ist in diesen Tagen der Schau­platz einer Feier, die, von den Untnthanen dem Landesherrn bereitet, weit über die Grenzen bei Königreich» der Rautenkrone hinaus das Herz de» gelammten deutschen Volkes bewegt. Se. Majestät der König Albert von Sachsen vollendet heute das 70. Lebensjahr, und mit der Feier de» Geburtstages ist zugleich die des 25jährigen Re­gierungsjubiläums verknüpft, welche» der Monarch dem Tage nach allerdings «ft im Oktober begehe» wird. Wenn der deutsche Kaiser und der greife Monarch deS benachbarten Oesterreich-Ungarn, wen» zahlreiche deutsche Bundesfürsten, wenn die HSupt« und Vertreter der deutschen fürstlichen Häuser sowohl als unt« dem Bortritte des Reichskanzlers die Mit­glieder de» deutschen BundeSrathS dem Könige von Sachsen an seinem doppelten Ehrentage Gruß und Huldigung barbringen, so liegt schon darin aus­gesprochen, wie weit reichend und tief eingreifend die Verehrung ist, welche dem König Albert gewidmet wird. Wie Sachsens Volk in dankbarster Liebe zu seinem Könige aufgeschaut, unter dessen gesegneter und weis« Regierung fein Land einen glänzenden Aufschwung genommen hat, so ehrt die gefammte Nation in ihm den Fürsten, der in den Tagen der Begründung de» Deutschen Reichs einer der Ersten war, im Rathe und bei der That hervorragend mitwirkte und der fich alle Zeit als «euer Freund Kais« Wilhelms de» Großen, Kaiser Friedrichs und Kaiser Wilhelms II. erwiesen hat. So nimmt mit seinem Kaiser da» deutsche Volk den innigsten Antheil an dem Ehrentage König Albert». Möge es ihm beschiedeu sein, noch lange Jahre seines hohen Amtes zum Segen Sachsen» und Deutschland» zu walten!"

In dem festlich geschmückten Dresden sieht man überall Fahnen in den sächsischen und deutschen Farben, sowie Guirlanden und Wappen. Besonder» schön ist der Strafeenzng vom Bahnhofe bis zum Schlosse geschmückt, sowie der Alte Markt. Zur Illumination find allgemeine Vorkehrungen getroffen. Große Menschenmengen durchziehen die S«aßen. E» herrscht großer Fremdenzufluß. Im Laufe des Freitag Vormittags trafen ein: der Großherzog von Genna, der Herzog Albrecht von Württemberg, der Fürst von Hohenzollein, der Kronprinz von Schweben und Nor­wegen, d« Großherzog von Hessen, der Eibgroß- herzog von Baden, Prinz. Ehristian von Schleswig- Holstein, der Erbgroßhe^og von Sachsen - Weimar, Prinz Bernhard Heini ich von Sachsen-Weimar, der Erbgroßherzog von Oldenburg, der Großfürst Paul Alexandrowitsch von Rußland, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin, d« Erbprinz von Sachsen- Koburg und Gotha und der Prinz und die Prinzessin

Jmbife und ehr Gla» Wein sorgen, Vät«chen. Hi« ist Dein Schlaftock. Laß mich Dir behilflich sei». So — und da stehen die Pantoffel». Währenddessen will ich da» andere besorgen."

Pastor Werneck entledigte sich seines Rocke» und der Stiefel und ließ fich dann in der Sophaecke nieder. Den Brief des einzigen, fern vom Hanfe weilenden Sohnes legte er vor fich auf de» Tisch. Er hatte gelernt, Neugierde und Ungeduld zu be­zwingen; in seinem Alter war eS nicht schw«, beide im Zaume zu hatte», und so gern er auch gewußt hätte, wie eS dem Einzigen ergehe, wartete er doch die Rückkehr Dora'S ab, ehe er den Umschlag löste.

„Nun, waS schreibt «, Väterchen?"

Mit diesen Worten hat das junge Mädchen in da» Zimmer und stellte ein Tablett mit Brod und Butt« und köstlich duftendem Schinken vor bat alten Herrn.

Ei, ich glaube gar, der Brief ist noch unnöffnet? Geschwind, geschwind, ich brenne darauf."

Pastor Werneck ISchette.

„Wie ist die Jugend doch so ungestüm! Du warst früh« viel bedächtig«, Kind. Erst fett einigen Wochen sehe ich eine Veränderung an Dir, die mir in viel« Beziehung wohlgefällt. Komm h« zu mir und setze Dich neben mich. So wie Du jetzt biß, nicht mehr so «äumerisch und uugewöhvllch still, sondern fröhlich, deine Jugend empfindend und ge- nießend, hett« und sorglos, war Deine Mutter bl» zum letzten Athemzuge. Jetzt gleichst Du ihr auffallend, mein Kind, und ich will Dir wünsche», daß auch Du den Schatz an Aufopferung, au Stlbstverleugnng und Liebe in bk birgst, den sie besessen hat. Du wttst daun wahrhaft glücklich fein und wieder beglücken."

(Fortsetzung folgt.)