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Redaktion: Markt 21. Telephon 55.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchbain.

Erpkditjon: Markt *.i?'-S?Jllnstrirtes Sonntagsblatt. Verantwortlich für di« Redaktion: Redakteur M. Hartmann in Marburg.

Jts. 91

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge­spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklauicn: die Zeile 25 Pfg.

MarCurg

Mittwoch, 20. April 1898.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde­burg, Wien; Rudolf Moste, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris re.

33. Jahrg.

Der Konflitt der Vereinigten Staaten mit Spanien.

Ueber London wird verbreitet, daß die Vertreter der europäischen Großmächte in dem spanisch- llmerikanischenStreitfallein Washington ueuerdingS eine feindselige Haltung gegen die Re­gierung der Vereinigten Staaten angenommen hätten. Soweit es sich um den deutschen Botschafter handelt, ist diese Behauptung, lautNordd. Allg. Ztg.", unzutreffend. Im Uebrigen ist uns über die neueste Wendung der Dinge in Washington von dort heute früh nachstehendes Kabel-Tele­gramm zugegangen:

Ein hier ausgegebenes Extrablatt meldet, daß das Repräsentantenhaus sich nicht der Resolution des Senate augeschlossen hat, worauf ein Ausschuß beider Kammern zu­sammentrat. Derselbe erzielte keine Einigung. Der Senat lehnte es daraufhin ab, und zwar mit 40 gegen 39 Stimmen, andere Delegirte für eine neue Konferenz zu ernennen."

Mit diesem Beschluß ist wiederum für Spanien etwas Zeit gewonnen. Spanien ist ja überdies ernstlich bemüht, den Bürgerkrieg auf Cuba aufhören zu lassen. Der Präsident muß hierauf doch Rück­sicht nehmen. Einer der Nordamerikaner, der zur Untersuchung der Lage auf Cuba ausgegangen war, konnte übrigens dem Präsidenten berichten, daß mit derselben Feder, welche die Kriegserklärung vollzieht, das TodeSurtheil von 150000 Kubanern unter­schrieben würde, weil ihre so wie so kümmerliche Lebensftistung durch eine Blockade der Insel unmög­lich gemacht würde. In den Vereinigten Staaten glaubt die Kriegspartet befugt zu sein, dasselbe den Spaniern vorzuhalten, indeß kann man nicht einsehen, inwiefern die Lage der Cubaner verbessert würde, wenn sie das spanische Joch mit dem amerikanischen zu vertauschen hätten. Es ist nämlich in Amerika bemerkt worden, daß die Anhänger des Krieges um jeden Preis vielfach Leute sind, die ihr eigenes Heil in der Angliederung erblicken. Dieses Ge­schlecht der carpet baggers, jener beutegierigen Politiker, die nach dem Bürgerkriege aus den Nord- siaaten nach dem besiegten Süden strömten, ist noch »icht ausgestorben. Jetzt lauern sie, ihr altes Fell­eisen aus Teppichstoff mit ihrer ganzen Habe in der Hand, im Süden, um sich möglichst bald auf die Aemttrjagd nach Cuba zu begeben. Carpet baggers, Zuckerspekulanten und solche, die einen Men Sold von 19 oder 24 Dollar monatlich als Matrosen, von 40 oder 55 Dollar als Maschinisten brauchen können, die vielleicht nach dem berühmten

(Nachdruck verboten.)

Getrennte Sterne.

Roman aus der Gesellschaft von H. Waldemar.

(Fortf«tzmlg.)

«Ich glaube »icht, daß man so leicht wieder eine ba Ihren ähnliche, ebenmäßige Gestalt findet, gnädiges Mul-.in, die man mit Ihnen verwechseln könnte. Außerdem wird man ein solch schönes Antlitz"

»Bitte, keine Schmeicheleien, Herr Afleffor!" «tterbrach Jua ihn mit sichtlicher Ungeduld, der sie r«e leise Angst nicht zu nehmen vermochte.Ich der sichere Sie"

Aber warum wollen Sie »icht gestehen, daß die ilbsonderlichkeit ihres Charakters Sie dazu trieb, «kognito in der Residenz zu verweilen, während Ihre «kannten und Freunde Sie hundert Meilen weiter Gähnten?"

Wie kann ich etwas eingestehen, Herr Rittmeister, *08 ich nicht gethan habe?"

Nun freilich auf ein Geheimniß mehr oder weniger bmmt er Ihnen ja nicht an."

Dony sagte es lächelnd, es sollte als Scherz gingen und barg doch, für sie allem verständlich, '»lch schmerzlich tiefen Sinn, sie fühlte sich von den *r»igm Worten so sehr gettoffen, daß sie nicht gleich e«e Antwort fand und Hilfe flehend zu der Gräfin Müberschaute.

Da haben Sie's, Töchterchen 1" rief der Graf. «Ntt dem Rittmeister ist heut nicht gut auSkommen. *8 hat alles, was er sagt, einen bittern Nachgeschmack, «icht wahr, Kind?"

Jua »ickte nur wehmüthig. Die Thräuen waren v nahe und es wäre ihr unmöglich geweseu, jetzt 08 Wort hervor zubriugeu.

Muster vom Bürgerkriege her die lebenslängliche oder gar erbliche Pension winken sehen, alle diese und noch manche andere steben zu den demokrattschen und einem Theile der republikanischen Politiker, um den Krieg zu fordern, und eine zügellose Presse verab­reicht den Leuten nach der Aeußerung eines spanischen Blattes einen Patriotismus von der Art, wie Gift sich zu Lebensmitteln verhält. Mit diesen Umständen muß gegenwärtig leider mehr gerechnet werden, als mit den Thatsacheu, die sich aus der Lage der Dinge auf Cuba ergeben.

Die LondonerTimes" mahnt, indem sie die Möglichkeiten bei Ausbruch des Kriege» bespricht, das britische Geschäft zur Vorsicht uud zur Beachtung der Neutralitätsbestimmungen, erinnert an das Rifico der Uebertretung und warnt gegen zu leichtfertige Uebernahme der angeblich in deutschen Geschäftskreisen herrschenden Ansicht, Spanien würde nicht wagen, deutsche oder englische Schiffe mit Kohlen oder Lebens­mitteln anzuhaltcn. Diese Mahnung erfolgt wohl, weil in Liverpool am Freitag der White-Star-Fracht- Kampfer Bovic unmittelbar vor der Abfahrt für New-York 5000 Leemetford-Gewehre, 10 Maximge- schütze, 50 Kiupp'sche Schnellfeuerkanonen und 200 Tonnen Munition eiligst an Bord nahm. In London werden mit großer Eile von den Vereinigten Staaten wie von Spanien Vorbereitungen für den Krieg ge­troffen. In Southampton lief am Sonnabend die Nachricht ein, die amerikanische Regierung habe außer de» Schnelldampfer»St. Louis,"St. Paul" auch noch die SchnelldampferParis" undNew-York" der amerikanischen Linie gechartert zur Umwandlung in Kreuzer. Das SchiffSt. Paul" ist mit der Post und den Passagieren abgegangen;DieNew- York" sollte am nächsten Sonnabend abgehe», wurde aber unter Schwierigkeiten eiligst mit Mannschaft vervollständigt und am Sonnabend Nachmittag um 3 Uhr abgesandt. DieParis" ist am Mittwoch erst von New York fällig, kann aber in wenigen Stunden zurückgesandt werden. Spanien verhandelt wegen Ankaufs von einigen Reservedampfern des Kanalpostdienstes, die als Avisos dienen sollen.

Umschau.

DieBerl. Corresp." schreibt: Einige politische Zeitungen (Frkf. Ztg." rc. D. 9t.) haben auffälliger- weise die unrichtige Nachricht eines kleineren Ver- ficheiungsfachblattes übernommen, wonach am 29. März die G e w ä h r u n g einer Staatshilfe an die im Konkurse befindliche Hagelversicherungs- gesellschaftGermania" und die alsbaldige Ein­bringung einer Vorlage hierüber zwischen den be- theiligten Ressorts beschlossen sein soll. In Wirklichkeit ist an diesem Tage öffentlich das Gegentheil regierungsseitig erklärt worden. Auf eine bei der

Zu ihrer Erleichterung hob die Gräfin die Tafel auf und Jua hoffte, ungesehen auf eine Weile verschwinden zu können, um wieder die Herrschaft über sich zu gewinnen. Doch vergebens.

Ehe fie nur die Thür erreichte, holte sie der Graf ein und bat sie, eins ihrer schwermüthigen Nattonallieder zu singen. Sie konnte die Bitte nicht abschlagen. Als aber der Graf meinte, ihr etwas duvkelgefärbtcr Sopran müßte prächttg mit Dony's Bariton zusammenklingen, da fand sie die Kraft, sich dagegen aufzulehnen. Ohne zu bedenken, daß man ihre Weigerung als Unhöflichkeit gegen de» Gast auslegen könnte, eilte sie hinaus.

Der Graf sah ihr kopfschüttelnd nach, dann meinte er zu Dony:

Die jungen Mädchen find doch unberechenbar, und diese ist'S am allermeiste». Wenn man meint, man hat ihnen endlich bis auf den Grund ihrer Seele geschaut, dann totrb man plötzlich gewahr, daß man de» Grund «och lange nicht erreicht hat,"

ES ist wahr, Herr Graf, darum sollte man sich auch von ihr fernhalten, wie eS Georg bis jetzt gethan."

DaS Uebertreiben auch nach dieser Seite ist vom Nebel,"

Papa, lieber Papa, dürfen wir denn ein wenig tanzen?"

Adrienne hängte sich an des Vaters Arm und sah bittend zu ihm auf. Marianne kam nun auch von der andere» Seite und schmeichelte:

Bitte, bitte, Herr Graf, erlauben Sie'S. Es wäre zu allerliebst!"

Was sagt denn Mama dazu, Kinder? Na Sie Heine Hexe haben wohl »och nicht viel getanzt?"

Marianne schüttelte da» Köpfchen.

«igentlich noch gar nicht, Herr Graf, Ihnen darf

dritten Lesung des Etats der landwirthschaftlichen Verwaltung von dem Abgeordneten Nadbyl gestellte Anfrage gab der Regierungskommiffar nach eingehender Darlegung der Entwickelung jener nothleidenden Gesell­schaft und der fortgesetzten, leider erfolglosen Be­mühungen der Aufsicht» behö de, die Gesellschaft in geordneten Bahnen zu erhalten, die Erklärung ab, daß eine finanzielle Staatsunter st ützung wegen der daraus für andere Privatgesellschaften sich ergebenden Konsequenzen ausgeschlossen sei, und daß höchsten» der Erlaß eine» Theile» der Ge­richtskosten in Frage kommen könne.

Einen lehrreichen Einblick in die V e r w e n d u n g der Arbeitergroschen, welche in die Kaffen der sozialdemokratischen Gewerkschaften und Gewerkschaftsverbände fließe», gestatten die vor­liegenden Abrechnungen von zweien dieser Verbände, des Holzarbeiter-Verbandes und des Metallarbeiter- Verbandes. In den Ausgaben der Rechnung des erstge­nannten Verbandes für die Jahre 1895 bis 1897, die in Einnahme und Ausgabe mit 950 987 M. abschließt, figuriren u. a. folgende Posten: Gehälter 25146,20 M, Verwaltungskosten 11267,13 M., Agitation 101835,58 M., Kosten des Verbandstages 4274,33 M. Tas sind rund 142 000 Mark, die den Führern" und Agitatoren des Verbandes in den drei Jahren zugekommen find. In ähnlicher Weise ist es um den Metallarbeüerverband bestellt. Die Jahresrechnung desselben für 1897 verzeichnet eine Einnahme von 550419 M. Unter den Ausgaben erscheinen u. a. 29 915 M. für Ver­waltungskosten, 8009 M. für Kosten der General- Versammlung, 8995 M. für Agitationen, zusammen 47000 M.

Ueber die Sozialdemokratie als Arbeit­geber wurde auf einer in Halle abgehaltenen Generalversammlung des Verbandes der Lager­halter und Lagerhalterinnen in Konsum- und ähnlichen Vereinen einiges Licht verbreitet. DieVosflsche Zeitung" schreibt dazu:Wir haben uns schon des Oefteren mit den Arbeits Verhältnissen in den sozialdemokratischen Konsumvereinen beschäftigt. Diese Verhältnisse haben zu der Gründung des Arbeitnehmerverbandes geführt, aber eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist ttotz aller Brüderlichkeit und trotz der schönsten Thcorieen nicht erzielt worden. Von ganz besonderem Interesse war der auf der Generalversammlung erstattete Be­richt über die Geschäfts- und Arbeitszeit in den Konsumvereinen, die sich von 61 bis zu 96 Stunden er­streckt. Die Sozialdemokratie, welche die Achtstunden- arbeit als eine ihrer Hauptlehren verkürdei, scheut sich in der Praxis deS Arbeitnehmers nicht, einen sechzehn st ündige» Arbeitstag einzu­

ichs ja sagen unter dem Siegel der Verschwiegen­heit. Sagen Sie's aber ja nicht weiter 1"

Und da wollen Sie sich heute nun Ihre Sporen verdienen?"

Einmal muß man doch anfangen, nicht wahr?"

Gewiß, Kleine, und weil Sie den Anfang nicht abwarten können, soll denn die Erlaubniß erthrilt werden, ein Tänzchen zu machen."

Marianne hatte nicht übel Lust, in ihrer Freude mit dem alten Herrn den Anfang zu machen. Dieser aber, ihre Absichten wohl erkennend, legte ihre Hand in diejenige Dony's und meinte:

Da ist einer, der's besser versteht als ich und der Sir sicher gelitten wird. Mich entschuldigen Sie."

Was meinte der Graf eigentlich, Herr Ritt- meister?" fragte das Mädchen, nachdem der Hausherr sie verlaffen hatte, und sah neugierig zu dem schönen, blonden Manne auf.

Dony lächelte, legte den Arm um ihr feine Kindertaille urd folgte den Klängen eines flott ge­spielten Walzers.

Marianne war überglücklich. In der Penfiou hatte fie wohl getanzt, aber noch nie war ihr Ge­legenheit geboten, mit einem wttkliche» Herrn zu tanzen und nun gar einem, dem der Ruf als der beste Tänzer vorausging. Dony hatte leichtes Spiel mit ihr, denn Marianne war nicht nur äußerst musikalisch veranlagt, ohne daß sie je Lust gezeigt hätte, irgend ein Instrument zu spiele», aber ihr ganzes Wese» verrieth RhytmuS, dem sich anzupassen ihr dmchaus nicht schwer fiel; dazu kam ihr Leichtig­keit, so daß eS auSsah, al» schwebe sie über das Parkett dahin.

ES war eine Lust, ihr zuzusehen, und al» Dony ie »ach nochmaliger Rundung an ihren Platz zurück­brachte, war es nicht leere Schmeichelei, al» er sagte:

führen. In Kurzem wird die Sozialdemokratie bei Gelegenheit der Maifeier sich aus's Neue für de» Grundsatz begeistern: Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Erholung, acht Stunden Schlaf! Die sozial­demokratischen Lagerhalter werden hierbei Gelegenhett haben, über den Unterschied zwischen Theorie und Praxi» nachzudenken."

Zur Frauenfrage in Südwestafrika schreibt derRh. Cour.": Die Zahl der junge» Mädchen, die geneigt wären, dem Frauenmangel in Deutsch-Südwestafrika abzuhelfen, scheint nicht gering. Der Landeshauptmann, Major Leutwei», wird namentlich während seines gegenwärtigen Urlaubs in Deutschland von zahlreichen darauf bezüglichen An­fragen heimgesucht, die allerdings vielfach von einer gründlichen Verkennung der Wirklichkeit zeugen. An ein Leben auf großem Fuß mit viel Dienerschaft und wenig Arbett, wie es einige bevorzugte Europäer­innen in direkt tropischen Gegenden führen körinm und wohl auch führen müssen, wenn fie auf die Dauer das Klima ertrage» sollen, ist in Südwestaftika, das sich als Ackerbaukolonie entwickelt, nicht zu denken. Mädchen, die dort keine Enttäuschung erleben wolle», müsse» in erster Linie bescheiden und genügsam sowie fähig sein, Strapazen zu erttagen. Daneben ist gute» Aussehen erwünscht. Die Männer, die draußen einer weißen Lebensgefährttn bedürfen, sind in erster Linie die entlassenen Mitglieder der Schutztruppe, die (im Gegensatz zu den Schutztruppen in Kamerun, Togo und Ostafrika) nicht nur hinsichtlich der Avancirten, sondern auch der Gemeinen, völlig aus Weißen besteht. Diese habe» sich während ihrer Dienflzüi ein kleines Kapital ersparen können, da» ihnen, falls fie den Alkohol meiden, ein auskömm­liches Leben ermöglicht. Einige wenige bester Ge­stellte sind zwar schon nach Deutschland persönlich auf die Brautschau gereist, aber die Mehrzahl würde dadurch ihr wirthschaftliches Betriebskapital zu sehr schmälern. Für diese muß daher auf andere Weise gesorgt werden, und zwar dadurch, daß deutschen Mädchen, welche Lust zur Auswanderung haben, bei passender Ge­legenheit kostenfreie Hinausstndung nach Südafrika durch die Deutsche Kolonial - Gesellschaft vermittelt wird. Dort wird das Mädchen in einer Familie untergebracht. Der Gedanke der Verhettathung mit einem Ansiedler liegt zwar zu Grunde, tritt aber äußerlich nur in der Bestimmung zu Tage, daß die Dienerschaft gehalten ist, das junge Mädchen sofort vom Dienste zu ent­binden, sobald sich ihm bestimmte Aussicht zur Bcr- heirathung bietet. Um die urverheiratheten deutschen Ansiedler noch mehr als bisher von der Verbindung mit farbigen Frauen zurückzuhalten, will der Landes­hauptmann alles Geld, was ihm zur Verfügung ge­stellt wird, zur Aussteuer verwende», die am Hoch­zeitstage anSgezahlt wird. Wie schon betont, sind

Sie tanzen wie eine Sylphide, gnädiges Fräulein, mit einer Leichtigkeit, dir man, verzeihen Sie, bei so jungen Damen selten finoet."

Namentlich, wenn fie vom Lande nie wegge­kommen find, nicht wahr?" erwiderte fie unbefangen, während ihre blauen Augen vor Vergnügen strahlten.

Da kommt der Affessor, um Sie zu holen, und ich möchte Sie bitten, mich zu beurlaube», damit ich die Gräfin am Flügel ablösen kann."

Ach, ja, thun Sie daS, und dann spielen Sie mal eine recht nette Polka, die tanze ich so schrecklich gern 1"

Wie Sie's befehlen, aber gerade sehr liebens­würdig ist e» nicht, daß Sie mich so leichte» Kaufe» aufgebeu."

Mananoe's Gesichtchen trübte sich.

War ich unartig? Verzeihen Sie, e» war nicht so gemeint. Aber irgend jemand muß doch spielen, wenn wir tanzen solle», »icht wahr?"

Gewiß, beruhigen Sie sich nm! Ich werde gern dieser irgend jemand sei»!"

Dony ging und spiette »och mehrere Tänze; dann gab man die» Vergnügen auf und gruppierte sich zwanglos um die HanSftau, die sich im Salon niedergelasten hatte.

* * «

Die Thür des Bibliothekzimmers auf dem Bün»- hofe bewegte sich mit schwachem Geräusch in ihren Angeln, daun war eS wieder eine Wette still, so M, daß mau deutlich den Schritt des Wächter» hörte, der auf dem Hofe seine Runde machte. Au» weiter Ferne erscholl der Ruf eine» Käuzchen», daun und wann unterbrach das Klirren von Ketten au» dem Pferde« oder"Kirhstall die nächtliche Ruhe.

(Fortsetzung folgt.)